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Einträge mit dem Tag spannung.
Forging Silver into Stars
 541 Seiten

Tycho ist der Königliche Kurier und bringt als solcher Nachrichten von Syhl Shallow nach Emberfall und zurück. In letzter Zeit gibt es Gerüchte, dass Rebellen einen Aufstand planen, um Grey, den der Magie fähigen König, zu töten, weshalb Tycho umso vorsichtiger bei seinen Reisen sein muss. Zwischen den beiden Ländern befindet sich das kleine Dorf Briarlock, in dem die beiden besten Freunde Jax und Callys mühevoll versuchen, genug Geld für die Steuereintreiber zusammenzusuchen. Notwendigerweise stimmt Jax zu, gegen gutes Geld Nachrichten der Rebellen weiterzugeben, während Callys selbt Kontakt zu einem potentiellen Verräter aufnimmt. Doch als Tycho eines Tages durch ihr Dorf reitet, gerät das Leben der beiden gehörig durcheinander - und sie alle müssen sich bald den Konsequenzen ihrer Handlungen stellen ...

"Forging Silver Into Stars" ist der Auftakt einer neuen Reihe, die im "Emberfall"-Universum spielt, dessen erste Trilogie bereits auf Deutsch übersetzt worden ist. Technisch gesehen ist es wohl nicht zwingend nötig, die "Emberfall"-Trilogie zu kennen, um "Forging Silver Into Stars" zu verstehen, allerdings würde ich trotzdem dazu raten - nicht nur, weil alte Charaktere mehr als genug Auftritte haben, sondern vor allem, weil diese neue Serie eine Fortsetzung der alten ist und man deshalb für das Ende der alten Serie gespoilert wird, sollte man das Buch ohne Vorwissen lesen.

Auch in diesem Roman hat es Brigid Kemmerer geschafft, eine absolut packende Geschichte mit großartigen Charakteren zu erzählen. Tatsächlich hat es "Forging Silver Into Stars" meiner Meinung nach sogar geschafft, die "Emberfall"-Trilogie zu übertrumpfen (die zu meinen liebsten Fantasy-Trilogien überhaupt gehört!), weil von der spannenden Handlung bis zu den glaubwürdigen Charakteren einfach alles richtig gemacht wurde.

Die drei Hauptcharaktere Tycho, Jax and Callyn waren unglaublich sympathisch und ihre Beziehungen zueinander (vor allem die zwischen Tycho und Jax) wunderbar beschrieben. Von den Nebencharakteren hat mir besonders Alek gefallen, weil er das perfekte Beispiel dafür war, dass Gegenspieler nicht einfach böse sind, sondern absolut verständnisvolle Beweggründe für ihre Taten haben.

Was die Handlung betrifft, hat Brigid Kemmerer sehr realistische Konsequenzen für die Entscheidungen ihrer Charaktere und allgemein ein sehr gutes Pacing geschaffen. Ich wurde ständig zum Weiterlesen angetrieben, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Handlung und die Charakterbeziehungen sich weiterentwickeln. Hut ab für eine so gelungene Leistung!

Ich hoffe sehr, dass der Titel auch noch auf Deutsch übersetzt wird, aber im Original war er glücklicherweise sehr verständlich geschrieben, während er mir gleichzeitig ein paar neue Wörter beigebracht hat. Unglaublich empfehlenswert, aber bitte möglichst nur nach Genuss der "Emberfall"-Trilogie!

Das Chalet
 416 Seiten

Erin betreibt zusammen mit ihrem Kollegen Danny ein Chalet in den Alpen, das von mehreren Mitarbeitern des Social-Media-Unternehmens „Snoop“ besucht wird, darunter auch Ex-Mitglied Liz, die dem Unternehmen damals half, an den Start zu kommen und jetzt zusammen mit den anderen Mitgliedern über die Zukunft von Snoop entscheiden soll. Doch als nach und nach die einzelnen Mitglieder verschwinden bzw. ermordet werden, müssen Erin und Liz sich anderen Problemen stellen: Wie sollen sie es schaffen, im Schneesturm Hilfe zu holen und gleichzeitig herauszufinden, wer von den Anwesenden der Mörder ist?

Ruth Wares Thriller waren bisher ein starkes Hit-and-Miss für mich, weshalb ich zögerlich war, „Das Chalet“ auszuprobieren. Zu meiner Freude hat sich dieser Thriller jedoch als Hit herausgestellt!

Das Setting und die Art und Weise, wie die Handlung vorankommt (die Gruppe ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten ein Mitglied nach dem anderen verschwindet oder wird ermordet) ist natürlich bekannt, war aber deshalb nicht weniger spannend zu verfolgen. Es hat mir richtig Spaß gemacht, die einzelnen Puzzleteile zusammenzufügen, wobei die korrekte Zusammensetzung zwar eine etwas einfachere Lösung bot, als ich erwartet hatte, aber dafür eine, die stimmig war und durchaus selbst geschlussfolgert werden kann. Das Finale war dafür umso epischer, ich habe hier richtig mit den Charakteren mitgefiebert!

Eine kleine Kritik besteht darin, dass Snoop selbst im Grunde keine Rolle spielt. Vor jedem Kapitel, die abwechselnd aus Erins und Liz' Sicht erzählt werden, wird deren Snoop-ID, ihr gerade gehörter Song, ihre gerade zuhörenden Snooper und die Anzahl ihrer Snoopscriber genannt. Doch da ziemlich bald das Netz zusammenbricht, ändern sich diese Informationen bald nicht mehr und spielen im Allgemeinen eine so untergeordnete Rolle, dass man sie genauso gut hätte weglassen können, ohne, dass der Geschichte etwas gefehlt hätte.

Das ist zum Glück nur ein kleiner Kritikpunkt, auch wenn ich durchaus wünschte, Snoop hätte eine größere Rolle in der Handlung selbst eingenommen. Denn die Handlung selbst war sehr zufriedenstellend und hat mir sehr viel Spaß gemacht!

Like a good girl – Denn sie wissen, was du getan hast
 512 Seiten

Nachdem die fleißige Schülerin Emma spurlos verschwindet und auf ihrer Facebook-Seite ein Video hochgeladen wird, das zeigt, wie jemand sie von einer Brücke stößt, werden schnell drei ihrer Mitschülerinnen verdächtigt: Claude, die in der Schule stets Probleme macht und als Partygirl verschrien ist; Avery, die die Kapitänin der Cheerleader ist, bei denen auch Emma Mitglied war; und Gwen, die mit Emma um ein Stipendium konkurriert hat, das diese gewonnen hätte. Jedes der Mädchen hat ein Geheimnis, von dem sie auf keinen Fall wollen, dass es ans Licht kommt, doch um den Täter zu finden, bleibt ihnen keine andere Wahl, als aneinander zu vertrauen …

Claire Eliza Bartlett hat mit „Like a Good Girl“ nicht nur einen spannenden Jugendthriller geschrieben, sondern auch drei wunderbare Hauptcharaktere entworfen, die zeigen, dass es okay ist, so zu sein, wie man ist und man niemanden für Dinge verurteilen sollte, die man nicht versteht. Besonders Claude mochte ich besonders; mit ihr hat die Autorin das Klischee des typischen Partygirls erfolgreich gebrochen und Claude zu meinem Lieblingscharakter gemacht. Ich glaube, das einzige, was ich an ihr zu kritisieren habe, ist ihre Gewohnheit, bewusst schlechte Entscheidungen zu treffen (Im Sinne von „Ich sollte das wirklich nicht tun, tue es aus persönlichen Gründen aber trotzdem“). Zwar waren ihre Beweggründe durchaus verständlich, aber weil es für mich als Leserin so offensichtlich war, dass ihre Pläne nicht einfach glatt gehen würden, habe ich mir mehrmals gewünscht, sie würde einen anderen Weg finden. (Nicht, dass das immer eine Möglichkeit gewesen wäre, aber meine Sorge um sie war einfach zu groß.)

Was die eigentliche Handlung angeht, fand ich sie zugegeben etwas vorhersehbar; schon nach etwa der Hälfte wusste ich, wer der eigentliche Täter ist und um wen es sich bei „Study Buddy“ handelt, mit dem Avery während des Romans schreibt. Zum Glück gab es trotzdem ein paar Überraschungen, die ich nicht erwartete, weshalb ich allen, die wie ich ein oder zwei Mysterien früh lösen, trotzdem rate, weiterzulesen, um die vollständige Auflösung und das Finale zu erleben. Doch im Grunde sind die Mysterien noch nicht einmal das Wichtigste; es sind die Protagonistinnen, die den wahren Kern des Romans bilden und ihn zu etwas Besonderem machen.

Die Triggerwarnung habe ich ehrlich gesagt erst gesehen, als ich das Buch schon abgeschlossen hatte, weil sie ganz vorne zwischen den ganzen anderen Informationen zum Buch steht (bei den Erscheinungsdaten usw.). Hier hätte ich mich gefreut, wäre die Triggerwarnung sichtbarer platziert worden. Was mir dafür umso besser gefallen hat, war der Umgang mit den Themen, den die Autorin sensibel gemeistert hat.

Ansonsten war dieser Jugendthriller sehr spannend und sehr gut zu lesen, wobei er eher durch seine Charaktere glänzt und nicht zwingend durch die Geheimnisse, die aufgelöst werden sollen. Nichtsdestotrotz habe ich ihn sehr genossen und würde ihn allen empfehlen, die schon Karen McManus' Jugendthriller („One of us is lying“ usw.) mochten und nach ähnlicher Lektüre suchen!

Die Brüder Löwenherz
 237 Seiten

Der zehnjährige Karl "Krümel" Löwe ist schwer krank, doch sein großer Bruder Jonathan beruhigt ihn und meint, sie würden sich beide in Nangijala wiedersehen. Das geschieht dann auch und beide sind glücklich, wieder zusammengefunden zu haben. Doch bald schon wird der Frieden durch den Tyrannen Tengil und seine Soldaten bedroht, die die Macht über Nangijala an sich reißen wollen. Und es liegt an den beiden Brüdern, zu zeigen, dass sie ihren neuen Namem Löwenherz zu Recht tragen ...

Als Kind und Jugendliche habe ich viele von Astrid Lindgrens Büchern verschlungen, doch "Die Brüder Löwenherz" gehört zu denen, die mir noch fehlten. Und wie froh bin ich, dieses Versäumnis endlich nachgeholt zu haben!

Das ist eine schöne, abenteuerliche Geschichte, die nicht umsonst zu den Kinderbuch-Klassikern zählt. Aus der Perspektive einer Erwachsenen fragt man sich natürlich, warum Nangijala, das quasi als Himmelreich beworben wird, so gefährlich ist, aber mit dem Herzen eines Kindes ist es leicht, einfach die Geschichte und den Bund der Brüder zu genießen. Besonders Karl hat mir sehr gefallen, weil es so schön zu lesen war, wie er sich im Lauf der Geschichte entwickelt - von einem ängstlichen Jungen zu einem mutigen Bruder. Aber auch der von Anfang an mutige Jonathan konnte mein Herz gewinnen, weil er ein so gutes Vorbild war.

Ich glaube, das einzige, was mich ein wenig irritiert hat, war das Ende, weil es eine sehr seltsame Botschaft sendet, mit der ich persönlich mich nicht identifizieren konnte. Zum Glück änderte das nichts daran, dass die Geschichte selbst mir immer noch sehr gut gefallen hat - sie hatte eine märchenhafte, nostalgische Atmosphäre und gleichzeitig viele spannende, dramatische Momente. Die Kombination war für mich ein voller Erfolg; wer "Die Brüder Löwenherz" aus irgendeinem Grund noch nicht kennt, sollte das baldmöglichst nachholen!

DIE LÜGEN
 336 Seiten

Als Kinder waren Lizzie und Alice eng befreundet, doch nach einem Streit kommt Alice bei einem Zugunglück ums Leben. Lizzie, die damals einen epileptischen Anfall bekam, hat keine Erinnerung daran, was genau passiert ist, obwohl sie dabei war. Jetzt, als Erwachsene, ist sie glücklich verlobt und sieht einer glücklichen Zukunft entgegen - doch dann begegnet sie zum ersten Mal seit dem Unfall Alices Schwester Catherine, was in Lizzie die Frage weckt, was damals wirklich passiert ist ...

Vorweg: "Psychospannung" und "schlaflose Nächte" erlebt man bei diesem Thriller nicht - weil es sich streng genommen um keinen Thriller, sondern um einen Roman mit Spannungselementen handelt. Als solcher ist er auch sehr erfolgreich; doch weil das Cover sehr thrillerähnlich wirkt, möchte ich betonen, dass es wichtig ist, mit der richtigen Einstellung an das Buch heranzugehen und ihn lieber als Roman zu betrachten.

Denn liest man ihn als Roman, erlebt man die durchaus packende Geschichte von Lizzie Molyneux, die ihr gegenwärtiges Leben in den Griff kriegen muss, während ihre Vergangenheit sie einholt. Es hat mir durchaus gut gefallen, ihre Sorgen und Ängste zu verfolgen, ihre Suche nach Antworten auf Fragen, die sie nie zu stellen wagte. Zwar war sie meiner Meinung nach ein wenig zu neugierig, wenn es darum ging, die Privatsachen anderer Leute zu untersuchen, doch habe ich ihre Beweggründe dabei durchaus verstanden.

Auch die Rollen der anderen Charaktere waren gut integriert, keiner fühlte sich überflüssig an. Buchstäblich die einzige Kritik, die mich den Roman nicht ganz so genießen hat lassen, wie ich gehofft habe, waren die irrtümlichen Versprechen auf dem Cover. Deshalb würde ich dieses Buch keinen Thriller-Fans empfehlen, sondern allgemein Lesern von Romanen mit einem Spannungsfaktor. Dadurch lässt sich die Geschichte sehr viel mehr genießen!

Das Ferienhaus - Und du denkst, du bist sicher
 480 Seiten

Eigentlich wollte Tom Sullivan mit seiner Frau Rachel, seiner Tochter Holly und seinem Hund Buster eine schöne Zeit in einem Ferienhaus verbringen. Doch als er nachts hört, wie eingebrochen wird, wird sein schlimmster Albtraum war: Jemand trachtet seiner Familie nach dem Leben und es gibt in dem abgesperrten Gelände keinen Weg, ihnen zu entkommen. Eine atemlose Verfolgungsjagd beginnt, während der Tom sich fragen muss, ob seine eigene Ehefrau etwas damit zu tun hat ...

Von vielen Thrillern wird behauptet, sie wären so spannend gewesen, dass man sie nicht aus der Hand legen konnte, was mir persönlich recht selten passiert ist. In den ersten hundert Seiten, in denen Foreshadowing betrieben und das Grundgerüst der Geschichte aufgebaut wird, fiel es mir tatsächlich noch leicht, das Buch zur Seite zu legen, unwissend, wie viele wichtigen Informationen ich währenddessen bekam.

Doch dann begann der Einbruch. Das Versteckspiel. Die Verfolgungsjagd. Ab diesem Zeitpunkt war der Thriller tatsächlich so spannend, wie er versprach, weil die Gefahr konstant präsent und man ständig auf Trab war. Mir gefiel vor allem, dass die Charaktere tatsächlich nie sicher waren, sondern man stets fürchten musste, dass ihre Situation schlimmer wird. Das machte den Thriller erst recht spannend, mein Blick hing förmlich an den Zeilen!

Die Offenbarungen gegen Ende machten auch die ersten hundert Seiten, die sich etwas ruhiger lasen, relevant, sodass ich jedem empfehle, ein klein wenig durchzuhalten, weil sich die Ausbeute mehr als lohnt!

Übrigens eine gute Nachricht: Der Hund überlebt! Definitiv ein Bonus, weil ich das gesamte Buch besorgt um ihn war und an mehr als einer Stelle fürchtete, er wäre tot. Umso erleichterter war ich, dass C. M. Ewan ihn hat überleben lassen! Aber natürlich wird an dieser Stelle nicht verraten, wie es den menschlichen Protagonisten erging ;)

Detektiv Conan Fan Edition
 480 Seiten

In der "Detektiv Conan Fan Edition" hat der Egmont-Manga-Verlag die fünf beliebtesten Fälle der deutschen Detektiv-Conan-Fans zusammengetragen, die durch eine Umfrage bestimmt wurden. Wenig überraschend wurde dieser Sonderband dadurch zu einem der besten!

Angefangen wird dabei interessanterweise mit dem beliebtesten Fall: "Die Mumie im Wald", der vor allem durch seine Grausamkeit hervorsticht und jedem Detektiv-Conan-Fan in guter Erinnerung bleibt. Ich war nicht allzu überrascht, den Fall hier angedruckt zu sehen, aber doch verwundert, dass er sich sogar den ersten Platz verdient hat!

Meine persönliche Wahl fiel auf den zweitbeliebesten Fall: "Mord bei Mondschein". Vor allem wegen dem Ende wurde dieser Fall zu einem der wichtigsten in Detektiv Conan; in Japan wurde er im Anime als Special ausgestrahlt und bekam sogar eine Neuauflage, was gut zeigt, wie zentral der Fall tatsächlich ist.

Mit "Eine Stadt auf Geisel" auf dem dritten Platz hat es ein absoluter Klassiker in den Sonderband geschafft, der vor allem dramatisch gesehen ein Highlight darstellt und auch zu meinen persönlichen Lieblingen gehört; tatsächlich wäre ich regelrecht beleidigt gewesen, hätte es dieser Fall nicht rein geschafft!

Eim weiterer Klassiker hausiert auf dem vierten Platz, nämlich "Der Holmes der Neuzeit", das allererste Kapitel dieser langen Mangaserie. Auch, wenn es danach noch viele andere coole Fälle gab, bleibt der erste Fall immer noch etwas Besonderes und hat sich seinen Platz hier imho verdient.

Zuletzt beglückt uns Egmont mit dem längsten Fall in der Geschichte von Detektiv Conan, bei dem sogar Rans und Shinichis Beziehung eine neue Stufe erreicht. Aber selbst davon abgesehen war es spaßig, Conan dabei zuzuschauen, wie er Rätsel in London löst und die bewussten Fehlschläge einer Tennisspielerin interpretiert.

Nach diesem tollem Band speziell für Fans hoffe ich tatsächlich, noch mindestens einen weiteren zu sehen - gerne auch wieder mit einem redaktionellen Beitrag :)

The Girls I've Been
 384 Seiten

Nora ist während ihres Lebens schon viele Mädchen gewesen: Rebecca. Samantha. Haley. Katie. Ashley. Ihre Mutter, eine Trickbetrügerin, hat ihr vor jedem Betrug eine neue Identität gegeben, bis Nora schließlich von ihrer Schwester Lee gerettet wurde. Lange glaubte sie, sie könne ein normales Leben führen. Aber dann wird sie mit ihrem Exfreund Wes und ihrer neuen Freundin Iris in einen Banküberfall verwickelt, und ihre Wahrheiten und Lügen drohen ein für alle Mal herauszubrechen ...

Sehr spannend beschreibt Tess Sharpe sowohl die Ereignisse des Bankraubs als auch Noras Vergangenheit, sodass es ein leichtes war, das Buch in Windeseile zu lesen - auch dank der kurzen Kapitel, die zum schnellen Weiterlesen einladen. Nora selbst ist eine hervorragende Protagonistin, deren Geschichte mich bis zum Ende bannen konnte.

Auch ihr Exfreund Wes und ihre neue Liebe Iris waren wunderbare Charaktere; Noras Beziehung zu den beiden war genauso gut ausgebaut wie die Beschreibung ihrer früheren Identitäten, weil all dies sie zu der Person gemacht hat, die sie ist.

Mein einziger Kritikpunkt liegt bei dem Mangel an sympathischen männlichen Charakteren. Was die weiblichen angeht, gibt es eine ganze Menge: Nora natürlich, ihre Freundin Iris, ihre Schwester Lee, ihre Therapeutin Margaret, die kleine Casey und ein paar andere weibliche Nebenfiguren. Doch was die männlichen angeht, ist Wes der einzige, der mir ans Herz gewachsen ist, weil alle anderen Männer in dem Buch missbräuchlich, gewalttätig und/oder unsympathisch sind. Das fand ich sehr schade, weil das Buch so den Eindruck erweckt, als wären so ziemlich alle Männer Monster, was nun mal nicht der Wahrheit entspricht. Ich lobe es sehr für seine starken Frauenfiguren, doch an den männlichen muss Tess Sharpe leider noch arbeiten.

Insgesamt also ein spannendes Jugendbuch mit tollen Hauptcharakteren, das meiner Meinung nach auch für Erwachsene gut lesbar ist, sofern diese sich nicht an der jugendlichen Protagonistin stören.

↑ 2022
2021 ↓
You will be the death of me
 416 Seiten

Früher waren Ivy, Mateo und Cal beste Freunde, die sich irgendwann auseinander gelebt haben. Doch als sie sich zufällig vor der Schule begegnen, beschließen sie, eine alte Tradition aufleben zu lassen und gemeinsam blau zu machen. Auf dem Weg begegnet ihnen ihr Mitschüler Brian "Boney" Mahoney, dem sie neugierig folgen - und kurz darauf tot auffinden. Schnell flüchten sie, denn sie alle drei haben ein Geheimnis, von dem sie auf keinen Fall wollen, dass es herauskommt - während sie gleichzeitig riskieren müssen, dass es auffliegt, weil sie nur in Zusammenarbeit herausfinden können, wer Boney umgebracht hat ...

In ihrem neuesten Jugendthriller ist es Karen McManus hervorragend gelungen, mich komplett in die Irre zu führen. Relativ früh bildete ich mir eine Theorie, die ich für hieb- und stichfest hielt, weil sie nie von den Charakteren aufgestellt wurde, obwohl sie mir offensichtlich schien. Tatsächlich war ich so überzeugt davon, richtig zu liegen, dass ich schon halb enttäuscht war, weil die Autorin es uns Lesern so leicht macht ... nur, um von ihr den Boden unter den Füßen weggerissen zu bekommen, als schließlich die Wahrheit herauskommt. Absolut genial gemacht!

Immerhin hatte ich, was die einzelnen Geheimnisse der Charaktere anging, einen besseren Riecher, auch wenn sich dort ebenfalls ein, zwei Überraschungen versteckten. Die Charaktere selbst waren allesamt sympathisch, wobei ich vor allem Ivy sehr mochte, aber auch in Mateo und Cal Figuren fand, mit denen ich gern mitfieberte. Ebenfalls Respekt für die Nebenfiguren wie Ivys Freundin Emily, die zwar nie direkt auftritt, mir aber durch ihre Treue Ivy gegenüber sehr ans Herz gewachsen ist.

Natürlich gibt es auch wieder eine süße Liebesbeziehung, die ich gut umgesetzt fand, vor allem, wie die beiden Figuren mit den Fehlern und Missverständnissen ihrer Vergangenheit umgehen.

Qualitativ finde ich dieses Buch etwa so gut wie "The Cousins", was nach "One of us is lying" mein liebster Roman von Karen McManus war. Noch kann ich nicht richtig einschätzen, ob mir "The Cousins" oder "You will be the death of me" besser gefällt, aber so oder so haben wir hier einen Jugendthriller, der sich perfekt für die Altersgruppe eignet!

Reality Show
 464 Seiten

Zehn der einflussreichsten Persönlichkeiten Deutschlands werden in der "Reality Show" vor den Pranger geführt: Ihre Verbrechen werden aufgezeigt, sie haben die Chance, sich zu verteidigen und die Zuschauer wählen ihre Bestrafung. Doch was ist das wahre Ziel der Fernsehshow? Und ist es richtig, sie aufhalten zu wollen?

Anne Freytag beleuchtet in ihrem Roman nicht nur aktuelle Themen und Probleme, sondern zeigt auch hervorragend alle Seiten des Konflikts. Packend und schnell erzählt stellt sie uns viele verschiedene Figuren vor, die Teil der Reality Show sind oder auf anderweitige Weise mit ihr zu tun haben, und präsentiert unterschiedliche Sichtweisen, die man ihr bezüglich einnehmen kann. Das hat mir am meisten gefallen; es war sehr spannend, zu sehen, wie die auf zweifelhafte Weise zum Reichtum gekommenen Teilnehmer mit ihren Taten konfrontiert werden, man aber nicht nur ihre und nicht nur die Gegenseite liest, sondern das ganze Spektrum an Meinungen mitbekommt. Tatsächlich wünschte ich, das Buch wäre noch länger gewesen, um uns wirklich alle Kandidaten vorzustellen, weil es mich sehr interessiert hätte, ihre Verbrechen und die Reaktionen der verschiedenen Figuren zu lesen!

Apropos Figuren: Von denen gab es letztendlich ein wenig zu viele. Wir lernen in kurzen, prägnanten Kapiteln die zehn Teilnehmer, die drei Drahtzieher und einige der Zuschauer kennen, aber weil letztendlich mitnichten alle für die Handlung wichtig waren und es mir schwer fiel, bei all den Namen den Überblick zu behalten, hätte ich zumindest einige der Sichten weggelassen, um dafür andere ausführlicher vorzustellen. Speziell die Kandidaten hätten um die Hälfte reduziert werden können, ohne, dass es der Geschichte geschadet hätte.

Die schnelle Erzählweise hat mir sehr gefallen, weil die kurzen Kapitel es einfach machen, sofort weiterzulesen. Wie man nach und nach die Zusammenhänge zwischen einzelnen Handlungssträngen begreift, war ebenfalls sehr gut gemacht. Jedoch ist die Geschichte aus diesem Grund nichts für diejenigen, die lieber wenige Sichtfiguren verfolgen, weil die Vielzahl der Charaktere und Meinungen hier die oberste Priorität hat.

Insgesamt ein kurzweiliger, sehr spannender Roman, der sich nicht davor scheut, aktuelle Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten - und die Leser dadurch zu erleuchten!

& Disney – Twisted Tales: Inmitten der Wasserwelt (Arielle)
 480 Seiten

Fünf Jahre sind vergangen, seit es Ursula gelang, Triton zu töten und Arielle zu besiegen. Als Vanessa herrscht sie grausam über Eriks Königreich, während der Prinz immer noch hypnotisiert ist. Arielle, ihrer Stimme beraubt, herrscht über Atlantica, ist jedoch unglücklich. Doch dann erfährt sie von Scuttle, dass ihr Vater noch lebt. Entschlossen, ihn zu retten, kehrt Arielle als Mensch an die Oberfläche zurück - doch gestaltet sich ihre Mission bald als schwieriger, als sie gedacht hatte ...

"Inmitten der Wasserwelt" ist eine wunderbare Fortsetzung zu dem alternativen Ende, das Liz Braswell für "Arielle, die Meerjungfrau" schreibt. Ich war positiv überrascht darüber, wie natürlich sich die Handlung anfühlte - so natürlich, dass dieser Roman sich mehr nach einer würdigen Fortsetzung anfühlte als die eigentlichen Disney-Sequels!

Am besten hat es mir gefallen, Arielles, Eriks und Ursulas Plänen zu folgen, weil sie sich wie ein Schachspiel lasen, in denen die beiden Seiten sich gegenseitig übertrumpfen. Es war äußerst spannend, wie alle Charaktere noch einen Trumpf im Ärmel hatten, sodass ich umso mehr mitfieberte, weil man sich nie sicher sein konnte, ob ein Plan wirklich funktioniert. Jedes Mal, wenn eine Seite die Oberhand zu gewinnen schien, hatte die andere Seite noch einen gefährlichen Spielzug auf Lager; das war für mich das Highlight des Romans!

Auch die Charaktere begeisterten mich. Arielle, Erik und Ursula stechen wieder positiv hervor, weil ihre Dynamik in den Szenen, in denen zwei oder drei von ihnen zusammentreffen, großartig war; aber auch neue Charaktere wie Scuttles Urenkelin Jona, Ursulas Dienerin Vareet oder die Marktfrau Argent sind hervorragend in die Geschichte eingebaut und fühlen sich wie ein natürlicher Teil des Arielle-Universums an.

Insgesamt bin ich sehr begeistert von dieser "Twisted Tale", sie gehört zusammen mit "Die Schöne und ihr Geheimnis" zu meinen beiden liebsten Twisted Tales. Insofern hoffe ich, dass Liz Braswell noch viele weitere schreiben wird!

Lieblingskind
 464 Seiten

Als Teenager ist Joes kleine Schwester Annie verschwunden - doch es war ihr Wiederauftauchen 48 Stunden später, das ihn für immer beeinflussen hat. Damals benahm sie sich ganz anders als früher und kam schließlich in einem Unfall ums Leben. Jahrzehnte später bekommt Joe jedoch eine E-Mail, die verkündet, der Absender wüsste, was damals wirklich mit seiner Schwester passiert ist - woraufhin er als Lehrer nach Arnhill zurückkehrt, um die Wahrheit herauszufinden ...

Nachdem mir "Schneewittchen schläft" sehr gut gefiel, habe ich beschlossen, auch die anderen beiden Thriller von C. J. Tudor zu lesen, angefangen mit dem, den sie davor schrieb: "Lieblingskind". Wie schon der Nachfolger ist er unglaublich spannend geschrieben - so spannend, dass ich ihn innerhalb eines Tages durchlas! Tudor versteht es, Geheimnisse an genau den richtigen Stellen zu lüften und Kapitel stets so enden zu lassen, dass man sofort weiterlesen möchte.

Die Auflösung im Allgemeinen hat mir auch sehr gefallen, aber insgesamt blieben einige wichtige offene Fragen übrig, die leider nicht aufgeklärt wurden. Die wichtigste hierbei ist mit Abstand diejenige, warum Annie sich nach ihrer Rückkehr so merkwürdig/gruselig verhielt, denn Trauma ist definitiv keine Antwort auf ihre Taten. Ein paar Ungereimtheiten wegen ihrer Verletzungen existieren dabei auch. Annie selbst spielt im Roman interessanterweise nicht die Hauptrolle, sondern eher Joes ehemalige Freundschaft zu seinem alten Schulfreund Stephen Hurst, die durch ein traumatisches Erlebnis in ihrer Jugend für immer zerstört wurde. Natürlich ist Annie darin beteiligt, aber da man sie nur in Flashbacks kennenlernt, würde ich sie nicht als hauptsächliches Mysterium klassifizieren.

Andere Mysterien werden zufriedenstellend zu einem Abschluss gebracht, weshalb es mich sehr verwunderte, dass das Hauptmysterium keine Antwort erhielt. Das ändert nichts daran, dass der Thriller außergewöhnlich spannend war, aber wer gerne Antworten auf alle offenen Fragen möchte, wird diese leider nicht erhalten.

Nichtsdestotrotz freue ich mich schon auf den "Kreidemann" und bin zuversichtlich, dass auch dieser Thriller sich durch seine Spannung positiv hervorheben wird!

Das Reich der Asche - Realm Breaker 1
 608 Seiten

Nachdem Cortael, ein sogenannter Spindelberührter, durch die Hand seines Zwillingsbruders Taristan stirbt, ist die ganze Welt Allwacht in Gefahr, denn Taristan gedenkt, eine "Spindel", ein Portal zu einer anderen Welt, aufzureißen, auf diese Weise Allwacht zu schwächen und seine eigene Macht zu stärken.

Sieben Gefährten obliegt es, einen Weg zu finden, die Spindel wieder zu verschließen: Corayne, Tochter von Cortael, in deren Blut es liegt, genau das zu bewerkstelligen; Andry, ein Knappe, der vor seinem Tod Cortaels Spindelklinge in Sicherheit bringen konnte; Domacridhan, genannt Dom, ein Unsterblicher, der der beste Freund Cortaels war; Sorasa, eine Meuchelmörderin, die ihre eigenen Wege hat, ans Ziel zu gelangen; Valtik, eine Hexe, die in Reimen spricht und die Zukunft vorhersehen kann; Charlon, ein Fälscher mit einer geheimnisvollen Vergangenheit; und Siegel, eine Kopfgeldjägerin, die selbst in ihrem Gefilde gefürchtet ist.

Tatsächlich dauert es den Großteil des Buches, bis alle Protagonisten sich zusammengefunden haben, sodass es auch nicht verwundert, dass aus dieser Gruppe nur Corayne, Andry, Dom und Sorasa Sichtcharaktere sind. Die anderen drei lernt man hier im ersten Band nur grob kennen, weshalb ich mich jetzt schon freue, in Zukunft mehr zu ihnen zu erfahren.

Dafür haben wir zwei andere Sichtcharaktere: Erida, eine Königin, die die notwendige Macht hat, um die Protagonisten bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, sowie Ridha, eine Prinzessin und Cousine Domacridhans, die im Norden weitere Verbündete schaffen will. Was unsere Protagonisten (zuerst) allerdings nicht wissen: Eine*r von ihnen ist mit Taristan verbündet ...

Ich habe es sehr genossen, diese charakterfokussierte Fantasy zu lesen, die sich perfekt für Fans von Leigh Bardugo and Game of Thrones eignet, aber auch für Fans von Fantasy ohne Romanzen - zwar gibt es durchaus Andeutungen, was spezielle Charakterpaare betrifft, aber die meiste Anziehungskraft verspürt man tatsächlich bei den Antagonisten. Es war sehr erfrischend, eine Handlung zu verfolgen, die sich auf Beziehungen im Allgemeinen fokussiert.

Die Handlung selbst war spannend und bot einige Überraschungen, wird größtenteils jedoch nicht zwingend von den Ereignissen getragen, sondern von den gut durchdachten Charakteren. Mein persönlicher Liebling war die Meuchelmörderin Sorasa, doch so gut, wie die Charaktere ausgebaut sind, fällt es leicht, so ziemlich jeden der Sichtcharaktere zu seinem persönlichen Liebling zu erklären.

Ein weiteres Highlight ist der Schreibstil, in dem Victoria Aveyard kreative Vergleiche und Metaphern findet. Auf diese Weise schaffte sie es, dass die Handlung sich nicht nur auf dem Papier, sondern auch in meinem Kopf abspielte - ich war sehr beeindruckt davon, was für einprägsame Bilder sie findet, um ihre Charaktere, Orte und Geschichte im Allgemeinen zu beschreiben.

Insgesamt ein wundervoller Fantasyroman, bei dem ich schon jetzt auf die Fortsetzung brenne!

Schneewittchen schläft
 480 Seiten

Vor seinen Augen verschwindet sie: Izzy, Gabes Tochter. Auf dem Weg nach Hause sieht er sie im Auto vor sich sitzen, schafft es aber nicht, ihr zu folgen. Doch er glaubt fest daran: Izzy ist noch am Leben. Drei Jahre lang fährt er die Autobahn auf und ab, ohne einen Hinweis auf ihren Verbleib zu finden. Bis er das Auto von damals und einen gekritzelten Hinweis darin findet: "Die Anderen". Doch wer sind "die Anderen"? Und was haben sie mit dem Verschwinden seiner Tochter zu tun? Gabe ahnt nicht, wie verstrickt das Spinnennetz ist, in das er hineingreift ...

Unglaublich spannend erzählt C. J. Tudor die Geschichte von Gabe, Fran and Katie, drei Personen, die auf die eine oder andere Weise in Izzys Verschwinden verwickelt sind. Fast jedes Kapitel endet auf eine Weise, die einen zum Weiterlesen anregt, weil die Autorin es meisterhaft schafft, uns Puzzleteil für Puzzleteil zu servieren, wobei das Gesamtbild erst zum Schluss klar wird. Das hat mir am Thriller definitiv am besten gefallen - die Spannung versiegte nie und am liebsten hätte ich das Buch in einem Stück gelesen, weil es so packend geschrieben war!

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: Das übernatürliche Element, das im Buch vorkommt. Immer wieder werden einige seltsame Geschehnisse angerissen, aber was ich als letztes erwartet hätte, war, dass ihre Erklärung tatsächlich übernatürlichen Ursprungs ist. Allzu tief wird darauf auch nicht eingegangen, es ist einfach so und wird nicht hinterfragt. Das hat dem Buch leider ein wenig an Glaubwürdigkeit genommen und es hätte mir besser gefallen, hätte es sich bei den seltsamen Vorkommnissen schlicht um geschickte Tricks gehandelt.

Nichtsdestotrotz ist dies ein absolut fesselnder Thriller, den man in Windeseile durchliest. Lässt man sich von der übernatürlichen Komponente nicht abschrecken, wird man mit einem wahren Pageturner belohnt!

Cainstorm Island - Der Gefangene
 320 Seiten

Emilio ist aus Cainstorm Island entkommen, landet aber ausgerechnet in Asaria, wo er der Bevölkerung als Feind präsentiert wird. Zuflucht findet er schließlich bei der Yong-Familie, wobei ein Computer namens Scio allerdings jeden seiner Schritte überwacht. Zudem verschafft sich eine Hackerin Zugriff zu Emilios System, wobei Emilio sich allerdings nicht sicher ist, ob er ihr trauen soll oder nicht ...

Spannend geht es im zweiten Band der Duologie weiter. Wir lernen Asaria und ihren Lebensstil näher kennen, was mir ausgesprochen gut gefallen hat, weil so der Kontrast zwischen Asaria und Cainstorm Island hervorragend gezeigt wird. Auch neue Charaktere schließen wir bald ins Herz, wenn das zum Teil leider auf Kosten der alten Charaktere geschieht.

Am interessantesten hierbei fand ich die Hackerin, die eine wichtige Rolle im Roman hat. Marie Golien gelingt es hervorragend, zu verschleiern, auf welcher Seite sie steht - selbst, nachdem die Wahrheit offenbart wird, ist es schwer, eine endgültige Entscheidung bezüglich ihres Charakters zu treffen. Schade fand ich, dass die Hackerin am Ende keine Rolle gespielt hat - andere Charaktere bestreiten das Finale, während ihr Schicksal unklar bleibt. Hier hätte ich mir mehr Aufklärung und Involvierung gewünscht.

Allgemein hatte ich mir mehr Verbindungen zwischen dem ersten und dem zweiten Teil erhofft, weil beide voneinander unabhängige Handlungsstränge haben und hier deshalb der rote Faden verloren geht. Die einzelnen Plots gefielen mir durchaus - vor allem fand Marie Golien ein zufriedenstellendes Ende für beide -, aber überrascht war ich schon, dass es insgesamt nur wenige Verbindungen gibt. Sie existieren durchaus, aber man merkt, dass beide Bände ihren eigenen Fokus haben.

Insgesamt hat mir die Duologie jedoch gefallen - die Spannung war hier der größte Pluspunkt, wobei ich den zweitgrößten in der subtilen Gesellschaftskritik sehe, die die Autorin auch hier meisterhaft eingebaut hat, ohne bevormundend zu wirken.

Von daher hoffe ich, dass sie noch weitere Jugendthriller schreiben wird!

Cainstorm Island – Der Gejagte
 336 Seiten

Um seiner Familie finanziell zu helfen, hat sich Emilio einen Chip implantieren lassen, mit dem alles, was er mit seinen Augen sieht, auf eine Videoplattform übertragen wird. Mit riskanten Stunts sorgt Emilio für Zuschauer - und für Geld. Als er dann allerdings in Notwehr ein Gangmitglied vor laufender Kamera umbringt, geht alles drunter und drüber: Das Video sorgt dafür, dass Emilio zwar mehr als genug Geld für seine Familie verdient - aber auch, dass er überall in der Stadt von den anderen Mitgliedern der Gang gejagt wird ...

Sehr positiv hervorzuheben ist die Spannung des Romans, die durch die wilden Verfolgungsjagden entsteht. Sehr schnell gerät Emilio in immer größere Gefahr und das war so gut umgesetzt, dass ich in Windeseile weiterlas, um herauszufinden, wie es weitergeht - beinahe kam ich mir wie einer seiner Zuschauer vor!

Apropos: Auch die subtile Kritik bezüglich Videoplattformen und wie weit Unternehmen gehen würden, um Views/Geld zu bekommen, war imho gut eingebaut. Sie ist mitnichten der Hauptfokus des Buches, aber zwischen den Zeilen deutlich genug zu erkennen.

Die Charaktere bleiben relativ blass, sind aber sympathisch genug, dass man sich ein zufriedenstellendes Ende für sie wünscht. Nur die Romanze zwischen Emilio und Lyssa fand ich relativ unnötig, aber glücklicherweise ist sie ohnehin nur eine Nebenhandlung.

Insgesamt ein toller Jugendroman!

Thirteen
 544 Seiten

Strafverteidiger Eddie Flynn hat einen kniffligen neuen Fall: Schauspieler Bobby Solomon wird angeklagt, seine Frau und deren Liebhaber umgebracht zu haben. Alle Beweise deuten auf ihn hin, doch Eddie glaubt an seine Unschuld. Was er dagegen nicht vermutet: Der wahre Mörder hat sich einen Platz unter den Geschworenen ergattert und tut alles, um sie zu manipulieren - und diejenigen loszuwerden, die Bobby Solomon für unschuldig halten ...

Allein die Grundidee des Thrillers begeisterte mich sehr: Dass der Mörder nicht auf der Anklagebank, sondern in der Jury sitzt. Und auch der Thriller an sich konnte mich überzeugen, obwohl es tatsächlich eine ganze Weile dauert, ehe überhaupt der erste Gerichtstag beginnt.

So gibt Autor Steve Cavanagh uns allerdings Gelegenheit, einen guten Einblick in den Prozess der Geschworenenauswahl zu bekommen, während er gleichzeitig seinen Strafverteidiger Eddie Flynn auf wichtige Hinweise stößt: So spielt gerade der zum Schmetterling gefaltete Dollarschein, der im Mund des Liebhabers gefunden wird, eine wichtige Rolle und bringt Eddie bald auf die Idee, dass der Täter ein perfider Serienkiller ist.

Zudem hatte der Thriller eine flüssige Sprache und natürlich eine allgemein spannende Handlung, die mich ihn schnell lesen ließ.

Seine einzige Schwäche besteht wohl in den Charakteren; bis auf Eddie Flynn und den Serienmörder, die sich in ihren Sichtweisen abwechseln, bekommen wir keinen guten Einblick in die Köpfe anderer Charaktere, weshalb ich sie mir nicht so gut merken konnte. Diese Schwäche lässt sich meiner Meinung nach jedoch verschmerzen, da der Fokus eindeutig auf der Handlung liegt und diese mich umso mehr begeistert hat!

Das Gold der Krähen
 592 Seiten

Nachdem Inej am Ende des ersten Bandes von Jan Van Eck entführt wurde, sind Kaz, Nina, Matthias, Jesper und Wylan entschlossen, sie zu retten. Zu diesem Zweck erstellen sie einen komplexen Plan, der mit einem Zusammenspiel von Einbrüchen, Betrügereien und Lügen für Inejs Freiheit sorgen soll. Zudem sucht Kaz weiterhin nach einem Weg, Rache an dem Mann zu üben, der ihm seinen Bruder genommen hat ...

Auch der zweite Band der Duologie begeisterte mich durch eine wunderbare Charakterisierung, eine spannende Handlung und mehreren Schichten eines absolut genialen Plans. Während mich im ersten Band vor allem Kaz, Nina und Matthias begeisterten, sind es hier Inej, Jesper und Wylan, deren Sichtweisen ich besonders gern verfolgte - wobei die anderen drei aber mitnichten zu kurz kommen. Tatsächlich sind die Rollen der einzelnen Charaktere sogar ausgewogener als im ersten Teil.

Sehr schön fand ich es auch, dass die romantischen Beziehungen zwischen den Charakteren eine größere Rolle bekamen, die Romanzen selbst aber weiterhin eine Nebenhandlung blieben. So hat die Romanze den Plot angenehm gewürzt, statt im Weg zu stehen.

Das einzige, was mir nicht ganz so gut gefiel, war das Schicksal von einem der Hauptcharaktere - in meinen Augen mutete es leicht unnötig an und hätte ebenso gut durch ein glücklicheres ersetzt werden können. Natürlich erwarte ich nicht, dass jeder Charakter sein Happy End bekommt, aber in diesem Fall hätte ich es gegenüber dem eigentlichen Ende bevorzugt.

Insgesamt genauso empfehlenswert wie der erste Band und ein schöner Abschluss der Duologie!

Das Lied der Krähen
 576 Seiten

Für dreißig Millionen Kruge bekommt Kaz Brekker einen unmöglichen Auftrag: Er soll in das Eistribunal, ein ausbruchssicheres Gefängnis, einbrechen und einen gefährlichen Wissenschaftler daraus befreien. Zu diesem Zweck stellt er sich eine Truppe zusammen: Inej, das "Phantom" und seine rechte Hand; Nina, eine Magierin aus den Slums; Matthias, ein Verurteilter mit dem Verlangen nach Rache; Jesper, ein Scharfschütze und einer seiner treuesten Begleiter; und Wylan, ein Ausreißer mit einem Händchen für Sprengstoff. Zu sechst stellen sie einen Plan zusammen, um dieses unmögliche Ziel zu erreichen - nur, dass oft sie selbst es sind, die sich im Weg stehen ...

Ich habe diese wundervolle Duologie schon mehrmals gelesen und jedes Mal begeistert sie mich wieder. Die Charaktere, die zuerst durch ihre obengenannte Position vorgestellt werden, bekommen während des Romans unglaublich viel Tiefe und jeden einzelnen von ihnen schließt man früher oder später ins Herz. In diesem ersten Band der Duologie mochte ich vor allem Kaz und die Beziehung zwischen Nina und Matthias, aber auch Inej, Jesper und Wylan glänzten durch ihren dreidimensionalen Charakter.

Nicht zuletzt ist auch die Handlung unglaublich spannend, sodass man konstant mitfiebert und es genießt, die Charaktere mit verschiedenen Problemen umgehen zu sehen. Die eigentliche Handlung um den Einbruch ins Eistribunal beginnt zwar recht spät, gibt einem dafür aber genügend Zeit, die Charaktere kennenzulernen.

Den einzigen Wermutstropfen kann man verschmerzen: Das Alter der Charaktere in Zusammenhang mit ihrem Verhalten und ihrer Vergangenheit. Sie sind alle um die siebzehn, doch würde man als Leser niemals darauf kommen, weil sie alle viel erwachsener wirken, sodass ich es realistischer gefunden hätte, ihr tatsächliches Alter wenigstens um ein paar Jahre anzuheben.

Insgesamt absolut empfehlenswert für alle, die eine spannende Handlung, vielschichtige Charaktere und eine gut ausgebaute Welt lieben - mit anderen Worten: Für alle, die gerne Bücher lesen!