Miss Ruby ist eine Diebin, die in Raubüberfällen spezialisiert ist – eine Fähigkeit, die sie nicht nur nutzen möchte, um sich selbst zu bereichern, sondern auch, um ihr Familienerbstück, den Rubin von Cimota, in die Finger zu bekommen. Dafür muss sie verschiedene Crews rekrutieren und verschiedene Heists komplettieren, während Logico hinter ihr her ist, die Rote Maske eine würdige Rivalin bietet und Boss Charcoal sie gerne für sich rekrutieren will …
Im neuesten Band der Murdle-Reihe folgen wir diesmal nicht Logico, sondern helfen der Diebin Miss Ruby dabei, mehrere Raubüberfälle zu planen. Das Zuordnungsprinzip ist immer noch das gleiche, außer, dass statt Gegenständen Jobs an die Charaktere verteilt werden müssen und auch das Timing bei zwei Schwierigkeitsgeraden eine Rolle spielt. Besonders letzteres gefiel mir sehr gut, weil es eine neue Art von Rätsellogik zuließ („X muss getan werden, bevor Y getan werden kann“), die meiner Meinung nach sogar noch stärker hätte genutzt werden können.
Dafür gibt es in diesem Band keine „der Täter lügt, die anderen sagen die Wahrheit“-Rätsel. Diese waren in den regulären Murdle-Bänden zugegeben mit Abstand die schwierigsten, aber gerade deshalb mochte ich sie sehr, weil sie die grauen Zellen tatsächlich anstrengten – hoffentlich kommen sie im nächsten regulären Murdle-Band wieder vor.
Besonders gut gefiel mir, dass in manchen der Lösungstexte nicht nur die Person erwähnt wurde, der der Diebstahl gelungen ist, sondern auch die Jobs der anderen Personen. Das gab den Rätseln nicht nur eine nette Prise Realismus, weil man sich den Heist so tatsächlich gut vorstellen konnte, sondern machte das Zuordnen der anderen Jobs, Orte etc. sogar relevant. Es ist der bisher einzige Band, bei dem ich das Gefühl hatte, dass nicht nur der Täter eine Rolle spielt, sondern alle involvierten Personen einen Rätsels. Deshalb hätte ich es gerne noch öfter gelesen, wie sämtliche Teile der Lösung im Lösungstext erwähnt werden! (Witzig war es übrigens auch, bei den Lösungen des ersten Schwierigkeitsgrads zu sehen, was Logico so treibt und wie seine Schlussfolgerungen auf Außenstehende wirken. ;))
Außerdem setzt das Buch auch eine Rätselart von „Merry Murdle“ ein, wo man bei den Endrätseln die Verdächtigen aufgrund der Hinweise selbst schlussfolgern muss, was ich unglaublich spaßig fand. Wer weiß, vielleicht gibt es sogar bald einen Band, bei denen auch die anderen Aspekte selbst geschlussfolgert werden müssen? Mir würde das sehr gefallen.
Was die Rätselschwierigkeit angeht, würde ich sie auf leicht bis mittel ansetzen – nur bei Rätsel 47 („The Soho Soup Swap“) brauchte ich einen Hinweis zur Lösung, alle anderen waren ohne Probleme gut lösbar. Das Ende war übrigens überraschend herzerwärmend und beantwortete zudem eine wichtige Cliffhanger-Frage von vor ein paar Murdle-Bänden, die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Insgesamt also ein angenehmer Rätselband für Zwischendurch, der mir sehr viel Spaß gemacht hat!
Viri ist eine Jägerin, die Reaper jagt – Menschen, die Kindern ihre Magie aufsaugen und sie dadurch töten, um es selbst benutzen zu können. Zu den Reapern gehört auch ihr Kindheitsfreund Reeve, der treueste Anhänger des Reaperpriesters – des Priesters, der vor sieben Jahren Viris Eltern tötete. Als Reeve gefangen genommen wird, bietet er Viri Antworten im Tausch für seine Freiheit an. Sie weigert sich zunächst, doch als sie von verschwundenen Kindern hört, die der Reaperpriester entführt, lässt sie sich doch auf einen Deal ein. Bald ist nicht nur alles, was sie zu wissen glaubte, im Bröckeln, sondern auch ihr Herz in Gefahr, als sie Reeve immer näher kommt …
Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, doch da ich aus Erfahrung weiß, dass mir die Bücher auf Deutsch in der Regel besser gefallen, wollte ich es unbedingt auch auf Deutsch lesen – und war sehr zufrieden mit dieser Entscheidung, weil es für mich tatsächlich einen Unterschied machte!
Wobei nicht nur die Sprache dabei eine Rolle spielte, sondern auch die Tatsache, dass es ein Re-Read war, bei dem ich das Foreshadowing und die dramatische Ironie sehr zu schätzen gewusst habe. Es gab so vieles, was mir beim ersten Lesen natürlich nicht klar war und das jetzt beim zweiten Lesen besonders positiv hervorstach.
Zwei Kritikpunkte bleiben zugegeben gleich: Zum einen finde ich, dass die meisten Nebencharaktere nicht genug Zeit hatten, um mir richtig ans Herz zu wachsen (nur Wynter und Jonas konnte ich liebgewinnen), weshalb ich hoffe, dass der zweite Band ihnen mehr Screentime schenken wird – und zum anderen finde ich, dass der Endtwist nicht gut genug geforeshadowt wurde. Natürlich gab es ein paar Hinweise, aber so kleine und subtile, dass für mich der Twist trotzdem wie ein Twist um des Twists willen wirkte.
Doch natürlich gibt es auch so einige positive Aspekte, wie die spannende Handlung, die wunderbare Chemie zwischen Viri und Reeve, die restlichen Twists und deren Foreshadowing, das Worldbuilding und, so seltsam es auch klingen mag, Viris Instinkt. Was mir beim ersten Lesen nicht so stark aufgefallen ist, ist, wie wunderbar die Tatsache, dass Viris Instinkt sie nie trügt, umgesetzt wurde. Gleich am Anfang wird etabliert, dass sie sich stets auf ihren Instinkt verlassen kann, aber es wird eben auch sehr oft gezeigt, was mir sehr gefiel, weil es Viris Kompetenz sehr gut zeigte.
Am liebsten mochte ich aber natürlich die Romanze zwischen Viri und Reeve. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, vor allem in der zweiten Hälfte, wo sie eine ganze Weile allein sind – und all diese Zeit wird hervorragend genutzt, um ihre Chemie zu zeigen und eine realistische Romanze zwischen ihnen aufzubauen. Es war sehr leicht, mit ihnen mitzufiebern und sie machten den Romanzen-Aspekt dieser Romantasy absolut großartig.
Zusammengefasst also eine Fantasyromanze, die mir beim Wiederlesen sogar noch mehr gefallen hat und für alle Romantasy-Fans perfekt geeignet ist!
Benjamiah vermisst den Winkelwald sehr, und so nutzt er seine Chance, als er bei seiner Mutter einen Hexenstein entdeckt. Zu seinem Schrecken befestigt es sich über seinem linken Auge und lässt sich nicht entfernen – außer, er besteht im Winkelwald die fünf Prüfungen der Hexe Agatha Drake, die auf den Geschichten von Mildred Fogge basieren. Zusammen mit Elizabella und zwei neuen Freunden – dem Kartografen Silas und dem entrissenen Mädchen Mia – machen sie sich auf eine Reise, um diese Prüfungen zu bestehen, denn sie haben nur den Mittsommer Zeit, bevor auch Benjamiah zu den entrissenen Kindern gehören wird …
Im zweiten Band erwartet Benjamiah wieder ein fantastisches Abenteuer, bei dem ich sehr froh war, dass er wie beim ersten Band die Struktur mehrerer Aufgaben bzw. Prüfungen hatte, weil ich dieses Prinzip schlicht sehr mag – nur leider dauert es eine Weile, bis diese Prüfungen überhaupt losgehen.
Denn in den ersten hundertsiebzig Seiten erfährt Benjamiah erst einmal von Agatha und trifft auf seine alten und neuen Freunde, woraufhin dann die Prüfungen losgehen, was für mich dann doch eine zu lange Zeitspanne war (immerhin ein Drittel der Handlung!). Die Prüfungen, die danach folgten, waren wirklich großartig und ich mochte es vor allem, wie sie auf den Geschichten der Winkelwald-Autorin Mildred Fogge basierten, was ihnen eine zusätzliche Tiefe gab. Sowohl die Geschichten als auch die Prüfungen waren spannend zu lesen und deshalb meine persönlichen Highlights. Aber ja, die Zeit bis dahin war für mich ein wenig zu lang.
Was die Hauptcharaktere betrifft, war Benjamiah wie im ersten Band sehr sympathisch und Elizabella zum Glück auch: Im ersten Band mochte ich sie nicht besonders, weil sie gegenüber Benjamiah sehr unsympathisch war, aber hier im zweiten Band hat sie zwar immer noch eine raue Seite, aber mit einem deutlichen weichen Kern. Dafür war es der Neuzugang Silas, der in diesem Band nicht besonders liebenswert war; er wird zwar im Lauf des Romans besser, aber richtig warum wurde ich mit ihm nicht.
Dann haben wir noch Mia und sie ist mit Abstand mein Lieblingscharakter! Vielleicht ein wenig zu ungeschickt, aber unglaublich sympathisch, fröhlich, lebendig und mit Tiefe aufgrund ihrer Unsicherheiten. Den vier Freunden dabei zuzuschauen, wie ihr Band immer enger wurde, gehörte neben den Geschichten und Prüfungen zu meinen liebsten Aspekten des Buches – denn am Anfang fühlten sie sich nicht gerade wie Freunde an, aber das änderte sich im Verlauf der Geschichte auf eine sehr zufriedenstellende Weise.
Insgesamt also ein Roman, der zwar eine Weile braucht, um in Fahrt zu kommen, aber dann zu einem spannenden Abenteuer wird!
- Secrets of
- Black Manor
- Marisa Hart
- Arena
- Kinderbuch
- Fantasy
- Abenteuer
- Reise
- Träume
- Traumwesen
- Spannung
- Freundschaft
- Familie
- Liebe
- Erste Gefühle
Weil Luca Ben einen Traumfänger besorgen will, bricht er gegen Wills Regel durch eine verbotene Tür im Black Manor – und lässt auf diese Weise eines der bösesten Wesen überhaupt frei: Den Spirivencus, mit dessen Hilfe Blake andere Träumer kontrollieren kann. Für Will ist klar, was Blake will: Eine Mondfeder, um seine Kräfte wiederherzustellen. Und so muss sich Luca mit ihm und seinen Freunden auf eine gefährliche Reise durch die Welten machen, um die restlichen Mondfedern einzusammeln, während ihnen immer mehr die Zeit davonläuft …
Im zweiten Band geht es hauptsächlich um die Reise durch die Welten, weshalb die reale Welt sehr viel weniger Aufmerksamkeit bekommt, die magische dafür umso mehr. Auf diese Weise bekommen wir ein klassischeres Abenteuer – mit seinen Stärken und seinen Schwächen.
Die wohl größte Schwäche des Romans war für mich die erste Hälfte, die sich für mich sehr frustrierend las. Denn die Charaktere wissen, dass Blake über ein Wesen verfügt, mit dem er den Willen anderer übernehmen kann, bereits am Start der Reise verhält sich ein Mitglied ihrer Gruppe extremst verdächtig (und das über mehrere Tage hinweg), aber keiner der Charaktere kommt auch nur ansatzweise auf die Idee, dass Blake etwas damit zu tun haben könnte. Während ich nach etwa zehn Sekunden vermutete, dass da etwas nicht stimmt, musste ich qualvoll mitansehen, wie jeder andere Charakter das verdächtige Verhalten einfach akzeptiert hat und gar nicht seriös hinterfragte. Das sorgte wie gesagt für ein frustrierendes Leseerlebnis, weil es so schmerzhaft offensichtlich war, was dahintersteckt.
Glücklicherweise ist die zweite Hälfte dafür die große Stärke des Romans: Sobald Joyce in Erscheinung tritt, bekommen wir mit ihr nicht nur meinen neuen Lieblingscharakter, sondern auch eine spannende, unterhaltsame Handlungsentwicklung, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Charakteren wunderbar in den Fokus rückte. Ich liebte Joyces lustige Schlagabtäusche mit Will, Wills und Lucas Charakterentwicklung und sich ihre entwickelnde Mentor/Schüler-Beziehung und die Chemie zwischen Luca und Ben, die einfach hervorragend und mein persönliches Highlight war. Nur von Jannis und Taya, die mir in diesem Band eher wie Beiwerk vorkamen, hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Trotzdem hat mir diese zweite Hälfte ausgesprochen gut gefallen, bot ein fantastisches Abenteuer und einnehmende Charaktere und Charakterbeziehungen.
Das einzige Problem, das über beide Hälften besteht, ist vermutlich dem Genre zu schulden: Es kommen sehr viele Traumwesen zufällig genau im richtigen Moment vor, was nicht nur ein wenig überfordernd war, sondern auch ein wenig zu zufällig für meinen Geschmack. Allerdings waren die Traumwesen an sich immer noch kreativ und fantasievoll, weshalb ich mir nur gewünscht hätte, statt vielen neuen Traumwesen auch wieder ein paar alte zu sehen.
Das Ende war sehr spannend, die Handlungsentwicklung dafür vorhersehbarer als im ersten Band. Während es mir im ersten Band überraschend schwer fiel, die nächsten Handlungsaspekte korrekt vorherzusehen, gelang es mir hier im zweiten Band um einiges besser. Nicht unbedingt eine Kritik, weil die Handlung immer noch spannend und die Charaktere immer noch großartig waren, aber trotzdem eine erwähnenswerte Beobachtung.
Insgesamt also schwächer als der erste Band, aber mit genug Elementen, die mich gespannt auf den dritten machen!
- Die Hexen von
- Honeysuckle House
- Liz Parker
- Kiwi Space
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Magie
- Hexen
- Fluch
- Schwestern
- Liebe
- Romanze
- LGBTQ+
Die Familie Caldwell ist verflucht: Seit Jahrzehnten kommt alle dreizehn Jahre ein Mitglied der Familie oder eine ihrer Liebsten ums Leben, immer im Honeysuckle House. Aus diesem Grund hat Florence Caldwell sich seit dem Tod ihrer Mutter vom Haus ferngehalten und ihrer Magie abgeschworen, während ihre Schwester Evie immer noch im Haus wohnt und ihre Magie einsetzt. Doch jetzt ist es wieder so weit: Ein dreizehntes Jahr steht bevor und die Schwestern sind entschlossen, den Fluch zu brechen, zumal sie beide auch Angst um ihre Liebsten haben. Doch dafür müssen sie herausfinden, was eigentlich hinter dem Familienfluch steckt …
Dieser Roman bietet das, was er verspricht: Eine gemütliche, herbstliche Fantasy mit Liebe, Mystery und einer schönen Atmosphäre. Eigentlich war sie nichts Besonderes, aber sehr gut für Zwischendurch zu lesen.
Zu meiner Überraschung war ich vor allem in die vergangenen Ereignisse investiert, die sich um die Caldwell-Schwestern Regina und Violet bzw. um die Beziehung zwischen Violet und Tillie drehen. Ich war sehr investiert in die Liebesgeschichte der beiden, denn auch, obwohl wir schon vor Beginn der Geschichte wissen, wie sie enden wird, wollte ich unbedingt wissen, wie es dazu kommt.
Auch in der Gegenwart haben wir Liebesbeziehungen (Florence & Owen und Evie & Angela), aber sie spielen eher eine Nebenrolle, weshalb ich auch nicht ganz so sehr in sie investiert war wie in Violet und Tillie. Trotzdem waren die Paare recht süß.
Was die Handlung angeht, mochte ich die Mystery um den Fluch sehr. Einen Teil der Offenbarungen habe ich geahnt, einen anderen Teil nicht, weshalb ich über den Roman hinweg gespannt darauf war, was denn nun die Wahrheit ist. Nur eine Antwort auf die Frage, warum die Familie nicht einfach wegzieht, hat mir gefehlt.
Tarotkarten spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle und wurden meiner Meinung nach sehr gut eingebunden, sowohl bei den Kapiteltiteln als auch in der Handlung selbst, sodass ich jedes Mal, wenn sie vorkamen, gespannt war, was sie den Charakteren wohl verraten würden.
Insgesamt also eine angenehme Herbstgeschichte, die wie gesagt gut für Zwischendurch zu lesen ist!
- Die Underwoods
- Alicia Zett
- one
- Fantasy
- Gothic Fantasy
- Magie
- familie
- Romanze
- Liebe
- LGBTQ+
- Mystery
- Freundschaft
- Kleines Highlight
Seit Emmas beste Freundin Blaire gestorben ist, ist Emma entschlossen, den Mord an ihr aufzuklären, denn die Umstände ihres Todes sind zutiefst verdächtig. Obwohl sie eigentlich nicht an Übernatürliches glaubt, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an Talia Underwood, das Medium ihrer Familie, in der Hoffnung, mehr herauszufinden. So lernt sie nicht nur die Underwoods allgemein kennen, sondern findet auch Dinge über ihre beste Freundin heraus, die sie niemals ahnte – und das, während Talia und Emma sich nach und nach ineinander verlieren, was die ganze Familie der Underwoods in Gefahr bringen könnte …
Als großer Fan von Alicia Zett und von Fantasy habe ich mich sehr darüber gefreut, Alicia Zetts ersten Fantasyroman zu lesen – und bin sehr begeistert von der Umsetzung!
Zunächst einmal ist es nicht nur ein Fantasyroman, sondern auch eine Romanze, die durch die Chemie zwischen Emma und Talia richtig aufblüht. Nicht nur waren sie als Charaktere bereits wunderbar (ich mochte vor allem Emma sehr, die ich als Hauptcharakter der Geschichte wahrgenommen habe), sondern auch, wie sich ihre Gefühle über viele Szenen hinweg entwickelten.
Auch die Underwoods sind allesamt charmant und großartig, wobei ich Talias Geschwister Romeo, Raphael und Betty besonders mochte und mich schon darauf freue, im zweiten Band noch mehr von ihnen zu sehen. Unbedingte Erwähnung verdient auch Talias Nebelkrähe Herkules, denn die Schlagabtäusche zwischen ihnen gehörten zu meinen persönlichen Highlights. Die Familie und deren Haus haben mich auf sehr positive Weise an Encanto erinnert!
Neben Talias Familie spielt auch Emmas Mutter eine überraschend große Rolle und ich war positiv überrascht von der Entwicklung, die die schwierige Beziehung zwischen Mutter und Tochter im Lauf des Romans nahm. Gerade, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass Emmas Mutter überhaupt eine Rolle spielt, die über einen lästigen Nebencharakter hinausgeht, begrüßte ich die Tiefe, die sie bekam. Sogar Blaire, Emmas verstorbene Freundin, hinterlässt einen überraschend starken Eindruck, der es leicht machte, Emmas Trauer mitzufühlen.
In der ersten Hälfte geht es hauptsächlich um Blaires Tod und wie Emma die Underwoods kennenlernt, was ich sehr herzerwärmend fand – die gemütliche Atmosphäre bei den Underwoods war einfach perfekt! Die zweite Hälfte war da schon dramatischer, aber auch das mochte ich sehr, weil es so schön war, Talias und Emmas Liebesbeziehung aktiv zu sehen.
Gegen Ende gab es einen unerwarteten Twist, den ich grandios fand, sowie ein Ende, das mich sehr neugierig auf den zweiten Band macht. Insgesamt haben wir hier eine großartige Urban Romantasy, die mir sehr gefallen hat!
Als Molly nach einem Gehirnschlag im Krankenhaus erwacht, ist sie schockiert, zu erfahren, dass sie die letzten sechs Jahre ihres Lebens vergessen hat – und inzwischen mit ihrem Erzfeind Aster Bishop verheiratet ist. Sie versteht nicht, wie das passieren konnte, ist jedoch entschlossen, es herauszufinden. Allerdings sind sowohl Aster als auch ihre gemeinsamen Freunde seltsam verschlossen, was die vergessenen Jahre betrifft, sodass Molly selbst herausfinden muss, was sich in dieser Zeit verändert hat – und wie sie sich ausgerechnet in Aster verlieben konnte …
Die Kurzbeschreibung des Romans lässt ihn stark nach Romance Suspense klingen, doch in Wirklichkeit fokussiert er sich sehr viel stärker auf die Romanze – und meiner Meinung nach leider nicht erfolgreich. Das liegt vor allem daran, dass ich letztendlich nicht verstanden habe, wie Molly und Aster sich ineinander verlieben konnten, denn die Anziehung zwischen ihnen schien hauptsächlich körperlich zu sein, während das Ungleichgewicht, das durch Mollys verlorene Erinnerungen entsteht, besonders stark hervorstach.
Es gefiel mir vor allem nicht, wie er Molly mit der Begründung, sie zu „schützen“, sämtliche Entscheidungs- und Handlungsgewalt nahm, indem er für sie Entscheidungen traf, gegen die sie sich nicht stellen konnte. Er meinte zwar, er wolle sie mit der Menge an Informationen nicht überfordern, aber dass sie selbst einschätzen könnte, wann etwas zu viel ist, schien ihm nicht in den Sinn zu kommen. Währenddessen war Molly stets sehr erfolgreich damit, ihren Freunden gegenüber zu kommunizieren, wann etwas zu viel wurde, wodurch ich noch weniger verstand, warum Aster ihr das nicht zutraute. Selbst, nachdem ich wusste, was er vor ihr verbirgt, wäre es viel leichter gewesen, mit ihr darüber zu kommunizieren.
In diesem Sinne gefielen mir Mollys Freunde insgesamt besser, vor allem Eli, der einfach großartig war und Molly so viel mehr zutraute als alle anderen. Nur eins gefiel mir an den Freunden nicht: Anstatt Mollys Gesundheitszustand in den Fokus zu stellen, gaben sie ihr das Gefühl, Aster etwas schuldig zu sein. Die ganze Zeit redeten ihre Freunde darüber, wie schlimm es Aster mit der Situation geht und dass Molly ihm gegenüber doch bitte offener sein soll – während niemand Mollys Zustand zu beachten schien. Natürlich hat Aster es auch schwer, das möchte ich gar nicht dementieren, aber von Molly zu erwarten, dass sie sich in die Arme eines Mannes stürzt, den sie als arroganten Idioten in Erinnerung hat, hat mir überhaupt nicht gefallen.
Auch Aster selbst vermittelte ihr meiner Meinung nach den Eindruck, Molly wäre ihm etwas schuldig – besonders problematisch fand ich hier die Szene, in der er sie darum bat, sie zu küssen, weil er bisher so „ungeheuer geduldig“ war. Zwar hatte Molly mitnichten etwas dagegen, aber für mich wirkte das stark so, als würde er sich vor allem nach körperlicher Intimität sehnen und nicht nach emotionaler Bindung.
Hier hat es auch nicht geholfen, dass die „Damals“-Schnipsel, die wir nach jedem Kapitel bekommen, fast ausschließlich seine negativen Seiten zeigen und nicht, wie ich zunächst hoffte, Mollys Erinnerungen. So zufrieden ich mit dem Ende letztendlich war, war es meiner Meinung nach eine verpasste Gelegenheit, uns nicht an ihnen teilhaben zu lassen, weil so Mollys Verlust uns noch deutlicher geworden wäre.
Insgesamt also leider eine Romanze, die zwar eine interessante Grundlage und sympathische Nebencharaktere hatte, mich aber leider nicht überzeugen konnte.
- This Kingdom Will
- Not Kill Me
- Ilona Andrews
- Cove
- Fantasy
- Portal Fantasy
- Isekai
- Spannung
- Wissen
- Geheimnisse
- Familie
- Freundschaft
- Twists
- Aktive Protagonistin
- Highlight
Eines Tages wacht Maggie plötzlich in Kair Toren auf, dem Schauplatz ihrer liebsten Fantasyreihe. Früh stellt sie fest, dass sie sich am Anfang der Geschichte befindet – und nicht sterben kann. Entschlossen, ihre liebsten Charaktere zu retten, beginnt sie, ihr Wissen um die Welt für sich zu nutzen und Verbündete um sich zu scharen, um die schrecklichen Ereignisse, die in der Zukunft warten, zu verhindern. Doch das ist leichter gesagt als getan: Maggies Wissen ist zwar groß, aber nicht unendlich, und obwohl sie große Veränderungen bewirkt, scheint die Handlung sich gegen ihr Eingreifen zu wehren …
Was für ein fantastischer Roman! Oder sollte ich eher sagen: Was für eine fantastische Protagonistin, denn die ist dafür definitiv der Hauptgrund. Maggie kennt sich nicht nur fantastisch mit der Welt und ihren Charakteren aus, sondern auch mit dem Genre, in dem sie sich befindet und den Erwartungen, die man als Protagonistin eines solchen Romans haben sollte. Das allein schon hat sie zu einer erfrischenden, grandiosen Protagonistin gemacht – und dann wurde sie nur noch besser!
Nicht nur war sie unglaublich sympathisch, sondern auch unglaublich intelligent: Ich liebte die zahlreichen Szenen, in denen sie das Wissen um die Charaktere einsetzt, um ihnen entweder zu helfen und eine bessere Zukunft für sie einzuleiten oder ihnen zu drohen und ihren Einfluss auf die Handlung einzuschränken. Das war so unglaublich zufriedenstellend zu lesen, weil es zwar auch Handlungsstränge gibt, die sie nicht kommen sieht, es aber insgesamt Maggie selbst ist, die die Handlung vorantreibt. Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine so aktive, intelligente und sympathische Protagonistin erlebt habe, die nicht nur als solche beschrieben wird, sondern zahlreiche Szenen bekommt, in denen sie ihre Stärken zeigen kann. All diese Szenen gehörten deshalb zu meinen liebsten – es war jedes Mal wieder großartig, wenn Maggie mit ihrem Wissen glänzte!
Und das ist immer noch nicht alles: Ich liebte es auch, wie sie ihr Wissen aus unserer Welt zu ihrem Vorteil nutzte und vor allem, dass sie ihre Freiheit einer Romanze vorzog und für sich selbst einstand, anstatt sich dem männlichen Protagonisten zu unterstellen. Ich hoffe stark, dass das so bleibt, denn ihre Eigenständigkeit gehörte definitiv zu ihren besten Qualitäten; gleichzeitig mochte ich es auch, dass sie nicht perfekt war, Fehler machte, Szenen voller Unsicherheit und Angst hatte und unerwartete Entwicklungen sie hart trafen. Ernsthaft: Sie ist eine der besten Protagonistinnen, über die ich je gelesen habe!
Im Vergleich zu ihr sind die anderen Charaktere zwar schwächer, aber immer noch sympathisch genug, dass man sie leicht ins Herz schließt. Während ich die Romanze vor allem deshalb mochte, weil Maggie ihretwegen ihre Selbständigkeit nicht aufgeben wollte, mochte ich ihre Freundschaften zu den anderen Charakteren (vor allem Aster und Kaiden) sehr. Aber tatsächlich war es Galiene, die ich von allen am meisten liebte: Sie ist eigentlich nur ein Nebencharakter, hinterließ aber einen starken Eindruck als die erste Person, deren Schicksal Maggie zum Besseren wandte.
Was die Geschichte in der Geschichte angeht – mit anderen Worten, die Geschichte, in die Maggie eingreift –, fühlten sie die Welt und die Charaktere sehr realistisch an, nur die Handlung dieser fiktiven Romanreihe blieb recht undurchsichtig. Maggie erwähnte Handlungsstränge zwar und griff aktiv in sie ein, aber dadurch, dass sie vor allem mit Nebenhandlungen zu tun hat, bekam ich keinen Eindruck davon, was eigentlich die Haupthandlung der Kair-Toren-Reihe ist. Mir kam sie ein wenig Game-of-Thrones-mäßig vor (verschiedene Handlungsstränge mit moralisch grauen Charakteren und zahlreichen Toten), aber viel mehr könnte ich nicht über sie sagen.
Doch da ohnehin Maggies Einfluss auf die Geschichte eine größere Rolle spielt als die In-Universe-Handlung, machte mir das nichts aus, weil sie wie gesagt ein fantastischer Charakter war, die die gesamte Handlung bereicherte. Insofern ist diese Geschichte vor allem für Fans von Dark Fantasy geeignet, die aktive Protagonisten lieben!
Seit einem Monat ist Rapunzel offiziell wieder mit ihren Eltern vereint, fühlt sich allerdings, als würde sie dem Titel als Prinzessin nicht gerecht werden. Deshalb bietet sie sich freiwillig an, einer Einladung nach Astera zu folgen, einem Land, von dem es so gut wie keine Informationen gibt. Eugene begleitet sie natürlich, zusammen mit dem strengen Minister Cressien, und schnell vermuten sie, dass irgendetwas nicht stimmt. Während Rapunzel nach dem Geheimnis von Astera sucht, vermutet Eugene, dass seine Eltern ursprünglich ebenfalls aus Astera stammen …
Als großer Fan der Disney-Verfilmung habe ich mich sehr darüber gefreut, einen Roman über Rapunzel und Eugene zu lesen, wobei ich hier zunächst klarstellen möchte, dass die Ereignisse und Enthüllungen des Romans in keiner Weise mit der animierten Serie zusammenhängen, die ebenfalls nach den Ereignissen des Films spielt, jedoch einen eigenen Handlungsstrang hat, der komplett unabhängig zu dieser Geschichte steht.
Das sage ich vor allem deshalb, weil hier eine eigene Antwort für Eugenes Herkunft gefunden wurde – und meiner Meinung nach sogar eine passendere! Natürlich möchte ich hier nicht mehr verraten, aber insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Umsetzung,auch wenn ein Teil von mir sich durchaus gewünscht hätte, die Autorin wäre bei den Enthüllungen noch etwas mutiger gewesen.
Trotzdem waren Rapunzels und Eugenes individuelle Rollen großartig umgesetzt und ich mochte es vor allem, wie ihre Trauma, ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste in der Geschichte umgesetzt wurden – bei Rapunzel bezüglich Gothel und ihrer Furcht, ihrer Rolle nicht gerecht zu werden und bei Eugene bezüglich seiner Eltern und seiner Furcht, niemals gut genug für Rapunzel zu sein. Diese Umsetzung der beiden Charaktere hat mir so gut gefallen, dass ich gerne noch mehr davon gelesen hätte!
Leider verbringen die beiden nicht so viel Zeit miteinander, wie ich es mir gerne gewünscht hätte – beziehungsweise haben sie nicht so viele romantischen Szenen miteinander, wie ich mir erhofft hatte. Gerade, weil ich die beiden zusammen so sehr liebe, hätte ich gerne noch mehr von ihrer Chemie gesehen, aber das war leider nicht der Fall.
Was die anderen wichtigen Charaktere angeht, war König Enver in Ordnung, aber vorhersehbar, Verette und Hughes überraschend sympathische Charaktere und mein persönlicher Liebling ein sehr unerwarteter Charakter: Nämlich Cressien, der Minister, der anfangs nur ein störender Faktor für Rapunzel und Eugene ist, aber eine absolut hervorragende, unerwartete Charakterentwicklung durchmacht, die ihn mühelos zu meinem Lieblingscharakter machte! Ich hätte aufgrund seiner anfänglichen unsympathischen Szenen niemals erwartet, dass er überhaupt eine größere Rolle spielt, weshalb ich sehr glücklich darüber war, seine Entwicklung zu sehen.
Die Geschichte selbst ist in Ordnung und bietet keine großen Überraschungen, war aber immer noch ein gutes Abenteuer für Rapunzel und Eugene. Das Ende deutet zudem stark auf einen zweiten Band hin, über den ich mich sehr freuen würde – in der Hoffnung, dort ein wenig mehr Romantik zu sehen ;)
Cleo freut sich nicht besonders darüber, ein Achtsamkeitstagebuch gewonnen zu haben, aber benutzen will sie es probehalber trotzdem. Außerdem steht bald Fasching an, was so einige Vorbereitungen und Probleme mit sich bringt: Als was nur soll Cleo an Fasching gehen? Mal ganz davon abgesehen, dass der Alltag auch ganz schön drüber und drunter geht, was für Cleos Gehirn manchmal eine Überforderung darstellt ...
Was für ein grandioses Kinderbuch! Unglaublich unterhaltsam und vor allem witzig zu lesen, sodass ich tatsächlich mehrmals laut auflachen musste, weil Cleos Humor so fantastisch war! Das beste daran war, dass Cleo selbst nicht bewusst zu sein schien, wie witzig sie ist, aber so oder so liebte ich ihren Humor unglaublich - allein schon, weil er für alle Altersgruppen geeignet ist!
Die Tatsache, dass Cleo ADHS hat, spielt im Roman durchaus eine Rolle, aber keine ausschließliche, sodass es meiner Meinung nach egal ist, ob man selbst neurotypisch oder neurodivers ist – so oder so erwartet einen eine großartige Geschichte.
Neben Cleos Humor mochte ich auch ihre Infoblöcke, in denen sie Fun Facts über diverse Themem vorstellt, die sie gerade beschäftigen, sowie ihre witzigen (und gleichzeitig passenden) Antworten auf die Fragen in ihrem Achtsamkeitstagebuch.
Ansonsten wird hauptsächlich ihr regulärer (Schul-)Alltag beschrieben, aber das auf so herrliche und humorvolle Art, dass es mir unglaublich viel Spaß machte, Cleos Erlebnisse über den Monat hinweg, in dem das Buch spielt, zu verfolgen.
Für mich ist das Buch zu einem richtigen Highlight geworden, das nicht nur für Kinder geeignet ist!
Lana wurde vom Boogeyman geschnappt – aber eigentlich ist es andersherum, denn sie kann sich problemlos gegen ihn wehren. Als ihr Geheimnis daraufhin unerwartet herauskommt, noch dazu gegenüber Hadley, die ihr bereits misstraute, fürchtet sie schon, alles zu verlieren – doch stattdessen stellt sich Hadley auf ihre Seite. Doch selbst mit einer Verbündeten wird es nicht leicht, ihre Liste weiter abzuarbeiten, während Logans Schlussfolgerungen immer akkurater werden …
Es bleibt weiterhin spannend für Lana und Logan, wobei mir speziell in diesem Band die Spannungselemente besonders gut gefielen. Das gilt besonders für Lana und den Szenen, in denen sie ihre Fähigkeiten auf hervorragende Weise zeigt. Zu meiner Freude spielt auch Hadley eine größere Rolle, was mir sehr gefiel, nachdem sie mir bereits im letzten Band positiv aufgefallen ist.
Auch Logans Intelligenz strahlt hier um einiges mehr: Seine Schlussfolgerungen werden immer konkreter und kommen immer näher an die Wahrheit. Auch das hat zur Spannung beigetragen, weil ich sowohl beeindruckt als auch besorgt davon war, wie gut er den wahren Täter einschätzen kann, ohne zu wissen, dass es sich bei ihm um seine Freundin handelt. Die Romanze zwischen den beiden ist im Übrigen immer noch gut, aber nicht so einnehmend wie die Handlung selbst.
Meine Lieblingsstellen waren tatsächlich Lanas Morde, aber ich mochte es auch, zum ersten Mal Delaney Grove zu sehen und ein wenig mehr über Lanas Vergangenheit zu erfahren. Es war zwar schon seit dem ersten Band klar, was passiert ist, aber zu sehen, wie die Menschen der Stadt tatsächlich damit umgehen, war noch mal etwas ganz Anderes.
Insgesamt wieder ein lockerer, spannender Roman und eine tolle Fortsetzung!
Lana und Logan sind glücklich zusammen, auch wenn Logan immer noch damit beschäftigt ist, Serienkiller zu jagen – darunter auch Lana, was er jedoch nicht ahnt. Tatsächlich fürchtet er, sie könne das Ziel eines Serienkillers werden, der es auf seine Liebsten abgesehen hat, weshalb er sie mit Polizeiansatz beschützen möchte. Das passt Lana natürlich gar nicht, weil sie dadurch ihre Kill-Liste pausieren muss, doch als ein anderer Schänder ihre Aufmerksamkeit weckt, ist sie trotz der neuen Sicherheitsmaßnahmen entschlossen, ihm ein Ende zu bereiten …
Spannend geht es mit Lana und Logan weiter, wobei in diesem Band keiner von beiden seiner eigentlichen Hauptstory folgt, sondern sich einerseits um den Boogeyman (Logan) und andererseits einen Kinderschänder kümmert (Lana). Es hat mir jedoch nichts ausgemacht, in diesem Band Nebenhandlungen zu folgen, weil beide immer noch spannend geschrieben waren und Lanas Talente auf gute Weise gezeigt wurden.
Bei Logan war ich mir bezüglich seiner Talente zunächst nicht sicher, denn nachdem er einen ersten Hinweis zum Boogeyman erhält, scheitert er daran, eine unglaublich offensichtliche Schlussfolgerung zu ziehen, die mir als Leserin sofort klar war – noch schlimmer, selbst nach dem zweiten Hinweis fand Logan den offensichtlichen Zusammenhang nicht, was mich ernsthaft an seiner Kompetenz zweifeln ließ. Ich begrüße es zwar, dass die Autorin die Hinweise so gestaltet, dass auch wir Leserinnen mitraten können, aber in diesem Fall waren sie definitiv zu leicht und hätten von einem FBI-Agenten wie Logan definitiv vermutet werden sollen.
Gegen Ende stellte er seine Reputation jedoch wieder her, als es um Lanas Fall ging und kam hier zu einigen beeindruckenden Schlussfolgerungen, die ihn gefährlich nahe an die richtige Fährte bringen – hier bin ich gespannt, wie sich die Handlung wohl weiterentwickelt. Denn zwar fiebere ich nicht hundertprozentig mit der Romanze mit, aber es macht immer noch Spaß, über sie zu lesen.
Ich hoffe, im nächsten Band werden wir speziell von Hadley mehr sehen, die mir erstaunlich gut gefiel, aber so oder so ist die Reihe sehr gut zu lesen und für Romance/Suspense-Fans perfekt geeignet!
Am Tag, als seine Mutter stirbt, entdeckt Alfie seine besondere Fähigkeit: Er kann jeden Moment ein zweites Mal wiederholen – muss jedoch mit den Konsequenzen seines zweiten Versuchs leben. So schafft er es erfolgreich, viele seiner Fehler ungeschehen zu machen, bis er auf Gianna, die große Liebe seines Lebens, trifft. Bald merkt er, dass auch seine Kraft ihre Grenzen hat …
Dieses Buch gehört wieder einmal zu denen, die ich bereits auf Englisch las, aber so sehr mochte, dass ich sie unbedingt auch auf Deutsch lesen wollte. Dabei sind meine Kritikpunkte größtenteils gleich geblieben – vor allem die Tatsache, dass Alfie und Gianna mir nicht wie die große wahre Liebe vorkamen, sondern wie eines der zahlreichen Paare wirkten, das sich am Anfang zwar sehr liebt, sich mit den Jahren jedoch auseinanderlebt und letztendlich nicht füreinander geschaffen ist.
Doch das Prinzip der Handlung und dessen Umsetzung bleiben dafür seine große Stärke: Ich liebte es unglaublich, wie Alfies Fähigkeit beschrieben und umgesetzt wurde. Nicht nur war sie sehr kreativ und wird in der Handlung gut genutzt, sondern regt auch zum Nachdenken an, sodass man automatisch selbst an die zahlreichen Momente denkt, die man gern wiederholt hätte. Es gibt zahlreiche Situationen, in denen Alfie ihre positiven (und negativen) Aspekte allein dadurch zeigt, dass er seine Fähigkeit benutzt, sodass die Handlungsidee auch tatsächlich genug Zeit bekommt, um zu scheinen.
Von den Nebencharaktere bleibt immer noch Wesley mein Liebling, der zwar sehr wenig Screentime hat, sich mir aber positiv ins Gedächtnis brannte. Aber auch LaPorta, der mit Alfie die Rahmenhandlung bildet, wuchs mir erstaunlich ans Herz. Beim ersten Lesen mochte ich die Rahmenhandlung bereits sehr, doch beim zweiten Lesen wusste ich sie noch mehr zu schätzen.
Von daher ist dieser Roman großartig für diejenigen geeignet, die magischen Realismus im Allgemeinen und die Grundidee der Handlung im Speziellen mögen. Meine einzige Kritik an der deutschen Ausgabe ist das KI-generierte Cover – es ist wirklich schade, dass ausgerechnet bei einem Buch, das menschliche Fehler in den Vordergrund stellt, eine Maschine für die Umschlagabbildung verantwortlich war!