- Canvas
- Ursula Poznanski
- Loewe
- Jugendbuch
- Science Fiction
- Virtuelle Welten
- Rätsel
- Mystery
- Falsche Identitäten
- Geheimnisse
Ein Jahr nach den Ereignissen des letzten Bandes erhält Jana zu ihrem Schrecken die Nachricht, dass Lauritz, der Hauptakteur hinter den damaligen Ereignissen, aus MinusNull geflohen ist. Der einzige Weg, ihn zu finden, scheint Janas neue Welt zu bieten: Canvas, eine Art Jobbörse, mit dessen Hilfe man sich als Ambient, eine Art Statist, in verschiedene Welten stationieren kann, ohne selbst erkannt zu werden. Doch schon bald merkt Jana, dass sie nicht die einzige ist, die diese praktische Welt für sich nutzt …
Ich bin sehr froh, dass ich direkt vor dem zweiten Teil den ersten noch einmal gelesen habe, denn es handelt sich tatsächlich um eine direkte Fortsetzung, die das Wissen des ersten Bandes voraussetzt und auf jeden Fall leichter zu lesen ist, wenn man noch alle Charaktere und ihre Rollen frisch im Kopf hat.
Dieser Band hat vor allem eine gute Mystery, was so weit ging, dass ich zwar wusste, was genau nicht stimmte, mir aber einfach nicht erklären konnte, wie das möglich sein sollte und ganz schön gestarrt habe, als das Geheimnis dahinter herauskam. Zugegeben gibt es auch sehr leichte Rätsel, die ich in dem Moment löste, in dem alle Puzzleteile mir zur Verfügung standen, doch dafür eben auch welche, bei denen ich wenig bis keine Ahnung hatte und deshalb gespannt war, wohin das Buch mich führen würde. Andere Leserinnen und Leser werden sicher ebenfalls etwas zu leichte und ein paar undurchschaubare Rätsel entdecken, aber die Mischung war zumindest für mich in Ordnung.
Die Ambientes spielen eine große Rolle und werden zu meiner Zufriedenheit sehr gut genutzt: Es machte Spaß, Jana dabei zuzuschauen, wie sie andere Rollen übernimmt und dabei versucht, nicht erwischt zu werden, aber auch, wie sie versucht, die wahren Identitäten hinter anderen Rollen zu durchschauen. Das Weltenhoppen war für mich wieder der beste Teil; wir lernen einige neue Welten kennen und auch ein paar bekannte, aber so oder so war es großartig, die vielen Facetten der virtuellen Realitäten zu sehen.
Zu meiner Überraschung mochte ich die Romanze zwischen Jana und Tivon, die ich im ersten Band nicht besonders realistisch fand, in diesem Band sehr. Die beiden verbringen tatsächlich viel Zeit miteinander, tauschen liebevolle Gesten aus und zeigen allgemein eine Chemie, die mich sehr investiert in ihre Beziehung machte. Leider sind andere Charaktere dafür schwächer vertreten; sie kommen natürlich vor, aber keiner hinterließ einen so starken Eindruck wie Jana und Tivon.
Das Ende geschah ein wenig zu plötzlich und wurde meiner Meinung nach etwas zu schnell und glatt gelöst, sodass ich erst einmal eine Weile brauchte, um überhaupt zu verstehen, warum die Ereignisse sich gerade überschlagen. Zudem sind durchaus noch Fragen offen, z.B., inwiefern die Menschen wieder in der realen Welt leben können werden; es gibt zwar Andeutungen auf eine Verbesserung, aber eine echte Lösung wurde leider noch nicht gefunden. Wer weiß also, ob wir noch einen dritten Teil bekommen.
Letztendlich ein gelungener zweiter Band, bei dem mir vor allem die verschiedenen Welten und Rätsel sehr gefielen!
- Cryptos
- Ursula Poznanski
- Loewe
- Jugendbuch
- Science Fiction
- Virtuelle Welten
- Verfolgungsjagd
- Klima
- Verschwörungen
Jana ist eine erfolgreiche Weltendesignerin, doch ausgerechnet in ihrer friedlichsten Welt Kerrybrook geschieht ein mysteriöser Mord – und zwar ein echter, was in den virtuellen Welten gar nicht möglich sein sollte. Um den Mord aufzuklären, sucht Jana in den verschiedenen Welten nach Hinweisen, worauf sie immer wieder auf das Motiv einer aufgespießten Taube stößt. Als sie die Welten verlassen will, stellt sie mit Schrecken fest, dass das nicht möglich ist, und erfährt zudem, dass ein Tod in einer der Welten für sie final wäre …
Ich habe Cryptos bereits vor sechs Jahren gelesen, doch zum Erscheinen des zweiten Bandes wollte ich mein Wissen auffrischen, weil ich zwar noch vieles in Erinnerung hatte, aber einiges nicht mehr und deshalb sicher gehen wollte. (Außerdem hatte ich ohnehin Lust, das Buch wieder zu lesen.) Es war wieder ein spaßiges Lesevergnügen, durchaus mit ein, zwei Kritikpunkten, aber sowohl unterhaltsam als auch zum Nachdenken anregend.
Damals liebte ich vor allem die verschiedenen Welten und tue es immer noch, weshalb mir vor allem die erste Hälfte des Romans sehr gut gefällt, in der Jana durch diese verschiedenen Welten reist. Was mir aber bei diesem Re-Read sehr positiv aufgefallen ist, sind die vielen subtilen Hinweise darauf, wie schlimm es in der realen Welt ist. All diese Hinweise habe ich beim ersten Mal definitiv überlesen, weshalb es umso interessanter war, sie bei diesem Re-Read zu entdecken. Vor allem die Art und Weise, wie sie nebenbei eingebaut wurden und Jana am liebsten auch ihre Zeit nur in virtuellen Welten verbringen würde, fand ich großartig, weil es leicht war, sich in sie hineinzuversetzen und die vielen kleinen Kommentare zur realen Welt zu ignorieren. Das machte die Geschichte auf erschreckende Weise noch realer.
Janas Romanze mit Tivon fand ich leider nicht besonders überzeugend, weil ich nur freundschaftliche Chemie zwischen ihnen spürte, weshalb ich ihren besten Freund Matisse und ihren Bruder Monty lieber mochte, obwohl sie nur wenig Screentime hatten. Tivon als Charakter war immer noch gut, aber die Romanze hätte meiner Meinung nach mehr Szenen gebraucht.
Zu den Dingen, die ich nicht mehr in Erinnerung hatte, gehörte das Ende – und das aus gutem Grund, weil es sehr offen und überhaupt nicht zufriedenstellend war. Umso froher bin ich, dass es eine Fortsetzung gibt, die die offenen Handlungsstränge hoffentlich auf gute Weise abschließen wird!
- Kian und das
- Erbe des Lichts
- Caryl Lewis
- Karibu
- Kinderbuch
- Fantasy
- Gestaltwandler
- Drachen
- Freundschaft
- Keltische Mythen
- Abenteuer
Seit zwölf Jahren gab es keinen Sommer und keine neuen Kinder, doch der zwölfjährige Kian hätte trotzdem nicht erwartet, dass ausgerechnet er, das jüngste Kind, die Macht haben soll, den Sommer zurückzuholen. Dafür muss er in die Unterwelt Annwn reisen und dort einen Weg finden, König Arawn zu besiegen, der über den Winter wacht und verschiedene Drachenarten kontrolliert. Seine Freunde Deryn, Finn und Eos helfen ihm dabei, doch letztendlich liegt es an ihm, die wichtigste Fähigkeit von allen zu Meistern: Das Heraufbeschwören eines Wasserpferds …
Dieses Kinderbuch bietet ein sehr cineastisches Abenteuer, das mir gut gefallen hat, doch bevor ich darauf eingehe, muss ich unbedingt auf eine verpasste Gelegenheit aufmerksam machen, an die ich über den ganzen Roman hinweg dachte: Wie schade ich es fand, dass Kian nicht von seinem besten Freund Jona begleitet wurde. Die wenigen Szenen, die sie im ersten Kapitel hatten, haben mich sehr beeindruckt und mich wünschen lassen, noch mehr von ihnen zu sehen, aber leider taucht Jona nur noch einmal kurz am Ende auf. Zwar denkt Kian natürlich regelmäßig an ihn und er dient auch als Motivation, seine Aufgabe gut zu erledigen und nach Hause zurückzukehren, aber ich kam nicht umhin, mir zu wünschen, z.B. Jona und den fröhlichen Finn zu ein und derselben Person zu machen, allein schon, damit diese einnehmende Freundschaft über das erste Kapitel hinaus bestehen kann. (Dasselbe gilt teils auch für Kians Eltern, von denen ich zwar durchaus erwartet habe, dass er sie verlassen muss, von denen ich mir aber auch gewünscht hätte, sie an seiner Seite zu sehen, weil ich sie so mochte.)
Gut, nachdem ich das losgeworden bin, kann ich auf den eigentlichen Roman eingehen, der meiner Meinung nach vor allem durch die bereits erwähnten cineastischen Szenen brilliert. Und das liegt nicht nur an den wunderschönen Innen-Illustrationen von Marina Vidal oder an dem wunderschönen Cover von Khadijah; Caryl Lewis‘ Schreibstil erlaubte es auch so, mir viele Szenen mühelos vorzustellen, von Kian, der sein Wasserpferd heraufbeschwört und reitet (was meine persönlichen Lieblingsszenen waren) bis zu ruhigeren Momenten mit seinen Freunden, spannenden Momenten mit den feindseligen Drachen und vielen Szenen mehr. Die Handlung lief fast schon wie ein Film vor mir ab und das gefiel mir sehr gut.
Deryn, Finn und Eos hätte ich gerne noch mehr kennengelernt; ich mochte sie durchaus (auch, wenn ich eine falsche Fährte bezüglich einem von ihnen etwas zu offensichtlich fand), aber ich wünschte, ich hätte in ihrer Freundschaft die Tiefe gesehen, die mich bei Kian und Jona trotz ihrer stark begrenzten Screentime so beeindruckt hat. Natürlich ist das hier ein Kinderbuch, bei dem man nicht unbedingt die Zeit hat, sich alles langsam entwickeln zu lassen, aber es mangelte mir trotzdem stark an mehr Informationen, Gesprächen und persönlichen Szenen mit den drei, die es mir erlaubt hätten, sie näher kennenzulernen.
Das Finale und Ende waren sehr zufriedenstellend und enthielten eine Botschaft, die ich gerne auch außerhalb von Kinderbüchern lesen möchte, wobei das Ende durchaus Raum für mehr Abenteuer lässt, die Geschichte aber so gut abschließt, dass ich sie auch als Einzelband mit Freuden akzeptiere. Sie bot schlicht ein spaßiges Abenteuer, das sich auch wirklich wie eines anfühlt!
Liesel möchte die Geschichte ihrer Großmutter Emmi aufdecken, weshalb sie eine Reise nach Polen plant, um dort die Antworten zu finden, die ihre inzwischen demente Großmutter nicht mehr geben kann. Eigentlich plant sie nicht, jemanden mitzunehmen – doch durch eine Verkettung unglücklicher Entscheidungen begleitet sie nicht nur ihre Großmutter, sondern auch der Altenpfleger Jascha. Auf der Reise hofft Liesel zudem, sich selbst zu finden – und entdeckt letztendlich mehr, als sie jemals erwartet hätte …
Ich hatte die Geschichte auf Empfehlung gelesen (und weil sie interessant klang), doch letztendlich entsprach sie leider nicht meinem Geschmack.
Das fängt bereits mit Liesel an: Sie war eine leider recht unsympathische Protagonistin, die fast alles negativ sah, fast nur das Schlimmste von anderen annahm und mir, um ehrlich zu sein, ganz schön auf die auf die Nerven ging. Und dabei konnte ich ihren Unmut durchaus nachvollziehen, denn wenn ich in ihrer Situation gewesen wäre, wäre es mir wohl auch schwer gefallen, ständig positiv zu denken und immer freundlich zu meinen Mitmenschen zu sein – aber trotzdem sorgte es für ein nicht besonders angenehmes Leseerlebnis. Zwar wird Liesel gegen Ende etwas besser, aber ihre negative Art wird sie nie ganz los.
Jascha gefiel mir dafür schon besser, aber die Romanze zwischen den beiden kam mir nicht besonders realistisch vor; die beiden hatten fast keine Chemie miteinander, weil Liesel sich konstant über Jascha beschwerte und höchstens seine äußerlichen Attribute lobte. Zugegeben glaube ich auch nicht, dass ihre Romanze als eine ewig währende geschrieben wurde, aber trotzdem hätte ich gerne mit den beiden mitgefiebert.
Die eigentliche Reise war wohl das Highlight des Romans. Ich mochte es, wie Emmi hier eingebunden wurde und sogar Liesel etwas positiver eingestellt war; die Reise war überraschend friedlich und tatsächlich schön, auch wenn es bis zu ihrem Anfang eine Weile dauert und sie eher Fragen als Antworten bietet. Tatsächlich hatte ich mich schon halb darauf eingestellt, dass wir gar keine Antworten bekommen werden, weil es z.B. auch gar keine Rückblicke gab, die uns welche hätten geben können; und obwohl ich diese tatsächlich schmerzhaft vermisst habe (es war schwer, sich um Charaktere zu sorgen, die nur erwähnt werden, statt leibhaftig aufzutauchen), war ich froh, dass wir letztendlich die Antworten bekamen.
Davor allerdings gibt es eine überraschend schockierende Handlungsentwicklung, die ich ehrlich gesagt überhaupt nicht mochte, weil sie so viele zufriedenstellende Antworten, Handlungsrichtungen und Charakterentwicklungen unmöglich machte. Gerade, weil ich stark darauf hoffte, dass eine bestimmte Beziehung zwischen zwei Charakteren sich auf positive Weise entwickeln würde, war ich umso deprimierter, dass die Handlung in eine ganz andere Richtung ging. Auch bei den Offenbarungen, die danach kamen, war eine dabei, die mich unter anderen Umständen dazu gebracht hätte, das Buch abzubrechen, weil sie so schrecklich war – aber dafür gab es auch zwei sehr zufriedenstellende Enthüllungen, die bereits vorher angedeutet wurden und die ich sehr mochte, weil sie so viele Fragen beantworteten.
Obwohl das Buch gute Momente hatte, ließ es mich letztendlich mit dem Wunsch zurück, eine andere Geschichte zu lesen – nämlich die von Emmi, die wir zwar erfahren, die aber noch einnehmender gewesen wäre, hätten wir sie wirklich erlebt.
Iggy möchte einfach nur ein normaler Junge sein, was mit seinem Tic nicht ganz einfach ist. Um möglichst unauffällig zu sein, hat er für die morgige Monatsfeier in seiner Schule bereits sein strahlend weißes T-Shirt vorbereitet. Doch dann taucht Yumiko, ein Katzenmädchen aus Japan, urplötzlich vor ihm auf und bringt alles durcheinander, einschließlich seines T-Shirts. Im Versuch, das T-Shirt zu säubern und Yumiko nach Hause zu helfen, starten die beiden ein Abenteuer, das sie so schnell nicht wieder vergessen werden …
Das charmante Cover und die Zeichnungen im Buch regten mich dazu an, die Geschichte zu lesen, weil sie nach einem spaßigen Abenteuer aussah, das eventuell auch Erwachsenen Freude bereitet. Doch leider muss ich sagen, dass ich es letztendlich nicht genießen konnte, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund: Yumiko.
Für mich war sie leider die große Schwäche des Romans, weil sie mir sehr unsympathisch war und ihre zahlreichen Missgeschicke mir immer mehr auf die Nerven gingen. Was ganz am Anfang noch lustig war, verwandelte sich sehr schnell in ein sehr frustrierendes Leseerlebnis: Etwa 95% der im Roman vorhandenen Probleme werden durch Yumiko ausgelöst, speziell durch ihre Ungeschicklichkeit und Unachtsamkeit. Es waren so viele vermeidbare Szenen, dass ich irgendwann einfach nur mit den Augen rollte, wenn Yumiko schon wieder ein Missgeschick geschah.
Doch das Frustrierende war nicht Yumikos Unvorsichtigkeit an sich, sondern die Tatsache, dass sie nie aus ihr lernte. Statt irgendwann zu realisieren, dass sie achtsamer und behutsamer mit ihren (und anderen) Gegenständen umgehen sollte, macht sie ihr Pech bzw. ihr Schicksal dafür verantwortlich, wenn wieder etwas schief geht. Anstatt zu begreifen, dass sie selbst der Auslöser für die meisten Probleme ist, was ihr erlaubt hätte, eine Charakterentwicklung durchzumachen, bleibt sie die ganze Zeit so ungeschickt, ruft nur „oh Gott, oh Gott, oh Gott“ und lamentiert über ihr Pech, das sie zu verfolgen scheint. Dabei ist es nie Pech, sondern schlicht Yumikos mangelndes Bewusstsein für ihre Umgebung. Ich las das Buch zu Ende in der Hoffnung, dass Yumiko am Ende eine wichtige Lektion für ihr eigenes Leben lernt und war sehr enttäuscht, als dem nicht der Fall war.
Iggy mochte ich dafür sehr gerne, konnte mich gut in ihn hineinversetzen, war investiert in seinen Charakter und die Beziehung zu seinem Vater Andy (von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte) und war äußerst zufrieden mit der Art und Weise, wie die Geschichte mit dem T-Shirt endete. Nach all dem Frust durch Yumikos Verhalten war ich positiv überrascht darüber, wie sehr mir der Abschluss von Iggys Geschichte gefallen hat.
Dadurch, dass Yumiko aus Japan stammt, kommen übrigens so einige japanische Ausdrücke vor, die zwar in der Regel erklärt werden, mich ab und an aber doch verwirrten. Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder der Altersgruppe noch verwirrter als ich sein werden oder im Gegenteil begeistert von der Inkorporation japanischer Begriffe und Denkweisen, aber ich wollte es auf jeden Fall erwähnt haben.
Letztendlich war das Buch leider nichts für mich, weil ich kein Fan der typisch ungeschickten Manga-Heldin bin, doch hoffe ich trotzdem, dass die eigentliche Zielgruppe mehr Freude an der Geschichte haben wird.
Direktor Schwarz braucht dringend die Hilfe der Hackebarts: Der Schulinspektor Otto Säuerlich möchte in drei Tagen die berüchtigtste Klasse der Schule, die 7 z, überprüfen. Alle Lehrer bis auf den beliebten El Zorro haben sich krank gemeldet und die einzige Hoffnung des Direktors liegt in der schlauen Lulu. Aber auch die anderen Hackebarts sind begeistert von der Vorstellung, ihre eigenen Lieblingsfächer zu unterrichten – bis sie die Klasse 7 z tatsächlich kennenlernen …
Witzig geht es auch im fünften Band weiter, und zwar mit einer tollen Idee: Die Hackebarts, die die wohl katastrophalste Klasse der Welt für einen Tag unterrichten müssen. Bis zum eigentlichen Tag dauert es zwar ein wenig, weil zunächst die Grundsteine der Handlung gelegt werden und die Hackebarts die Klasse zunächst in einem Übungstag kennenlernen, doch bereits da bedient sich Markus Orths seinem fantastischen Humor. Ich mochte vor allem seine genialen Wortwitze!
Das eigentliche Highlight bleibt natürlich immer noch der Unterrichtstag selbst. Adrijana mit Sport und Musik (zumindest theoretisch), Mönkemeier mit einer kreativen Kunststunde, Zosch mit Informatik (beziehungsweise: Zocken und Hacken), Lulu mit einer sehr erheiternden Deutschstunde, Brooklyn mit einem sehr erinnerungswürdigen Chemie-Experiment und zum Schluss Opa Hackebart mit Geschichte (und ein paar Themen mehr). Jede einzelne dieser Stunden war ein Highlight für sich und zusammengenommen bilden sie den wohl besten Teil des Buches. Ich mochte aber auch die Autofahrt mit Opa Hackebart und Walter, die zwar nur eine kleine Rolle spielt, aber ebenfalls witzig zu lesen war.
Von den neu eingeführten Charakteren hätte ich gerne noch mehr von El Zorro gesehen – er hat zwar seine Auftritte und sorgte für einen guten Abschluss, aber mir hätte es nichts ausgemacht, ihn noch öfter zu sehen, weil er schlicht ergreifend cool war!
Insgesamt ein gelungener Crazy-Family-Band, der nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken einlädt!
Harry Dresden ist ganz schön überrascht, als ihn ausgerechnet der Hüter Morgan, mit dem er bisher ein feindliches Verhältnis hatte, um Hilfe bittet. Der Rat hat scheinbar klare Beweise dafür, dass Morgan einen Mord begangen hat, während selbst Harry weiß, dass Morgan eher sterben würde, als seine überaus strengen Moralgrundsätze aufzugeben. Er muss herausfinden, wer der wahre Verräter im Rat ist, während er sich gleichzeitig mit persönlichen Problemen herumschlagen muss ...
Ich hatte es schon im ersten Band geahnt, aber dieser hier zeigte mir besonders stark, dass ich einfach nicht die Zielgruppe für diese Reihe bin.
Und das liegt nicht an der eigentlichen Story, die mit der Einführung von Skinwalkern einen tollen Schritt getan hat. Zwar war die Handlung manchmal vor sich hin tröpfelnd und ich hatte oft Schwierigkeiten, ihrer Entwicklung zu folgen, aber trotzdem gab es ein paar wirklich großartige und spannende Szenen, die mir sehr gefielen. Gerade der letzte Handlungsstrang auf der Insel war besonders gut und spannend.
Nein, es liegt an der Darstellung der weiblichen Charaktere. In den letzten Bänden schien ihre Darstellung langsam besser zu werden, doch in diesem hier kamen sie mir besonders stark sexualisiert vor, bis zu dem Punkt, an dem mir nur eine Frau einfällt, die davon ausgenommen wurde: Murphy. (Von der ich im Übrigen gerne mehr gesehen hätte.) Aber gerade in der ersten Hälfte war es geradezu bizarr, wie jede Frau eine sexualisierende Szene und davon abgesehen nur wenig Nutzen bekam. Es gibt zum Glück auch Ausnahmen (Molly war zum Beispiel immer noch großartig), aber gerade in diesem Band ist es mir stark aufgefallen und hat mich sehr gestört.
Was Harrys Beziehungen angeht, mochte ich es vor allem, wie die zu seinem Bruder Thomas gehandhabt wurde; die beiden hatten zwar nicht so viel Screentime zusammen, doch ihrer beider Entwicklung war sehr einnehmend.
Andere Charaktere stachen nicht besonders hervor und ich hätte zugegeben schon lange ein Personenverzeichnis gebraucht; es war mir geradezu peinlich, wie der Verräter entlarvt wurde und ich nur "Bitte wer?" denken konnte, weil es inzwischen zu viele Charaktere gibt, als dass ich den Überblick über alle behalten könnte.
Insgesamt werde ich die Reihe wohl mit diesem Band abbrechen, weil sie mir nicht mehr genug Spaß macht, ich die Handlung zu oft zu verwirrend finde und die Darstellung der weiblichen Charaktere sehr störend. Leider glaube ich, dass die Reihe zu sehr an ein männliches Publikum gerichtet ist, als dass ich sie vollauf genießen könnte.
Nachdem ihr Freund Max sie sitzen gelassen hat, braucht Aurora erst mal eine Auszeit in El Caracol, in dem sie früher regelmäßig mit ihren Eltern Urlaub gemacht hat. Bei einem Spaziergang zur Wetterstation begegnet sie Rafael, der zunächst einen unsympathischen Eindruck auf sie macht, bis sie erfährt, dass vor einem Jahr seine Freundin Valentina spurlos verschwunden ist. Aurora, die als Journalistin arbeitet, ist entschlossen, eigene Recherchen anzustellen – und kommt dabei Rafael immer näher ...
Diese kurzweilige Romanze war locker-flockig und gut für Zwischendurch geeignet, aber für mich tatsächlich nicht der am besten umgesetzte Teil dieses Rätselbuches. Denn mir kam sie trotz meiner Erwartung, dass sie vermutlich nicht allzu sehr ausgebaut sein würde, dann doch etwas zu schnell vor – vor allem, weil Aurora und Rafael nicht so viel Zeit und Momente miteinander verbringen, wie ich es mir gewünscht hätte. Außerdem nimmt ihr Exfreund Max meiner Meinung nach etwas zu viel Raum ein, was ebenfalls den Realismus der Romanze schwächte.
Doch das Geheimnis um Valentinas Verschwinden und Auroras Nachforschungen haben mich dafür sehr gepackt, auch, wenn ich mir wünschte, Aurora und Rafael hätten einen aktiveren Part in der Untersuchung eingenommen. Ihr Handlungsspielraum war leider recht klein, aber trotzdem war ich am investiersten, wann immer es um den Fall ging.
Dann gibt es da noch die Rätsel. Ich fand es sehr süß, wie sie sogar in die Handlung eingebaut wurden und mochte auch die Rätsel selbst. Am Anfang waren sie mir definitiv zu einfach und gegen Mitte/Ende gab es eines, das ich zu verwirrend fand, aber der gesamte Rest hatte eine sehr angenehme Schwierigkeitsstufe, die das Rätseln sehr spaßig gemacht hat. Außerdem gab es auch eine gewisse Variation, die dafür sorgte, dass mir nicht langweilig wurde.
Wer ein gutes Rätselbuch mit einer interessanten Mystery lesen will, ist hier gut bedient, nur die Romanzen-Fans werden sich vermutlich mehr wünschen.
- Mehl Magie und
- Machenschaften
- T. Kingfisher
- Second Chances
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Backen
- Magie
- Abenteuer
- Verfolgung
- Krieg
- Kreativität
- Humor
- Kleines Highlight
Mona ist vierzehn Jahre alt und hilft bei der Bäckerei ihrer Tante aus. Mit ihrer Magie kann sie Brot verzaubern, allerdings nicht viel mehr, weshalb sie sich auch nicht für eine besonders starke oder wichtige Magikerin hält. Doch dann findet sie in der Bäckerei die Leiche eines Mädchens und wird vor dem Frühlingsgrünen Mann gewarnt, der es auf die Magiker der Stadt abgesehen hat. Und es liegt an Mona, die bald die einzige übrig gebliebene Magikerin ist, die Herzogin zu warnen und einen Krieg zu verhindern – und zwar nur mit ihrer Backkunst …
Ich habe das Buch letztes Jahr bereits auf Englisch gelesen und fand es gut, doch jetzt auf Deutsch sogar noch besser! Das liegt möglicherweise daran, dass es mir immer noch leichter fällt, auf Deutsch als auf Englisch zu lesen, aber so oder so habe ich das Lesen sehr genossen und es machte mir Spaß, Mona und ihren kreativen Ideen zuzuschauen. Diese Geschichte hatte Szenen und magische Anwendungen, die ich bisher noch nirgendwo gelesen habe und die ich vermutlich auch nie wieder lesen werde; so kreativ, spaßig und dramatisch war die Art und Weise, wie Mona ihre magische Kraft anwandte!
Die eigentliche Handlung ist grob in drei Teile aufgeteilt: Das Finden der Leiche und die Anklage gegenüber Mona, der Frühlingsgrüne Mann und Monas Entschluss, die Herzogin zu warnen sowie der Krieg am Ende, bei dem Mona zeigen muss, was in ihr steckt. Diese Teile gehen fließend ineinander über, kamen mir aber wie separate Handlungsstränge vor – und zum Glück sehr gute! Am liebsten hat mir das spannende Ende gefallen, das Monas Möglichkeiten so gut aufzeigt, wobei mir aber auch sehr gefiel, dass über den ganzen Roman hinweg betont wurde, dass ein vierzehnjähriges Mädchen nicht gezwungen sein sollte, zur Heldin zu werden. Das mangelnde Handeln der Erwachsenen wird tatsächlich infrage gestellt, was ich wunderbar fand.
Von den Charakteren mochte ich die Herzogin, Spindle und den Lebkuchenmann am liebsten – die Herzogin, weil ich ihre vernünftige Art mochte, Spindle, weil er allgemein ein großartiger Freund war und der Lebkuchenmann, weil er von allen Kreationen Monas schlicht die beste ist. Alle drei spielen zudem eine wichtige Rolle in der Handlung, auch wenn ihre Charaktere an sich zugegeben nicht allzu komplex sind.
Insgesamt ist das eine wunderbare Cozy Fantasy, die vor allem durch ihre Kreativität besticht und ein wunderbares Abenteuer bietet!
- Die gestohlene Zeit
- Sam Sedgman
- Midas
- Kinderbuch
- Krimi
- Zeit
- Ermittlungen
- Hinweise
- Wissen
- Big Ben
- London
- Spannung
Isaac hilft seinem Vater, dem Uhrmacher, der für den Big Ben zuständig ist, gerade dabei, die Uhr umzustellen, als sein Vater kurz eine der kleineren Glocken kontrollieren will. Doch er kommt nicht zurück und Isaac befürchtet, er könnte entführt worden sein. Hattie, die gerne auf die Dächer der Stadt klettert, bestätigt seine Vermutung, denn zur selben Zeit hat sie einen verdächtigen Mann beim Big Ben gesehen. Hängt die Entführung vielleicht mit der Dezimalzeit zusammen, die bald in Großbritannien eingeführt werden soll? Zusammen machen die beiden sich daran, die Hinweise zu entschlüsseln, die Isaacs Vater ihm hinterlassen hat …
Dieser Krimi hat mich mit der Fülle an interessantem Wissen, das er zu bieten hat, positiv überrascht! Denn eigentlich hatte ich „nur“ ein paar spannende Ermittlungen erwartet (die wir auch bekommen), aber nicht die vielen interessanten Fakten rund um das Thema Zeit, den Big Ben im Speziellen, aber auch darüber, wie in London ein Gesetz verabschiedet wird. Natürlich hat der Autor sich bei einigen Bereichen ein paar Freiheiten genommen, die er in den Anmerkungen am Ende auch ausführt, aber größtenteils entsprechen diese Fakten tatsächlich der Wahrheit, was sie umso faszinierender machte.
Neben dem Krimi, bei dem Isaac und Hattie verschiedenen Hinweisen nachgehen, war ich zum Beispiel sehr fasziniert von der im Buch diskutierten Idee, einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag stattdessen in zehn Stunden aufzuteilen, mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. So gab es tatsächlich Länder wie Frankreich und China, die für eine gewisse Zeitspanne die Dezimalzeit benutzten, was mir neu war und was ich deshalb besonders interessant fand. Zwar stehe ich wie Isaac und sein Vater ganz hinter der bewährten Zeit, doch allein die Idee, sie anders zu messen, fand ich faszinierend.
All diese Informationsschnipsel fand ich sogar ein wenig interessanter als den Krimiaspekt, weil ich bei dem leider nicht so gut mitraten konnte. Das spannende Ende hat mir dafür sehr gefallen, nur der Weg dahin war für mich recht undurchsichtig.
Was die Charaktere angeht, bleiben die meisten recht eindimensional; nur die Hauptcharaktere und der Antagonist haben sich mir richtig eingebrannt, aber der Rest konnte bei mir keinen starken Eindruck hinterlassen. Insofern sind sie wohl eine Schwäche des Romans, aber zumindest eine, die mir zwar auffiel, mir aber nicht so viel ausmachte, weil die Handlung dafür gut umgesetzt war.
Was die äußerlichen Aspekte angeht, mochte ich lobend die Uhr erwähnen, die über jedem Kapitel eingezeichnet ist und mit jedem Kapitel von 11:01 bis 12:00 eine Minute vorrückt – ein cooles Konzept, das ich am liebsten in noch mehr Büchern lesen würde! Kritisch fand ich dafür die Diskrepanz zwischen dem Cover und den Illustrationen im Inneren; speziell Isaac sieht auf dem Cover überhaupt nicht so aus, wie er beschrieben und in den Illustrationen dargestellt wurde, was ich ein wenig irritierend fand.
Doch sind diese äußerlichen Aspekte letztendlich kein eigentlicher Teil der Geschichte – und diese ist speziell für wissbegierige Krimileser perfekt geeignet!
Im Zug von Cork nach Dublin landet Margo auf unerklärliche Weise in einem anderen Zug, in einer anderen Welt: Einer Welt, in der es Zeitzonen gibt, die die Länge der Tage und damit die Länge des Lebens bestimmen. Moon, ein Handlungsreisender, hilft ihr und bringt sie nach New Davia, einer Sechs-Stunden-Stadt, um herauszufinden, was er mit ihr tun soll. Margo möchte unbedingt wieder nach Hause, doch je länger sie in dieser Welt verbringt, desto mehr wünscht sie sich, den Bewohnern zu helfen. Doch die Garde hat es auf sie abgesehen und bald schon muss Margo zusammen mit Moon flüchten – und versuchen, eine Revolution in Gang zu setzen …
Das Prinzip der Geschichte ist wirklich großartig umgesetzt: Caroline O‘Donoghue ist es wirklich fantastisch gelungen, die Atmosphäre einer Stadt mit kurzen Tagen einzufangen. Denn das Faszinierende dabei ist, dass die Regel „ein Tag ist ein Tag“ gilt: Egal, wie viele Stunden ein Tag an einem bestimmten Ort hat, der Körper empfindet es als einen vollen Tag, während dem man je nach Zeitzone schneller oder langsamer altert. Gerade, weil Margo selbst natürlich an einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag gewöhnt ist, war es leicht, sich in ihr Entsetzen und ihre Bestürzung, aber auch in ihre Freude hineinzuversetzen, als sie mit den verschiedenen Tageslängen und ihren Vor- und Nachteilen konfrontiert wird. Wir erleben im Buch drei Städte mit drei verschiedenen Tageslängen, wobei mir vor allem die beiden kürzesten gefielen, weil deren Umsetzung so gut war.
Wichtig ist es, dass es wegen der Verfolgungsjagd zwar einige spannende Momente gibt, die Geschichte aber vor allem von ihrer melancholischen Atmosphäre lebt, den verschiedenen Leben der Menschen in den schnelllebigen Städten. Ich wünschte, wir hätten speziell die Menschen, die ab der Mitte der Handlung eingeführt wurden, näher kennengelernt, weil ich eine starke Bindung zu den Charakteren in New Davia hatte und traurig war, dass die allermeisten keine längerfristige Relevanz hatten.
Margo und Moon sind dafür beide sehr sympathische Protagonisten. Ihre Romanze fand ich „nur“ gut (sie war nicht schlecht, aber auch nicht phänomenal), aber die Charaktere selbst haben mir sehr gefallen und gerade Moons Leben hat mich sehr interessiert. Als Lunati, der fast sein gesamtes Volk verloren hat und an starkem Skipshock leidet (im Grunde die extreme Version einen Jetlags), war ich sehr investiert daran, wie er sein Leben in den Griff bekommen würde. Aber auch Margo und ihre langsame Entschlossenheit, den Menschen in den verschiedenen Städten zu helfen, gefiel mir sehr und machte sie zu einer guten Protagonistin.
Insgesamt eine atmosphärische Geschichte, die den Wert der Zeit hervorragend aufzeigt!
Endlich sind Tycho und Jax wiedervereint und werden sogar zusammen mit anderen Soldaten auf eine Mission geschickt, doch ihre lange Trennung hat eine Distanz zwischen ihnen geschaffen, die unüberbrückbar zu sein scheint. Auch Callyn und Alek sind nach der Enthüllung von Callyns Magie voneinander getrennt, werden aber zusammengeführt, um einen Auftrag für die Königin zu erfüllen. Auf dem Weg begegnen sie einer Scraver, die sie dazu anhält, Tycho zu finden, der einem anderen Scraver helfen soll. Gleichzeitig planen die Truthbringer, jeden auszulöschen, der Magie in sich trägt …
Mit diesem Band wird die Geschichte um Tycho, Jax, Callyn und Alek abgeschlossen und das glücklicherweise sehr zufriedenstellend. Beide Paare haben erst einmal ihr eigenes Abenteuer mit eigenen Problemen, bevor sie relativ spät aufeinandertreffen, um sich auf das Finale vorzubereiten. Was ihre eigenen Handlungsstränge angeht, war ich vor allem in Callyns und Aleks Storyline investiert, weil ihre Beziehung so faszinierend und komplex war, vor allem, weil der Konflikt zwischen ihnen so gut geschrieben war. Aber auch die Handlung allgemein war bei ihnen stets spannend, sodass es mir leichtfiel, mit ihnen mitzufiebern.
Bei Tycho und Jax dauert es dafür eine ganze Weile, bis ich in ihren Handlungsstrang reinfand, weil die Distanz zwischen den beiden so traurig zu lesen war und das Eifersuchtsdrama mich ganz schön frustriert hat. Hier hätte es mir gereicht, hätte Kemmerer auf das angedeutete Liebesdreieck verzichtet und sich ganz auf Tychos und Jax‘ Beziehung fokussiert, vor allem, weil diese tatsächlich sehr einnehmend zu lesen war, sobald sich die Wogen zwischen ihnen glätteten.
Obwohl die beiden Parteien wie gesagt recht spät aufeinandertreffen, bekommen die Charaktere größtenteils trotzdem genug Zeit, sich danach miteinander zu arrangieren; hier war es sehr erfrischend, dass ihre Antipathie zueinander (vor allem zwischen Alek und Tycho & Jax) nicht einfach verschwunden ist, sondern tatsächlich aufrechterhalten wurde, während die Charaktere gleichzeitig wussten, dass sie trotzdem zusammenarbeiten müssen, um etwas zu erreichen. Nur zwischen Jax und Callyn hätte ich mir eine ausführliche Szene gewünscht, in der sie sich aneinander anvertrauen, weil sie ebenfalls lange voneinander getrennt waren und schließlich Freunde sind.
Insgesamt empfand ich diesen Abschlussband als nicht so episch wie den ersten, aber aufgrund der Charakterbeziehungen besser als den zweiten, zumal er den Charakteren ein so zufriedenstellendes Ende gab. Die ganze Reihe war letztendlich eine gute Fantasytrilogie, die vor allem für diejenigen gut geeignet ist, die einen Fokus auf Charakterbeziehungen mögen!
- Stadt der Sänger
- und Verschwörer
- Judith Mohr
- Carlsen
- Kinderbuch
- Jugendbuch
- Fantasy
- Krimi
- Magie
- Ausbildung
- Freundschaft
- Untersuchungen
- Gesang
- Kräuter
Cor soll von der Magierin Maestra Carmen Ascendi ausgebildet werden. Ro, seine beste Freundin, begleitet ihn, obwohl sie selbst keine magischen Kräfte hat. Zunächst hat sie Schwierigkeiten, sich in der Familie einzugliedern, weil sie nicht von allen Familienmitgliedern akzeptiert wird, aber als Maestro Ascendi ihre Begabung für Gerüche entdeckt und Ro selbst die Kommunikation mit den Familienmitgliedern sucht, verbessert sich ihre Situation. Zusammen mit Cor will sie die „graue Krankheit“ untersuchen, die in der Stadt ausgebrochen ist und deren Ursprung niemand bestimmen kann. Im Geheimen helfen sie der Bevölkerung, während sie ihre Nachforschungen anstellen …
Obwohl ich es persönlich besser fände, den zweiten Band mit dem Wissen des ersten Bandes zu lesen, ist es nicht zwingend notwendig, weil Ros und Cors Abenteuer hier recht abgeschnitten von ihrem ersten ist. Leider ist es auch ein schwächeres Abenteuer, bei dem mich einige Aspekte gestört haben.
Zunächst einmal ist die Handlung zu langgezogen. Teils folgen wir Ros Ausbildung und ihrer wachsenden Bindung zu der Ascendi-Familie, teils ihren Untersuchungen mit Cor bezüglich der grauen Krankheit. Beide Aspekte an sich waren gut umgesetzt; ich mochte es, wie Ro speziell mit Livia eine langsame Freundschaft aufbaute, gerade, weil ich das nicht erwartete und es Ros Freundlichkeit hervorhob. Die Art und Weise, wie sie ihre Fähigkeit entdeckt und einsetzt, war ebenfalls hervorragend und sehr zufriedenstellend zu verfolgen, nachdem sie sich so lange danach sehnte, sich zu beweisen. Der Krimi-Aspekt war ebenfalls interessant, weil ich neugierig mitriet, wie genau die Krankheit wohl ausgebrochen ist und es liebte, Ro und Cor dabei zu verfolgen, wie sie verschiedenen Familien helfen. Doch obwohl all diese Handlungselemente einzeln betrachtet sehr gut umgesetzt waren, waren die einzelnen Handlungsstränge wie gesagt zu lang, zu langsam erzählt und mit vielen Wiederholungen, was die einzelnen Aspekte angeht. Hier finde ich, dass man einen beträchtlichen Teil der Handlung hätte kürzen können, ohne den Charakteren und ihrer Entwicklung zu schaden.
Apropos: Ro und Cor waren mir sympathisch, aber es fiel mir ein wenig schwer, mich in Ro hineinzuversetzen. Sie kam mir seltsam distanziert vor; ihre Handlungen machten sie liebenswürdig, aber ihre Gefühle kamen für mich nicht richtig rüber. (Mit einigen wichtigen Ausnahmen wie ihrem Trauma, das die Altersempfehlung aus gutem Grund für Kinder ab 12 Jahren ansetzt.) Was mich sehr überraschte, war im Übrigen ihre Beziehung zu Cor – für den Großteil des Romans wird hervorgehoben, dass sie ihn wie einen Bruder sieht, weshalb es für mich sehr plötzlich kam, als sich diese Gefühle auf einmal in romantische verwandelten. Allerdings war ihre Beziehung trotzdem sehr einnehmend und eindeutig eine Stärke des Romans.
Die anderen Charaktere machten größtenteils einen guten Eindruck, mit einer wichtigen Ausnahme: Maestra Ascendi, die leider sehr viel unsympathischer als Jonathan Fossell aus dem ersten Band war. Sie hatte zwar ihre positiven Momente, aber für mich reichte das nicht, um sie zu einem sympathischen Charakter zu machen; tatsächlich fand ich sogar, dass die Charaktere ihrem Verhalten gegenüber nicht kritisch genug waren. Denn Maestra Ascendi war nicht nur übermäßig streng, sondern sogar gewalttätig gegenüber ihren Lehrlingen, was von ihnen aber nie so negativ wahrgenommen wurde, wie ich es empfand. Das steht im starken Kontrast zu Jonathan Fossell, dessen väterliche Rolle im ersten Band mir sehr viel besser gefiel.
Insgesamt also ein zweiter Band, der zwar seine Stärken hatte, aber auch wichtige Schwächen, die leider nicht ausgeglichen wurden.
- Die magische Villa
- Nina Blazon
- Penguin Junior
- Kinderbuch
- Fantasy
- Freundschaft
- Magie
- Magische Wesen
- Rettung
- Abenteuer
Als kleine Kinder haben Lucy und Maya viel Zeit in einer alten Villa verbracht, die inzwischen einer Dame namens Frau Schmitt gehört. Eines Nachts sieht Lucy, wie ebenjene Frau Schmitt inmitten von Nebel auf dem Gelände steht und wie ein unheimliches Wesen aus der Straße ausbricht und entkommt. Zusammen wollen die beiden herausfinden, was es damit auf sich hat. Hilfe bekommen sie von Tim, der ein paar seltsame Aufnahmen gemacht hat, die er untersuchen will. Schließlich finden die drei heraus, dass die Villa in Wirklichkeit ein Refugium für magische Wesen ist – und Frau Schmitt, die eigentlich Sue Rubyred heißt, braucht ihre Unterstützung, um den Wesen zu helfen …
Dieses schöne Kinderabenteuer war angenehm zu lesen, hatte eine tolle Atmosphäre und vor allem einen sehr guten Fokus auf die Freundschaft zwischen den drei Hauptcharakteren. Gerade Lucy und Maya waren großartig, weil sie sich stets unterstützen und ihre wunderbare Freundschaft dadurch hervorragend zeigen, aber auch als Charaktere allgemein mochte ich sie sehr.
Mein Lieblingscharakter war dabei Maya, die mir unglaublich sympathisch war. Sie nimmt einen sehr aktiven Teil in der Handlung ein, ist sehr hilfsbereit und mutig, und mir kam sie stellenweise sogar mehr wie ein Hauptcharakter vor als Lucy. Natürlich bekommt auch Lucy einiges zu tun, aber ich möchte positiv erwähnen, dass ihre beste Freundin nicht einfach nur ein Extra ist, sondern tatsächlich ein gleichwertiger Hauptcharakter mit sehr viel Eigeninitiative.
Die magischen Wesen gefielen mir ebenfalls, wobei ich speziell das Nixenabenteuer mochte. Leider dauert es eine Weile, bis die Charaktere offiziell in die Welt der magischen Wesen eingeführt werden, aber ihre Integrierung in unserer Welt war dafür sehr gelungen.
Insgesamt also ein schönes Kinderabenteuer für Fans von Freundschafts- und Fantasygeschichten!
Seit elf Jahren lebt Fynn im Waisenhaus, doch hat er sich nie zugehörig gefühlt und verbringt seine Zeit viel lieber am Meer. Trotzdem hätte er nicht erwartet, dass seine Verbindung zu ihm weitaus stärker ist, als er je ahnte – bis ein Kapitän ihn adoptiert und ihn kurzerhand nach Akademar, die Schule des Meeres, bringt. Hier hofft Fynn, das Zuhause zu finden, nach dem er sich schon so lange sehnte, doch als sein Seelentier sich ausgerechnet als Oktopus erweist, fürchtet Fynn, dass die Herausforderungen gerade erst angefangen haben …
Dieses Kinderbuch war eine positive Überraschung, denn obwohl es eine eigentlich familiäre Geschichte erzählt, hat es mir ungewöhnlich viel Spaß gemacht!
Das fängt schon mit Fynn an, der ein sehr sympathischer Protagonist war, in den ich mich sehr gut hineinversetzen konnte; für mich war er die große Stärke des Romans, weil es so leicht war, mit ihm mitzufiebern und seine Geschichte gespannt zu verfolgen. Auch seine Freundschaft mit Loki, seinem Oktopus, war gut umgesetzt und hat mir sehr gefallen.
Von den anderen Charakteren stachen dagegen nur zwei hervor: Einmal der Kapitän, der Fynn zu Anfang adoptiert hat und von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte, weil seine Rolle so undurchsichtig schien; und dann noch Atalante, eine Mitschülerin Fynns, die mich ebenfalls positiv überraschte, weil ich ihre Charakterentwicklung nicht kommen sah. Alle anderen Charaktere bleiben größtenteils eindimensional, erfüllen ihren Zweck allerdings gut – es gibt viele bekannte Archetypen.
Auch, was die Handlung angeht, gibt es keine großen Überraschungen, weshalb ich umso überraschter war, wie viel Spaß es mir dennoch machte, sie zu verfolgen. Trotz des limitierten Worldbuildings, trotz der Tatsache, dass die Handlung aufgrund der Altersklassifizierung nicht so ausführlich ist, wie sie es hätte sein können – trotz alldem habe ich sie vollauf genossen und plane, auch den zweiten Band zu lesen, in der Hoffnung, dass er einige der Punkte weiter ausbaut.
Insgesamt ein tolles Kinderbuch für die Altersgruppe, das ein wunderbares Abenteuer bietet!