Bücherregal lädt …
Die Schattenschwester
608 Seiten

Star hat immer im Schatten ihrer Schwester CeCe gelebt, doch nach dem Tod ihres Vaters ist die Zeit für sie gekommen, sich selbst zu finden. Einem Hinweis ihres Vaters folgend, besucht sie eine Londoner Buchhandlung, wo sie auf den exzentrischen Orlando und seinen distanzierten Bruder Maus trifft. Es ist offensichtlich, dass ihre Familiengeschichten irgendwie zusammenhängen, doch wie genau, ist nicht ganz klar. Bis sie die Tagebücher von Flora MacNichol finden, die während ihres Lebens viele Entscheidungen traf, deren Konsequenzen bis in die Gegenwart reichen …

Der erste Band war gut, der zweite Band noch besser und der dritte mein bisheriges Highlight: „Die Schattenschwester“ hat die besten Aspekte der vorigen Bände in sich vereint und gleichzeitig die wenigen Kritikpunkte, die diese hatten, vermieden. Das fängt mit Star an, mit der ich mich wunderbar identifizieren konnte. Alle Schwestern waren bisher großartig und ich konnte mich leicht in sie hineinversetzen, doch Star war als die Schwester, die sich selbst und ihr Selbstbewusstsein erst finden musste, besonders liebevoll.

Und nicht nur sie war es, die mich begeisterte: Auch die Brüder Orlando und Maus waren absolut großartig und ich habe es sehr genossen, Orlandos exzentrischen Charakter und Maus’ Charakterentwicklung zu verfolgen. (Natürlich war auch Rory, ihr kleiner Neffe, super süß.) Hier mochte ich es auch, dass meine Erwartungen bezüglich der Charaktere positiv untergraben wurden, was zusätzlich zu ihrem realistischen Bild beitrug.

Doch der wohl wichtigste Charakter der Geschichte ist Flora, deren Vergangenheit wir ausführlich kennenlernen. Sie trifft viele wichtige Entscheidungen, die ihr Leben und das anderer formen, statt wie vorige Protagonistinnen eine Geisel der Entscheidungen anderer zu sein. Zwar gibt es natürlich Ereignisse, die sie nicht kontrollieren kann, aber insgesamt lässt Flora Dinge geschehen, anstatt sie nur geschehen zu lassen. Sie hat tatsächlichen Einfluss auf ihr Leben und ihre Entscheidungen treffen auf realistische Konsequenzen und Reaktionen. Ich hoffe, auch in den anderen Bänden so großartige, starke Frauenfiguren zu sehen!

Zum Schluss ist das Mysterium um Stars Vergangenheit sehr gelungen und hatte mehrere Twists, die ich nicht kommen gesehen habe. Sowohl ihre als auch Floras Geschichte hat mich stets angetrieben, sodass ich stets gewillt war, zu erfahren, was als nächstes passiert (bzw. passierte).

Wenn ich eine Kritik nennen müsste, würde ich Floras Entscheidung bezüglich ihrer Schwester und dem Mann, den sie beide lieben, hervorheben; es war für mich von Anfang an klar, dass das zu nichts Gutem führen würde. Die Reaktion darauf ist glücklicherweise realistisch, doch trotzdem hätte das ganze Drama relativ leicht vermieden werden können. Aber wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist das wirklich nur eine kleine Kritik, die mich letztendlich nicht allzu sehr störte, sondern schlicht etwas war, das mir aufgefallen ist.

Insgesamt habe ich diesen Sieben-Schwestern-Band sehr genossen und freue mich, die Reise bald mit dem vierten Band fortzusetzen!

Die Sturmschwester
576 Seiten

Nach dem Tod ihres Vaters hat Ally, seine zweitälteste Tochter, ein besonders schlechtes Gewissen, weil sie währenddessen eine glückliche Zeit mit ihrem Seelenverwandten Theo verbrachte. Deshalb fühlt sie zunächst auch nicht den Drang, mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden, sondern will lieber in die Zukunft blicken. Bis ein tragisches Ereignis sie dazu motiviert, den Hinweisen ihres Vaters zu folgen und in Norwegen nach ihrer leiblichen Familie zu suchen. Sie hat die Vermutung, dass sie mit den Halvorsens, einer Familie von Musikern mit einem beeindruckenden Stammbaum, verwandt sein könnte. Doch wer waren die Halvorsens eigentlich? Ally taucht in deren Familiengeschichte ein und entdeckt dabei ihre eigene ...

Auch im zweiten Band entführt Lucinda Riley uns in ein anderes Land und in eine fiktive Geschichte, die mit realen Ereignissen verknüpft ist. Der zweite Band hat mir dabei noch besser gefallen als der erste, wobei ich speziell mit Allys Geschichte und der von Jens "Pip" Halverson mitgefiebert habe. Beide erleben schöne, tragische und trotzdem hoffnungsvolle Romanzen, die mir sehr ans Herz gingen.

Dafür habe ich nicht ganz so stark mit der Geschichte von Anna Halvorsen mitgefühlt, weil sie im Grunde von einer Frau handelt, deren Leben gut verläuft, solange es von Männern gesteuert wird, bis sie im Bezug auf einen Mann eine eigene Entscheidung trifft, die ihr Leben stark verschlechtert, bis sie wiederum von einem Mann gerettet wird. Obwohl ihre Geschichte letztendlich ein imho zufriedenstellendes Ende findet, hätte ich mir gerne gewünscht, dass sie sich selbst aus ihrer Situation hätte befreien können.

Doch da ich ihre Geschichte immer noch gut erzählt fand und Allys und Pips Geschichte umso schöner und emotionaler war, hat mir der Roman trotzdem sehr gefallen – und ich freue mich darauf, die Schwestern-Reihe langsam, aber sicher fortzusetzen!

Ink Blood Mirror Magic
560 Seiten

Seit Joannas Vater durch ein magischen Blutbuch umgekommen ist, hütet sie allein die Familiensammlung weiterer Bücher dieser Art, in der Hoffnung, mit ihrer Hilfe irgendwie herauszufinden, wie genau ihr Vater ums Leben kam. Währenddessen geht ihre Halbschwester Esther am Südpol ihrer Arbeit nach, muss jedoch bald feststellen, dass es jemand auf sie abgesehen hat. Und Nicholas, der diese Blutbücher für seinen Onkel herstellt und nicht ahnt, welche Geheimnisse ihm vorenthalten werden, flieht zusammen mit seinem Leibwächter, um die Wahrheit hinter den Büchern und ihren Schreibern herauszufinden …

Dieser Roman erzählt ultimativ von der Liebe zu Büchern – und von den Qualen, die auf sich genommen werden, um sie zu beschützen. Die drei Hauptcharaktere haben alle eine ganz bestimmte Beziehung zu Büchern im Allgemeinen und Blutbüchern im Speziellen, wodurch wir unterschiedliche Sichtweisen erleben, in die man sich alle gut hineinversetzen kann. Wobei das Beste an diesen Sichtweisen nicht einmal die verschiedenen Meinungen der Charaktere waren, sondern vielmehr die Informationen, über die jeder von ihnen verfügt – und auf welche Weise diese zusammenspielen. Hier zeigt sich die große Stärke des Romans: Dadurch, dass jeder Charakter nur über limitiertes Wissen verfügt, wir aber die Sichtweise von allen drei Charakteren lesen, können wir als Leserinnen und Leser die Puzzlestücke selbst zusammenfügen und so das große Ganze verstehen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Verbindungen zwischen den Sichtweisen zu untersuchen, weil die drei Leben auf faszinierende Weise miteinander zusammenhängen.

Doch perfekt ist der Roman natürlich nicht: So braucht er zum Beispiel einige Zeit, um in Fahrt zu kommen, wobei die drei Charaktere sich erst spät in der Handlung treffen. Zudem sind die einzelnen Beziehungen zwischen verschiedenen Charakterpaaren nicht unbedingt ausgebaut – ich mochte zum Beispiel die Freundschaft zwischen Nicholas und seinem Leibwächter Collins sehr, sowie die Romanze zwischen Esther und Pearl, aber da alle Beziehungen relativ oberflächlich bleiben, fieberte ich nicht so stark mit den Charakteren mit, wie ich es mir gerne gewünscht hätte. Das ist für mich definitiv eine Kritik, die sicher nicht nur mir als solche auffällt, sondern auch andere stören könnte.

Dabei sind die Charaktere an sich sehr gut umgesetzt, sodass jeder für sich ein sympathischer Sichtcharakter ist, den man sehr gerne kennenlernt. Auch das Worldbuilding (speziell die Art und Weise, wie das Schreiben der Bücher mit Blut umgesetzt wurde) war großartig und ich saugte jede Information über die einzelnen Charaktere und die Magie gierig in mich auf. Aber sobald es um tiefergreifende Interaktionen ging, merkte ich, dass diese mir schlicht fehlten; darunter leiden teils auch die Twists, weil man sich z.B. bei dem Verrat eines Charakters gar nicht richtig betrogen fühlt (schließlich hat man nicht das Gefühl, die Hauptcharaktere hätten eine besonders starke Verbindung zu diesem oder jenem Charakter gehabt).

Insofern gefiel mir dieses Buch durchaus, weil sowohl der Fantasy-Aspekt als auch das Zusammenspiel der drei Sichtweisen großartig umgesetzt wurde; doch als sehr gut würde ich es nicht bezeichnen, weil ihm dafür die Beziehungen fehlen, in die ich gerne mehr investiert gewesen wäre. Ein guter Lesestoff für alle, die Bücher, Geheimnisse und Magie lieben, aber nicht unbedingt etwas für diejenigen, die hauptsächlich mit den Charakteren mitfiebern.

Die sieben Schwestern
576 Seiten

Maia ist die älteste von sechs adoptierten Schwestern und auch die erste, die vom Tod ihres Vaters Pa Salt erfährt. Dieser hat ihr und den anderen Schwestern nicht nur einen Abschiedsbrief, sondern auch eine Armillarsphäre mit den Koordinaten ihrer Geburtsorte hinterlassen. Maia zögert zunächst, ihr trautes Heim zu verlassen, doch schließlich macht sie sich doch auf die Reise nach Rio de Janeiro auf, wo sie in die Geschichte ihrer Urgroßmutter Izabela hineingezogen wird – und deren tragischer Liebesgeschichte …

Die Reihe um die sieben Schwestern gehört zu denjenigen, von denen ich so viel Positives gehört habe, dass ich schließlich selbst neugierig wurde und beschloss, den ersten Band der Schwestern zu lesen. Und nach der Lektüre muss ich sagen, dass es kein Wunder ist, dass sich diese Reihe so viel Beliebtheit erfreut! Die Geschichte von Maia ist hierbei noch nicht einmal der Fokus (obwohl auch in ihrem Leben dramatische Dinge passiert sind), sondern vielmehr ihre Vorfahrin Izabela, die sich zwischen Pflicht und Liebe nicht entscheiden will und versucht, beides gleichermaßen unter einen Hut zu bringen. Dabei lernen wir auch einige historische Ereignisse kennen (speziell den Bau der Christusstatue in Rio), sodass wir neben der schönen Geschichte sogar noch in die Vergangenheit von Ländern blicken können, die nicht oft in Romanen thematisiert werden.

Der Schreibstil las sich sehr angenehm, sodass ich selbst die ein, zwei etwas langatmigeren Stellen des Romans gut überwand und mich vom gesamten Rest einnehmen ließ. Das Einzige, was mich ein wenig verwunderte, war, dass Maias Geschichte so sehr im Hintergrund stand, dass sie im Grunde nicht wichtig war; selbst ihre leibliche Mutter und Großmutter spielen fast keine Rolle, weil der Roman sich so stark auf ihre Urgroßmutter Izabela konzentriert. Hier habe ich mich durchaus gefragt, wie relevant diese Geschichte überhaupt für Maia sein könnte, da die Ereignisse zwar durchaus für ihre Gegenwart relevant sind, aber jetzt auch nicht so stark, dass ich verstehen würde, warum ihr Vater ausgerechnet wollte, dass sie die Geschichte ihrer Urgroßmutter aufdeckt.

Nichtsdestotrotz habe ich die Lektüre trotz dieser kleinen Logikfrage sehr genossen und bin durchaus gewillt, mir nach und nach auch die anderen Schwestern-Bände zu Gemüte zu führen; wann genau das der Fall sein wird, kann ich zwar noch nicht sagen, aber ein Interesse dafür habe ich nach der Lektüre dieses schönen Romans durchaus!

Ein Geheimnis aus Magie und Eis
413 Seiten

Marit und Eve sind füreinander wie Schwestern und im selben Waisenhaus aufgewachsen. Doch dann entschließt sich ausgerechnet Helene Vestergaard, in denen Minen Marits Vater ums Leben gekommen ist, Eve zu adoptieren und die magisch begabte Marit als Schneiderin einzustellen. Diese muss sich in Acht nehmen, weil der verstärkte Einsatz von Magie eventuell dazu führt, dass die Adern der Magier mit Firn überzogen werden. Trotzdem möchte sie unbedingt herausfinden, was wirklich mit ihrem Vater passiert ist und was die Vestergaards zu verbergen versuchen …

Dieses Fantasybuch ist sowohl für Kinder als auch für Jugendliche geeignet, was mich insofern überrascht hat, weil ich bisher nicht allzu viele Bücher gelesen habe, die (imho) für beide Altersgruppen geschrieben sind. Dieses Buch gehört zu den wenigen, die meiner Meinung nach dazugehören.

Besonders fasziniert war ich von den moralischen Fragen, die bezüglich des Magie-Systems aufgerufen werden, weil sie mich sehr zum Nachdenken angeregt haben. Was die Charaktere und die Handlung angeht, fand ich beide ganz okay – von den recht vielen Charakteren lernt man nur wenige näher kennen, aber dafür machen die Charaktere, die tatsächlich wichtig sind, eine interessante Entwicklung durch. Die Handlung hatte in der Mitte ein paar Längen, hat dafür aber sehr stark gestartet und sehr stark geendet. Ich war froh, dass ich die Durststrecke in der Mitte durchgehalten habe, um das epische Ende zu erleben, aber erwähnenswert als Kritik ist sie definitiv.

Letztendlich war das faszinierendste an dem Buch das Magie-System und alles, was damit zusammenhing. Insofern kann ich das Buch allen Kindern und Jugendlichen empfehlen, die etwas kreativere Magie und Charaktere in ihren Fantasybüchern bevorzugen!

A Night of Promises and Blood
368 Seiten

Die Schwestern Winnie und Sasha sind eigentlich ganz zufrieden mit ihren Leben. Winnie arbeitet in einem Café und in ihrer Freizeit an einer Kunst-App, während Sasha Kunstgeschichte studiert. Bis eine neue Nachbarin ihr Leben ganz schön durcheinander bringt: Jo, die eine mysteriöse Aura ausstrahlt und sofort ein unangenehmes Gefühl in Winnie auslöst, obwohl Sasha selbst sich schnell mit ihr anfreundet. Erst, als Winnie Jo besser kennenlernt, beginnt, ihre Beziehung aufzublühen. Bis Winnie herausfindet, dass Jo eine Vampirin ist …

Diese Vampirromanze ist genau das, was ich von ihr erwartet habe: Eine süße, flüssig zu lesende Liebesgeschichte, die an sich nichts Besonderes ist, mir aber sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat. Es war sehr leicht, mit Winnie und Jo mitzufiebern, weil man sich problemlos in beide hineinversetzen konnte. Lustigerweise ist mein Lieblingscharakter letztendlich Sasha geworden – sie war schlicht ein großartiger Charakter und ich hoffe, im zweiten Teil noch mehr von ihr zu lesen!

Die restlichen Charaktere waren, um ehrlich zu sein, nicht besonders erinnerungswürdig, aber dafür hatte die Handlung am Ende einen coolen Twist, der mich erst recht gespannt auf den zweiten Teil macht. Wobei die Handlung auch eine Schwäche hatte: Unnötige Geheimnisse! Es gibt durchaus Situationen, in denen ich Missverständnisse und Geheimnisse in Geschichten toleriere, aber hier fand ich sowohl das Geheimnis, dass Winnie vor Sasha hatte, als auch das Geheimnis, das Jo vor Winnie hatte, nicht nachvollziehbar. Im Sinne von: Ich habe nicht verstanden, warum sie es bis zum ungünstigsten Moment geheim gehalten haben. Hier hätte ich mir eine bessere Erklärung für Winnies und Jos Handlungen gewünscht.

Trotzdem erfüllte der Roman letztendlich sein Versprechen, indem er mir ein paar schöne Lesestunden bereitete. Wer einfach mal wieder eine schöne, süße Vampirromanze lesen will, wird sie hier finden!

& Disney – Dangerous Secrets 4: Elsa und Anna: DER WALD DER SCHATTEN (Die Eiskönigin)
384 Seiten

Fast drei Jahre sind seit Elsas Krönung vergangen und sie hat alle Hände voll damit zu tun, die Bedürfnisse der Bewohner zu erfüllen. Anna fühlt sich ausgestoßen, weil sie ihrer Schwester unbedingt helfen will, diese sie aber nicht lässt. Als im Land eine seltsame Schlafkrankheit ausbricht und Anna einen Zauberspruch entdeckt, der Träume wahr werden lässt, zögert sie nicht, ihn zu benutzen - und erweckt dadurch ihren größten Albtraum ...

Dieser Roman spielt zwischen dem ersten und dem zweiten Teil und schickt Elsa und Anna auf ein Abenteuer, in dem sie einen Weg finden müssen, den von Anna gerufenen Albtraum zu besiegen und Arendelle zu retten. Ich war positiv überrascht, wie viel Spaß ich mit dem Buch hatte - man hätte ihn locker auch verfilmen können, weil die Charaktere sich genauso anfühlten wie im Film. Zudem schafft die Geschichte eine schöne Verbindung zwischen dem ersten und zweiten Teil. Die Handlung an sich ist nicht überaus komplex, aber immer noch sehr unterhaltsam und mit wichtigen Botschaften gespickt.

Von daher ist dieser Roman für alle "Eiskönigin"-Fans, die mehr von Anna und Elsa lesen wollen, perfekt geeignet - ich habe die Lektüre auf jeden Fall genossen!

Schönes Mädchen - Alle Lügen führen zu dir
480 Seiten

Es ist eine Stellenausschreibung, die ein bisschen zu schön ist, um wahr zu sein: Elspeth McKenzie sucht eine Gesellschafterin, die sich um sie kümmert, wobei sie diesen Job außerordentlich gut bezahlt. Una stimmt dem Stellenangebot zu, doch es dauert nicht lange, bis sich die ersten Probleme anhäufen: Elspeths Tochter Kathryn ist ihr feindselig gesinnt und zudem erfährt Una, dass die letzten zwei Gesellschafterinnen, die im Haus beschäftigt waren, tot aufgefunden wurden …

Schon seit einer Weile wollte ich mal einen Thriller von Claire Douglas lesen, weil ihre Plots stets so interessant klangen, ich aber immer wieder die Gelegenheit verpasste, tatsächlich einen in die Hand zu nehmen. Mit „Schönes Mädchen“ habe ich dieses Versäumnis nun nachgeholt und muss sagen … ja, durchaus lesenswert!

Während die eigentliche Story durchaus Phasen hatte, in denen sie nicht sooo spannend war, habe ich sie dennoch gern gelesen, weil ich es schlicht mochte, mehr über Una und ihre Nachforschungen bei den McKenzies zu erfahren. Insofern war die erste Hälfte des Romans nicht herausragend, aber definitiv nicht schlecht, weil Claire Douglas mich trotzdem zum Weiterlesen angespornt hat.

Danach hebt der Thriller sich von anderen ab, weil ein unerwarteter Twist die Story auf den Kopf stellt – was habe ich geschaut, als ich realisierte, was ich da gerade las! Ähnlich ging es mir bei dem Twist, was den eigentlichen Täter betrifft, weil es ein perfektes Beispiel für einen Twist ist, der überraschend kommt, im Nachhinein aber Sinn ergibt (also meine liebste Art von Twist). Zwar hatte auch die zweite Hälfte des Thrillers diese Phasen, in denen er nicht sooo spannend war, aber am Ende hat es sich auf jeden Fall gelohnt, ihn gelesen zu haben!

Insgesamt also ein sehr solider Thriller, der vor allem durch seine Twists positiv hervorsticht, es aber auch schafft, die Leser selbst dann am Ball zu halten, wenn mal nicht so viel passiert. Aus Zeitgründen werde ich die vorigen Thriller von Claire Douglas wohl nicht lesen können, aber ganz sicher ihre nächsten genießen!

SCHWEIG!
346 Seiten

Esther und Sue: Zwei Schwestern, die sich hassen. Zwei Schwestern, die sich lieben. Zwei Schwestern, deren Geheimnisse während eines Besuchs im Wald endlich ans Licht kommen. Es ist der Tag vor Heiligabend und Esther möchte ihre Schwester Sue auf keinen Fall allein lassen, weshalb sie sie in ihrer abgelegenen Hütte besucht. Bald jedoch eskaliert die Situation und unangenehme Wahrheiten werden endlich ausgesprochen ...

Sehr spannend erzählt uns Judith Merchant die Geschichte der beiden Schwestern, wobei gerade die Tatsache, dass beide unzuverlässige Erzählerinnen sind, sehr zum Spannungsfaktor beigetragen hat. Zu lesen, wie die Taten der einen Schwester bei der anderen ankommen und wie ihre Erinnerungen an dasselbe Ereignis miteinander kontrastieren, war sehr ergreifend; obwohl recht bald klar wird, welche Schwester "im Recht" ist, war es immer noch faszinierend, die Sichtweise der anderen Schwester zu lesen, weil man sie trotz allem nachvollziehen kann.

Ich hätte nie gedacht, dass ein Roman sein, der sich größtenteils damit beschäftigt, dass zwei Schwestern sich miteinander unterhalten, so packend sein kann, aber dieser Roman hat mich eines Besseren belehrt!

A River of Royal Blood – Rivalinnen
400 Seiten

Evalina und Isadore sind Schwestern und dazu bestimmt, am Tag von Evas Volljährigkeit gegeneinander bis zum Tod zu bekämpfen, damit dadurch die neue Königin des Landes bestimmt wird. Die Chancen für Evalina stehen dabei denkbar schlecht, weil sie ihre gefährliche Blut-und-Knochen-Magika weder einsetzen kann noch will. Doch nach einem Attentat bleibt Eva nichts Anderes übrig, als ihre Magika zu trainieren - so sehr sie sich auch dagegen sträubt, ihre Schwester zu töten ...

Die Grundidee klang auf jeden Fall interessant, aber letztendlich konnte das Buch meine größte Erwartung nicht erfüllen: Uns das Seelenleben beider Schwestern zu zeigen. Nachdem ich die Kurzbeschreibung las, ging ich automatisch davon aus, dass wir beide Schwestern gut kennenlernen und eventuell sogar hin- und hergerissen sein würden, was ihr Überleben anbelangt. Das geschah jedoch nicht; wir bleiben das ganze Buch hinweg in Evas Kopf und Isa bleibt die ganze Zeit über eine eindimensionale Figur.

Die Handlung besteht teils aus den Attentaten, mit denen Eva konfrontiert wird, teils aus ihren Magie-Übungsstunden bei ihrem Lehrmeister Bakkha, der mir im Verlauf des Romans sehr sympathisch wurde, zusammen mit dem Prinzen Aketo, den Eva während des Buchs ebenfalls kennenlernt. Die anderen Charaktere bleiben größtenteils alle blass, aber Eva, Bakkha und Aketo heben sich positiv hervor.

Von daher würde ich das Buch mitnichten als schlecht beschreiben - doch muss man mit den richtigen Erwartungen an es herangehen.

Libellenschwestern
528 Seiten

Auf einer Geburtstagsparty trifft die junge Avery Stafford auf die alte May Crandall. Diese erkennt das Libellenarmband, das Avery trägt, wieder. Neugierig zu erfahren, was es mit der alten Dame auf sich hat, forscht Avery in der Vergangenheit nach - damals, als May Crandall noch Rill Foss hieß und zusammen mit ihren Geschwistern in ein Waisenhaus entführt wurde ...

Diese Geschichte ist ein unglaublich schönes, berührendes Erlebnis - eine Familiengeschichte, die in Gegenwart und Vergangenheit gespaltet ist und am Ende schließlich beides zusammenführt. Speziell Mays Kapitel haben mir sehr gefallen, weil man sehr mit ihr und ihren Geschwistern mitfiebert, darauf hoffend, dass sie es schaffen, dem Waisenhaus zu entkommen und nach Hause zurückzukehren.

Aber auch die Gegenwartskapitel mit Avery gefielen mir sehr, speziell ihre Beziehung zu Trent, die herzerwärmend beschrieben ist. Zwar wünschte ich, Avery wäre nicht so wie viele andere Protagonistinnen in einer Beziehung gewesen, die sie deshalb auflösen muss, aber letzten Endes hat dieses kleine Manko meinem Genuss keinen Abbruch getan.

Sehr gefallen hat mir auch, dass nur manche Fragen eine Antwort finden - speziell was Mays Geschwister Camellia, Lark, Fern und Gabion angeht. Nicht alle ihre Schicksale werden aufgelöst, was ich sehr realistisch fand, weil es mir zwar gefallen hätte, mit Sicherheit zu wissen, was mit ihnen geschehen ist, die Andeutungen jedoch ausreichend waren, um sich ein eigenes Bild zu bilden. Selten las ich eine Geschichte, die solche wichtigen Fragen offen lässt und trotzdem zufriedenstellend endet!

Hervorzuheben ist, wie gut reale Ereignisse mit der Fiktion verbunden wurden. Die Tennessee Children's Home Society, die May und ihre Geschwister entführt, hat wirklich existiert und zahlreiche Kinder misshandelt. Es war schockierend, zu sehen, wie schlimm dort die Verhältnisse waren, die Lisa Wingate einfühlsam beschreibt.

Zusammengefasst ist dieses Buch einfach schön. Man fiebert mit und hat Angst um die Kinder; man ist gespannt, welche Schritte Avery als nächstes unternehmen wird; und am Ende schlägt man das Buch mit einem Lächeln zu, froh darüber, dass inmitten all des Verlusts ein Hoffnungsschimmer bleibt. Sehr empfehlenswert!

Wie ein Atemzug
255 Seiten

Elsa und Adelle waren jahrelang unzertrennliche Schwestern, bis sie schließlich durch ein unbekanntes Ereignis auseinandergerissen wurden. Elsa zieht nach Istanbul, Adelle bleibt in Rom. Fünfzig Jahre sehen sie sich nicht; Elsa schreibt Adelle beständig Briefe, die diese nie beantwortet, bis sie es schließlich nicht mehr aushält und nach Hause zurückkehrt, um sich ein letztes Mal mit ihrer Schwester zu treffen und hoffentlich zu versöhnen. Inzwischen wohnt in ihrem ehemaligen Zuhause eine eigene Familie, die nach und nach erfahren, wie es dazu kam, dass die beiden Schwestern sich entzweiten …

Gleich zu Anfang weckt Ferzan Özpetek unsere Neugier, indem er mit einem von Elsas Briefen startet. Sofort war ich interessiert daran, zu wissen, wie genau es dazu kam, dass Elsa und Adelle sich fünfzig Jahre lang nicht sahen, was nur verstärkt wurde, sobald Elsa ihr altes Zuhause besucht, um dort zusammen mit der darin wohnenden Familie und ihren Freunden auf die Ankunft ihrer Schwester zu warten. Schön dabei war vor allem, dass wir Elsas Sicht nur in ihren Briefen zu lesen bekommen, während die gegenwärtige Elsa und die später hinzukommende Adelle aus Sicht der verschiedenen Familienmitglieder beschrieben werden. Diese haben so ihre eigenen Probleme, werden aber so von Elsas und Adelles Geschichte gefesselt, dass diese größtenteils in den Hintergrund rücken. Das hat mir zugegeben weniger gefallen – ich hätte neben der Geschichte der Schwestern gerne gelesen, wie es für die anderen Charaktere ausgeht, was leider nicht geschah.

Der Schreibstil und der beständige Wechsel zwischen gegenwärtiger Erzählung und vergangenen Briefen war sehr angenehm zu lesen, die Erwartungshaltung immer weiter in die Höhe geschraubt. Zeitweise fürchtete ich, für den Zwist der Schwestern gäbe es einen sehr offensichtlichen, banalen Grund, aber die einzelnen Details der offensichtlichen Erklärung vermochten mich dann doch zu fesseln, vor allem, wenn man das Ende des Romans bedenkt, der, ohne zu viel verraten zu wollen, die ganze Geschichte in eine neue Perspektive rückt. Zwar ist es schwer einzuschätzen, ob diese Perspektive überhaupt Sinn macht, aber ich bin sicher, dass ich bei einem zweiten Lesedurchgang viele Hinweise dazu entdecken werde.

Insgesamt ein kurzweiliger, jedoch sehr packender Roman, der es schafft, seine Leser beim Ball zu halten und eine unerwartete Auflösung bietet!

Coral & Pearl
480 Seiten

Nor und Zadie sind Zwillingsschwestern und ihr ganzes Leben darauf vorbereitet worden, die Braut des Kronprinzen zu werden. Am Tag der Zeremonie wird Zadie ausgewählt, doch weil sie einen anderen liebt, schmiedet sie einen Plan, um ihrem Schicksal zu entkommen. Daraufhin bietet sich Nor an, an Stelle ihrer Schwester zu gehen - und lernt bald schon nicht nur ein neues Leben kennen, sondern auch den Kronprinzen Ceren und seinen jüngeren Bruder Talin, in den sie sich bald verliebt ...

"Coral & Pearl" ist eine schöne Geschichte für Jugendliche, die sich Zeit mit der Handlung lässt, um uns die Charaktere näher zu bringen. Wer einen schnellen Anfang erwartet, wird hier enttäuscht werden, denn erst nach über 150 Seiten gelangt Nor überhaupt in das Land des Kronprinzen, auch wenn sie auf Talin ein wenig früher trifft. Das ermöglichte es jedoch, das Band zwischen Nor und Zadie und ihr Leben im Allgemeinen hervorragend zu zeigen, sodass mir der Anfang trotz der Tatsache, dass die eigentliche Handlung relativ spät beginnt, sehr gut gefiel.

Auch die Darstellung von Ceren, dem Kronprinzen, und Talin, seinem Bruder, muss ich loben, aus verschiedenen Gründen. Sehr schnell ist offensichtlich, dass Nor und Talin das Hauptpaar der Geschichte sein werden, auch wenn ich mir gerne noch mehr Szenen mit den beiden gewünscht hätte. Das Schöne dabei ist, dass die Autorin hier keine unnötige Dreiecksbeziehung einbaut - Nor zieht den grausamen Ceren zum Glück nie als möglichen Love Interest in Betracht und Talin glänzt durch seinen sympathischen Charakter. Es war so erfrischend, endlich eine Liebesgeschichte zu lesen, bei der die weibliche Hauptfigur tatsächlich mit dem Jungen zusammenkommt, der sie liebevoll behandelt statt aus unerfindlichen Gründen den "Bad Boy" zu bevorzugen.

Einzig die Charakterisierung hätte meiner Meinung nach stärker sein können, weil viele wichtigen Charaktere recht blass bleiben. Ausgerechnet Ceren kam mir aufgrund seiner Manipulativität am dreidimensionalsten vor, während der Rest relativ eindimensional wirkte. Gerade bei Nebencharakteren wie Sami und Ebb hätte ich mir gerne mehr Relevanz für die Handlung gewünscht, weil sie wichtige Personen in Nors altem und neuem Leben sind.

Insgesamt hat mir dieses Buch gut gefallen; wen der langsame Anfang nicht abschreckt und wer gerne eine schöne Schwesternbeziehung und eine ebenso schöne Liebesgeschichte lesen will, darf hier gerne zugreifen!