- Miss Moons höchst
- geheimer CLub für
- ungewöhnliche Hexen
- Sangu Mandanna
- penhaligon
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Magie
- Hexen
- Kinder
- Found Family
- Romanze
- Liebe
- Twists
Mika ist eine Hexe, die ihre wahre Identität nur in Social Media lebt, wo sie keine Angst haben muss, dass ihr irgendjemand auf die Schliche kommt. Bis es dann doch jemand tut und ihr ein Angebot unterbreitet: Sie soll drei jungen Hexen beibringen, ihre Magie zu kontrollieren, bevor sie entdeckt und auseinandergebracht werden. Sie ist zunächst zögerlich, lässt sich dann aber überreden. Und findet dort eine Familie, wo sie sie nie erwartet hätte …
Nachdem mir „Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste“ sehr gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt auch „Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen“ lesen – und auch dieser Fantasyroman war wunderbar gemütlich und einfach wunderschön!
Teilweise fand ich es zwar ein wenig ZU ruhig, aber insgesamt gelingt es der Autorin gut, die Handlung interessant zu gestalten. Und das liegt vor allem an den Charakteren: Mika und ihr Love Interest Jamie, die Mädchen Rosetta, Terracotta und Altamira, die Großväter Ian und Ken sowie Lucie, die eine tantenähnliche Rolle einnimmt, waren mir alle sehr sympathisch und es machte Spaß, ihnen bei ihren Abenteuern zuzuschauen. Speziell die Romanze zwischen Mika und Jamie nimmt viel Platz ein, was mir einerseits gefiel, weil sie so realistischer wirkt, was ich aber andererseits schade fand, weil ich gerne noch mehr von den Kindern gesehen hätte. Gerade die erste Hälfte gibt den dreien viel Screentime; ich mochte vor allem Terracotta gern und die Art und Weise, wie ihre zunächst frostige Beziehung zu Mika sich erwärmt. Aber danach wird die Romanze immer wichtiger und die Kinder geraten ein wenig in den Hintergrund, auch wenn sie natürlich immer noch eine wichtige Rolle in der Handlung spielen.
Apropos Handlung: Die Twists gegen Ende waren wirklich hervorragend und haben so einige Zusammenhänge enthüllt, die ich nicht kommen gesehen habe. Die Vergangenheit vieler Charaktere spielt für die Haupthandlung keine Rolle (was ich nur bei Jamies Vergangenheit schade fand, weil sie ein wenig zu schnell abgearbeitet wurde), aber am Ende kommen so einige Punkte zusammen, die eine schöne Zukunft garantieren. Das war insofern erfrischend, dass wir dieses Mal Charaktere bekamen, die auf erwachsene Weise mit ihrer Vergangenheit umgehen und entschlossen sind, ihre Zukunft besser zu gestalten.
Insgesamt also ein gemütlicher Fantasyroman für Zwischendurch!
- Am Ende will doch
- einer sterben
- Adam Silvera
- Arctis
- Jugendbuch
- Tod
- Todesbote
- Depression
- Selbstverletzung
- Borderline
- Suizidgedanken
- Heilung
- Romanze
- LGBTQ+
Nachdem er als Kind seinen Vater tötete, um seine Mutter zu retten, lebt Paz ein depressives Leben – so depressiv, dass er sich nach einem besonders schrecklichen Tag entschließt, es sich zu nehmen. Aufgehalten wird er von Alano Rosa, dem Erben des Todesboten-Imperiums, der ihm helfen will, das Leben wieder wertschätzen zu können. Schnell spüren die beiden eine Bindung zueinander, doch es ist nicht leicht, ihre Traumata zu überwinden, vor allem, wenn die Tiefen so viel stärker sind als die Höhen …
Ich habe das Buch bereits Mitte letzten Jahres auf Englisch gelesen, schob es jedoch vor mir her, es nochmal auf Deutsch zu tun, weil es mich zwar interessierte, wie die deutsche Übersetzung ist, viele Szenen des Romans aber zu deprimierend sind, um ihn einfach so zu lesen. Selbst jetzt, wo ich das nachgeholt habe, tat ich es mit einer Pause dazwischen – wobei das allerdings nicht nur an den schweren Themen lag, sondern auch daran, dass der Roman stellenweise sehr langgezogen ist.
Speziell die ersten zweihundert Seiten fühlten sich sehr, sehr lang an, weil in ihnen zwar durchaus wichtige Dinge passieren, ich aber das Gefühl hatte, dass sie um einiges hätten gekürzt werden können. Das trifft auch auf spätere Szenen zu, aber gerade am Anfang war es wirklich schwer, in den Roman zu finden, weil die Handlung so lange brauchte, um in die Gänge zu kommen.
Danach wurde es leichter, wenn ich auch immer noch eine Präferenz für Alanos Kapitel hatte, weil Paz‘ Sichtweise einen ganz schön runterzieht, während Alano mehr Varietät in die Handlung bringt. Die Bindung der beiden fand ich gut umgesetzt, aber wann immer sie allein oder mit jemand Anderem zusammen waren, bevorzugte ich Alanos Sichtweise.
Das Ende ist etwas überdramatisch und hatte meiner Meinung nach nicht genug Foreshadowing, was besonders seltsam ist, wenn man bedenkt, wie gut das Foreshadowing bezüglich gewisser Charaktertwists war. Und wie gesagt dauert es einfach zu lange, um zu diesem Ende zu kommen; Adam Silvera illustrierte hervorragend, dass Heilung keine gerade Straße, sondern eine verwinkelte Straßenkreuzung ist, aber das schadete auch dem Pacing der Geschichte.
Insgesamt habe ich diesen Band des Todesboten als den schwächsten empfunden: Immer noch ein Roman, die viele gute und bewegende Szenen hat, aber ein wenig zu lang und zu deprimierend für mich war.
- Kleopatra
- Saara El-Arifi
- Hoffmann & Campe
- Belletristik
- Ägypten
- Mystik
- Geschichte
- Pharaonin
- Liebe
- Magischer Realismus
- Opfer
- Herrschaft
- Intrigen
- Kleines Highlight
Mit achtzehn Jahren wird Kleopatra Pharaonin, doch fühlt sie sich unsicher, wie sie ihre Herrschaft sichern und führen soll. Ihre göttliche Gabe hat sich nie gezeigt und üble Gerüchte bedrohen ihren Posten zusätzlich. Doch ist Kleopatra entschlossen, Ägypten zu beschützen – was es sie auch kosten mag ...
Dieser Roman hat mich realisieren lassen, dass mein Wissen über Kleopatra nicht über die Oberfläche hinausreicht, aber obwohl Saara El-Arifi sich natürlich Freiheiten nimmt (speziell dadurch, dass die Geschichte einen Hauch von magischem Realismus hat), habe ich das Gefühl, Kleopatra mit diesem Roman tatsächlich kennengelernt zu haben.
Die Geschichte ist zunächst ungewöhnlich erzählt, denn Kleopatra als Erzählerin ist sich ihres eigenen Todes und ihren Darstellungen in der Moderne bewusst, wodurch es so wirkte, als würde sie die Geschichte aus dem Jenseits heraus erzählen. Das war zunächst gewöhnungsbedürftig, denn obwohl diese Referenzen an die Zukunft nicht übermäßig benutzt werden, verwirrten sie mich trotzdem.
Der eigentliche Schreibstil ist aber ausgesprochen angenehm zu lesen, sodass ich richtig durch die Seiten flog. Am meisten packte mich Kleopatras Entwicklung: Am Anfang ist sie eine unsichere junge Frau, die durch ihre Erlebnisse oft gezwungen ist, unmoralische Dinge zu tun, die sie aber auch selbstbewusster und entschlossener machen, bis sie zu einer würdevollen Pharaonin wird. Diese Entwicklung findet langsam und gemächlich statt, was sie sehr nachvollziehbar und realistisch machte – definitiv die größte Stärke des Romans!
Von den anderen Charakteren hoben sich Charmion (Kleopatras Vertraute) sowie Caesar und Marcus Antonius hervor. Charmion war ein unglaublich hilfsbereiter Charakter, die mir schnell ans Herz gewachsen ist; und auch Caesars und Marcus' Darstellung mochte ich sehr, obwohl sie im Vergleich nicht mal so viele Szenen haben (doch definitiv genug, um sich hervorzuheben). Ich verstand auf jeden Fall, warum Kleopatra alle drei so liebte.
Insgesamt ein schöner Roman, der Kleopatras Lebensgeschichte auf erfrischende Weise neu interpretiert!
Zusammen mit ihren Mitkämpfern lebt Brynn auf einem Schiff, doch endlich darf sie mit den anderen zum ersten Mal aufs Festland. Dort begegnet sie auf dem Markt einem geheimnisvollen jungen Mann, der sie sogleich in Schwierigkeiten bringt, bis zu dem Punkt, an dem sogar Krieg droht. Während ihre Kameraden überlegen, was nun mit Brynn geschehen soll, sucht der junge Mann, Acker, sie auf und behauptet, sie wäre in Wirklichkeit die verlorene Prinzessin Jovie. Brynn begreift, dass er die Wahrheit sagt und begleitet ihn in ihr eigentliches Zuhause, wo sie unbedingt herausfinden will, wer sie wirklich ist – während sie sich nach und nach in Acker verliebt …
Der Roman hat wirklich vielversprechend angefangen, aber leider nutzte er sein anfängliches Potential nicht. Ich mochte gleich zu Beginn das Setting und die Freundschaft zwischen Brynn, Kai und Messer, die als Trio gerne mal das Meer und das Land unsicher machen und mir sofort sympathisch waren. Dass sie alle ihr Leben auf einem Schiff lebten, fand ich ungemein faszinierend, und auch der erste Landbesuch – sowie die Konsequenzen, die daraus entstehen – war sehr gut und sehr spannend geschrieben.
Auch der Teil, als Brynn sich Acker anschließt und sie sich auf den Weg zu seinem Zuhause machen, hat mir sehr gefallen, weil die beiden eine gute Chemie zeigten, es hier aber mitten in der Handlung auch einen großartigen Twist gab, den ich wirklich sehr mochte … nur, um festzustellen, dass er sehr bald darauf zur Seite geschoben wird und Brynn noch nicht einmal mehr an ihn denkt. Dass ihre besten Freunde nach ihrem Weggang keine große Rolle mehr spielen, fand ich zwar schade, konnte es aber akzeptieren, aber dass diese Gelegenheit, die der Twist bot, nicht genutzt wurde, war sehr enttäuschend.
Auch am Ende gibt es einen Twist, aber obwohl er mir auf dem Papier ausgesprochen gut gefallen hat, gab es auf ihn keinerlei Foreshadowing, sodass er sehr unlogisch wirkte – als wäre er nur ein Twist um eines Twists willen. Hier hätte der Roman schon vorher Hinweise auf ihn einbauen sollen, damit er nicht ganz so sinnbefreit wirkt.
Und dann wäre da noch die Romanze, die stark anfing, mit langsam wachsenden Gefühlen, aber auch der Frage, ob die Bindung, die zwischen Brynn und Acker besteht, ihr überhaupt eine Wahl lässt. Nur wurde dieser wichtige Punkt irgendwann nicht mehr angesprochen und sobald die Romanze richtig losging, verwandelte sich Acker vom geduldigen, gewitzten Love Interest in einen, der mir sehr unsympathisch wurde, weil er Brynn keinerlei Respekt und Entscheidungsfreiheit entgegenbrachte und den Eindruck machte, er hätte ein Anrecht auf sie, ohne dass sie diesbezüglich Mitspracherecht hätte. Das wird ihm zwar durchaus negativ angekreidet, wofür ich dankbar war, aber irgendwann dann nicht mehr erwähnt, obwohl sein Verhalten eher schlimmer als besser wurde.
Insgesamt finde ich, dass dieser Roman sehr davon profitiert hätte, mehr Worldbuilding einzubauen, den Nebencharakteren mehr Screentime zu geben, die Twists besser anzudeuten und die Romanze liebevoller zu gestalten. Denn all diese Aspekte sind gerade in der ersten Hälfte des Romans sehr stark und trieben mich begeistert zum Weiterlesen an, aber die zweite Hälfte hat all das Potential der ersten Hälfte leider nicht genutzt. Von daher kann ich leider keine Empfehlung aussprechen, weil die positiven Punkte nach und nach ins Gegenteil verkehrt wurden.
- Die berühmtesten
- Mythen der
- Wissenschaft
- A. Houlou-Garcia
- Reclam
- Sachbuch
- Mythen
- Tatsachen
- Lügen
- Wahrheit
- Informativ
Ob es nun um den Apfel geht, der Newton auf den Kopf fällt oder um die Erde, die im Mittelalter als flach angesehen worden sein soll: Die Wissenschaft ist voll von Mythen, die immer und immer wieder verbreitet werden, obwohl zumindest teilweise klar ist, dass sie nicht stimmen. Doch woher kommen sie überhaupt? Was ist die Wahrheit und wie wurde sie zu einer Geschichte, die die eigentlichen Ereignisse verfälscht?
Als Fan von Mythen und als Fan von Wissenschaft war ich sofort interessiert an diesem Sachbuch, wobei ich vor allem fasziniert davon war, die Quellen verschiedener Mythen zu erfahren. Einen Teil der Mythen kannte ich bereits als solchen, aber vom anderen hatte ich zuvor noch nicht gehört, was es umso faszinierender machte, zuerst den Mythos zu erfahren und danach, wie er entstand. Das Schöne ist also, dass man nicht nur bekannte Informationen, sondern eben auch neue erhält.
Besonders wusste ich es zu schätzen, dass tatsächlich Recherche hinter den einzelnen Kapiteln steckt, mit einem guten Quellenverzeichnis, dessen Inhalte kurz und knackig zusammengefasst wurden. Das war so erfrischend: Wir hatten informative Kapitel, die uns Wahrheit und Legende präsentierten und gleichzeitig ein Leseerlebnis, das interessant und gut zu lesen war. Eine wunderbare Kombination!
Für alle, die sich ebenfalls für die Mythen der Wissenschaft interessieren, findet sich hier ein großartiges Sachbuch – und vor allem eine wichtige Erinnerung daran, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht zu überhöhen, weil sie auch nur Menschen sind. Etwas, das durch das Wiedererzählen der Mythen leider gern vergessen wird!
- Die Insel
- meiner Schwester
- Sara B. Elfgren
- Heyne
- Belletristik
- Schwestern
- Missbrauch
- Mord
- Spannung
- Vergangenheit
Schon seit Jahren hatte Mirjam mit ihrer Halbschwester Nia keinen Kontakt mehr, doch als sie überraschend zu deren vierzigsten Geburtstag eingeladen wird, nimmt sie an. Inzwischen wohnt ihre Schwester auf der Insel, auf der sie zum ersten Mal indirekt Kontakt aufnahmen – zusammen mit Konrad, ihrem missbräuchlichen Ehemann. Mirjam wollte schon immer, dass Nia sich endlich aus dieser Beziehung befreit, obwohl sie natürlich weiß, dass das nicht so einfach ist. Aber dann kommt sie auf der Insel ihrer Schwester an – und dort im Badezimmer liegt Konrad, während Nia angespannt den Besuch früherer Freunde erwartet …
Dieser Roman erzählt eine klassische Geschichte, die man sicher schon in anderen Büchern gelesen hat, weshalb es mir schwer fällt, sie akkurat zu bewerten. Denn insgesamt setzte sie viele Aspekte sehr gut um – aber dadurch, dass die Handlung selbst so klassisch war und wenig am bekannten Schema änderte, empfand ich sie nicht als Highlight.
Aber fangen wir mit den positiven Punkten an: Ich mochte die schwesterliche Beziehung zwischen Mirjam und Nia sehr gerne, sowie die Art und Weise, wie ihre Vergangenheit beschrieben wurde. Es war leicht, mit ihnen mitzufiebern, weil wir tatsächlich ihre ganze Entwicklung erleben und noch dazu auch wichtige Momente ihrer Vergangenheit. Gerade bei Nia empfand ich großes Mitgefühl, weil ich mich zwar glücklicherweise nie in ihrer Situation befunden habe, es aber trotzdem leicht war, sich in sie hineinzuversetzen. Sie war einfach so packend und einfühlsam geschrieben, sodass ich die ganzen vergangenen Momente insgesamt sogar ein wenig mehr mochte als die Gegenwart.
Natürlich hat die Gegenwart ihren eigenen Weg, Spannung aufzubauen: Dadurch, dass Mirjam und Nia sich Mühe geben müssen, sich ihren Gästen gegenüber nichts anmerken zu lassen, entstand über den Großteil des Romans hinweg eine unterschwellige Spannung, wie eine Bombe unterm Tisch, die jederzeit hochgehen kann. Die Spannung erhöhte sich zudem im Lauf der Handlung, sodass ich umso mehr mitgefiebert habe.
Das einzige Problem dabei ist leider auch das größte: Es ist recht offensichtlich, in welche Richtung sich die gegenwärtige Handlung entwickeln wird. Ja, es gibt durchaus ein, zwei Überraschungen, die zur Spannung beitragen, aber die Handlung selbst ist relativ vorhersehbar. Hier hätte ich mir noch mehr Überraschungen und Twists gewünscht, weil im Grunde von Anfang an klar ist, wie die Geschichte enden muss, um zu einem zufriedenstellenden Ende zu kommen.
Doch wem das nichts ausmacht und wer dafür die anderen Stärken des Romans zu schätzen weiß, findet hier eine wunderbare Schwesterngeschichte!
- Mortimers Geheimnis
- Rebecca Stead
- Wendy Mass
- Arena
- Kinderbuch
- Mystery
- Krimi
- Bibliothek
- Geheimnisse
- Kater
- Geister
- Ermittlungen
- Spannung
- Twists
- Wohlfühlbuch
- Kleines Highlight
Mortimer ist ein Kater, der auf einen kleinen Bücherschrank aufpasst. Eines Tages kommt der Schüler Evan vorbei und nimmt sich spontan die beiden schmalsten Bücher. Zu seiner Verwunderung stellt er fest, dass fast alle Bücher des Bücherwagens offizielle Bücher aus der damals niedergebrannten Stadtbibliothek sind, die alle am selben Tag zurückgegeben wurden. Mehrere Bücher wurden damals von Evans Vater ausgeliehen, eines sogar vom berühmten Autor H. G. Higgins, in dem ein mysteriöses Polaroid-Foto steckt. Was hat es damit auf sich? Was geschah damals in der Bibliothek? Und was hat der Kater Mortimer mit all dem zu tun? Zusammen mit seinem besten Freund Rafi macht sich Evan an die Detektivarbeit …
Dieser wunderschöne Kinderroman ist unglaublich angenehm zu lesen und erzählt eine relativ schlichte, aber dafür sehr einnehmende Geschichte. Verschiedene Sichtweisen puzzeln ein Mysterium zusammen, das mir als Erwachsene zwar teilweise klar war, aber definitiv nicht ganz: Es gab ein, zwei Überraschungen, die ich nicht kommen gesehen habe und die mir deshalb umso mehr gefielen. Tatsächlich wünschte ich mir, dass auch der Haupttwist der Handlung – Mortimers Geheimnis – etwas weniger offensichtlich gewesen wäre, denn schließlich haben die beiden Autorinnen bereits hervorragend gezeigt, dass sie gute, unvorhersehbare und gleichzeitig logische Twists schreiben können!
Aber um ehrlich zu sein, ist das letztendlich eine kleine Kritik, denn die eigentliche Handlung hat mir so viel Spaß gemacht, dass mir die teils offensichtlichen Zusammenhänge nichts ausmachten. Gerade der Mystery-Aspekt war unglaublich gut gelungen, denn ich habe mich durchaus gefragt, wie die verschiedenen Handlungselemente miteinander verwoben sind und auf welche Weise sie aufeinandertreffen würden. So gibt es zum Beispiel auch einen wichtigen Handlungsstrang mit tatsächlichen Geistern, der ebenfalls eine Rolle spielt und für mich lange ein Mysterium war. Allgemein gibt es viele Details, die noch für später relevant und nicht immer offensichtlich sind.
Gleichzeitig ist das Buch nicht nur eine Detektivgeschichte, sondern auch eine emotionale, die speziell das Thema der Schuld in den Vordergrund rückt. Zwar habe ich die Mystery-Elemente am meisten genossen, mochte aber auch die Szenen, in denen wir den Charakteren bei alltäglicheren Geschehnissen folgten.
Ich glaube, das einzige, was mich verwunderte, war, dass das Leben von Evans bestem Freund Rafi gar nicht richtig kommentiert wird. Seine Eltern haben unzählige Regeln für ihn, die das, was er tun darf, stark einschränken, ohne, dass die Geschichte das beurteilt (weder positiv noch negativ). Evan und Rafi machen zwar ein paar Kommentare diesbezüglich, aber alle anderen Charaktere scheinen das Verhalten der Eltern komplett normal zu finden, ohne dass ich mir erklären konnte, ob das zum Humor der Geschichte gehört (was wahrscheinlich ist) oder eine Logiklücke ist (was ich nicht für wahrscheinlich halte, mir aber so vorkam). Ist eigentlich ein verhältnismäßig unwichtiger Teil der Handlung, aber einer, der mir aufgefallen ist.
Doch zusammengefasst haben wir trotz der kleinen Kritikpunkte eine absolut wunderbare Geschichte, die sich gerade für Mystery- und Spannungsfans sehr gut eignet – und nicht nur für Kinder ist!
- Das Lied der Krähen
- Leigh Bardugo
- Droemer Knaur
- Fantasy
- Heist
- Spannung
- Charaktere
- Geheimnisse
- Twists
- Highlight
Sechs Außenseiter auf einer scheinbar unmöglichen Mission: Kaz, der Ränkeschmied; Inej, das Phantom; Nina, die Entherzerin; Matthias, der Hexenjäger; Jesper, der Glücksspieler; und Wylan, der Demo-Experte. Alle mit ihren eigenen Zielen, ihren eigenen Plänen und ihren eigenen Geheimnissen. Denn die größte Schwierigkeit ist nicht die Heist selbst, sondern ihre komplexen Beziehungen zueinander ...
Ich hatte mal wieder Lust, einen phänomenalen Roman zu lesen und was eignet sich da besser als einer, von dem man bereits weiß, dass er einer ist? Beziehungsweise: Eine neue Edition, die nicht nur Charakterporträts beinhaltet, sondern auch die aktuelle deutsche Übersetzung, die in meiner alten Variante noch von "Grischa" spricht und die ich hier zum ersten Mal als "Grisha" lesen durfte. Ist natürlich nur eine Kleinigkeit, aber dennoch erfrischend! Denn so ikonisch das englische Original ist, bevorzuge ich gerade bei Fantasy eine gute deutsche Übersetzung, die wir hier geliefert bekamen.
Die Handlung und die Charaktere sind so einnehmend wie zuvor, wobei mir in diesem Reread vor allem die Dialoge positiv aufgefallen sind – sie sind pointiert, humorvoll und hauchen den Charakteren (und deren Beziehungen zueinander) Leben ein. Ich habe mich oft gefragt, was die Krähen zu so fesselnden Charakteren macht und ein Teil davon entsteht definitiv durch die Dialoge.
Bei der Handlung habe ich mich diesmal auf die kleinen Details konzentriert, die weitaus mehr Bedeutung haben, als es zunächst den Anschein hat. Leigh Bardugo setzt Foreshadowing großartig ein, was es so zufriedenstellend macht, das Buch noch mal zu lesen und dabei etwas zu entdecken, das mir bisher nicht auffiel. Davon abgesehen ist das Pacing sehr angenehm und ließ mich geradezu durch die Seiten fliegen.
Insgesamt bin ich immer noch begeistert und beeindruckt davon, wie Leigh Bardugo eine so fantastische Welt erschaffen hat! Die Krähen-Dilogie gehört immer noch zu meinen absolut liebsten Fantasybüchern und speziell diese Collector's Edition war ein wunderbarer Weg, sie wieder zu erleben!
- Weihnachten mit
- Familie Winz
- Nina Blazon
- Laura Bednarski
- Ravensburger
- Kinderbuch
- Vorlesebuch
- Adventskalender
- Familie
- Freundschaft
- Unterschiede
- Gemeinsamkeiten
Merkwürdige Dinge gehen in Maras Wohnung vor. Am ersten Dezember findet sie ihre Socke, die zu einem Ball zusammengeknüllt ist, und ein Kreidekreuz unter ihrem Bett, sowie fehlende Schokolade im Adventskalender. Was geht da nur vor sich? Zusammen mit ihrem Bruder Flo, ihrer Freundin Aylin und dem frisch eingezogenen Helgi versuchen die Kinder, herauszufinden, wer in der Wohnung Chaos veranstaltet. Und stellen bald fest: In ihrer Wohnung wohnt noch eine Familie, die alle so groß sind wie ein Daumen!
„Weihnachten mit Familie Winz“ war die erste Adventskalendergeschichte, die ich tatsächlich entsprechend den einzelnen Tagen gelesen habe, allerdings ist es ziemlich offensichtlich, dass diese Geschichte eindeutig fürs Vorlesen geschrieben worden ist. Und das noch nicht einmal aufgrund der Handlung, die mir sehr gefallen hat, sondern aufgrund der kurzen Kapitel, die fast immer sehr abrupt enden, als wäre mitten im Kapitel ein Cut gemacht worden und nicht an der Stelle, an der er eigentlich geeignet gewesen wäre. Das ist für mich tatsächlich ein wichtiger Kritikpunkt: Obwohl es sich um eine Adventskalendergeschichte handelt, hatte ich das Gefühl, ich hätte mehr Spaß gehabt, wenn es einfach eine normale Vorlesegeschichte gewesen wäre.
Denn wie gesagt ist die eigentliche Handlung mit Mara, die zusammen mit ihren Freunden auf Lina und die anderen Winzens trifft, sehr süß aufgemacht und mir gefiel es vor allem, wie hier sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten auf wunderbare Weise hervorgehoben wurden, während die Kinder gleichzeitig mit Problemen konfrontiert waren, die sich nicht immer leicht lösen ließen. Letztendlich geht die Geschichte natürlich für alle gut aus, aber ich mochte es sehr, dass realistische Hindernisse und einfühlsame Gedankengänge stark hervorgehoben wurden.
Nur das Format wollte nicht so wirklich zu der Geschichte passen. Zugegeben kann ich das nicht vollkommen beurteilen, weil ich die Geschichte für mich selbst gelesen habe, aber es hat mich dennoch verwirrt, wie abrupt fast alle Kapitel endeten. Die Länge selbst war nicht störend, auch wenn sie für leicht ältere Kinder zu schnell vorbei sein könnte, aber die scheinbar willkürlich gesetzten Kapitelenden waren dann doch seltsam. Fast bin ich gewillt, die Geschichte noch mal als Ganzes zu lesen, weil ich das Gefühl habe, dass sie als solche ihre Stärken noch viel besser zeigen könnte!
Insgesamt also eine süße Vorlesegeschichte, die ich persönlich als Ganzes lesen würde :)
Yeeran hat ihre Geliebte Furi in Mosima zurückgelassen, um einen potentiellen Krieg zwischen Elfen und Fae zu verhindern, auch, wenn das bedeutet, dass sie zu ihrer ehemaligen Geliebten Salawa zurückkehren muss. Lettle währenddessen möchte den Fluch der Fae brechen, indem sie Afas Grimoire findet. Dabei gerät sie nicht nur in Konflikt mit den Lichtlosen, sondern trifft auch auf den Nomaden Alder, der der Schlüssel zur Lösung sein könnte. Doch es gibt einen Verräter in ihren eigenen Reihen, der es auf Lettle abgesehen zu haben scheint …
Es ist schon eine kleine Weile her, dass ich „Faebound“ gelesen habe, aber zum Glück gibt es am Anfang eine in die Handlung eingebaute Zusammenfassung, in der Lettle die Ereignisse des ersten Bandes aus ihrer Sicht schildert. Das war nicht nur sehr geschmeidig gelöst, sondern eine sehr gute Auffrischung für den zweiten Band.
Dieser war genauso wie der erste sehr angenehm zu lesen, hatte einen flüssigen, qualitativen Schreibstil und vor allem sehr einnehmende Charaktere. Besonders Lettle und Alder sind mir sehr ans Herz gewachsen; Lettle hatte die wohl wichtigste Rolle in der Handlung, weil sie sie aktiv vorantrieb, öfters in Gefahr schwebte, sich für die Lichtlosen einsetzte und zudem ihr Geheimnis vor Rayan hatte. Das alles hat ihre Geschichte besonders einnehmend gemacht, während ihre Schwester Yeeran im Vergleich dazu fast schon wie ein Nebencharakter wirkte. Ironischerweise fand ich deren Parts mit Salawa interessanter als ihre Parts mit Furi, wobei ich allerdings froh bin, dass hier unnötiges Drama vermieden wurde – kein Liebesdreieck, kein Betrügen, sondern schlicht die komplexe Wirklichkeit von zwei Menschen, die sich einmal liebten.
Mit dem Neuzugang Alder konnte ich zunächst nicht viel anfangen, weil mir seine Verbindung zum Rest der Handlung nicht klar war, aber er wuchs sehr schnell zu meinem Liebling! Nicht nur war er allgemein ein sympathischer Charakter, auch seine Chemie mit Golan hat mir sehr gefallen. Zugegeben ist ihre Romanze recht klassisch, mit vielen kleinen Momenten, die sie einander näher bringen und ohne zu viel Drama, aber gerade deshalb war es so süß, die beiden zusammen zu sehen. Tatsächlich kamen sie mir stellenweise wie das Hauptpaar vor, weil die Entwicklung ihrer Romanze einen Kontrast zu den bereits etablierten bildet und sie zudem sehr viel Zeit miteinander verbringen, während die anderen Paare (vor allem Yeeran und Furi) oft getrennt voneinander sind.
Was die eigentliche Handlung angeht, fand ich es gut, dass die Lichtlosen hier eine größere Rolle spielten, weil es sehr leicht ist, sich in sie hineinzuversetzen. Nur die Suche nach dem Verräter erschien mir zu leicht, denn dadurch, dass die Auswahl sehr begrenzt ist, war es nicht schwer, zu erraten, wer es sein würde. Dafür gibt es aber andere Twists, die mich angenehm überraschten und teils schockierten – vor allem der Twist am Ende, der den gesamten Kontext beider bisherigen Bände komplett ändert und mich sehr gespannt auf den finalen Band der Trilogie macht.
Insgesamt haben wir hier eine gute Fortsetzung, die den Fokus vor allem auf die Charakterbeziehungen und persönlichen Probleme legt. Natürlich gibt es auch spannende Szenen, aber am wichtigsten sind definitiv die Charaktere selbst. Das hat mir allerdings gut gefallen, weil ich dadurch leicht mit ihnen mitfiebern konnte, selbst wenn es nicht immer auf „klassische“ Weise spannend war. Von daher spreche ich eine Empfehlung für all diejenigen aus, die bereits „Faebound“ mochten!
Zehn Jahre sind vergangen, seit Lo Blacklock auf der Aurora ein Trauma erlebte. Jetzt ist sie verheiratet und hat zwei Kinder, möchte aber gerne wieder arbeiten. Glücklicherweise bekommt sie eine Einladung zu einer Presseeröffnung, bei der sie hofft, den CEO Marcus Leidmann interviewen zu können. Zu ihrem Unbehagen trifft sie auf der Schweiz nicht nur bekannte Passagiere aus der Aurora, sondern auch auf Carrie, die ihr damals das Leben zur Hölle machte und es gleichzeitig rettete. Und Carrie, die seit Jahren von Marcus Leidmann erpresst wird, bittet Lo, ihr bei der Flucht zu helfen …
„The Woman in Cabin 10“ habe ich damals gerne gelesen, es aber zugegeben nicht mehr gut in Erinnerung. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, hätte ich die Handlung von damals noch mal aufgefrischt, denn die ganzen Referenzen und wiederkehrenden Charaktere, die in diesem Band vorkamen, sagten mir so gut wie nichts mehr. Das Lesen selbst machte immer noch Spaß, weil der Roman angenehm geschrieben war und es Spaß machte, Los Sichtweise zu folgen, aber für mich schien dieser Nachfolger wirklich als solcher geschrieben zu sein, und nicht als separate, unabhängige Geschichte, wie es bei anderen Kriminalromanen oft der Fall ist. Das sollte man bedenken, wenn man „The Woman in Suite 11“ lesen will.
Die größte Spannung entsteht hauptsächlich durch Carrie, denn aufgrund der Tatsache, dass Lo ihr helfen will, ihr Wiederauftauchen jedoch geheim halten muss, ergeben sich viele Situationen, in denen sie aufpassen muss, was sie sagt und tut. Es wäre für sie sehr viel leichter gewesen, Carrie zu verraten, doch gerade, weil sie es nicht tut, war sie mir umso sympathischer.
Jedoch hat die Geschichte leider einen sehr großen Kritikpunkt: Die Handlung ist sehr geradlinig. Alles ist genau so, wie ich es mir als Leserin gedacht habe, es gab keine Überraschungen und keine (großen) Twists, und während Lo stellenweise durchaus in Gefahr schwebt, war ich enttäuscht davon, dass die Haupthandlung so einfach gehalten war. Ich war zwar nicht unbedingt gelangweilt, hätte mir aber doch gewünscht, dass die Handlung etwas komplexer gewesen wäre, als sie es letztendlich ist.
Zwiegespalten bin ich außerdem gegenüber den kurzen Sequenzen zwischen den einzelnen Teilen der Handlung, die gewisse Handlungselemente vorwegnehmen. Das wurde teils natürlich aus Spannungsgründen getan, doch mir kam es so vor, als wären sie nur deshalb eingebaut worden, weil die Handlung ohne sie nicht spannend genug gewesen wäre. Gleichzeitig haben sie durchaus funktioniert und mich gespannt auf die nächsten Kapitel gemacht, von daher bin ich wie gesagt zwiegespalten, was ihren Einbau angeht.
Insgesamt also ein gut zu lesender Thriller, der mir zwar Spaß gemacht hat, aber ein wenig zu geradlinig war.
- Rewitched
- Lucy Jane Wood
- Bastei Lübbe
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Hexen
- Magie
- Aufgaben
- Liebe
- Freundschaft
- Geheimnisse
An ihrem dreißigsten Geburtstag soll Belle sich der ÄquiHexen-Anhörung stellen, um zu überprüfen, ob sie ihre magischen Kräfte gut genutzt hat. Sie befürchtet sofort, dass sie durchfallen wird, weil sie ihre Magie bereits seit einige Jahren unterdrückte – und tatsächlich stellt das Gericht nach einem vielversprechenden Anfang fest, dass Belle ihrer Kräfte nicht mehr würdig ist. Doch bekommt sie eine letzte Chance, um sich zu beweisen: Wenn sie innerhalb von dreißig Tagen sechs bestimmte Hexenprüfungen besteht, darf sie ihre Magie behalten. Doch das ist um einiges schwieriger, als Belle erwartet hat …
Die definitiv größte Kritik an diesem Roman ist, dass die „eigentliche“ Handlung buchstäblich erst ab der Hälfte startet. Aufgrund der Kurzbeschreibung und speziell dem Untertitel erwartete ich, dass das Üben der Hexenkräfte um einiges früher beginnen würde, aber bis dahin vergeht wie gesagt die Hälfte der Geschichte. Zugegeben: Während dieser ersten Hälfte passieren immer noch wichtige Dinge – Belle bekommt die Einladung, geht zur Anhörung, wird evaluiert, fällt durch, sucht und findet einen anderen Weg, entscheidet sich dann für einen Mentor und lernt ihn schließlich auch kennen, und währenddessen verbringt sie zudem Zeit mit den anderen Charakteren. Doch dadurch, dass ich die ganze Zeit darauf wartete, über die Übungstage zu lesen, kam es mir so vor, als würde in der ersten Hälfte so gut wie nichts passieren.
Die zweite Hälfte fand ich um einiges besser, weil ich dort endlich investiert in die Handlung wurde. Ich mochte Belle und die Magieübungen, ihre Zweifel und Wünsche bezüglich ihrer Buchhandlung, ihre Beziehungen zu meinen Lieblingscharakteren (ihren Mentor, den ich auf keinen Fall vorwegnehmen möchte, sowie ihren Love Interest Rune und ihre beste Freundin Ariadne) und die Handlung im Allgemeinen. Es war zwar nicht perfekt, weil viele Nebencharaktere leider nicht genug Zeit bekamen, um einen starken Eindruck zu hinterlassen (die Ausnahme ist Belles Mentor, der mühelos mein Lieblingscharakter war), aber ich fand die zweite Hälfte um einiges interessanter als die erste Hälfte.
Die größte Stärke war wohl Belle selbst, in die ich mich gut hineinversetzen konnte. Die Art und Weise, wie sie sich entwickelt, war sehr zufriedenstellend, sodass selbst Phasen, die nicht spannend waren, mich nicht allzu störten. Zugegeben hätte ich mir trotzdem gewünscht, es hätte mehr Risiken und allgemein mehr Spannung gegeben, aber da es sich um eine Cozy Fantasy handelt, habe ich das auch nicht erwartet.
Allerdings gibt es trotzdem ein Finale, das nach zwei wichtigen Offenbarungen stattfindet, von denen mir eine sehr gut gefallen hat und eine leider nicht. Sie tappt nämlich in die Falle, die Persönlichkeit eines Charakters um 180 Grad zu drehen, ohne Hinweise auf den wahren Charakter zu hinterlassen, sodass dieser Twist zu plötzlich und unrealistisch erschien. Der andere Twist war dafür sehr gut – und zwar, weil es keinen Twist im traditionellen Sinne gab. Mehr möchte ich hier nicht verraten, doch bin ich froh, dass meine größte Befürchtung sich nicht bewahrheitete.
Insgesamt also ein durchwachsener Roman, der etwas zu lange braucht, um zu starten, sich aber danach in eine schöne Fantasygeschichte verwandelt.
- Miss Swans
- zauberhafte Pension
- für magische Gäste
- Sangu Mandanna
- penhaligon
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Magie
- Quest
- Suche
- Found Family
- Abenteuer
- Charaktere
- Moderne Gegenwart
- Kleines Highlight
Als Jugendliche hat die Hexe Sera Swan ihre Großtante wiederbelebt und dabei fast ihre gesamte Magie verloren. Jetzt, fünfzehn Jahre später, leitet sie eine Pension, in die sich nur die Gäste verirren, die sie auch wirklich brauchen. Zusammen mit ihrer Großtante Jasmine, der in einen Fuchs verwandelte Hexe Clemmie, ihrem jungen Cousin Theo, der meist vernünftigen älteren Hexe Matila, dem enthusiastischen Ritter Nicholas und einem wiederbelebten Hahnskelett bildet sie eine ungewöhnliche, aber charmante Familie. Als diese einen Weg gefunden zu haben scheint, ihre verlorene Magie wieder zurückzuholen, kommt es ihnen gerade recht, dass der Magier Luke mit seiner kleinen Schwester Posy zur Pension geführt wird, da er ihnen bei der Suche nach den ungewöhnlichen Zutaten helfen kann. Und so beginnt ein witziges Abenteuer, bei dem Sera nicht nur ihre Magie sucht, sondern auch den Wert einer Familie findet …
Ich werde immer mehr ein Fan von Cozy Fantasy, da sie mich an die klassischen Fantasyabenteuer aus meiner Kindheit und Jugend erinnert, aber auch allgemein einfach schön zu lesen ist. Besonders der Found-Family-Trope, der zu meinen Lieblingen gehört, wird in diesem Roman hervorragend umgesetzt – am Anfang kam ich noch durcheinander mit den verschiedenen Charakteren, aber nach und nach konnte ich sie nicht nur problemlos voneinander unterscheiden, sondern gewann sie auch unglaublich lieb. Die Charaktere selbst sind dabei nicht allzu komplex, aber dafür umso charmanter.
Gerade die Chemie zwischen ihnen ist einfach großartig: Clemmie, die Theo gerne zu Untaten überredet und selbst welche ausführt; Theo, der sich mit Posy anfreundet und der einzige zu sein scheint, der sie wirklich versteht; Jasmine und Matilda, deren Romanze ein wenig plötzlich startet, sich aber wunderbar entwickelt; Nicholas, der mit seiner übertriebenen Ritterlichkeit der wohl witzigste Charakter ist; und natürlich Sera und Luke, deren Romanze mich besonders fesselte, weil sie sich in genau der richtigen Geschwindigkeit entwickelte und beiden Charakteren genug Szenen miteinander gab, um Gefühle füreinander zu entwickeln.
Der locker-witzige Schreibstil fängt die vielen lustigen Szenen perfekt ein, aber nicht nur diese: Es gibt auch einige ruhige und ernste Momente, in denen wir die Atmosphäre der Pension genießen können und die zu meinen persönlichen Highlights zählten. Die Balance zwischen dem Humor, den Charaktermomenten und den nachdenklichen Szenen war sehr gut, außer, dass die Spannung dann doch ein wenig zu kurz kommt; manchmal ist es ein wenig ZU ruhig, gerade, weil ich mit der Haupthandlung sehr mitfieberte und diese so einige Pausen bekam. Dafür wurde sie sehr zufriedenstellend gelöst: Während ich mir zwar für das endgültige Ende eine andere Lösung gewünscht hätte, waren die drei Zutaten und die Art und Weise, wie Sera sie findet, perfekt in die Handlung und die Charaktere integriert.
Ich glaube, das einzige, das mich dann doch manchmal irritierte, war die Mischung aus Magie und Moderne. Die Geschichte spielt nämlich in der modernen Gegenwart, mit Handys und Autos und TV-Serien, was nicht ganz zu einer magischen Pension passte und mich mehr als einmal kurz stutzen ließ. Ich vergaß immer wieder, dass die Geschichte in der Gegenwart spielt, weil es so leicht war, es zwischendurch zu vergessen, nur, um durch einen modernen Gegenstand wieder daran erinnert zu werden.
Insgesamt bietet der Roman aber ein schönes, gemütliches Leseerlebnis, das ich sehr genossen habe!
- Smeralda Bohm
- Bestiarium
- Anja Fislage
- Helge Vogt
- Coppenrath
- Kinderbuch
- Fabelwesen
- Kryptiden
- Wissenschaft
- Fantasy
- Forschung
- Abenteuer
Smeralda Bohm ist eine zwölfjährige Kryptozoologin, deren größter Traum es ist, ein Bestiarium aller verborgener Wesen zu erstellen. Das ist nicht immer leicht, weil fast keiner sie ernst nimmt und sie natürlich größte Vorsicht walten lassen muss. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein Waldelf taucht in ihrer Schule auf, ein Kommissaranwärter bittet sie um Hilfe wegen eines möglichen Basiliskenfalls, und sie bekommt eine Einladung zu einer Eignungsprüfung der Alten Anatomie, um in großem Format Kryptiden zu untersuchen. Und Smeralda ahnt bald, dass sie trotz ihres beachtlichen Wissens noch so einiges zu lernen hat …
Ich mag die Kombination aus Fantasy und Wissenschaft und dieses Kinderbuch hat sie wirklich gut umgesetzt! Smeralda hat einen sehr nüchternen Schreibstil, der den wissenschaftlichen Teil gut einfängt, aber auch für unfreiwillig witzige Momente sorgt, weil sie sich zwar hervorragend mit Kryptiden auskennt, aber dafür weniger mit Menschen, Gefühlen und allgemeinem Verhalten. Es wird zwar nie ausgesprochen, aber Smeralda gehört recht offensichtlich dem autistischen Spektrum an, was sehr gut zum Roman gepasst hat.
Zugegeben hat es sie dafür auch manchmal unsympathisch gemacht, denn oft behandelt sie ihre Familienmitglieder und Freunde sehr verletzend, ohne es zu merken und ohne andere Lösungen in Betracht zu ziehen. Gegen Ende wurde sie etwas empathischer, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sie ihre Lieben nicht richtig zu schätzen wusste bzw. es nicht richtig ausdrücken konnte. Doch gerade deshalb freue ich mich darauf, ihre Entwicklung in späteren Bänden zu sehen, in der Hoffnung, dass die Nebencharaktere noch wichtigere Rollen einnehmen werden.
Denn obwohl die Nebencharaktere gar nicht so oft auftauchen, wie ich es erwartet habe, haben sie einen starken Eindruck hinterlassen. Speziell Kenji, Smeraldas bester Freund, und Kommissaranwärter Juri Konstantin waren mir sehr sympathisch und ich hätte gerne noch mehr von ihnen und den anderen Charakteren gesehen. Zusammen mit den Kryptiden, natürlich – sie wurden gut dokumentiert und die schönen Illustrationen von Helge Vogt hauchen ihnen erfolgreich Leben ein, aber die allermeisten spielen nur eine kleine Rolle. Hier war mein Liebling der Waldelf Nicholas Lavendel, der zum Glück eine große Rolle spielt.
Smeraldas Intelligenz kommt größtenteils gut hervor, zusammen mit der Naivität, die in manchen Bereichen damit einhergeht, sowie Szenen, in denen sie sie auf erfolgreiche oder witzige Weise zeigen konnte. Allerdings fand ich es zweifelhaft, dass sie die Alte Anatomie lange nie in Frage stellte, denn es war überdeutlich, dass ihr nicht zu trauen ist. Ja, ihre Begeisterung für Kryptiden blendete sie, aber gerade als Wissenschaftlerin hätte sie meiner Meinung nach mehr Fragen stellen sollen.
Was ein wenig unter Smeraldas Schreibstil leidet, sind die emotionalen Szenen. Es gibt zwar welche, die mir sehr gefielen und die mich berührten, aber der Schreibstil machte es nicht immer leicht, sich in sie fallen zu lassen, weil Smeralda selbst so große Probleme damit hat, eigene und andere Gefühle zu verstehen. Aus diesem Grund würde ich das Kinderbuch speziell den Kindern empfehlen, die Monstergeschichten und wissenschaftliche Ansätze lieben, aber dafür weniger denjenigen, die ein „klassisches“ Abenteuer lesen wollen. Mir persönlich hat es gut gefallen, doch könnte ich verstehen, wenn es anderen nicht so geht!
Joy und Benny haben einen Podcast, in dem sie auf humorvolle Weise Überlebensstrategien für verschiedene Situationen diskutieren. Als Joy und ihr Ehemann Xander spurlos verschwinden, ist Benny fest entschlossen, herauszufinden, was mit ihr geschehen ist – und stellt fest, dass Joy so einige Geheimnisse vor ihm hatte, die sie nur in ihrem Buch verschriftlichte. Benny findet heraus, dass sie sich von Xander scheiden lassen wollte – was ihr Verschwinden in ein ganz anderes Licht rückt …
Zunächst einmal: Die Tagline dieses Romans ist vollkommen falsch. So falsch sogar, dass es so wirkt, als hätte irgendjemand aus Versehen die Tagline eines anderen Romans benutzt, denn die Geschichte, die sie suggeriert, wird man hier nicht finden. Tatsächlich fühlt sich selbst die Genrebezeichnung „Thriller“ für mich nicht ganz richtig an, weil das Buch für mich eher wie ein spannender Roman mit Thrillerelementen wirkte, der auf noch viel mehr Themen eingeht.
Gerade Joys Lebensweg, den sie in ihrem Buch beschreibt, spielt eine wichtige Rolle und ist der Teil der Handlung, der sich am ehesten wie ein dramatischer Roman und nicht wie ein Thriller liest. Bennys Story hat da schon mehr Thrillerelemente, aber trotzdem würde ich behaupten, dass das Hauptthema des Romans letztendlich die Beziehung der beiden ist. Die beiden haben wirklich eine hervorragende Chemie miteinander, ich liebte ihre Dynamik sehr und es war leicht, mit ihnen mitzufiebern. Hier war gerade die erste Hälfte der Handlung packend, weil so viele vergangene Szenen die beiden in den Fokus stellen.
Auch Xander, Joys Ehemann, spielt eine wichtige Rolle, war im Gegensatz zu Benny allerdings furchtbar und wurde im Lauf der Handlung nur unausstehlicher. Ernsthaft: Immer, wenn ich glaubte, dass er nicht mehr schlimmer werden könnte, bewies er ein weiteres Mal, dass er eine wirklich scheußliche Person ist. Aber gerade deshalb war es natürlich zufriedenstellend, zu sehen, wie all seine Lügen nach und nach ans Licht kamen.
Insgesamt würde ich diesen Roman nicht unbedingt Thrillerfans empfehlen, sondern auch Fans von Freundschaften, Romanzen, Drama, Humor, Mystery … also so ziemlich allen Genres. Mit anderen Worten: Wenn man einen großartigen Genremix lesen will, ist dieses Buch hervorragend dafür geeignet!