Schon vor mehreren Wochen habe ich die deutsche Fassung von „Murdoku“ gelöst (wobei der Übersetzungsfehler in der Fassung, die ich hatte, glücklicherweise in der jetzigen behoben wurde), mich aber durchaus schwer getan, weil die späteren Rätsel sehr herausfordernd sind und ich bei ihnen oft in die Lösungshinweise schauen musste, um zu wissen, wie ich überhaupt starten soll. Aber dabei habe ich natürlich auch die Regeln bzw. die Dinge, auf die ich achten muss, gelernt, weshalb mir der zweite Band schon sehr viel leichter fiel. Deshalb entschloss ich mich, noch einmal den ersten Band mit den Tipps und Tricks, die ich jetzt gelernt habe, zu lösen, nur diesmal auf Englisch. Und was soll ich sagen, natürlich bin ich dieses Mal sehr viel angenehmer durchgekommen!
Teilweise habe ich mich natürlich an die Lösungen bzw. an die wichtigsten Hinweise erinnert, aber teilweise auch nicht, weshalb es wirklich hilfreich war, die Murdoku-Logik inzwischen zu begreifen. Ein paar Rätsel, bei denen ich einen Lösungshinweis brauchte, gab es dabei trotzdem (48, 49, 51, 75, 79) und ein paar andere, bei denen eine kleine oder auch große Pause notwendig war, bevor ich auf den Lösungsweg kam. Aber genau das hat das Rätseln so zufriedenstellend gemacht: Sowohl zu begreifen, wie genau man eins löst als auch, eine plötzliche Eingebung zu bekommen, waren großartige Momente.
Meine liebsten Rätsel waren fast immer diejenigen, die noch Zusatzregeln hatten – allgemein die „es gab keinen leeren Raum“-Rätsel und speziell die späten Rätsel wie 75 (The Circus), 78 (Killer Burgers) und 80 (Final Face-Off). Natürlich muss ich auch erwähnen, wie charmant ich die Zeichnungen finde – ob es nun die individuellen Charaktere sind oder die Ortschaften: Beides ist mit sehr viel Liebe gemacht. Meine liebsten Rätsel diesbezüglich waren 34 (Masquerade Ball), 72 (The Secret Meeting), 73 (Avalanche) und 77 (Halloween Party).
Für Sudoku- und Rätselfans ist diese Reihe perfekt geeignet, solange man sich bewusst macht, dass die Murdokus nicht „für Zwischendurch“ sind, sondern zum Konzentrieren und darüber Nachdenken. So oder so aber immer noch spaßig!
Seit dem Tod ihres Vaters müssen Eda und ihre Brüder den Dämonenpakt, den ihr Vater vor zwanzig Jahren eingegangen ist, für ihn weiter erfüllen, indem sie Verzweifelte einen Pakt mit ihrem Dämon eingehen lassen. Als nur noch zehn Jahre fehlen, geht Eda ein Risiko ein, indem sie selbst nach einem letzten Paktling sucht – doch gerät sie dadurch direkt in eine Falle, woraufhin ihre Brüder gefangen genommen werden. Um sie zu retten, ist Eda gezwungen, das zu tun, das sie immer vermeiden wollte: Einen Pakt mit einem Dämon schließen. Kit scheint zwar anders als andere Dämonen zu sein, doch auch er verlangt einen hohen Preis: Fünfzig Jahre im Austausch für seine Hilfe. Doch damit fängt ihr Abenteuer erst an, denn während die beiden zusammen Pläne schmieden, um ihre Brüder zu retten, kommen sie sich langsam näher – doch natürlich steht ihr Pakt stets zwischen ihnen …
Ich hatte das Buch bereits vor einigen Monaten als Leseexemplar gelesen und damals sehr genossen und da es kürzlich offiziell erschienen ist, beschloss ich, meine Erinnerung durch einen Re-Read aufzufrischen. Dieses Mal stand ich dem Roman tatsächlich ein wenig neutraler als zuvor gegenüber – ich sah natürlich immer noch seine wunderbaren Vorteile, aber auch die Nachteile stachen ein wenig mehr hervor.
Aber fangen wir mit dem an, was mir auch in diesem Re-Read sehr gut gefiel: Edas und Kits Romanze, die sehr viel Zeit bekommt, sich auf natürliche Weise zu entwickeln; die spannende Handlung, die mich gut durch den Roman trieb; und der flüssige Schreibstil, der es leicht machte, sich die beschriebenen Szenen vorzustellen. Vor allem die Romanze fand ich wunderbar, weil die Chemie zwischen Eda und Kit sowie die Entwicklung ihrer Beziehung einfach großartig war.
Dafür könnte man argumentieren, dass sie ein wenig zu viel Platz einnimmt. Denn obwohl das Buch auch andere wichtige Charaktere hat (Edas Brüder Ben und Lawrie, die Klinge Tenelle und die Alchemistin Robin), hatte ich das Gefühl, dass sie noch ein wenig mehr Zeit gebraucht hätten, um mir richtig ans Herz zu wachsen. Ich mochte sie immer noch, hätte mir aber trotzdem mehr Screentime für sie gewünscht.
Auch finde ich, dass es genug gewesen wäre, das Buch zu einem Einzelband zu machen, denn die Geschichte des Bandes wird in ihm vollständig abgeschlossen und das Ende, das einen zweiten Band ankündigt, wirkte für mich deshalb unnötig.
Insgesamt immer noch eine spaßige Fantasyromanze, die mich sehr gut unterhalten hat, aber definitiv mit der Betonung auf „Romanze“, weil der Fantasyanteil zwar wichtig ist, aber die Romanze eindeutig im Fokus steht. Von daher perfekt für diejenigen, denen genau so etwas gefällt!
- Pain
- S. T. Abby
- Mindf*ck
- Goldmann
- Thriller
- Romanze
- Vergangenheit
- Geheimnisse
- Ermittlungen
- Offenbarungen
- Mord
- Serienmörderin
- FBI
- Spannung
Nur noch einen einzigen Mord möchte Lana begehen: Den an Kyle Davenport, der der Drahtzieher hinter den Ereignissen war, die sie überhaupt zu einer Serienmörderin machten. Doch Logan kommt ihrem Geheimnis immer näher, als er herausfindet, was genau damals geschah und sogar zu dem Schluss kommt, dass der Scarlet Slayer eine Frau sein muss. Lana bleibt nicht mehr viel Zeit, um ihre Rache zu vollenden …
Der vierte Band konzentriert sich ganz auf Lanas Vergangenheit, Kyle Davenport und den neuen Erkenntnissen, die Logan immer näher an die Wahrheit bringen. Besonders die ersten beiden Aspekte waren äußerst zufriedenstellend; dass Logan endlich erfährt, was Lana damals durchmachen musste (auch, wenn er natürlich nicht weiß, dass es Lana ist, der das geschah), hat mich mit der Hoffnung erfüllt, dass er ihre Beweggründe verstehen könnte, während Lanas Rache an Kyle Davenport genauso süß war, wie ich sie mir vorgestellt habe. Auch dieser Band bleibt deshalb wieder sehr spannend.
Logans immer klarere Schlussfolgerungen waren dafür sehr beängstigend, aber auch irgendwie zufriedenstellend; denn dadurch, dass Lanas Taten tatsächlich Konsequenzen hatten, die Logan bei dem Fall halfen, wirkte es natürlich, dass er nun immer größere Fortschritte machte.
Das Buch endet genau so, wie ich es erwartet habe, wobei ich anmerken muss, dass ich Logans Verhalten am Ende sehr problematisch finde – eine gewisse Handlung ist aus seiner Sicht betrachtet einfach unverzeihlich und das ändert sich auch nicht dadurch, dass sie aus Lanas Sicht erzählt wird, weil er schließlich keinen Zugang zu ihren Gedanken hat und deshalb nicht wissen kann, wie sie sie einschätzt. Kurzum: Von außen betrachtet war sie einfach furchtbar.
Natürlich werde ich den fünften Band trotzdem lesen, denn so oder so bleibt die Reihe trotz ihrer Thematik ein lockeres Lesevergnügen, deren Abschluss ich schon entgegenfiebere.
- Peck & Peck
- Bonnie Garmus
- Piper
- Bellestrik
- Lyrik
- Gedichte
- Unternehmen
- Wendungen
- Geheimnisse
- Offenbarungen
- Veränderungen
- Liebe
- Kleines Highlight
Batter, nach dem verstorbenen Hund seiner Mutter benannt, begeistert sich schon von Kind auf für Lyrik, was seine Eltern etwas verzweifeln lässt, weil sie sich gerne eine stabile Zukunft für ihn wünschen. Doch dann bekommt Batter eine Stelle bei Peck & Peck, einer weltberühmten Lyrikzeitschrift – allerdings nicht, wie er hoffte, als Lektor, sondern als Copyboy. Schon bald wird er in den Sog der beiden Zwillingsbrüder, die den Laden führten und führen, hineingezogen: Der sympathische Declonius, der wegen Unterschlagung ins Gefängnis kam und plötzlich bei ihm im Kopierraum auftaucht, obwohl er sich dem Gebäude gar nicht nähern darf; und der cholerische Salton, dem derzeitigen Chef des Unternehmens, der absolut nichts von Gedichten, aber dafür umso mehr von Kommerzialisierung versteht und das ganze Unternehmen auf den Kopf stellen will. Doch letztendlich liegt es an Batter und seinen (nicht immer guten) Entscheidungen, die die Zukunft des Unternehmens beeinflussen …
Die Geschichte geht definitiv in eine andere Richtung, als man am Anfang denkt: Ich nahm automatisch an, dass Batter nach seiner Anstellung als Copyboy schon bald seine Qualitäten als Lektor zeigen und befördert werden würde, aber das ist keinesfalls der Fall – stattdessen geht es viel mehr um den Einfluss, den die beiden Peck-Brüder auf ihn haben bzw. auf den Einfluss, den er auf sie hat. Und das war das wahrlich Faszinierende: Als begeisterter Lyrikfan, der zuvor im Einzelhandel gearbeitet hat, versteht er beide Peck-Brüder sehr gut und die Szenen zwischen ihm und ihnen gefielen mir ausgesprochen gut. Dadurch, dass Batter so ein sympathischer Protagonist ist, der teils falsche, aber nachvollziehbare Entscheidungen trifft, war es leicht, mit ihm mitzufiebern und dabei zuzuschauen, wie sich das Unternehmen langsam verändert.
Gerade wegen Salton gab es sehr viele angespannte und spannende Szenen und obwohl er selbst eine sehr unsympathische Person war, war er ein erstaunlich unterhaltsamer Charakter, gerade weil er komplettes Chaos in das Unternehmen bringt. Für Declonius hätte ich mir noch etwas mehr Szenen gewünscht, aber es war leicht, ihn trotz seiner Fehler und fehlerhaften Entscheidungen zu mögen.
Aber noch andere Charaktere spielen eine Rolle: Der originale Batter, nach dem unser Protagonist benannt wurde und dessen Geschichten sehr schnell zu meinen Highlights wurden; Batters Mutter, eine Schriftgestalterin, die ihn moralisch unterstützt und deren Wissen über Schriftarten am Ende eine große Relevanz bekommt; Mr Raley, Batters ehemaliger Chef, der zusammen mit Batters Mutter zu den weisesten Charakteren im Buch gehört; Batters früherer Studienkollege Paul, der eine eigene kleine Nebengeschichte hat; und natürlich die ganzen Menschen bei Peck & Peck, die nicht immer eine große, aber dennoch eine wichtige Rolle spielen.
Außerdem hat das Buch viele Wendungen und Offenbarungen, die die Handlung stets spannend gestalten und den Kontext vieler Szenen auf so großartige Weise ändern, dass ich es am liebsten noch einmal mit dem Wissen, das ich jetzt habe, lesen würde. Gerade das Ende sticht hier besonders positiv hervor und war nur schwer aus der Hand zu legen.
Das einzige, was ich mir gerne gewünscht hätte, wären mehr (viel mehr!) Gedichte gewesen, denn es werden zwar so einige erwähnt, aber tatsächlich ausgeschrieben nur eins oder zwei. Das kam mir wie eine verpasste Gelegenheit vor, die Macht von Gedichten auch tatsächlich zu zeigen.
Ich bin mir nicht sicher, inwiefern das Buch vergleichbar mit „Eine Frage der Chemie“ ist, denn da ich Lyrik sehr mag, aber mit Kochen nicht viel anfangen kann, mochte ich dieses Buch persönlich sogar mehr als „Eine Frage der Chemie“; aber ich weiß nicht, wie es auf diejenigen wirkt, die rein gar nichts mit Lyrik anfangen können. Von mir bekommt es auf jeden Fall eine Empfehlung, weil es ein großartiges, emotionales und spannendes Leseerlebnis war!
Am Tag, als seine Mutter stirbt, entdeckt Alfie seine besondere Fähigkeit: Er kann jeden Moment ein zweites Mal wiederholen – muss jedoch mit den Konsequenzen seines zweiten Versuchs leben. So schafft er es erfolgreich, viele seiner Fehler ungeschehen zu machen, bis er auf Gianna, die große Liebe seines Lebens, trifft. Bald merkt er, dass auch seine Kraft ihre Grenzen hat …
Dieses Buch gehört wieder einmal zu denen, die ich bereits auf Englisch las, aber so sehr mochte, dass ich sie unbedingt auch auf Deutsch lesen wollte. Dabei sind meine Kritikpunkte größtenteils gleich geblieben – vor allem die Tatsache, dass Alfie und Gianna mir nicht wie die große wahre Liebe vorkamen, sondern wie eines der zahlreichen Paare wirkten, das sich am Anfang zwar sehr liebt, sich mit den Jahren jedoch auseinanderlebt und letztendlich nicht füreinander geschaffen ist.
Doch das Prinzip der Handlung und dessen Umsetzung bleiben dafür seine große Stärke: Ich liebte es unglaublich, wie Alfies Fähigkeit beschrieben und umgesetzt wurde. Nicht nur war sie sehr kreativ und wird in der Handlung gut genutzt, sondern regt auch zum Nachdenken an, sodass man automatisch selbst an die zahlreichen Momente denkt, die man gern wiederholt hätte. Es gibt zahlreiche Situationen, in denen Alfie ihre positiven (und negativen) Aspekte allein dadurch zeigt, dass er seine Fähigkeit benutzt, sodass die Handlungsidee auch tatsächlich genug Zeit bekommt, um zu scheinen.
Von den Nebencharaktere bleibt immer noch Wesley mein Liebling, der zwar sehr wenig Screentime hat, sich mir aber positiv ins Gedächtnis brannte. Aber auch LaPorta, der mit Alfie die Rahmenhandlung bildet, wuchs mir erstaunlich ans Herz. Beim ersten Lesen mochte ich die Rahmenhandlung bereits sehr, doch beim zweiten Lesen wusste ich sie noch mehr zu schätzen.
Von daher ist dieser Roman großartig für diejenigen geeignet, die magischen Realismus im Allgemeinen und die Grundidee der Handlung im Speziellen mögen. Meine einzige Kritik an der deutschen Ausgabe ist das KI-generierte Cover – es ist wirklich schade, dass ausgerechnet bei einem Buch, das menschliche Fehler in den Vordergrund stellt, eine Maschine für die Umschlagabbildung verantwortlich war!
Miss Ruby ist eine Diebin, die in Raubüberfällen spezialisiert ist – eine Fähigkeit, die sie nicht nur nutzen möchte, um sich selbst zu bereichern, sondern auch, um ihr Familienerbstück, den Rubin von Cimota, in die Finger zu bekommen. Dafür muss sie verschiedene Crews rekrutieren und verschiedene Heists komplettieren, während Logico hinter ihr her ist, die Rote Maske eine würdige Rivalin bietet und Boss Charcoal sie gerne für sich rekrutieren will …
Im neuesten Band der Murdle-Reihe folgen wir diesmal nicht Logico, sondern helfen der Diebin Miss Ruby dabei, mehrere Raubüberfälle zu planen. Das Zuordnungsprinzip ist immer noch das gleiche, außer, dass statt Gegenständen Jobs an die Charaktere verteilt werden müssen und auch das Timing bei zwei Schwierigkeitsgeraden eine Rolle spielt. Besonders letzteres gefiel mir sehr gut, weil es eine neue Art von Rätsellogik zuließ („X muss getan werden, bevor Y getan werden kann“), die meiner Meinung nach sogar noch stärker hätte genutzt werden können.
Dafür gibt es in diesem Band keine „der Täter lügt, die anderen sagen die Wahrheit“-Rätsel. Diese waren in den regulären Murdle-Bänden zugegeben mit Abstand die schwierigsten, aber gerade deshalb mochte ich sie sehr, weil sie die grauen Zellen tatsächlich anstrengten – hoffentlich kommen sie im nächsten regulären Murdle-Band wieder vor.
Besonders gut gefiel mir, dass in manchen der Lösungstexte nicht nur die Person erwähnt wurde, der der Diebstahl gelungen ist, sondern auch die Jobs der anderen Personen. Das gab den Rätseln nicht nur eine nette Prise Realismus, weil man sich den Heist so tatsächlich gut vorstellen konnte, sondern machte das Zuordnen der anderen Jobs, Orte etc. sogar relevant. Es ist der bisher einzige Band, bei dem ich das Gefühl hatte, dass nicht nur der Täter eine Rolle spielt, sondern alle involvierten Personen einen Rätsels. Deshalb hätte ich es gerne noch öfter gelesen, wie sämtliche Teile der Lösung im Lösungstext erwähnt werden! (Witzig war es übrigens auch, bei den Lösungen des ersten Schwierigkeitsgrads zu sehen, was Logico so treibt und wie seine Schlussfolgerungen auf Außenstehende wirken. ;))
Außerdem setzt das Buch auch eine Rätselart von „Merry Murdle“ ein, wo man bei den Endrätseln die Verdächtigen aufgrund der Hinweise selbst schlussfolgern muss, was ich unglaublich spaßig fand. Wer weiß, vielleicht gibt es sogar bald einen Band, bei denen auch die anderen Aspekte selbst geschlussfolgert werden müssen? Mir würde das sehr gefallen.
Was die Rätselschwierigkeit angeht, würde ich sie auf leicht bis mittel ansetzen – nur bei Rätsel 47 („The Soho Soup Swap“) brauchte ich einen Hinweis zur Lösung, alle anderen waren ohne Probleme gut lösbar. Das Ende war übrigens überraschend herzerwärmend und beantwortete zudem eine wichtige Cliffhanger-Frage von vor ein paar Murdle-Bänden, die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
Insgesamt also ein angenehmer Rätselband für Zwischendurch, der mir sehr viel Spaß gemacht hat!
Viri ist eine Jägerin, die Reaper jagt – Menschen, die Kindern ihre Magie aufsaugen und sie dadurch töten, um es selbst benutzen zu können. Zu den Reapern gehört auch ihr Kindheitsfreund Reeve, der treueste Anhänger des Reaperpriesters – des Priesters, der vor sieben Jahren Viris Eltern tötete. Als Reeve gefangen genommen wird, bietet er Viri Antworten im Tausch für seine Freiheit an. Sie weigert sich zunächst, doch als sie von verschwundenen Kindern hört, die der Reaperpriester entführt, lässt sie sich doch auf einen Deal ein. Bald ist nicht nur alles, was sie zu wissen glaubte, im Bröckeln, sondern auch ihr Herz in Gefahr, als sie Reeve immer näher kommt …
Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, doch da ich aus Erfahrung weiß, dass mir die Bücher auf Deutsch in der Regel besser gefallen, wollte ich es unbedingt auch auf Deutsch lesen – und war sehr zufrieden mit dieser Entscheidung, weil es für mich tatsächlich einen Unterschied machte!
Wobei nicht nur die Sprache dabei eine Rolle spielte, sondern auch die Tatsache, dass es ein Re-Read war, bei dem ich das Foreshadowing und die dramatische Ironie sehr zu schätzen gewusst habe. Es gab so vieles, was mir beim ersten Lesen natürlich nicht klar war und das jetzt beim zweiten Lesen besonders positiv hervorstach.
Zwei Kritikpunkte bleiben zugegeben gleich: Zum einen finde ich, dass die meisten Nebencharaktere nicht genug Zeit hatten, um mir richtig ans Herz zu wachsen (nur Wynter und Jonas konnte ich liebgewinnen), weshalb ich hoffe, dass der zweite Band ihnen mehr Screentime schenken wird – und zum anderen finde ich, dass der Endtwist nicht gut genug geforeshadowt wurde. Natürlich gab es ein paar Hinweise, aber so kleine und subtile, dass für mich der Twist trotzdem wie ein Twist um des Twists willen wirkte.
Doch natürlich gibt es auch so einige positive Aspekte, wie die spannende Handlung, die wunderbare Chemie zwischen Viri und Reeve, die restlichen Twists und deren Foreshadowing, das Worldbuilding und, so seltsam es auch klingen mag, Viris Instinkt. Was mir beim ersten Lesen nicht so stark aufgefallen ist, ist, wie wunderbar die Tatsache, dass Viris Instinkt sie nie trügt, umgesetzt wurde. Gleich am Anfang wird etabliert, dass sie sich stets auf ihren Instinkt verlassen kann, aber es wird eben auch sehr oft gezeigt, was mir sehr gefiel, weil es Viris Kompetenz sehr gut zeigte.
Am liebsten mochte ich aber natürlich die Romanze zwischen Viri und Reeve. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, vor allem in der zweiten Hälfte, wo sie eine ganze Weile allein sind – und all diese Zeit wird hervorragend genutzt, um ihre Chemie zu zeigen und eine realistische Romanze zwischen ihnen aufzubauen. Es war sehr leicht, mit ihnen mitzufiebern und sie machten den Romanzen-Aspekt dieser Romantasy absolut großartig.
Zusammengefasst also eine Fantasyromanze, die mir beim Wiederlesen sogar noch mehr gefallen hat und für alle Romantasy-Fans perfekt geeignet ist!
Benjamiah vermisst den Winkelwald sehr, und so nutzt er seine Chance, als er bei seiner Mutter einen Hexenstein entdeckt. Zu seinem Schrecken befestigt es sich über seinem linken Auge und lässt sich nicht entfernen – außer, er besteht im Winkelwald die fünf Prüfungen der Hexe Agatha Drake, die auf den Geschichten von Mildred Fogge basieren. Zusammen mit Elizabella und zwei neuen Freunden – dem Kartografen Silas und dem entrissenen Mädchen Mia – machen sie sich auf eine Reise, um diese Prüfungen zu bestehen, denn sie haben nur den Mittsommer Zeit, bevor auch Benjamiah zu den entrissenen Kindern gehören wird …
Im zweiten Band erwartet Benjamiah wieder ein fantastisches Abenteuer, bei dem ich sehr froh war, dass er wie beim ersten Band die Struktur mehrerer Aufgaben bzw. Prüfungen hatte, weil ich dieses Prinzip schlicht sehr mag – nur leider dauert es eine Weile, bis diese Prüfungen überhaupt losgehen.
Denn in den ersten hundertsiebzig Seiten erfährt Benjamiah erst einmal von Agatha und trifft auf seine alten und neuen Freunde, woraufhin dann die Prüfungen losgehen, was für mich dann doch eine zu lange Zeitspanne war (immerhin ein Drittel der Handlung!). Die Prüfungen, die danach folgten, waren wirklich großartig und ich mochte es vor allem, wie sie auf den Geschichten der Winkelwald-Autorin Mildred Fogge basierten, was ihnen eine zusätzliche Tiefe gab. Sowohl die Geschichten als auch die Prüfungen waren spannend zu lesen und deshalb meine persönlichen Highlights. Aber ja, die Zeit bis dahin war für mich ein wenig zu lang.
Was die Hauptcharaktere betrifft, war Benjamiah wie im ersten Band sehr sympathisch und Elizabella zum Glück auch: Im ersten Band mochte ich sie nicht besonders, weil sie gegenüber Benjamiah sehr unsympathisch war, aber hier im zweiten Band hat sie zwar immer noch eine raue Seite, aber mit einem deutlichen weichen Kern. Dafür war es der Neuzugang Silas, der in diesem Band nicht besonders liebenswert war; er wird zwar im Lauf des Romans besser, aber richtig warum wurde ich mit ihm nicht.
Dann haben wir noch Mia und sie ist mit Abstand mein Lieblingscharakter! Vielleicht ein wenig zu ungeschickt, aber unglaublich sympathisch, fröhlich, lebendig und mit Tiefe aufgrund ihrer Unsicherheiten. Den vier Freunden dabei zuzuschauen, wie ihr Band immer enger wurde, gehörte neben den Geschichten und Prüfungen zu meinen liebsten Aspekten des Buches – denn am Anfang fühlten sie sich nicht gerade wie Freunde an, aber das änderte sich im Verlauf der Geschichte auf eine sehr zufriedenstellende Weise.
Insgesamt also ein Roman, der zwar eine Weile braucht, um in Fahrt zu kommen, aber dann zu einem spannenden Abenteuer wird!
- Secrets of
- Black Manor
- Marisa Hart
- Arena
- Kinderbuch
- Fantasy
- Abenteuer
- Reise
- Träume
- Traumwesen
- Spannung
- Freundschaft
- Familie
- Liebe
- Erste Gefühle
Weil Luca Ben einen Traumfänger besorgen will, bricht er gegen Wills Regel durch eine verbotene Tür im Black Manor – und lässt auf diese Weise eines der bösesten Wesen überhaupt frei: Den Spirivencus, mit dessen Hilfe Blake andere Träumer kontrollieren kann. Für Will ist klar, was Blake will: Eine Mondfeder, um seine Kräfte wiederherzustellen. Und so muss sich Luca mit ihm und seinen Freunden auf eine gefährliche Reise durch die Welten machen, um die restlichen Mondfedern einzusammeln, während ihnen immer mehr die Zeit davonläuft …
Im zweiten Band geht es hauptsächlich um die Reise durch die Welten, weshalb die reale Welt sehr viel weniger Aufmerksamkeit bekommt, die magische dafür umso mehr. Auf diese Weise bekommen wir ein klassischeres Abenteuer – mit seinen Stärken und seinen Schwächen.
Die wohl größte Schwäche des Romans war für mich die erste Hälfte, die sich für mich sehr frustrierend las. Denn die Charaktere wissen, dass Blake über ein Wesen verfügt, mit dem er den Willen anderer übernehmen kann, bereits am Start der Reise verhält sich ein Mitglied ihrer Gruppe extremst verdächtig (und das über mehrere Tage hinweg), aber keiner der Charaktere kommt auch nur ansatzweise auf die Idee, dass Blake etwas damit zu tun haben könnte. Während ich nach etwa zehn Sekunden vermutete, dass da etwas nicht stimmt, musste ich qualvoll mitansehen, wie jeder andere Charakter das verdächtige Verhalten einfach akzeptiert hat und gar nicht seriös hinterfragte. Das sorgte wie gesagt für ein frustrierendes Leseerlebnis, weil es so schmerzhaft offensichtlich war, was dahintersteckt.
Glücklicherweise ist die zweite Hälfte dafür die große Stärke des Romans: Sobald Joyce in Erscheinung tritt, bekommen wir mit ihr nicht nur meinen neuen Lieblingscharakter, sondern auch eine spannende, unterhaltsame Handlungsentwicklung, die die Beziehungen zwischen verschiedenen Charakteren wunderbar in den Fokus rückte. Ich liebte Joyces lustige Schlagabtäusche mit Will, Wills und Lucas Charakterentwicklung und sich ihre entwickelnde Mentor/Schüler-Beziehung und die Chemie zwischen Luca und Ben, die einfach hervorragend und mein persönliches Highlight war. Nur von Jannis und Taya, die mir in diesem Band eher wie Beiwerk vorkamen, hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Trotzdem hat mir diese zweite Hälfte ausgesprochen gut gefallen, bot ein fantastisches Abenteuer und einnehmende Charaktere und Charakterbeziehungen.
Das einzige Problem, das über beide Hälften besteht, ist vermutlich dem Genre zu schulden: Es kommen sehr viele Traumwesen zufällig genau im richtigen Moment vor, was nicht nur ein wenig überfordernd war, sondern auch ein wenig zu zufällig für meinen Geschmack. Allerdings waren die Traumwesen an sich immer noch kreativ und fantasievoll, weshalb ich mir nur gewünscht hätte, statt vielen neuen Traumwesen auch wieder ein paar alte zu sehen.
Das Ende war sehr spannend, die Handlungsentwicklung dafür vorhersehbarer als im ersten Band. Während es mir im ersten Band überraschend schwer fiel, die nächsten Handlungsaspekte korrekt vorherzusehen, gelang es mir hier im zweiten Band um einiges besser. Nicht unbedingt eine Kritik, weil die Handlung immer noch spannend und die Charaktere immer noch großartig waren, aber trotzdem eine erwähnenswerte Beobachtung.
Insgesamt also schwächer als der erste Band, aber mit genug Elementen, die mich gespannt auf den dritten machen!
- Die Hexen von
- Honeysuckle House
- Liz Parker
- Kiwi Space
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Magie
- Hexen
- Fluch
- Schwestern
- Liebe
- Romanze
- LGBTQ+
Die Familie Caldwell ist verflucht: Seit Jahrzehnten kommt alle dreizehn Jahre ein Mitglied der Familie oder eine ihrer Liebsten ums Leben, immer im Honeysuckle House. Aus diesem Grund hat Florence Caldwell sich seit dem Tod ihrer Mutter vom Haus ferngehalten und ihrer Magie abgeschworen, während ihre Schwester Evie immer noch im Haus wohnt und ihre Magie einsetzt. Doch jetzt ist es wieder so weit: Ein dreizehntes Jahr steht bevor und die Schwestern sind entschlossen, den Fluch zu brechen, zumal sie beide auch Angst um ihre Liebsten haben. Doch dafür müssen sie herausfinden, was eigentlich hinter dem Familienfluch steckt …
Dieser Roman bietet das, was er verspricht: Eine gemütliche, herbstliche Fantasy mit Liebe, Mystery und einer schönen Atmosphäre. Eigentlich war sie nichts Besonderes, aber sehr gut für Zwischendurch zu lesen.
Zu meiner Überraschung war ich vor allem in die vergangenen Ereignisse investiert, die sich um die Caldwell-Schwestern Regina und Violet bzw. um die Beziehung zwischen Violet und Tillie drehen. Ich war sehr investiert in die Liebesgeschichte der beiden, denn auch, obwohl wir schon vor Beginn der Geschichte wissen, wie sie enden wird, wollte ich unbedingt wissen, wie es dazu kommt.
Auch in der Gegenwart haben wir Liebesbeziehungen (Florence & Owen und Evie & Angela), aber sie spielen eher eine Nebenrolle, weshalb ich auch nicht ganz so sehr in sie investiert war wie in Violet und Tillie. Trotzdem waren die Paare recht süß.
Was die Handlung angeht, mochte ich die Mystery um den Fluch sehr. Einen Teil der Offenbarungen habe ich geahnt, einen anderen Teil nicht, weshalb ich über den Roman hinweg gespannt darauf war, was denn nun die Wahrheit ist. Nur eine Antwort auf die Frage, warum die Familie nicht einfach wegzieht, hat mir gefehlt.
Tarotkarten spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle und wurden meiner Meinung nach sehr gut eingebunden, sowohl bei den Kapiteltiteln als auch in der Handlung selbst, sodass ich jedes Mal, wenn sie vorkamen, gespannt war, was sie den Charakteren wohl verraten würden.
Insgesamt also eine angenehme Herbstgeschichte, die wie gesagt gut für Zwischendurch zu lesen ist!
- Die Underwoods
- Alicia Zett
- one
- Fantasy
- Gothic Fantasy
- Magie
- familie
- Romanze
- Liebe
- LGBTQ+
- Mystery
- Freundschaft
- Kleines Highlight
Seit Emmas beste Freundin Blaire gestorben ist, ist Emma entschlossen, den Mord an ihr aufzuklären, denn die Umstände ihres Todes sind zutiefst verdächtig. Obwohl sie eigentlich nicht an Übernatürliches glaubt, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an Talia Underwood, das Medium ihrer Familie, in der Hoffnung, mehr herauszufinden. So lernt sie nicht nur die Underwoods allgemein kennen, sondern findet auch Dinge über ihre beste Freundin heraus, die sie niemals ahnte – und das, während Talia und Emma sich nach und nach ineinander verlieren, was die ganze Familie der Underwoods in Gefahr bringen könnte …
Als großer Fan von Alicia Zett und von Fantasy habe ich mich sehr darüber gefreut, Alicia Zetts ersten Fantasyroman zu lesen – und bin sehr begeistert von der Umsetzung!
Zunächst einmal ist es nicht nur ein Fantasyroman, sondern auch eine Romanze, die durch die Chemie zwischen Emma und Talia richtig aufblüht. Nicht nur waren sie als Charaktere bereits wunderbar (ich mochte vor allem Emma sehr, die ich als Hauptcharakter der Geschichte wahrgenommen habe), sondern auch, wie sich ihre Gefühle über viele Szenen hinweg entwickelten.
Auch die Underwoods sind allesamt charmant und großartig, wobei ich Talias Geschwister Romeo, Raphael und Betty besonders mochte und mich schon darauf freue, im zweiten Band noch mehr von ihnen zu sehen. Unbedingte Erwähnung verdient auch Talias Nebelkrähe Herkules, denn die Schlagabtäusche zwischen ihnen gehörten zu meinen persönlichen Highlights. Die Familie und deren Haus haben mich auf sehr positive Weise an Encanto erinnert!
Neben Talias Familie spielt auch Emmas Mutter eine überraschend große Rolle und ich war positiv überrascht von der Entwicklung, die die schwierige Beziehung zwischen Mutter und Tochter im Lauf des Romans nahm. Gerade, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass Emmas Mutter überhaupt eine Rolle spielt, die über einen lästigen Nebencharakter hinausgeht, begrüßte ich die Tiefe, die sie bekam. Sogar Blaire, Emmas verstorbene Freundin, hinterlässt einen überraschend starken Eindruck, der es leicht machte, Emmas Trauer mitzufühlen.
In der ersten Hälfte geht es hauptsächlich um Blaires Tod und wie Emma die Underwoods kennenlernt, was ich sehr herzerwärmend fand – die gemütliche Atmosphäre bei den Underwoods war einfach perfekt! Die zweite Hälfte war da schon dramatischer, aber auch das mochte ich sehr, weil es so schön war, Talias und Emmas Liebesbeziehung aktiv zu sehen.
Gegen Ende gab es einen unerwarteten Twist, den ich grandios fand, sowie ein Ende, das mich sehr neugierig auf den zweiten Band macht. Insgesamt haben wir hier eine großartige Urban Romantasy, die mir sehr gefallen hat!
Als Molly nach einem Gehirnschlag im Krankenhaus erwacht, ist sie schockiert, zu erfahren, dass sie die letzten sechs Jahre ihres Lebens vergessen hat – und inzwischen mit ihrem Erzfeind Aster Bishop verheiratet ist. Sie versteht nicht, wie das passieren konnte, ist jedoch entschlossen, es herauszufinden. Allerdings sind sowohl Aster als auch ihre gemeinsamen Freunde seltsam verschlossen, was die vergessenen Jahre betrifft, sodass Molly selbst herausfinden muss, was sich in dieser Zeit verändert hat – und wie sie sich ausgerechnet in Aster verlieben konnte …
Die Kurzbeschreibung des Romans lässt ihn stark nach Romance Suspense klingen, doch in Wirklichkeit fokussiert er sich sehr viel stärker auf die Romanze – und meiner Meinung nach leider nicht erfolgreich. Das liegt vor allem daran, dass ich letztendlich nicht verstanden habe, wie Molly und Aster sich ineinander verlieben konnten, denn die Anziehung zwischen ihnen schien hauptsächlich körperlich zu sein, während das Ungleichgewicht, das durch Mollys verlorene Erinnerungen entsteht, besonders stark hervorstach.
Es gefiel mir vor allem nicht, wie er Molly mit der Begründung, sie zu „schützen“, sämtliche Entscheidungs- und Handlungsgewalt nahm, indem er für sie Entscheidungen traf, gegen die sie sich nicht stellen konnte. Er meinte zwar, er wolle sie mit der Menge an Informationen nicht überfordern, aber dass sie selbst einschätzen könnte, wann etwas zu viel ist, schien ihm nicht in den Sinn zu kommen. Währenddessen war Molly stets sehr erfolgreich damit, ihren Freunden gegenüber zu kommunizieren, wann etwas zu viel wurde, wodurch ich noch weniger verstand, warum Aster ihr das nicht zutraute. Selbst, nachdem ich wusste, was er vor ihr verbirgt, wäre es viel leichter gewesen, mit ihr darüber zu kommunizieren.
In diesem Sinne gefielen mir Mollys Freunde insgesamt besser, vor allem Eli, der einfach großartig war und Molly so viel mehr zutraute als alle anderen. Nur eins gefiel mir an den Freunden nicht: Anstatt Mollys Gesundheitszustand in den Fokus zu stellen, gaben sie ihr das Gefühl, Aster etwas schuldig zu sein. Die ganze Zeit redeten ihre Freunde darüber, wie schlimm es Aster mit der Situation geht und dass Molly ihm gegenüber doch bitte offener sein soll – während niemand Mollys Zustand zu beachten schien. Natürlich hat Aster es auch schwer, das möchte ich gar nicht dementieren, aber von Molly zu erwarten, dass sie sich in die Arme eines Mannes stürzt, den sie als arroganten Idioten in Erinnerung hat, hat mir überhaupt nicht gefallen.
Auch Aster selbst vermittelte ihr meiner Meinung nach den Eindruck, Molly wäre ihm etwas schuldig – besonders problematisch fand ich hier die Szene, in der er sie darum bat, sie zu küssen, weil er bisher so „ungeheuer geduldig“ war. Zwar hatte Molly mitnichten etwas dagegen, aber für mich wirkte das stark so, als würde er sich vor allem nach körperlicher Intimität sehnen und nicht nach emotionaler Bindung.
Hier hat es auch nicht geholfen, dass die „Damals“-Schnipsel, die wir nach jedem Kapitel bekommen, fast ausschließlich seine negativen Seiten zeigen und nicht, wie ich zunächst hoffte, Mollys Erinnerungen. So zufrieden ich mit dem Ende letztendlich war, war es meiner Meinung nach eine verpasste Gelegenheit, uns nicht an ihnen teilhaben zu lassen, weil so Mollys Verlust uns noch deutlicher geworden wäre.
Insgesamt also leider eine Romanze, die zwar eine interessante Grundlage und sympathische Nebencharaktere hatte, mich aber leider nicht überzeugen konnte.
- This Kingdom Will
- Not Kill Me
- Ilona Andrews
- Cove
- Fantasy
- Portal Fantasy
- Isekai
- Spannung
- Wissen
- Geheimnisse
- Familie
- Freundschaft
- Twists
- Aktive Protagonistin
- Highlight
Eines Tages wacht Maggie plötzlich in Kair Toren auf, dem Schauplatz ihrer liebsten Fantasyreihe. Früh stellt sie fest, dass sie sich am Anfang der Geschichte befindet – und nicht sterben kann. Entschlossen, ihre liebsten Charaktere zu retten, beginnt sie, ihr Wissen um die Welt für sich zu nutzen und Verbündete um sich zu scharen, um die schrecklichen Ereignisse, die in der Zukunft warten, zu verhindern. Doch das ist leichter gesagt als getan: Maggies Wissen ist zwar groß, aber nicht unendlich, und obwohl sie große Veränderungen bewirkt, scheint die Handlung sich gegen ihr Eingreifen zu wehren …
Was für ein fantastischer Roman! Oder sollte ich eher sagen: Was für eine fantastische Protagonistin, denn die ist dafür definitiv der Hauptgrund. Maggie kennt sich nicht nur fantastisch mit der Welt und ihren Charakteren aus, sondern auch mit dem Genre, in dem sie sich befindet und den Erwartungen, die man als Protagonistin eines solchen Romans haben sollte. Das allein schon hat sie zu einer erfrischenden, grandiosen Protagonistin gemacht – und dann wurde sie nur noch besser!
Nicht nur war sie unglaublich sympathisch, sondern auch unglaublich intelligent: Ich liebte die zahlreichen Szenen, in denen sie das Wissen um die Charaktere einsetzt, um ihnen entweder zu helfen und eine bessere Zukunft für sie einzuleiten oder ihnen zu drohen und ihren Einfluss auf die Handlung einzuschränken. Das war so unglaublich zufriedenstellend zu lesen, weil es zwar auch Handlungsstränge gibt, die sie nicht kommen sieht, es aber insgesamt Maggie selbst ist, die die Handlung vorantreibt. Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine so aktive, intelligente und sympathische Protagonistin erlebt habe, die nicht nur als solche beschrieben wird, sondern zahlreiche Szenen bekommt, in denen sie ihre Stärken zeigen kann. All diese Szenen gehörten deshalb zu meinen liebsten – es war jedes Mal wieder großartig, wenn Maggie mit ihrem Wissen glänzte!
Und das ist immer noch nicht alles: Ich liebte es auch, wie sie ihr Wissen aus unserer Welt zu ihrem Vorteil nutzte und vor allem, dass sie ihre Freiheit einer Romanze vorzog und für sich selbst einstand, anstatt sich dem männlichen Protagonisten zu unterstellen. Ich hoffe stark, dass das so bleibt, denn ihre Eigenständigkeit gehörte definitiv zu ihren besten Qualitäten; gleichzeitig mochte ich es auch, dass sie nicht perfekt war, Fehler machte, Szenen voller Unsicherheit und Angst hatte und unerwartete Entwicklungen sie hart trafen. Ernsthaft: Sie ist eine der besten Protagonistinnen, über die ich je gelesen habe!
Im Vergleich zu ihr sind die anderen Charaktere zwar schwächer, aber immer noch sympathisch genug, dass man sie leicht ins Herz schließt. Während ich die Romanze vor allem deshalb mochte, weil Maggie ihretwegen ihre Selbständigkeit nicht aufgeben wollte, mochte ich ihre Freundschaften zu den anderen Charakteren (vor allem Aster und Kaiden) sehr. Aber tatsächlich war es Galiene, die ich von allen am meisten liebte: Sie ist eigentlich nur ein Nebencharakter, hinterließ aber einen starken Eindruck als die erste Person, deren Schicksal Maggie zum Besseren wandte.
Was die Geschichte in der Geschichte angeht – mit anderen Worten, die Geschichte, in die Maggie eingreift –, fühlten sie die Welt und die Charaktere sehr realistisch an, nur die Handlung dieser fiktiven Romanreihe blieb recht undurchsichtig. Maggie erwähnte Handlungsstränge zwar und griff aktiv in sie ein, aber dadurch, dass sie vor allem mit Nebenhandlungen zu tun hat, bekam ich keinen Eindruck davon, was eigentlich die Haupthandlung der Kair-Toren-Reihe ist. Mir kam sie ein wenig Game-of-Thrones-mäßig vor (verschiedene Handlungsstränge mit moralisch grauen Charakteren und zahlreichen Toten), aber viel mehr könnte ich nicht über sie sagen.
Doch da ohnehin Maggies Einfluss auf die Geschichte eine größere Rolle spielt als die In-Universe-Handlung, machte mir das nichts aus, weil sie wie gesagt ein fantastischer Charakter war, die die gesamte Handlung bereicherte. Insofern ist diese Geschichte vor allem für Fans von Dark Fantasy geeignet, die aktive Protagonisten lieben!
Katzen: Man liebt sie trotz – oder gerade wegen? – ihrer eigensinnigen Art und genau diese Art wird in diesen 75 Logicals wunderbar gezeigt. Obwohl sie zugegeben immer auf etwas Ähnliches hinauslaufen (die Katzen benehmen sich daneben und das mit Freude), war es trotzdem spaßig, die kleinen Mini-Geschichten der Logicals zu verfolgen und vor allem die liebevoll-neckischen Kommentare bezüglich des Katzenverhaltens („Finde heraus, welche Katze welches Futter verlangt hat, obwohl sie satt war und erst vor zehn Minuten gefüttert wurde“), die mir sehr gefallen haben.
Auch die Katzennamen waren herrlich zu lesen, denn sie alle waren entweder allgemein gut passend, bekannte Namen von Katzenfiguren und/oder wundervolle Wortspiele (so heißen in einem Fall die Katzen z.B. Paula, Leonardo DiCatrio und Minerva, in einem anderen Dave, Mufasa und The Great Catsby usw. – ich habe mich über die Katzennamen und speziell über die Wortspielkatzen köstlich amüsiert!)
Die Rätsel an sich waren ebenfalls gut, wenn auch viele Ausgangslagen relativ ähnlich waren; andererseits gibt es natürlich auch nur so viele Situationen, in denen Katzen sich wiederfinden können. Insofern fand ich die kleinen Mini-Geschichten immer noch herrlich zu lesen und sie bildeten ein kleines Highlight für mich.
Leider kann ich nicht dasselbe zur deutschen Übersetzung sagen. Es scheint Schicksal zu sein, dass jede erste Auflage jedes übersetzten Rätselbuchs über mindestens einen Fehler verfügt, der ein Rätsel komplett unlösbar macht – in diesem Fall Rätsel 62, bei dem behauptet wird, dass die Katze Duchesse aus Neugierde handelte, obwohl es laut der Lösung Dave war, der dieses Gefühl empfand. Leider ließ sich das Rätsel trotz dieser Anpassung immer noch nicht lösen, scheint also mehr als einen Fehler zu haben. Auch bei zwei anderen Rätseln (bei denen Entweder-Oder-Hinweise vorkommen, deren Logik manchmal schwer zu verstehen war) fiel mir auf, dass ein zusätzlicher Hinweis zu fehlen schien, weil man sie nur durch Ausprobieren der beiden Entweder-Oder-Möglichkeiten lösen konnte.
Und das ist noch nicht einmal alles: Ich bin mir nicht sicher, ob der Text schlicht durch einen schlechten Online-Übersetzer gejagt wurde oder gar KI zum Einsatz kam (zumindest gibt es keine offiziellen Übersetzer:innen, die genannt werden), aber es gab auch andere Rätsel, bei denen die Übersetzung es schwer machte, sie zu verstehen. So wird z.B. im unlösbaren Rätsel 62 für das gleiche Motiv im Grid sowohl „Forscherdrang“ als auch „Wissbegierde“ verwendet (Synonyme gibt es zwar regulär bei den Hinweisen, aber sonst nie im Grid), bei Rätsel 65 „Bosheit“ als Synonym für „Trotz“ verwendet (obwohl beide Begriffe getrennt voneinander in anderen Rätseln vorkommen) und in Rätsel 70 als Objekt eine Handtasche erwähnt, obwohl eigentlich eine Geldbörse gemeint ist (noch verwirrender dadurch, dass im selben Rätsel ein Handschuh vorkommt und ich nicht wusste, um welche Art Fehler es sich handelt).
Mit anderen Worten: Lauter störende Kleinigkeiten in der deutschen Version, die zwar fast ausschließlich auf den Schwierigkeitsgrad der „Komplexen Katzen“ beschränkt sind, aber gerade deshalb umso frustrierender. Eigentlich hatte ich vor, noch mehr Rätselbücher des Verlags zu lösen, doch nun, da ich fürchten muss, dass auch sie so viele Fehler haben (und es noch nicht mal klar ist, ob es überhaupt Übersetzer:innen gab), zögere ich, weitere Bücher des Verlags auszuprobieren. Vielleicht gönne ich mir in diesem Fall lieber die englische Originalversion.