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Einträge mit dem Tag freundschaft.

Imogen ist die wohl größte Ally, die man sich vorstellen kann. Doch ihr Selbstbild als heterosexuelles Mädchen wird ganz schön über den Haufen geworfen, als sie ihre beste Freundin Lili übers Wochenende am College besucht. Denn Lili hat ihren queeren Freunden erzählt, dass sie und Imogen einmal zusammen waren, sodass die gesamte Freundesclique Imogen für bi hält. Und als Imogen auf die charmante Tessa trifft, realisiert sie zum ersten Mal, dass sie vielleicht nie hetero war … doch wer ist sie wirklich?

Bereits vor einem Jahr habe ich dieses Jugendbuch auf Englisch gelesen und mich sehr darüber gefreut, es nun auch auf Deutsch zu tun! Denn nicht nur ist die Übersetzung sehr gelungen, die Geschichte ist auch unabhängig von ihrer Sprache einfach so wunderbar, dass ich sie gewiss noch einmal lesen werde.

Ich konnte mich einfach so sehr mit Imogen identifizieren, und all ihre Gedanken und Zweifel sind mir sehr nahe gegangen. Auch ihre Romanze mit Tessa und ihre Freundschaft mit Lili war großartig umgesetzt, wobei mir auch der Rest der Freundesgruppe sehr ans Herz wuchs. Besonders interessant war Gretchens Charakter, weil sie am Anfang durchaus als jemand startet, deren Perspektive man verstehen kann – bis sie zeigt, wie extrem ihre Perspektive wirklich ist.

Bisher war dieses Buch die queere Geschichte, mit der ich mich am meisten mit dem Hauptcharakter identifizieren konnte. Und allgemein ist sie einfach eine wunderschöne Wohlfühlgeschichte für alle, die sie brauchen!

Penny und Tate haben ein angespannten Verhältnis zueinander. Ihre Mütter sind beste Freundinnen, doch sie selbst können ihre Beziehung nicht so recht definieren. Mehrmals waren sie kurz davor, ihre Gefühle mit einem Kuss zu besiegeln, doch immer kam etwas dazwischen. Doch nun möchte Pennys Mutter einen Teil ihrer Leber an Tates kranke Mutter spenden, was die beiden unerwartet wieder näher bringt – und sie an all die Male erinnert, bei denen sie sich fast geküsst hätten …

Diese süße Liebesgeschichte erzählt die sich langsam entwickelnde Romanze zwischen Penny und Tate in einem Format, das speziell bei Fanfiktions beliebt ist: Zuerst werden die Male erzählt, bei denen Penny und Tate beinahe zusammengekommen wären, und dann das eine Mal, als es geschah. Doch statt sich allein auf die Male zu konzentrieren, erzählt Tess Sharpe eine ganze zusammenhängende Geschichte, unterbrochen von Rückblicken, die sich nicht nur den Beinahe-Küssen, sondern auch anderen wichtigen Momenten widmet. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen, weil es sowohl der Handlung als auch den beiden Hauptcharakteren einiges an Tiefe verliehen hat!

Apropos Hauptcharaktere: Sowohl Penny als auch Tate waren mir sehr sympathisch, wobei ich vor allem mit Pennys Geschichte sehr mitfieberte. Sowohl ihre Hintergrundgeschichte als auch ihre Gegenwart sind so dramatisch, dass ich automatisch investierter in ihre Handlung war. Zwar hatte Tate dafür ihre kranke Mutter, aber letztendlich ging es meiner Meinung nach stärker um Penny. Dafür fand ich die Beziehung zwischen den beiden Mädchen sehr gut ausbalanciert und süß aufgemacht.

Das, was mir im Nachhinein merkwürdig vorkam, war die sehr angespannte Beziehung zwischen den beiden am Anfang. Sobald man erfährt, was die beiden miteinander durchgemacht haben, wundert man sich aufrichtig, warum die beiden in der Gegenwart nicht enge Freundinnen sind. Zumindest hätte ich das definitiv erwartet, wenn wir die Rückblicke zuerst gelesen hätten. Die Rückblicke selbst waren wie gesagt großartig, doch hätten sie imho dazu führen müssen, dass Penny und Tate genauso eng befreundet sind wie ihre Mütter.

Es gab zudem einen vermeidbaren Second-Act-Breakup, der überraschend leicht aufgelöst wurde, weshalb ich mir an dieser Stelle mehr Kommunikation zwischen den beiden Mädchen gewünscht hätte.

Doch trotz dieser Kritikpunkte hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht, mich richtig in die Geschichte hineingezogen und mich auch ein paar Mal zu Tränen gerührt. Von daher kann ich sie problemlos allen Slow-Burn-Fans empfehlen!

Seit die Außergewöhnlichen Shadow Star und Pyro Storm in Nova City aufgetaucht sind, ist Nick Bell ein leidenschaftlicher Fan von Shadow Star. Er arbeitet sogar an einer epischen Self-Insert-Fanfiktion, in die er all seine Liebe und Leidenschaft steckt. Sein bester Freund Seth und seine Freundinnen Gibby und Jazz teilen seine Besessenheit zwar nicht, unterstützen ihn aber so gut es geht – bis Nick eines Tages auf Shadow Star trifft und daraufhin beschließt, selbst ein Außergewöhnlicher zu werden. Speziell Seth ist überhaupt nicht begeistert davon und zieht sich immer mehr von ihm zurück, doch auch Gibby und Jazz halten es für eine schlechte Idee. Doch je mehr der Konflikt zwischen Shadow Star und Pyro Storm zu eskalieren droht, desto entschlossener ist Nick, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen …

Als T.J. Klune-Fan konnte ich mir „The Extraordinaries“ natürlich nicht entgehen lassen – und obwohl es durchaus Dinge gibt, die ich als Kritik empfand, hatte ich letztendlich so viel Spaß mit diesem Roman, dass es mir schwer fällt, ihn tatsächlich zu kritisieren. Seine sympathischen Haupt- und Nebenfiguren sowie der sehr humorvolle und packende Schreibstil waren in Kombination einfach großartig; man fiebert richtig mit ihnen mit und mehr als einmal wünschte ich mir, selbst Teil der Geschichte und von Nicks Freundesgruppe zu sein. T.J. Klune ist wirklich ein hervorragender Autor, wenn es darum geht, wunderbare Figuren zu erschaffen!

Neben Nicks Freundesgruppe, die insgesamt ein Highlight war, war mir speziell Nicks Vater äußerst sympathisch. Es gibt zwar noch einige andere Nebenfiguren, die in ihrer limitierten Screentime einen äußerst positiven Eindruck bei mir wecken konnten, doch letztendlich ist es Nicks Vater, den ich von allen Nebencharakteren am liebsten mochte.

Ein großer Fokus des Romans ist die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen Nick und Seth – und ich muss schon sagen, T.J. Klune hat es hier wirklich hervorragend geschafft, die Gefühle der anderen Charaktere auf uns Leser:innen zu übertragen! Denn es ist für alle außer Nick schmerzhaft offensichtlich, dass er und Seth ineinander verliebt sind, doch Nick selbst braucht eine ganze Weile, um seine Gefühle diesbezüglich zu begreifen. Das hat mich persönlich nicht gestört, weil die Beziehung sich so zwar sehr langsam entwickelte, aber aber dafür noch in diesem Band aufgelöst wird.

Etwas Anderes, das für uns Leser schmerzhaft offensichtlich gemacht wird, ist der Grund für Seths merkwürdiges Verhalten – wobei ich hier Nick mehr als einmal am liebsten angeschrien hätte, es doch bitte endlich zu hinterfragen! Am Anfang waren die Hinweise noch so grob, dass man sie leicht auf etwas anderes hätte zurückführen können, doch sehr bald wurden sie so offenkundig, dass mich Nicks Verhalten zugegeben ganz schön frustrierte – hier wünschte ich, ein früherer Zeitpunkt wäre gewählt worden, um das Geheimnis aufzuklären. Am Anfang war Nicks Ahnungslosigkeit nämlich noch spaßig, wurde meiner Meinung nach aber viel zu sehr in die Länge gezogen.

Zuletzt eine Kritik, die in den zukünftigen Bänden wahrscheinlich behoben wird: Die strenge Einteilung in Gut und Böse. Im Roman selbst wird sogar betont, dass es nicht nur Gut und Böse, sondern auch viele Graustufen gibt, doch in der Handlung findet dieser Grundsatz keine Bestätigung. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Helden und die Schurken uns gezeigt hätten, wie komplex die Situation tatsächlich aussehen kann.

Doch selbst mit diesen zwei Kritikpunkten habe ich den Roman so sehr genossen, dass ich ihn allen Superhelden- und T.J. Klune-Fans problemlos weiterempfehlen kann – und mich selbst schon wahnsinnig auf den nächsten Band freue!

Rowan Roth und Neil McNair sind seit ihrer gesamten Highschool-Zeit Rivalen, stets darauf bedacht, den jeweils anderen zu übertrumpfen. Als Neil zum Abschlussbesten gekürt wird, sieht Rowan nur noch eine Möglichkeit, ihn zu schlagen: Die Pirsch, eine Mischung aus Schnitzeljagd und dem Mörderspiel, die am letzten Tag der Highschool stattfindet. Um zu garantieren, dass sie und Neil bis zum Schluss übrig bleiben, verbündet sie sich sogar mit ihm, doch muss sie bald feststellen, dass ihre eigenen Gefühle ihrem Sieg im Weg stehen …

Rachel Lynn Solomon etabliert sich immer mehr als eine meiner liebsten Autor:innen, was Liebesromane angeht, was auch dieser Roman bestätigt. Rowan und Neil waren nicht nur äußerst sympathische Charaktere, sondern hatten auch eine wunderbare Chemie miteinander, die es leicht gemacht hat, mit ihnen mitzufiebern. Ich habe ihre Szenen miteinander sehr genossen, auch wenn sie zugegeben auf Kosten anderer Charaktere kamen. Für mich war es das definitiv wert, weil die Romanze so gut umgesetzt war, doch für den zweiten Teil würde ich mir tatsächlich wünschen, dass er mehr Fokus auf die Freundschaft zwischen Rowan, Mara und Kirby legt.

Auch die eigentliche Schnitzeljagd steht nicht im Fokus, sondern dient eher als Rahmen für die Romanze, was einerseits durchaus schade war, weil sie so spaßig und kreativ war, andererseits aber dazu beitrug, dass wir viele herzerwärmende Momente mit Rowan und Neil erlebten. Trotzdem gelingt es der Schnitzeljagd hervorragend, uns die Stadt Seattle zu zeigen, wobei ich es persönlich witzig fand, dass ausgerechnet der einzige Hinweis, der mir etwas sagte, derjenige war, für den Rowan und Neil am längsten brauchten. Ansonsten war die Schnitzeljagd tatsächlich sehr inspirierend und hat in Verbundenheit mit dem Mörderspiel gezeigt, wie viel Lesefreude es bereiten kann, über einen nicht tödlichen Wettbewerb zwischen mehreren Personen zu schreiben!

Was ich ebenfalls sehr schön fand, war die Botschaft, die Rachel Lynn Solomon hier eingebaut hat: Dass man andere Menschen nicht für das verurteilen sollte, was sie mögen. Speziell Romanzen-Fans müssen sich oft damit herumschlagen, weshalb es mich sehr freute, dass hier ihr Wert betont wurde. :)

Ansonsten habe ich ehrlich gesagt nicht viel zu sagen, außer dass mir die Lektüre wirklich sehr gefallen hat und ich mich jetzt schon auf den zweiten Teil freue!

Nach ihrem Tod hinterlässt Yaras Mutter ihr einen Brief, in dem sie sie darum bittet, in die magische Stadt Zehaira zu reisen und dort mit der Zauberin Leyla Khatoun zu reden, die ihr weiterhelfen soll. Tatsächlich schafft Yara es sogar, in die Stadt zu kommen, doch von Leyla selbst ist dort keine Spur. Erst bei einer Siedlung außerhalb findet Yara sie schließlich, doch sie merkt bald, dass ihr Abenteuer damit erst beginnt – denn Leyla weigert sich, Yara irgendetwas zu verraten …

Mit „The Kingdom over the Sea“ haben wir ein schönes Fantasyabenteuer, das schlicht Spaß zu lesen macht und uns ein paar sympathische Charaktere bietet. Yara, die Protagonistin, ist dabei mein persönliches Highlight gewesen – ich habe es geliebt, wie sie sich stets für das Richtige eingesetzt hat und nie zögerte, ihre Meinung kundzutun. Tatsächlich habe ich selten Protagonisten erlebt, die so entschlossen waren, ihre Ziele zu erreichen und dabei immer noch sympathisch blieben!

Aber auch die anderen Charaktere mochte ich sehr, speziell Leyla, von der ich hoffe, im zweiten Teil noch mehr zu lesen. Das trifft übrigens auch auf alle anderen wichtigen Charaktere zu: Ajal, der Dschinn; Rafi und Mehnoor, Yaras Freunde; und Meri, Mehnoors Mentorin. Was die Beziehungen zwischen den Charakteren angeht (besonders die zwischen Leyla und Meri), hoffe ich ebenfalls, dass ein zweiter Teil mehr von ihnen zeigen wird, weil die Charaktere selbst mir so sympathisch waren.

Was Kritik angeht, fand ich den Haupttwist recht vorhersehbar und wünschte persönlich, der Prolog wäre weggelassen worden. Er verrät uns Leserinnen und Lesern so einige Dinge, die Yara erst herausfinden muss, wodurch die Szenen, in denen sie es dann tat, leider ihre Wirkung verloren. Also definitiv etwas, das der zweite Teil verbessern kann!

Insgesamt betrachtet hat es mir immer noch sehr viel Spaß gemacht, dieses Kinderbuch zu lesen – und ich hoffe, dass es anderen Leserinnen und Lesern auch so gehen wird!

Nach einem traumatischen Vorfall will Kokoro nicht mehr zur Schule gehen. Ohne zu wissen, wie es weitergehen soll, verbringt sie zu Hause ihre Zeit – bis ihr Spiegel plötzlich zu leuchten beginnt und sie in das Schloss der sogenannten Wolfskönigin gezogen wird. Zusammen mit sechs anderen Schülerinnen und Schülern bekommt sie eine einmalige Gelegenheit: Demjenigen, dem es gelingt, einen verborgenen Schlüssel im Schloss zu finden, wird ein Wunsch erfüllt. Solange können sie für gewisse Stunden im Schloss bleiben, während denen sie sich immer besser kennenlernen. Doch als sie erfahren, welches Opfer sie für ihren Wunsch bringen müssen, müssen sie sich fragen: Wollen sie den Schlüssel überhaupt finden?

Nachdem ich bereits die fünfbändige Manga-Reihe zum Roman gelesen hatte, war ich neugierig, wie der Roman selbst sein würde – und kann zu meiner Freude sagen, dass er mich ebenfalls sehr begeistert hat!

Nicht nur war er sehr gut zu lesen und hat es mühelos geschafft, mich in die Geschichte hineinzuziehen, sondern war auch von der Geschichte im Allgemeinen sehr einnehmend. Er hat viele wichtige Themen besprochen und mich sogar zwei, drei Mal zu Tränen gerührt. Die Charaktere, obschon wir nicht alle gleichwertig kennenlernen (was durchaus eine Kritik ist, weil ich mir gerne noch mehr Backstory zu jedem gewünscht hätte), waren alle auf ihre Weise sehr sympathisch und glaubwürdig. Unter den sieben Kindern mochte ich Masamune am liebsten, während mich unter den Nebencharakteren Kokoros Mutter am meisten begeistern konnte.

Was Kritik angeht, fand ich das Pacing im ersten Akt ein wenig zu langsam; zwar erfüllt er die wichtige Aufgabe, eine Freundschaft zwischen den Charakteren zu etablieren, doch trotzdem fand ich, dass es ein wenig zu lange dauerte, bis die interessanteren Teile der Geschichte stattfanden. Diese waren dafür zwar umso besser, aber erwähnen wollte ich es trotzdem.

Zudem sind die Twists durchaus vorhersehbar. Natürlich kannte ich sie dank des Mangas schon (was es sehr interessant gemacht hat, das Foreshadowing im Roman zu erleben), doch selbst diejenigen, die ihn nicht kennen, werden sie sicherlich vor der eigentlichen Offenbarung erraten. Mich hat das zwar nicht besonders gestört, weil ich die Geschichte selbst so gut fand, doch anderen Leserinnen und Leser könnte es durchaus missfallen.

Zuletzt ein kurzes Wort zur Manga-Umsetzung, die ich persönlich fantastisch fand. Sie ist überrascht akkurat und hat sogar an einer Stelle einen Plot Point eingebaut, den der Roman aufgrund seines Erscheinungsjahrs nicht vorhersehen konnte. Insgesamt sind sowohl der Roman als auch der Manga trotz meiner Kritikpunkte auf jeden Fall lesenswert!

Als Gideon, der Schlangenkönig, dreizehn heiratsfähige Mädchen in sein Schloss einlädt, ist fast keine von ihnen gewillt, tatsächlich seine Frau zu werden – am allerwenigsten Alix, die die Einladung nur notgedrungen angenommen hat. Viel eher ist sie an Lord Tyras interessiert, weshalb es ihr umso unangenehmer ist, dass der Schlangenkönig ihr besonders viel Aufmerksamkeit schenkt. Und schnell wird ihr klar: Gideon liebt es, mit den Mädchen zu spielen – und sie können ihn nur besiegen, wenn sie zusammenarbeiten …

In diesen Roman musste ich mich zugegeben einlesen, weil die ersten fünfzig Seiten, bevor Alix an den Hof des Schlangenkönigs kommt, eher langsam ablaufen – doch danach erwartete mich zum einen eine sehr gute Mystery und zum anderen eine sehr schöne Freundschaftsgeschichte (gemischt mit ein bisschen Liebe). Christian Handel hat mich speziell in der ersten Hälfte ordentlich an der Nase herumgeführt, was für ein paar wunderbare Twists sorgte. Und auch die zweite Hälfte war packend beschrieben, als es schließlich wortwörtlich um Leben und Tod ging.

Besondere Erwähnung verdienen die Charaktere. Alix war eine wunderbare Protagonistin, Gideon ein faszinierender Antagonist und speziell die Mädchen, mit denen Alix sich im Verlauf des Romans anfreundet, sympathische Nebencharaktere. Natürlich lernen wir nicht alle zwölf anderen Mädchen gleichwertig kennen, doch war ich positiv überrascht darüber, wie gut speziell Alix’ Freundinnengruppe charakterisiert war! (Meine persönlichen Lieblinge waren Irke, Ekka und Hester.)

Auch Tyras, Alix’ Love Interest, war mir sehr sympathisch, wobei ich zugegeben gerne noch mehr Szenen mit ihm gewollt hätte; speziell in der zweiten Hälfte der Handlung haben Gideon und Tyras nur begrenzt Screentime, was ich ein wenig schade fand, weil sie mich als Charaktere so fesselten. Damit zusammenhängend hätte ich mir gerne einen längeren Epilog gewünscht, weil hier viele Dinge zusammengefasst werden, die meiner Meinung nach ausführlichere Szenen verdient hätten.

Zuletzt eine Kritik: Nach den ersten paar Toten schaltete sich bei mir ein Schutzmechanismus ein, durch den ich mich um das Schicksal der restlichen Charaktere nicht ganz so sehr sorgte, wie ich es gerne gewollt hätte. Ich hatte solche Angst, alle meine Lieblingscharaktere zu verlieren, das ich die Tode, die tatsächlich passierten, nahezu taub entgegennahm. Ironischerweise finde ich letztendlich, dass am Ende zu viele unwichtige Nebencharaktere starben und nicht genug meiner Lieblingscharaktere; einerseits freut mich das natürlich, da ich pure Massaker nicht mag, aber andererseits waren mir viele der Toten dadurch relativ gleichgültig.

Letztendlich ein spannender Roman für alle, die über Fantasy, Freundschaften und starke Frauenfiguren lesen wollen – und sich nicht daran stören, dass manche dabei umkommen werden!

Charlie ist in ihre beste Freundin Mia verliebt, die jedoch nur Augen für ihren Mitschüler Milan hat. Nicht mal ihr bester Freund Luke weiß darüber Bescheid, ganz zu schweigen von ihrer Familie. Während Charlie Mia hinterher schmachtet, entgeht ihr, dass es ein anderes Mädchen gibt, das ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen versucht …

„Traumtänzerin“ ist der erste Roman von Alicia Zett, deren andere Romane ich bereits mit Freude gelesen und genossen habe. Und obwohl man natürlich merkt, dass es sich hierbei um ihr erstes Werk handelt, habe ich auch diesen Roman ebenfalls sehr gemocht!

Der Schreibstil ist recht schlicht gehalten, was es einfach macht, Charlies Gedanken zu folgen. Tatsächlich hat es mir sehr gefallen, wie gut wir ihre Gedanken nachvollziehen konnten, auch wenn der Übergang zwischen ihren Gefühlen für Mia und ihren Gefühlen für Viky für mich ein wenig zu fließend war; es war schwer, zu bestimmen, wann genau die einen Gefühle aufhörten und wann die anderen aufblühten. Wobei das jetzt keine richtige Kritik ist, sondern schlicht ein Punkt, der mich beim Lesen etwas verwirrte.

Denn die Beziehung zwischen Charlie und Viky an sich war sehr wunderschön beschrieben und ich habe es geliebt, ihre wachsende Romanze zu verfolgen. Zu Mia hätte ich mir ein endgültigeres Ende gewünscht, weil der Status ihrer Freundschaft am Ende überraschend unklar ist. Umso schöner war dafür Charlies Freundschaft mit Luke umgesetzt; nicht nur war er selbst ein wunderbarer Charakter (der später seinen eigenen wohlverdienten Roman bekommen hat), sondern allgemein ein großartiger Freund!

Schön fand ich auch, dass Alicia Zett Familienmitgliedern ebenfalls ihren wichtigen Moment gegeben hat, auch wenn letztendlich nur Charlies Vater für die Handlung relevant ist. Sonst werden allgemein viele für junge Erwachsene relevante Themen angesprochen, was zusätzlich dazu beitrug, dass man sich gut in Charlies Probleme hineinversetzen konnte.

Insgesamt also ein schönes Debüt, das gut zeigt, wie sich Alicia Zett im Lauf ihrer Romane entwickelte!

Nach der Offenbarung im letzten Band hat sich für Joy alles geändert. Plötzlich muss sie ihre Gefühle für Rhyme geheim halten und ihr Training bei den Montagues – und mit Cut – fortsetzen. Während sie über Rhyme hinwegzukommen versucht, verbringt sie immer mehr Zeit mit Cut, bald hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen. Mehr denn je möchte Joy herausfinden, ob es einen Weg gibt, den Fluch zu brechen – und was die beiden Grafen vor ihr und dem Rest der Schülerschaft geheim halten …

Während im ersten Band Rhyme besonders viel Fokus bekam, ist es hier im zweiten Band Cut, dessen Persönlichkeit wir näher kennenlernen. Da ich Cut bereits im ersten Band sehr mochte, hat es mich sehr gefreut, hier mehr von ihm zu sehen, auch wenn es natürlich schade war, dass dafür die Szenen zwischen Joy und Rhyme kürzer getreten sind. Zum Glück waren die Szenen zwischen ihnen immer noch süß und herzerwärmend!

In diesem Zusammenhang muss ich zugeben, dass mir die Romanze zwischen Joy und Cut sehr unnötig vorkam. Sie kam mir teils sogar grausam vor, weil sie sehr bald nach Joys Häuserwechsel stattfand und keiner von beiden an Rhymes Gefühle zu denken schien. Da beide, was Beziehungen angeht, recht offen sind, hätte ich es hier begrüßt, tatsächlich eine beidseitige Romanze ohne tiefere Gefühle zu sehen. Oder mehr Szenen zwischen Rhyme und Cut, die im ersten Band ihre ganz eigene Dynamik hatten und die das Liebesdreieck im ersten Band so erfrischend machte. Im zweiten Band haben sie leider kaum Szenen miteinander, was ich sehr schade fand.

Was ich dafür sehr mochte, waren die Nebencharaktere: Speziell Ink, Drapes und Stage waren genial, weil sie entweder sehr unterhaltsam waren (Ink und Stage) oder eine sehr einnehmende Charakterentwicklung hatten (Drapes). Die Aktionen, die die Charaktere zusammen mit Joy unternahmen, führten zwar leider nur zu wenig, aber die Charaktere selbst haben das mehr als wett gemacht.

Zusammen genommen mit dem lockeren, teils humorvollen Schreibstil haben wir hier also einen zweiten Band, den ich zwar nicht ganz so gut wie den ersten fand, der mir aber immer noch eine unterhaltsame Lektüre bescherte!

Caro beginnt ihr letztes Schuljahr auf Schloss Mare und hat Angst, was sie danach erwartet. Vor allem, als Samuel, den sie bisher für ihre Partnerin Sam hielt, sich bei ihr als trans outet, was viele Fragen aufwirft. Darf er noch im Fußballteam mitspielen? Wie soll er sich vor Freund*innen und Familie outen? Und was bedeutet das für ihre Beziehung, nachdem Caro noch nie Interesse an Jungs zeigte? Dieser und vielen weiteren Fragen müssen sich die beiden in Lauf der nächsten Monate stellen ...

Mit Lou und Mika hat die "Liebe ist"-Trilogie ihren Anfang genommen, wurde mit Toni und Lukas weitergeführt und findet jetzt mit Caro und Samuel ihr zufriedenstellendes Ende. Obwohl der Band theoretisch auch einzeln gelesen werden kann, empfehle ich persönlich, die vorigen Bände ebenfalls zu lesen. Dadurch ist es nicht nur sehr viel leichter, den Überblick über die Charaktere zu behalten, sondern umso schöner, zu sehen, wie die Paare aus den vorigen Bänden sich weiterentwickelt haben.

Natürlich liegt der Fokus trotzdem auf Caro und Samuel, deren Geschichte mich wirklich sehr berührt hat. Caros Angst vor Veränderungen konnte ich sehr gut nachvollziehen, genauso wie ihre Ängste bezüglich Samuels Transition. Auch Samuel bekommt genug Gelegenheit, seine Gefühle zu zeigen, wodurch es ebenfalls leicht war, seine Höhen und Tiefen mitzufühlen.

Dankbar war ich dafür, dass sowohl Caros als auch Samuels Problemen genug Platz eingeräumt wird, sodass beide im Verlauf der Handlung gleich wichtig bleiben. Auch ihre schönen Momente miteinander und mit anderen nehmen viel Raum ein und sind fantastisch geschrieben – ich war mehrmals zu Tränen gerührt, weil Alicia Zett ihre Geschichte so wunderschön erzählt hat!

Als Kritik kann ich höchstens das etwas langsame Pacing einbringen; der Großteil des Romans erzählt von der ersten Hälfte des Schuljahrs, während die zweite Hälfte regelrecht an einem vorüberfliegt. Es war zwar imho die richtige Entscheidung, die ersten paar Monate mit all der Ungewissheit, die sie bringen, ausführlich zu beschreiben, doch trotzdem hätte ich gerne mehr von den Ereignissen der zweiten Hälfte und speziell den Veränderungen, denen Caro und Samuel sich stellen, mitbekommen.

Im Anbetracht der Tatsache, wie gut mir dieses Buch gefallen hat, ist das jedoch verschmerzbar – und ich kann das Buch allen Leser*innen empfehlen, die eine wunderbare Liebes-, Freundschafts-, Familien- und LGBTQIA+-Geschichte lesen möchten!

Kristina und Jan Vianello verbringen die Weihnachtsferien bei ihrer Urgroßmutter in Venedig, wo schon bald merkwürdige Dinge geschehen. Ein geisterhafter Junge stiehlt ihnen ihre Besitztümer, ihre Tante Sara fühlt sich immer stärker vom Meer angezogen und eine mysteriöse Gondel weckt zusätzlich ihre Aufmerksamkeit. Zusammen mit Luca und Pippa Pezzi, die eigentlich mit Kristinas und Jans Familie verfeindet sind, erforschen sie die magischen Wege Venedigs und stellen Nachforschungen zu ihrer Vorfahrin Violetta Aquana an, um das Geheimnis ihrer Familie zu lüften …

Dieses Kinderbuch habe ich bereits 2012 bei seinem Erscheinen gelesen, war jedoch sehr erfreut, so viele Jahre später eine Neuauflage davon zu bekommen. Nina Blazon hat hier ein halb gruseliges, halb fantastisches Abenteuer geschrieben, das mir sehr viel Spaß gemacht hat. Die Mysterien sind auf eine Art und Weise aufbereitet, die es leicht macht, mit den Charakteren mitzufiebern, wobei das Foreshadowing positiv hervorsticht. Für ältere Leser könnte es wohl etwas zu deutlich sein, doch ich fand es schön, beim Lesen über die Hinweise auf bestimmte Offenbarungen zu stolpern.

Neben der Handlung fand ich auch die Charaktere großartig, vor allem Luca, Sara und Fedele, die ich allesamt sehr sympathisch fand. Hier muss ich auch unbedingt die langsam eingebaute und süß umgesetzte Romanze zwischen Sara und Fedele erwähnen, die mein persönliches Highlight war. Am Anfang ahnt man noch nichts von einer möglichen Beziehung, aber im Verlauf des Romans wird sie immer deutlicher, bis sie einen zufriedenstellenden Abschluss findet. Diese langsame Herangehensweise hat mir außerordentlich gut gefallen!

Andere Beziehungen kommen ebenfalls nicht zu kurz, wobei speziell Kristinas und Jans Geschwisterbeziehung und ihre Freundschaft mit Luca positiv hervorzuheben ist. Ich fand es sehr schön, dass Nina Blazon jeder wichtigen Beziehung genug Platz einräumte!

Was mögliche Kritik angeht, fand ich, dass sowohl der Anfang als auch das Ende des Romans etwas zu schnell verlief bzw. etwas zu schnell aufgelöst wurde. Speziell die Art und Weise, wie ein gewisses Problem am Ende angegangen wurde, kam mir äußerst unwahrscheinlich und etwas zu deus-ex-machina-mäßig vor.

Doch natürlich hat das meinem Vergnügen letztendlich keinen Abbruch getan, weshalb ich dieses Kinderbuch nicht nur Kindern, sondern auch älteren Leserinnen und Lesern vollauf empfehlen kann!

Johanna, Holly und Mylène: Drei Frauen zu drei unterschiedlichen Zeiten, die sich verschiedenen Problemen stellen müssen. Johanna findet an der Grenze der DDR ein siebzehnjähriges Mädchen, das sich vor den Grenztruppen versteckt und zudem schwanger ist. Holly möchte Wiedergutmachung für die Familie ihrer Kollegin leisten, die bei einem Unglück gestorben ist, bei dem Holly hätte umkommen sollen. Und Mylène findet heraus, dass sie adoptiert ist, weshalb sie sich auf eine Schnitzeljagd aufmacht, um ihre wahren Wurzeln zu finden. Die Geschichten der drei Frauen hängen eng miteinander zusammen, und sie alle fragen sich: Was ist eigentlich Glück?

In diesem wunderschönen Roman verwebt Louise Pelt drei packende Geschichten auf wirklich wundervolle Weise, die ich so noch nie gesehen habe. Zum einen schaffte sie es, tatsächlich alle drei Geschichten gleich interessant zu gestalten. Am Anfang mochte ich Hollys Geschichte am meisten, doch sehr bald wuchsen mir auch Johannas und Mylènes sehr ans Herz, sodass ich am Ende alle drei Geschichten mochte.

Zum anderen ist es wohl das erste Mal, dass die erzählten Geschichten auch tatsächlich sehr eng miteinander zusammenhängen. Viele andere Romane dieser Art, die ich gelesen habe, hatten letztendlich eine relativ grobe Verbindung, doch hier hängt alles so stark zusammen, dass es eine wahre Freude war, zu sehen, wie sich das Puzzle schließlich zusammenfügte.

Bei Johanna war ihre Beziehung zu dem Mädchen ein eindeutiges Highlight. Am Anfang ist Johanna eher frostig zu ihr und möchte auf keinen Fall, dass sie ihr ans Herz wächst – aber natürlich geschieht das trotzdem und es war sehr charmant zu lesen, wie Johanna es zunächst nicht wahrhaben will. Die beiden hatten einfach eine wunderbare Freundschaft, die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich glaube, ich hätte nur den Spannungsfaktor ein wenig verstärkt; denn obwohl theoretisch ständig die Gefahr besteht, entdeckt zu werden, fühlte ich die Gefahr nur am Ende und sonst eher nicht.

Bei Holly war es der Konflikt, dem sie sich stellen muss, der mich am meisten packte – die Tatsache, dass sie sich die Schuld für den Tod ihrer Kollegin gibt und gleichzeitig deren Familie näher kommt, die nichts von ihrer Beteiligung daran weiß, war einfach eine sehr spannende Ausgangssituation. Doch hätte ich mir hier gewünscht, dass speziell ihre Beziehung zu Matt, dem Partner ihrer Kollegin, stärker ausgebaut worden wäre. Die Beziehung zu dessen Sohn Lukas war sehr gut umgesetzt, doch dadurch, dass Holly sich so oft von Matt fernhält, konnte ich mit ihrer Beziehung zu ihm nicht ganz so stark mitfiebern, wie ich es gerne getan hätte.

Mit Mylène hatte ich wohl meine größten Probleme – weil ihre Geschichte meinen absoluten Lieblingscharakter enthielt: Etienne, ihren Exfreund. Er war unglaublich sympathisch, humorvoll und mein persönliches Highlight von Mylènes Geschichte, weshalb ich richtig enttäuscht war, dass er in den letzten zwei Kapiteln überhaupt nicht vorkam. Zwar gab es am Ende einen netten Twist, was Mylènes Verlobten anging, aber dadurch, dass wir den Großteil ihrer Geschichte mit Etienne verbrachten, war ich sehr enttäuscht davon, dass er am Ende im Grunde vergessen wurde.

Auch hätte ich mir gerne eine ausführliche Aussprache mit ihren Adoptiveltern gewünscht, in denen sie ihnen versichert, dass sie immer noch ihre Eltern sind, weil ich es sehr schade fand, dass sie letztendlich von Mylène ignoriert wurden.

Zusammengefasst haben wir hier aber immer noch eine wunderschöne Geschichte, die ich unglaublich genossen habe und die ich trotz ihrer Schwächen vollauf empfehlen kann!

Die Vampirin Misery Lark hat lange unter Menschen gelebt, doch nur ihre beste Freundin Serena war ihr je wichtig. Als Serena spurlos verschwindet, ist Miserys einziger Hinweis ein Name, den sich ihre Freundin kurz vor ihrem Verschwinden notiert hat: L. E. Moreland. Als Miserys Vater verkündet, dass ein Bündnis zwischen Vampiren und Werwölfen in Form einer Heirat geschmiedet werden soll, hat Misery zunächst kein Interesse – bis sie erfährt, dass der Werwolf Lowe Moreland heißt. Daraufhin lässt sie sich auf die Ehe mit ihm ein, entschlossen, herauszufinden, ob Lowe etwas mit Serenas Verschwinden zu tun hat. Allerdings hat sie nicht erwartet, dass sie sich währenddessen in ihn verlieben könnte …

Vor dem Lesen war ich zugegeben recht zögerlich, weil ich gegenüber Vampir- bzw. Werwolf-Romanen bestenfalls neutral eingestellt bin. Da ich Ali Hazelwood insgesamt recht mag, beschloss ich, dem Roman trotzdem eine Chance zu geben – und zu meiner Freude hat er mir überraschend gut gefallen!

So fand ich die Vampir-/Werwolf-Thematik interessant umgesetzt und speziell die beiden Hauptcharaktere haben mir sehr gut gefallen. Ali Hazelwood schafft es mühelos, sie durch ihren locker-leichten Schreibstil sympathisch zu machen, auch wenn mir Lowe gegen Ende zugegeben etwas zu besitzergreifend war. Doch letztendlich waren sowohl Misery als auch Lark großartige Figuren und ihre langsam wachsende Beziehung war gut umgesetzt.

Die Nebenfiguren bleiben größtenteils recht blass, mit zwei großen Ausnahmen: Serena, Miserys Freundin, und Ana, Lowes kleine Schwester. Obwohl Serena bereits zu Anfang des Romans verschwunden ist, bekommt man durch Miserys Erzählungen über sie einen erstaunlich guten Einblick in ihren Charakter. Ich war sehr beeindruckt davon, wie sympathisch mir Serena allein durch Miserys Ausführungen wurde; tatsächlich mochte ich sie mindestens so sehr wie die wunderbare kleine Ana, deren Beziehung zu Misery und Lowe einfach entzückend war.

Es gibt auch ein paar unerwartete Twists gegen Ende, die mir sehr gefallen haben, auch wenn die Handlung bis dahin zugegeben wie erwartet verläuft. Dafür mochte ich es, wie viele „bekannte“ Szenen durch die Grundidee der Geschichte einen neuen Anstrich bekamen.

Die einzige Kritik, die ich habe, ist die Art und Weise, wie Miserys und Lowes Romanze sich gegen Ende entwickelt, weil die manchmal obszöne Ausdrucksweise verbunden mit Lowes besitzergreifendem Benehmen nicht meinem Geschmack entsprach. Doch insgesamt betrachtet hat mir der Roman trotzdem sehr gut gefallen, weshalb ich hoffe, dass auch andere Leserinnen und Leser hier eine schöne Romanze zum Wohlfühlen finden werden!

Verity, eine Geheimagentin, wird von den Gestapo gefangen genommen. Sie und ihre beste Freundin Maddie, eine Pilotin, haben im zweiten Weltkrieg so einiges erlebt und jetzt wird Verity damit gedroht, sie zu foltern, wenn sie ihre beste Freundin nicht verrät. Also schreibt Verity ihre gemeinsame Geschichte auf – wohl wissend, dass sie Maddie wohl nie wiedersehen wird …

Die erste Hälfte dieser Geschichte fand ich absolut großartig – wir lesen Veritys Bericht, den sie für die Gestapo schreibt und der teils ihre entwürdigenden Erlebnisse in der Gegenwart und teils ihre Freundschaft mit Maddie in der Vergangenheit berichtet. Das war nicht nur sehr abwechslungsreich zu lesen, sondern ermöglichte es, dank Veritys lebendigem Schreibstil mit den Ereignissen mitzufiebern. Ich war richtig gefangen in der Geschichte und wollte unbedingt wissen, was genau passiert ist bzw. was genau passieren wird.

Doch dann kam die zweite Hälfte, die aus Maddies Sicht erzählt wird und einen eher nüchternen Schreibstil benutzt. Zwar gab es hier durchaus auch ein paar Sätze und Szenen, die sehr positiv hervorgestochen sind (vor allem die „Küss mich, Hardy!“-Szene), aber insgesamt fand ich die Ereignisse hier nicht halb so interessant wie die, die Verity beschrieb. Das liegt vor allem am Schreibstil, der es nicht ganz so leicht gemacht hat, sich in ihm zu verlieren, auch wenn es natürlich Sinn macht, dass Verity und Maddie andere Stile haben. Trotzdem hätte ich mir für Maddies eher langatmige Hälfte der Geschichte gerne mehr Lebendigkeit gewünscht, die in Veritys Hälfte so deutlich hervorgestochen ist.

Was trotzdem sehr gut beschrieben wurde, war die Freundschaft der beiden jungen Frauen. Sie war glaubwürdig, herzzerreißend und einfach wunderschön. Ich finde, dass wir mehr Romane dieser Art brauchen: Welche, die eine Freundschaft in den Vordergrund setzen und keine Romanze. Trotz der Tatsache, dass ich die zweite Hälfte der Geschichte nicht so packend erzählt fand wie die erste, habe ich die Freundschaft zwischen Verity und Maddie mit jeder Zeile gespürt.

Von daher fällt es mir schwer, eine volle Empfehlung auszusprechen, aber auch, sie vollkommen sein zu lassen. Ich würde nicht empfehlen, nur Veritys Teil zu lesen, weil Maddies Teil die wichtigste Szene für die beiden und allgemein wichtige Kontextinformationen enthält; insofern ist es wohl am besten, wenn Leserinnen und Leser selbst entscheiden, ob sie dem vollen Roman eine Chance geben wollen oder nicht. Und obwohl es sicher nicht jedem so gehen wird, bin ich letztendlich froh, dass ich es getan habe.

Nina ist ein großer Fan der Podcasterin Malu, die in ihrem Podcast „Verbrechen Berlin“ die ganze Stadt in Atem hält. Umso erfreuter ist sie, als Malu eine Reinigungskraft sucht und tatsächlich Nina einstellt. Doch als sie Malu tatsächlich kennenlernt, ist diese merkwürdig distanziert und überhaupt nicht so, wie Nina sie sich vorgestellt hat. Schon bald vermutet sie, dass Malu etwas zu verbergen hat. Gleichzeitig folgen wir der Geschichte von Jenni, die von zu Hause flieht und in einem Mädchen, das sich Strippe nennt, eine beste Freundin findet. Zusammen fliehen sie nach Spanien, wo Jenni sich in den Musiker Rico verliebt, was ihre Freundschaft mit Strippe allerdings auf eine schwere Probe stellt …

Dieser Thriller hatte eine paar sehr gute Aspekte, aber auch ein paar Schwächen, weshalb ich gerne beides ansprechen möchte. Am meisten hat mir die Art und Weise gefallen, wie Ninas, Malus und Jennis Geschichten miteinander verwoben waren, weil ich hier so einige Theorien hatte, die sich allesamt als nicht so verzwickt wie die Wahrheit erwiesen. Hier gab es ein paar wirklich coole Twists, die mir sehr gefallen haben!

Die Charaktere waren ebenfalls gut dargestellt und ich habe speziell die Hauptcharaktere sehr gemocht. Und auch, was die Antagonisten angeht, mochte ich es, dass sie dreidimensional waren. Ich habe ihre Aktionen mitnichten befürwortet, aber die Art und Weise, wie sie geschrieben waren, machte sie trotzdem zu (fehlerbehafteten) Menschen.

Damit kommen wir zur Kritik, die hauptsächlich darin besteht, dass dieser Thriller eher einem Roman als, nun ja, einem Thriller ähnelt. Speziell Jennis Parts, die mir an sich gefallen haben, ähneln eher einem Drama, das die Handlung sehr verlangsamte. Zwar ähneln Ninas Parts dafür umso mehr einem klassischen Thriller, aber insgesamt betrachtet ist das Pacing der Geschichte sehr langsam. Obwohl ich durchaus wissen wollte, wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammenhängen und der Schreibstil sehr angenehm zu lesen war, verlief mir die Geschichte trotzdem zu langsam und hatte nicht genug Thrillerelemente, um mich stets am Ball zu halten.

Doch ich hatte trotzdem nie das Bedürfnis, die Geschichte abzubrechen, weil sie als Roman immer noch interessant genug war, um sie zu Ende zu lesen. Es gab einen speziellen Charaktertod, von dem ich mir gerne gewünscht hätte, er hätte nicht stattgefunden, aber der Rest der Geschichte verlief sehr zufriedenstellend und wie gesagt mochte ich speziell die Twists, die mich auf positive Weise überraschten.

Trotzdem würde ich diesen Thriller nur denjenigen empfehlen, die nichts gegen langsames Pacing haben. Mir hat er zwar recht gut gefallen, aber nicht aufgrund des Thriller-Aspekts, sondern aufgrund der Dramen, die er erzählt.

Die Apokalypse ist hereingebrochen, nachdem die Drachen vor fünf Jahren die Welt der Menschen zerstört haben. Nur während ihres Winterschlafs sind die Menschen vor ihnen sicher. Doch dieser endet in diesem Jahr früher als sonst, sodass Noah sich zusammen mit den anderen Überlebenden eigentlich sofort im Untergrund einschließen müsste. Doch als sein Vater verkündet, dass er plant, Noahs verschwundene Mutter zu finden, beschließt Noah, an der Oberfläche zu bleiben. Dort trifft er auf das Drachenmädchen Asha, das bei ihrer nächsten Begegnung in einer Falle feststeckt, woraus Noah sie befreit. Sein Vater wird Zeuge davon und verlangt wütend, dass Noah Asha bei ihrer nächsten Begegnung töten soll …

Dieses Buch erzählt eine spannende Freundschaftsgeschichte, die zwar ein paar Dinge hatte, die mich ein wenig störten, aber insgesamt trotzdem gut zu lesen war. Sowohl mein größtes Lob als auch meine größte Kritik bezieht sich dabei auf Noahs stärkste Beziehungen: Die zu seinem Vater und die zu Asha. So fand ich die Beziehung zu seinem Vater sehr faszinierend, weil sie komplett unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der Drachen haben, man aber trotzdem ihre Liebe zueinander spürt und sich wie Noah durchaus hin- und hergerissen fühlt (wenn auch bei weitem nicht immer). Doch während Noahs Sichtweise zu den Drachen sich auf natürliche Art und Weise verändert, kommt die Veränderung der Sichtweise seines Vaters sehr, sehr plötzlich, auch wenn betont wird, dass sie sich nicht komplett verändert hat. Hier hätte ich mir während der Geschichte mehr Zweifel auf Seiten des Vaters gewünscht – oder gar keine Veränderung, um die Konsistenz seiner Sichtweise zu betonen.

Was Noahs Beziehung zu Asha angeht, haben sie ein paar sehr herzerwärmende Szenen, doch insgesamt hätte ich mir noch mehr zwischen ihnen gewünscht. Für den Großteil der Handlung sind sie getrennt voneinander und obwohl die Szenen, die sie miteinander haben, wie gesagt sehr schön sind, erscheinen sie nicht genug, um eine enge Verbindung zwischen ihnen aufzubauen. Insgesamt habe ich ihre Freundschaft trotzdem gemocht, war aber faszinierender von Noahs Beziehung zu seinem Vater.

Das Pacing der Geschichte ist manchmal etwas langsam, aber durch die spannende Ausgangssituation, der andere folgen, bleibt man trotzdem dran und ist gespannt darauf, wie es wohl weitergeht. Für Kinder der Altersgruppe und auch leicht ältere ergibt sich so ein spannendes Lesevergnügen, aber Jugendliche und Erwachsene könnten sich an den kindgerechten Teilen der Geschichte (relativ schnell entwickelnde Freundschaft, recht plötzliches Happy End) eventuell stören.

Mir persönlich hat die Geschichte gut gefallen und ich mochte es, dass sie es schaffte, sich trotz oberflächlicher Ähnlichkeiten mit anderen Drachen-Geschichten von ihnen abzuheben. Wie gesagt, ein paar durchaus relevante Dinge haben mich ein wenig gestört, aber die Geschichte war trotzdem spaßig zu lesen – und das hat mir in diesem Fall gereicht :)

↑ 2024
2023 ↓

Fünf Jahre sind seit den Ereignissen von „Tintentod“ vergangen und die Protagonisten leben glücklich in der Stadt Ombra. Doch Orpheus, ihr Erzfeind, ist noch am Leben und sinnt auf Rache – speziell an Staubfinger, der einst seine Lieblingsfigur war und jetzt dafür büßen soll, ihn verraten zu haben. Mit der Macht der Bilder sperrt Orpheus alle Menschen, die Staubfinger wichtig sind, in ein Buch, bis nur noch Staubfinger und sein bester Freund Nyame, der Schwarze Prinz, übrig bleiben. Zusammen suchen die beiden nach einem Weg, ihre Freunde zurückzuholen, bevor es für sie alle zu spät ist …

Ich habe die Tintenwelt-Reihe damals mit Begeisterung in meiner Jugend gelesen und war sowohl skeptisch als auch erfreut, dass ein zusätzliches Abenteuer mit Staubfinger im Zentrum erschienen ist. Zu meiner Erleichterung gab es sowohl ein Charakterregister als auch ein „Was bisher geschah“, was es leicht machte, wieder in die Welt hineinzufinden. Und obwohl ich den Roman nicht so gut wie die Tintenwelt-Trilogie finde, hatte er dennoch eine gewisse Magie, die mich verzaubern konnte.

Das liegt zu einem großen Teil sicher daran, dass der nach wie vor schöne Schreibstil Cornelia Funkes die Welt lebendig macht, aber auch daran, dass Staubfinger und Nyame die Protagonisten sind. Natürlich lesen wir auch andere Sichtweisen (speziell Orpheus und seine Handlanger kommen nicht zu kurz), aber im Herzen der Geschichte sind es diese beiden Charaktere, die den Roman so besonders für mich gemacht haben.

Das soll jedoch nicht heißen, dass er ohne Schwächen ist. Speziell das Ende war für mich ein gehöriger Deus ex Machina und auch die Geschichte an sich leidet ein wenig an dem „Bonusstory-Problem“, wodurch sie sich nicht immer relevant im Bezug auf die Gesamthandlung anfühlt. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, ein letztes Mal in die Tintenwelt einzutauchen; es war wie gesagt nicht perfekt, aber trotzdem ein schönes letztes Abenteuer :)

Am letzten Ferientag wird Tonis Bruder Aaron festgenommen, woraufhin sie plötzlich alleine mit ihren Problemen dasteht. Ihren Freundinnen und Freunden gegenüber verheimlicht sie ihre Situation, doch es quält sie, sie die ganze Zeit anzulügen. Und dann ist da noch Lukas – das halbe Internat weiß, dass sie ineinander verliebt sind, doch nur wenige wissen, warum sie nicht zusammen sind: Lukas ist ein Prinz des Dänischen Königshauses, was ihre Liebe scheinbar unmöglich macht. Doch als der Schlagzeuger seiner Internatsband ausfällt und Toni seinen Posten übernimmt, wird es immer schwieriger, ihre Gefühle füreinander zu ignorieren …

In diesem emotionalen Roman erzählt Alicia Zett eine wundervolle Liebesgeschichte, spricht aber auch über viele wichtige Themen – allen voran, dass es keine Schwäche ist, sich Hilfe zu holen. Toni fühlt sich mit ihrer familiären Situation und auch mit ihrer Beziehung zu Lukas heillos überfordert, will aber mit niemandem darüber reden, weil sie niemanden mit ihren Problemen belasten will. Doch ihre Freundinnen und Freunde zeigen ihr, dass es okay ist, über das, was sie quält, zu reden, wobei erfreulicherweise die Romanze mit Lukas unabhängig davon betrachtet wird. Das ist keine „Liebe heilt alle psychischen Probleme“-Geschichte, sondern eine, die zeigt, dass es sowohl in der Liebe als auch in der Freundschaft wichtig ist, ehrlich zueinander zu sein und sich professionelle Hilfe zu holen, wenn man sie braucht.

Es gab in diesem Roman mehrere Szenen, die mich zu Tränen gerührt haben, so eindringlich beschreibt Alicia Zett Tonis Gefühle und die Schwierigkeiten, unter denen sie zu ersticken droht. Die glücklichen Momente, die sie verspürt, werden dadurch umso wertvoller, während man die traurigen unglaublich gut nachempfinden kann. Das erwähne ich deshalb, weil es bei Tonis Geschichte tatsächlich viele Dinge gab, zu denen ich keinen direkten Bezug hatte, die mich aber trotzdem so mitrissen, als wäre ich selbst involviert. Ein sehr großes Lob an die Autorin hierfür!

Letztendlich fällt es mir schwer, Kritik zu finden, weil mich die Geschichte auf allen Ebenen so begeistert hat, dass mir spontan nur die Screentime von Aaron, Tonis Bruder einfällt. Er gehörte zu meinen absoluten Lieblingscharakteren und man erfährt auch außerhalb seiner Screentime viel über ihn, aber gerade deshalb hätte ich gerne noch mehr von ihm gesehen! Aber wie gesagt, diese „Kritik“ ist im Vergleich zur Gesamtgeschichte so auffallend wie ein einziger Rechtschreibfehler in einem Roman. Ja, ich hätte gerne noch mehr von Aaron gehabt, aber es minderte die Qualität der Geschichte mitnichten, dass der Fokus auf Toni und Lukas lag :)

Insofern freue ich mich schon sehr, im dritten Teil mehr von Caro und Samuel zu lesen!

Als June als kleines Kind ihre Mutter verloren hat, hat ihr Vater ihr im Garten eine Telefonzelle gebaut, in der sie sich mit ihr unterhalten kann. Bei einem ihrer „Anrufe“ bekommt June jedoch plötzlich eine Antwort von einem gewissen Lucas, mit dem sie bald täglich telefoniert. Er ermuntert sie, über sich hinauszuwachsen und einen geheimnisvollen Kapuzentypen, der June stets finster anstarrt, nach seinem Problem mit ihr zu fragen. Dadurch findet June heraus, dass der Kapuzentyp Lucas’ Bruder Cole ist – und das Lucas selbst vor Monaten bei einem Autounfall ums Leben kam, als er June rettete …

Diese Liebesgeschichte geht sehr gut mit dem Thema Abschied um und hatte drei hervorragende Hauptcharaktere, ist davon abgesehen aber leider nicht allzu Besonderes. Ich fand sie sehr vorhersehbar (nach dem ersten Kapitel wusste ich im Grunde, wie sie verlaufen wird), sodass es mir schwer fiel, mich völlig in die Handlung fallen zu lassen. Auch der moderne Schreibstil trug dazu bei, dass ich manche Szenen nicht so ernst nehmen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte, weil die Ausdrücke der Charaktere mich leicht aus der Geschichte gerissen haben.

Deshalb gefiel mir Junes und Lucas’ Freundschaft wohl am besten; ihre Dialoge lasen sich sehr natürlich, ihre Freundschaft entwickelte sich auf realistische Weise und die Gedichte und Truth-or-Dares, die die beiden ausgetauscht haben, waren ebenfalls ein kleines Highlight. Ähnlich positiv finde ich die Umsetzung von Coles und Lucas’ Geschwisterbeziehung; sie war überraschend komplex gestaltet und zeigte beide Brüder als fehlerbehaftete Menschen, die sich dennoch lieben.

Anders war das bei der Romanze, die im Gegensatz zu den anderen Beziehungen sehr schnell verläuft, auch wenn es natürlich von Anfang an klar ist, dass June und Cole sich ineinander verlieben werden. Die Entwicklung ihrer Beziehung im Allgemeinen fand ich dabei durchaus gut (speziell, wie Coles Hass sich langsam in Sympathie verwandelte), aber die Romanze an sich konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen.

Das fand ich auch deshalb schade, weil der andere Hauptaspekt des Buches – Trauer und wie man mit ihr umgeht – wunderbar umgesetzt war, ich aufgrund der Schwächen des Romans aber eher zwiegespalten gegenüber dem Buch bin. Es ist mitnichten schlecht, aber aufgrund der starken Vorhersehbarkeit und der schnellen Romanze konnte ich die positiven Aspekte leider nicht so sehr genießen, wie ich es gerne getan hätte. Ein solides Buch mit Stärken und Schwächen, aber leider keines, das mich vollauf begeistern konnte.

Die Bayview-Crew hat nach den Ereignissen der letzten zwei Jahre eigentlich gehofft, ihre Leben jetzt friedlich weiterführen zu können, doch so leicht macht ihnen das Justizsystem der Stadt die Sache leider nicht. Jake Riordan, der damals eine tragende Rolle im Fall Simon Kelleher gespielt und Addy fast umgebracht hat, wird auf Kaution freigelassen und macht keinen Hehl daraus, dass er sich an der Bayview-Crew rächen will. Als Phoebe verschwindet und mit dem Wort „Übung“ auf ihrem Arm wiedergefunden wird, fürchtet Addy, sie selbst könne Jakes eigentliches Ziel sein. Phoebe dagegen verdächtigt ihren kleinen Bruder, dessen Rolle sie bisher vor allen verschwiegen hat. Währenddessen droht Jake Nate damit, dass er Bronwyn bald verlieren könnte …

Was diesen Abschluss der „One of us is lying“-Trilogie betrifft, war ich sehr nervös, weil mir der erste Teil ausgesprochen gut gefallen hat, ich den zweiten Teil aber merklich schwächer fand. Insofern war ich nicht sicher, ob ich einen krönenden oder enttäuschenden Abschluss erwarten sollte, aber zu meiner Erleichterung ist es eindeutig ein krönender Abschluss geworden!

Die Hauptrollen spielen hier Phoebe, Addy und Nate. Sie alle haben Geschichten, die noch nicht abgeschlossen sind und in diesem Band zu einer Auflösung finden. Ich fand es unglaublich spannend, ihre Geschichten zu verfolgen, weil Karen McManus es einfach versteht, uns am Ball zu halten und uns sowohl mit Twists, Ablenkungsmanövern als auch Gefahrensituationen zu überraschen. Mein Liebling hier war Phoebe; ihre Zerrissenheit bezüglich dem Geheimnis, das sie hütet, um ihren Bruder zu beschützen und ihrem Wunsch, weitere Katastrophen zu vermeiden, war sehr fesselnd zu lesen!

Natürlich spielen auch die anderen Charaktere weiterhin eine Rolle, sodass letztendlich alle Mitglieder der Bayview-Crew einen wichtigen Moment in diesem Buch bekommen. Das Ende war hierbei besonders episch; nicht nur ist es unglaublich spannend geschrieben, sondern führt alle Handlungslinien auf zufriedenstellende Weise zusammen. Es begeistert mich immer wieder, wie es Karen McManus scheinbar mühelos gelingt, packende Jugendthriller zu schreiben!

Insgesamt handelt es sich um „One of us is back“ um einen würdigen Abschluss der „One of us is lying“-Reihe, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat!