- Secrets of
- Black Manor
- Marisa Hart
- Arena
- Kinderbuch
- Fantasy
- Abenteuer
- Reise
- Träume
- Traumwesen
- Spannung
- Freundschaft
- Familie
- Liebe
- Erste Gefühle
Weil Luca Ben einen Traumfänger besorgen will, bricht er gegen Wills Regel durch eine verbotene Tür im Black Manor – und lässt auf diese Weise eines der bösesten Wesen überhaupt frei: Den Spirivencus, mit dessen Hilfe Blake andere Träumer kontrollieren kann. Für Will ist klar, was Blake will: Eine Mondfeder, um seine Kräfte wiederherzustellen. Und so muss sich Luca mit ihm und seinen Freunden auf eine gefährliche Reise durch die Welten machen, um die restlichen Mondfedern einzusammeln, während ihnen immer mehr die Zeit davonläuft …
Im zweiten Band geht es hauptsächlich um die Reise durch die Welten, weshalb die reale Welt sehr viel weniger Aufmerksamkeit bekommt, die magische dafür umso mehr. Auf diese Weise bekommen wir ein klassischeres Abenteuer – mit seinen Stärken und seinen Schwächen.
Die wohl größte Schwäche des Romans war für mich die erste Hälfte, die sich für mich sehr frustrierend las. Denn die Charaktere wissen, dass Blake über ein Wesen verfügt, mit dem er den Willen anderer übernehmen kann, bereits am Start der Reise verhält sich ein Mitglied ihrer Gruppe extremst verdächtig (und das über mehrere Tage hinweg), aber keiner der Charaktere kommt auch nur ansatzweise auf die Idee, dass Blake etwas damit zu tun haben könnte. Während ich nach etwa zehn Sekunden vermutete, dass da etwas nicht stimmt, musste ich qualvoll mitansehen, wie jeder andere Charakter das verdächtige Verhalten einfach akzeptiert hat und gar nicht seriös hinterfragte. Das sorgte wie gesagt für ein frustrierendes Leseerlebnis, weil es so schmerzhaft offensichtlich war, was dahintersteckt.
Glücklicherweise ist die zweite Hälfte dafür die große Stärke des Romans: Sobald Joyce in Erscheinung tritt, bekommen wir mit ihr nicht nur meinen neuen Lieblingscharakter, sondern auch eine spannende, unterhaltsame Handlungsentwicklung, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Charakteren wunderbar in den Fokus rückte. Ich liebte Joyces lustige Schlagabtäusche mit Will, Wills und Lucas Charakterentwicklung und sich ihre entwickelnde Mentor/Schüler-Beziehung und die Chemie zwischen Luca und Ben, die einfach hervorragend und mein persönliches Highlight war. Nur von Jannis und Taya, die mir in diesem Band eher wie Beiwerk vorkamen, hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Trotzdem hat mir diese zweite Hälfte ausgesprochen gut gefallen, bot ein fantastisches Abenteuer und einnehmende Charaktere und Charakterbeziehungen.
Das einzige Problem, das über beide Hälften besteht, ist vermutlich dem Genre zu schulden: Es kommen sehr viele Traumwesen zufällig genau im richtigen Moment vor, was nicht nur ein wenig überfordernd war, sondern auch ein wenig zu zufällig für meinen Geschmack. Allerdings waren die Traumwesen an sich immer noch kreativ und fantasievoll, weshalb ich mir nur gewünscht hätte, statt vielen neuen Traumwesen auch wieder ein paar alte zu sehen.
Das Ende war sehr spannend, die Handlungsentwicklung dafür vorhersehbarer als im ersten Band. Während es mir im ersten Band überraschend schwer fiel, die nächsten Handlungsaspekte korrekt vorherzusehen, gelang es mir hier im zweiten Band um einiges besser. Nicht unbedingt eine Kritik, weil die Handlung immer noch spannend und die Charaktere immer noch großartig waren, aber trotzdem eine erwähnenswerte Beobachtung.
Insgesamt also schwächer als der erste Band, aber mit genug Elementen, die mich gespannt auf den dritten machen!
Seit einem Monat ist Rapunzel offiziell wieder mit ihren Eltern vereint, fühlt sich allerdings, als würde sie dem Titel als Prinzessin nicht gerecht werden. Deshalb bietet sie sich freiwillig an, einer Einladung nach Astera zu folgen, einem Land, von dem es so gut wie keine Informationen gibt. Eugene begleitet sie natürlich, zusammen mit dem strengen Minister Cressien, und schnell vermuten sie, dass irgendetwas nicht stimmt. Während Rapunzel nach dem Geheimnis von Astera sucht, vermutet Eugene, dass seine Eltern ursprünglich ebenfalls aus Astera stammen …
Als großer Fan der Disney-Verfilmung habe ich mich sehr darüber gefreut, einen Roman über Rapunzel und Eugene zu lesen, wobei ich hier zunächst klarstellen möchte, dass die Ereignisse und Enthüllungen des Romans in keiner Weise mit der animierten Serie zusammenhängen, die ebenfalls nach den Ereignissen des Films spielt, jedoch einen eigenen Handlungsstrang hat, der komplett unabhängig zu dieser Geschichte steht.
Das sage ich vor allem deshalb, weil hier eine eigene Antwort für Eugenes Herkunft gefunden wurde – und meiner Meinung nach sogar eine passendere! Natürlich möchte ich hier nicht mehr verraten, aber insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Umsetzung,auch wenn ein Teil von mir sich durchaus gewünscht hätte, die Autorin wäre bei den Enthüllungen noch etwas mutiger gewesen.
Trotzdem waren Rapunzels und Eugenes individuelle Rollen großartig umgesetzt und ich mochte es vor allem, wie ihre Trauma, ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste in der Geschichte umgesetzt wurden – bei Rapunzel bezüglich Gothel und ihrer Furcht, ihrer Rolle nicht gerecht zu werden und bei Eugene bezüglich seiner Eltern und seiner Furcht, niemals gut genug für Rapunzel zu sein. Diese Umsetzung der beiden Charaktere hat mir so gut gefallen, dass ich gerne noch mehr davon gelesen hätte!
Leider verbringen die beiden nicht so viel Zeit miteinander, wie ich es mir gerne gewünscht hätte – beziehungsweise haben sie nicht so viele romantischen Szenen miteinander, wie ich mir erhofft hatte. Gerade, weil ich die beiden zusammen so sehr liebe, hätte ich gerne noch mehr von ihrer Chemie gesehen, aber das war leider nicht der Fall.
Was die anderen wichtigen Charaktere angeht, war König Enver in Ordnung, aber vorhersehbar, Verette und Hughes überraschend sympathische Charaktere und mein persönlicher Liebling ein sehr unerwarteter Charakter: Nämlich Cressien, der Minister, der anfangs nur ein störender Faktor für Rapunzel und Eugene ist, aber eine absolut hervorragende, unerwartete Charakterentwicklung durchmacht, die ihn mühelos zu meinem Lieblingscharakter machte! Ich hätte aufgrund seiner anfänglichen unsympathischen Szenen niemals erwartet, dass er überhaupt eine größere Rolle spielt, weshalb ich sehr glücklich darüber war, seine Entwicklung zu sehen.
Die Geschichte selbst ist in Ordnung und bietet keine großen Überraschungen, war aber immer noch ein gutes Abenteuer für Rapunzel und Eugene. Das Ende deutet zudem stark auf einen zweiten Band hin, über den ich mich sehr freuen würde – in der Hoffnung, dort ein wenig mehr Romantik zu sehen ;)
Seit elf Jahren lebt Fynn im Waisenhaus, doch hat er sich nie zugehörig gefühlt und verbringt seine Zeit viel lieber am Meer. Trotzdem hätte er nicht erwartet, dass seine Verbindung zu ihm weitaus stärker ist, als er je ahnte – bis ein Kapitän ihn adoptiert und ihn kurzerhand nach Akademar, die Schule des Meeres, bringt. Hier hofft Fynn, das Zuhause zu finden, nach dem er sich schon so lange sehnte, doch als sein Seelentier sich ausgerechnet als Oktopus erweist, fürchtet Fynn, dass die Herausforderungen gerade erst angefangen haben …
Dieses Kinderbuch war eine positive Überraschung, denn obwohl es eine eigentlich familiäre Geschichte erzählt, hat es mir ungewöhnlich viel Spaß gemacht!
Das fängt schon mit Fynn an, der ein sehr sympathischer Protagonist war, in den ich mich sehr gut hineinversetzen konnte; für mich war er die große Stärke des Romans, weil es so leicht war, mit ihm mitzufiebern und seine Geschichte gespannt zu verfolgen. Auch seine Freundschaft mit Loki, seinem Oktopus, war gut umgesetzt und hat mir sehr gefallen.
Von den anderen Charakteren stachen dagegen nur zwei hervor: Einmal der Kapitän, der Fynn zu Anfang adoptiert hat und von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte, weil seine Rolle so undurchsichtig schien; und dann noch Atalante, eine Mitschülerin Fynns, die mich ebenfalls positiv überraschte, weil ich ihre Charakterentwicklung nicht kommen sah. Alle anderen Charaktere bleiben größtenteils eindimensional, erfüllen ihren Zweck allerdings gut – es gibt viele bekannte Archetypen.
Auch, was die Handlung angeht, gibt es keine großen Überraschungen, weshalb ich umso überraschter war, wie viel Spaß es mir dennoch machte, sie zu verfolgen. Trotz des limitierten Worldbuildings, trotz der Tatsache, dass die Handlung aufgrund der Altersklassifizierung nicht so ausführlich ist, wie sie es hätte sein können – trotz alldem habe ich sie vollauf genossen und plane, auch den zweiten Band zu lesen, in der Hoffnung, dass er einige der Punkte weiter ausbaut.
Insgesamt ein tolles Kinderbuch für die Altersgruppe, das ein wunderbares Abenteuer bietet!
- Kian und das
- Erbe des Lichts
- Caryl Lewis
- Karibu
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- Gestaltwandler
- Drachen
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Seit zwölf Jahren gab es keinen Sommer und keine neuen Kinder, doch der zwölfjährige Kian hätte trotzdem nicht erwartet, dass ausgerechnet er, das jüngste Kind, die Macht haben soll, den Sommer zurückzuholen. Dafür muss er in die Unterwelt Annwn reisen und dort einen Weg finden, König Arawn zu besiegen, der über den Winter wacht und verschiedene Drachenarten kontrolliert. Seine Freunde Deryn, Finn und Eos helfen ihm dabei, doch letztendlich liegt es an ihm, die wichtigste Fähigkeit von allen zu Meistern: Das Heraufbeschwören eines Wasserpferds …
Dieses Kinderbuch bietet ein sehr cineastisches Abenteuer, das mir gut gefallen hat, doch bevor ich darauf eingehe, muss ich unbedingt auf eine verpasste Gelegenheit aufmerksam machen, an die ich über den ganzen Roman hinweg dachte: Wie schade ich es fand, dass Kian nicht von seinem besten Freund Jona begleitet wurde. Die wenigen Szenen, die sie im ersten Kapitel hatten, haben mich sehr beeindruckt und mich wünschen lassen, noch mehr von ihnen zu sehen, aber leider taucht Jona nur noch einmal kurz am Ende auf. Zwar denkt Kian natürlich regelmäßig an ihn und er dient auch als Motivation, seine Aufgabe gut zu erledigen und nach Hause zurückzukehren, aber ich kam nicht umhin, mir zu wünschen, z.B. Jona und den fröhlichen Finn zu ein und derselben Person zu machen, allein schon, damit diese einnehmende Freundschaft über das erste Kapitel hinaus bestehen kann. (Dasselbe gilt teils auch für Kians Eltern, von denen ich zwar durchaus erwartet habe, dass er sie verlassen muss, von denen ich mir aber auch gewünscht hätte, sie an seiner Seite zu sehen, weil ich sie so mochte.)
Gut, nachdem ich das losgeworden bin, kann ich auf den eigentlichen Roman eingehen, der meiner Meinung nach vor allem durch die bereits erwähnten cineastischen Szenen brilliert. Und das liegt nicht nur an den wunderschönen Innen-Illustrationen von Marina Vidal oder an dem wunderschönen Cover von Khadijah; Caryl Lewis‘ Schreibstil erlaubte es auch so, mir viele Szenen mühelos vorzustellen, von Kian, der sein Wasserpferd heraufbeschwört und reitet (was meine persönlichen Lieblingsszenen waren) bis zu ruhigeren Momenten mit seinen Freunden, spannenden Momenten mit den feindseligen Drachen und vielen Szenen mehr. Die Handlung lief fast schon wie ein Film vor mir ab und das gefiel mir sehr gut.
Deryn, Finn und Eos hätte ich gerne noch mehr kennengelernt; ich mochte sie durchaus (auch, wenn ich eine falsche Fährte bezüglich einem von ihnen etwas zu offensichtlich fand), aber ich wünschte, ich hätte in ihrer Freundschaft die Tiefe gesehen, die mich bei Kian und Jona trotz ihrer stark begrenzten Screentime so beeindruckt hat. Natürlich ist das hier ein Kinderbuch, bei dem man nicht unbedingt die Zeit hat, sich alles langsam entwickeln zu lassen, aber es mangelte mir trotzdem stark an mehr Informationen, Gesprächen und persönlichen Szenen mit den drei, die es mir erlaubt hätten, sie näher kennenzulernen.
Das Finale und Ende waren sehr zufriedenstellend und enthielten eine Botschaft, die ich gerne auch außerhalb von Kinderbüchern lesen möchte, wobei das Ende durchaus Raum für mehr Abenteuer lässt, die Geschichte aber so gut abschließt, dass ich sie auch als Einzelband mit Freuden akzeptiere. Sie bot schlicht ein spaßiges Abenteuer, das sich auch wirklich wie eines anfühlt!
Iggy möchte einfach nur ein normaler Junge sein, was mit seinem Tic nicht ganz einfach ist. Um möglichst unauffällig zu sein, hat er für die morgige Monatsfeier in seiner Schule bereits sein strahlend weißes T-Shirt vorbereitet. Doch dann taucht Yumiko, ein Katzenmädchen aus Japan, urplötzlich vor ihm auf und bringt alles durcheinander, einschließlich seines T-Shirts. Im Versuch, das T-Shirt zu säubern und Yumiko nach Hause zu helfen, starten die beiden ein Abenteuer, das sie so schnell nicht wieder vergessen werden …
Das charmante Cover und die Zeichnungen im Buch regten mich dazu an, die Geschichte zu lesen, weil sie nach einem spaßigen Abenteuer aussah, das eventuell auch Erwachsenen Freude bereitet. Doch leider muss ich sagen, dass ich es letztendlich nicht genießen konnte, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund: Yumiko.
Für mich war sie leider die große Schwäche des Romans, weil sie mir sehr unsympathisch war und ihre zahlreichen Missgeschicke mir immer mehr auf die Nerven gingen. Was ganz am Anfang noch lustig war, verwandelte sich sehr schnell in ein sehr frustrierendes Leseerlebnis: Etwa 95% der im Roman vorhandenen Probleme werden durch Yumiko ausgelöst, speziell durch ihre Ungeschicklichkeit und Unachtsamkeit. Es waren so viele vermeidbare Szenen, dass ich irgendwann einfach nur mit den Augen rollte, wenn Yumiko schon wieder ein Missgeschick geschah.
Doch das Frustrierende war nicht Yumikos Unvorsichtigkeit an sich, sondern die Tatsache, dass sie nie aus ihr lernte. Statt irgendwann zu realisieren, dass sie achtsamer und behutsamer mit ihren (und anderen) Gegenständen umgehen sollte, macht sie ihr Pech bzw. ihr Schicksal dafür verantwortlich, wenn wieder etwas schief geht. Anstatt zu begreifen, dass sie selbst der Auslöser für die meisten Probleme ist, was ihr erlaubt hätte, eine Charakterentwicklung durchzumachen, bleibt sie die ganze Zeit so ungeschickt, ruft nur „oh Gott, oh Gott, oh Gott“ und lamentiert über ihr Pech, das sie zu verfolgen scheint. Dabei ist es nie Pech, sondern schlicht Yumikos mangelndes Bewusstsein für ihre Umgebung. Ich las das Buch zu Ende in der Hoffnung, dass Yumiko am Ende eine wichtige Lektion für ihr eigenes Leben lernt und war sehr enttäuscht, als dem nicht der Fall war.
Iggy mochte ich dafür sehr gerne, konnte mich gut in ihn hineinversetzen, war investiert in seinen Charakter und die Beziehung zu seinem Vater Andy (von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte) und war äußerst zufrieden mit der Art und Weise, wie die Geschichte mit dem T-Shirt endete. Nach all dem Frust durch Yumikos Verhalten war ich positiv überrascht darüber, wie sehr mir der Abschluss von Iggys Geschichte gefallen hat.
Dadurch, dass Yumiko aus Japan stammt, kommen übrigens so einige japanische Ausdrücke vor, die zwar in der Regel erklärt werden, mich ab und an aber doch verwirrten. Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder der Altersgruppe noch verwirrter als ich sein werden oder im Gegenteil begeistert von der Inkorporation japanischer Begriffe und Denkweisen, aber ich wollte es auf jeden Fall erwähnt haben.
Letztendlich war das Buch leider nichts für mich, weil ich kein Fan der typisch ungeschickten Manga-Heldin bin, doch hoffe ich trotzdem, dass die eigentliche Zielgruppe mehr Freude an der Geschichte haben wird.
- Fräulein Renée
- Kaja Grimme
- Südpol
- Krimi
- Jugendbuch
- Geschichte
- Spannung
- Stuttgart
- Abenteuer
- Untersuchungen
- Gesellschaft
- Erdkunde
- Einbrüche
- Synästhesie
- LGBTQ+
- Highlight
Der junge Caspar Schütze bewirbt sich als Chronist bei der Alleinerbin Renée Graf, hauptsächlich, weil sie keine Referenzen verlangt. Bei einem Spaziergang im Wald, bei dem Renée ihre Pläne, ein Abenteuer zu erleben, ausführt, finden die beiden im Forsthaus eine Leiche: Eine Frau, mit einer Pistole erschossen und mit zweihundert Mark in der Geldbörse, aber ohne eine Tatwaffe in der Nähe. Als die beiden kurz darauf in die Hütte zurückkehren, ist die Leiche verschwunden und damit Renées Verdacht, dass es sich um Mord handelt, bestätigt. Entschlossen, ihr geplantes Abenteuer zu erleben, macht sie sich auf, den Fall zu lösen – während Caspar ihre Erlebnisse treu aufschreibt, dabei aber auch verheimlicht, was ihn überhaupt zu Renée führte …
Dieser historische Jugendkrimi klang für mich sofort interessant, weshalb ich froh war, dass er es tatsächlich war! Wobei mich nicht der historische oder der kriminalistische Teil am meisten begeisterten, sondern die beiden Hauptcharaktere: Renée und Caspar waren beide großartige Protagonisten, die nicht nur ein wunderbares Beispiel für Repräsentation waren, sondern auch die Vielschichtigkeit ihrer Persönlichkeit gut zeigten: Ich mochte es, wie abenteuerlustig und leidenschaftlich Renée war, aber auch ihre verletzliche und herzliche Seite zeigen konnte, wann immer es um ihre große Liebe Lisbeth ging; und mir gefiel Caspars erfrischende Sicht auf die Welt, seine anfängliche Vorsicht und seine spätere Entschlossenheit, sowie die Art und Weise, wie seine Vergangenheit in die Geschichte eingebaut wurde. Ich hoffe, bei einem zweiten Teil wird das auch mit Renée geschehen, weil es in ihrer Vergangenheit so einige Geheimnisse gibt, die mich interessieren!
Die beiden waren also definitiv ein Highlight, denn andere Charaktere stachen leider nicht allzu stark hervor; ich mochte Miriam, Hector und Klara sehr gerne, fand aber, dass es insgesamt zu viele Nebencharaktere gab. Es gibt zwar ein Personenverzeichnis, aber dadurch, dass ohnehin nur wenige Charaktere tatsächlich relevant sind, hätte ich lieber die Anzahl an Charakteren gekürzt und diesen dafür mehr Screentime gegeben.
Die eigentliche Handlung ist sehr spannend: Um den Fall aufzuklären, müssen Renée und Caspar so einige Male selbst am Gesetz kratzen, in verschiedene Gebäude einbrechen und Informationen sammeln. Hier war der historische Aspekt übrigens sehr gut umgesetzt; Stuttgart spielt in dem Roman eine wichtige Rolle und es war schön, die Beschreibungen der historischen Gebäude zu erleben. Die Geographische Gesellschaft existiert zwar nicht wirklich, aber die Ortschaften, die Renée und Caspar besuchen, dafür schon.
Apropos Geographische Gesellschaft: Hier ging die Geschichte in eine andere Richtung, als ich es erwartete, weil ich aus irgendeinem Grund überzeugt davon war, es würde neben dem historischen und kriminalistischen Aspekt noch einen fantastischen geben; das ist allerdings nicht der Fall und im Nachhinein frage ich mich, warum ich so fest damit rechnete. Übrigens überwiegt der kriminalistische Aspekt meiner Meinung nach; die vielen Mysterien um die Leiche und die Geographische Gesellschaft sorgen für einen Krimi, der einem vermutlich auch dann gefallen wird, wenn man mit historischer Literatur nicht viel anfangen kann.
Insgesamt also ein spannender Krimi, der nicht nur für Jugendliche geeignet ist!
- Mehl Magie und
- Machenschaften
- T. Kingfisher
- Second Chances
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Backen
- Magie
- Abenteuer
- Verfolgung
- Krieg
- Kreativität
- Humor
- Kleines Highlight
Mona ist vierzehn Jahre alt und hilft bei der Bäckerei ihrer Tante aus. Mit ihrer Magie kann sie Brot verzaubern, allerdings nicht viel mehr, weshalb sie sich auch nicht für eine besonders starke oder wichtige Magikerin hält. Doch dann findet sie in der Bäckerei die Leiche eines Mädchens und wird vor dem Frühlingsgrünen Mann gewarnt, der es auf die Magiker der Stadt abgesehen hat. Und es liegt an Mona, die bald die einzige übrig gebliebene Magikerin ist, die Herzogin zu warnen und einen Krieg zu verhindern – und zwar nur mit ihrer Backkunst …
Ich habe das Buch letztes Jahr bereits auf Englisch gelesen und fand es gut, doch jetzt auf Deutsch sogar noch besser! Das liegt möglicherweise daran, dass es mir immer noch leichter fällt, auf Deutsch als auf Englisch zu lesen, aber so oder so habe ich das Lesen sehr genossen und es machte mir Spaß, Mona und ihren kreativen Ideen zuzuschauen. Diese Geschichte hatte Szenen und magische Anwendungen, die ich bisher noch nirgendwo gelesen habe und die ich vermutlich auch nie wieder lesen werde; so kreativ, spaßig und dramatisch war die Art und Weise, wie Mona ihre magische Kraft anwandte!
Die eigentliche Handlung ist grob in drei Teile aufgeteilt: Das Finden der Leiche und die Anklage gegenüber Mona, der Frühlingsgrüne Mann und Monas Entschluss, die Herzogin zu warnen sowie der Krieg am Ende, bei dem Mona zeigen muss, was in ihr steckt. Diese Teile gehen fließend ineinander über, kamen mir aber wie separate Handlungsstränge vor – und zum Glück sehr gute! Am liebsten hat mir das spannende Ende gefallen, das Monas Möglichkeiten so gut aufzeigt, wobei mir aber auch sehr gefiel, dass über den ganzen Roman hinweg betont wurde, dass ein vierzehnjähriges Mädchen nicht gezwungen sein sollte, zur Heldin zu werden. Das mangelnde Handeln der Erwachsenen wird tatsächlich infrage gestellt, was ich wunderbar fand.
Von den Charakteren mochte ich die Herzogin, Spindle und den Lebkuchenmann am liebsten – die Herzogin, weil ich ihre vernünftige Art mochte, Spindle, weil er allgemein ein großartiger Freund war und der Lebkuchenmann, weil er von allen Kreationen Monas schlicht die beste ist. Alle drei spielen zudem eine wichtige Rolle in der Handlung, auch wenn ihre Charaktere an sich zugegeben nicht allzu komplex sind.
Insgesamt ist das eine wunderbare Cozy Fantasy, die vor allem durch ihre Kreativität besticht und ein wunderbares Abenteuer bietet!
- 3 Shattered Souls
- Mai Corland
- Fischer
- Fantasy
- Charaktere
- Romanze
- Freundschaft
- Intrigen
- Abenteuer
- Verluste
- Trauer
Nach dem Ende des letzten Bandes fällt es den anderen schwer, ihren ursprünglichen Plan, Yusans Herrscher zu stürzen, in die Tat umzusetzen. Mikail muss sich damit auseinandersetzen, der wahre Herrscher Gayas zu sein. Aeri, die schon mit zwei Artefakten verschmolzen ist, muss sich langsam mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Royo hat Angst um sie, weil er fürchtet, dass Aeris neue Magie sie umbringen wird. Sora trauert um ihre Schwester und hat Angst, dass auch Tiyung in Gefangenschaft gestorben ist. Tiyung währenddessen hat sich mit Hana verbündet, um Sora wiederzufinden. Und alle bereiten sich darauf vor, die Könige Yusans zu stürzen …
Mit diesem Band kommt die „Five Broken Blades“-Trilogie zu einem insgesamt zufriedenstellenden Abschluss, auch wenn ich zugegeben muss, dass mir die Trilogie insgesamt „nur“ gut gefallen hat. Denn meiner Meinung hat sie sowohl eine große Stärke als auch eine große Schwäche: Die große Stärke sind meiner Meinung nach die Charakterbeziehungen. Auch in diesem Band haben mir sowohl die Romanzen als auch die Freundschaften sehr gefallen. Royo und Aeri sind in diesem Band die Hauptromanze und ihre Chemie ist wirklich großartig, während zwischen Sora und Mikael eine überraschende Freundschaft beginnt, die ich nicht kommen gesehen habe und die sich wunderbar entwickelte. Nur zwischen Tiyung und Sora hätte ich gerne mehr gesehen, weil sie für eine lange Zeit voneinander getrennt sind, aber auch nach ihrem Zusammentreffen erstaunlich wenig Zeit miteinander verbringen; so gut ich dafür Tiyungs beginnende Freundschaft zu Hana, einem anderen Giftmädchen, fand, habe ich mehr Szenen zwischen Sora und Tiyung vermisst. Davon abgesehen haben mir die Charakterbeziehungen allerdings sehr gut gefallen und sie sind meiner Meinung nach wie gesagt eine große Stärke des Romans.
Die große Schwäche währenddessen ist für mich der Schreibstil, der sehr schlicht ist und es sehr schwer macht, die Gefühle der Charaktere zu spüren. Allgemein hat der Schreibstil sie nicht klar voneinander abgegrenzt, sodass ich des Öfteren kurz zurückblättern musste, um mich daran zu erinnern, wer gerade erzählt. Aber selbst, wenn ich es wusste, schien es immer eine gewisse Distanz zwischen mir und den Charakteren zu geben; ich fieberte sehr mit den einzelnen Beziehungen mit, aber die Charaktere selbst blieben mir erstaunlich fern. Ein größerer Fokus auf ihr Innenleben wäre mir hier sehr willkommen gewesen.
Obwohl die Handlung manchmal vor sich hinplätscherte, machte mir das nichts aus, weil die Charaktere die Handlung auch so gut trugen; und dann haben wir natürlich das Ende, das leider nicht für alle gut endet, aber für mich trotzdem ein guter Abschluss war. Tatsächlich fand ich es gerade deshalb gut, weil es kein glückliches Ende für alle Charaktere und Paare gibt, sondern ein realistisches, das gut zu den Charakteren und den Entwicklungen der Handlung passt.
Insgesamt also eine Reihe, bei der mir vor allem die Charakterbeziehungen sehr gefallen haben, die aufgrund ihres schlichten Schreibstils aber vermutlich nicht für alle Leser:innen ansprechend sein wird.
- When Shadows
- Darken The Sun
- Nina Schilling
- LYX
- Fantasy
- Fantasyromanze
- Quest
- Suche
- Spiele
- Abenteuer
- Romanze
- Freundschaft
In wenigen Monaten beginnen die Tag-und-Nacht-Spiele, in der die Prima des Taghofs, Di, und der Primus des Nachthofs, Nox, gegeneinander antreten müssen, um zu bestimmen, wer von beiden die nächsten dreißig Jahre über den Dritten Hof herrschen wird. Begleitet wird Di von ihrer Zofe Cass, die die unsichere Herrscherin unterstützt und Nox in seine Schranken weisen will. Gleichzeitig sind die beiden fasziniert voneinander, sich wohl bewusst, dass sie Feinde sind. Um Cass‘ besten Freund von einem Fluch zu retten, machen die beiden sich auf eine Reise auf, in der sie sich näher kennenlernen, während das Datum der Spiele immer näher rückt …
Dieser Fantasyroman hat einfach Spaß gemacht – vor allem wegen seinem cineastischen Schreibstil und der gut umgesetzten Romanze. Denn eigentlich sticht er davon abgesehen nicht zu stark hervor, er ist einfach eine klassische Fantasyromanze – und trotzdem ein sehr guter Genuss.
Mit „cineastisch“ meine ich hierbei einen Schreibstil, der er leicht macht, sich alle Szenen tatsächlich gut vorzustellen. Ich war positiv überrascht davon, wie viele denkwürdige Szenen es gab, die sich in mein Gedächtnis einbrannten, wobei mein liebster Teil der Handlung Cass‘ und Nox‘ Rettungsreise war. Hier gab es ein paar meiner absolut liebsten Szenen, weshalb mir dieser Handlungsabschnitt besonders positiv in Erinnerung geblieben ist.
Das liegt auch an den Protagonisten: Cass und Nox sind nicht nur sympathische Hauptcharaktere, sondern haben auch eine hervorragende Chemie miteinander. Zwar finde ich, dass ihre anfängliche Faszination etwas ZU schnell entstand und ich mir hier eine langsamere Entwicklung gewünscht hätte, aber ihre Chemie im Allgemeinen war immer noch großartig. Die Mischung aus schalkhaften Dialogen und genuinen Momenten war schlicht sehr gut dosiert und machte es leicht, mit den beiden mitzufiebern. Insgesamt eine sehr süße Romanze!
Von den anderen Charakteren mochte ich Cass‘ besten Freund Soley und ihre beste Freundin Di am meisten. Charaktere, die wie Soley die Handlung in Bewegung setzen, sind oft erstaunlich unwichtig für die Handlung selbst, aber obwohl ich mir durchaus mehr Screentime für Soley gewünscht hätte, hat er immer noch mehr Relevanz als viele andere vergleichbare Charaktere. Di währenddessen ist eine wunderbar unterstützende Freundin, obwohl sie und die anderen Charaktere zugegeben von mehr Screentime und Entwicklung profitiert hätten; sie haben genug, um mich an sie zu erinnern, aber nicht genug, um sie ins Herz zu schließen.
Die Spiele gehen erst nach dreihundert Seiten los, was mich zwar nicht störte, anderen Leser:innen aber bewusst sein sollte, falls diese sich vor allem auf die Spiele freuen.
Eine große Kritik habe ich allerdings: Die sehr vorhersehbaren Twists. Sogar schon vor dem Lesen ist es sehr leicht, sie zu erraten, sodass ich mir gewünscht hätte, sie wären sehr viel früher offenbart worden, als es der Fall ist. Tatsächlich war es ein wenig erschreckend, WIE vorhersehbar wichtige Handlungsaspekte waren!
Aber hat das meiner Lesefreude geschadet? Nein, nicht besonders. Ja, ich hätte mir eine frühere Offenbarung für die Dinge gewünscht, die mir sehr schnell klar waren, aber die Handlung war immer noch so spaßig geschrieben, dass mich das nicht störte. Wer eine Fantasyromanze lesen will, die sich leicht visualisieren lässt und es leicht macht, mit den beiden Hauptcharakteren mitzufiebern, findet hier eine, die mich sehr gut unterhalten hat!
- Die magische Villa
- Nina Blazon
- Penguin Junior
- Kinderbuch
- Fantasy
- Freundschaft
- Magie
- Magische Wesen
- Rettung
- Abenteuer
Als kleine Kinder haben Lucy und Maya viel Zeit in einer alten Villa verbracht, die inzwischen einer Dame namens Frau Schmitt gehört. Eines Nachts sieht Lucy, wie ebenjene Frau Schmitt inmitten von Nebel auf dem Gelände steht und wie ein unheimliches Wesen aus der Straße ausbricht und entkommt. Zusammen wollen die beiden herausfinden, was es damit auf sich hat. Hilfe bekommen sie von Tim, der ein paar seltsame Aufnahmen gemacht hat, die er untersuchen will. Schließlich finden die drei heraus, dass die Villa in Wirklichkeit ein Refugium für magische Wesen ist – und Frau Schmitt, die eigentlich Sue Rubyred heißt, braucht ihre Unterstützung, um den Wesen zu helfen …
Dieses schöne Kinderabenteuer war angenehm zu lesen, hatte eine tolle Atmosphäre und vor allem einen sehr guten Fokus auf die Freundschaft zwischen den drei Hauptcharakteren. Gerade Lucy und Maya waren großartig, weil sie sich stets unterstützen und ihre wunderbare Freundschaft dadurch hervorragend zeigen, aber auch als Charaktere allgemein mochte ich sie sehr.
Mein Lieblingscharakter war dabei Maya, die mir unglaublich sympathisch war. Sie nimmt einen sehr aktiven Teil in der Handlung ein, ist sehr hilfsbereit und mutig, und mir kam sie stellenweise sogar mehr wie ein Hauptcharakter vor als Lucy. Natürlich bekommt auch Lucy einiges zu tun, aber ich möchte positiv erwähnen, dass ihre beste Freundin nicht einfach nur ein Extra ist, sondern tatsächlich ein gleichwertiger Hauptcharakter mit sehr viel Eigeninitiative.
Die magischen Wesen gefielen mir ebenfalls, wobei ich speziell das Nixenabenteuer mochte. Leider dauert es eine Weile, bis die Charaktere offiziell in die Welt der magischen Wesen eingeführt werden, aber ihre Integrierung in unserer Welt war dafür sehr gelungen.
Insgesamt also ein schönes Kinderabenteuer für Fans von Freundschafts- und Fantasygeschichten!
- Alexander
- von Schirach
- Penguin
- Kinderbuch
- Demokratie
- Philosophie
- Abenteuer
- Suche
- Gesetze
- Regeln
- Gerechtigkeit
- Würde
- Reise
- Geschenkbuch
Nachdem Kalistes tyrannischer König gestürzt wurde, sucht die Bevölkerung nach einem Weg, gerechte Gesetze zu etablieren. Die Bewohner kommen zu dem Schluss, dass nur ein Kind eine Lösung finden kann und wählen Alexander aus, nachdem dieser das Sphinx-Rätsel gelöst hat. Er macht sich auf eine Reise auf und begegnet dabei vielen verschiedenen Gestalten. Ob nun ein Modeschöpfer, ein Philosoph, ein Orakel oder eine Leserin: Sie alle haben ihre eigene Sichtweise, die Alexander zeigt, was wirklich wichtig ist …
Dieses schöne Kinderbuch erzählt ganz wunderbar davon, welche Werte in einer Demokratie vonnöten sind, um diese zu erhalten und das auf eine Art und Weise, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gut zu lesen ist. Für Erwachsene sind die Gesetze, die Alexander vorgeschlagen werden, natürlich offensichtlich, aber trotzdem wertvoll und für Kinder ohnehin wichtig. Zudem war es so oder so schön, sich selbst daran zu erinnern, welche Gesetze in einer Demokratie gelten sollten. Aber das, was mir wirklich gefiel, waren die viele subtilen Momente und Anmerkungen, die nur Erwachsene in ihrer Vollständigkeit verstehen (z.B. als Alexander auf den Philosophen Diogenes trifft).
Jeder Charakter hinterlässt hierbei einen starken Eindruck, was vor allem wegen ihrer begrenzten Screentime sehr beeindruckend ist. Mein persönlicher Liebling war das Orakel, aber sicher wird jeder seinen eigenen Lieblingscharakter finden können, weil sie alle nicht nur wichtige Lektionen mitgeben, sondern allgemein erinnerungswürdig geschrieben sind.
Den besten Vergleich, den ich bringen kann, ist „Der kleine Prinz“, weil speziell Alexanders Reise und sein Treffen auf verschiedene Charaktere mich ein wenig an die Reise des kleinen Prinzen erinnerte – mit dem Unterschied, dass Alexander tatsächlich wichtige Informationen erhält. Meine einzige Kritik besteht daraus, dass ich mir gerne noch mehr Diversität von den Charakteren gewünscht hätte, weil gerade Randgruppen die Vorzüge der Demokratie nicht so sehr genießen, wie sie es verdienen; hier finde ich, dass es noch effektiver gewesen wäre, ebenjene Randgruppen zu Alexander sprechen zu lassen (obwohl die Lektionen natürlich unabhängig von der Person, die sie vorträgt, wichtig sind).
Insgesamt eine schöne, kurzweilige Geschichte über Demokratie, die nicht nur für Kinder geeignet ist!
- Miss Swans
- zauberhafte Pension
- für magische Gäste
- Sangu Mandanna
- penhaligon
- Fantasy
- Cozy Fantasy
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- Quest
- Suche
- Found Family
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- Moderne Gegenwart
- Kleines Highlight
Als Jugendliche hat die Hexe Sera Swan ihre Großtante wiederbelebt und dabei fast ihre gesamte Magie verloren. Jetzt, fünfzehn Jahre später, leitet sie eine Pension, in die sich nur die Gäste verirren, die sie auch wirklich brauchen. Zusammen mit ihrer Großtante Jasmine, der in einen Fuchs verwandelte Hexe Clemmie, ihrem jungen Cousin Theo, der meist vernünftigen älteren Hexe Matila, dem enthusiastischen Ritter Nicholas und einem wiederbelebten Hahnskelett bildet sie eine ungewöhnliche, aber charmante Familie. Als diese einen Weg gefunden zu haben scheint, ihre verlorene Magie wieder zurückzuholen, kommt es ihnen gerade recht, dass der Magier Luke mit seiner kleinen Schwester Posy zur Pension geführt wird, da er ihnen bei der Suche nach den ungewöhnlichen Zutaten helfen kann. Und so beginnt ein witziges Abenteuer, bei dem Sera nicht nur ihre Magie sucht, sondern auch den Wert einer Familie findet …
Ich werde immer mehr ein Fan von Cozy Fantasy, da sie mich an die klassischen Fantasyabenteuer aus meiner Kindheit und Jugend erinnert, aber auch allgemein einfach schön zu lesen ist. Besonders der Found-Family-Trope, der zu meinen Lieblingen gehört, wird in diesem Roman hervorragend umgesetzt – am Anfang kam ich noch durcheinander mit den verschiedenen Charakteren, aber nach und nach konnte ich sie nicht nur problemlos voneinander unterscheiden, sondern gewann sie auch unglaublich lieb. Die Charaktere selbst sind dabei nicht allzu komplex, aber dafür umso charmanter.
Gerade die Chemie zwischen ihnen ist einfach großartig: Clemmie, die Theo gerne zu Untaten überredet und selbst welche ausführt; Theo, der sich mit Posy anfreundet und der einzige zu sein scheint, der sie wirklich versteht; Jasmine und Matilda, deren Romanze ein wenig plötzlich startet, sich aber wunderbar entwickelt; Nicholas, der mit seiner übertriebenen Ritterlichkeit der wohl witzigste Charakter ist; und natürlich Sera und Luke, deren Romanze mich besonders fesselte, weil sie sich in genau der richtigen Geschwindigkeit entwickelte und beiden Charakteren genug Szenen miteinander gab, um Gefühle füreinander zu entwickeln.
Der locker-witzige Schreibstil fängt die vielen lustigen Szenen perfekt ein, aber nicht nur diese: Es gibt auch einige ruhige und ernste Momente, in denen wir die Atmosphäre der Pension genießen können und die zu meinen persönlichen Highlights zählten. Die Balance zwischen dem Humor, den Charaktermomenten und den nachdenklichen Szenen war sehr gut, außer, dass die Spannung dann doch ein wenig zu kurz kommt; manchmal ist es ein wenig ZU ruhig, gerade, weil ich mit der Haupthandlung sehr mitfieberte und diese so einige Pausen bekam. Dafür wurde sie sehr zufriedenstellend gelöst: Während ich mir zwar für das endgültige Ende eine andere Lösung gewünscht hätte, waren die drei Zutaten und die Art und Weise, wie Sera sie findet, perfekt in die Handlung und die Charaktere integriert.
Ich glaube, das einzige, das mich dann doch manchmal irritierte, war die Mischung aus Magie und Moderne. Die Geschichte spielt nämlich in der modernen Gegenwart, mit Handys und Autos und TV-Serien, was nicht ganz zu einer magischen Pension passte und mich mehr als einmal kurz stutzen ließ. Ich vergaß immer wieder, dass die Geschichte in der Gegenwart spielt, weil es so leicht war, es zwischendurch zu vergessen, nur, um durch einen modernen Gegenstand wieder daran erinnert zu werden.
Insgesamt bietet der Roman aber ein schönes, gemütliches Leseerlebnis, das ich sehr genossen habe!
- Smeralda Bohm
- Bestiarium
- Anja Fislage
- Helge Vogt
- Coppenrath
- Kinderbuch
- Fabelwesen
- Kryptiden
- Wissenschaft
- Fantasy
- Forschung
- Abenteuer
Smeralda Bohm ist eine zwölfjährige Kryptozoologin, deren größter Traum es ist, ein Bestiarium aller verborgener Wesen zu erstellen. Das ist nicht immer leicht, weil fast keiner sie ernst nimmt und sie natürlich größte Vorsicht walten lassen muss. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein Waldelf taucht in ihrer Schule auf, ein Kommissaranwärter bittet sie um Hilfe wegen eines möglichen Basiliskenfalls, und sie bekommt eine Einladung zu einer Eignungsprüfung der Alten Anatomie, um in großem Format Kryptiden zu untersuchen. Und Smeralda ahnt bald, dass sie trotz ihres beachtlichen Wissens noch so einiges zu lernen hat …
Ich mag die Kombination aus Fantasy und Wissenschaft und dieses Kinderbuch hat sie wirklich gut umgesetzt! Smeralda hat einen sehr nüchternen Schreibstil, der den wissenschaftlichen Teil gut einfängt, aber auch für unfreiwillig witzige Momente sorgt, weil sie sich zwar hervorragend mit Kryptiden auskennt, aber dafür weniger mit Menschen, Gefühlen und allgemeinem Verhalten. Es wird zwar nie ausgesprochen, aber Smeralda gehört recht offensichtlich dem autistischen Spektrum an, was sehr gut zum Roman gepasst hat.
Zugegeben hat es sie dafür auch manchmal unsympathisch gemacht, denn oft behandelt sie ihre Familienmitglieder und Freunde sehr verletzend, ohne es zu merken und ohne andere Lösungen in Betracht zu ziehen. Gegen Ende wurde sie etwas empathischer, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sie ihre Lieben nicht richtig zu schätzen wusste bzw. es nicht richtig ausdrücken konnte. Doch gerade deshalb freue ich mich darauf, ihre Entwicklung in späteren Bänden zu sehen, in der Hoffnung, dass die Nebencharaktere noch wichtigere Rollen einnehmen werden.
Denn obwohl die Nebencharaktere gar nicht so oft auftauchen, wie ich es erwartet habe, haben sie einen starken Eindruck hinterlassen. Speziell Kenji, Smeraldas bester Freund, und Kommissaranwärter Juri Konstantin waren mir sehr sympathisch und ich hätte gerne noch mehr von ihnen und den anderen Charakteren gesehen. Zusammen mit den Kryptiden, natürlich – sie wurden gut dokumentiert und die schönen Illustrationen von Helge Vogt hauchen ihnen erfolgreich Leben ein, aber die allermeisten spielen nur eine kleine Rolle. Hier war mein Liebling der Waldelf Nicholas Lavendel, der zum Glück eine große Rolle spielt.
Smeraldas Intelligenz kommt größtenteils gut hervor, zusammen mit der Naivität, die in manchen Bereichen damit einhergeht, sowie Szenen, in denen sie sie auf erfolgreiche oder witzige Weise zeigen konnte. Allerdings fand ich es zweifelhaft, dass sie die Alte Anatomie lange nie in Frage stellte, denn es war überdeutlich, dass ihr nicht zu trauen ist. Ja, ihre Begeisterung für Kryptiden blendete sie, aber gerade als Wissenschaftlerin hätte sie meiner Meinung nach mehr Fragen stellen sollen.
Was ein wenig unter Smeraldas Schreibstil leidet, sind die emotionalen Szenen. Es gibt zwar welche, die mir sehr gefielen und die mich berührten, aber der Schreibstil machte es nicht immer leicht, sich in sie fallen zu lassen, weil Smeralda selbst so große Probleme damit hat, eigene und andere Gefühle zu verstehen. Aus diesem Grund würde ich das Kinderbuch speziell den Kindern empfehlen, die Monstergeschichten und wissenschaftliche Ansätze lieben, aber dafür weniger denjenigen, die ein „klassisches“ Abenteuer lesen wollen. Mir persönlich hat es gut gefallen, doch könnte ich verstehen, wenn es anderen nicht so geht!
Benjamiah vermisst den Winkelwald sehr, und so nutzt er seine Chance, als er bei seiner Mutter einen Hexenstein entdeckt. Zu seinem Schrecken befestigt es sich über seinem linken Auge und lässt sich nicht entfernen – außer, er besteht im Winkelwald die fünf Prüfungen der Hexe Agatha Drake, die auf den Geschichten von Mildred Fogge basieren. Zusammen mit Elizabella und zwei neuen Freunden – dem Kartografen Silas und dem entrissenen Mädchen Mia – machen sie sich auf eine Reise, um diese Prüfungen zu bestehen, denn sie haben nur den Mittsommer Zeit, bevor auch Benjamiah zu den entrissenen Kindern gehören wird …
Im zweiten Band erwartet Benjamiah wieder ein fantastisches Abenteuer, bei dem ich sehr froh war, dass er wie beim ersten Band die Struktur mehrerer Aufgaben bzw. Prüfungen hatte, weil ich dieses Prinzip schlicht sehr mag – nur leider dauert es eine Weile, bis diese Prüfungen überhaupt losgehen.
Denn in den ersten hundertsiebzig Seiten erfährt Benjamiah erst einmal von Agatha und trifft auf seine alten und neuen Freunde, woraufhin dann die Prüfungen losgehen, was für mich dann doch eine zu lange Zeitspanne war (immerhin ein Drittel der Handlung!). Die Prüfungen, die danach folgten, waren wirklich großartig und ich mochte es vor allem, wie sie auf den Geschichten der Winkelwald-Autorin Mildred Fogge basierten, was ihnen eine zusätzliche Tiefe gab. Sowohl die Geschichten als auch die Prüfungen waren spannend zu lesen und deshalb meine persönlichen Highlights. Aber ja, die Zeit bis dahin war für mich ein wenig zu lang.
Was die Hauptcharaktere betrifft, war Benjamiah wie im ersten Band sehr sympathisch und Elizabella zum Glück auch: Im ersten Band mochte ich sie nicht besonders, weil sie gegenüber Benjamiah sehr unsympathisch war, aber hier im zweiten Band hat sie zwar immer noch eine raue Seite, aber mit einem deutlichen weichen Kern. Dafür war es der Neuzugang Silas, der in diesem Band nicht besonders liebenswert war; er wird zwar im Lauf des Romans besser, aber richtig warum wurde ich mit ihm nicht.
Dann haben wir noch Mia und sie ist mit Abstand mein Lieblingscharakter! Vielleicht ein wenig zu ungeschickt, aber unglaublich sympathisch, fröhlich, lebendig und mit Tiefe aufgrund ihrer Unsicherheiten. Den vier Freunden dabei zuzuschauen, wie ihr Band immer enger wurde, gehörte neben den Geschichten und Prüfungen zu meinen liebsten Aspekten des Buches – denn am Anfang fühlten sie sich nicht gerade wie Freunde an, aber das änderte sich im Verlauf der Geschichte auf eine sehr zufriedenstellende Weise.
Insgesamt also ein Roman, der zwar eine Weile braucht, um in Fahrt zu kommen, aber dann zu einem spannenden Abenteuer wird!