Bücherregal lädt …
Rootbound: A Tangled Novel
321 Seiten

Seit einem Monat ist Rapunzel offiziell wieder mit ihren Eltern vereint, fühlt sich allerdings, als würde sie dem Titel als Prinzessin nicht gerecht werden. Deshalb bietet sie sich freiwillig an, einer Einladung nach Astera zu folgen, einem Land, von dem es so gut wie keine Informationen gibt. Eugene begleitet sie natürlich, zusammen mit dem strengen Minister Cressien, und schnell vermuten sie, dass irgendetwas nicht stimmt. Während Rapunzel nach dem Geheimnis von Astera sucht, vermutet Eugene, dass seine Eltern ursprünglich ebenfalls aus Astera stammen …

Als großer Fan der Disney-Verfilmung habe ich mich sehr darüber gefreut, einen Roman über Rapunzel und Eugene zu lesen, wobei ich hier zunächst klarstellen möchte, dass die Ereignisse und Enthüllungen des Romans in keiner Weise mit der animierten Serie zusammenhängen, die ebenfalls nach den Ereignissen des Films spielt, jedoch einen eigenen Handlungsstrang hat, der komplett unabhängig zu dieser Geschichte steht.

Das sage ich vor allem deshalb, weil hier eine eigene Antwort für Eugenes Herkunft gefunden wurde – und meiner Meinung nach sogar eine passendere! Natürlich möchte ich hier nicht mehr verraten, aber insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Umsetzung,auch wenn ein Teil von mir sich durchaus gewünscht hätte, die Autorin wäre bei den Enthüllungen noch etwas mutiger gewesen.

Trotzdem waren Rapunzels und Eugenes individuelle Rollen großartig umgesetzt und ich mochte es vor allem, wie ihre Trauma, ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste in der Geschichte umgesetzt wurden – bei Rapunzel bezüglich Gothel und ihrer Furcht, ihrer Rolle nicht gerecht zu werden und bei Eugene bezüglich seiner Eltern und seiner Furcht, niemals gut genug für Rapunzel zu sein. Diese Umsetzung der beiden Charaktere hat mir so gut gefallen, dass ich gerne noch mehr davon gelesen hätte!

Leider verbringen die beiden nicht so viel Zeit miteinander, wie ich es mir gerne gewünscht hätte – beziehungsweise haben sie nicht so viele romantischen Szenen miteinander, wie ich mir erhofft hatte. Gerade, weil ich die beiden zusammen so sehr liebe, hätte ich gerne noch mehr von ihrer Chemie gesehen, aber das war leider nicht der Fall.

Was die anderen wichtigen Charaktere angeht, war König Enver in Ordnung, aber vorhersehbar, Verette und Hughes überraschend sympathische Charaktere und mein persönlicher Liebling ein sehr unerwarteter Charakter: Nämlich Cressien, der Minister, der anfangs nur ein störender Faktor für Rapunzel und Eugene ist, aber eine absolut hervorragende, unerwartete Charakterentwicklung durchmacht, die ihn mühelos zu meinem Lieblingscharakter machte! Ich hätte aufgrund seiner anfänglichen unsympathischen Szenen niemals erwartet, dass er überhaupt eine größere Rolle spielt, weshalb ich sehr glücklich darüber war, seine Entwicklung zu sehen.

Die Geschichte selbst ist in Ordnung und bietet keine großen Überraschungen, war aber immer noch ein gutes Abenteuer für Rapunzel und Eugene. Das Ende deutet zudem stark auf einen zweiten Band hin, über den ich mich sehr freuen würde – in der Hoffnung, dort ein wenig mehr Romantik zu sehen ;)

Cleo, Chaos und Konfetti
184 Seiten

Cleo freut sich nicht besonders darüber, ein Achtsamkeitstagebuch gewonnen zu haben, aber benutzen will sie es probehalber trotzdem. Außerdem steht bald Fasching an, was so einige Vorbereitungen und Probleme mit sich bringt: Als was nur soll Cleo an Fasching gehen? Mal ganz davon abgesehen, dass der Alltag auch ganz schön drüber und drunter geht, was für Cleos Gehirn manchmal eine Überforderung darstellt ...

Was für ein grandioses Kinderbuch! Unglaublich unterhaltsam und vor allem witzig zu lesen, sodass ich tatsächlich mehrmals laut auflachen musste, weil Cleos Humor so fantastisch war! Das beste daran war, dass Cleo selbst nicht bewusst zu sein schien, wie witzig sie ist, aber so oder so liebte ich ihren Humor unglaublich - allein schon, weil er für alle Altersgruppen geeignet ist!

Die Tatsache, dass Cleo ADHS hat, spielt im Roman durchaus eine Rolle, aber keine ausschließliche, sodass es meiner Meinung nach egal ist, ob man selbst neurotypisch oder neurodivers ist – so oder so erwartet einen eine großartige Geschichte.

Neben Cleos Humor mochte ich auch ihre Infoblöcke, in denen sie Fun Facts über diverse Themem vorstellt, die sie gerade beschäftigen, sowie ihre witzigen (und gleichzeitig passenden) Antworten auf die Fragen in ihrem Achtsamkeitstagebuch.

Ansonsten wird hauptsächlich ihr regulärer (Schul-)Alltag beschrieben, aber das auf so herrliche und humorvolle Art, dass es mir unglaublich viel Spaß machte, Cleos Erlebnisse über den Monat hinweg, in dem das Buch spielt, zu verfolgen.

Für mich ist das Buch zu einem richtigen Highlight geworden, das nicht nur für Kinder geeignet ist!

Revenge – Du sollst flehen
246 Seiten

Lana wurde vom Boogeyman geschnappt – aber eigentlich ist es andersherum, denn sie kann sich problemlos gegen ihn wehren. Als ihr Geheimnis daraufhin unerwartet herauskommt, noch dazu gegenüber Hadley, die ihr bereits misstraute, fürchtet sie schon, alles zu verlieren – doch stattdessen stellt sich Hadley auf ihre Seite. Doch selbst mit einer Verbündeten wird es nicht leicht, ihre Liste weiter abzuarbeiten, während Logans Schlussfolgerungen immer akkurater werden …

Es bleibt weiterhin spannend für Lana und Logan, wobei mir speziell in diesem Band die Spannungselemente besonders gut gefielen. Das gilt besonders für Lana und den Szenen, in denen sie ihre Fähigkeiten auf hervorragende Weise zeigt. Zu meiner Freude spielt auch Hadley eine größere Rolle, was mir sehr gefiel, nachdem sie mir bereits im letzten Band positiv aufgefallen ist.

Auch Logans Intelligenz strahlt hier um einiges mehr: Seine Schlussfolgerungen werden immer konkreter und kommen immer näher an die Wahrheit. Auch das hat zur Spannung beigetragen, weil ich sowohl beeindruckt als auch besorgt davon war, wie gut er den wahren Täter einschätzen kann, ohne zu wissen, dass es sich bei ihm um seine Freundin handelt. Die Romanze zwischen den beiden ist im Übrigen immer noch gut, aber nicht so einnehmend wie die Handlung selbst.

Meine Lieblingsstellen waren tatsächlich Lanas Morde, aber ich mochte es auch, zum ersten Mal Delaney Grove zu sehen und ein wenig mehr über Lanas Vergangenheit zu erfahren. Es war zwar schon seit dem ersten Band klar, was passiert ist, aber zu sehen, wie die Menschen der Stadt tatsächlich damit umgehen, war noch mal etwas ganz Anderes.

Insgesamt wieder ein lockerer, spannender Roman und eine tolle Fortsetzung!

Blood ‐ Du sollst bereuen
224 Seiten

Lana und Logan sind glücklich zusammen, auch wenn Logan immer noch damit beschäftigt ist, Serienkiller zu jagen – darunter auch Lana, was er jedoch nicht ahnt. Tatsächlich fürchtet er, sie könne das Ziel eines Serienkillers werden, der es auf seine Liebsten abgesehen hat, weshalb er sie mit Polizeiansatz beschützen möchte. Das passt Lana natürlich gar nicht, weil sie dadurch ihre Kill-Liste pausieren muss, doch als ein anderer Schänder ihre Aufmerksamkeit weckt, ist sie trotz der neuen Sicherheitsmaßnahmen entschlossen, ihm ein Ende zu bereiten …

Spannend geht es mit Lana und Logan weiter, wobei in diesem Band keiner von beiden seiner eigentlichen Hauptstory folgt, sondern sich einerseits um den Boogeyman (Logan) und andererseits einen Kinderschänder kümmert (Lana). Es hat mir jedoch nichts ausgemacht, in diesem Band Nebenhandlungen zu folgen, weil beide immer noch spannend geschrieben waren und Lanas Talente auf gute Weise gezeigt wurden.

Bei Logan war ich mir bezüglich seiner Talente zunächst nicht sicher, denn nachdem er einen ersten Hinweis zum Boogeyman erhält, scheitert er daran, eine unglaublich offensichtliche Schlussfolgerung zu ziehen, die mir als Leserin sofort klar war – noch schlimmer, selbst nach dem zweiten Hinweis fand Logan den offensichtlichen Zusammenhang nicht, was mich ernsthaft an seiner Kompetenz zweifeln ließ. Ich begrüße es zwar, dass die Autorin die Hinweise so gestaltet, dass auch wir Leserinnen mitraten können, aber in diesem Fall waren sie definitiv zu leicht und hätten von einem FBI-Agenten wie Logan definitiv vermutet werden sollen.

Gegen Ende stellte er seine Reputation jedoch wieder her, als es um Lanas Fall ging und kam hier zu einigen beeindruckenden Schlussfolgerungen, die ihn gefährlich nahe an die richtige Fährte bringen – hier bin ich gespannt, wie sich die Handlung wohl weiterentwickelt. Denn zwar fiebere ich nicht hundertprozentig mit der Romanze mit, aber es macht immer noch Spaß, über sie zu lesen.

Ich hoffe, im nächsten Band werden wir speziell von Hadley mehr sehen, die mir erstaunlich gut gefiel, aber so oder so ist die Reihe sehr gut zu lesen und für Romance/Suspense-Fans perfekt geeignet!

Earthbound
526 Seiten

Die Fae und Elfen bereiten sich auf einen Krieg vor. Yeeran und Furi sehnen sich nach der jeweils anderen, doch die kriegerischen Elfen lassen ihnen keine Zeit, sich ihrer Liebe zu widmen, weil ihre hinterhältigen Pläne Mosima ins Chaos stürzen. Lettle und Alder machen sich derweil auf den Weg nach Caperly, um dort Alders Erinnerungen zu wecken und damit hoffentlich eine Lösung für die Konflikte zwischen den Völkern zu finden, wobei Lettle allerdings nicht die Prophezeiung vergessen hat, laut der sie ihren Geliebten Rayan töten wird …

Mit „Earthbound“ endet die Faebound-Trilogie und zum Glück auf eine zufriedenstellende Weise. Doch nicht nur das Ende war insgesamt gelungen, sondern auch der Band an sich.

Wir folgen zum einen Yeeran und Furi, die versuchen, die Dinge in Mosima wieder in Ordnung zu bringen und zum anderen Lettles und Alders Reise, die das Geheimnis von Alders Vergangenheit lüften soll. Hier war ich zunächst besonders investiert in Lettles und speziell Alders Geschichte; ich fand es so faszinierend, seine Geschichte zu erfahren, denn obwohl ich den Twist dahinter halb ahnte, war die Umsetzung so gut, dass ich jedes Mal darauf hinfieberte, einen ihrer Sichtweisen zu lesen. Sobald dieses Geheimnis aufgelöst wurde, begann ich, mehr mit Yeerans und Furis Geschichte mitzufiebern, denn das Chaos, das in Mosima ausbrach, sorgte für sehr viele spannende und emotionale Momente, die mir sehr gefielen.

Die Romanzen treten eher in den Hintergrund. Am meisten Screentime bekommen hier Yeeran und Furi, die ihre Romanze nach dem Ende des letzten Bandes wieder aufblühen lassen, doch Lettle und Rayan sowie Alder und Golan bekommen dafür kaum Aufmerksamkeit, was ich schade fand, weil ich in beide Romanzen sehr investiert war und deshalb gerne noch mehr von ihnen gesehen hätte.

Am Ende bekommen tatsächlich nicht alle Charaktere das Ende, das ich ihnen gewünscht hätte, aber dafür passten die gewählten Enden so gut, dass ich trotzdem zufriedengestellt war. Zusammen mit dem angenehmen Schreibstil, der spannenden Handlung und den tollen Charakteren bot sich somit eine Leselektüre – und Trilogie –, die mir sehr gefallen hat!

Kissed by the Gods – Die ewigen Kriege
619 Seiten

Als Soldaten Leinas Eltern töten und ihre Brüder bedrohen, entwickelt sie übermenschliche Kräfte, mit denen sie sie tötet. Ryot, ein Altor-Krieger, soll sie daraufhin hinrichten – aber als er feststellt, dass sie Altor-Kräfte besitzt, als erste Frau in der Geschichte Aesgroths, bringt er sie stattdessen zu dem Sitz der Altor-Wächter, damit sie dort ihre Ausbildung anfangen kann. Leina, entschlossen, ihrer Familie zu helfen, stimmt zögernd zu, doch mit der Ausbildung beginnen erst die Schwierigkeiten, mit denen Leina sich herumschlagen muss – und zwar, als sie von einer Göttin geküsst wird …

Die Geschichte fängt gut an und entwickelt sich zunächst auch interessant, aber leider gelingt es ihr letztendlich nicht, dieses Interesse konstant zu halten. Das liegt vor allem daran, dass in der langen Mitte der Handlung nur wenig passiert. Es gibt zwar durchaus ein paar interessante Nebenhandlungen und Szenen, aber letzten Endes langweilte ich mich während dieser Durststrecke dann doch ein wenig zu sehr.

Auch, was die Charaktere angeht, konnten diese nicht vollständig überzeugen, auch wenn mir durchaus so einige gefielen. Am Anfang mochte ich Leina zum Beispiel unglaublich gerne, aber irgendwann war sie mir zu fokussiert auf ihre Wut und auch etwas zu übermächtig – nichts gegen wütende und mächtige Protagonistinnen, aber sie sollten auch andere Charakterzüge und Schwächen zeigen. Trotzdem mochte ich sie letztendlich immer noch sehr gern und wünschte, ihre Romanze mit Ryot hätte mir besser gefallen, denn ich empfand sie als sehr schwach, weil Ryot als Charakter so blass blieb und ich nicht verstand, was sie aneinander fanden.

Tatsächlich waren es die Nebencharaktere, die mich am meisten überzeugten: Die Heilerin Elowen war unglaublich sympathisch, Leif und Faelon beide sehr heitere und lebendige Charaktere, die Romanze zwischen Nyrica und Thalric für mich einnehmender als die Hauptromanze und der Älteste ein mysteriöser Charakter. Es gibt sogar noch mehr, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließen, aber letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ich die Nebencharaktere mehr mochte als die Hauptcharaktere, obwohl sie gar nicht mal so viel Tiefe bekamen. Dafür war ihr Eindruck stets erinnerungswürdig und ich hätte gerne noch mehr zu ihnen erfahren.

Auch die Twists gegen Ende gefielen mir sehr gut, weil sie die richtige Mischung aus überraschend und logisch waren, aber letztendlich reichten sie nicht aus, um den Gesamteindruck wesentlich zu verändern; ich fand die Geschichte mitnichten schlecht, aber leider auch nicht gut genug, um weiterlesen zu wollen.

Antike unzensiert
352 Seiten

Es gibt viele Mythen über die Antike, doch welche sind letztendlich wahr? Wie haben sie wirklich gelebt, gegessen und gekämpft? Warum waren ihre Statuen nackt und wie schafften sie es, das Kolosseum in weniger als einem Jahrzehnt zu bauen? Diese und viele andere Fragen beantwortet Garrett Ryen in „Antike unzensiert“.

Wichtig dabei ist, dass das Sachbuch nicht für beständiges, sondern spontanes Lesen geschrieben ist. Ich habe zuerst versucht, es auf einmal gelesen, aber schnell gemerkt, dass zu viele Kapitel hintereinander auslaugend sind und es eher vorgesehen ist, immer mal wieder reinzuschauen. Selbst dann war nicht jedes Kapitel gleich interessant für mich, wahrscheinlich auch, weil der Schreibstil stärker ins Informative geht und nicht ins Humorvolle, wie ich es aufgrund des Titels annahm. Deshalb würde ich das Sachbuch nicht als eines für Zwischendurch beschreiben, sondern als eines, für das man die notwendige Konzentration braucht.

Aber viele der Informationen, die es dann letztendlich bietet, waren tatsächlich interessant. Ich mochte speziell die Teile, die sich mit dem Alltagsleben, der Gesellschaft und den Hinterlassenschaften beschäftigen, während Glaubensinhalte, Sport und Freizeit sowie Krieg und Politik zwar ein paar interessante Kapitel hatten, aber auch so einige, die ich eher ermüdend fand. Am interessantesten fand ich die Erwähnungen von Alexander dem Großen, weil es stets unterhaltsam war, zu lesen, was er in seinem Leben tat und was nach seinem Tod geschah.

Letztendlich würde ich das Sachbuch vor allem denjenigen empfehlen, die sich stark für die Antike interessieren und immer mal wieder kleine Wissensschnipsel von ihr sammeln wollen.

Freunde fürs Leben
544 Seiten

Nur ein einziges Mal will Louisa ihr Lieblingsgemälde in echt sehen, doch hätte sie niemals damit gerechnet, dass dieses Abenteuer damit endet, dass sie das Gemälde vom Maler vererbt bekommt. Komplett überfordert bittet sie Ted, den besten Freund des Malers, ihr dabei zu helfen, einen geeigneten Ort für das wertvolle Gemälde zu finden, woraufhin die beiden eine Reise beginnen, während der er ihr die Geschichte hinter dem Gemälde erzählt: Von dem letzten Sommer, den vier Jugendliche zusammen verbrachten, dem Sommer, der in dem Gemälde verewigt worden ist. Eine Geschichte über Freundschaft, aber vor allem über das Leben: Eine Geschichte, die Louisa hilft, ihren eigenen Platz in der Welt zu finden …

Ich habe das Buch bereits vor einigen Monaten gelesen, doch weil es mich einfach nicht losgelassen hat, musste ich es unbedingt ein zweites Mal erleben. Es fällt mir wirklich schwer, in Worte zu fassen, wie sehr mich die Geschichte von Ted, Joar, Ali und dem Maler berührt hat, denn die Emotionen, die diese vier Freunde in mir hervorrufen, lassen sich nicht leicht beschreiben.

Dabei gibt es bei weitem nicht nur dramatische und tragische Szenen, sondern speziell in der Gegenwart mit Louisa und Ted auch viele, die mich zum Schmunzeln und zum Lachen brachten; aber letztendlich waren es vor allem die traurigen und bittersüßen Momente, die mir am meisten in Erinnerung blieben und mich am meisten beeinflusst haben. Es gab so viele Sätze, die ich mir gerne angestrichen und so viele Szenen, die ich am liebsten in meinem Kopf gespeichert hätte, weil sie so bedeutungsvoll waren und mich zum Nachdenken anregten.

Gleichzeitig wusste ich den Humor in der Gegenwart zu schätzen, weil er einen angenehmen Gegenpol zu den vergangenen Ereignissen bildete. Allgemein gab es in beiden Zeitlinien viele schöne Momente, die ich in meinem Re-Read sogar noch mehr genießen konnte, weil ich nun wusste, was in der Zukunft passiert. Die Freundschaft zwischen dem Maler, Ted, Joar und Ali ist dabei natürlich ein Highlight, weil sie so realistisch und einnehmend beschrieben wurde, aber auch die beginnende Vater-Tochter-Beziehung zwischen Ted und Louisa wärmte mein Herz. Überhaupt sind alle Charaktere auf ihre Arten wunderbar; sogar welche, die in der Handlung gar nicht aktiv auftauchen (wie Fish, Louisas verstorbene Freundin), hinterlassen einen unglaublich starken Eindruck.

Insgesamt ist dieses Buch zu einem richtigen Herzensbuch geworden, weshalb ich es mit Freuden allen empfehle, die emotionale, ergreifende Geschichten lieben, die noch lange nach dem Lesen nachhallen!

Secret – Du sollst mich fürchten
224 Seiten

Lana Myers ist eine Serienkillerin, die sich an den Männern rächt, die ihr damals Leid angetan haben. Doch als sie auf den FBI-Agenten Logan Bennett trifft, trifft sie zum ersten Mal auf einen Mann, der sie auf positive Weise fasziniert – allerdings auch ein Profiler ist, der ihre wahre Identität mühelos durchschauen könnte. Während die beiden sich langsam näherkommen, ist Logan zudem entschlossen, den Mörder der Männer zu finden, die Lana umgebracht hat …

Dieser locker zu lesende Thriller ist aufgrund seines flotten Schreibstils wunderbar zu lesen und bietet eine unterhaltsame, kurzweilige Lektüre, die mir viel Spaß gemacht hat.

Lana ist nicht nur eine fähige, sondern auch eine überraschend sympathische Protagonistin, in die ich mich erstaunlich gut hineinversetzen konnte, auch wenn ihre Aktionen sehr extrem sind. Tatsächlich mochte ich sie sogar mehr als Logan, weil es bei ihr mehr Szenen zum Mitfiebern gab, da sie schließlich ihre wahre Identität vor ihm geheim halten muss. Die Ironie in ihren Begegnungen war herrlich zu lesen, ihre Romanze jedoch noch nicht hundertprozentig überzeugend.

Die beiden haben zwar durchaus Chemie miteinander und ich mochte speziell ihre Textnachrichten sehr gerne, aber die Romanze entwickelt sich recht schnell, nahm viel Raum ein und war dabei eher auf das Körperliche fokussiert, weshalb ich den romantischen Anteil dieser Romanze nicht besonders stark spürte. Hier hoffe ich, dass spätere Bände die emotionalen Aspekte stärker hervorheben werden.

Lanas Mordpläne spielen im Gegensatz zur Romanze eine eher untergeordnete Rolle und sind vor allem am Anfang und am Ende relevant, dazwischen aber eher nicht; was vielleicht auch ganz gut so ist, denn die Brutalität, mit der Lana vorgeht, ist nicht zu unterschätzen. Wir erleben zwar nicht direkt die Momente, in denen sie die Männer foltert, doch die Beschreibungen danach reichen allemal aus, um es sich vorzustellen.

Inwiefern die Art und Weise, wie Lana und Logan in ihren jeweiligen Berufen vorgehen, realistisch ist, kann ich nicht beurteilen, aber sie ist auch nicht der Fokus der Geschichte, weshalb sie mir auch nicht allzu wichtig war. Etwas, von dem ich dagegen gerne noch mehr gesehen hätte, sind andere Charaktere – natürlich kommen welche vor, aber nur Lanas bester Freund Jake hinterlässt einen bleibenden Eindruck, weil der Fokus so stark auf Lana und Logan selbst liegt.

Einen mittelgroßen Twist gibt es am Ende, ansonsten besticht der Roman vor allem dadurch, dass er einen auch eine große Twists gut mitreißt, weil die Ausgangssituation so fesselnd ist. Deshalb würde ich ihn vor allem Freida-McFadden-Fans empfehlen, mit der einzigen Anmerkung, dass dieses Buch gewalttätiger ist – aber dafür genauso locker zu lesen und mit einer spannenden Romanze im Fokus.

Vibes & Hearts
406 Seiten

Als Kind berühmter Eltern wurde Sophie-Marie stets behütet, doch dieses Mal will sie endlich eine eigene Entscheidung treffen und macht bei der Dating-Show Vibes & Hearts mit. Dort trifft sie auf Yannick, bei dem sie sofort ein Knistern verspürt und den sie gerne näher kennenlernen möchte. Doch auch ihr Kindheitsfreund Leander ist bei der Show dabei und möchte Sophie-Marie im Auge behalten. Doch wer von beiden ist der Richtige für sie? Fünf Entscheidungen über den Roman hinweg bestimmen, mit wem sie letztendlich zusammenkommt …

Da ich Entscheidungsgeschichten mag, freute ich mich darauf, hier eine besonders weitgespannte zu lesen, doch leider war das Leseerlebnis letztendlich sehr frustrierend, weil es trotz des Versprechens der Autorin, es würde keine falschen Entscheidungen geben, schmerzhaft offensichtlich war, dass das nicht stimmt. Klar, mit beiden Love Interests ist letztendlich ein Happy End möglich – aber es ist wirklich überaus deutlich, wer der Favorit ist.

Aufgrund ihrer anfänglichen Chemie entschied ich mich nämlich zunächst dafür, Leanders Pfad zu folgen, woraufhin sich mehrere Kapitel entspannten, in denen Sophie-Marie besonders viel Zeit mit Yannick verbringt, viele wichtige Konversationen mit ihm führt, die ihre Vergangenheiten und Unsicherheiten offenlegen, ständig genervt von Leander ist und sich, wenn sie doch mal eine Szene mit ihm hat, entweder mit ihm streitet oder belanglose Gespräche mit ihm führt. Wenn sie mit ihm gematcht wird, ist sie enttäuscht, bei Yannick dagegen freut sie sich stets und ist erleichtert. Schließlich gipfelt dieser Teil der Handlung in einem Kuss zwischen Sophie-Marie und Yannick, nach dem die Geschichte einen noch mal fragt, welchem Pfad man nun folgen möchte.

Das alles hatte ich natürlich nicht erwartet, als ich mich am Anfang für Leander entschied und war deshalb sehr frustriert, dass er in seinem eigenen Anfangspfad fast schon zu einem Nebencharakter degradiert wurde. Tatsächlich musste ich mich mehrmals vergewissern, dass ich auch ganz sicher beim richtigen Kapitel weitergelesen habe und nicht aus Versehen die Kapitel vertauscht wurden, weil es keinen Anlass gab, daran zu glauben, dass ich gerade die aufblühende Beziehung zwischen Sophie-Marie und Leander lese. Natürlich habe ich mich danach für Yannick entschieden, weil absolut nichts darauf hindeutete, dass Sophie-Marie in Leander mehr als einen Bruder/besten Freund sieht, mich aber immer noch verraten gefühlt, weil die Geschichte mir dadurch sehr stark verdeutlichte, dass es eben doch falsche Entscheidungen gibt, weil ja nicht mal die Handlung selbst sich die Mühe gab, Leander als gleichwertige Option darzustellen.

Nach dem Abschließen der restlichen Handlung mit Yannick habe ich noch mal zurückgeblättert und bei der ersten Entscheidung Yannick gewählt in der Hoffnung, dass hier Leander mehr Screentime und Relevanz bekommt. Aber auch hier hat Sophie-Marie die tiefgründigen Gespräche, die Intimität und den Kuss mit Yannick, betont, dass sie ihn mehr mag und ist fast permanent sauer auf Leander. Als die Geschichte dann wie beim „Leander“-Pfad fragte, wem ich nun folgen will, habe ich ernsthaft überlegt, ob ich Leanders Pfad, der nach dieser zweiten Entscheidung geöffnet wird, überhaupt lesen soll, mich aber letztendlich dazu durchgerungen.

Leider besteht die Strategie, durch die Sophie Leander Aufmerksamkeit schenkt, daraus, Yannick zu einem unsympathischen, antagonistischen Charakter zu machen, der sehr starke Out-of-Character-Entscheidungen trifft und so gar nichts mit dem echten Yannick zu tun hatte, dass er genauso gut ein völlig anderer Charakter hätte sein können. Und das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Wäre es nicht viel besser gewesen, die beiden als gleichwertig gute Optionen darzustellen, indem beide sympathisch bleiben und die Neugier darauf wecken, den jeweils anderen in seinem Pfad näher kennenzulernen – statt zu verdeutlichen, dass einer von beiden definitiv die falsche Entscheidung ist?

Wenigstens gab es in diesem Pfad tatsächlich ein paar schöne Szenen mit Sophie-Marie und Leander, sogar mit ein, zwei wichtigen Gesprächen, einem besseren Third-Act-Break-Up als dem in Yannicks Storyline und einem zufriedenstellenden Ende. Trotzdem war ich letzten Endes nicht zufrieden, weil der gesamte Handlungsstrang nur deshalb geschehen konnte, indem Yannicks Charakter und Grundprinzipien komplett umgepolt wurden und das sogar ohne eine Erklärung oder Entschuldigung.

Der Roman hatte zwar einen flüssigen, gut zu lesenden Schreibstil und eine wunderbare Charakterentwicklung für Sophie-Marie, aber da er seine Love Interests so ungleich behandelte, kann ich ihn als Entscheidungsgeschichte leider nicht empfehlen.

Die Möglichkeit von Liebe
392 Seiten

Nachdem Lindas baldiger Ex-Mann sie für seine neue Freundin verlassen hat, braucht sie dringend ein wenig Zeit für sich alleine. In einem Sommerhaus, das die beiden vor Jahren gekauft haben und das inzwischen in Vergessenheit geraten ist, hofft sie, sich selbst zu finden – und definitiv nicht, dass ein mysteriöser Teenager mit raspelkurzen Haaren und blauem Pullover sie zu verjagen versucht. Zugleich folgen wir Sam, die auf die distanzierte Martha trifft und sich nach und nach mit ihr anfreundet. Doch wer ist Martha, warum trägt sie stets den gleichen Pullover und hält sich von allen anderen fern? Linda und Sam finden ihre eigenen Antworten darauf …

Die Kurzbeschreibung der Geschichte ist leider sehr irreführend, denn die Handlung, die sie beschreibt, passiert erst nach 180 Seiten und selbst dann gerät sie erst später richtig in den Fokus. Zugegeben: Die Szenen, die Linda und Martha dann miteinander teilen, fand ich tatsächlich großartig, aber bis dahin dauert es eben eine ganze Weile, die nur sehr langsam vergeht. Zudem war ich immer noch investierter in Sams und Marthas Freundschaft, obwohl Sams Kapitel immer um einiges kürzer waren als Lindas.

Außerdem ist Martha nicht mal der wichtigste Charakter in Lindas Geschichte (wenn auch definitiv ein wichtiger), sondern auch der Jurist Frederik, auf den Linda trifft. Ich wusste für eine ganze Weile nicht, was ich von ihm und ihrer wachsenden Beziehung halten sollte, denn ursprünglich machte Linda eine Auszeit, um herauszufinden, wer sie ohne die Beziehung zu einem Mann ist – und sie dann fast schon buchstäblich in den ersten verlieben zu lassen, auf den sie trifft, kam mir da nicht wie die richtige Strategie vor. Allerdings mochte ich letztendlich die Art und Weise, wie sich ihre Beziehung entwickelte, sehr – und außerdem war Frederik schlicht ein sehr sympathischer Charakter.

In Linda dagegen konnte ich mich leider so gut wie nicht hineinversetzen. Das liegt nicht nur an ihrer Ausgangssituation (Mutter von zwei Kindern, die ihre Scheidung plant), sondern vor allem an ihrer Charakterentwicklung, die dem klassischen Format „vernünftiger Charakter lernt, dass es viel besser ist, locker drauf zu sein“ folgt und aus diesem Grund nichts war, mit dem ich mich identifizieren konnte. Allgemein bin ich diese Art von Handlungssträngen langsam leid, selbst, wenn man davon absieht, dass zumindest zwei von Lindas spontanen Entscheidungen sie buchstäblich fast umgebracht hätten. Das ist allerdings keine Kritik am Roman, sondern schlicht die Beobachtung, dass ich mich als jemand, die zwar ab und an unvernünftig ist, ihr Glück aber letztendlich in der Vernunft gefunden hat, nicht viel mit diesen Handlungssträngen anfangen kann.

Sehr gut gefielen mir die Offenbarungen gegen Ende, mit denen ich überhaupt nicht rechnete und die mich ganz schön emotional zurückließen. Ich liebte es, wie die Geschichte endete – auch, wenn der Anfang ganz schön holprig war. Trotzdem ist es letztendlich nicht meine Art von Buch, weshalb ich es nur denjenigen empfehlen würde, die sich besser in Linda hineinversetzen können.

Ruinous Ends – Die Schatten der Blackwood Academy
496 Seiten

Wren, August, Olivier, Emilio, Masika und Irene haben die Blackwood Trials überstanden, doch vorbei ist der Kampf gegen Direktor Silas noch lange nicht. Wren ist eine Gefangene von Augusts Schwester Edith und muss ihren Tod immer und immer wieder erleben. August muss Edith gegenüber so tun, als würde er sich ganz den Schatten verschreiben. Olivier leidet am Vergessen und muss zusammen mit Emilio und Masika nach drei Schlüsseln suchen, die der letzte Ausweg zu sein scheinen. Und Irene, die sich den Aufgestiegenen angeschlossen hat, versucht, die Schule von innen zu zerstören, während sie gleichzeitig Treue vorgeben muss …

Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, wollte aber auch unbedingt wissen, wie die deutsche Übersetzung ist – und tatsächlich hat sie mir sogar besser gefallen als das Original! Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass ich sie schlicht besser verstehe oder daran, dass ich die Handlung bereits kannte, aber dieser Re-Read auf Deutsch war eine positive Überraschung.

Zugegeben war ich ausgerechnet ins Hauptpaar am wenigsten investiert: Mir war Augusts Hingabe zu übertrieben und Wrens Geschichte entwickelte sich nach vielen vor sich hin plätscherten Kapiteln auf eine Weise, die mir nicht gefiel (wobei das auch für andere Romane gilt, die diese Art von Handlung enthalten). Ich mochte Arthur und Quinn, die in diesem Handlungsstrang auftauchen, aber die anderen Stränge gefielen mir trotzdem mehr.

Wie schon beim ersten Mal war ich besonders begeistert von Emilio und vor allem Olivier; die beiden setzten ihre schöne Liebesgeschichte aus dem ersten Band fort, waren aber auch als Charaktere sehr sympathisch. Masika hatte zwar keine eigene Geschichte (dafür gibt es leider zu wenig Szenen mit ihr und Catherine, die sich perfekt dafür geeignet hätten, eine zu erschaffen), war aber ebenfalls sympathisch und ihre gemeinsame Reise, um die drei Schlüssel zu finden und dabei drei Rätsel zu lösen, war mein persönliches Highlight des Romans.

Doch die positivste Überraschung war definitiv Irene. Beim ersten Mal war ich definitiv am wenigsten investiert in ihre Handlung, aber hier beim Re-Read war ich überrascht darüber, wie sehr ich auf einmal mit ihr mitfieberte! Ich habe ihren Charakter richtig zu schätzen gewusst und das fand ich wunderbar. Nur mehr Szenen zwischen allen sechs haben mir schmerzlich gefehlt, weil sie für so lange Zeit voneinander abgeschnitten sind.

Zusammengefasst haben mir also die Handlungsstränge von Olivier, Emilio, Masika und Irene sehr gut gefallen und Wrens und Augusts Geschichte leider nicht ganz so stark, aber mein Gesamteindruck war immer noch sehr positiv. Doch eine wichtige Ausnahme gibt es: Die Enden, die für die verschiedenen Paare gewählt wurden.

Es gibt insgesamt vier: die beiden Hauptpaare Wren/August und Emilio/Olivier sowie die Nebenpaare Arthur/Quinn und Masika/Catherine. Und leider fand ich, das kein Paar das Ende bekommen hat, das es meiner Meinung nach verdient hätte, im Guten wie im Schlechten. Das hat bei mir einen bittersüßen Nachgeschmack hinterlassen, weil ich die ganze Zeit daran dachte, wie viel passender ich es gefunden hätte, wenn alle Paare ein anderes (manchmal besseres, manchmal schlechteres) Ende bekommen hätten. Aber so, wie es war, war ich mit dem Ende leider nicht ganz zufrieden, obwohl mir das Buch allgemein sehr gut gefallen hat.

Ist dieser Roman also ein guter Abschluss der Dilogie? Durchaus ja. Die gewählten Enden waren zwar nicht die, die ich mir gewünscht hätte, aber die Poetik hinter ihnen ist mir nicht entgangen – und andere Leserinnen und Leser werden sie sicher noch mehr zu schätzen wissen!

Voyage of the Damned
508 Seiten

Ganymedes ist einer von zwölf Gesegneten – oder zumindest sollte er es sein. Doch im Gegensatz zu den anderen hat er keine Gabe, was er auf der Schiffsreise zum Berg der Göttin unbedingt verbergen muss. Als allerdings bereits in der ersten Nacht die Erbin des Herrschers umgebracht wird, weiß er, dass es größere Probleme zu lösen gilt. Ganymedes macht sich auf, den Mörder zu finden, doch während die Leichen immer mehr werden, scheinen die Hinweise immer mehr zu schrumpfen …

Ich bin bei diesem Buch ein wenig hin- und hergerissen, weil es für etwa die ersten 85% eine unglaublich spannende, spaßige Story bietet, in die ich sehr investiert war, die letzten 15% bei mir allerdings einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen haben, weil die Handlungsentwicklung mir leider überhaupt nicht gefiel.

Aber starten wir am Anfang: Ganymedes ist ein absolut großartiger Protagonist, dessen Humor nicht nur die dramatische Handlung auf gute Weise auflockert, sondern dessen vergangenes Drama auch einen überraschend angenehmen Kontrast zum Humor bietet. Die Balance zwischen den beiden war genau richtig und machte es leicht, so richtig mit der Geschichte mitzufiebern, mit Anspannung zu erwarten, was als nächstes passiert und gleichzeitig die Charaktere liebzugewinnen.

Diese haben teils wegen der Morde, teils wegen ihrer Anzahl natürlich eine limitierte Screentime, aber sie alle haben es schafft, einen Eindruck zu hinterlassen – mein Liebling war natürlich die kleine Grashüpfer, wobei ich von den Nebencharakteren vor allem Nergüi und Shinjiro faszinierend fand. Letztendlich erfahren wir aber von überraschend vielen Charakteren ihre Vergangenheit und ihre Mühen, sodass es mir schwer fiel, in irgendeinem von ihnen einen Mörder zu sehen. Ich hatte sogar eine halb richtige Theorie, aber es gab definitiv Twists, die ich nicht kommen sah. Allein schon die Anzahl der Morde überraschte mich – tatsächlich kam sie mir zu hoch vor.

Das wahre Highlight bleiben aber immer noch Ganymedes mit seinem perfekten Mix aus Drama und Humor, Grashüpfer als die bezauberndste unter ihnen allen, und auch Ravi und Wyatt, deren Rollen mich sehr überraschten. Hier hilft es auch, dass das Worldbuilding so gut war – ich habe jede Information zu den Provinzen begierig in mich eingesaugt und fand es großartig, wie ihre Besonderheiten in die Handlung eingebaut wurden.

Doch leider gibt es nach diesen großartigen 85% einen Twist, der zwar durchaus geforeshadowt wurde, sich aber trotzdem wie Verrat am Leser anfühlte und es mir sehr viel schwerer machte, weiter investiert in die Handlung zu sein, weil ich mir die ganze Zeit eine andere herbeisehnte. Der Twist machte gewisse Aspekte des Romans – Charaktere, Romanzen, das Finale und Ende – geradezu unerträglich, weil die Botschaft hinter ihnen sich auf eine Weise veränderte, die ich nicht befürworten konnte. Hier wünschte ich wirklich, es hätte einen anderen Twist gegeben, der die zuvor etablierten Botschaften auch tatsächlich umsetzt.

Aus diesem Grund fällt es mir wie gesagt schwer, den Roman zu bewerten, weil ich ihn für einen Großteil so sehr genoss, der letzte kleine Teil allerdings einen großen Schatten warf, den ich bis zuletzt nicht abschütteln konnte. Deshalb kann ich den Roman leider nicht vollen Herzens empfehlen, so gut er auch in sehr vielen Aspekten war.