- When Dealing
- With Dragons
- Dana Swift
- dragonfly
- Fantasy
- Jugendbuch
- Romanze
- Liebe
- Freundschaft
- Drachen
- Metalle
- Spannung
- Geheimnisse
- Worldbuilding
- Twists
- Kleines Highlight
Als die Drachenpflegerin Farren dem Jockey James das Leben rettet, hätte sie nicht gedacht, dass er für seine Genesung an den Hort ihrer Eltern kommt. Die Tatsache, dass sie ihn nicht leiden kann, ist dabei eine geringfügige Sorge, denn größere Angst hat sie davor, dass das Geheimnis ihrer Familie ans Licht kommen könnte. James währenddessen ist schon seit Ewigkeiten in Farren verliebt und leidet unter dem strengen Regime seines Vaters, der eine Zukunft für ihn geplant hat, der James nicht folgen will. Als er Farrens Geheimnis herausfindet, ist er entschlossen, ihr zu helfen, doch auf keinen Fall darf seine Familie davon erfahren – oder von seinen Gefühlen für sie …
Dieser Einzelband war eine sehr positive Überraschung, da ich zwar auf ein gutes Buch gehofft, aber kein so unglaublich gutes erwartet hatte! Allein schon das Worldbuilding ist Gold wert: Die Drachen in diesem Universum überziehen bei Angst ihre Schuppen mit einem bestimmten Metall (Eisen, Zinn, Kupfer, Bronze oder Silber), das auf magische Weise geschmiedet werden kann, weswegen die Drachen aber auch auf mehrere Arten ausgenutzt werden: Für die Rennen und wegen ihrer Schuppen. Das war eine sehr coole, kreative Idee, die zudem sehr gut umgesetzt wurde und natürlich auch für so einige emotionale Szenen sorgte. Deswegen ist dieser Fantasyroman eventuell auch nicht für jeden etwas, aber ich mochte die Art und Weise, wie das Worldbuilding mit der Handlung verwoben wurde.
Aber nicht nur das Worldbuilding war genial, auch die beiden Hauptcharaktere und ihre Romanze war großartig umgesetzt. Farrens Kompetenz und James‘ Entschlossenheit gefielen mir sehr, aber auch die Tatsache, dass sie Fehler machten; es war süß, wie sie sich ineinander verliebten und sich stets gegenseitig halfen. Ihre Romanze war wundervoll, Farrens Hass verwandelte sich auf realistische Weise in Liebe und allgemein gehörten so ziemlich alle Szenen mit den beiden zu meinen Lieblingen.
Andere Charaktere kommen nicht ganz so stark hervor, aber ich mochte James‘ Freundschaft zu Farrens Vater gern sowie Farrens Freundschaft zu Jeffrey und Shelly, die meiner Meinung nach ein eigenes Buch verdient hätten. Die besten Freundschaften waren jedoch die zu den Drachen: Ich liebte es, wie Farrens und James‘ Drachen tatsächlich eine wichtige Rolle spielten und sehr viele Szenen bekamen, in denen ihre Bindung zu den beiden gezeigt wurde.
Außerdem war das Buch sehr spannend: Die Angespanntheit, die durch Farrens und James‘ Geheimnisse entstand, sorgte für mehrere fesselnde Szenen, auch wenn ich zugegeben fand, dass das Ende ein wenig zu schnell abgewickelt wurde – es war immer noch ein zufriedenstellendes Ende, aber gerade nach den vielen spannenden Szenen war ich überrascht, wie schnell die Handlungsstränge letztendlich aufgelöst wurden.
Insgesamt also ein großartiger Einzelband mit einem wundervollen Worldbuilding, einer süßen Romanze und ein paar tollen Twists!
Prinzessin Tandy bemüht sich nach Kräften, ihre wenigen Pflichten zu aller Zufriedenheit zu erfüllen, doch als sie eines Tages eine Buchhandlung besucht, wird sie dazu verflucht, dort zu bleiben, bis sie ihren Herzenswunsch erfüllt hat. Als jemand, der Bücher über alles liebt, ist sie überglücklich über ihre neue Aufgabe, den Buchladen zu führen, doch ihre Eltern sehen das natürlich anders: In der Hoffnung, den Fluch durch den Kuss der wahren Liebe zu brechen, senden sie Tandy nach und nach die Prinzen der umliegenden Königreiche. Tandy verbringt ihre Zeit jedoch lieber mit ihrer Assistentin Sasha und dem verfluchten Piraten Bash, der ihr zwar mir seinen regelmäßigen Diebstählen auf die Nerven geht, aber außerordentlich charmant ist. Während Tandy sich ein neues Leben aufbaut und die Prinzen sie besuchen, muss sie sich der Frage stellen, was sie eigentlich will …
Diese gemütliche Fantasyromanze ist einfach herrlich zu lesen und bietet eine lustige, unterhaltsame Lektüre, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Die Romanze war dabei sogar nur ein verhältnismäßig kleiner Teil, denn obwohl Tandy und Bash eine gute Chemie miteinander haben, schien sie sich eher auf sein Äußeres als auf sein Inneres zu fokussieren (und errötete dabei wirklich, wirklich oft). Das war insofern überraschend, weil Bash über den Roman hinweg auch andere Qualitäten wie seinen Charme erfolgreich zeigt, seine Charaktereigenschaften aber nie als Grund erwähnt werden, aus dem Tandy sich in ihn verliebt. Die beiden hatten immer noch eine gute Chemie und waren einnehmende Charaktere, aber ich hätte mir definitiv mehr Szenen gewünscht, in denen Tandy seinen Charakter und nicht sein Aussehen hervorgehoben hätte.
Das wahre Highlight des Romans bestand für mich aus den sieben Prinzen, die Tandy einen Besuch abstatten. Obwohl jeder der Prinzen im Grunde nur eine wichtige Szene hat – die Szene, in der er (bzw. sie) Tandy von ihrem Fluch erlösen will –, waren sie extrem erinnerungswürdig und eine absolut herrliche Ergänzung zu der gemütlichen Geschichte. Ich fieberte jedem neuen Prinzen hinterher, weil ihre Auftritte jedes Mal wieder grandios waren und ich mir deshalb gerne noch mehr Fokus auf sie gewünscht hätte. Die einzige Kritik, die ich diesbezüglich habe, ist, dass fünf der sieben Prinzen Tandy vorher nicht um Erlaubnis fragen, ehe sie sie küssen – ein Verhalten, das meiner Meinung nach negativ hätte hervorgehoben werden sollen, anstatt dass Tandy es akzeptiert. Letzteres passt zwar gut zu ihrem Charakter, aber auch im Nachhinein wird dieses problematische Verhalten nie als solches dargestellt.
Was die anderen Charaktere angeht, hob sich Sasha, Tandys Assistentin, positiv hervor, weil sie Tandy so gut dabei half, ihren Buchladen aufzubauen. Dieser langsame Aufbau von einem Laden mit null Kunden bis zu einem Geschäft mit zahlreichen war sehr zufriedenstellend zu verfolgen und ebenfalls ein Highlight des Romans.
Zuletzt fand ich es großartig, wie Tandys Fluch gebrochen und Bash‘ Grund für seinen Fluch aufgelöst wurde. Ich hatte bezüglich beiden natürlich meine Theorien, die sich zu meiner Freude als falsch herausstellten; Amy Coombie gibt den beiden eine sehr viel bessere Auflösung, als ich es mir selbst überlegt hatte.
Insgesamt eine wunderbare cozy Romantasy, die zwar ihre Schwächen hat, aber letztendlich durch ihre Handlung brilliert!
- Alice im Land
- der Ideen
- Roger Pol Droit
- Ullstein
- Belletristik
- Philosophie
- Sophies Welt
- Informationen
- Wissen
- Skepsis
- Antike
- Moderne
- Geschichte
Alice möchte sich unbedingt einen Satz tätowieren lassen, der sie ihr Leben lang begleiten und leiten soll. Allerdings weiß sie nicht, welcher Satz am besten dafür geeignet wäre. Als sie eines Tages in ein Kaninchenloch fällt, landet sie im Land der Ideen – einem Land, in dem sie die Geschichte der Philosophie von der Antike bis zur Moderne hautnah miterleben kann. Und sie ist nicht alleine: Zwei Mäuse, ein Känguru und eine Fee helfen ihr dabei, die Philosophen früherer Zeiten zu verstehen. So lernt Alice zahlreiche mögliche Sätze kennen, die ihr fürs Leben helfen können – doch welcher Satz eignet sich am besten für ihr Tattoo?
Dieser Roman hat mich gleich von Anfang an an eine Mischung aus „Alice im Wunderland“ und „Sophies Welt“ erinnert und auch nach dem Lesen finde ich, dass dieser Eindruck sehr gut passt, wobei die Verbindung zu „Sophies Welt“ besonders stark ist. Das liegt natürlich an Alices Reise, in der sie die wichtigsten philosophischen Lehren kennenlernt, was definitiv der Fokus des Romans ist: Die verschiedenen Philosophien mit ihren Vor- und Nachteilen. Die eigentliche Geschichte spielt sich eher im Hintergrund ab, weil die Analyse der Philosophien so stark im Fokus steht.
Das mochte ich zugegeben nicht so sehr, weil die ganzen Informationen sich ganz schön trocken lasen und mich nicht alle gleichermaßen interessierten. Dabei waren die Informationen selbst sehr gut umgesetzt, denn zu jeder Philosophie und jedem Philosophen werden Pro- und Kontra-Argumente aufgeführt, wodurch keine Philosophie bevorzugt oder benachteiligt wird, sondern alle gleichwertig behandelt werden. Hier muss ich unbedingt Alices Sidekicks erwähnen: Die Mäuse waren witzig und das Känguru informativ, doch am liebsten mochte ich die Fee der Widerrede, weil sie es war, die stets für Gegenargumente sorgte. Von Sokrates bis zu Freud bekommen wir so die Möglichkeit, uns eigene Gedanken zu machen.
Zu meiner eigenen Überraschung musste ich feststellen, dass die antiken Philosophien, die ich früher mochte, nicht mehr ganz so ansprechend für mich waren, während viele der moderneren Philosophien mich um einiges mehr interessierten. Trotzdem gab es keine einzige Philosophie, die mir perfekt erschien, und genau das war großartig. Diejenigen, die auf eine neutrale Weise die verschiedenen Philosophien kennenlernen möchten, sind hier goldrichtig – man sollte sich jedoch bewusst sein, dass das Wissen und die Informationen tatsächlich zentral sind und deshalb nicht gut für diejenigen geeignet, die einfach eine schöne Geschichte brauchen.
Zuletzt war das Ende äußerst zufriedenstellend und ich mochte es, wie Alices Geschichte abgeschlossen wurde. Alle, die „Sophies Welt“ mochten, werden sich bei „Alice im Land der Ideen“ sicher zu Hause fühlen!
In „Die Postkarte“ hat Anne Berest die Familie ihrer Mutter beleuchtet, in „Vatertage“ geht es nun um die Familie ihres Vaters. Vom Urgroßvater Eugène, zum Großvater desselben Namens, bis zu ihrem Vater Pierre: Drei Generationen, die Teil ihrer eigenen Revolutionen waren, sich für ihre Rechte einsetzten und doch nicht immer wussten, was sie vom Leben wollten. Anne Berest möchte gerne mehr zu ihrer aller Leben erfahren, doch als ihr Vater krank wird, wird ihr bewusst, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, um die Geschichte ihrer väterlichen Familie aufzuschreiben …
„Vatertage“ ist definitiv anders geschrieben als „Die Postkarte“, denn während letzteres eine mehr oder weniger lange, lineare Geschichte erzählte, besteht dieser Roman aus vielen sehr kurzen Kapiteln, die eher Momentaufnahmen festhalten: Teile einer größeren Geschichte, die man letztendlich nicht vollständig liest, aber sehr gut erspüren kann. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie mir dieser Erzählstil gefällt; einerseits liebte ich es, wie schnell der Roman sich auf diese Weise las, wie gut man von Kapitel zu Kapitel sprang und wie viele der Momente geschrieben waren. Andererseits war es sehr kurzweilig, ich habe mehr Momente vergessen, als ich im Kopf behielt und ich war nie emotional investiert, weil nie genug Zeit blieb, um tiefgreifende Gefühle zu entwickeln.
Es war trotzdem interessant, die Geschichte von Großvater Eugène und noch interessanter, die Geschichte von Vater Pierre zu erfahren, weil beide so einiges erlebten und ich mir nur gewünscht hätte, ihre Erlebnisse wären ausführlicher erzählt worden; so gut es mir gefiel, das Buch aufgrund der kurzen Kapitel so schnell lesen zu können, hätte es meiner Meinung nach mehr davon profitiert, sich auf die wichtigsten Erlebnisse zu konzentrieren. Statt die volle Geschichte der drei Generationen in so vielen kurzen Kapiteln zu erzählen, wäre es, finde ich, besser gewesen, lieber detailliert auf einige wenige Momente einzugehen, um sich wirklich in diese fallen lassen zu können.
Diejenigen, die einen Roman aus Momentaufnahmen und kurze Kapitel lieben, werden „Vatertage“ sicher mögen, doch für mich bot die Geschichte leider nicht genug, um in sie investiert zu werden.
- All the things
- I didn't say
- Ann Liang
- EMF
- Jugendbuch
- Romanze
- Liebe
- Freundschaft
- Identität
- Ehrgeiz
- Rivalität
- Schuld
- Mobbing
- Aufgaben
- E-Mails
- Schule
- Kleines Highlight
Sadie und Julius sind erbitterte Rivalen in der Schule, die sich stets gegenseitig zu überflügeln versuchen. Sadie bemüht sich, möglichst perfekt zu sein und es allen recht zu machen, während sie ihre wahren Gedanken bezüglich den Schülerinnen, Lehrern und vor allem Julius in ihren E-Mail-Entwürfen niederschreibt. Doch dann passiert es: Sämtliche E-Mails werden an die gesamte Schule geschickt, sodass nun jeder Sadies wahres Ich kennt. Da vor allem Julius das Ziel ihrer E-Mails ist, trägt der Direktor ihnen auf, mehrere Projekte zusammen zu erledigen, um lernen, miteinander zurechtzukommen. Was zunächst wie ein Albtraum für Sadie startet, wird bald zu der Erkenntnis, dass mehr hinter Julius steckt, als sie gedacht hätte …
Dieses Jugendbuch hat mich gleich von Anfang an eingenommen, weil der Schreibstil so flüssig und süchtigmachend, aber auch, weil Sadie mir sofort sympathisch war. Glücklicherweise war der Roman tatsächlich großartig – und das auf mehr als eine Weise!
Wie gesagt ist der Schreibstil wunderbar, wobei mir am meisten die Art und Weise gefiel, wie Sadies Gefühle gezeigt wurden: Stets so bildlich, dass ich sie fast selbst fühlen konnte. Allein durch ihre körperlichen Reaktionen war stets klar, was sie fühlt, ohne, dass Liang es extra erwähnen musste, aber auch ihre Gedanken sind so präzise beschrieben, dass es ein Leichtes war, mich in Sadie hineinzuversetzen. Die Mischung aus ihrem aufopfernden Charakter und ihrem Ehrgeiz, der es ihr so schwer macht, in Julius mehr als nur einen Rivalen zu sehen, war so einnehmend zu lesen, auch wenn ich mir durchaus gewünscht hätte, sie hätte ihre sich verändernden Gefühle ein wenig früher bemerkt.
Die verschiedenen Aufgaben, die die beiden erledigen müssen (sowie Sadies eigene Pläne diesbezüglich), waren sehr spaßig zu lesen und haben es geschafft, ein paar bekannte Tropes wie Wahrheit oder Pflicht und einen Schulausflug auf sowohl erfolgreiche als auch auf amüsante Weise umzusetzen.
Allerdings hatte der Roman auch so einige dramatische und emotionale Stellen, gerade bezüglich Sadies Vergangenheit, ihren Schuldgefühlen und ihrem Verhalten, das daraus entstand. Diese Szenen haben mir die Tränen in die Augen getrieben, weil ich so mit ihr mitgelitten und mitgefiebert habe, was zusätzlich dazu beitrug, dass dieser Roman zu einem kleinen Highlight wurde.
Ich glaube, nur das Geheimnis hinter den abgeschickten E-Mails fand ich zu offensichtlich. Letztendlich sah ich es zwar auch nicht als großes Geheimnis an, dem wir hätten hinterherfiebern müssen, aber es war trotzdem ein wenig zu leicht, zu erraten, wer dahinter steckt.
Insgesamt haben wir hier also einen hervorragenden Jugendroman, der Spaß zu lesen macht, eine einnehmende Romanze erzählt und gleichzeitig sehr emotional ist – eine perfekte Mischung, nicht für Leser:innen von Jugendbuchliteratur!
Charlotte ist überrascht, als ihr eine kleine Schachtel überreicht wird, die eigentlich für die adoptierten Töchter des Hope‘s House gedacht ist – in diesem Fall ihre Großmutter, die allerdings definitiv nicht adoptiert wurde, da deren eigene Mutter Amalie noch am Leben ist. Verwirrt versuchen Charlotte und ihre Großmutter, Antworten zu finden und erfahren so von Amalie, wie sie damals ihre große Liebe Oskar kennenlernte. Charlotte ahnt, dass ihre Geschichte kein gutes Ende haben wird, doch während sie noch dabei ist, die damaligen Ereignisse zu rekonstruieren, lernt auch sie jemanden kennen, in den sie sich verliebt: Harrison, der allerdings ein Geheimnis zu haben scheint …
Nach sechs Bänden war ich gespannt, wie Soraya Lane die bereits familiäre Geschichte so gestalten würde, dass sie immer noch erfrischend wirkt – und zu meiner Überraschung ist ihr das mit der Ausgangssituation sehr gut gelungen. Endlich haben wir eine Protagonistin, deren Großmutter – und sogar deren Urgroßmutter! – noch am Leben ist, sodass letztere ihre Geschichte eigenhändig erzählen kann, anstatt dass die Charaktere die Hinweise selbst entschlüsseln müssen, ohne die eigentliche Geschichte je zu erfahren. Das war eine sehr willkommene Abwechslung zu den vorigen Ausgangssituationen, bei denen es keine lebenden Vorfahren mehr gab.
Und nicht nur das: Charlottes schwierige Familienverhältnisse zu ihren Eltern, die sie im Buch tatsächlich aufarbeitet, sowie Harrisons Vergangenheit waren interessante Punkte, von denen ich froh war, dass sie nicht nur nebenbei vorkamen, sondern eine wichtige Rolle spielten. Zudem war es schön, wie Charlotte ihre Profession als Chef de Cuisine erfolgreich ausübt und damit mehrmals bewies, dass sie tatsächlich eine hervorragende Köchin ist.
Eine wichtige Kritik habe ich allerdings: Ich war nicht so investiert in die Romanzen, wie ich es gewollt hätte. Amalies Liebesbeziehung zu Oskar ist durchaus süß und realistisch genug, aber Charlottes Romanze mit Harrison ging mir zu schnell vonstatten, zumal die Charaktere am häufigsten das gute Aussehen ihres Partners hervorheben, was dem Realismus zusätzlich geschadet hat. Gleichzeitig bekamen die beiden Paare ein wenig ZU viel Zeit in der Geschichte. Beide erlebten mehrere gemütliche Momente, allerdings nicht immer welche, in denen sie sich tatsächlich kennenlernten; und selbst, wenn sie es taten, war mir dieser Teil der Handlung schlicht zu lang, was insofern ironisch ist, weil mir ihre Liebesbeziehungen zugleich nicht lang genug vorkamen. Insgesamt war ich eindeutig ein größerer Fan der dramatischeren Aspekte, die wiederum gut umgesetzt waren.
Am meisten mochte ich das Rätsel, das hinter Amalie und der seltsamen Nicht-Adoption steckt. Ich habe wirklich gerätselt, was wohl die Erklärung für die vielen Ungereimtheiten sein würde und war sehr zufrieden mit der Auflösung.
Insgesamt also eine gemütliche Familiengeschichte, die für mich zwar ein wenig ZU gemütlich war, aber immer noch ein kurzweiliges Lesevergnügen bietet!
- Die verschwundene
- Schwester
- Lucinda Riley
- Goldmann
- Belletristik
- Schwestern
- Drama
- Familie
- Suche
- Liebe
- Geheimnisse
Die sechs d‘Aplièse-Schwestern haben ihre Herkünfte entdeckt und ein neues Leben gefunden, doch ein letztes Geheimnis haben sie zu lüften: Mary McDougal, ihre verschwundene siebte Schwester, für die es endlich einen Hinweis gibt, nämlich einen sternenförmigen Smaragdring, den sie besitzen soll. Allerdings berichtet Mary, dass ihre Mutter Merry den Ring für eine Weltreise an sich genommen hat und so bald nicht wieder zurückkehren wird. Zum Glück leben die Schwestern in verschiedenen Ländern, sodass sie sie verfolgen können – doch merken sie bald, dass Merry ihnen bewusst aus dem Weg zu gehen scheint …
Dieser siebte Band der Sieben Schwestern hat definitiv eine andere Struktur als die anderen, denn nicht nur kommen hier alle Schwestern zum Einsatz, weil sie alle Kontakt mit Merry und deren Kindern suchen, auch die direkte Vergangenheit der siebten Schwester spielt dieses Mal eine große Rolle. Tatsächlich war es sogar die Vorgeschichte mit Nuala, die mir am meisten Schwierigkeiten bereitete – denn obwohl ich ihre Freundschaft mit Philip sehr schön umgesetzt fand, haben mich die ganzen politischen Zusammenhänge hinter dem irisch-britischen Konflikt nicht interessiert und ich fand es deshalb besonders schwierig, in ihre Sichtweise reinzufinden.
Bei den anderen Schwestern fiel mir das schon leichter und ich mochte es, dass nicht nur alle Sichtweisen bekamen, sondern Maia und Ally zusätzlich eine eigene kleine Nebengeschichte erhielten, die mir sehr gefiel. Aber auch die Sichtweisen von CeCe, Elektra, Star und Tiggy waren so zufriedenstellend zu lesen, weil sie ihr Happy End natürlich schon bekommen haben, es aber gerade deshalb so schön war, zu lesen, wie sie es leben.
Am faszinierendsten fand ich die Rückblicke bezüglich Merrys Kindheit und ihrer Herkunft, weil ich so eingenommen von ihrem Familienleben war, ihren Patenonkel Ambrose und dessen Freund Father O‘Brien so mochte und diese Teile der Geschichte allgemein sehr gut erzählt waren. Tatsächlich hätte ich mir sogar noch mehr Szenen aus ihrem Leben gewünscht, weil ich so interessiert daran war!
Insgesamt fand ich diesen Band zwar nicht ganz so gut wie die vorigen Bände, mochte aber das Konzept und Merrys Geschichte sehr gerne. Ich freue mich schon darauf, bald den achten und letzten Band zu lesen!
- Shadow Reaper
- Lynette Noni
- Fantasy
- Romanze
- Romantasy
- Liebe
- Freundschaft
- Twists
- Worldbuilding
- Enemies to Lovers
- Kleines Highlight
Viri ist eine Jägerin, die sogenannte Reaper jagt – Menschen, die Kinder töten, um an deren mächtige Magie zu kommen. Als sie auf Dutzende vermisste Kinder aufmerksam wird, fürchtet sie, dass der Reaper-Priester etwas Großes plant, das über deren Tötung hinausgeht – und nur Reeve, ihr ehemaliger Kindheitsfreund, kann ihr Antworten darauf geben. Damals verließ er sie, um die rechte Hand des Reaper-Priesters zu werden, was Viri ihm nie verziehen hat – doch nun braucht sie seine Hilfe, um den Reaper-Priester endlich zu finden und seine Pläne zu stoppen. Und schon bald stellt sich heraus, das vieles, was Viri für selbstverständlich hielt, ganz anders ist, als sie ursprünglich annahm …
Als großer Fan der „Prison Healer“-Trilogie habe ich mich schon sehr auf Lynette Nonis neue Dilogie gefreut und bin froh, dass die Lektüre tatsächlich sehr spaßig und sehr spannend war!
Zunächst einmal ist die Welt, in der die Geschichte spielt, absolut faszinierend. Nonis Worldbuilding um die Obelisken, denen Magie gegeben wird, die Berge, in denen die Menschen leben und den Schwarznebel, der die gesamte Insel einhüllt, war großartig und ich war froh, dass all diese Aspekte tatsächlich eine wichtige Rolle spielten. Zusätzlich gibt es zwischen der Hauptgeschichte Tagebucheinträge des Magiers Kadmus Castro, der damals auf die Insel kam, was das Worldbuilding zusätzlich bereichert hat, vor allem, sobald klar wurde, wie die Tagebucheinträge mit der Hauptgeschichte zusammenhängen.
Dann haben wir natürlich noch die Romanze, die sehr einnehmend und einfach herrlich geschrieben war – Viris und Reeves Schlagabtäusche, aber auch ihre tiefen Gefühle füreinander machten sie zu einem sowohl unterhaltsamen als auch sehr süßen Paar. Ich war positiv überrascht davon, wie sich ihre Romanze entwickelte, denn gerade, weil Viri Reeve für einen kaltblütigen Mörder hält (wobei uns Leser:innen natürlich schnell klar ist, dass das unmöglich so einfach sein kann), war ich nicht sicher, wie realistisch ihre Romanze letztendlich sein würde – aber glücklicherweise ist das Lynette Noni ganz fantastisch gelungen!
Andere Charaktere gefielen mir ebenfalls sehr, vor allem Viris beste Freundin Wynter (die mein Lieblingscharakter war) und Jonas, einer aus Reeves Freundesgruppe. Allerdings muss ich zugeben, dass mir von anderen Charakteren etwas mehr Screentime gefehlt hat – speziell von Soren (Viris bestem Freund) und von Reeves anderen Freunden Sage und Ardin. Sie kamen zwar oft genug vor, um einen Eindruck zu hinterlassen, aber nicht oft genug, um sie tatsächlich lieb zu gewinnen. Hier finde ich, dass sie Viri und Reeve länger hätten begleiten sollen, um genau wie Wynter und Jonas genug Zeit zu bekommen, unser Herz zu gewinnen.
In diesem Roman gibt es auch sehr viele Twists, wobei speziell der erste und der letzte (bzw. die letzten zwei) mich sehr schockierten, weil ich sie überhaupt nicht kommen sah – aber die mittleren fand ich um einiges offensichtlicher, sodass die größte Spannung eher dadurch entstand, wie Viri auf die Twists reagieren würde und nicht, wie überraschend sie für uns sein würden. Zugegeben habe ich manche auch erst relativ kurz vor ihrer Offenbarung kommen sehen, aber dennoch fiel es mir insgesamt leichter, gewisse Handlungsentwicklungen korrekt vorherzusehen.
Allerdings hat das meiner Lesefreude keinen Abbruch getan, weil die Geschichte stets spannend blieb und es großen Spaß machte, speziell mit Viris und Reeves Romanze mitzufiebern. Von daher würde ich den Roman allen empfehlen, die im Allgemeinen gerne Fantasyromanzen lesen!
Nachdem ihr Freund Max sie sitzen gelassen hat, braucht Aurora erst mal eine Auszeit in El Caracol, in dem sie früher regelmäßig mit ihren Eltern Urlaub gemacht hat. Bei einem Spaziergang zur Wetterstation begegnet sie Rafael, der zunächst einen unsympathischen Eindruck auf sie macht, bis sie erfährt, dass vor einem Jahr seine Freundin Valentina spurlos verschwunden ist. Aurora, die als Journalistin arbeitet, ist entschlossen, eigene Recherchen anzustellen – und kommt dabei Rafael immer näher ...
Diese kurzweilige Romanze war locker-flockig und gut für Zwischendurch geeignet, aber für mich tatsächlich nicht der am besten umgesetzte Teil dieses Rätselbuches. Denn mir kam sie trotz meiner Erwartung, dass sie vermutlich nicht allzu sehr ausgebaut sein würde, dann doch etwas zu schnell vor – vor allem, weil Aurora und Rafael nicht so viel Zeit und Momente miteinander verbringen, wie ich es mir gewünscht hätte. Außerdem nimmt ihr Exfreund Max meiner Meinung nach etwas zu viel Raum ein, was ebenfalls den Realismus der Romanze schwächte.
Doch das Geheimnis um Valentinas Verschwinden und Auroras Nachforschungen haben mich dafür sehr gepackt, auch, wenn ich mir wünschte, Aurora und Rafael hätten einen aktiveren Part in der Untersuchung eingenommen. Ihr Handlungsspielraum war leider recht klein, aber trotzdem war ich am investiersten, wann immer es um den Fall ging.
Dann gibt es da noch die Rätsel. Ich fand es sehr süß, wie sie sogar in die Handlung eingebaut wurden und mochte auch die Rätsel selbst. Am Anfang waren sie mir definitiv zu einfach und gegen Mitte/Ende gab es eines, das ich zu verwirrend fand, aber der gesamte Rest hatte eine sehr angenehme Schwierigkeitsstufe, die das Rätseln sehr spaßig gemacht hat. Außerdem gab es auch eine gewisse Variation, die dafür sorgte, dass mir nicht langweilig wurde.
Wer ein gutes Rätselbuch mit einer interessanten Mystery lesen will, ist hier gut bedient, nur die Romanzen-Fans werden sich vermutlich mehr wünschen.
- Kein Sommer
- ohne August
- Lucy Astner
- Bastei Lübbe
- Belletristik
- Liebesgeschichte
- Romanze
- Freundschaft
- Liebe
- Slow Burn
- Familie
- Sommer
- Missverständnisse
- Highlight
Zwölf Sommer haben Charlie und August miteinander verbracht, doch seitdem haben sie sich zehn Jahre nicht gesehen. Doch nun ist Augusts Großmutter Molly gestorben, in deren Buchhandlung sich Charlie immer zuhause fühlte – und ausgerechnet ihr hat sie die Buchhandlung vererbt. Jetzt ist Charlie gezwungen, August wiederzusehen, was in ihr einen Wirbelsturm der Gefühle auslöst – denn die Gefühle von damals sind noch da, doch sie sind nicht im Guten auseinander gegangen …
Dieser wunderschöne Liebesroman ist wirklich zum Dahinschmelzen und mir ist beim Lesen regelrecht das Herz aufgegangen, weil er so wohlgetan hat.
Zunächst einmal ist er sehr angenehm geschrieben und so bildlich, dass die Handlung wie ein Film vor meinem inneren Auge ablief. Lucy Astner versteht es, die Momente zwischen Charlie und August so zu beschreiben, dass man sie sich mühelos vorstellen kann, was es noch einfacher machte, mit ihrer Romanze mitzufiebern.
Diese war die große Stärke des Romans: Die Romanze der beiden ist so gut umgesetzt, dass ich den Roman als Paradebeispiel für eine tatsächlich romantische Lektüre nennen würde. Die beiden hatten eine fantastische Chemie miteinander, ihre Freundschaft entwickelte sich auf realistische Weise zu einer Romanze und sie selbst waren großartige Charaktere. Ich war investiert in Charlies schwierige Familiensituation und der Beziehung zu ihrer depressiven Mutter, die sich zufriedenstellend entwickelte; aber ich liebte auch August (der sehr starke Golden-Retriever-Boyfriend-Qualitäten hatte) und seine wachsenden Probleme mit seinen scheinbar unerwiderten Gefühlen und den Geschichten, die er schreibt. Das war übrigens ebenfalls süß: Dass die beiden zusammen Geschichten schrieben, wobei August die Geschichten anfing und Charlie sie beendete. Das war nur einer von vielen Aspekten, der ihre Beziehung so stark machte.
Natürlich gibt es so einige „Will they, won‘t they“-Situationen, wo im scheinbar richtigen Moment etwas passiert, das die beiden davon abhält, zusammenzukommen, aber zu meiner Überraschung hat es mir tatsächlich gefallen, dass ihre Romanze auf diese Weise ein wenig länger brauchte. Nur mehr Kommunikation hätte ich mir gewünscht, gerade bezüglich ihrer jeweiligen Geheimnisse; zwar bin ich froh, dass August Charlie (zurecht!) darauf aufmerksam machte, wie wenig ihm ihr Umgang mit einem gewissen Geheimnis half, aber dass ihre Geheimnisse sie so lange voneinander trennen, kam mir nicht ganz realistisch vor. Ich hatte das Gefühl, dass es nur ein wenig mehr Kommunikation gebraucht hätte, um ihre lange Trennung zu verhindern oder zumindest abzukürzen.
Gleichzeitig kann ich meine sonst so ungewollte Miskommunikation nicht als harschen Kritikpunkt sehen, weil die Romanze dafür schlicht zu gut war. Ich konnte die Beweggründe der Charaktere sehr gut verstehen und habe nicht trotz, sondern durchaus auch wegen ihren ungesagten Worten mit den beiden mitgefiebert. Insofern ist das ein Kritikpunkt, über den ich in diesem Fall gerne hinwegsehe, weil er sonst wohl nicht für eine so unglaublich gute Romanze gesorgt hätte.
Was die anderen Charaktere betrifft, war ich gesagt sehr zufrieden damit, wie der Handlungsstrang um Charlies Mutter sich entwickelte, mochte am allermeisten jedoch die stetige Präsenz von Molly, Augusts Großmutter: Obwohl sie physisch gar nicht mal so oft auftaucht, spürt man sie über den ganzen Roman hinweg, weil sie einen so großen Einfluss auf Charlie und August hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Charakter, der fast nur passiv auftaucht, so liebgewinnen könnte, aber Molly ist zu einem geworden.
Dieser Roman ist definitiv zu meinem Sommer-Highlight geworden und ich empfehle ihn allen, die etwas Wohltuendes, Romantisches und/oder Wunderschönes lesen möchten!
- Agnes Auberts
- Katzenzuflucht
- Heather Fawcett
- Fischer
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Katzen
- Magie
- Alltag
- Freundschaft
- Humor
- Liebe
- Gemütlichkeit
- Chaos
Agnes hat Probleme, für ihre Katzenzuflucht ein neues Gebäude zu finden, nachdem das alte zerstört wurde. Als sie von einem verdächtig günstigen Haus hört, dessen vorige Bewohner bereits nach kurzer Zeit ausgezogen sind, würde sie am liebsten ablehnen, ist jedoch zu verzweifelt und zieht zusammen mit ihren aufgesammelten Katzen ein. Wie zu erwarten, lebt im Keller des Hauses der Hexenkönig Havelock Renard, der vor wenigen Jahren beinahe die Welt untergehen ließ. Als jedoch Havelocks Schwester Valérie auftaucht, ahnt Agnes, dass die Sache um einiges komplizierter ist, als es den Anschein hat …
Diese gemütliche Katzen-Fantasy ist genauso herrlich zu lesen, wie ich es mir erhofft hatte und weckt in mir das Verlangen, auch Heather Fawcetts andere Fantasyromane zu lesen, weil mir dieser hier so gut gefallen hat.
Obwohl an sich gar nicht so viel passiert, hat es einfach Spaß gemacht, Agnes bei ihrem Alltag mit den Katzen zuzuschauen, wobei es mir speziell gefiel, wie viele alltägliche Katzen-Begebenheiten beschrieben wurden und wie ihre Vermittlung an andere Familien ablief. Ein paar Katzen (wie Seine Majestät, Banshee und Ambulance) bekommen gute Screentime, aber die allermeisten sind eher dazu da, den chaotischen Alltag in der Katzenzuflucht darzustellen. Das hat mich jedoch nicht gestört, weil der Alltag selbst so spaßig geschrieben war.
Aber nicht nur Katzen spielen eine Rolle: Auch die Beziehung zwischen Agnes und Havelock nimmt viel Raum ein und war hervorragend umgesetzt, weil sie genau die richtige Prise Humor und Chemie hatte. Die Romanze zwischen ihnen ist zwar eher zweitrangig (wenn nicht sogar drittrangig), aber die Charaktere selbst waren wundervoll. Speziell bei Havelock gefiel es mir sehr, dass er ein wenig komplexer war, als ich es erwartete – als grauen Charakter würde ich ihn zwar nicht beschrieben, weil er dafür dann doch zu sympathisch ist, aber die Gerüchte über ihn sind definitiv nicht alle übertrieben.
Mit seiner Hilfe will Agnes die Katzenzuflucht beliebter machen, muss jedoch gleichzeitig aufpassen, dass die Polizei nicht auf die Magie aufmerksam wird. Gleichzeitig sucht sie nach einem magischen Buch, auf das es Havelocks Schwester Valérie abgesehen hat. Dieser ganze Handlungsstrang hat mir sehr gut gefallen, weil er der Geschichte die richtige Prise Spannung gab, während gleichzeitig der Cozy-Anteil der Cozy Fantasy ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde. Die Geschichte findet hier eine sehr gute Balance!
Gegen Ende gab es dann noch eine kleine Überraschung, die sich perfekt in die Geschichte einfügte, wobei ich mir vom eigentlichen Ende allerdings mehr von der Romanze erhofft hätte – ich fand es gut, dass sie nicht überbordend vorkam, aber gerade am Ende hätte ich mir dann doch etwas mehr gewünscht.
Insgesamt perfekt geeignet für Cozy-Fantasy-Leser:innen und Katzenfans!
- Feine Risse
- Elisa Hoven
- Fischer
- Belletristik
- Krimi
- Fälle
- Strafverteidigung
- Täter
- Mord
- Entführung
- Lügen
- Untersuchungen
Eine Mutter, die den Mörder ihres Sohnes verteidigt. Eine Box, die Eva Herbergen aufbewahren, aber unter keinen Umständen öffnen soll. Eine Schauspielerin, der am Set eine echte Waffe gegeben wird, mit der sie eine befreundete Schauspielerin erschießt. Mehrere Frauen gleichen Alters und Aussehens, die von einem etwas zu klischeehaften Serienmörder umgebracht werden. Und eine Leiche im Keller, deren Identität Eva Herbergen während des Romans aufdecken will …
„Dunkle Momente“ hatte ein paar interessante Fälle, allerdings viele mit einem sehr ähnlichen Schema; „Feine Risse“ fängt zwar auch mit zwei Fällen an, die etwas zu offensichtlich sind, wird danach aber um einiges undurchschaubarer. Wir folgen auch in diesem Roman Eva Herbergen, die mehrere fiktive Fälle aufklärt.
„Der Unfall“ und „Der Aufstieg“ sind die ersten Fälle, wobei beim ersteren ein Kind zu Tode kommt, deren Mutter danach den Mörder vor Gericht verteidigt, und beim zweiten ein Mann, der beim Bergsteigen abstürzt, obwohl sowohl er als auch sein Bergführer wussten, dass die Strecke für ihn zu anspruchsvoll ist. Hier fand ich die Twists wirklich sehr leicht zu erraten und die Fälle entwickelten sich genau so, wie ich es anfangs vermutete, weshalb ich diese Fälle am schwächsten empfand.
Der dritte Fall, „Die Box“, war da schon interessanter. Hier wird nicht nur die Leiche im Keller eingeführt, die seit mehreren Jahrzehnten im Haus der Eltern von Peter, Evas Mann, eingemauert war, sondern allgemein über eine einnehmende Ausgangssituation erzählt: Ein Klient, der Eva bittet, eine Box für ihn aufzubewahren, allerdings ohne sie zu öffnen. Ich war wirklich neugierig, zu erfahren, was in der Box steckt und war sehr zufrieden damit, wie der Fall aufgelöst wurde.
Auch „Die Reportage“, bei dem der Artikel eines Journalisten für Aufmerksamkeit sorgt, woraufhin Eva mit seinem Mittelsmann reden soll, entwickelte sich auf überraschende Weise. Im Nachhinein hätte ich wohl erraten können, was dahinter steckt, aber beim Lesen selbst wusste ich nicht, in welche Richtung sich der Fall entwickeln würde; aber auch hier war ich zufrieden mit dem Ergebnis.
Mein Lieblingsfall war „Der Film“, bei dem eine Schauspielerin am Set mit einer echten Waffe ihre Kollegin erschießt, weil es so einige mögliche Täter:innen und Motive gab, was diesen Fall zum wohl komplexesten von allen machte. Von allen Fällen fand ich ihn am undurchsichtigsten und gerade deshalb am besten, weil die verschiedenen Fährten die korrekte Auflösung so gut verbargen.
Bei „Die Zufallsopfer“ hatte ich zwar eine sehr starke Idee, was den Täter betrifft, doch die Umsetzung des Falls war so einnehmend, dass mich das nicht störte. Dafür fand ich den Täter in „Die Entführung“ etwas zu offensichtlich, aber ich mochte es, wie dieser Fall eine interessante moralische Frage aufwarf, für die es keine richtige Antwort gibt.
Zuletzt haben wir „Die Wahrheit“, die die Identität der Leiche, die über den ganzen Roman hinweg eine Rolle spielt, auflöst. Die Auflösung selbst fand ich zufriedenstellend, das Kapitel selbst allerdings viel zu kurz und mit zu vielen offenen Fragen. Gerade, weil die anderen Kapitel zwischen dreißig und fünfzig Seiten hatten, waren die drei Seiten, die sich der Auflösung des Hauptmysteriums widmeten, enttäuschend kurz. Hier habe ich mir definitiv noch mehr Informationen erhofft.
Ansonsten haben wir hier aber einen guten Roman, der sich durch die Aufteilung in verschiedene Fälle sehr gut lesen lässt und dabei ein paar gute Überraschungen zu bieten hat!
- The Enemy's Daughter
- Melissa Poett
- dragonfly
- Dystopie
- Romanze
- Liebe
- Verbotene Liebe
- Verbindungen
- Krieg
- Lügen
- Geheimnisse
Als Heilerin der Klans macht sich Isadora im Geheimen auf zur Front, um dort ihrem zukünftigen Verlobten Liam helfen zu können. Auf dem Weg begegnet sie Tristan, der aus Kingsland stammt und damit zu ihren Feinden gehört. Sie nimmt ihn gefangen, ist sich jedoch unsicher, was sie mit ihm tun soll. Bevor sie eine Entscheidung fällen kann, wird Tristan von seinen Leuten befreit – und Isadora mit einem Giftpfeil getroffen. Um sie zu retten, führt Tristan ein Ritual aus, das sie miteinander verheiratet und es erlaubt, ihre Wunden miteinander zu teilen. Isadora wird ins Kingsland gebracht – und lernt dort zum ersten Mal, welche Wahrheiten bislang vor ihr verborgen wurden …
Diese Fantasyromanze basiert natürlich auf „Tristan und Isolde“, das ich zwar nie gelesen habe, weshalb ich auch nicht einschätzen kann, inwiefern dieser Roman eine akkurate Adaption ist, aber gestört hat mich das nicht, zumal ich auch keine akkurate Adaption erwarte. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Erwartungen, was eine Fantasyromanze betrifft, leider auch nicht ganz erfüllt wurden.
So fand ich, dass Isadora und Tristan sich viel zu schnell miteinander verstanden, was ihre Romanze schmälerte, weil sie dadurch schlichtweg nicht realistisch wirkte; zwar fand ich den Einsatz ihrer fast magischen Verbindung, die es ihnen erlaubt, Gefühle, Erinnerungen und Verletzungen miteinander zu teilen, sehr gut umgesetzt, aber zumindest der Anfang der Romanze geschah mir ein wenig zu plötzlich.
Die Tatsache, dass Isadoras Weltbild infrage gestellt wird, fand ich prinzipiell gut, die Umsetzung dafür zu schwarz-weiß. Statt beide Parteien des Krieges fehlerhaft und komplex darzustellen, wurde ihre Sichtweise der „Guten“ und „Bösen“ schlicht umgekehrt, was ich definitiv zu leicht gelöst fand. Zwar gibt es durchaus in beiden Parteien Menschen, die ihr helfen bzw. schaden wollen, doch ein komplexerer Konflikt, bei dem es kein Richtig oder Falsch gibt, hätte mir besser gefallen.
Andere Charaktere waren bis auf wenige Ausnahmen (speziell Liam und Enola) nicht allzu erinnerungswürdig, aber das dystopische Worldbuilding hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es war faszinierend zu sehen, wie nach dem Untergang unserer Welt Menschen einen neuen Weg finden mussten, zurechtzukommen, und dabei eine Mischung aus modernen und althergebrachten Mitteln verwendeten.
Insgesamt eine solide Romantasy, aber leider auch mit einigen Schwächen.
Wilbur steht am Ende seines Lebens, doch statt nach seinem Tod gleich in die Ewigkeit zu gelangen, muss er davor in den Mitternachtszug steigen, der sein Leben Revue an ihm vorbeiziehen lässt. Erst, wenn er rückblickend den Sinn seines Lebens versteht, kann er mit seinen Liebsten in der Ewigkeit wiedervereint werden. Schnell merkt Wilbur jedoch, dass er sein vergangenes Ich beeinflussen kann – und damit seine Vergangenheit rückblickend ändern. Entschlossen, die vielen Reuen seines Lebens rückgängig zu machen, fängt er an, seinem vergangenen Ich Ratschläge zu geben. Jedoch wird er gewarnt: Sollte er damit fortfahren, wird sich zwar die Vergangenheit seines früheren Ichs ändern, aber dafür bleibt seinem gegenwärtigen Ich die Ewigkeit verwehrt …
Dieser Roman spielt zwar in der Welt der „Mitternachtsbibliothek“, kann aber unabhängig davon gelesen werden, weil es nur eine kleine Referenz gibt, die mich zwar sehr erfreute, für das allgemeine Lesevergnügen jedoch nicht notwendig ist.
Durch die vielen kurzen Kapitel liest sich das Buch flüssig durch, obwohl die Handlung eher ruhig ist und sich eher auf nachdenkliche statt auf spannende Aspekte fokussiert. Wir folgen Wilburs Leben von Anfang bis Ende, was zunächst recht ereignislos abläuft, bis schließlich der Aspekt der Veränderung eingeführt wird – und damit die Reuen in Wilburs Leben. Zwar gab es schon am Anfang ein paar Szenen, die ich interessant fand, aber am meisten hat es mich interessiert, was genau Wilbur falsch gemacht hat und wie es dazu kam.
Was mir ebenfalls sehr gut gefiel, war die Botschaft, die hinter dem Roman steckte. Ich möchte sie natürlich nicht vorwegnehmen, doch sie überraschte mich positiv und ließ mich den Roman am Ende mit einem zufriedenen Lächeln schließen.
Was mir dafür nicht so gut gefiel, war Wilburs Romanze mit Maggie. Ich fand sie leider recht schwach, weil Maggie als Charakter so blass war und erst gegen Ende ein wenig Dreidimensionalität bekam. Allgemein war die Romanze nicht so stark im Fokus, wie ich es erwartet hätte und die schlechten Zeiten wurden mehr hervorgehoben als die guten, was es zusätzlich schwer machte, an eine ewige, alles überwindende Liebe zu glauben.
Wer eine kurzweilige, zum Nachdenken anregende Lektüre lesen möchte, ist hier bestens bedient, nur diejenige, die sich eine schöne Romanze erhofft haben, könnten etwas enttäuscht werden.
Als Toshiko bei einer Erkundungsmission für ihre Wahlgeschwister Mei und Jun eine Drachenperle stiehlt, ahnt sie nur ansatzweise, was für eine Macht sie besitzt. Entschlossen, sich und anderen Bürgern am Rande der Gesellschaft endlich ein besseres Leben aufzubauen, planen die Geschwister, die Kaiserin zu stürzen. Diese plant neue, menschenähnliche Bots, von denen Toshiko fürchtet, dass sie die Hüterskinder auf grausame Weise ersetzen werden. Zu denen gehört Theo, der besondere Kräfte besitzt und einen gefährlichen Auftrag bekommt, der ihn ganz in die Nähe der Geschwister bringt. Auch der junge Haru, Sohn der Kaiserin, muss sich fragen, für wen genau er kämpfen will …
Dieser Fantasyroman bietet eine faszinierende Welt und solide Hauptcharaktere, aber leider eine zu langsame Handlung, um gänzlich zu überzeugen.
Die drei Geschwister Toshiko, Jun und Mei waren recht gute Protagonisten und ich mochte es vor allem, dass sie alle eine tragende Rolle bei den Ereignissen des Romans spielten, die ihnen auch erlebten, ihre verschiedenen Fähigkeiten zu zeigen. Es war jedes Mal so zufriedenstellend, wie ihr Können tatsächlich unter Beweis gestellt wurde, was auch für die Sichtcharaktere Theo und Haru gilt.
Diese beiden interessierten mich letztendlich noch mehr als die Geschwister, weil es mir bei ihnen möglich war, mich auch emotional mit ihnen zu verbinden, was mir bei den Geschwistern überraschend schwer fiel. Ich war vor allem investiert in Harus Geschichte, seine Freundschaft zu den Sonnengeistern und seine langsamen Zweifel an seiner Mutter; aber auch Theo und sein Auftrag gefielen mir, weil sie eine Spannung in die Geschichte brachten, die zwar nicht gänzlich bei den anderen fehlte, bei Theo aber definitiv am stärksten ausgeprägt war. Seine beste Szene war definitiv der Endkampf, nur das Ende konnte mich nicht zufriedenstellen.
Allgemein hat die Geschichte durchaus erinnerungswürdige und spannende Momente – mir kam es schlicht nicht wie genug vor, weil es mir so schwer fiel, auf emotionaler Ebene mit den Charakteren mitzufiebern und es zwischen diesen erinnerungswürdigen Momenten leider auch eine ganze Menge gab, die quälend langgezogen waren und die ich nur mit Mühe bewältigt habe.
Die Romanze in dem Roman spielt zum Glück nur eine sehr kleine und unwichtige Rolle, was insofern gut war, weil sie mir viel zu plötzlich kam; was mir dagegen gefiel, war das Worldbuilding. Es war faszinierend, einen Fantasyroman in einer halb modernen Welt zu lesen, die sowohl Bots als auch Drachen zu bieten hat und von denen beides (und alles dazwischen) hervorragend in die Handlung eingebaut wurde.
Eine richtige Empfehlung kann ich leider nicht aussprechen, weil mir die Handlung dazu zu langsam war und mir die emotionale Komponente fehlte, aber ein Lob bekommt von mir definitiv die Kreativität der Welt!