Bücherregal lädt …
– Revenge – Du sollst flehen
 246 Seiten

Lana wurde vom Boogeyman geschnappt – aber eigentlich ist es andersherum, denn sie kann sich problemlos gegen ihn wehren. Als ihr Geheimnis daraufhin unerwartet herauskommt, noch dazu gegenüber Hadley, die ihr bereits misstraute, fürchtet sie schon, alles zu verlieren – doch stattdessen stellt sich Hadley auf ihre Seite. Doch selbst mit einer Verbündeten wird es nicht leicht, ihre Liste weiter abzuarbeiten, während Logans Schlussfolgerungen immer akkurater werden …

Es bleibt weiterhin spannend für Lana und Logan, wobei mir speziell in diesem Band die Spannungselemente besonders gut gefielen. Das gilt besonders für Lana und den Szenen, in denen sie ihre Fähigkeiten auf hervorragende Weise zeigt. Zu meiner Freude spielt auch Hadley eine größere Rolle, was mir sehr gefiel, nachdem sie mir bereits im letzten Band positiv aufgefallen ist.

Auch Logans Intelligenz strahlt hier um einiges mehr: Seine Schlussfolgerungen werden immer konkreter und kommen immer näher an die Wahrheit. Auch das hat zur Spannung beigetragen, weil ich sowohl beeindruckt als auch besorgt davon war, wie gut er den wahren Täter einschätzen kann, ohne zu wissen, dass es sich bei ihm um seine Freundin handelt. Die Romanze zwischen den beiden ist im Übrigen immer noch gut, aber nicht so einnehmend wie die Handlung selbst.

Meine Lieblingsstellen waren tatsächlich Lanas Morde, aber ich mochte es auch, zum ersten Mal Delaney Grove zu sehen und ein wenig mehr über Lanas Vergangenheit zu erfahren. Es war zwar schon seit dem ersten Band klar, was passiert ist, aber zu sehen, wie die Menschen der Stadt tatsächlich damit umgehen, war noch mal etwas ganz Anderes.

Insgesamt wieder ein lockerer, spannender Roman und eine tolle Fortsetzung!

– Blood ‐ Du sollst bereuen
 224 Seiten

Lana und Logan sind glücklich zusammen, auch wenn Logan immer noch damit beschäftigt ist, Serienkiller zu jagen – darunter auch Lana, was er jedoch nicht ahnt. Tatsächlich fürchtet er, sie könne das Ziel eines Serienkillers werden, der es auf seine Liebsten abgesehen hat, weshalb er sie mit Polizeiansatz beschützen möchte. Das passt Lana natürlich gar nicht, weil sie dadurch ihre Kill-Liste pausieren muss, doch als ein anderer Schänder ihre Aufmerksamkeit weckt, ist sie trotz der neuen Sicherheitsmaßnahmen entschlossen, ihm ein Ende zu bereiten …

Spannend geht es mit Lana und Logan weiter, wobei in diesem Band keiner von beiden seiner eigentlichen Hauptstory folgt, sondern sich einerseits um den Boogeyman (Logan) und andererseits einen Kinderschänder kümmert (Lana). Es hat mir jedoch nichts ausgemacht, in diesem Band Nebenhandlungen zu folgen, weil beide immer noch spannend geschrieben waren und Lanas Talente auf gute Weise gezeigt wurden.

Bei Logan war ich mir bezüglich seiner Talente zunächst nicht sicher, denn nachdem er einen ersten Hinweis zum Boogeyman erhält, scheitert er daran, eine unglaublich offensichtliche Schlussfolgerung zu ziehen, die mir als Leserin sofort klar war – noch schlimmer, selbst nach dem zweiten Hinweis fand Logan den offensichtlichen Zusammenhang nicht, was mich ernsthaft an seiner Kompetenz zweifeln ließ. Ich begrüße es zwar, dass die Autorin die Hinweise so gestaltet, dass auch wir Leserinnen mitraten können, aber in diesem Fall waren sie definitiv zu leicht und hätten von einem FBI-Agenten wie Logan definitiv vermutet werden sollen.

Gegen Ende stellte er seine Reputation jedoch wieder her, als es um Lanas Fall ging und kam hier zu einigen beeindruckenden Schlussfolgerungen, die ihn gefährlich nahe an die richtige Fährte bringen – hier bin ich gespannt, wie sich die Handlung wohl weiterentwickelt. Denn zwar fiebere ich nicht hundertprozentig mit der Romanze mit, aber es macht immer noch Spaß, über sie zu lesen.

Ich hoffe, im nächsten Band werden wir speziell von Hadley mehr sehen, die mir erstaunlich gut gefiel, aber so oder so ist die Reihe sehr gut zu lesen und für Romance/Suspense-Fans perfekt geeignet!

– Voyage of the Damned
 508 Seiten

Ganymedes ist einer von zwölf Gesegneten – oder zumindest sollte er es sein. Doch im Gegensatz zu den anderen hat er keine Gabe, was er auf der Schiffsreise zum Berg der Göttin unbedingt verbergen muss. Als allerdings bereits in der ersten Nacht die Erbin des Herrschers umgebracht wird, weiß er, dass es größere Probleme zu lösen gilt. Ganymedes macht sich auf, den Mörder zu finden, doch während die Leichen immer mehr werden, scheinen die Hinweise immer mehr zu schrumpfen …

Ich bin bei diesem Buch ein wenig hin- und hergerissen, weil es für etwa die ersten 85% eine unglaublich spannende, spaßige Story bietet, in die ich sehr investiert war, die letzten 15% bei mir allerdings einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen haben, weil die Handlungsentwicklung mir leider überhaupt nicht gefiel.

Aber starten wir am Anfang: Ganymedes ist ein absolut großartiger Protagonist, dessen Humor nicht nur die dramatische Handlung auf gute Weise auflockert, sondern dessen vergangenes Drama auch einen überraschend angenehmen Kontrast zum Humor bietet. Die Balance zwischen den beiden war genau richtig und machte es leicht, so richtig mit der Geschichte mitzufiebern, mit Anspannung zu erwarten, was als nächstes passiert und gleichzeitig die Charaktere liebzugewinnen.

Diese haben teils wegen der Morde, teils wegen ihrer Anzahl natürlich eine limitierte Screentime, aber sie alle haben es schafft, einen Eindruck zu hinterlassen – mein Liebling war natürlich die kleine Grashüpfer, wobei ich von den Nebencharakteren vor allem Nergüi und Shinjiro faszinierend fand. Letztendlich erfahren wir aber von überraschend vielen Charakteren ihre Vergangenheit und ihre Mühen, sodass es mir schwer fiel, in irgendeinem von ihnen einen Mörder zu sehen. Ich hatte sogar eine halb richtige Theorie, aber es gab definitiv Twists, die ich nicht kommen sah. Allein schon die Anzahl der Morde überraschte mich – tatsächlich kam sie mir zu hoch vor.

Das wahre Highlight bleiben aber immer noch Ganymedes mit seinem perfekten Mix aus Drama und Humor, Grashüpfer als die bezauberndste unter ihnen allen, und auch Ravi und Wyatt, deren Rollen mich sehr überraschten. Hier hilft es auch, dass das Worldbuilding so gut war – ich habe jede Information zu den Provinzen begierig in mich eingesaugt und fand es großartig, wie ihre Besonderheiten in die Handlung eingebaut wurden.

Doch leider gibt es nach diesen großartigen 85% einen Twist, der zwar durchaus geforeshadowt wurde, sich aber trotzdem wie Verrat am Leser anfühlte und es mir sehr viel schwerer machte, weiter investiert in die Handlung zu sein, weil ich mir die ganze Zeit eine andere herbeisehnte. Der Twist machte gewisse Aspekte des Romans – Charaktere, Romanzen, das Finale und Ende – geradezu unerträglich, weil die Botschaft hinter ihnen sich auf eine Weise veränderte, die ich nicht befürworten konnte. Hier wünschte ich wirklich, es hätte einen anderen Twist gegeben, der die zuvor etablierten Botschaften auch tatsächlich umsetzt.

Aus diesem Grund fällt es mir wie gesagt schwer, den Roman zu bewerten, weil ich ihn für einen Großteil so sehr genoss, der letzte kleine Teil allerdings einen großen Schatten warf, den ich bis zuletzt nicht abschütteln konnte. Deshalb kann ich den Roman leider nicht vollen Herzens empfehlen, so gut er auch in sehr vielen Aspekten war.

– Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis?
 380 Seiten

Tricia und ihr Ehemann Ethan scheinen für ihre neue gemeinsame Zeit ihr perfektes Traumhaus gefunden zu haben: Es gehörte der Psychiaterin Dr. Adrienne Hale, die vor wenigen Jahren spurlos verschwunden ist. Tricia hat kein gutes Gefühl, vor allem, als bei der geplanten Hausbesichtigung die Maklerin nicht auftaucht und die beiden eingeschneit werden. Gezwungen, die Nacht im Haus zu verbringen, forscht Tricia nach, in der Hoffnung, herauszufinden, was mit der Psychiaterin passiert ist – und entdeckt dabei einen Geheimraum mit mehreren Kassetten, auf denen Dr. Hale sämtliche Patientengespräche aufgezeichnet hat. Sie beginnt, sie durchzuhören – und entdeckt dabei mehr als nur ein Geheimnis …

Dieser Thriller hält einen wirklich auf Trab! Ich glaube, er könnte sogar mein bisher liebster Thriller aus McFaddens Feder sein, weil er einfach so spannend geschrieben war und ich ihn innerhalb weniger Stunden verschlungen habe. Das Pacing ist einfach großartig: Wir haben zum einen Tricia, die in der Gegenwart der gruseligen Geschichte des Hauses nachgeht, während sie Angst hat, dass außer ihrem Ehemann und ihr noch jemand im Haus sein könnte, und dann Adriennes Psychiatergespräche und ihre Probleme mit einem ganz speziellen Patienten. Die Mischung war wirklich gut gemacht und hat mich stets zum Weiterlesen angetrieben.

Die erste offensichtliche falsche Fährte habe ich sofort als solche erkannt und mich schnell auf die anderen Fährten fokussiert, die zu meiner Erleichterung sehr viel undurchsichtiger waren. So halb hatte ich durchaus die richtige Idee – aber eben nur halb, weil es so viele mögliche Erklärungen für die Geschehnisse gibt, dass ich zwar wusste, wer nicht dahintersteckt, aber nicht sagen konnte, wer stattdessen dafür verantwortlich ist. Das war wirklich großartig: Selbst, wenn man einen oder zwei Twists kommen sieht, hat McFadden immer noch welche auf Lager, mit denen man nicht gerechnet hat.

Wie gesagt hält sie die Handlung auch stets spannend; ich mochte die unheimliche Atmosphäre im Haus und die immer drängendere Situation, in der sich Adrienne wiederfindet. Das klaustrophobische Gefühl, im Haus eingesperrt zu sein, die nahezu süchtig machenden Psychiatergespräche, die immer weiter eskalierende Vergangenheit und die Fragen, die währenddessen aufgeworfen werden – einfach großartig! Zusammen mit dem flotten Schreibstil entstand so wahrlich ein Thriller, der mich von Anfang bis zum Ende packte.

Wenn ich eine Kritik äußern müsste, wäre es wohl die erste falsche Fährte, weil wirklich schmerzhaft offensichtlich war, dass es eine falsche Fährte ist. Natürlich spielt McFadden bewusst mit unseren Erwartungen und auch mit den Dingen, die wir nicht erwarten, aber mir persönlich haben die undurchsichtigeren Fährten um einiges besser gefallen.

Zusammengefasst ein grandioser Thriller, der definitiv zu meinen Lieblingen unter McFaddens Thrillern zählt!

– Was sie nicht weiß
 384 Seiten

Sam Frost bekommt einen besorgten Anruf: Seine Frau Bryden hat scheinbar vergessen, ihre dreijährige Tochter vom Kindergarten abzuholen. Kurz darauf wird sie vermisst gemeldet – und nur wenig später entwickelt sich der Fall zu etwas sehr viel Größerem. Detective Jayne Salter verdächtigt Sam, seine Frau umgebracht zu haben, doch gibt es mehrere Hinweise auf verschiedene Täter, unter anderem auch auf Derek Gardner, mit dem Bryden sich nur wenige Wochen zuvor getroffen hat. Jayne ist entschlossen, den Täter zu finden, doch das ist nicht so leicht, weil alle etwas zu verbergen haben …

Ich habe mir von diesem Thriller so einiges versprochen, doch obwohl er Spaß zu lesen machte, zeigte er in verschiedenen anderen Aspekten große Mängel. Zunächst einmal ist er anfangs zwar sehr spannend, als es um die Suche nach Bryden geht, doch die Suche nach Verdächtigen gestaltet sich um einiges ruhiger, trotz einiger Offenbarungen, die in diesem Teil der Handlung gemacht wurden.

Diese empfand ich zunächst als Stärke: Wir Leser:innen erfahren Geheimnisse gewisser Charaktere, von denen sie auf keinen Fall wollen, dass sie herauskommen – dadurch entstand ein Spannungselement, wann immer die Charaktere sich mit dem Risiko konfrontiert sahen, dass es doch herauskommen könnte. Allerdings gab es von diesen „Lesergeheimnissen“ etwas zu viele, sodass ich letztendlich das Gefühl hatte, es würde für uns Leser keine Geheimnisse und Twists mehr geben, sondern nur für die anderen Charaktere. Hier finde ich, dass die Spannung von unbekannten Geheimnissen stärker hätte genutzt werden sollen, um an den richtigen Stellen für überraschende Twists zu sorgen, statt uns Leserinnen offen zu verraten, um welche Geheimnisse es sich handelt.

Dadurch, dass wir Leserinnen so viel wissen, die Polizei jedoch so wenig, kam es mir zudem vor, als wären Jayne und ihre Kollegen recht unfähig, weil es mir so vorkam, als würden sie verzweifelt von Verdächtigem zu Verdächtigem springen und Fortschritte nicht durch eigene Ermittlungen, sondern durch Fehler anderer machen.

Die verschiedenen Fährten, die es gibt, haben mir prinzipiell gut gefallen, die Anzahl der Charaktere jedoch nicht. Es gibt recht viele, die für einen kurzen Moment eine Sichtweise bekommen, bis eine schlichte Leerzeile anzeigt, dass eine andere Sichtweise startet. Und ehe man sich in diese einlesen konnte, startet wieder eine neue, was mich mehrmals verwirrt hat, weil ich immer eine Weile brauchte, um mich in die aktuelle Sichtweise reinzufühlen und nur selten genug Zeit bekam, um das tatsächlich zu tun.

Zuletzt haben wir die Auflösung, die sehr abrupt erfolgte und leider viele Fragen und Charakterschicksale offen ließ. Ich war regelrecht vor den Kopf gestoßen, als die Geschichte so plötzlich aufhörte, ohne uns zu verraten, welche Konsequenzen die Taten gewisser Charaktere haben, weil mich das brennend interessierte und ich deshalb enttäuscht war, diesbezüglich nichts zu erfahren.

Insgesamt also ein Thriller, der sich zwar gut lesen lässt, jedoch einige gravierende Mängel aufweist. Ich hoffe trotzdem, dass andere Leser mit ihm eine Freude haben, doch mein Fall war er leider nicht.

– Feine Risse
 316 Seiten

Eine Mutter, die den Mörder ihres Sohnes verteidigt. Eine Box, die Eva Herbergen aufbewahren, aber unter keinen Umständen öffnen soll. Eine Schauspielerin, der am Set eine echte Waffe gegeben wird, mit der sie eine befreundete Schauspielerin erschießt. Mehrere Frauen gleichen Alters und Aussehens, die von einem etwas zu klischeehaften Serienmörder umgebracht werden. Und eine Leiche im Keller, deren Identität Eva Herbergen während des Romans aufdecken will …

„Dunkle Momente“ hatte ein paar interessante Fälle, allerdings viele mit einem sehr ähnlichen Schema; „Feine Risse“ fängt zwar auch mit zwei Fällen an, die etwas zu offensichtlich sind, wird danach aber um einiges undurchschaubarer. Wir folgen auch in diesem Roman Eva Herbergen, die mehrere fiktive Fälle aufklärt.

„Der Unfall“ und „Der Aufstieg“ sind die ersten Fälle, wobei beim ersteren ein Kind zu Tode kommt, deren Mutter danach den Mörder vor Gericht verteidigt, und beim zweiten ein Mann, der beim Bergsteigen abstürzt, obwohl sowohl er als auch sein Bergführer wussten, dass die Strecke für ihn zu anspruchsvoll ist. Hier fand ich die Twists wirklich sehr leicht zu erraten und die Fälle entwickelten sich genau so, wie ich es anfangs vermutete, weshalb ich diese Fälle am schwächsten empfand.

Der dritte Fall, „Die Box“, war da schon interessanter. Hier wird nicht nur die Leiche im Keller eingeführt, die seit mehreren Jahrzehnten im Haus der Eltern von Peter, Evas Mann, eingemauert war, sondern allgemein über eine einnehmende Ausgangssituation erzählt: Ein Klient, der Eva bittet, eine Box für ihn aufzubewahren, allerdings ohne sie zu öffnen. Ich war wirklich neugierig, zu erfahren, was in der Box steckt und war sehr zufrieden damit, wie der Fall aufgelöst wurde.

Auch „Die Reportage“, bei dem der Artikel eines Journalisten für Aufmerksamkeit sorgt, woraufhin Eva mit seinem Mittelsmann reden soll, entwickelte sich auf überraschende Weise. Im Nachhinein hätte ich wohl erraten können, was dahinter steckt, aber beim Lesen selbst wusste ich nicht, in welche Richtung sich der Fall entwickeln würde; aber auch hier war ich zufrieden mit dem Ergebnis.

Mein Lieblingsfall war „Der Film“, bei dem eine Schauspielerin am Set mit einer echten Waffe ihre Kollegin erschießt, weil es so einige mögliche Täter:innen und Motive gab, was diesen Fall zum wohl komplexesten von allen machte. Von allen Fällen fand ich ihn am undurchsichtigsten und gerade deshalb am besten, weil die verschiedenen Fährten die korrekte Auflösung so gut verbargen.

Bei „Die Zufallsopfer“ hatte ich zwar eine sehr starke Idee, was den Täter betrifft, doch die Umsetzung des Falls war so einnehmend, dass mich das nicht störte. Dafür fand ich den Täter in „Die Entführung“ etwas zu offensichtlich, aber ich mochte es, wie dieser Fall eine interessante moralische Frage aufwarf, für die es keine richtige Antwort gibt.

Zuletzt haben wir „Die Wahrheit“, die die Identität der Leiche, die über den ganzen Roman hinweg eine Rolle spielt, auflöst. Die Auflösung selbst fand ich zufriedenstellend, das Kapitel selbst allerdings viel zu kurz und mit zu vielen offenen Fragen. Gerade, weil die anderen Kapitel zwischen dreißig und fünfzig Seiten hatten, waren die drei Seiten, die sich der Auflösung des Hauptmysteriums widmeten, enttäuschend kurz. Hier habe ich mir definitiv noch mehr Informationen erhofft.

Ansonsten haben wir hier aber einen guten Roman, der sich durch die Aufteilung in verschiedene Fälle sehr gut lesen lässt und dabei ein paar gute Überraschungen zu bieten hat!

– Vermisst - Der Fall Lucas
 544 Seiten

Malou Löwenberg bekommt einen neuen Fall, der sich diesmal als ihr schwierigster erweisen könnte: Lana Boban, die im Sterben liegt, möchte vor ihrem Tod unbedingt ihren Bruder Lucas wiedersehen, der vor sechsundzwanzig Jahren verschwunden ist. Das Problem dabei: Damals hat er zwei Mädchen getötet und fingierte danach seinen eigenen Tod. Sollte Malou ihn finden, wird sie sich der Entscheidung stellen müssen, ihn entweder mit seiner Schwester zu vereinen oder ihn festzunehmen – eine Entscheidung, die immer schwerer wird, als sie noch mehr Fälle entdeckt, die Lucas‘ Modus Operandi aufweisen …

Malous dritter Fall hat nicht nur ein faszinierendes Setup, sondern ist im Allgemeinen sehr spannend geschrieben. Mit einem lockeren Schreibstil, konstanten Cliffhangern und stellenweise anderen Sichtweisen gelang es Christine Brand hervorragend, mich am Ball zu halten, und das, obwohl recht klar ist, dass die Ausgangssituation mit Lucas als Mörder nicht so einfach sein kann, wie sie sich darstellt. Aber gerade das war großartig: Obwohl ich ahnte, dass es nicht die ganze Wahrheit sein kann, wusste ich immer noch nicht, wie viel vielleicht doch stimmt, und bin tatsächlich komplett auf die falsche Fährte hereingefallen. Hier war ich sehr dankbar, dass die Auflösung ebenfalls nicht so offensichtlich war, wie sie schien!

Aber auch die Nebenhandlungen mochte ich gern, wie Malous Suche nach ihren leiblichen Eltern und ihre Suche nach einer verschwundenen Urne. Diese Handlungsstränge sind für die Haupthandlung zwar nicht relevant, zeigen aber mehr von Malous Charakter und waren schlicht interessant zu lesen. Übrigens ist es nicht notwendig, die anderen beiden Bände zu kennen; die Referenzen auf sie beschränken sich auf ein Minimum und alles, was man wissen muss, wird anfangs erläutert, ohne die vorherigen Fälle zu spoilern.

Sehr erfrischend fand ich es, dass Malou in diesem Band kompetenter war als in den vorherigen Fällen. In diesen machte sie nämlich ein paar offensichtliche Fehler und traf ein paar zweifelhafte Entscheidungen, aber in diesem Band kam sie professioneller rüber, ihre Fehler schienen verständlicher, ihre Entscheidungen ebenfalls. Ich hoffe, dass diese Entwicklung weiter fortschreitet!

Von den anderen Charakteren fand ich Bernard und Bettina sympathisch, ansonsten gab es bis auf Lucas und Lana (die beide trotz ihrer begrenzten Screentime großartig waren) keine herausstechenden Charaktere. Hier glänzt der Roman vor allem durch seinen Fall, bei dem ich stets darauf brannte, weiterzulesen und der sicher auch für andere ein spannendes Lesevergnügen bieten wird!

– Geliebte Schwester
 493 Seiten

Tasha und ihr Ehemann Aaron hatten seit einer Weile keine Zeit mehr für sich, weshalb Tashas Schwester Alice ihnen anbietet, für ein paar Tage Urlaub in Italien zu machen, während Alice mit ihrem Ehemann Kyle auf die Kinder aufpasst. Doch dann werden Alice und Kyle überfallen, Kyle wird getötet, Alice verletzt. Und Tasha, die sich bewusst ist, wie ähnlich sie und ihre Schwester sich sehen, befürchtet, dass sie das eigentliche Ziel war – eine Furcht, die durch eine anonyme Nachricht bestätigt wird: Das hättest du sein sollen …

Claire Douglas‘ Thriller sind in der Regel ein lockeres Vergnügen, und das trifft auch auf diesen Thriller zu. Die Grundidee faszinierte mich sofort und ich mochte das Mysterium darüber, wer es auf Tasha abgesehen haben könnte und warum. Zunächst einmal waren die Familienbande zwischen den Charakteren sehr gut umgesetzt; ich mochte die schwesterliche Beziehung zwischen Tasha und Alice, Tashas sich entwickelnde Beziehung zu ihrem Ehemann Aaron, sowie Tashas und Alices Bund zu ihrer Mutter. Die Tatsache, dass die beiden noch eine dritte Schwester hatten, die als Baby entführt wurde, faszinierte mich ebenfalls und hier gefiel mir die Umsetzung ausgesprochen gut, weil sie nicht zu vorhersehbar, aber auch nicht zu unerwartet war.

Allerdings fand ich die Überraschungen und Twists allgemein gar nicht so überraschend und schockierend, wie ich es mir erhofft hatte. Viele kann man nämlich kommen sehen und selbst jene, die ich nicht erwartete, waren letztendlich nicht allzu überraschend und auf jeden Fall keine großen, alles verändernden Twists. Das hat mir tatsächlich gefehlt; vielleicht liegt es auch nur an meiner Thriller-Erfahrung, aber ich hatte am Ende das Gefühl, zwar einen sehr soliden, aber keinen sehr guten Thriller gelesen zu haben, da mir dazu noch ein wenig mehr „Oha!“-Momente gefehlt hätten.

Nichtsdestotrotz war der Thriller immer noch ein spaßiges Lesevergnügen, hat mich gut unterhalten und eignet sich hervorragend für Zwischendurch!

– Kill for Me
 512 Seiten

Seit Amanda ihre kleine Tochter und ihren Ehemann verloren hat, denkt sie nur daran, wie sie deren Mörder möglichst unauffällig umbringen kann. Nach einem gescheiterten Versuch wird sie in eine Gruppentherapie gesteckt, wo sie Wendy kennenlernt, die ebenfalls einen schweren Verlust erlitten hat und den Wunsch nach Rache verspürt. Wendy schlägt ihr gemäß "Zwei Fremde im Zug" vor, ihre Mörder zu tauschen. Doch der Plan geht schief und Wendy verschwindet spurlos, woraufhin Amanda alles in ihrer Macht Stehende tun muss, um sie wiederzufinden und gleichzeitig der Polizei zu entkommen ...

Steve Cavanagh gehört fraglos zu meinen Lieblingsautoren und in diesem Thriller hat er wieder einmal gezeigt, warum: Er schreibt so unglaublich spannend, dass es fast unmöglich ist, sich seinem Sog zu entziehen. Ich war am Anfang erst mal emotional an Amanda gebunden, weil ihr Verlust auf sehr gefühlvolle Weise beschrieben wird, bevor die eigentliche Handlung Überhand nimmt und für ein rasantes Leseerlebnis sorgt. Es war so leicht, mit ihr mitzufiebern, weil sie eine sympathische Heldin in einer sehr schwierigen Situation ist.

Das gleiche gilt auch für die zweite Protagonistin Ruth, die am Anfang eine Messerattacke überlebt und seitdem panische Angst hat, dass der Mörder zurückkommen könnte, um ihr den Rest zu geben. Auch ihre Geschichte fängt emotional an, bevor sie, ähnlich wie Amanda, in Situationen gezwungen wird, die sie heillos überfordern.

Twists gibt es natürlich so einige und sie waren ausgesprochen zufriedenstellend, weil sie die perfekte Mischung aus überraschend und logisch waren. Manche sah ich vage kommen, aber andere haben mich ganz schön unerwartet getroffen, obwohl sie im Nachhinein perfekt ins Puzzle passten. Ein besonders großen Lob für das Ende, das alle Handlungsstränge zufriedenstellend abschließt und mich regelrecht atemlos an den Seiten hielt.

Wer Steve Cavanagh, aber auch allgemein packende Thriller mag, die ihre Spannung tatsächlich über das ganze Buch hinweg halten, wird hier einen besonders großartigen finden!

(Tatsächlich habe ich mir nun "Zwei Fremde im Zug" gekauft, weil ich so gespannt bin, wie die Originalidee wohl umgesetzt wurde!)

– Finde den Mörder
 400 Seiten

Harry Kennedy wurde tot aufgefunden. Der Geschäftsmann ist vom Balkon gefallen, erstochen mit einer Gartengabel und mit einer Rose im Mund. Detective Chief Inspector und Sergeant McAdam werden gerufen, um den Fall zu lösen, Verdächtige zu befragen und Beweise zu sammeln. Dabei gibt es verschiedene Pfade, die sie einschlagen können, doch nicht alle führen zur Auflösung …

Ich liebe Entscheidungsgeschichten schon seit meiner Kindheit und Jugend, weshalb ich mich immer darüber freue, wieder eine zu entdecken. Diese hier ist besonders ausführlich und hätte ebenso gut als Roman geschrieben werden können, doch bin ich froh, dass er das Entscheidungselement hatte, das ihn hervorstechen ließ. Ich selbst habe mich dabei ganz okay angestellt, habe mich allerdings von einigen falschen Fährten verführen lassen und mich bei der finalen Mörderentscheidung gleich mehrmals geirrt.

Danach habe ich die Geschichte natürlich analysiert, um herauszufinden, wie viele Pfade es letztendlich gab und war insgesamt zufrieden; natürlich liest man immer noch den Großteil der Geschichte, aber die Art und Weise, wie verschiedene Beweise für verschiedene Verdächtige gesammelt werden, hat mir sehr gefallen. (Großes Lob für das Easter Egg in Absatz 111, ich musste schmunzeln!)

Es war für mich wirklich unklar, wer denn der Schuldige sein könnte und tatsächlich hoffte ich bald, dass er von meinen gesammelten Beweisen abhängen würde. Denn nach der Mörderentscheidung wird man gefragt, welche Beweise man gesammelt hat, doch diese spielen letztendlich keine Rolle, weil es tatsächlich nur einen Mörder gibt und alle anderen Pfade zum falschen Ende führen. Hier hätte es mir sehr gefallen, hätte die Kombination aus gesammelten Beweisen und der Schuldzuschreibung zu verschiedenen möglichen Mördern geführt.

Auch ist der Rätselkrimi zu lang, um ihn für zwischendurch zu lesen. Andere Entscheidungsgeschichten las ich immer und immer wieder, doch hier bin ich mit einem Lesedurchgang und meiner Analyse recht zufrieden, auch wenn ich natürlich immer noch neugierig bin, wie viele andere Beweise ich mir hätte verschaffen können. Letztendlich ist das Lesen aber gerade für Fans von Entscheidungsgeschichten sehr empfehlenswert – aber auch für Fans klassischer Krimis!

– Die Insel meiner Schwester
 304 Seiten

Schon seit Jahren hatte Mirjam mit ihrer Halbschwester Nia keinen Kontakt mehr, doch als sie überraschend zu deren vierzigsten Geburtstag eingeladen wird, nimmt sie an. Inzwischen wohnt ihre Schwester auf der Insel, auf der sie zum ersten Mal indirekt Kontakt aufnahmen – zusammen mit Konrad, ihrem missbräuchlichen Ehemann. Mirjam wollte schon immer, dass Nia sich endlich aus dieser Beziehung befreit, obwohl sie natürlich weiß, dass das nicht so einfach ist. Aber dann kommt sie auf der Insel ihrer Schwester an – und dort im Badezimmer liegt Konrad, während Nia angespannt den Besuch früherer Freunde erwartet …

Dieser Roman erzählt eine klassische Geschichte, die man sicher schon in anderen Büchern gelesen hat, weshalb es mir schwer fällt, sie akkurat zu bewerten. Denn insgesamt setzte sie viele Aspekte sehr gut um – aber dadurch, dass die Handlung selbst so klassisch war und wenig am bekannten Schema änderte, empfand ich sie nicht als Highlight.

Aber fangen wir mit den positiven Punkten an: Ich mochte die schwesterliche Beziehung zwischen Mirjam und Nia sehr gerne, sowie die Art und Weise, wie ihre Vergangenheit beschrieben wurde. Es war leicht, mit ihnen mitzufiebern, weil wir tatsächlich ihre ganze Entwicklung erleben und noch dazu auch wichtige Momente ihrer Vergangenheit. Gerade bei Nia empfand ich großes Mitgefühl, weil ich mich zwar glücklicherweise nie in ihrer Situation befunden habe, es aber trotzdem leicht war, sich in sie hineinzuversetzen. Sie war einfach so packend und einfühlsam geschrieben, sodass ich die ganzen vergangenen Momente insgesamt sogar ein wenig mehr mochte als die Gegenwart.

Natürlich hat die Gegenwart ihren eigenen Weg, Spannung aufzubauen: Dadurch, dass Mirjam und Nia sich Mühe geben müssen, sich ihren Gästen gegenüber nichts anmerken zu lassen, entstand über den Großteil des Romans hinweg eine unterschwellige Spannung, wie eine Bombe unterm Tisch, die jederzeit hochgehen kann. Die Spannung erhöhte sich zudem im Lauf der Handlung, sodass ich umso mehr mitgefiebert habe.

Das einzige Problem dabei ist leider auch das größte: Es ist recht offensichtlich, in welche Richtung sich die gegenwärtige Handlung entwickeln wird. Ja, es gibt durchaus ein, zwei Überraschungen, die zur Spannung beitragen, aber die Handlung selbst ist relativ vorhersehbar. Hier hätte ich mir noch mehr Überraschungen und Twists gewünscht, weil im Grunde von Anfang an klar ist, wie die Geschichte enden muss, um zu einem zufriedenstellenden Ende zu kommen.

Doch wem das nichts ausmacht und wer dafür die anderen Stärken des Romans zu schätzen weiß, findet hier eine wunderbare Schwesterngeschichte!

– The Woman in Suite 11
 416 Seiten

Zehn Jahre sind vergangen, seit Lo Blacklock auf der Aurora ein Trauma erlebte. Jetzt ist sie verheiratet und hat zwei Kinder, möchte aber gerne wieder arbeiten. Glücklicherweise bekommt sie eine Einladung zu einer Presseeröffnung, bei der sie hofft, den CEO Marcus Leidmann interviewen zu können. Zu ihrem Unbehagen trifft sie auf der Schweiz nicht nur bekannte Passagiere aus der Aurora, sondern auch auf Carrie, die ihr damals das Leben zur Hölle machte und es gleichzeitig rettete. Und Carrie, die seit Jahren von Marcus Leidmann erpresst wird, bittet Lo, ihr bei der Flucht zu helfen …

„The Woman in Cabin 10“ habe ich damals gerne gelesen, es aber zugegeben nicht mehr gut in Erinnerung. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, hätte ich die Handlung von damals noch mal aufgefrischt, denn die ganzen Referenzen und wiederkehrenden Charaktere, die in diesem Band vorkamen, sagten mir so gut wie nichts mehr. Das Lesen selbst machte immer noch Spaß, weil der Roman angenehm geschrieben war und es Spaß machte, Los Sichtweise zu folgen, aber für mich schien dieser Nachfolger wirklich als solcher geschrieben zu sein, und nicht als separate, unabhängige Geschichte, wie es bei anderen Kriminalromanen oft der Fall ist. Das sollte man bedenken, wenn man „The Woman in Suite 11“ lesen will.

Die größte Spannung entsteht hauptsächlich durch Carrie, denn aufgrund der Tatsache, dass Lo ihr helfen will, ihr Wiederauftauchen jedoch geheim halten muss, ergeben sich viele Situationen, in denen sie aufpassen muss, was sie sagt und tut. Es wäre für sie sehr viel leichter gewesen, Carrie zu verraten, doch gerade, weil sie es nicht tut, war sie mir umso sympathischer.

Jedoch hat die Geschichte leider einen sehr großen Kritikpunkt: Die Handlung ist sehr geradlinig. Alles ist genau so, wie ich es mir als Leserin gedacht habe, es gab keine Überraschungen und keine (großen) Twists, und während Lo stellenweise durchaus in Gefahr schwebt, war ich enttäuscht davon, dass die Haupthandlung so einfach gehalten war. Ich war zwar nicht unbedingt gelangweilt, hätte mir aber doch gewünscht, dass die Handlung etwas komplexer gewesen wäre, als sie es letztendlich ist.

Zwiegespalten bin ich außerdem gegenüber den kurzen Sequenzen zwischen den einzelnen Teilen der Handlung, die gewisse Handlungselemente vorwegnehmen. Das wurde teils natürlich aus Spannungsgründen getan, doch mir kam es so vor, als wären sie nur deshalb eingebaut worden, weil die Handlung ohne sie nicht spannend genug gewesen wäre. Gleichzeitig haben sie durchaus funktioniert und mich gespannt auf die nächsten Kapitel gemacht, von daher bin ich wie gesagt zwiegespalten, was ihren Einbau angeht.

Insgesamt also ein gut zu lesender Thriller, der mir zwar Spaß gemacht hat, aber ein wenig zu geradlinig war.

– Der Freund - Ist er dein Traumpartner oder dein Killer?
 400 Seiten

Sydney erlebt ein wahrhaft furchtbares erstes Date mit einem Creep, den sie über die beliebte Cynch-App kennengelernt hat. Bevor die Situation aus dem Ruder gerät, wird sie von einem geheimnisvollen Mann gerettet, und am Tag darauf, als der Creep wiederkehrt, von ihrer Freundin Bonnie. Kurz darauf wird Bonnie jedoch tot aufgefunden. Sie hatte die App ebenfalls und lernte einen charmanten Mann kennen, über den sie sich jedoch ausschwieg. Als Sydney dem geheimnisvollen Mann wieder begegnet, fürchtet sie zunächst, es könne ein Zusammenhang bestehen, doch bald schon verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Doch was hat es wirklich mit ihm auf sich? Sydney ist entschlossen, es herauszufinden …

Ich habe bisher jeden deutschen McFadden-Roman gelesen und vielleicht fiel es mir deshalb leicht, die Twists in diesem Thriller kommen zu sehen. Er las sich unglaublich locker – meiner Meinung nach sogar zu locker, weil der Schreibstil wirklich sehr, sehr schlicht war. Das half zwar, den Roman schnell zu lesen, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass das Schreibniveau in vorigen Bänden zumindest ein klitzekleines bisschen höher war.

Was mir dafür gut gefallen hat, war der Aufbau der Handlung, der teils aus den gegenwärtigen Ereignissen mit Sydney und teils aus den vergangenen mit Tom besteht, wobei ich vor allem in letztere investiert war. Die falschen Fährten waren für mich deutlich zu erkennen, aber gerade deshalb war ich gespannt, wie genau die Ereignisse aus beiden Zeitlinien zusammengeführt werden würden. Es gab mehrere Möglichkeiten, die mir in den Sinn kamen, jedoch muss ich zugeben, dass ich vom Ergebnis enttäuscht war. Denn leider fand ich es trotz der falschen Fährten recht offensichtlich, was der große Twist sein würde.

Zumindest den ersten Twist soll man wahrscheinlich kommen sehen, aber der Twist gegen Ende sollte definitiv eine Überraschung sein, war er für mich aber leider nicht. Wie gesagt war ich enttäuscht davon, wie leicht es für mich war, die falschen Fährten zu erkennen und den richtigen Schluss zu ziehen. Vielleicht bin ich einfach schon zu versiert, was McFadden-Romane angeht, aber so oder so hätte ich mir gerne mehr Überraschungen gewünscht.

Das, was mir wirklich gut gefiel, waren die Kapitel, die in Toms Vergangenheit spielten, weil hier viele dramatische und schwierige Situationen für ihn entstanden, bei denen ich gespannt war, wie sie aufgelöst werden würden. Aber davon abgesehen konnte mich dieser Thriller nicht ganz überzeugen.

– The Blackgate Invitation
 498 Seiten

Die Schwestern Ruby und Wren brauchen dringend Geld, weswegen sie das Angebot von Marsyas Blackgate, sich für einen Abend als deren Enkelinnen auszugeben, annehmen. Womit sie allerdings nicht gerechnet hatten, ist, dass die Matriarchin der vier anwesenden Familien, Ursula Hegemony, am selben Abend ermordet wird, Marsyas Blackgate spurlos verschwindet – und sich sämtliche Familienmitglieder als Hexen erweisen. Jetzt sind Ruby und Wren für drei Tage mit ihnen zusammen eingesperrt und müssen die vier Familienrelikte finden, um wieder zu entkommen. Gleichzeitig dürfen sie sich nicht anmerken lassen, dass sie Betrügerinnen sind …

Das Konzept der Geschichte klang sehr interessant und war stellenweise auch gut umgesetzt – aber leider nur stellenweise. Das liegt vor allem daran, dass die Schlagwörter den Eindruck einer anderen Geschichte erweckten, die letztendlich nicht erzählt wurde. Es gibt zwar mehrere Mordfälle, aber der Fokus lag eher auf der Suche nach den Relikten und dem Lösen der entsprechenden Rätsel. Das machte die Handlung stellenweise etwas langsam, und ich wünschte wirklich, der Haupt-Mordfall wäre tatsächlich das Mysterium gewesen, als dass er beworben wurde.

Denn das ist wohl die größte Kritik, die ich habe: Der eigentliche Mordfall ist überhaupt kein Mysterium, denn die Charaktere finden sehr schnell heraus, wer der Täter ist. Es gibt zwar Twists, aber keine, die etwas an der Identität des Mörders ändern, sodass die ganze Geschichte gar keine Locked-Room-Mystery ist, sondern eine Rätselsuche, die sich fast über den ganzen Roman zieht. Diese Rätsel waren durchaus gut umgesetzt und auch, wenn die Suche selbst manchmal ein wenig zu langsam verläuft, mochte ich es, zusammen mit den Charakteren Vermutungen über die zu suchenden Orte anzustellen. Aber ich fand auch, dass sie vom Mordfall ablenkten und die Geschichte sehr davon profitiert hätte, nicht nur allgemeine, sondern mit dem Mordfall verbundene Twists einzubauen. Zugegeben: Ein offensichtlicher Täter ist mir immer noch lieber als einer, der zunächst sympathisch wirkt und nach der Offenbarung zu einem Psychopathen wird, aber schade fand ich es trotzdem, weil ich die unvorhersehbaren Twists, die ich erwartet hatte, nicht bekam.

Also ja, die Handlung war definitiv eine Schwäche für mich. Aber Stärken hat die Geschichte durchaus auch: Zum einen mochte ich es, dass sie sofort losging und die Autorin keine Zeit verschwendete, uns in die Handlung einzuführen. Zum anderen mochte ich die Hauptcharaktere wirklich sehr! Damit meine ich Ruby, Auden und Wren, die zwar kein Sichtcharakter ist, aber glücklicherweise trotzdem einen wichtigen Teil der Handlung einnimmt und zu meinen Lieblingscharakteren gehörte. Auch Ruby und Auden waren mir sehr sympathisch, auch wenn ich ihre Romanze leider nicht fühlte – für mich hatten sie nur sehr wenig Chemie und nicht genug Szenen miteinander, um tatsächlich mit ihrer Romanze mitzufiebern. Doch die Charaktere an sich mochte ich sehr und die Familienbande, die sie mit ihren Verwandten hatten.

Diese spielt tatsächlich eine sehr viel größere Rolle als die Romanze: Sowohl die Schwesternschaft zwischen Ruby und Wren als auch Audens Beziehung zu seinem Cousin Evander und seiner Cousine Winter waren äußerst einnehmend beschrieben. Auch Infinity, who zur Familie gehört, fand ich sympathisch. Andere Charaktere machen keinen allzu starken Eindruck, aber da die Hauptcharaktere so stark waren, machte mir das nichts aus.

Was ich da schon störender fand, waren zwei (verhältnismäßige) Kleinigkeiten: Zum einen, dass Auden immer überrascht schien, wenn Ruby, die sich als Lavinia Blackgate ausgibt, sich anders verhielt als bei seiner letzten Begegnung mit der echten Lavinia – die sage und schreibe zehn Jahre her ist und bei dem sie beide noch Kinder waren. Dass zwischen dem siebten und dem siebzehnten Jahr genug passiert, um sich dazwischen vollkommen zu ändern, schien gar keine Möglichkeit für ihn gewesen zu sein – und die Handlung gibt ihm zudem recht, indem sie tatsächlich keinerlei Veränderung beschreibt.

Zum anderen störte es mich ein wenig, dass Ruby während eines wichtigen Moments, bei dem sie und Wren in Tatverdacht geraten und sie nur ihre wahre Identität enthüllen müsste, um sie zu retten, dies nicht sofort tat, sondern eine andere Methode versuchte, die sie nur noch schlimmer dastehen ließ, bevor sie dann doch die Wahrheit sagte. Warum sie das nicht gleich tat, war mir schleierhaft, denn sowohl sie als auch Wren hätten leicht zum Tode verurteilt werden können, hätten die anderen Charaktere ihr nicht die Gelegenheit gelassen, sich noch mehr zu erklären.

Diese beiden Kritikpunkte sind wie gesagt verhältnismäßig klein, aber erwähnenswert, weshalb ich zum Schluss wieder etwas Positives ansprechen möchte: Ich mochte das Konzept der verschiedenen Hexenfamilien und ihrer Magie, sowie die Art und Weise, wie Ruby und Wren es schafften, sich ebenfalls für Hexen auszugeben. Das war wirklich gut umgesetzt und bietet durchaus das Material für mehr, auch wenn die Geschichte selbst ein Einzelband ist.

Insgesamt kann ich leider keine starke Empfehlung aussprechen, würde aber auch nicht direkt davon abraten, die Geschichte zu lesen. Hier kommt es ganz drauf an, wie wichtig meine oben genannten Punkte den Leser:innen sind. Je nachdem darf jeder und jede gerne selbst entscheiden, ob er oder sie dieses Buch lesen möchte.

– Die Tagebücher der Apothekerin (Light Novel): Band 1
 328 Seiten

Als Maomao als Dienerin an den Inneren Hof verkauft wird, will sie einfach nur unter dem Radar bleiben und sich ihrer Medizin widmen. Doch nicht nur zeigt der Eunuch Jinchi Interesse an ihr, Maomao selbst wird immer wieder in das Leben der anderen gezogen, um mysteriöse Mordfälle aufzuklären. Dabei will sie doch nur Apothekerin sein ...

Als großer Fan des Mangas war ich zunächst nicht sicher, ob es sich lohnt, den Light Novel zu lesen, doch bin ich sehr froh, dass ich es getan habe. Der Light Novel führt das Leben der Charaktere noch mal ausführlich aus, gibt uns noch einen besseren Einblick in Maos Seelenleben und lässt auch andere Charaktere zu Wort kommen.

Wenn man wie ich den Manga gelesen hat, wird man hier natürlich viele Szenen finden, die man bereits kennt, aber allein die Tatsache, sie ausführlicher zu lesen, hat zu einem lohnenswertem Leseerlebnis geführt. Besonders mochte ich Maomaos Charakter; am Anfang musste ich mich erst einmal an den nüchternen Schreibstil, der Maomaos Charakter wiederspiegelt, gewöhnen, doch sobald ich es getan hatte, mochte ich es sehr, zu lesen, wie Maomao in verschiedene Situationen gezwungen wird, die sie auf ihre ganz eigene Art meistert.

Überrascht war ich davon, wie wenig ich ihre Verbindung mit Jinshi spürte; im Manga kommt es nicht so deutlich hervor, doch hier in Light Novel scheinen sie keinerlei Kompatibiliät miteinander zu haben, sei es als Freunde oder als zukünftigte Geliebte. Natürlich ist es gut möglich, dass sich die Chemie zwischen ihnen in späteren Büchern ändert, aber zumindest hier im ersten Band nahm ich Maomao als einen Charakter wahr, der nicht an Romanzen interessiert ist.

Die verschiedenen Fälle - und Maomaos Auflösungen! - waren großartig umgesetzt und haben stets einen Mystery-Touch, der mir sehr gefallen hat. Ich freue mich schon darauf, im zweiten Light Novel noch mehr zu Maomao und den Gedanken zu lesen, die wir im Manga nicht so ausführlich mitbekommen haben!

Hier muss ich dazu sagen, dass der Manga die Ereignisse immer noch großartig adaptierte und ich stellenweise die Panels vor Augen hatte, als ich bestimmte Szenen las. Aus diesem Grund freut es mich, dass sowohl der Manga als auch der Light Novel etwas Einzigartiges bieten, was dem jeweils anderen fehlte - denn dadurch lohnen sich auch beide Lektüren!