Als Soldaten Leinas Eltern töten und ihre Brüder bedrohen, entwickelt sie übermenschliche Kräfte, mit denen sie sie tötet. Ryot, ein Altor-Krieger, soll sie daraufhin hinrichten – aber als er feststellt, dass sie Altor-Kräfte besitzt, als erste Frau in der Geschichte Aesgroths, bringt er sie stattdessen zu dem Sitz der Altor-Wächter, damit sie dort ihre Ausbildung anfangen kann. Leina, entschlossen, ihrer Familie zu helfen, stimmt zögernd zu, doch mit der Ausbildung beginnen erst die Schwierigkeiten, mit denen Leina sich herumschlagen muss – und zwar, als sie von einer Göttin geküsst wird …
Die Geschichte fängt gut an und entwickelt sich zunächst auch interessant, aber leider gelingt es ihr letztendlich nicht, dieses Interesse konstant zu halten. Das liegt vor allem daran, dass in der langen Mitte der Handlung nur wenig passiert. Es gibt zwar durchaus ein paar interessante Nebenhandlungen und Szenen, aber letzten Endes langweilte ich mich während dieser Durststrecke dann doch ein wenig zu sehr.
Auch, was die Charaktere angeht, konnten diese nicht vollständig überzeugen, auch wenn mir durchaus so einige gefielen. Am Anfang mochte ich Leina zum Beispiel unglaublich gerne, aber irgendwann war sie mir zu fokussiert auf ihre Wut und auch etwas zu übermächtig – nichts gegen wütende und mächtige Protagonistinnen, aber sie sollten auch andere Charakterzüge und Schwächen zeigen. Trotzdem mochte ich sie letztendlich immer noch sehr gern und wünschte, ihre Romanze mit Ryot hätte mir besser gefallen, denn ich empfand sie als sehr schwach, weil Ryot als Charakter so blass blieb und ich nicht verstand, was sie aneinander fanden.
Tatsächlich waren es die Nebencharaktere, die mich am meisten überzeugten: Die Heilerin Elowen war unglaublich sympathisch, Leif und Faelon beide sehr heitere und lebendige Charaktere, die Romanze zwischen Nyrica und Thalric für mich einnehmender als die Hauptromanze und der Älteste ein mysteriöser Charakter. Es gibt sogar noch mehr, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließen, aber letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ich die Nebencharaktere mehr mochte als die Hauptcharaktere, obwohl sie gar nicht mal so viel Tiefe bekamen. Dafür war ihr Eindruck stets erinnerungswürdig und ich hätte gerne noch mehr zu ihnen erfahren.
Auch die Twists gegen Ende gefielen mir sehr gut, weil sie die richtige Mischung aus überraschend und logisch waren, aber letztendlich reichten sie nicht aus, um den Gesamteindruck wesentlich zu verändern; ich fand die Geschichte mitnichten schlecht, aber leider auch nicht gut genug, um weiterlesen zu wollen.
Wren, August, Olivier, Emilio, Masika und Irene haben die Blackwood Trials überstanden, doch vorbei ist der Kampf gegen Direktor Silas noch lange nicht. Wren ist eine Gefangene von Augusts Schwester Edith und muss ihren Tod immer und immer wieder erleben. August muss Edith gegenüber so tun, als würde er sich ganz den Schatten verschreiben. Olivier leidet am Vergessen und muss zusammen mit Emilio und Masika nach drei Schlüsseln suchen, die der letzte Ausweg zu sein scheinen. Und Irene, die sich den Aufgestiegenen angeschlossen hat, versucht, die Schule von innen zu zerstören, während sie gleichzeitig Treue vorgeben muss …
Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, wollte aber auch unbedingt wissen, wie die deutsche Übersetzung ist – und tatsächlich hat sie mir sogar besser gefallen als das Original! Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass ich sie schlicht besser verstehe oder daran, dass ich die Handlung bereits kannte, aber dieser Re-Read auf Deutsch war eine positive Überraschung.
Zugegeben war ich ausgerechnet ins Hauptpaar am wenigsten investiert: Mir war Augusts Hingabe zu übertrieben und Wrens Geschichte entwickelte sich nach vielen vor sich hin plätscherten Kapiteln auf eine Weise, die mir nicht gefiel (wobei das auch für andere Romane gilt, die diese Art von Handlung enthalten). Ich mochte Arthur und Quinn, die in diesem Handlungsstrang auftauchen, aber die anderen Stränge gefielen mir trotzdem mehr.
Wie schon beim ersten Mal war ich besonders begeistert von Emilio und vor allem Olivier; die beiden setzten ihre schöne Liebesgeschichte aus dem ersten Band fort, waren aber auch als Charaktere sehr sympathisch. Masika hatte zwar keine eigene Geschichte (dafür gibt es leider zu wenig Szenen mit ihr und Catherine, die sich perfekt dafür geeignet hätten, eine zu erschaffen), war aber ebenfalls sympathisch und ihre gemeinsame Reise, um die drei Schlüssel zu finden und dabei drei Rätsel zu lösen, war mein persönliches Highlight des Romans.
Doch die positivste Überraschung war definitiv Irene. Beim ersten Mal war ich definitiv am wenigsten investiert in ihre Handlung, aber hier beim Re-Read war ich überrascht darüber, wie sehr ich auf einmal mit ihr mitfieberte! Ich habe ihren Charakter richtig zu schätzen gewusst und das fand ich wunderbar. Nur mehr Szenen zwischen allen sechs haben mir schmerzlich gefehlt, weil sie für so lange Zeit voneinander abgeschnitten sind.
Zusammengefasst haben mir also die Handlungsstränge von Olivier, Emilio, Masika und Irene sehr gut gefallen und Wrens und Augusts Geschichte leider nicht ganz so stark, aber mein Gesamteindruck war immer noch sehr positiv. Doch eine wichtige Ausnahme gibt es: Die Enden, die für die verschiedenen Paare gewählt wurden.
Es gibt insgesamt vier: die beiden Hauptpaare Wren/August und Emilio/Olivier sowie die Nebenpaare Arthur/Quinn und Masika/Catherine. Und leider fand ich, das kein Paar das Ende bekommen hat, das es meiner Meinung nach verdient hätte, im Guten wie im Schlechten. Das hat bei mir einen bittersüßen Nachgeschmack hinterlassen, weil ich die ganze Zeit daran dachte, wie viel passender ich es gefunden hätte, wenn alle Paare ein anderes (manchmal besseres, manchmal schlechteres) Ende bekommen hätten. Aber so, wie es war, war ich mit dem Ende leider nicht ganz zufrieden, obwohl mir das Buch allgemein sehr gut gefallen hat.
Ist dieser Roman also ein guter Abschluss der Dilogie? Durchaus ja. Die gewählten Enden waren zwar nicht die, die ich mir gewünscht hätte, aber die Poetik hinter ihnen ist mir nicht entgangen – und andere Leserinnen und Leser werden sie sicher noch mehr zu schätzen wissen!
Ganymedes ist einer von zwölf Gesegneten – oder zumindest sollte er es sein. Doch im Gegensatz zu den anderen hat er keine Gabe, was er auf der Schiffsreise zum Berg der Göttin unbedingt verbergen muss. Als allerdings bereits in der ersten Nacht die Erbin des Herrschers umgebracht wird, weiß er, dass es größere Probleme zu lösen gilt. Ganymedes macht sich auf, den Mörder zu finden, doch während die Leichen immer mehr werden, scheinen die Hinweise immer mehr zu schrumpfen …
Ich bin bei diesem Buch ein wenig hin- und hergerissen, weil es für etwa die ersten 85% eine unglaublich spannende, spaßige Story bietet, in die ich sehr investiert war, die letzten 15% bei mir allerdings einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen haben, weil die Handlungsentwicklung mir leider überhaupt nicht gefiel.
Aber starten wir am Anfang: Ganymedes ist ein absolut großartiger Protagonist, dessen Humor nicht nur die dramatische Handlung auf gute Weise auflockert, sondern dessen vergangenes Drama auch einen überraschend angenehmen Kontrast zum Humor bietet. Die Balance zwischen den beiden war genau richtig und machte es leicht, so richtig mit der Geschichte mitzufiebern, mit Anspannung zu erwarten, was als nächstes passiert und gleichzeitig die Charaktere liebzugewinnen.
Diese haben teils wegen der Morde, teils wegen ihrer Anzahl natürlich eine limitierte Screentime, aber sie alle haben es schafft, einen Eindruck zu hinterlassen – mein Liebling war natürlich die kleine Grashüpfer, wobei ich von den Nebencharakteren vor allem Nergüi und Shinjiro faszinierend fand. Letztendlich erfahren wir aber von überraschend vielen Charakteren ihre Vergangenheit und ihre Mühen, sodass es mir schwer fiel, in irgendeinem von ihnen einen Mörder zu sehen. Ich hatte sogar eine halb richtige Theorie, aber es gab definitiv Twists, die ich nicht kommen sah. Allein schon die Anzahl der Morde überraschte mich – tatsächlich kam sie mir zu hoch vor.
Das wahre Highlight bleiben aber immer noch Ganymedes mit seinem perfekten Mix aus Drama und Humor, Grashüpfer als die bezauberndste unter ihnen allen, und auch Ravi und Wyatt, deren Rollen mich sehr überraschten. Hier hilft es auch, dass das Worldbuilding so gut war – ich habe jede Information zu den Provinzen begierig in mich eingesaugt und fand es großartig, wie ihre Besonderheiten in die Handlung eingebaut wurden.
Doch leider gibt es nach diesen großartigen 85% einen Twist, der zwar durchaus geforeshadowt wurde, sich aber trotzdem wie Verrat am Leser anfühlte und es mir sehr viel schwerer machte, weiter investiert in die Handlung zu sein, weil ich mir die ganze Zeit eine andere herbeisehnte. Der Twist machte gewisse Aspekte des Romans – Charaktere, Romanzen, das Finale und Ende – geradezu unerträglich, weil die Botschaft hinter ihnen sich auf eine Weise veränderte, die ich nicht befürworten konnte. Hier wünschte ich wirklich, es hätte einen anderen Twist gegeben, der die zuvor etablierten Botschaften auch tatsächlich umsetzt.
Aus diesem Grund fällt es mir wie gesagt schwer, den Roman zu bewerten, weil ich ihn für einen Großteil so sehr genoss, der letzte kleine Teil allerdings einen großen Schatten warf, den ich bis zuletzt nicht abschütteln konnte. Deshalb kann ich den Roman leider nicht vollen Herzens empfehlen, so gut er auch in sehr vielen Aspekten war.
- Carl's Doomsday
- Scenario
- Matt Dinniman
- Fischer
- Spielshow
- Spannung
- Fantasy
- Science Fiction
- Freundschaft
- Gefahren
- Quests
- Humor
Carl und Prinzessin Donut sind in der dritten Ebene angelangt, wo eine neue Art von Herausforderung auf sie wartet: Quests. Mordecai, der zu ihrem Manager geworden ist, rät ihnen dringend, sie nicht anzunehmen, weil sie nur wenig Zeit haben, die Ebene zu schaffen, doch natürlich werden Carl und Donut trotzdem in zwei spektakuläre Quests hineingezogen …
In diesem Band wird die gesamte dritte Ebene des Spiels behandelt, was mich zugegeben überraschte – da im ersten Band die erste und zweite Ebene beschrieben wurden, hatte ich erwartet, zumindest ein paar Bände lang zwei Ebenen pro Buch zu lesen. Tatsächlich wäre mir die Reihe etwas zu lang, wenn jede der kommenden fünfzehn Ebenen ein Buch bekommt, denn schon hier im zweiten Band habe ich mir gewünscht, dass die zwei Quests, die Carl und Donut bearbeiten, in zwei Ebenen stattgefunden hätten.
Was die Quests selbst angeht, fand ich die erste mit dem verfluchten Zirkus durchaus interessant und das Finale der Quest gelungen, aber die wahre Stärke des Romans war definitiv die zweite Quest mit den ermordeten Prostituierten, die nicht nur überraschend spannend zu lesen war, sondern in einem wahrhaft epischen Ende gipfelte, das zu meinen absoluten Lieblingsszenen gehört.
Carl und Donut waren in diesem Band weiterhin genial und ich mochte ihre Schlagabtäusche sehr, sie sind und bleiben eine große Stärke des Romans. Was ich dagegen sehr vermisste, waren andere Crawler. Erst ab der zweiten Hälfte spielen sie überhaupt eine halbwegs wichtige Rolle (und ich mochte Katia, die zwar spät zu Carl und Donut stößt, aber einen sympathischen Eindruck machte), aber in der ersten Hälfte werden sie höchstens erwähnt und gaben eine große Schwäche des Quest-Prinzips preis:
Obwohl die NPCs des Spiels auf ihre Weise durchaus lebendig sind, fand ich es schwer, mich tatsächlich um sie zu sorgen. Viel mehr hätte ich mir gewünscht, mehr von den anderen Crawlern zu sehen. Carl und Donut zum Beispiel mit anderen Crawlern zusammenarbeiten zu lassen, um Quests abzuschließen, wäre meiner Meinung nach ein guter Weg gewesen, auch wirklich mit den Quests mitzufiebern und sie nicht als unwichtige Nebenquest zu empfinden. Die zweite Quest mochte ich zum Beispiel nicht zwingend, weil ich sie besser fand, sondern weil das Leben anderer Crawler auf dem Spiel stand; aber selbst, wenn dem nicht so gewesen wäre, fand ich sie allein durch das Auftauchen anderer Crawler interessanter (und relevanter für die Handlung) als die pure NPC-Zirkus-Quest.
Insgesamt immer noch ein guter Band, der vor allem durch Carls und Donuts Chemie brilliert, doch hoffe ich sehr, dass wir im nächsten Band noch mehr von den anderen Crawlern sehen werden!
- Kian und das
- Erbe des Lichts
- Caryl Lewis
- Karibu
- Kinderbuch
- Fantasy
- Gestaltwandler
- Drachen
- Freundschaft
- Keltische Mythen
- Abenteuer
Seit zwölf Jahren gab es keinen Sommer und keine neuen Kinder, doch der zwölfjährige Kian hätte trotzdem nicht erwartet, dass ausgerechnet er, das jüngste Kind, die Macht haben soll, den Sommer zurückzuholen. Dafür muss er in die Unterwelt Annwn reisen und dort einen Weg finden, König Arawn zu besiegen, der über den Winter wacht und verschiedene Drachenarten kontrolliert. Seine Freunde Deryn, Finn und Eos helfen ihm dabei, doch letztendlich liegt es an ihm, die wichtigste Fähigkeit von allen zu Meistern: Das Heraufbeschwören eines Wasserpferds …
Dieses Kinderbuch bietet ein sehr cineastisches Abenteuer, das mir gut gefallen hat, doch bevor ich darauf eingehe, muss ich unbedingt auf eine verpasste Gelegenheit aufmerksam machen, an die ich über den ganzen Roman hinweg dachte: Wie schade ich es fand, dass Kian nicht von seinem besten Freund Jona begleitet wurde. Die wenigen Szenen, die sie im ersten Kapitel hatten, haben mich sehr beeindruckt und mich wünschen lassen, noch mehr von ihnen zu sehen, aber leider taucht Jona nur noch einmal kurz am Ende auf. Zwar denkt Kian natürlich regelmäßig an ihn und er dient auch als Motivation, seine Aufgabe gut zu erledigen und nach Hause zurückzukehren, aber ich kam nicht umhin, mir zu wünschen, z.B. Jona und den fröhlichen Finn zu ein und derselben Person zu machen, allein schon, damit diese einnehmende Freundschaft über das erste Kapitel hinaus bestehen kann. (Dasselbe gilt teils auch für Kians Eltern, von denen ich zwar durchaus erwartet habe, dass er sie verlassen muss, von denen ich mir aber auch gewünscht hätte, sie an seiner Seite zu sehen, weil ich sie so mochte.)
Gut, nachdem ich das losgeworden bin, kann ich auf den eigentlichen Roman eingehen, der meiner Meinung nach vor allem durch die bereits erwähnten cineastischen Szenen brilliert. Und das liegt nicht nur an den wunderschönen Innen-Illustrationen von Marina Vidal oder an dem wunderschönen Cover von Khadijah; Caryl Lewis‘ Schreibstil erlaubte es auch so, mir viele Szenen mühelos vorzustellen, von Kian, der sein Wasserpferd heraufbeschwört und reitet (was meine persönlichen Lieblingsszenen waren) bis zu ruhigeren Momenten mit seinen Freunden, spannenden Momenten mit den feindseligen Drachen und vielen Szenen mehr. Die Handlung lief fast schon wie ein Film vor mir ab und das gefiel mir sehr gut.
Deryn, Finn und Eos hätte ich gerne noch mehr kennengelernt; ich mochte sie durchaus (auch, wenn ich eine falsche Fährte bezüglich einem von ihnen etwas zu offensichtlich fand), aber ich wünschte, ich hätte in ihrer Freundschaft die Tiefe gesehen, die mich bei Kian und Jona trotz ihrer stark begrenzten Screentime so beeindruckt hat. Natürlich ist das hier ein Kinderbuch, bei dem man nicht unbedingt die Zeit hat, sich alles langsam entwickeln zu lassen, aber es mangelte mir trotzdem stark an mehr Informationen, Gesprächen und persönlichen Szenen mit den drei, die es mir erlaubt hätten, sie näher kennenzulernen.
Das Finale und Ende waren sehr zufriedenstellend und enthielten eine Botschaft, die ich gerne auch außerhalb von Kinderbüchern lesen möchte, wobei das Ende durchaus Raum für mehr Abenteuer lässt, die Geschichte aber so gut abschließt, dass ich sie auch als Einzelband mit Freuden akzeptiere. Sie bot schlicht ein spaßiges Abenteuer, das sich auch wirklich wie eines anfühlt!
- Dungeon Crawler Carl
- Matt Dinniman
- Fischer
- Spiel
- Spielshow
- Videospiele
- Spannung
- Fantasy
- Science Fiction
- Freundschaft
- Gefahren
- Humor
- Kleines Highlight
Carl überlebt die Apokalypse nur zufällig, als er Donut, die Katze seiner Exfreundin, aus einem Baum rettet. Die Erde wurde von Außerirdischen eingenommen, die für die Millionen Überlebenden, die es noch gibt, etwas ganz Spezielles planen: Eine Spielshow, bei dem sie sich durch mehrere Ebenen kämpfen müssen, wie in einem Videospiel, mit Achievements, Leveln und vielem mehr. In Ermangelung besserer Möglichkeiten wird auch Carl zusammen mit Donut ein Dungeon Crawler – und gerät so in ein gefährliches, abgefahrenes Abenteuer …
Wie wohl viele andere hatte ich viel Gutes von dem Buch gehört, doch der Hauptgrund, aus dem ich es las, war letztendlich persönliches Interesse: Eine Spielshow, die sich an Videospielen orientiert und sowohl humorvoll als auch spannend ist, klang schlicht sehr nach meinem Geschmack. Und tatsächlich war es für mich als Videospielfan besonders spaßig zu lesen!
Ich bin mir zugegeben nicht sicher, ob Leser:innen, die nichts mit Videospielen anfangen können, ebenfalls Freude an dem Buch haben werden, weil es für mich schon sehr stark so wirkte wie ein Buch speziell für Gamer. Die Level, Monster, Achievements, Fähigkeiten usw. spielen eine große Rolle und waren hervorragend umgesetzt, aber gerade deshalb vielleicht irritierend für diejenigen, die keine Spiele spielen, obwohl durchaus alles erklärt wird. Das nur als Anmerkung, falls man diesbezüglich unsicher sein sollte.
Die eigentliche Handlung erstreckt sich über zwei der achtzehn Level, was mich zunächst überraschte, weil ich erwartete, dass mehrere Level in dem Buch vorkommen werden, doch letztendlich bin ich dankbar, dass den Leveln so viel Zeit gegeben wurde. So lernen wir nicht nur Carl und Donut sehr gut kennen (die beide fantastische Protagonisten sind), sondern auch das Spiel selbst und alles, was damit zu tun hat. Es ist sehr deutlich, dass sehr viel Liebe hinter dem Design steckt, denn die Welt ist so voller Details, dass es fast schon absurd ist. Der Autor hat wirklich an alles gedacht und vermutlich sogar noch an mehr!
Ich liebte nicht nur Carls Charakterentwicklung und Donuts Charme (sie hat nicht umsonst ein hohes Charisma!), sondern auch, auf welche kreative Weise sie sich der Monster entledigten. Es gibt viele Kampfszenen und ich war positiv überrascht darüber, wie abwechslungsreich und spannend sie gestaltet waren. Gerade die Bosskämpfe waren großartig, aber auch in anderen Gefechten bewies Carl immer wieder sein schnelles Denken und seine Kreativität. Das fand ich wirklich großartig!
Andere Charaktere stechen so halb hervor; ich mochte die Nebenstory mit Brandon, Agatha und mehreren Senioren, denen sie durch den Dungeon helfen wollen, aber um die Charaktere wirklich kennen- und lieben zu lernen, hätten sie noch etwas mehr Screentime gebraucht. Es gibt durchaus gute Ansätze (ich frage mich, was Carls und Donuts Mentor Mordecai wohl durchgemacht hat und was genau in Carls und Donuts Vergangenheiten geschah), aber spätere Bände werden den Nebencharakteren hoffentlich noch mehr Zeit schenken. (Zugegeben sind Carl und Donut wirklich das Highlight, aber ich hätte trotzdem gerne noch mehr von einigen Nebencharakteren gesehen.)
Das Pacing war trotz der Tatsache, dass wir nur zwei Ebenen erleben, überraschend gut; ich glaube, nur am Anfang der zweiten Ebene fühlte sich die Geschichte ein wenig langsam(er) an, aber auch hier nahm sie zügig Fahrt auf und triumphierte mit dem wohl besten Bosskampf des gesamten Buches. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr, über die anderen Ebenen zu lesen und hoffe, dass auch hier die Detailliebe gezeigt werden wird!
Insgesamt ein sehr spaßiges Buch, das vor allem für Videospielfans perfekt geeignet ist!
Soli ist ein Niemand – und damit genau die richtige Person, um die Kriegsgöttin Corvynne zu besiegen und deren Schwester Artemisen aus der Gefangenschaft zu befreien. Durch diese wörtliche Interpretation einer Prophezeiung wird Soli zur Trägerin des Amuletts, das ihr bei ihrer Quest helfen soll. Und sie ist nicht allein: Der Prinz Kaelen, die Magierin Elianna, der Dieb Trick, die Kriegerin Chitai, der Lord Andras, der Soldat Bern und der Sergeant Neville begleiten sie auf ihrer Reise. Doch letztendlich liegt es an Soli, die Bürde der Göttin zu tragen und sie ist sich nicht sicher, ob sie dafür wirklich die Richtige ist …
Diese Geschichte baut auf einem guten Prinzip auf und hat eine absolut großartige Protagonistin, aber leider überzeugten mich sowohl die Romanze als auch die Nebencharaktere nicht genug, um für eine insgesamt gute Lektüre zu sorgen.
Aber fangen wir mit Soli an. Sie war die wohl größte Stärke des Romans, weil sie zum einen mutig, klug und witzig war, aber auch eine gut umgesetzte Charakterentwicklung durchmachte, durch sie sie lernt, sich selbst wichtiger zu nehmen. Die Art und Weise, wie „das Grau“, unter dem sie leidet, beschrieben wurde, war emotional und realistisch – im Nachwort geht die Autorin auf die Depressionen ein, mit denen sie zeit ihres Lebens kämpfen musste und die Szene, in der Soli von einer überwältigt wird, gehörte zu den wohl besten im Roman. Und das ist noch nicht mal alles: Soli hat auch kleine Gewohnheiten, die sie mir sehr sympathisch machten, wie die Art und Weise, wie sie sich Wörter ins Haar flicht, die sie inspirieren sollen, oder wie sie ihre Heldin Wynona Wavedancer zitiert, wann immer sie sich Mut zusprechen will. Allgemein zitiert sie stets, wo sie ihre Informationen herhat, was wieder ein Charakterzug war, den ich schlicht sympathisch fand.
Leider überzeugten mich die anderen Aspekte des Romans dafür nicht besonders. Die Romanze mit Kaelen beispielsweise passiert viel zu plötzlich, die beiden haben keine Chemie miteinander und die einzige Anziehung, die sie verspüren, bezieht sich ausschließlich auf körperliche Attribute. Immer, wenn Soli sich auf ihn konzentrierte, schien sie zumal ihre ganzen positiven Eigenschaften zu verlieren, was nicht gerade dazu beitrug, die Romanze selbst zu mögen.
Die anderen Charaktere haben bis auf eine Ausnahme keinen starken Eindruck bei mir hinterlassen; tatsächlich finde ich sogar, dass die Kurzbeschreibung sie interessanter klingen lässt, als sie es tatsächlich sind. Denn die Kurzbeschreibung deutet an, dass die Nebencharaktere, auch wenn sie keine eigene Sichtweise erhalten, trotzdem eine eigene Quest mit sich bringen, aber letztendlich blieben fast alle blass und wir erfahren kaum etwas über sie.
Eine Ausnahme davon bildet die Magierin Elianna. Ich mochte sie wirklich gern, wir lernen ein wenig etwas aus ihrer persönlichen Geschichte kennen, sie war allgemein sympathisch und hatte eine tolle Chemie mit der Kriegerin Chitai (die zugegeben auch sehr cool war). Aber die anderen? Leider nicht. Andras und Neville hätten wohl auch weggelassen werden können und Trick und Bern hatten zwar Potential, aber leider wurde es nicht vollständig genutzt. Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, dass Soli weniger Zeit mit Kaelen verbracht hätte und dafür mehr Zeit, die Motivationen der einzelnen Charaktere kennenzulernen.
Die eigentliche Handlung, die aus der Suche nach zwei Schlüsseln besteht, war durchaus gut, auch wenn das Ende ein wenig plötzlich war. Letztendlich werde ich leider nicht weiterlesen, weil Soli zwar eine großartige Protagonistin war, sie selbst aber nicht ausreichte, um mich zum Weiterlesen zu motivieren.
- Ruinous Ends
- I.V. Marie
- Delacorte Press
- Jugendbuch
- Fantasy
- Romanze
- Liebe
- Tod
- Zwischenwelt
- Erinnerungen
- Suche
- Quest
- Twists
Die Dekadenfeier ist vorbei, die Siegerin gekürt: Irene, die zu einer Aufgestiegenen geworden ist und nun versuchen muss, die Schule von innen heraus zu zerstören. Im Gegensatz zu vorigen Dekadenfeiern sind die übrigen Teilnehmer allerdings nicht erloschen: Wren wurde von Augusts Schwester Edith gefangen genommen, die sie zwingt, ihren Tod immer und immer wieder zu erleben; August möchte Wren unbedingt retten, ist dafür jedoch gezwungen, seine Schattenmacht einzusetzen, die ihn selbst immer mehr zerstören wird; und Masika, Emilio und Olivier machen sich auf eine letzte Suche, um anhand von Hinweisen den Wahren Schuldirektor zu finden, wobei Olivier vor den anderen geheim hält, dass sein Vergessen immer weiter fortschreitet …
Weil mir der erste Band so gut gefallen hatte, habe ich den zweiten Band bereits jetzt auf Englisch gelesen und obwohl er, wie es bei mir so oft bei Dilogien vorkommt, nicht an den ersten heranreicht, bietet er immer noch einen guten Abschluss der Geschichte.
Für mich war die Haupthandlung dabei gar nicht Wrens und Augusts Sichtweise, obwohl sie das technisch gesehen wohl ist, sondern die Quest, auf die sich Masika, Emilio und Olivier aufmachen. Ihre Struktur wies eine größere Ähnlichkeit zum ersten Band auf, ich war unglaublich investiert in alle drei Charaktere und spürte den Fortschritt, den sie machten, mehr als bei den anderen Sichtcharakteren. So haben zwar auch Wren und August Risiken, die sie eingehen müssen und eine süße Romanze, die weiter zwischen ihnen blüht, aber bei ihnen schien die Handlung ab und an vor sich hinzuplätschern, weshalb mir die anderen drei in dieser Hinsicht besser gefielen.
Dann haben wir da noch Irene, die vor allem darunter leidet, dass sie von den anderen fünf abgeschnitten ist und leider auch allgemein keiner meiner Lieblingscharaktere war. Speziell im ersten Band und bei den anderen Sichtweisen dieses Bandes waren es die Charakterinteraktionen, die ich am meisten mochte, sodass Irene diesbezüglich nichts hatte, womit sie mich fesseln konnte. Zwar mochte ich die Entwicklung ihrer Handlung durchaus, aber ich war definitiv am wenigsten investiert in sie.
Apropos Charakterinteraktionen: Ich war überrascht davon, wie schnell die Romanzen zwischen den Charakteren gelöst wurden, weil ich erwartet habe, während des ganzen Romans auf eine Auflösung zu warten, doch bin ich letztendlich dankbar, dass I.V. Marie uns nicht allzu lange hinhielt, sondern die Gelegenheit nutzte, um stattdessen andere Handlungsaspekte zu beschreiben.
Andere Charaktere spielen nur eine sehr kleine Rolle; ich mochte Quinn und Arthur, die während Wrens Sichtweise auftauchten, überraschend gern, aber davon abgesehen waren die Nebencharaktere nicht allzu erinnerungswürdig. Das finde ich aber auch in Ordnung so, weil zu viel Fokus auf die Nebencharaktere zu sehr von den Hauptcharakteren abgelenkt hätte. Dafür hätte es mir gefallen, noch mehr Rückblicke auf ihr vorheriges Leben bzw. ihre Vergangenheit allgemein zu bekommen; Masika, August und Wren haben in dieser Hinsicht mindestens eine Szene, aber Irene, Emilio und Olivier dafür keine, obwohl es sich gerade bei Olivier angeboten hätte.
Die Twists, die in diesem Band gelüftet werden, waren wirklich genial und rückten viele Dinge in einen anderen Kontext; nur das Ende konnte mich nicht vollkommen zufriedenstellen, weil es einerseits zwar passend war, ich mir andererseits aber trotzdem gerne ein anderes gewünscht hätte.
Insgesamt hat der Band also Stärken und Schwächen, ist aber immer noch ein guter Abschluss der Dilogie!
Harry Dresden ist ganz schön überrascht, als ihn ausgerechnet der Hüter Morgan, mit dem er bisher ein feindliches Verhältnis hatte, um Hilfe bittet. Der Rat hat scheinbar klare Beweise dafür, dass Morgan einen Mord begangen hat, während selbst Harry weiß, dass Morgan eher sterben würde, als seine überaus strengen Moralgrundsätze aufzugeben. Er muss herausfinden, wer der wahre Verräter im Rat ist, während er sich gleichzeitig mit persönlichen Problemen herumschlagen muss ...
Ich hatte es schon im ersten Band geahnt, aber dieser hier zeigte mir besonders stark, dass ich einfach nicht die Zielgruppe für diese Reihe bin.
Und das liegt nicht an der eigentlichen Story, die mit der Einführung von Skinwalkern einen tollen Schritt getan hat. Zwar war die Handlung manchmal vor sich hin tröpfelnd und ich hatte oft Schwierigkeiten, ihrer Entwicklung zu folgen, aber trotzdem gab es ein paar wirklich großartige und spannende Szenen, die mir sehr gefielen. Gerade der letzte Handlungsstrang auf der Insel war besonders gut und spannend.
Nein, es liegt an der Darstellung der weiblichen Charaktere. In den letzten Bänden schien ihre Darstellung langsam besser zu werden, doch in diesem hier kamen sie mir besonders stark sexualisiert vor, bis zu dem Punkt, an dem mir nur eine Frau einfällt, die davon ausgenommen wurde: Murphy. (Von der ich im Übrigen gerne mehr gesehen hätte.) Aber gerade in der ersten Hälfte war es geradezu bizarr, wie jede Frau eine sexualisierende Szene und davon abgesehen nur wenig Nutzen bekam. Es gibt zum Glück auch Ausnahmen (Molly war zum Beispiel immer noch großartig), aber gerade in diesem Band ist es mir stark aufgefallen und hat mich sehr gestört.
Was Harrys Beziehungen angeht, mochte ich es vor allem, wie die zu seinem Bruder Thomas gehandhabt wurde; die beiden hatten zwar nicht so viel Screentime zusammen, doch ihrer beider Entwicklung war sehr einnehmend.
Andere Charaktere stachen nicht besonders hervor und ich hätte zugegeben schon lange ein Personenverzeichnis gebraucht; es war mir geradezu peinlich, wie der Verräter entlarvt wurde und ich nur "Bitte wer?" denken konnte, weil es inzwischen zu viele Charaktere gibt, als dass ich den Überblick über alle behalten könnte.
Insgesamt werde ich die Reihe wohl mit diesem Band abbrechen, weil sie mir nicht mehr genug Spaß macht, ich die Handlung zu oft zu verwirrend finde und die Darstellung der weiblichen Charaktere sehr störend. Leider glaube ich, dass die Reihe zu sehr an ein männliches Publikum gerichtet ist, als dass ich sie vollauf genießen könnte.
Als Toshiko bei einer Erkundungsmission für ihre Wahlgeschwister Mei und Jun eine Drachenperle stiehlt, ahnt sie nur ansatzweise, was für eine Macht sie besitzt. Entschlossen, sich und anderen Bürgern am Rande der Gesellschaft endlich ein besseres Leben aufzubauen, planen die Geschwister, die Kaiserin zu stürzen. Diese plant neue, menschenähnliche Bots, von denen Toshiko fürchtet, dass sie die Hüterskinder auf grausame Weise ersetzen werden. Zu denen gehört Theo, der besondere Kräfte besitzt und einen gefährlichen Auftrag bekommt, der ihn ganz in die Nähe der Geschwister bringt. Auch der junge Haru, Sohn der Kaiserin, muss sich fragen, für wen genau er kämpfen will …
Dieser Fantasyroman bietet eine faszinierende Welt und solide Hauptcharaktere, aber leider eine zu langsame Handlung, um gänzlich zu überzeugen.
Die drei Geschwister Toshiko, Jun und Mei waren recht gute Protagonisten und ich mochte es vor allem, dass sie alle eine tragende Rolle bei den Ereignissen des Romans spielten, die ihnen auch erlebten, ihre verschiedenen Fähigkeiten zu zeigen. Es war jedes Mal so zufriedenstellend, wie ihr Können tatsächlich unter Beweis gestellt wurde, was auch für die Sichtcharaktere Theo und Haru gilt.
Diese beiden interessierten mich letztendlich noch mehr als die Geschwister, weil es mir bei ihnen möglich war, mich auch emotional mit ihnen zu verbinden, was mir bei den Geschwistern überraschend schwer fiel. Ich war vor allem investiert in Harus Geschichte, seine Freundschaft zu den Sonnengeistern und seine langsamen Zweifel an seiner Mutter; aber auch Theo und sein Auftrag gefielen mir, weil sie eine Spannung in die Geschichte brachten, die zwar nicht gänzlich bei den anderen fehlte, bei Theo aber definitiv am stärksten ausgeprägt war. Seine beste Szene war definitiv der Endkampf, nur das Ende konnte mich nicht zufriedenstellen.
Allgemein hat die Geschichte durchaus erinnerungswürdige und spannende Momente – mir kam es schlicht nicht wie genug vor, weil es mir so schwer fiel, auf emotionaler Ebene mit den Charakteren mitzufiebern und es zwischen diesen erinnerungswürdigen Momenten leider auch eine ganze Menge gab, die quälend langgezogen waren und die ich nur mit Mühe bewältigt habe.
Die Romanze in dem Roman spielt zum Glück nur eine sehr kleine und unwichtige Rolle, was insofern gut war, weil sie mir viel zu plötzlich kam; was mir dagegen gefiel, war das Worldbuilding. Es war faszinierend, einen Fantasyroman in einer halb modernen Welt zu lesen, die sowohl Bots als auch Drachen zu bieten hat und von denen beides (und alles dazwischen) hervorragend in die Handlung eingebaut wurde.
Eine richtige Empfehlung kann ich leider nicht aussprechen, weil mir die Handlung dazu zu langsam war und mir die emotionale Komponente fehlte, aber ein Lob bekommt von mir definitiv die Kreativität der Welt!
- When Dealing
- With Dragons
- Dana Swift
- dragonfly
- Fantasy
- Jugendbuch
- Romanze
- Liebe
- Freundschaft
- Drachen
- Metalle
- Spannung
- Geheimnisse
- Worldbuilding
- Twists
- Kleines Highlight
Als die Drachenpflegerin Farren dem Jockey James das Leben rettet, hätte sie nicht gedacht, dass er für seine Genesung an den Hort ihrer Eltern kommt. Die Tatsache, dass sie ihn nicht leiden kann, ist dabei eine geringfügige Sorge, denn größere Angst hat sie davor, dass das Geheimnis ihrer Familie ans Licht kommen könnte. James währenddessen ist schon seit Ewigkeiten in Farren verliebt und leidet unter dem strengen Regime seines Vaters, der eine Zukunft für ihn geplant hat, der James nicht folgen will. Als er Farrens Geheimnis herausfindet, ist er entschlossen, ihr zu helfen, doch auf keinen Fall darf seine Familie davon erfahren – oder von seinen Gefühlen für sie …
Dieser Einzelband war eine sehr positive Überraschung, da ich zwar auf ein gutes Buch gehofft, aber kein so unglaublich gutes erwartet hatte! Allein schon das Worldbuilding ist Gold wert: Die Drachen in diesem Universum überziehen bei Angst ihre Schuppen mit einem bestimmten Metall (Eisen, Zinn, Kupfer, Bronze oder Silber), das auf magische Weise geschmiedet werden kann, weswegen die Drachen aber auch auf mehrere Arten ausgenutzt werden: Für die Rennen und wegen ihrer Schuppen. Das war eine sehr coole, kreative Idee, die zudem sehr gut umgesetzt wurde und natürlich auch für so einige emotionale Szenen sorgte. Deswegen ist dieser Fantasyroman eventuell auch nicht für jeden etwas, aber ich mochte die Art und Weise, wie das Worldbuilding mit der Handlung verwoben wurde.
Aber nicht nur das Worldbuilding war genial, auch die beiden Hauptcharaktere und ihre Romanze war großartig umgesetzt. Farrens Kompetenz und James‘ Entschlossenheit gefielen mir sehr, aber auch die Tatsache, dass sie Fehler machten; es war süß, wie sie sich ineinander verliebten und sich stets gegenseitig halfen. Ihre Romanze war wundervoll, Farrens Hass verwandelte sich auf realistische Weise in Liebe und allgemein gehörten so ziemlich alle Szenen mit den beiden zu meinen Lieblingen.
Andere Charaktere kommen nicht ganz so stark hervor, aber ich mochte James‘ Freundschaft zu Farrens Vater gern sowie Farrens Freundschaft zu Jeffrey und Shelly, die meiner Meinung nach ein eigenes Buch verdient hätten. Die besten Freundschaften waren jedoch die zu den Drachen: Ich liebte es, wie Farrens und James‘ Drachen tatsächlich eine wichtige Rolle spielten und sehr viele Szenen bekamen, in denen ihre Bindung zu den beiden gezeigt wurde.
Außerdem war das Buch sehr spannend: Die Angespanntheit, die durch Farrens und James‘ Geheimnisse entstand, sorgte für mehrere fesselnde Szenen, auch wenn ich zugegeben fand, dass das Ende ein wenig zu schnell abgewickelt wurde – es war immer noch ein zufriedenstellendes Ende, aber gerade nach den vielen spannenden Szenen war ich überrascht, wie schnell die Handlungsstränge letztendlich aufgelöst wurden.
Insgesamt also ein großartiger Einzelband mit einem wundervollen Worldbuilding, einer süßen Romanze und ein paar tollen Twists!
Prinzessin Tandy bemüht sich nach Kräften, ihre wenigen Pflichten zu aller Zufriedenheit zu erfüllen, doch als sie eines Tages eine Buchhandlung besucht, wird sie dazu verflucht, dort zu bleiben, bis sie ihren Herzenswunsch erfüllt hat. Als jemand, der Bücher über alles liebt, ist sie überglücklich über ihre neue Aufgabe, den Buchladen zu führen, doch ihre Eltern sehen das natürlich anders: In der Hoffnung, den Fluch durch den Kuss der wahren Liebe zu brechen, senden sie Tandy nach und nach die Prinzen der umliegenden Königreiche. Tandy verbringt ihre Zeit jedoch lieber mit ihrer Assistentin Sasha und dem verfluchten Piraten Bash, der ihr zwar mir seinen regelmäßigen Diebstählen auf die Nerven geht, aber außerordentlich charmant ist. Während Tandy sich ein neues Leben aufbaut und die Prinzen sie besuchen, muss sie sich der Frage stellen, was sie eigentlich will …
Diese gemütliche Fantasyromanze ist einfach herrlich zu lesen und bietet eine lustige, unterhaltsame Lektüre, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Die Romanze war dabei sogar nur ein verhältnismäßig kleiner Teil, denn obwohl Tandy und Bash eine gute Chemie miteinander haben, schien sie sich eher auf sein Äußeres als auf sein Inneres zu fokussieren (und errötete dabei wirklich, wirklich oft). Das war insofern überraschend, weil Bash über den Roman hinweg auch andere Qualitäten wie seinen Charme erfolgreich zeigt, seine Charaktereigenschaften aber nie als Grund erwähnt werden, aus dem Tandy sich in ihn verliebt. Die beiden hatten immer noch eine gute Chemie und waren einnehmende Charaktere, aber ich hätte mir definitiv mehr Szenen gewünscht, in denen Tandy seinen Charakter und nicht sein Aussehen hervorgehoben hätte.
Das wahre Highlight des Romans bestand für mich aus den sieben Prinzen, die Tandy einen Besuch abstatten. Obwohl jeder der Prinzen im Grunde nur eine wichtige Szene hat – die Szene, in der er (bzw. sie) Tandy von ihrem Fluch erlösen will –, waren sie extrem erinnerungswürdig und eine absolut herrliche Ergänzung zu der gemütlichen Geschichte. Ich fieberte jedem neuen Prinzen hinterher, weil ihre Auftritte jedes Mal wieder grandios waren und ich mir deshalb gerne noch mehr Fokus auf sie gewünscht hätte. Die einzige Kritik, die ich diesbezüglich habe, ist, dass fünf der sieben Prinzen Tandy vorher nicht um Erlaubnis fragen, ehe sie sie küssen – ein Verhalten, das meiner Meinung nach negativ hätte hervorgehoben werden sollen, anstatt dass Tandy es akzeptiert. Letzteres passt zwar gut zu ihrem Charakter, aber auch im Nachhinein wird dieses problematische Verhalten nie als solches dargestellt.
Was die anderen Charaktere angeht, hob sich Sasha, Tandys Assistentin, positiv hervor, weil sie Tandy so gut dabei half, ihren Buchladen aufzubauen. Dieser langsame Aufbau von einem Laden mit null Kunden bis zu einem Geschäft mit zahlreichen war sehr zufriedenstellend zu verfolgen und ebenfalls ein Highlight des Romans.
Zuletzt fand ich es großartig, wie Tandys Fluch gebrochen und Bash‘ Grund für seinen Fluch aufgelöst wurde. Ich hatte bezüglich beiden natürlich meine Theorien, die sich zu meiner Freude als falsch herausstellten; Amy Coombie gibt den beiden eine sehr viel bessere Auflösung, als ich es mir selbst überlegt hatte.
Insgesamt eine wunderbare cozy Romantasy, die zwar ihre Schwächen hat, aber letztendlich durch ihre Handlung brilliert!
- Shadow Reaper
- Lynette Noni
- Fantasy
- Romanze
- Romantasy
- Liebe
- Freundschaft
- Twists
- Worldbuilding
- Enemies to Lovers
- Kleines Highlight
Viri ist eine Jägerin, die sogenannte Reaper jagt – Menschen, die Kinder töten, um an deren mächtige Magie zu kommen. Als sie auf Dutzende vermisste Kinder aufmerksam wird, fürchtet sie, dass der Reaper-Priester etwas Großes plant, das über deren Tötung hinausgeht – und nur Reeve, ihr ehemaliger Kindheitsfreund, kann ihr Antworten darauf geben. Damals verließ er sie, um die rechte Hand des Reaper-Priesters zu werden, was Viri ihm nie verziehen hat – doch nun braucht sie seine Hilfe, um den Reaper-Priester endlich zu finden und seine Pläne zu stoppen. Und schon bald stellt sich heraus, das vieles, was Viri für selbstverständlich hielt, ganz anders ist, als sie ursprünglich annahm …
Als großer Fan der „Prison Healer“-Trilogie habe ich mich schon sehr auf Lynette Nonis neue Dilogie gefreut und bin froh, dass die Lektüre tatsächlich sehr spaßig und sehr spannend war!
Zunächst einmal ist die Welt, in der die Geschichte spielt, absolut faszinierend. Nonis Worldbuilding um die Obelisken, denen Magie gegeben wird, die Berge, in denen die Menschen leben und den Schwarznebel, der die gesamte Insel einhüllt, war großartig und ich war froh, dass all diese Aspekte tatsächlich eine wichtige Rolle spielten. Zusätzlich gibt es zwischen der Hauptgeschichte Tagebucheinträge des Magiers Kadmus Castro, der damals auf die Insel kam, was das Worldbuilding zusätzlich bereichert hat, vor allem, sobald klar wurde, wie die Tagebucheinträge mit der Hauptgeschichte zusammenhängen.
Dann haben wir natürlich noch die Romanze, die sehr einnehmend und einfach herrlich geschrieben war – Viris und Reeves Schlagabtäusche, aber auch ihre tiefen Gefühle füreinander machten sie zu einem sowohl unterhaltsamen als auch sehr süßen Paar. Ich war positiv überrascht davon, wie sich ihre Romanze entwickelte, denn gerade, weil Viri Reeve für einen kaltblütigen Mörder hält (wobei uns Leser:innen natürlich schnell klar ist, dass das unmöglich so einfach sein kann), war ich nicht sicher, wie realistisch ihre Romanze letztendlich sein würde – aber glücklicherweise ist das Lynette Noni ganz fantastisch gelungen!
Andere Charaktere gefielen mir ebenfalls sehr, vor allem Viris beste Freundin Wynter (die mein Lieblingscharakter war) und Jonas, einer aus Reeves Freundesgruppe. Allerdings muss ich zugeben, dass mir von anderen Charakteren etwas mehr Screentime gefehlt hat – speziell von Soren (Viris bestem Freund) und von Reeves anderen Freunden Sage und Ardin. Sie kamen zwar oft genug vor, um einen Eindruck zu hinterlassen, aber nicht oft genug, um sie tatsächlich lieb zu gewinnen. Hier finde ich, dass sie Viri und Reeve länger hätten begleiten sollen, um genau wie Wynter und Jonas genug Zeit zu bekommen, unser Herz zu gewinnen.
In diesem Roman gibt es auch sehr viele Twists, wobei speziell der erste und der letzte (bzw. die letzten zwei) mich sehr schockierten, weil ich sie überhaupt nicht kommen sah – aber die mittleren fand ich um einiges offensichtlicher, sodass die größte Spannung eher dadurch entstand, wie Viri auf die Twists reagieren würde und nicht, wie überraschend sie für uns sein würden. Zugegeben habe ich manche auch erst relativ kurz vor ihrer Offenbarung kommen sehen, aber dennoch fiel es mir insgesamt leichter, gewisse Handlungsentwicklungen korrekt vorherzusehen.
Allerdings hat das meiner Lesefreude keinen Abbruch getan, weil die Geschichte stets spannend blieb und es großen Spaß machte, speziell mit Viris und Reeves Romanze mitzufiebern. Von daher würde ich den Roman allen empfehlen, die im Allgemeinen gerne Fantasyromanzen lesen!
- Agnes Auberts
- Katzenzuflucht
- Heather Fawcett
- Fischer
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Katzen
- Magie
- Alltag
- Freundschaft
- Humor
- Liebe
- Gemütlichkeit
- Chaos
Agnes hat Probleme, für ihre Katzenzuflucht ein neues Gebäude zu finden, nachdem das alte zerstört wurde. Als sie von einem verdächtig günstigen Haus hört, dessen vorige Bewohner bereits nach kurzer Zeit ausgezogen sind, würde sie am liebsten ablehnen, ist jedoch zu verzweifelt und zieht zusammen mit ihren aufgesammelten Katzen ein. Wie zu erwarten, lebt im Keller des Hauses der Hexenkönig Havelock Renard, der vor wenigen Jahren beinahe die Welt untergehen ließ. Als jedoch Havelocks Schwester Valérie auftaucht, ahnt Agnes, dass die Sache um einiges komplizierter ist, als es den Anschein hat …
Diese gemütliche Katzen-Fantasy ist genauso herrlich zu lesen, wie ich es mir erhofft hatte und weckt in mir das Verlangen, auch Heather Fawcetts andere Fantasyromane zu lesen, weil mir dieser hier so gut gefallen hat.
Obwohl an sich gar nicht so viel passiert, hat es einfach Spaß gemacht, Agnes bei ihrem Alltag mit den Katzen zuzuschauen, wobei es mir speziell gefiel, wie viele alltägliche Katzen-Begebenheiten beschrieben wurden und wie ihre Vermittlung an andere Familien ablief. Ein paar Katzen (wie Seine Majestät, Banshee und Ambulance) bekommen gute Screentime, aber die allermeisten sind eher dazu da, den chaotischen Alltag in der Katzenzuflucht darzustellen. Das hat mich jedoch nicht gestört, weil der Alltag selbst so spaßig geschrieben war.
Aber nicht nur Katzen spielen eine Rolle: Auch die Beziehung zwischen Agnes und Havelock nimmt viel Raum ein und war hervorragend umgesetzt, weil sie genau die richtige Prise Humor und Chemie hatte. Die Romanze zwischen ihnen ist zwar eher zweitrangig (wenn nicht sogar drittrangig), aber die Charaktere selbst waren wundervoll. Speziell bei Havelock gefiel es mir sehr, dass er ein wenig komplexer war, als ich es erwartete – als grauen Charakter würde ich ihn zwar nicht beschrieben, weil er dafür dann doch zu sympathisch ist, aber die Gerüchte über ihn sind definitiv nicht alle übertrieben.
Mit seiner Hilfe will Agnes die Katzenzuflucht beliebter machen, muss jedoch gleichzeitig aufpassen, dass die Polizei nicht auf die Magie aufmerksam wird. Gleichzeitig sucht sie nach einem magischen Buch, auf das es Havelocks Schwester Valérie abgesehen hat. Dieser ganze Handlungsstrang hat mir sehr gut gefallen, weil er der Geschichte die richtige Prise Spannung gab, während gleichzeitig der Cozy-Anteil der Cozy Fantasy ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde. Die Geschichte findet hier eine sehr gute Balance!
Gegen Ende gab es dann noch eine kleine Überraschung, die sich perfekt in die Geschichte einfügte, wobei ich mir vom eigentlichen Ende allerdings mehr von der Romanze erhofft hätte – ich fand es gut, dass sie nicht überbordend vorkam, aber gerade am Ende hätte ich mir dann doch etwas mehr gewünscht.
Insgesamt perfekt geeignet für Cozy-Fantasy-Leser:innen und Katzenfans!
Die Fae und Elfen bereiten sich auf einen Krieg vor. Yeeran und Furi sehnen sich nach der jeweils anderen, doch die kriegerischen Elfen lassen ihnen keine Zeit, sich ihrer Liebe zu widmen, weil ihre hinterhältigen Pläne Mosima ins Chaos stürzen. Lettle und Alder machen sich derweil auf den Weg nach Caperly, um dort Alders Erinnerungen zu wecken und damit hoffentlich eine Lösung für die Konflikte zwischen den Völkern zu finden, wobei Lettle allerdings nicht die Prophezeiung vergessen hat, laut der sie ihren Geliebten Rayan töten wird …
Mit „Earthbound“ endet die Faebound-Trilogie und zum Glück auf eine zufriedenstellende Weise. Doch nicht nur das Ende war insgesamt gelungen, sondern auch der Band an sich.
Wir folgen zum einen Yeeran und Furi, die versuchen, die Dinge in Mosima wieder in Ordnung zu bringen und zum anderen Lettles und Alders Reise, die das Geheimnis von Alders Vergangenheit lüften soll. Hier war ich zunächst besonders investiert in Lettles und speziell Alders Geschichte; ich fand es so faszinierend, seine Geschichte zu erfahren, denn obwohl ich den Twist dahinter halb ahnte, war die Umsetzung so gut, dass ich jedes Mal darauf hinfieberte, einen ihrer Sichtweisen zu lesen. Sobald dieses Geheimnis aufgelöst wurde, begann ich, mehr mit Yeerans und Furis Geschichte mitzufiebern, denn das Chaos, das in Mosima ausbrach, sorgte für sehr viele spannende und emotionale Momente, die mir sehr gefielen.
Die Romanzen treten eher in den Hintergrund. Am meisten Screentime bekommen hier Yeeran und Furi, die ihre Romanze nach dem Ende des letzten Bandes wieder aufblühen lassen, doch Lettle und Rayan sowie Alder und Golan bekommen dafür kaum Aufmerksamkeit, was ich schade fand, weil ich in beide Romanzen sehr investiert war und deshalb gerne noch mehr von ihnen gesehen hätte.
Am Ende bekommen tatsächlich nicht alle Charaktere das Ende, das ich ihnen gewünscht hätte, aber dafür passten die gewählten Enden so gut, dass ich trotzdem zufriedengestellt war. Zusammen mit dem angenehmen Schreibstil, der spannenden Handlung und den tollen Charakteren bot sich somit eine Leselektüre – und Trilogie –, die mir sehr gefallen hat!