Benjamiah vermisst den Winkelwald sehr, und so nutzt er seine Chance, als er bei seiner Mutter einen Hexenstein entdeckt. Zu seinem Schrecken befestigt es sich über seinem linken Auge und lässt sich nicht entfernen – außer, er besteht im Winkelwald die fünf Prüfungen der Hexe Agatha Drake, die auf den Geschichten von Mildred Fogge basieren. Zusammen mit Elizabella und zwei neuen Freunden – dem Kartografen Silas und dem entrissenen Mädchen Mia – machen sie sich auf eine Reise, um diese Prüfungen zu bestehen, denn sie haben nur den Mittsommer Zeit, bevor auch Benjamiah zu den entrissenen Kindern gehören wird …
Im zweiten Band erwartet Benjamiah wieder ein fantastisches Abenteuer, bei dem ich sehr froh war, dass er wie beim ersten Band die Struktur mehrerer Aufgaben bzw. Prüfungen hatte, weil ich dieses Prinzip schlicht sehr mag – nur leider dauert es eine Weile, bis diese Prüfungen überhaupt losgehen.
Denn in den ersten hundertsiebzig Seiten erfährt Benjamiah erst einmal von Agatha und trifft auf seine alten und neuen Freunde, woraufhin dann die Prüfungen losgehen, was für mich dann doch eine zu lange Zeitspanne war (immerhin ein Drittel der Handlung!). Die Prüfungen, die danach folgten, waren wirklich großartig und ich mochte es vor allem, wie sie auf den Geschichten der Winkelwald-Autorin Mildred Fogge basierten, was ihnen eine zusätzliche Tiefe gab. Sowohl die Geschichten als auch die Prüfungen waren spannend zu lesen und deshalb meine persönlichen Highlights. Aber ja, die Zeit bis dahin war für mich ein wenig zu lang.
Was die Hauptcharaktere betrifft, war Benjamiah wie im ersten Band sehr sympathisch und Elizabella zum Glück auch: Im ersten Band mochte ich sie nicht besonders, weil sie gegenüber Benjamiah sehr unsympathisch war, aber hier im zweiten Band hat sie zwar immer noch eine raue Seite, aber mit einem deutlichen weichen Kern. Dafür war es der Neuzugang Silas, der in diesem Band nicht besonders liebenswert war; er wird zwar im Lauf des Romans besser, aber richtig warum wurde ich mit ihm nicht.
Dann haben wir noch Mia und sie ist mit Abstand mein Lieblingscharakter! Vielleicht ein wenig zu ungeschickt, aber unglaublich sympathisch, fröhlich, lebendig und mit Tiefe aufgrund ihrer Unsicherheiten. Den vier Freunden dabei zuzuschauen, wie ihr Band immer enger wurde, gehörte neben den Geschichten und Prüfungen zu meinen liebsten Aspekten des Buches – denn am Anfang fühlten sie sich nicht gerade wie Freunde an, aber das änderte sich im Verlauf der Geschichte auf eine sehr zufriedenstellende Weise.
Insgesamt also ein Roman, der zwar eine Weile braucht, um in Fahrt zu kommen, aber dann zu einem spannenden Abenteuer wird!
- Secrets of
- Black Manor
- Marisa Hart
- Arena
- Kinderbuch
- Fantasy
- Abenteuer
- Reise
- Träume
- Traumwesen
- Spannung
- Freundschaft
- Familie
- Liebe
- Erste Gefühle
Weil Luca Ben einen Traumfänger besorgen will, bricht er gegen Wills Regel durch eine verbotene Tür im Black Manor – und lässt auf diese Weise eines der bösesten Wesen überhaupt frei: Den Spirivencus, mit dessen Hilfe Blake andere Träumer kontrollieren kann. Für Will ist klar, was Blake will: Eine Mondfeder, um seine Kräfte wiederherzustellen. Und so muss sich Luca mit ihm und seinen Freunden auf eine gefährliche Reise durch die Welten machen, um die restlichen Mondfedern einzusammeln, während ihnen immer mehr die Zeit davonläuft …
Im zweiten Band geht es hauptsächlich um die Reise durch die Welten, weshalb die reale Welt sehr viel weniger Aufmerksamkeit bekommt, die magische dafür umso mehr. Auf diese Weise bekommen wir ein klassischeres Abenteuer – mit seinen Stärken und seinen Schwächen.
Die wohl größte Schwäche des Romans war für mich die erste Hälfte, die sich für mich sehr frustrierend las. Denn die Charaktere wissen, dass Blake über ein Wesen verfügt, mit dem er den Willen anderer übernehmen kann, bereits am Start der Reise verhält sich ein Mitglied ihrer Gruppe extremst verdächtig (und das über mehrere Tage hinweg), aber keiner der Charaktere kommt auch nur ansatzweise auf die Idee, dass Blake etwas damit zu tun haben könnte. Während ich nach etwa zehn Sekunden vermutete, dass da etwas nicht stimmt, musste ich qualvoll mitansehen, wie jeder andere Charakter das verdächtige Verhalten einfach akzeptiert hat und gar nicht seriös hinterfragte. Das sorgte wie gesagt für ein frustrierendes Leseerlebnis, weil es so schmerzhaft offensichtlich war, was dahintersteckt.
Glücklicherweise ist die zweite Hälfte dafür die große Stärke des Romans: Sobald Joyce in Erscheinung tritt, bekommen wir mit ihr nicht nur meinen neuen Lieblingscharakter, sondern auch eine spannende, unterhaltsame Handlungsentwicklung, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Charakteren wunderbar in den Fokus rückte. Ich liebte Joyces lustige Schlagabtäusche mit Will, Wills und Lucas Charakterentwicklung und sich ihre entwickelnde Mentor/Schüler-Beziehung und die Chemie zwischen Luca und Ben, die einfach hervorragend und mein persönliches Highlight war. Nur von Jannis und Taya, die mir in diesem Band eher wie Beiwerk vorkamen, hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Trotzdem hat mir diese zweite Hälfte ausgesprochen gut gefallen, bot ein fantastisches Abenteuer und einnehmende Charaktere und Charakterbeziehungen.
Das einzige Problem, das über beide Hälften besteht, ist vermutlich dem Genre zu schulden: Es kommen sehr viele Traumwesen zufällig genau im richtigen Moment vor, was nicht nur ein wenig überfordernd war, sondern auch ein wenig zu zufällig für meinen Geschmack. Allerdings waren die Traumwesen an sich immer noch kreativ und fantasievoll, weshalb ich mir nur gewünscht hätte, statt vielen neuen Traumwesen auch wieder ein paar alte zu sehen.
Das Ende war sehr spannend, die Handlungsentwicklung dafür vorhersehbarer als im ersten Band. Während es mir im ersten Band überraschend schwer fiel, die nächsten Handlungsaspekte korrekt vorherzusehen, gelang es mir hier im zweiten Band um einiges besser. Nicht unbedingt eine Kritik, weil die Handlung immer noch spannend und die Charaktere immer noch großartig waren, aber trotzdem eine erwähnenswerte Beobachtung.
Insgesamt also schwächer als der erste Band, aber mit genug Elementen, die mich gespannt auf den dritten machen!
- Die Hexen von
- Honeysuckle House
- Liz Parker
- Kiwi Space
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Magie
- Hexen
- Fluch
- Schwestern
- Liebe
- Romanze
- LGBTQ+
Die Familie Caldwell ist verflucht: Seit Jahrzehnten kommt alle dreizehn Jahre ein Mitglied der Familie oder eine ihrer Liebsten ums Leben, immer im Honeysuckle House. Aus diesem Grund hat Florence Caldwell sich seit dem Tod ihrer Mutter vom Haus ferngehalten und ihrer Magie abgeschworen, während ihre Schwester Evie immer noch im Haus wohnt und ihre Magie einsetzt. Doch jetzt ist es wieder so weit: Ein dreizehntes Jahr steht bevor und die Schwestern sind entschlossen, den Fluch zu brechen, zumal sie beide auch Angst um ihre Liebsten haben. Doch dafür müssen sie herausfinden, was eigentlich hinter dem Familienfluch steckt …
Dieser Roman bietet das, was er verspricht: Eine gemütliche, herbstliche Fantasy mit Liebe, Mystery und einer schönen Atmosphäre. Eigentlich war sie nichts Besonderes, aber sehr gut für Zwischendurch zu lesen.
Zu meiner Überraschung war ich vor allem in die vergangenen Ereignisse investiert, die sich um die Caldwell-Schwestern Regina und Violet bzw. um die Beziehung zwischen Violet und Tillie drehen. Ich war sehr investiert in die Liebesgeschichte der beiden, denn auch, obwohl wir schon vor Beginn der Geschichte wissen, wie sie enden wird, wollte ich unbedingt wissen, wie es dazu kommt.
Auch in der Gegenwart haben wir Liebesbeziehungen (Florence & Owen und Evie & Angela), aber sie spielen eher eine Nebenrolle, weshalb ich auch nicht ganz so sehr in sie investiert war wie in Violet und Tillie. Trotzdem waren die Paare recht süß.
Was die Handlung angeht, mochte ich die Mystery um den Fluch sehr. Einen Teil der Offenbarungen habe ich geahnt, einen anderen Teil nicht, weshalb ich über den Roman hinweg gespannt darauf war, was denn nun die Wahrheit ist. Nur eine Antwort auf die Frage, warum die Familie nicht einfach wegzieht, hat mir gefehlt.
Tarotkarten spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle und wurden meiner Meinung nach sehr gut eingebunden, sowohl bei den Kapiteltiteln als auch in der Handlung selbst, sodass ich jedes Mal, wenn sie vorkamen, gespannt war, was sie den Charakteren wohl verraten würden.
Insgesamt also eine angenehme Herbstgeschichte, die wie gesagt gut für Zwischendurch zu lesen ist!
- Die Underwoods
- Alicia Zett
- one
- Fantasy
- Gothic Fantasy
- Magie
- familie
- Romanze
- Liebe
- LGBTQ+
- Mystery
- Freundschaft
- Kleines Highlight
Seit Emmas beste Freundin Blaire gestorben ist, ist Emma entschlossen, den Mord an ihr aufzuklären, denn die Umstände ihres Todes sind zutiefst verdächtig. Obwohl sie eigentlich nicht an Übernatürliches glaubt, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an Talia Underwood, das Medium ihrer Familie, in der Hoffnung, mehr herauszufinden. So lernt sie nicht nur die Underwoods allgemein kennen, sondern findet auch Dinge über ihre beste Freundin heraus, die sie niemals ahnte – und das, während Talia und Emma sich nach und nach ineinander verlieren, was die ganze Familie der Underwoods in Gefahr bringen könnte …
Als großer Fan von Alicia Zett und von Fantasy habe ich mich sehr darüber gefreut, Alicia Zetts ersten Fantasyroman zu lesen – und bin sehr begeistert von der Umsetzung!
Zunächst einmal ist es nicht nur ein Fantasyroman, sondern auch eine Romanze, die durch die Chemie zwischen Emma und Talia richtig aufblüht. Nicht nur waren sie als Charaktere bereits wunderbar (ich mochte vor allem Emma sehr, die ich als Hauptcharakter der Geschichte wahrgenommen habe), sondern auch, wie sich ihre Gefühle über viele Szenen hinweg entwickelten.
Auch die Underwoods sind allesamt charmant und großartig, wobei ich Talias Geschwister Romeo, Raphael und Betty besonders mochte und mich schon darauf freue, im zweiten Band noch mehr von ihnen zu sehen. Unbedingte Erwähnung verdient auch Talias Nebelkrähe Herkules, denn die Schlagabtäusche zwischen ihnen gehörten zu meinen persönlichen Highlights. Die Familie und deren Haus haben mich auf sehr positive Weise an Encanto erinnert!
Neben Talias Familie spielt auch Emmas Mutter eine überraschend große Rolle und ich war positiv überrascht von der Entwicklung, die die schwierige Beziehung zwischen Mutter und Tochter im Lauf des Romans nahm. Gerade, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass Emmas Mutter überhaupt eine Rolle spielt, die über einen lästigen Nebencharakter hinausgeht, begrüßte ich die Tiefe, die sie bekam. Sogar Blaire, Emmas verstorbene Freundin, hinterlässt einen überraschend starken Eindruck, der es leicht machte, Emmas Trauer mitzufühlen.
In der ersten Hälfte geht es hauptsächlich um Blaires Tod und wie Emma die Underwoods kennenlernt, was ich sehr herzerwärmend fand – die gemütliche Atmosphäre bei den Underwoods war einfach perfekt! Die zweite Hälfte war da schon dramatischer, aber auch das mochte ich sehr, weil es so schön war, Talias und Emmas Liebesbeziehung aktiv zu sehen.
Gegen Ende gab es einen unerwarteten Twist, den ich grandios fand, sowie ein Ende, das mich sehr neugierig auf den zweiten Band macht. Insgesamt haben wir hier eine großartige Urban Romantasy, die mir sehr gefallen hat!
- This Kingdom Will
- Not Kill Me
- Ilona Andrews
- Cove
- Fantasy
- Portal Fantasy
- Isekai
- Spannung
- Wissen
- Geheimnisse
- Familie
- Freundschaft
- Twists
- Aktive Protagonistin
- Highlight
Eines Tages wacht Maggie plötzlich in Kair Toren auf, dem Schauplatz ihrer liebsten Fantasyreihe. Früh stellt sie fest, dass sie sich am Anfang der Geschichte befindet – und nicht sterben kann. Entschlossen, ihre liebsten Charaktere zu retten, beginnt sie, ihr Wissen um die Welt für sich zu nutzen und Verbündete um sich zu scharen, um die schrecklichen Ereignisse, die in der Zukunft warten, zu verhindern. Doch das ist leichter gesagt als getan: Maggies Wissen ist zwar groß, aber nicht unendlich, und obwohl sie große Veränderungen bewirkt, scheint die Handlung sich gegen ihr Eingreifen zu wehren …
Was für ein fantastischer Roman! Oder sollte ich eher sagen: Was für eine fantastische Protagonistin, denn die ist dafür definitiv der Hauptgrund. Maggie kennt sich nicht nur fantastisch mit der Welt und ihren Charakteren aus, sondern auch mit dem Genre, in dem sie sich befindet und den Erwartungen, die man als Protagonistin eines solchen Romans haben sollte. Das allein schon hat sie zu einer erfrischenden, grandiosen Protagonistin gemacht – und dann wurde sie nur noch besser!
Nicht nur war sie unglaublich sympathisch, sondern auch unglaublich intelligent: Ich liebte die zahlreichen Szenen, in denen sie das Wissen um die Charaktere einsetzt, um ihnen entweder zu helfen und eine bessere Zukunft für sie einzuleiten oder ihnen zu drohen und ihren Einfluss auf die Handlung einzuschränken. Das war so unglaublich zufriedenstellend zu lesen, weil es zwar auch Handlungsstränge gibt, die sie nicht kommen sieht, es aber insgesamt Maggie selbst ist, die die Handlung vorantreibt. Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine so aktive, intelligente und sympathische Protagonistin erlebt habe, die nicht nur als solche beschrieben wird, sondern zahlreiche Szenen bekommt, in denen sie ihre Stärken zeigen kann. All diese Szenen gehörten deshalb zu meinen liebsten – es war jedes Mal wieder großartig, wenn Maggie mit ihrem Wissen glänzte!
Und das ist immer noch nicht alles: Ich liebte es auch, wie sie ihr Wissen aus unserer Welt zu ihrem Vorteil nutzte und vor allem, dass sie ihre Freiheit einer Romanze vorzog und für sich selbst einstand, anstatt sich dem männlichen Protagonisten zu unterstellen. Ich hoffe stark, dass das so bleibt, denn ihre Eigenständigkeit gehörte definitiv zu ihren besten Qualitäten; gleichzeitig mochte ich es auch, dass sie nicht perfekt war, Fehler machte, Szenen voller Unsicherheit und Angst hatte und unerwartete Entwicklungen sie hart trafen. Ernsthaft: Sie ist eine der besten Protagonistinnen, über die ich je gelesen habe!
Im Vergleich zu ihr sind die anderen Charaktere zwar schwächer, aber immer noch sympathisch genug, dass man sie leicht ins Herz schließt. Während ich die Romanze vor allem deshalb mochte, weil Maggie ihretwegen ihre Selbständigkeit nicht aufgeben wollte, mochte ich ihre Freundschaften zu den anderen Charakteren (vor allem Aster und Kaiden) sehr. Aber tatsächlich war es Galiene, die ich von allen am meisten liebte: Sie ist eigentlich nur ein Nebencharakter, hinterließ aber einen starken Eindruck als die erste Person, deren Schicksal Maggie zum Besseren wandte.
Was die Geschichte in der Geschichte angeht – mit anderen Worten, die Geschichte, in die Maggie eingreift –, fühlten sie die Welt und die Charaktere sehr realistisch an, nur die Handlung dieser fiktiven Romanreihe blieb recht undurchsichtig. Maggie erwähnte Handlungsstränge zwar und griff aktiv in sie ein, aber dadurch, dass sie vor allem mit Nebenhandlungen zu tun hat, bekam ich keinen Eindruck davon, was eigentlich die Haupthandlung der Kair-Toren-Reihe ist. Mir kam sie ein wenig Game-of-Thrones-mäßig vor (verschiedene Handlungsstränge mit moralisch grauen Charakteren und zahlreichen Toten), aber viel mehr könnte ich nicht über sie sagen.
Doch da ohnehin Maggies Einfluss auf die Geschichte eine größere Rolle spielt als die In-Universe-Handlung, machte mir das nichts aus, weil sie wie gesagt ein fantastischer Charakter war, die die gesamte Handlung bereicherte. Insofern ist diese Geschichte vor allem für Fans von Dark Fantasy geeignet, die aktive Protagonisten lieben!
Die Fae und Elfen bereiten sich auf einen Krieg vor. Yeeran und Furi sehnen sich nach der jeweils anderen, doch die kriegerischen Elfen lassen ihnen keine Zeit, sich ihrer Liebe zu widmen, weil ihre hinterhältigen Pläne Mosima ins Chaos stürzen. Lettle und Alder machen sich derweil auf den Weg nach Caperly, um dort Alders Erinnerungen zu wecken und damit hoffentlich eine Lösung für die Konflikte zwischen den Völkern zu finden, wobei Lettle allerdings nicht die Prophezeiung vergessen hat, laut der sie ihren Geliebten Rayan töten wird …
Mit „Earthbound“ endet die Faebound-Trilogie und zum Glück auf eine zufriedenstellende Weise. Doch nicht nur das Ende war insgesamt gelungen, sondern auch der Band an sich.
Wir folgen zum einen Yeeran und Furi, die versuchen, die Dinge in Mosima wieder in Ordnung zu bringen und zum anderen Lettles und Alders Reise, die das Geheimnis von Alders Vergangenheit lüften soll. Hier war ich zunächst besonders investiert in Lettles und speziell Alders Geschichte; ich fand es so faszinierend, seine Geschichte zu erfahren, denn obwohl ich den Twist dahinter halb ahnte, war die Umsetzung so gut, dass ich jedes Mal darauf hinfieberte, einen ihrer Sichtweisen zu lesen. Sobald dieses Geheimnis aufgelöst wurde, begann ich, mehr mit Yeerans und Furis Geschichte mitzufiebern, denn das Chaos, das in Mosima ausbrach, sorgte für sehr viele spannende und emotionale Momente, die mir sehr gefielen.
Die Romanzen treten eher in den Hintergrund. Am meisten Screentime bekommen hier Yeeran und Furi, die ihre Romanze nach dem Ende des letzten Bandes wieder aufblühen lassen, doch Lettle und Rayan sowie Alder und Golan bekommen dafür kaum Aufmerksamkeit, was ich schade fand, weil ich in beide Romanzen sehr investiert war und deshalb gerne noch mehr von ihnen gesehen hätte.
Am Ende bekommen tatsächlich nicht alle Charaktere das Ende, das ich ihnen gewünscht hätte, aber dafür passten die gewählten Enden so gut, dass ich trotzdem zufriedengestellt war. Zusammen mit dem angenehmen Schreibstil, der spannenden Handlung und den tollen Charakteren bot sich somit eine Leselektüre – und Trilogie –, die mir sehr gefallen hat!
Als Soldaten Leinas Eltern töten und ihre Brüder bedrohen, entwickelt sie übermenschliche Kräfte, mit denen sie sie tötet. Ryot, ein Altor-Krieger, soll sie daraufhin hinrichten – aber als er feststellt, dass sie Altor-Kräfte besitzt, als erste Frau in der Geschichte Aesgroths, bringt er sie stattdessen zu dem Sitz der Altor-Wächter, damit sie dort ihre Ausbildung anfangen kann. Leina, entschlossen, ihrer Familie zu helfen, stimmt zögernd zu, doch mit der Ausbildung beginnen erst die Schwierigkeiten, mit denen Leina sich herumschlagen muss – und zwar, als sie von einer Göttin geküsst wird …
Die Geschichte fängt gut an und entwickelt sich zunächst auch interessant, aber leider gelingt es ihr letztendlich nicht, dieses Interesse konstant zu halten. Das liegt vor allem daran, dass in der langen Mitte der Handlung nur wenig passiert. Es gibt zwar durchaus ein paar interessante Nebenhandlungen und Szenen, aber letzten Endes langweilte ich mich während dieser Durststrecke dann doch ein wenig zu sehr.
Auch, was die Charaktere angeht, konnten diese nicht vollständig überzeugen, auch wenn mir durchaus so einige gefielen. Am Anfang mochte ich Leina zum Beispiel unglaublich gerne, aber irgendwann war sie mir zu fokussiert auf ihre Wut und auch etwas zu übermächtig – nichts gegen wütende und mächtige Protagonistinnen, aber sie sollten auch andere Charakterzüge und Schwächen zeigen. Trotzdem mochte ich sie letztendlich immer noch sehr gern und wünschte, ihre Romanze mit Ryot hätte mir besser gefallen, denn ich empfand sie als sehr schwach, weil Ryot als Charakter so blass blieb und ich nicht verstand, was sie aneinander fanden.
Tatsächlich waren es die Nebencharaktere, die mich am meisten überzeugten: Die Heilerin Elowen war unglaublich sympathisch, Leif und Faelon beide sehr heitere und lebendige Charaktere, die Romanze zwischen Nyrica und Thalric für mich einnehmender als die Hauptromanze und der Älteste ein mysteriöser Charakter. Es gibt sogar noch mehr, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließen, aber letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ich die Nebencharaktere mehr mochte als die Hauptcharaktere, obwohl sie gar nicht mal so viel Tiefe bekamen. Dafür war ihr Eindruck stets erinnerungswürdig und ich hätte gerne noch mehr zu ihnen erfahren.
Auch die Twists gegen Ende gefielen mir sehr gut, weil sie die richtige Mischung aus überraschend und logisch waren, aber letztendlich reichten sie nicht aus, um den Gesamteindruck wesentlich zu verändern; ich fand die Geschichte mitnichten schlecht, aber leider auch nicht gut genug, um weiterlesen zu wollen.
Wren, August, Olivier, Emilio, Masika und Irene haben die Blackwood Trials überstanden, doch vorbei ist der Kampf gegen Direktor Silas noch lange nicht. Wren ist eine Gefangene von Augusts Schwester Edith und muss ihren Tod immer und immer wieder erleben. August muss Edith gegenüber so tun, als würde er sich ganz den Schatten verschreiben. Olivier leidet am Vergessen und muss zusammen mit Emilio und Masika nach drei Schlüsseln suchen, die der letzte Ausweg zu sein scheinen. Und Irene, die sich den Aufgestiegenen angeschlossen hat, versucht, die Schule von innen zu zerstören, während sie gleichzeitig Treue vorgeben muss …
Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, wollte aber auch unbedingt wissen, wie die deutsche Übersetzung ist – und tatsächlich hat sie mir sogar besser gefallen als das Original! Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass ich sie schlicht besser verstehe oder daran, dass ich die Handlung bereits kannte, aber dieser Re-Read auf Deutsch war eine positive Überraschung.
Zugegeben war ich ausgerechnet ins Hauptpaar am wenigsten investiert: Mir war Augusts Hingabe zu übertrieben und Wrens Geschichte entwickelte sich nach vielen vor sich hin plätscherten Kapiteln auf eine Weise, die mir nicht gefiel (wobei das auch für andere Romane gilt, die diese Art von Handlung enthalten). Ich mochte Arthur und Quinn, die in diesem Handlungsstrang auftauchen, aber die anderen Stränge gefielen mir trotzdem mehr.
Wie schon beim ersten Mal war ich besonders begeistert von Emilio und vor allem Olivier; die beiden setzten ihre schöne Liebesgeschichte aus dem ersten Band fort, waren aber auch als Charaktere sehr sympathisch. Masika hatte zwar keine eigene Geschichte (dafür gibt es leider zu wenig Szenen mit ihr und Catherine, die sich perfekt dafür geeignet hätten, eine zu erschaffen), war aber ebenfalls sympathisch und ihre gemeinsame Reise, um die drei Schlüssel zu finden und dabei drei Rätsel zu lösen, war mein persönliches Highlight des Romans.
Doch die positivste Überraschung war definitiv Irene. Beim ersten Mal war ich definitiv am wenigsten investiert in ihre Handlung, aber hier beim Re-Read war ich überrascht darüber, wie sehr ich auf einmal mit ihr mitfieberte! Ich habe ihren Charakter richtig zu schätzen gewusst und das fand ich wunderbar. Nur mehr Szenen zwischen allen sechs haben mir schmerzlich gefehlt, weil sie für so lange Zeit voneinander abgeschnitten sind.
Zusammengefasst haben mir also die Handlungsstränge von Olivier, Emilio, Masika und Irene sehr gut gefallen und Wrens und Augusts Geschichte leider nicht ganz so stark, aber mein Gesamteindruck war immer noch sehr positiv. Doch eine wichtige Ausnahme gibt es: Die Enden, die für die verschiedenen Paare gewählt wurden.
Es gibt insgesamt vier: die beiden Hauptpaare Wren/August und Emilio/Olivier sowie die Nebenpaare Arthur/Quinn und Masika/Catherine. Und leider fand ich, das kein Paar das Ende bekommen hat, das es meiner Meinung nach verdient hätte, im Guten wie im Schlechten. Das hat bei mir einen bittersüßen Nachgeschmack hinterlassen, weil ich die ganze Zeit daran dachte, wie viel passender ich es gefunden hätte, wenn alle Paare ein anderes (manchmal besseres, manchmal schlechteres) Ende bekommen hätten. Aber so, wie es war, war ich mit dem Ende leider nicht ganz zufrieden, obwohl mir das Buch allgemein sehr gut gefallen hat.
Ist dieser Roman also ein guter Abschluss der Dilogie? Durchaus ja. Die gewählten Enden waren zwar nicht die, die ich mir gewünscht hätte, aber die Poetik hinter ihnen ist mir nicht entgangen – und andere Leserinnen und Leser werden sie sicher noch mehr zu schätzen wissen!
Ganymedes ist einer von zwölf Gesegneten – oder zumindest sollte er es sein. Doch im Gegensatz zu den anderen hat er keine Gabe, was er auf der Schiffsreise zum Berg der Göttin unbedingt verbergen muss. Als allerdings bereits in der ersten Nacht die Erbin des Herrschers umgebracht wird, weiß er, dass es größere Probleme zu lösen gilt. Ganymedes macht sich auf, den Mörder zu finden, doch während die Leichen immer mehr werden, scheinen die Hinweise immer mehr zu schrumpfen …
Ich bin bei diesem Buch ein wenig hin- und hergerissen, weil es für etwa die ersten 85% eine unglaublich spannende, spaßige Story bietet, in die ich sehr investiert war, die letzten 15% bei mir allerdings einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen haben, weil die Handlungsentwicklung mir leider überhaupt nicht gefiel.
Aber starten wir am Anfang: Ganymedes ist ein absolut großartiger Protagonist, dessen Humor nicht nur die dramatische Handlung auf gute Weise auflockert, sondern dessen vergangenes Drama auch einen überraschend angenehmen Kontrast zum Humor bietet. Die Balance zwischen den beiden war genau richtig und machte es leicht, so richtig mit der Geschichte mitzufiebern, mit Anspannung zu erwarten, was als nächstes passiert und gleichzeitig die Charaktere liebzugewinnen.
Diese haben teils wegen der Morde, teils wegen ihrer Anzahl natürlich eine limitierte Screentime, aber sie alle haben es schafft, einen Eindruck zu hinterlassen – mein Liebling war natürlich die kleine Grashüpfer, wobei ich von den Nebencharakteren vor allem Nergüi und Shinjiro faszinierend fand. Letztendlich erfahren wir aber von überraschend vielen Charakteren ihre Vergangenheit und ihre Mühen, sodass es mir schwer fiel, in irgendeinem von ihnen einen Mörder zu sehen. Ich hatte sogar eine halb richtige Theorie, aber es gab definitiv Twists, die ich nicht kommen sah. Allein schon die Anzahl der Morde überraschte mich – tatsächlich kam sie mir zu hoch vor.
Das wahre Highlight bleiben aber immer noch Ganymedes mit seinem perfekten Mix aus Drama und Humor, Grashüpfer als die bezauberndste unter ihnen allen, und auch Ravi und Wyatt, deren Rollen mich sehr überraschten. Hier hilft es auch, dass das Worldbuilding so gut war – ich habe jede Information zu den Provinzen begierig in mich eingesaugt und fand es großartig, wie ihre Besonderheiten in die Handlung eingebaut wurden.
Doch leider gibt es nach diesen großartigen 85% einen Twist, der zwar durchaus geforeshadowt wurde, sich aber trotzdem wie Verrat am Leser anfühlte und es mir sehr viel schwerer machte, weiter investiert in die Handlung zu sein, weil ich mir die ganze Zeit eine andere herbeisehnte. Der Twist machte gewisse Aspekte des Romans – Charaktere, Romanzen, das Finale und Ende – geradezu unerträglich, weil die Botschaft hinter ihnen sich auf eine Weise veränderte, die ich nicht befürworten konnte. Hier wünschte ich wirklich, es hätte einen anderen Twist gegeben, der die zuvor etablierten Botschaften auch tatsächlich umsetzt.
Aus diesem Grund fällt es mir wie gesagt schwer, den Roman zu bewerten, weil ich ihn für einen Großteil so sehr genoss, der letzte kleine Teil allerdings einen großen Schatten warf, den ich bis zuletzt nicht abschütteln konnte. Deshalb kann ich den Roman leider nicht vollen Herzens empfehlen, so gut er auch in sehr vielen Aspekten war.
- Carl's Doomsday
- Scenario
- Matt Dinniman
- Fischer
- Spielshow
- Spannung
- Fantasy
- Science Fiction
- Freundschaft
- Gefahren
- Quests
- Humor
Carl und Prinzessin Donut sind in der dritten Ebene angelangt, wo eine neue Art von Herausforderung auf sie wartet: Quests. Mordecai, der zu ihrem Manager geworden ist, rät ihnen dringend, sie nicht anzunehmen, weil sie nur wenig Zeit haben, die Ebene zu schaffen, doch natürlich werden Carl und Donut trotzdem in zwei spektakuläre Quests hineingezogen …
In diesem Band wird die gesamte dritte Ebene des Spiels behandelt, was mich zugegeben überraschte – da im ersten Band die erste und zweite Ebene beschrieben wurden, hatte ich erwartet, zumindest ein paar Bände lang zwei Ebenen pro Buch zu lesen. Tatsächlich wäre mir die Reihe etwas zu lang, wenn jede der kommenden fünfzehn Ebenen ein Buch bekommt, denn schon hier im zweiten Band habe ich mir gewünscht, dass die zwei Quests, die Carl und Donut bearbeiten, in zwei Ebenen stattgefunden hätten.
Was die Quests selbst angeht, fand ich die erste mit dem verfluchten Zirkus durchaus interessant und das Finale der Quest gelungen, aber die wahre Stärke des Romans war definitiv die zweite Quest mit den ermordeten Prostituierten, die nicht nur überraschend spannend zu lesen war, sondern in einem wahrhaft epischen Ende gipfelte, das zu meinen absoluten Lieblingsszenen gehört.
Carl und Donut waren in diesem Band weiterhin genial und ich mochte ihre Schlagabtäusche sehr, sie sind und bleiben eine große Stärke des Romans. Was ich dagegen sehr vermisste, waren andere Crawler. Erst ab der zweiten Hälfte spielen sie überhaupt eine halbwegs wichtige Rolle (und ich mochte Katia, die zwar spät zu Carl und Donut stößt, aber einen sympathischen Eindruck machte), aber in der ersten Hälfte werden sie höchstens erwähnt und gaben eine große Schwäche des Quest-Prinzips preis:
Obwohl die NPCs des Spiels auf ihre Weise durchaus lebendig sind, fand ich es schwer, mich tatsächlich um sie zu sorgen. Viel mehr hätte ich mir gewünscht, mehr von den anderen Crawlern zu sehen. Carl und Donut zum Beispiel mit anderen Crawlern zusammenarbeiten zu lassen, um Quests abzuschließen, wäre meiner Meinung nach ein guter Weg gewesen, auch wirklich mit den Quests mitzufiebern und sie nicht als unwichtige Nebenquest zu empfinden. Die zweite Quest mochte ich zum Beispiel nicht zwingend, weil ich sie besser fand, sondern weil das Leben anderer Crawler auf dem Spiel stand; aber selbst, wenn dem nicht so gewesen wäre, fand ich sie allein durch das Auftauchen anderer Crawler interessanter (und relevanter für die Handlung) als die pure NPC-Zirkus-Quest.
Insgesamt immer noch ein guter Band, der vor allem durch Carls und Donuts Chemie brilliert, doch hoffe ich sehr, dass wir im nächsten Band noch mehr von den anderen Crawlern sehen werden!
- Kian und das
- Erbe des Lichts
- Caryl Lewis
- Karibu
- Kinderbuch
- Fantasy
- Gestaltwandler
- Drachen
- Freundschaft
- Keltische Mythen
- Abenteuer
Seit zwölf Jahren gab es keinen Sommer und keine neuen Kinder, doch der zwölfjährige Kian hätte trotzdem nicht erwartet, dass ausgerechnet er, das jüngste Kind, die Macht haben soll, den Sommer zurückzuholen. Dafür muss er in die Unterwelt Annwn reisen und dort einen Weg finden, König Arawn zu besiegen, der über den Winter wacht und verschiedene Drachenarten kontrolliert. Seine Freunde Deryn, Finn und Eos helfen ihm dabei, doch letztendlich liegt es an ihm, die wichtigste Fähigkeit von allen zu Meistern: Das Heraufbeschwören eines Wasserpferds …
Dieses Kinderbuch bietet ein sehr cineastisches Abenteuer, das mir gut gefallen hat, doch bevor ich darauf eingehe, muss ich unbedingt auf eine verpasste Gelegenheit aufmerksam machen, an die ich über den ganzen Roman hinweg dachte: Wie schade ich es fand, dass Kian nicht von seinem besten Freund Jona begleitet wurde. Die wenigen Szenen, die sie im ersten Kapitel hatten, haben mich sehr beeindruckt und mich wünschen lassen, noch mehr von ihnen zu sehen, aber leider taucht Jona nur noch einmal kurz am Ende auf. Zwar denkt Kian natürlich regelmäßig an ihn und er dient auch als Motivation, seine Aufgabe gut zu erledigen und nach Hause zurückzukehren, aber ich kam nicht umhin, mir zu wünschen, z.B. Jona und den fröhlichen Finn zu ein und derselben Person zu machen, allein schon, damit diese einnehmende Freundschaft über das erste Kapitel hinaus bestehen kann. (Dasselbe gilt teils auch für Kians Eltern, von denen ich zwar durchaus erwartet habe, dass er sie verlassen muss, von denen ich mir aber auch gewünscht hätte, sie an seiner Seite zu sehen, weil ich sie so mochte.)
Gut, nachdem ich das losgeworden bin, kann ich auf den eigentlichen Roman eingehen, der meiner Meinung nach vor allem durch die bereits erwähnten cineastischen Szenen brilliert. Und das liegt nicht nur an den wunderschönen Innen-Illustrationen von Marina Vidal oder an dem wunderschönen Cover von Khadijah; Caryl Lewis‘ Schreibstil erlaubte es auch so, mir viele Szenen mühelos vorzustellen, von Kian, der sein Wasserpferd heraufbeschwört und reitet (was meine persönlichen Lieblingsszenen waren) bis zu ruhigeren Momenten mit seinen Freunden, spannenden Momenten mit den feindseligen Drachen und vielen Szenen mehr. Die Handlung lief fast schon wie ein Film vor mir ab und das gefiel mir sehr gut.
Deryn, Finn und Eos hätte ich gerne noch mehr kennengelernt; ich mochte sie durchaus (auch, wenn ich eine falsche Fährte bezüglich einem von ihnen etwas zu offensichtlich fand), aber ich wünschte, ich hätte in ihrer Freundschaft die Tiefe gesehen, die mich bei Kian und Jona trotz ihrer stark begrenzten Screentime so beeindruckt hat. Natürlich ist das hier ein Kinderbuch, bei dem man nicht unbedingt die Zeit hat, sich alles langsam entwickeln zu lassen, aber es mangelte mir trotzdem stark an mehr Informationen, Gesprächen und persönlichen Szenen mit den drei, die es mir erlaubt hätten, sie näher kennenzulernen.
Das Finale und Ende waren sehr zufriedenstellend und enthielten eine Botschaft, die ich gerne auch außerhalb von Kinderbüchern lesen möchte, wobei das Ende durchaus Raum für mehr Abenteuer lässt, die Geschichte aber so gut abschließt, dass ich sie auch als Einzelband mit Freuden akzeptiere. Sie bot schlicht ein spaßiges Abenteuer, das sich auch wirklich wie eines anfühlt!
- Dungeon Crawler Carl
- Matt Dinniman
- Fischer
- Spiel
- Spielshow
- Videospiele
- Spannung
- Fantasy
- Science Fiction
- Freundschaft
- Gefahren
- Humor
- Kleines Highlight
Carl überlebt die Apokalypse nur zufällig, als er Donut, die Katze seiner Exfreundin, aus einem Baum rettet. Die Erde wurde von Außerirdischen eingenommen, die für die Millionen Überlebenden, die es noch gibt, etwas ganz Spezielles planen: Eine Spielshow, bei dem sie sich durch mehrere Ebenen kämpfen müssen, wie in einem Videospiel, mit Achievements, Leveln und vielem mehr. In Ermangelung besserer Möglichkeiten wird auch Carl zusammen mit Donut ein Dungeon Crawler – und gerät so in ein gefährliches, abgefahrenes Abenteuer …
Wie wohl viele andere hatte ich viel Gutes von dem Buch gehört, doch der Hauptgrund, aus dem ich es las, war letztendlich persönliches Interesse: Eine Spielshow, die sich an Videospielen orientiert und sowohl humorvoll als auch spannend ist, klang schlicht sehr nach meinem Geschmack. Und tatsächlich war es für mich als Videospielfan besonders spaßig zu lesen!
Ich bin mir zugegeben nicht sicher, ob Leser:innen, die nichts mit Videospielen anfangen können, ebenfalls Freude an dem Buch haben werden, weil es für mich schon sehr stark so wirkte wie ein Buch speziell für Gamer. Die Level, Monster, Achievements, Fähigkeiten usw. spielen eine große Rolle und waren hervorragend umgesetzt, aber gerade deshalb vielleicht irritierend für diejenigen, die keine Spiele spielen, obwohl durchaus alles erklärt wird. Das nur als Anmerkung, falls man diesbezüglich unsicher sein sollte.
Die eigentliche Handlung erstreckt sich über zwei der achtzehn Level, was mich zunächst überraschte, weil ich erwartete, dass mehrere Level in dem Buch vorkommen werden, doch letztendlich bin ich dankbar, dass den Leveln so viel Zeit gegeben wurde. So lernen wir nicht nur Carl und Donut sehr gut kennen (die beide fantastische Protagonisten sind), sondern auch das Spiel selbst und alles, was damit zu tun hat. Es ist sehr deutlich, dass sehr viel Liebe hinter dem Design steckt, denn die Welt ist so voller Details, dass es fast schon absurd ist. Der Autor hat wirklich an alles gedacht und vermutlich sogar noch an mehr!
Ich liebte nicht nur Carls Charakterentwicklung und Donuts Charme (sie hat nicht umsonst ein hohes Charisma!), sondern auch, auf welche kreative Weise sie sich der Monster entledigten. Es gibt viele Kampfszenen und ich war positiv überrascht darüber, wie abwechslungsreich und spannend sie gestaltet waren. Gerade die Bosskämpfe waren großartig, aber auch in anderen Gefechten bewies Carl immer wieder sein schnelles Denken und seine Kreativität. Das fand ich wirklich großartig!
Andere Charaktere stechen so halb hervor; ich mochte die Nebenstory mit Brandon, Agatha und mehreren Senioren, denen sie durch den Dungeon helfen wollen, aber um die Charaktere wirklich kennen- und lieben zu lernen, hätten sie noch etwas mehr Screentime gebraucht. Es gibt durchaus gute Ansätze (ich frage mich, was Carls und Donuts Mentor Mordecai wohl durchgemacht hat und was genau in Carls und Donuts Vergangenheiten geschah), aber spätere Bände werden den Nebencharakteren hoffentlich noch mehr Zeit schenken. (Zugegeben sind Carl und Donut wirklich das Highlight, aber ich hätte trotzdem gerne noch mehr von einigen Nebencharakteren gesehen.)
Das Pacing war trotz der Tatsache, dass wir nur zwei Ebenen erleben, überraschend gut; ich glaube, nur am Anfang der zweiten Ebene fühlte sich die Geschichte ein wenig langsam(er) an, aber auch hier nahm sie zügig Fahrt auf und triumphierte mit dem wohl besten Bosskampf des gesamten Buches. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr, über die anderen Ebenen zu lesen und hoffe, dass auch hier die Detailliebe gezeigt werden wird!
Insgesamt ein sehr spaßiges Buch, das vor allem für Videospielfans perfekt geeignet ist!
Soli ist ein Niemand – und damit genau die richtige Person, um die Kriegsgöttin Corvynne zu besiegen und deren Schwester Artemisen aus der Gefangenschaft zu befreien. Durch diese wörtliche Interpretation einer Prophezeiung wird Soli zur Trägerin des Amuletts, das ihr bei ihrer Quest helfen soll. Und sie ist nicht allein: Der Prinz Kaelen, die Magierin Elianna, der Dieb Trick, die Kriegerin Chitai, der Lord Andras, der Soldat Bern und der Sergeant Neville begleiten sie auf ihrer Reise. Doch letztendlich liegt es an Soli, die Bürde der Göttin zu tragen und sie ist sich nicht sicher, ob sie dafür wirklich die Richtige ist …
Diese Geschichte baut auf einem guten Prinzip auf und hat eine absolut großartige Protagonistin, aber leider überzeugten mich sowohl die Romanze als auch die Nebencharaktere nicht genug, um für eine insgesamt gute Lektüre zu sorgen.
Aber fangen wir mit Soli an. Sie war die wohl größte Stärke des Romans, weil sie zum einen mutig, klug und witzig war, aber auch eine gut umgesetzte Charakterentwicklung durchmachte, durch sie sie lernt, sich selbst wichtiger zu nehmen. Die Art und Weise, wie „das Grau“, unter dem sie leidet, beschrieben wurde, war emotional und realistisch – im Nachwort geht die Autorin auf die Depressionen ein, mit denen sie zeit ihres Lebens kämpfen musste und die Szene, in der Soli von einer überwältigt wird, gehörte zu den wohl besten im Roman. Und das ist noch nicht mal alles: Soli hat auch kleine Gewohnheiten, die sie mir sehr sympathisch machten, wie die Art und Weise, wie sie sich Wörter ins Haar flicht, die sie inspirieren sollen, oder wie sie ihre Heldin Wynona Wavedancer zitiert, wann immer sie sich Mut zusprechen will. Allgemein zitiert sie stets, wo sie ihre Informationen herhat, was wieder ein Charakterzug war, den ich schlicht sympathisch fand.
Leider überzeugten mich die anderen Aspekte des Romans dafür nicht besonders. Die Romanze mit Kaelen beispielsweise passiert viel zu plötzlich, die beiden haben keine Chemie miteinander und die einzige Anziehung, die sie verspüren, bezieht sich ausschließlich auf körperliche Attribute. Immer, wenn Soli sich auf ihn konzentrierte, schien sie zumal ihre ganzen positiven Eigenschaften zu verlieren, was nicht gerade dazu beitrug, die Romanze selbst zu mögen.
Die anderen Charaktere haben bis auf eine Ausnahme keinen starken Eindruck bei mir hinterlassen; tatsächlich finde ich sogar, dass die Kurzbeschreibung sie interessanter klingen lässt, als sie es tatsächlich sind. Denn die Kurzbeschreibung deutet an, dass die Nebencharaktere, auch wenn sie keine eigene Sichtweise erhalten, trotzdem eine eigene Quest mit sich bringen, aber letztendlich blieben fast alle blass und wir erfahren kaum etwas über sie.
Eine Ausnahme davon bildet die Magierin Elianna. Ich mochte sie wirklich gern, wir lernen ein wenig etwas aus ihrer persönlichen Geschichte kennen, sie war allgemein sympathisch und hatte eine tolle Chemie mit der Kriegerin Chitai (die zugegeben auch sehr cool war). Aber die anderen? Leider nicht. Andras und Neville hätten wohl auch weggelassen werden können und Trick und Bern hatten zwar Potential, aber leider wurde es nicht vollständig genutzt. Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, dass Soli weniger Zeit mit Kaelen verbracht hätte und dafür mehr Zeit, die Motivationen der einzelnen Charaktere kennenzulernen.
Die eigentliche Handlung, die aus der Suche nach zwei Schlüsseln besteht, war durchaus gut, auch wenn das Ende ein wenig plötzlich war. Letztendlich werde ich leider nicht weiterlesen, weil Soli zwar eine großartige Protagonistin war, sie selbst aber nicht ausreichte, um mich zum Weiterlesen zu motivieren.
- Ruinous Ends
- I.V. Marie
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- Twists
Die Dekadenfeier ist vorbei, die Siegerin gekürt: Irene, die zu einer Aufgestiegenen geworden ist und nun versuchen muss, die Schule von innen heraus zu zerstören. Im Gegensatz zu vorigen Dekadenfeiern sind die übrigen Teilnehmer allerdings nicht erloschen: Wren wurde von Augusts Schwester Edith gefangen genommen, die sie zwingt, ihren Tod immer und immer wieder zu erleben; August möchte Wren unbedingt retten, ist dafür jedoch gezwungen, seine Schattenmacht einzusetzen, die ihn selbst immer mehr zerstören wird; und Masika, Emilio und Olivier machen sich auf eine letzte Suche, um anhand von Hinweisen den Wahren Schuldirektor zu finden, wobei Olivier vor den anderen geheim hält, dass sein Vergessen immer weiter fortschreitet …
Weil mir der erste Band so gut gefallen hatte, habe ich den zweiten Band bereits jetzt auf Englisch gelesen und obwohl er, wie es bei mir so oft bei Dilogien vorkommt, nicht an den ersten heranreicht, bietet er immer noch einen guten Abschluss der Geschichte.
Für mich war die Haupthandlung dabei gar nicht Wrens und Augusts Sichtweise, obwohl sie das technisch gesehen wohl ist, sondern die Quest, auf die sich Masika, Emilio und Olivier aufmachen. Ihre Struktur wies eine größere Ähnlichkeit zum ersten Band auf, ich war unglaublich investiert in alle drei Charaktere und spürte den Fortschritt, den sie machten, mehr als bei den anderen Sichtcharakteren. So haben zwar auch Wren und August Risiken, die sie eingehen müssen und eine süße Romanze, die weiter zwischen ihnen blüht, aber bei ihnen schien die Handlung ab und an vor sich hinzuplätschern, weshalb mir die anderen drei in dieser Hinsicht besser gefielen.
Dann haben wir da noch Irene, die vor allem darunter leidet, dass sie von den anderen fünf abgeschnitten ist und leider auch allgemein keiner meiner Lieblingscharaktere war. Speziell im ersten Band und bei den anderen Sichtweisen dieses Bandes waren es die Charakterinteraktionen, die ich am meisten mochte, sodass Irene diesbezüglich nichts hatte, womit sie mich fesseln konnte. Zwar mochte ich die Entwicklung ihrer Handlung durchaus, aber ich war definitiv am wenigsten investiert in sie.
Apropos Charakterinteraktionen: Ich war überrascht davon, wie schnell die Romanzen zwischen den Charakteren gelöst wurden, weil ich erwartet habe, während des ganzen Romans auf eine Auflösung zu warten, doch bin ich letztendlich dankbar, dass I.V. Marie uns nicht allzu lange hinhielt, sondern die Gelegenheit nutzte, um stattdessen andere Handlungsaspekte zu beschreiben.
Andere Charaktere spielen nur eine sehr kleine Rolle; ich mochte Quinn und Arthur, die während Wrens Sichtweise auftauchten, überraschend gern, aber davon abgesehen waren die Nebencharaktere nicht allzu erinnerungswürdig. Das finde ich aber auch in Ordnung so, weil zu viel Fokus auf die Nebencharaktere zu sehr von den Hauptcharakteren abgelenkt hätte. Dafür hätte es mir gefallen, noch mehr Rückblicke auf ihr vorheriges Leben bzw. ihre Vergangenheit allgemein zu bekommen; Masika, August und Wren haben in dieser Hinsicht mindestens eine Szene, aber Irene, Emilio und Olivier dafür keine, obwohl es sich gerade bei Olivier angeboten hätte.
Die Twists, die in diesem Band gelüftet werden, waren wirklich genial und rückten viele Dinge in einen anderen Kontext; nur das Ende konnte mich nicht vollkommen zufriedenstellen, weil es einerseits zwar passend war, ich mir andererseits aber trotzdem gerne ein anderes gewünscht hätte.
Insgesamt hat der Band also Stärken und Schwächen, ist aber immer noch ein guter Abschluss der Dilogie!
Viri ist eine Jägerin, die Reaper jagt – Menschen, die Kindern ihre Magie aufsaugen und sie dadurch töten, um es selbst benutzen zu können. Zu den Reapern gehört auch ihr Kindheitsfreund Reeve, der treueste Anhänger des Reaperpriesters – des Priesters, der vor sieben Jahren Viris Eltern tötete. Als Reeve gefangen genommen wird, bietet er Viri Antworten im Tausch für seine Freiheit an. Sie weigert sich zunächst, doch als sie von verschwundenen Kindern hört, die der Reaperpriester entführt, lässt sie sich doch auf einen Deal ein. Bald ist nicht nur alles, was sie zu wissen glaubte, im Bröckeln, sondern auch ihr Herz in Gefahr, als sie Reeve immer näher kommt …
Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, doch da ich aus Erfahrung weiß, dass mir die Bücher auf Deutsch in der Regel besser gefallen, wollte ich es unbedingt auch auf Deutsch lesen – und war sehr zufrieden mit dieser Entscheidung, weil es für mich tatsächlich einen Unterschied machte!
Wobei nicht nur die Sprache dabei eine Rolle spielte, sondern auch die Tatsache, dass es ein Re-Read war, bei dem ich das Foreshadowing und die dramatische Ironie sehr zu schätzen gewusst habe. Es gab so vieles, was mir beim ersten Lesen natürlich nicht klar war und das jetzt beim zweiten Lesen besonders positiv hervorstach.
Zwei Kritikpunkte bleiben zugegeben gleich: Zum einen finde ich, dass die meisten Nebencharaktere nicht genug Zeit hatten, um mir richtig ans Herz zu wachsen (nur Wynter und Jonas konnte ich liebgewinnen), weshalb ich hoffe, dass der zweite Band ihnen mehr Screentime schenken wird – und zum anderen finde ich, dass der Endtwist nicht gut genug geforeshadowt wurde. Natürlich gab es ein paar Hinweise, aber so kleine und subtile, dass für mich der Twist trotzdem wie ein Twist um des Twists willen wirkte.
Doch natürlich gibt es auch so einige positive Aspekte, wie die spannende Handlung, die wunderbare Chemie zwischen Viri und Reeve, die restlichen Twists und deren Foreshadowing, das Worldbuilding und, so seltsam es auch klingen mag, Viris Instinkt. Was mir beim ersten Lesen nicht so stark aufgefallen ist, ist, wie wunderbar die Tatsache, dass Viris Instinkt sie nie trügt, umgesetzt wurde. Gleich am Anfang wird etabliert, dass sie sich stets auf ihren Instinkt verlassen kann, aber es wird eben auch sehr oft gezeigt, was mir sehr gefiel, weil es Viris Kompetenz sehr gut zeigte.
Am liebsten mochte ich aber natürlich die Romanze zwischen Viri und Reeve. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, vor allem in der zweiten Hälfte, wo sie eine ganze Weile allein sind – und all diese Zeit wird hervorragend genutzt, um ihre Chemie zu zeigen und eine realistische Romanze zwischen ihnen aufzubauen. Es war sehr leicht, mit ihnen mitzufiebern und sie machten den Romanzen-Aspekt dieser Romantasy absolut großartig.
Zusammengefasst also eine Fantasyromanze, die mir beim Wiederlesen sogar noch mehr gefallen hat und für alle Romantasy-Fans perfekt geeignet ist!