- Die Hexen von
- Honeysuckle House
- Liz Parker
- Kiwi Space
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Magie
- Hexen
- Fluch
- Schwestern
- Liebe
- Romanze
- LGBTQ+
Die Familie Caldwell ist verflucht: Seit Jahrzehnten kommt alle dreizehn Jahre ein Mitglied der Familie oder eine ihrer Liebsten ums Leben, immer im Honeysuckle House. Aus diesem Grund hat Florence Caldwell sich seit dem Tod ihrer Mutter vom Haus ferngehalten und ihrer Magie abgeschworen, während ihre Schwester Evie immer noch im Haus wohnt und ihre Magie einsetzt. Doch jetzt ist es wieder so weit: Ein dreizehntes Jahr steht bevor und die Schwestern sind entschlossen, den Fluch zu brechen, zumal sie beide auch Angst um ihre Liebsten haben. Doch dafür müssen sie herausfinden, was eigentlich hinter dem Familienfluch steckt …
Dieser Roman bietet das, was er verspricht: Eine gemütliche, herbstliche Fantasy mit Liebe, Mystery und einer schönen Atmosphäre. Eigentlich war sie nichts Besonderes, aber sehr gut für Zwischendurch zu lesen.
Zu meiner Überraschung war ich vor allem in die vergangenen Ereignisse investiert, die sich um die Caldwell-Schwestern Regina und Violet bzw. um die Beziehung zwischen Violet und Tillie drehen. Ich war sehr investiert in die Liebesgeschichte der beiden, denn auch, obwohl wir schon vor Beginn der Geschichte wissen, wie sie enden wird, wollte ich unbedingt wissen, wie es dazu kommt.
Auch in der Gegenwart haben wir Liebesbeziehungen (Florence & Owen und Evie & Angela), aber sie spielen eher eine Nebenrolle, weshalb ich auch nicht ganz so sehr in sie investiert war wie in Violet und Tillie. Trotzdem waren die Paare recht süß.
Was die Handlung angeht, mochte ich die Mystery um den Fluch sehr. Einen Teil der Offenbarungen habe ich geahnt, einen anderen Teil nicht, weshalb ich über den Roman hinweg gespannt darauf war, was denn nun die Wahrheit ist. Nur eine Antwort auf die Frage, warum die Familie nicht einfach wegzieht, hat mir gefehlt.
Tarotkarten spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle und wurden meiner Meinung nach sehr gut eingebunden, sowohl bei den Kapiteltiteln als auch in der Handlung selbst, sodass ich jedes Mal, wenn sie vorkamen, gespannt war, was sie den Charakteren wohl verraten würden.
Insgesamt also eine angenehme Herbstgeschichte, die wie gesagt gut für Zwischendurch zu lesen ist!
- Die Underwoods
- Alicia Zett
- one
- Fantasy
- Gothic Fantasy
- Magie
- familie
- Romanze
- Liebe
- LGBTQ+
- Mystery
- Freundschaft
- Kleines Highlight
Seit Emmas beste Freundin Blaire gestorben ist, ist Emma entschlossen, den Mord an ihr aufzuklären, denn die Umstände ihres Todes sind zutiefst verdächtig. Obwohl sie eigentlich nicht an Übernatürliches glaubt, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an Talia Underwood, das Medium ihrer Familie, in der Hoffnung, mehr herauszufinden. So lernt sie nicht nur die Underwoods allgemein kennen, sondern findet auch Dinge über ihre beste Freundin heraus, die sie niemals ahnte – und das, während Talia und Emma sich nach und nach ineinander verlieren, was die ganze Familie der Underwoods in Gefahr bringen könnte …
Als großer Fan von Alicia Zett und von Fantasy habe ich mich sehr darüber gefreut, Alicia Zetts ersten Fantasyroman zu lesen – und bin sehr begeistert von der Umsetzung!
Zunächst einmal ist es nicht nur ein Fantasyroman, sondern auch eine Romanze, die durch die Chemie zwischen Emma und Talia richtig aufblüht. Nicht nur waren sie als Charaktere bereits wunderbar (ich mochte vor allem Emma sehr, die ich als Hauptcharakter der Geschichte wahrgenommen habe), sondern auch, wie sich ihre Gefühle über viele Szenen hinweg entwickelten.
Auch die Underwoods sind allesamt charmant und großartig, wobei ich Talias Geschwister Romeo, Raphael und Betty besonders mochte und mich schon darauf freue, im zweiten Band noch mehr von ihnen zu sehen. Unbedingte Erwähnung verdient auch Talias Nebelkrähe Herkules, denn die Schlagabtäusche zwischen ihnen gehörten zu meinen persönlichen Highlights. Die Familie und deren Haus haben mich auf sehr positive Weise an Encanto erinnert!
Neben Talias Familie spielt auch Emmas Mutter eine überraschend große Rolle und ich war positiv überrascht von der Entwicklung, die die schwierige Beziehung zwischen Mutter und Tochter im Lauf des Romans nahm. Gerade, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass Emmas Mutter überhaupt eine Rolle spielt, die über einen lästigen Nebencharakter hinausgeht, begrüßte ich die Tiefe, die sie bekam. Sogar Blaire, Emmas verstorbene Freundin, hinterlässt einen überraschend starken Eindruck, der es leicht machte, Emmas Trauer mitzufühlen.
In der ersten Hälfte geht es hauptsächlich um Blaires Tod und wie Emma die Underwoods kennenlernt, was ich sehr herzerwärmend fand – die gemütliche Atmosphäre bei den Underwoods war einfach perfekt! Die zweite Hälfte war da schon dramatischer, aber auch das mochte ich sehr, weil es so schön war, Talias und Emmas Liebesbeziehung aktiv zu sehen.
Gegen Ende gab es einen unerwarteten Twist, den ich grandios fand, sowie ein Ende, das mich sehr neugierig auf den zweiten Band macht. Insgesamt haben wir hier eine großartige Urban Romantasy, die mir sehr gefallen hat!
Es gibt viele Mythen über die Antike, doch welche sind letztendlich wahr? Wie haben sie wirklich gelebt, gegessen und gekämpft? Warum waren ihre Statuen nackt und wie schafften sie es, das Kolosseum in weniger als einem Jahrzehnt zu bauen? Diese und viele andere Fragen beantwortet Garrett Ryen in „Antike unzensiert“.
Wichtig dabei ist, dass das Sachbuch nicht für beständiges, sondern spontanes Lesen geschrieben ist. Ich habe zuerst versucht, es auf einmal gelesen, aber schnell gemerkt, dass zu viele Kapitel hintereinander auslaugend sind und es eher vorgesehen ist, immer mal wieder reinzuschauen. Selbst dann war nicht jedes Kapitel gleich interessant für mich, wahrscheinlich auch, weil der Schreibstil stärker ins Informative geht und nicht ins Humorvolle, wie ich es aufgrund des Titels annahm. Deshalb würde ich das Sachbuch nicht als eines für Zwischendurch beschreiben, sondern als eines, für das man die notwendige Konzentration braucht.
Aber viele der Informationen, die es dann letztendlich bietet, waren tatsächlich interessant. Ich mochte speziell die Teile, die sich mit dem Alltagsleben, der Gesellschaft und den Hinterlassenschaften beschäftigen, während Glaubensinhalte, Sport und Freizeit sowie Krieg und Politik zwar ein paar interessante Kapitel hatten, aber auch so einige, die ich eher ermüdend fand. Am interessantesten fand ich die Erwähnungen von Alexander dem Großen, weil es stets unterhaltsam war, zu lesen, was er in seinem Leben tat und was nach seinem Tod geschah.
Letztendlich würde ich das Sachbuch vor allem denjenigen empfehlen, die sich stark für die Antike interessieren und immer mal wieder kleine Wissensschnipsel von ihr sammeln wollen.
Soli ist ein Niemand – und damit genau die richtige Person, um die Kriegsgöttin Corvynne zu besiegen und deren Schwester Artemisen aus der Gefangenschaft zu befreien. Durch diese wörtliche Interpretation einer Prophezeiung wird Soli zur Trägerin des Amuletts, das ihr bei ihrer Quest helfen soll. Und sie ist nicht allein: Der Prinz Kaelen, die Magierin Elianna, der Dieb Trick, die Kriegerin Chitai, der Lord Andras, der Soldat Bern und der Sergeant Neville begleiten sie auf ihrer Reise. Doch letztendlich liegt es an Soli, die Bürde der Göttin zu tragen und sie ist sich nicht sicher, ob sie dafür wirklich die Richtige ist …
Diese Geschichte baut auf einem guten Prinzip auf und hat eine absolut großartige Protagonistin, aber leider überzeugten mich sowohl die Romanze als auch die Nebencharaktere nicht genug, um für eine insgesamt gute Lektüre zu sorgen.
Aber fangen wir mit Soli an. Sie war die wohl größte Stärke des Romans, weil sie zum einen mutig, klug und witzig war, aber auch eine gut umgesetzte Charakterentwicklung durchmachte, durch sie sie lernt, sich selbst wichtiger zu nehmen. Die Art und Weise, wie „das Grau“, unter dem sie leidet, beschrieben wurde, war emotional und realistisch – im Nachwort geht die Autorin auf die Depressionen ein, mit denen sie zeit ihres Lebens kämpfen musste und die Szene, in der Soli von einer überwältigt wird, gehörte zu den wohl besten im Roman. Und das ist noch nicht mal alles: Soli hat auch kleine Gewohnheiten, die sie mir sehr sympathisch machten, wie die Art und Weise, wie sie sich Wörter ins Haar flicht, die sie inspirieren sollen, oder wie sie ihre Heldin Wynona Wavedancer zitiert, wann immer sie sich Mut zusprechen will. Allgemein zitiert sie stets, wo sie ihre Informationen herhat, was wieder ein Charakterzug war, den ich schlicht sympathisch fand.
Leider überzeugten mich die anderen Aspekte des Romans dafür nicht besonders. Die Romanze mit Kaelen beispielsweise passiert viel zu plötzlich, die beiden haben keine Chemie miteinander und die einzige Anziehung, die sie verspüren, bezieht sich ausschließlich auf körperliche Attribute. Immer, wenn Soli sich auf ihn konzentrierte, schien sie zumal ihre ganzen positiven Eigenschaften zu verlieren, was nicht gerade dazu beitrug, die Romanze selbst zu mögen.
Die anderen Charaktere haben bis auf eine Ausnahme keinen starken Eindruck bei mir hinterlassen; tatsächlich finde ich sogar, dass die Kurzbeschreibung sie interessanter klingen lässt, als sie es tatsächlich sind. Denn die Kurzbeschreibung deutet an, dass die Nebencharaktere, auch wenn sie keine eigene Sichtweise erhalten, trotzdem eine eigene Quest mit sich bringen, aber letztendlich blieben fast alle blass und wir erfahren kaum etwas über sie.
Eine Ausnahme davon bildet die Magierin Elianna. Ich mochte sie wirklich gern, wir lernen ein wenig etwas aus ihrer persönlichen Geschichte kennen, sie war allgemein sympathisch und hatte eine tolle Chemie mit der Kriegerin Chitai (die zugegeben auch sehr cool war). Aber die anderen? Leider nicht. Andras und Neville hätten wohl auch weggelassen werden können und Trick und Bern hatten zwar Potential, aber leider wurde es nicht vollständig genutzt. Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, dass Soli weniger Zeit mit Kaelen verbracht hätte und dafür mehr Zeit, die Motivationen der einzelnen Charaktere kennenzulernen.
Die eigentliche Handlung, die aus der Suche nach zwei Schlüsseln besteht, war durchaus gut, auch wenn das Ende ein wenig plötzlich war. Letztendlich werde ich leider nicht weiterlesen, weil Soli zwar eine großartige Protagonistin war, sie selbst aber nicht ausreichte, um mich zum Weiterlesen zu motivieren.
- Alice im Land
- der Ideen
- Roger Pol Droit
- Ullstein
- Belletristik
- Philosophie
- Sophies Welt
- Informationen
- Wissen
- Skepsis
- Antike
- Moderne
- Geschichte
Alice möchte sich unbedingt einen Satz tätowieren lassen, der sie ihr Leben lang begleiten und leiten soll. Allerdings weiß sie nicht, welcher Satz am besten dafür geeignet wäre. Als sie eines Tages in ein Kaninchenloch fällt, landet sie im Land der Ideen – einem Land, in dem sie die Geschichte der Philosophie von der Antike bis zur Moderne hautnah miterleben kann. Und sie ist nicht alleine: Zwei Mäuse, ein Känguru und eine Fee helfen ihr dabei, die Philosophen früherer Zeiten zu verstehen. So lernt Alice zahlreiche mögliche Sätze kennen, die ihr fürs Leben helfen können – doch welcher Satz eignet sich am besten für ihr Tattoo?
Dieser Roman hat mich gleich von Anfang an an eine Mischung aus „Alice im Wunderland“ und „Sophies Welt“ erinnert und auch nach dem Lesen finde ich, dass dieser Eindruck sehr gut passt, wobei die Verbindung zu „Sophies Welt“ besonders stark ist. Das liegt natürlich an Alices Reise, in der sie die wichtigsten philosophischen Lehren kennenlernt, was definitiv der Fokus des Romans ist: Die verschiedenen Philosophien mit ihren Vor- und Nachteilen. Die eigentliche Geschichte spielt sich eher im Hintergrund ab, weil die Analyse der Philosophien so stark im Fokus steht.
Das mochte ich zugegeben nicht so sehr, weil die ganzen Informationen sich ganz schön trocken lasen und mich nicht alle gleichermaßen interessierten. Dabei waren die Informationen selbst sehr gut umgesetzt, denn zu jeder Philosophie und jedem Philosophen werden Pro- und Kontra-Argumente aufgeführt, wodurch keine Philosophie bevorzugt oder benachteiligt wird, sondern alle gleichwertig behandelt werden. Hier muss ich unbedingt Alices Sidekicks erwähnen: Die Mäuse waren witzig und das Känguru informativ, doch am liebsten mochte ich die Fee der Widerrede, weil sie es war, die stets für Gegenargumente sorgte. Von Sokrates bis zu Freud bekommen wir so die Möglichkeit, uns eigene Gedanken zu machen.
Zu meiner eigenen Überraschung musste ich feststellen, dass die antiken Philosophien, die ich früher mochte, nicht mehr ganz so ansprechend für mich waren, während viele der moderneren Philosophien mich um einiges mehr interessierten. Trotzdem gab es keine einzige Philosophie, die mir perfekt erschien, und genau das war großartig. Diejenigen, die auf eine neutrale Weise die verschiedenen Philosophien kennenlernen möchten, sind hier goldrichtig – man sollte sich jedoch bewusst sein, dass das Wissen und die Informationen tatsächlich zentral sind und deshalb nicht gut für diejenigen geeignet, die einfach eine schöne Geschichte brauchen.
Zuletzt war das Ende äußerst zufriedenstellend und ich mochte es, wie Alices Geschichte abgeschlossen wurde. Alle, die „Sophies Welt“ mochten, werden sich bei „Alice im Land der Ideen“ sicher zu Hause fühlen!
Eda und ihre Brüder sind dazu gezwungen, für Mr. Night, einen an sie gebundenen Dämon, Paktlinge zu finden, die ihm gegen die Erfüllung eines Wunsches einen Teil ihrer Lebenszeit geben. Kurz vor Ablauf der Frist fehlt nur noch ein Pakt von zehn Jahren, um sich endgültig von ihm zu befreien, doch in dem Versuch, einen willigen Paktling zu finden, wird Eda hereingelegt und ihre Brüder gefangen genommen. Um sie zu retten, erbittet Eda die Hilfe des Dämons Kit’rath, dem sie dafür einen Großteil ihrer Lebenszeit gibt. Zusammen müssen sie einen Weg finden, ihre Brüder zu retten, ihren Pakt mit Mr. Night rechtzeitig aufzulösen und dabei einen korrupten Bischof zu entblößen. Und als wäre das noch nicht genug, wird Kit Eda unfreiwillig immer sympathischer …
Diese Fantasyromanze hat mich positiv überrascht, weil ich zwar schon viele gelesen habe, diese aber durch ihren flüssigen Schreibstil, ihre spannende Handlung und vor allem durch ihre fantastische Romanze stark hervorsticht. Schon gleich am Anfang mochte ich es, wie angenehm sich der Schreibstil las, mit einem gewissen Suchtpotenzial, das zum Weiterlesen antreibt; der Text fließt gut dahin und machte es leicht, in der Geschichte zu versinken.
Auch die Handlung bzw. die verschiedenen Handlungsaspekte gefielen mir sehr, wobei die größte Stärke allerdings die Romanze ist: Eda und Kit haben eine absolut fantastische Chemie miteinander, die durch humorige Schlagabtäusche, intime Gespräche und schöne Momente perfekt demonstriert wird. Ihre wachsenden Gefühle füreinander entwickeln sich auf realistische Weise und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, den beiden dabei zuzuschauen, wie sie sich langsam, aber sicher ineinander verlieben. Hier hilft es auch, dass beide sehr sympathische Charakter waren; auch wenn ich mir wünschte, dass Eda im Buch etwas mehr Action bekommen hätte, lässt sich nicht leugnen, dass ihr Charakter im Allgemeinen sehr einnehmend war.
Auch Robin, die Alchemistin, die Kit hilft, mochte ich sehr, hätte aber gerne noch mehr von den anderen Nebencharakteren gesehen; dadurch, dass der Fokus so stark auf Edas und Kits Romanze liegt, profitiert diese zwar enorm davon, lässt andere Charaktere und Beziehungen dafür aber schwächer aussehen, als sie es tatsächlich sind. So fand ich Ben und Lawrie, Edas Brüder, zwar sehr sympathisch, aber sie hatten nicht ganz so viel Screentime, wie ich es mir erhofft hatte. Dasselbe gilt für andere Nebencharaktere, z.B. die Kommandantin Tenelle, über die ich gerne noch mehr gelesen hätte; all diese Charaktere haben zwar genug Zeit, um einen Eindruck zu hinterlassen, aber nicht genug, um sie tatsächlich lieb zu gewinnen. Gleichzeitig bin ich trotzdem froh, dass sie es dafür erlaubten, mich ganz in die Romanze fallen zu lassen, da ich mir sicher bin, dass das bei mehr Screentime für die Nebencharaktere nicht möglich gewesen wäre.
Die Geschichte bleibt stets spannend, obwohl es keine richtigen Twists gibt, sondern eher Andeutungen auf welche, die im zweiten Band offenbart werden könnten. Wobei ich sagen muss, dass sich dieser Band sehr komplett las; die Handlung, um die es geht, wird zufriedenstellend abgeschlossen und lässt sich problemlos als Einzelband lesen, weil das Ende kein Cliffhanger ist, sondern eher ein Versprechen auf ein anderes Abenteuer.
Insgesamt eine sehr gute Empfehlung für Romantasy-Fans, die mir großen Spaß gemacht hat!
- Missing Page
- Katie Kento
- one
- Thriller
- Jugendbuch
- Spannung
- Geheimnisse
- Foreshadowing
- Details
- Ermittlungen
- Charaktere
Toni bekommt einen Platz in einem exklusiven Workshop, den der weltberühmte Autor Richard Erwin Giffard leitet. Dort behauptet sie, sich qualifiziertes Feedback zu wünschen, obwohl sie in Wirklichkeit ein Verbrechen plant. Zu aller Überraschung verkündet Giffard allerdings, dass mehr hinter dem Workshop steckt: Er ist ein Wettbewerb, bei dem der Gewinner nicht nur einen Buchvertrag und ein Preisgeld bekommt, sondern in Giffards Testament als alleiniger Erbe eingesetzt wird. Doch bald darauf wird Giffard tot aufgefunden und ein Sturm kapselt Toni, die Teilnehmenden und die Bediensteten von der Außenwelt ab. Toni und die Teilnehmenden nutzen die Gelegenheit, um Giffards Tod näher zu untersuchen – doch mit jedem Indiz verhärtet sich Tonis Angst, dass sie selbst es war, die Giffard während ihres Schlafwandelns umgebracht hat …
„Hotel Ambrosia“ gehörte zu meinen absoluten Lieblingsthrillern im letzten Jahr, weil er so voller überraschender Twists war, und obwohl „Missing Page“ nicht dieselbe Art an Was-zur-Hölle-Twists hatte, hatte es immer noch eine spannende Geschichte, die durch viele, viele Details zusammengefügt wurde.
Und diese Details waren für mich das Beste an der Geschichte. Die vielen Mysteryelemente waren so wundervoll miteinander verwoben, dass ich das Buch am liebsten noch einmal lesen würde, um dieses Mal noch mehr auf die vielen Details zu achten, die ich beim ersten Lesen übersah. Ich bin immer noch ganz begeistert davon, wie viele Dinge miteinander zusammenhingen, die mir nicht auffielen, obwohl sie im Nachhinein ein so passendes Puzzle ergaben. (Spezielle Erwähnung verdient die Art und Weise, wie Toni den Fall auf äußerst ungewöhnliche und sehr zufriedenstellende Weise gelöst hat.)
Die anderen Teilnehmenden – George, Parker, Nessa, Milo und Susmita – sowie die Bediensteten bleiben mehr oder weniger zweidimensional, mit festen Charaktereigenschaften, die es leicht gemacht haben, sich die einzelnen Charaktere zu merken, was sowohl ein Plus- als auch ein Minuspunkt war: Mir gefiel es sehr, wie mühelos ich den Überblick über alle Charaktere behalten konnte, weil mir das oft schwer fällt, aber gleichzeitig hätte ich mir gerne noch mehr Tiefe von allen gewünscht. Beziehungsweise bekommen die Charaktere durchaus Tiefe, aber diese ist größtenteils mit Twists verbunden – und ich hätte mir gerne abgesehen von den Twists noch mehr Tiefe gewünscht. (Davon abgesehen waren die Charaktere allerdings sehr sympathisch.)
Die Entwicklung der Handlung war großartig, zunächst mit einer klassischen Mystery, die dann immer mehr Schichten bekommt, bis sie am Ende äußerst zufriedenstellend aufgelöst wird. Es gibt so einige dramatische Momente und ich liebte es, wie sehr Tonis Bindung zu ihrer Mutter, die Probleme mit ihrer Geschichte, ihr Schlafwandeln, ihre Ermittlungen und ihre süße Romanze mit George gehandhabt wurden. Es war leicht, mit ihr mitzufiebern, weil sie so eine großartige Protagonistin war.
Insgesamt ein sehr guter Thriller, der seine losen Fäden unglaublich gut miteinander verknüpft und mir sehr viel Spaß gemacht hat!
- Dienstags bei Morrie
- Mitch Albom
- Goldmann
- Erfahrungsbericht
- Leben
- Lektionen
- Tod
- Freundschaft
- Liebe
- Krankheit
- Abschiednehmen
Mitch Albom hatte lange keinen Kontakt mit seinem Lieblingslehrer Morrie, bis er durch Zufall erfährt, dass dieser schwer krank ist und bald sterben wird. Er besucht ihn und es etabliert sich, dass sie sich immer dienstags treffen, um über verschiedene Themen des Lebens zu reden. Morrie wird währenddessen immer schwächer, doch für Mitch hat er noch ein paar letzte Lektionen für ein gutes Leben …
Ich hatte schon viel von diesem Buch gehört und war deshalb gespannt, was mich erwarten würde, weil ich bis auf seine Beliebtheit nichts von ihm wusste. Nicht einmal, dass es sich um die wahre Freundschaft zwischen dem Autor und seinem Lehrer handelt und die letzten Wochen, die sie miteinander verbrachten. Es war besonders traurig, zu sehen, wie Morrie immer schwächer und schwächer wurde, trotz seiner beruhigenden Worte bezüglich Scham und Akzeptanz. Obwohl es gleichzeitig erleichternd war, seinen Lehren zu lauschen, konnte ich nie die Traurigkeit ablegen, die ich bezüglich seinen Zustands empfand.
Die Lehren selbst sind eigentlich nichts Besonderes, teils sogar sehr offensichtlich, und nur die Hauptlehre – „geben heißt leben“ – hat sich mir eingebrannt, weil die anderen dann doch etwas zu kurz abgehandelt wurden, um sich an sie zu erinnern. Viel investierter war ich tatsächlich in die Freundschaft selbst und der Art und Weise, wie es Morrie gelang, trotz seinem Abbau Hoffnung zu bewahren, was ich beneidenswert fand.
Überhaupt ist es so faszinierend, dass dieses Buch nicht nur eine Geschichte ist, sondern über ein wahres Erlebnis berichtet. Das war meiner Meinung nach die große Stärke: Hätten wir allein die Lehren gehabt und sonst nichts, hätte ich das Buch nur in Ordnung gefunden, aber dadurch, dass wir über etwas Wahres lesen, konnte ich trotzdem etwas finden, das mich beeindruckte: Morries letzte Wochen und die Botschaft, dass man auch diese auf seine ganz eigene Art nutzen kann.
- Camp Rainbow
- Zwischen uns
- die Wolken
- Alicia Zett
- one
- Jugendbuch
- Young Adult
- Selbstfindung
- Schwestern
- Familie
- Freundschaft
- Romanze
- Autismus
- LGBTQ+
Nachdem Lila ihre beste Freundin küsst, unterbricht diese jeglichen Kontakt zu ihr. Lila ist am Boden zerstört und es ist ausgerechnet ihre Zwillingsschwester Malin, die ihr weiterhilft: Sie schlägt vor, dass Lila sie ins Camp Rainbow begleitet. Lila stimmt zu, auch wenn sie erwartet, es zu hassen. Und tatsächlich ist der Anfang sehr schwer – bis Lila langsam aber sicher auftaut und sich nicht nur ihren Freundinnen und Freunden, sondern auch ihrer Schwester Malin anvertraut …
Wie immer liefert uns Alicia Zett eine emotionale, lebensnahe Geschichte, dieses Mal jedoch mit einer zunächst unsympathischen Protagonistin: Lila machte es gerade im ersten Drittel nicht leicht, sie zu mögen, weil ihr Verhalten so abweisend war und ich mich überhaupt nicht in sie hineinversetzen konnte. Zwar bekommen wir auch Malins Sichtweise zu lesen (die in diesem Aspekt schon sehr viel angenehmer war), doch geht es in diesem Band definitiv um Lila und die Probleme, die sie plagen. Tatsächlich hätte man vermutlich sogar auf Malins Sichtweise verzichten können, ohne allzu viel zu verlieren, doch bin ich dankbar, dass wir auch ihre Sichtweise und den Handlungsstrang mit ihrem Vater erleben durften.
Nachdem Lila im Camp angekommen ist, sich etwas eingelebt hat und neue Freundinnen und Freunde kennenlernt – darunter Emily, zwischen denen es schnell funkt –, war ihre Sichtweise um einiges entspannter zu lesen und auch ihre Probleme gingen mir viel näher. Doch es war nicht die Romanze mit Emily, die mich so packte, sondern Lilas Beziehung zu ihrer Schwester Malin. Die Romanze mit Emily spielt sogar eher eine untergeordnete Rolle, was in diesem Fall aber etwas Positives ist, weil es der Geschichte erlaubt, sich ganz auf die beiden Schwestern zu konzentrieren, sogar mit einer wunderbaren Parallele zu Frozen, die gut zeigt, wie ihre frostige Beziehung nach und nach auftaut. Für mich war sie definitiv das Highlight des Buches und ich mochte es, dass den beiden Schwestern genug Zeit gewidmet wurde, um ihre Beziehung realistisch zu reparieren.
Die Geschichte selbst entwickelt sich recht langsam und cozy, hat nicht die „klassische“ Spannung, sondern fokussiert sich vor allem auf die Charaktere und die Entdeckungen, die sie über sich selbst machen. Als jemand, der charakterfokussierte Geschichten liebt, war das ideal – und gab mir wieder einmal einen wunderbaren Roman aus Alicia Zetts Feder! Ich hoffe, dass auch andere Leserinnen und Leser sich an ihm erfreuen, denn ich habe ihn wirklich sehr genossen :)
- A River of
- Golden Bones
- A. K. Mulford
- Cove
- Fantasy
- Romanze
- Romantasy
- Wölfe
- Abenteuer
- Musikgruppe
- Nicht-binär
- LGBTQ+
Calla wächst als Schatten zu ihrer Schwester Briar auf, entschlossen, stets an ihrer Seite zu stehen – selbst, als Briar ausgerechnet Grae, Callas Kindheitsfreund, heiraten soll. Am Tag der Hochzeit passieren jedoch zwei unglaubliche Dinge: Die Göttin erschafft zwei neue Schicksalspaarungen, zum einen zwischen Briar und einer Leibwächterin – und zum anderen zwischen Calla und Grae. Außerdem taucht die Zauberin Sawyn auf, verflucht Briar und zwingt Calla auf diese Weise, nach einem Weg zu suchen, ihre Schwester zu retten. Ohne Grae macht sie sich auf eine Reise auf, doch es dauert nicht lange, bis ihr Schicksalsgefährte ihr nachfolgt …
Die Geschichte hatte einen wirklich packenden Anfang: Ich mochte Calla von Beginn an und liebte es, wie sie im Lauf der Geschichte ihr wahres Ich fand. Ihre Romanze mit Grae machte einen guten Eindruck und Briar bekommt genug Screentime, dass man sie vor ihrer Verfluchung lieb gewinnt, auch wenn sie danach leider deutlich in den Hintergrund rückt. Trotzdem war ich interessiert daran, wie Calla ihre Rettung angehen wird und verliebte mich schnell in die Musikgruppe, auf die sie auf ihrer Reise trifft. Diese bunte Gruppe an Charakteren war mein persönliches Highlight und ich mochte vor allem deren Leitungsperson Ora gerne, weil xier nicht nur allgemein sehr sympathisch ist, sondern auch Calla bei deren Selbstfindung hilft. Auch die anderen Mitglieder der Gruppe sowie Graes Leibwächter wuchsen mir schnell ans Herz, es war einfach ein sehr guter Cast an Nebencharakteren.
Allerdings fand ich die zweite Hälfte der Handlung deutlich schwächer. Callas Romanze mit Grae, die am Anfang noch sehr süß war, entwickelte sich bald zu einem sehr ablenkenden Handlungsstrang, weil es irgendwann nur noch darum geht, wann sie endlich miteinander schlafen können (weil sie nämlich ständig dabei unterbrochen werden). Calla scheint dabei sogar ihre Schwester zu vergessen und ihre Quest immer unwichtiger zu werden. Für eine sehr lange Weile passiert im Grunde nichts und ich hatte den Eindruck, dass Callas plötzliche Verlangen nach Grae vor allem ihrer Seelenverbindung geschuldet ist und nicht ihrer Liebe zueinander.
Dafür waren das Finale und das Ende überraschend grandios – das Finale war sehr spannend und dramatisch und das Ende äußerst zufriedenstellend. Es handelt sich bei diesem Roman nicht um einen Einzelband, kann aber problemlos als solcher gelesen werden, weil der zweite Band sich mit einem anderen Paar beschäftigt und die Geschichte von Calla und Grae hier sehr gut abgeschlossen wird.
Letztendlich bin ich aber sehr hin- und hergerissen, was das Buch selbst betrifft. Ich mochte die Nebencharaktere und Callas Selbstfindung sehr, aber die Romanze empfand ich als deutlichen Schwachpunkt, weil sie die eigentliche Handlung überschwemmte. Vielleicht ist dieser Roman gerade deshalb eher für Romanzen-Fans geeignet – denn was mir zu viel war, könnte für andere die perfekte Menge sein.
Jährlich findet auf der J. Everett High ein Krimispiel statt, das die Schülerinnen und Schüler für ein Preisgeld lösen können. Dieses Mal jedoch ist die Leiche echt: Xavier Torres, das für das Spiel auserwählte Opfer, wird von seiner Exfreundin Sierra tot aufgefunden. Sofort gilt sie als Hauptverdächtige und jeder sieht den Fall als so gut wie gelöst an. Auch Dulce liegt nicht viel daran, zu ermitteln, weil Sierra sie einst in einer wichtigen Angelegenheit verraten hat. Dulces beste Freundin Emi überredet sie, sich des Falles trotzdem anzunehmen, doch das macht es nicht leichter, den Täter zu finden. Ist es der Neue Zane, der ständig mit Dulce flirtet? Ist es die unschuldig wirkende Rose, mit der Emi gerade viel Zeit verbringt? Ist es Enzo, Xaviers Bruder, der ihn nicht ausstehen konnte? Oder doch Sierra, die sie alle anlügt? Dulce macht sich daran, den Fall zu lösen …
Diesem Jugendthriller gelingen einige Dinge ganz hervorragend – und einige leider nicht. Der Kriminalfall selbst ist großartig, weil absolut alle auf ihre Art verdächtig erschienen, valide Motive für den Mord haben und verdächtiges Verhalten an den Tag legen. Aus diesem Grund war ich auch für einige Zeit unsicher, wer letztendlich der Täter oder die Täterin sein wird, obwohl ich durchaus Vermutungen hatte. Nur leider war der Täter leider sehr, sehr offensichtlich – sogar so sehr, dass ich wirklich hoffe, dass die Geschichte einen anderen Weg einschlagen wird. Leider wurde ich diesbezüglich enttäuscht, was dem ganzen Fall einen unangenehmen Nachgeschmack gegeben hat. Vielleicht bin ich inzwischen einfach zu genre-savvy, aber dieser Aspekt des Falls hat mich persönlich sehr enttäuscht.
Auch, was die Charaktere angeht, brauchte ich eine ganze Weile, um mich für sie aufzuwärmen. Am Anfang waren mir fast alle unsympathisch, weil ihr Verhalten gegenüber Dulce bestenfalls herablassend und schlimmstenfalls antagonistisch war. Das schließt auch Charaktere ein, die sympathisch wirken sollen, wie Emi und Zane. Allein dadurch, dass so viele Charaktere verletzende Geheimnisse vor Dulce hatten, brillierten sie nicht gerade durch ihre Freundlichkeit. Im Lauf der Handlung wurde das allerdings besser, Dulce und Zane entwickelten eine sehr süße Romanze, Emi zeigte ihre Qualitäten als beste Freundin und auch andere zunächst unsympathische Charaktere – wie Sierra und Enzo – bekamen Momente, in denen sie ihre Vielschichtigkeit präsentieren konnten. Mit anderen Worten: Die Charaktere waren zunächst ein Kritikpunkt, entwickelten sich dann aber zu einem positiven Aspekt der Handlung.
Jemand, der zum Glück stets sympathisch war, war Dulce selbst. Sie macht zwar auch Fehler, ist ausgesprochen stur und ein wenig zu entschlossen, gewisse Charaktere (nicht) zu beschuldigen, aber nicht nur wird ihr Verhalten sehr gut erklärt, sie entwickelt sich während der Handlung auch und sieht ein, dass sie sich nicht immer richtig verhalten hat. Zudem schafft die Geschichte es großartig, ihre Beobachtungs- und Kombinationsgabe tatsächlich zu zeigen, während sie gleichzeitig realistische Fehler macht und den Fall nicht komplett im Alleingang löst. Das alles hat sie nur noch sympathischer gemacht und sie war neben Zane mein Lieblingscharakter.
Alle Charaktere haben natürlich ein Geheimnis, von dem sie auf keinen Fall wollen, dass es herauskommt – aber wie schon beim Haupttäter selbst fand ich es stellenweise erschreckend einfach, den Großteil ihrer Geheimnisse (und damit einen Teil der Twists) zu erraten. Natürlich nicht alle, aber doch einen erwähnenswerten Teil. Es kommen teils recht vorhersehbare Handlungsstränge vor, die diejenigen, die bereits viele Krimis bzw. Thriller gelesen haben (vor allem im Jugendbereich) relativ leicht kommen sehen können. Zum Glück gibt es auch welche, die überraschender sind, aber eben nicht nur.
Letztendlich war ich hin- und hergerissen, weil der Kriminalfall an sich sehr gut gemacht ist, seine Verdächtigen fantastisch vorstellte, aber auch Handlungselemente hatte, die man sehr leicht vorhersehen kann – andere Leser:innen vielleicht sogar noch besser als ich. Gleichzeitig war der Roman aber mitnichten schlecht, weil die vielen Geheimnisse mich gut durch die Handlung trieben und ich selbst die vorhersehbaren gut eingebracht fand. Von daher würde ich diesen Jugendthriller vor allem denjenigen empfehlen, die noch nicht so viele gelesen haben.
Schon mehrere Male ist Reina an der Jägerprüfung des Abschlussjahrgangs gescheitert. An Intelligenz mangelt es ihr nicht, sehr wohl aber an körperlicher Stärke, die sie immer wieder davon abhält, die Bestien zu besiegen und sich zu beweisen. Noch schlimmer wird es, als sie während der Bestienjagd Gefangene von dem Celesten Gavin und seinen Freunden wird. Von diesem Zeitpunkt an verändert sich ihr ganzes Leben – und gibt ihr vielleicht endlich die Möglichkeit, allen anderen zu zeigen, was in ihr steckt …
Es schmerzt mich, dieses Buch kritisieren zu müssen, denn es hatte eine der besten Stärken, die ich jemals gelesen habe: Reina ist eine der besten Protagonistinnen, die mir je untergekommen sind. Sie ist entschlossen, aufopferungsvoll und loyal, klug, mutig und ungeschickt, macht Fehler und steht zu ihnen, gibt niemals auf, stellt Fragen und akzeptiert früher oder später die Antworten (auch wenn sie natürlich von ihrer Erziehung geprägt ist) und ist allgemein unglaublich sympathisch. All diese Qualitäten werden tatsächlich gezeigt und es fiel mir deshalb leicht, mich in sie hineinzuversetzen, mit ihr mitzufühlen und mit ihr mitzufiebern. Sie war – und blieb – über den ganzen Roman hinweg eine phänomenale Protagonistin mit gut balancierten Stärken und Schwächen. Bereits am Anfang mochte ich sie aufgrund ihrer Qualitäten und sie wuchs mir im Lauf des Romans nur noch mehr ans Herz. Ernsthaft: Reina war mit Abstand das beste am ganzen Roman und der Hauptgrund, warum ich es trotz seiner Schwächen zu Ende gelesen habe.
Diese Schwächen sind nämlich leider sehr groß; der Schreibstil las sich recht sperrig, die Handlung war sehr langatmig und die Romanze nicht besonders einnehmend. Ich mochte Gavin nicht besonders, weil er seine Fähigkeiten auf eine Art nutzte, die mir nicht gefiel und ich (bis auf sein Aussehen) nicht verstand, was Reina an ihm fand. Neben ihrer Romanze hatte die Handlung leider nicht viel zu bieten; sie bestand größtenteils aus mehr oder weniger ziellosen Reisen, die auf Zufällen und Annahmen basierten, die nicht weiter hinterfragt werden, nicht einmal von der sonst so aufgeweckten Reina. Und ich weiß nicht, was genau mich am Schreibstil störte, aber er ließ mich das Buch verhältnismäßig langsam lesen. Wahrscheinlich entsprach er einfach nicht meinem Geschmack.
Zugegeben war nicht alles an der Handlung ausbaufähig: Ich mochte die große Wahrheit, mit der Reina konfrontiert wurde, das Volk der Celeste sowie das sehr gemeine, überwältigende Ende. Allerdings sind diese Aspekte selbst mit Reina als eine meiner absoluten Lieblingsprotagonistinnen nicht gut genug, um die Schwächen auszugleichen; ich kann den Roman nicht komplett empfehlen, aber auch nicht komplett davon abraten. Von daher finde ich, dass jeder und jede selbst entscheiden sollte, wie wichtig die erwähnten Aspekte für das eigene Lesevergnügen sind!
- Das Mädchen aus
- der Schwebenden Welt
- Axie Oh
- Loewe
- Fantasy
- Romanze
- Koreanische Mythen
- Himmelsfeen
- Dämonen
- Unterwelt
- Abenteuer
Ren und ihre Familie führen kleine Kunststücke auf, um sich ihr Geld zu verdienen. Dabei muss Ren ihre Lichtmagie verbergen, wenn sie nicht das Ziel von Kopfgeldjägern werden will. Doch als ihre Familie von einem Dämon angegriffen und ihr Onkel Samchon schwer verwundet wird, bricht ihre Magie aus ihr heraus – und weckt damit die Aufmerksamkeit der Menschen der Unterwelt, die entschlossen sind, sie zu finden. Darunter ist auch der Söldner Sunho, der im Gegenzug Informationen zu seinem verschwundenen Bruder bekommen will. Während Ren nach einem Heilmittel für ihren Onkel sucht, trifft sie auf Sunho – der nicht weiß, wer sie wirklich ist …
Das letzte Buch von Axie Oh („Das Mädchen, das in den Wellen verschwand“) hat mir sehr gut gefallen, doch muss ich zugeben, dass ich „Das Mädchen aus der Schwebenden Welt“ im Vergleich dazu „nur“ gut fand.
Der Anfang ist recht klassisch: Die Handlung wird in Bewegung gesetzt, weil Ren jemanden retten will, den wir als Leser:innen nur kurz kennenlernen. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, warum so viele Geschichten diesen oder einen ähnlichen Anfang haben, weil es schwierig ist, mit dem Schicksal eines Charakters mitzufiebern, der kein wichtiger Teil der Handlung ist. Indem Samchon Ren einfach begleitet hätte und dabei immer kränker geworden wäre, wäre ich sehr viel investierter in Rens Reise gewesen. Dasselbe gilt für Sunhos Bruder – dadurch, dass wir ihn nicht kennenlernen, war ich nicht allzu interessiert an Sunhos Suche, sondern eher an seiner persönlichen Vergangenheit.
Dafür waren Ren, Sunho und ihre Romanze überraschend gut umgesetzt. Von Anfang an ist klar, dass beide ihre Geheimnisse haben, die sie vor jedem anderen verstecken, weshalb ich neugierig darauf war, wie sie sich entwickeln würden. Hier gibt es auch ein paar interessante Twists, die ich nicht kommen gesehen habe und die mir deshalb sehr gefallen haben. Bei ihrer Romanze gab es weniger Drama, als ich erwartet habe, aber dafür mochte ich die Akzeptanz, die sie füreinander hatten. Nur eine Kritik habe ich bezüglich den beiden: Ich fand es unrealistisch, dass Sunho niemals misstrauisch gegenüber Ren war, obwohl sie am Anfang stets eine Maske trug. Wenn ich ein Söldner wäre und nach einem Mädchen in Rens Alter suchen würde, würde ich bei einem maskierten Mädchen sofort vermuten, dass sie die Gesuchte sein könnte – doch Sunho hat das nie getan, was ich dann doch merkwürdig fand.
Neben den beiden lernt man nur wenige Charakter näher kennen und die Handlung entwickelt sich leider auch in eine Richtung, die mir nicht immer gefiel. Die Art und Weise, wie die koreanische Sage umgesetzt wurde, war sehr gut, aber die Herkunft der Dämonen hat mich ein wenig enttäuscht; hier hätte ich mehr erwartet, zum Beispiel eine Verbindung zu der Sage.
Insgesamt also eine recht gute Fantasyromanze – keine herausragende, aber auch keine schlechte.
- Bury Our Bones
- in the Midnight Soil
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Als Frau Anfang des sechzehnten Jahrhunderts weiß María, dass sie nur ein Schicksal erwartet: Die Heirat mit einem Mann, den sie nicht liebt und der sich ebenfalls nicht um sie kümmert. Erst, als sie eine geheimnisvolle, alterslose Witwe trifft, bietet sich ihr eine Lösung – wenn auch keine, die sie erwartet hat. Als Vampirin neugeboren, benennt María sich in Sabine um und entdeckt die Genüsse ihrer neuen Freiheit. Boston, fast fünfhundert Jahre später: Nach einer leidenschaftlichen Nacht mit einem mysteriösen Mädchen namens Lottie fühlt Alice sich merkwürdig. Sie erträgt das Sonnenlicht kaum und dürstet nach Blut. Entschlossen, herauszufinden, was genau passiert ist – und warum – beschließt sie, Lottie zu finden …
Nachdem V. E. Schwab mir mit „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ eines meiner Lieblingsbücher meines Lebens beschert hat, war ich neugierig, ihren neuesten Einzelband zu lesen. Ich bin kein allzu großer Vampirfan, doch zum Glück zeigte Schwab schnell, dass sie sich an einer erfrischenden Mischung aus klassischen Vampirmythen (Holzpfähle, Hauseinladungen) und eigenen Ideen (Herzschlag während des Trinkens, Friedhöfe als Schwäche) bedient. Zudem liegt der Fokus nicht nur auf dem Vampirdasein – auch, wenn er natürlich eine große Rolle spielt –, sondern auch auf den Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten, die Sabine und Lottie erleben. Tatsächlich nimmt die Vergangenheit der beiden einen Großteil des Romans ein, aber genau das hat mir besonders gut gefallen – ihre Entwicklung zu erleben und die Veränderung der Zeit.
Entgegen den Erwartungen, die die Kurzbeschreibung schürt, erleben wir nicht alle drei Frauen auf einmal, sondern folgen in der ersten Hälfte Sabine und in der zweiten Lottie, wobei Alice während des ganzen Romans eine Rolle spielt (allerdings in der ersten Hälfte mehr Fokus bekommt). Doch sind alle drei Frauen komplexe Charaktere und ich war überrascht davon, wie sehr ich mit ihnen mitfieberte, obwohl oder gerade weil ich ihre Taten nicht immer billigte. Speziell Sabine, in die ich am meisten investiert war, stellte ihre Taten selten infrage, und Lottie und Alice, die es öfter taten, hatten dafür andere Schwächen, die sie positiv hervorhoben.
Allerdings hätte ich mir mehr von Alices Vergangenheit gewünscht. Wir erleben zwar mehrere Rückblicke, in denen Alices Charakter und die komplizierte Beziehung zu ihrer älteren Schwester thematisiert wird, doch Sabines und Lotties Vergangenheit wird sehr viel ausführlicher beschrieben und es gibt auch keinen unerwarteten Twist, der Alices Leben von den anderen abgehoben hätte.
Obwohl es in dem Roman um Vampire geht, fand ich die wenigen Menschencharaktere besonders faszinierend – Alessandro und Giada haben mir trotz ihrer imitierten Screentime das Herz gestohlen und ich hätte nichts dagegen gehabt, noch mehr von ihnen zu lesen.
Ab und an ist das Tempo der Geschichte etwas langsam, aber der wunderschöne Schreibstil mit den kreativ eingesetzten Stilmitteln hat es trotzdem leicht gemacht, sich in ihr zu verlieren. Dafür ging mir das Ende zu schnell und war insgesamt unbefriedigend – ich kann noch nicht einmal genau sagen warum, aber ich hatte mir mehr davon erhofft.
Insgesamt handelt es sich trotzdem um einen sehr empfehlenswerten Roman, der sicher nicht nur Vampirfans begeistert wird!
Seit dem Tod ihres Vaters müssen Eda und ihre Brüder den Dämonenpakt, den ihr Vater vor zwanzig Jahren eingegangen ist, für ihn weiter erfüllen, indem sie Verzweifelte einen Pakt mit ihrem Dämon eingehen lassen. Als nur noch zehn Jahre fehlen, geht Eda ein Risiko ein, indem sie selbst nach einem letzten Paktling sucht – doch gerät sie dadurch direkt in eine Falle, woraufhin ihre Brüder gefangen genommen werden. Um sie zu retten, ist Eda gezwungen, das zu tun, das sie immer vermeiden wollte: Einen Pakt mit einem Dämon schließen. Kit scheint zwar anders als andere Dämonen zu sein, doch auch er verlangt einen hohen Preis: Fünfzig Jahre im Austausch für seine Hilfe. Doch damit fängt ihr Abenteuer erst an, denn während die beiden zusammen Pläne schmieden, um ihre Brüder zu retten, kommen sie sich langsam näher – doch natürlich steht ihr Pakt stets zwischen ihnen …
Ich hatte das Buch bereits vor einigen Monaten als Leseexemplar gelesen und damals sehr genossen und da es kürzlich offiziell erschienen ist, beschloss ich, meine Erinnerung durch einen Re-Read aufzufrischen. Dieses Mal stand ich dem Roman tatsächlich ein wenig neutraler als zuvor gegenüber – ich sah natürlich immer noch seine wunderbaren Vorteile, aber auch die Nachteile stachen ein wenig mehr hervor.
Aber fangen wir mit dem an, was mir auch in diesem Re-Read sehr gut gefiel: Edas und Kits Romanze, die sehr viel Zeit bekommt, sich auf natürliche Weise zu entwickeln; die spannende Handlung, die mich gut durch den Roman trieb; und der flüssige Schreibstil, der es leicht machte, sich die beschriebenen Szenen vorzustellen. Vor allem die Romanze fand ich wunderbar, weil die Chemie zwischen Eda und Kit sowie die Entwicklung ihrer Beziehung einfach großartig war.
Dafür könnte man argumentieren, dass sie ein wenig zu viel Platz einnimmt. Denn obwohl das Buch auch andere wichtige Charaktere hat (Edas Brüder Ben und Lawrie, die Klinge Tenelle und die Alchemistin Robin), hatte ich das Gefühl, dass sie noch ein wenig mehr Zeit gebraucht hätten, um mir richtig ans Herz zu wachsen. Ich mochte sie immer noch, hätte mir aber trotzdem mehr Screentime für sie gewünscht.
Auch finde ich, dass es genug gewesen wäre, das Buch zu einem Einzelband zu machen, denn die Geschichte des Bandes wird in ihm vollständig abgeschlossen und das Ende, das einen zweiten Band ankündigt, wirkte für mich deshalb unnötig.
Insgesamt immer noch eine spaßige Fantasyromanze, die mich sehr gut unterhalten hat, aber definitiv mit der Betonung auf „Romanze“, weil der Fantasyanteil zwar wichtig ist, aber die Romanze eindeutig im Fokus steht. Von daher perfekt für diejenigen, denen genau so etwas gefällt!