– The Enemy's Daughter
 384 Seiten

Als Heilerin der Klans macht sich Isadora im Geheimen auf zur Front, um dort ihrem zukünftigen Verlobten Liam helfen zu können. Auf dem Weg begegnet sie Tristan, der aus Kingsland stammt und damit zu ihren Feinden gehört. Sie nimmt ihn gefangen, ist sich jedoch unsicher, was sie mit ihm tun soll. Bevor sie eine Entscheidung fällen kann, wird Tristan von seinen Leuten befreit – und Isadora mit einem Giftpfeil getroffen. Um sie zu retten, führt Tristan ein Ritual aus, das sie miteinander verheiratet und es erlaubt, ihre Wunden miteinander zu teilen. Isadora wird ins Kingsland gebracht – und lernt dort zum ersten Mal, welche Wahrheiten bislang vor ihr verborgen wurden …

Diese Fantasyromanze basiert natürlich auf „Tristan und Isolde“, das ich zwar nie gelesen habe, weshalb ich auch nicht einschätzen kann, inwiefern dieser Roman eine akkurate Adaption ist, aber gestört hat mich das nicht, zumal ich auch keine akkurate Adaption erwarte. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Erwartungen, was eine Fantasyromanze betrifft, leider auch nicht ganz erfüllt wurden.

So fand ich, dass Isadora und Tristan sich viel zu schnell miteinander verstanden, was ihre Romanze schmälerte, weil sie dadurch schlichtweg nicht realistisch wirkte; zwar fand ich den Einsatz ihrer fast magischen Verbindung, die es ihnen erlaubt, Gefühle, Erinnerungen und Verletzungen miteinander zu teilen, sehr gut umgesetzt, aber zumindest der Anfang der Romanze geschah mir ein wenig zu plötzlich.

Die Tatsache, dass Isadoras Weltbild infrage gestellt wird, fand ich prinzipiell gut, die Umsetzung dafür zu schwarz-weiß. Statt beide Parteien des Krieges fehlerhaft und komplex darzustellen, wurde ihre Sichtweise der „Guten“ und „Bösen“ schlicht umgekehrt, was ich definitiv zu leicht gelöst fand. Zwar gibt es durchaus in beiden Parteien Menschen, die ihr helfen bzw. schaden wollen, doch ein komplexerer Konflikt, bei dem es kein Richtig oder Falsch gibt, hätte mir besser gefallen.

Andere Charaktere waren bis auf wenige Ausnahmen (speziell Liam und Enola) nicht allzu erinnerungswürdig, aber das dystopische Worldbuilding hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es war faszinierend zu sehen, wie nach dem Untergang unserer Welt Menschen einen neuen Weg finden mussten, zurechtzukommen, und dabei eine Mischung aus modernen und althergebrachten Mitteln verwendeten.

Insgesamt eine solide Romantasy, aber leider auch mit einigen Schwächen.

– Reap & Sow – Dämonenpakt
 528 Seiten

Eda und ihre Brüder sind dazu gezwungen, für Mr. Night, einen an sie gebundenen Dämon, Paktlinge zu finden, die ihm gegen die Erfüllung eines Wunsches einen Teil ihrer Lebenszeit geben. Kurz vor Ablauf der Frist fehlt nur noch ein Pakt von zehn Jahren, um sich endgültig von ihm zu befreien, doch in dem Versuch, einen willigen Paktling zu finden, wird Eda hereingelegt und ihre Brüder gefangen genommen. Um sie zu retten, erbittet Eda die Hilfe des Dämons Kit’rath, dem sie dafür einen Großteil ihrer Lebenszeit gibt. Zusammen müssen sie einen Weg finden, ihre Brüder zu retten, ihren Pakt mit Mr. Night rechtzeitig aufzulösen und dabei einen korrupten Bischof zu entblößen. Und als wäre das noch nicht genug, wird Kit Eda unfreiwillig immer sympathischer …

Diese Fantasyromanze hat mich positiv überrascht, weil ich zwar schon viele gelesen habe, diese aber durch ihren flüssigen Schreibstil, ihre spannende Handlung und vor allem durch ihre fantastische Romanze stark hervorsticht. Schon gleich am Anfang mochte ich es, wie angenehm sich der Schreibstil las, mit einem gewissen Suchtpotenzial, das zum Weiterlesen antreibt; der Text fließt gut dahin und machte es leicht, in der Geschichte zu versinken.

Auch die Handlung bzw. die verschiedenen Handlungsaspekte gefielen mir sehr, wobei die größte Stärke allerdings die Romanze ist: Eda und Kit haben eine absolut fantastische Chemie miteinander, die durch humorige Schlagabtäusche, intime Gespräche und schöne Momente perfekt demonstriert wird. Ihre wachsenden Gefühle füreinander entwickeln sich auf realistische Weise und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, den beiden dabei zuzuschauen, wie sie sich langsam, aber sicher ineinander verlieben. Hier hilft es auch, dass beide sehr sympathische Charakter waren; auch wenn ich mir wünschte, dass Eda im Buch etwas mehr Action bekommen hätte, lässt sich nicht leugnen, dass ihr Charakter im Allgemeinen sehr einnehmend war.

Auch Robin, die Alchemistin, die Kit hilft, mochte ich sehr, hätte aber gerne noch mehr von den anderen Nebencharakteren gesehen; dadurch, dass der Fokus so stark auf Edas und Kits Romanze liegt, profitiert diese zwar enorm davon, lässt andere Charaktere und Beziehungen dafür aber schwächer aussehen, als sie es tatsächlich sind. So fand ich Ben und Lawrie, Edas Brüder, zwar sehr sympathisch, aber sie hatten nicht ganz so viel Screentime, wie ich es mir erhofft hatte. Dasselbe gilt für andere Nebencharaktere, z.B. die Kommandantin Tenelle, über die ich gerne noch mehr gelesen hätte; all diese Charaktere haben zwar genug Zeit, um einen Eindruck zu hinterlassen, aber nicht genug, um sie tatsächlich lieb zu gewinnen. Gleichzeitig bin ich trotzdem froh, dass sie es dafür erlaubten, mich ganz in die Romanze fallen zu lassen, da ich mir sicher bin, dass das bei mehr Screentime für die Nebencharaktere nicht möglich gewesen wäre.

Die Geschichte bleibt stets spannend, obwohl es keine richtigen Twists gibt, sondern eher Andeutungen auf welche, die im zweiten Band offenbart werden könnten. Wobei ich sagen muss, dass sich dieser Band sehr komplett las; die Handlung, um die es geht, wird zufriedenstellend abgeschlossen und lässt sich problemlos als Einzelband lesen, weil das Ende kein Cliffhanger ist, sondern eher ein Versprechen auf ein anderes Abenteuer.

Insgesamt eine sehr gute Empfehlung für Romantasy-Fans, die mir großen Spaß gemacht hat!

– Mein Gehirn, das Denken und ich
 292 Seiten

Wie funktioniert eigentlich unser Gehirn und wie können wir es am besten nutzen, um Entscheidungen zu treffen, Fehler zu vermeiden und uns allgemein besser zu verstehen? Diese Fragen beantwortet Dr. Jens Foell in seinem neuesten Sachbuch, das nicht nur wissenswert zu lesen ist, sondern auch humorvoll geschrieben.

Foell redet dabei über so ziemlich alles: Den Aufbau des Gehirns (ich bin übrigens definitiv für die Bezeichnung „Foell-Region“), wie es sich schützt und warum es das manchmal nicht tut (Stichwort Alkohol), inwiefern es sich von Künstlicher Intelligenz unterscheidet, und noch viel, viel mehr.

Dabei geht er auch auf Dinge ein, die mir bereits bekannt waren (z.B. die fehlerhafte Darstellung des Kitty-Genovese-Falls), Dinge, bei denen ich etwas Neues dazulernte (wie der Phineas-Gage-Fall, bei dem ich nicht wusste, wie sein Charakter sich im Lauf der Zeit entwickelte) und Dinge, die mir komplett neu waren (z.B. das Experiment über Hoffnungslosigkeit). Das war eine gute Mischung, die der Autor natürlich nicht vorhersehen konnte, die aber gut aufgezeigt hat, dass es selbst, wenn man bereits einige Bücher dieser Art gelesen hat, hier auch neue Informationen auf einen warten.

Nach Möglichkeit habe ich stichprobenartig recherchiert, ob gewisse Fakten stimmen, weil ich bei einigen sehr überrascht war, zuvor noch nichts von ihnen gehört zu haben (Stichwort halbes Hirn). Noch wertvoller fand ich aber die Tipps, die Jens Foell bezüglich Schlaf, Alkohol und Eingreifen mit uns teilte – obwohl die ersten beiden Themen nicht für mich relevant waren, war es trotzdem so hilfreich, tatsächliche Ratschläge zu lesen, die die Gehirn- und Handlungsleistung verbessern können.

Insgesamt also ein informatives Sachbuch mit wertvollem Wissen und genau der richtigen Prise Humor!

– Wenn die Bienen schweigen
 304 Seiten

Seit vor Jahrzehnten die Bienen ausgestorben sind, müssen Jess und andere Mädchen ihres Alters die Bäume von Hand bestäuben, bis sie schließlich alt genug sind, um verheiratet zu werden. Jess hasst dieses Leben, in dem sie nichts selbst bestimmen kann, aber erst, als ein freundlicher Wärter ihr Farben schenkt, weckt er in ihr damit den Funken der Rebellion. Sie malt mit den Pinseln aus Mädchenhaar, die eigentlich zum Bestäuben da sind, eine Tür, die den anderen Mädchen die Freiheit zeigt, die sie stattdessen haben könnten. Doch es ist nicht leicht, diesen Funken weiter anzufachen, denn das Camp hat so seine eigenen Methoden, um die Treue der Mädchen zu sichern …

Diese Dystopie zeigt eine erschreckende Zukunftsvision, die gar nicht mal so unrealistisch ist, obwohl ich mir gerne wünschen würde, dass sie es wäre. Man folgt Jess und den anderen Mädchen dabei, wie sie ihre Arbeit, Freund- und Feindschaften sowie die Versuche eine Rebellion bewältigen, wobei für sehr lange Zeit nur wenig Hoffnung herrscht. Falls doch welche aufkommt, wird sie recht schnell zerstört, was zwar betont, wie schwer es die Mädchen haben, aber auch für ein sehr hoffnungsloses Leseerlebnis sorgt. Zugegeben denke ich, dass das durchaus beabsichtigt ist, zumal am Ende dann doch noch ein Versprechen auf Hoffnung besteht, aber letztendlich hat es mich ganz schon runtergezogen, das Buch zu lesen.

Dabei ist es eigentlich recht nüchtern erzählt, die Spannung bleibt eher niedrig, während das Leben im Camp beschrieben wird; die meisten Charaktere bleiben ebenfalls blass, wobei ich jedoch Cass, Jess‘ beste Freundin, sowie Eliot, den hilfsbereiten Wärter, sehr mochte. In Cass‘ Handlungsstrang war ich zudem recht investiert.

Komplizierter sieht es bei Charmian aus, deren Handlungsstrang ebenfalls faszinierend ist, weil sie als treue Camp-Arbeiterin startet, aber nicht so bleibt. Diese Entwicklung hat mir überraschend gut gefallen, zumal mir Charmian für lange Zeit sehr unsympathisch war, doch war ich nicht zufrieden damit, wie ihre Geschichte abgeschlossen wurde. Hier hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht, weil die Implikationen dann doch unglücklich sind.

Was ich dafür wieder gut fand, war das Worldbuilding und der Rückblick auf unsere Welt. Es war unglaublich faszinierend, Jess‘ Gedanken zu unserer aktuellen Gegenwart zu lesen, nicht nur, weil sie selbst ganz anders lebt, sondern auch, weil ihre Gedanken auch mich zum Nachdenken gebracht haben.

Insgesamt würde ich das Buch immer noch empfehlen, aber nur an diejenigen, die düstere Dystopien mögen.

– Annie Knows Everything
 385 Seiten

Nachdem Annie ihren eigentlichen Job beim Tech-Unternehmen Taskio verliert, lässt sie sich in die Data Strategy versetzen, obwohl sie sich damit gar nicht auskennt. Ihr neuer Boss Connor, der das merkt, gibt ihr die Aufgabe, sich um ein Dashboard zu kümmern, das niemand in der Firma benutzt, ohne, dass sein Team es sich erklären könnte. Annie und Connor arbeiten zusammen – und genießen dabei einen stetigen Schlagabtausch. Allerdings verstößt es gegen die Firmenpolitik, eine Beziehung unter Kollegen anzufangen …

Diese romantische Komödie ist einfach herrlich zu lesen, locker und lustig geschrieben und die perfekte Lektüre für Zwischendurch. Sie ist natürlich sehr vorhersehbar, selbst die Überraschungen sind leicht zu erraten – man bekommt eben genau das, was man erwartet. Aber es war so spaßig und so unterhaltsam, dass mir das letztendlich nichts ausmachte.

Ein großer Grund dafür ist Annies und Connors großartige Chemie. Sie haben viele humorvolle Schlagabtäusche, die ihre Chemie wunderbar zeigen und sich absolut amüsant lesen. Immer, wenn die beiden miteinander sprachen oder schrieben, kam es mir wie ein Ping-Pong-Duell vor, weil die beiden sehr gut damit waren, sich die metaphorischen Bälle hin- und herzuwerfen. Zwar kommen auch so einige Missverständnisse zwischen ihnen vor, aber sie wurden glücklicherweise schnell geklärt, sodass ich im Gegensatz zu vielen anderen romantischen Komödien nicht die Augen verdrehen musste, sondern mich über die verständnisvollen Gespräche freuen durfte.

Der eigentliche Job spielt letztendlich keine große Rolle (speziell das Dashboard, für das Annie zuständig ist, gerät gegen Ende in Vergessenheit, wenn auch aus gutem Grund), aber dafür umso mehr die Schwesternbeziehung zwischen Annie und Shannon. Die war wirklich gut umgesetzt, auch wenn ich hin- und hergerissen bin, was die Auflösung von Shannons romantischen Problemen angeht.

Andere Charaktere kommen in genau der richtigen Dosierung vor; sie blieben zwar letztendlich recht zweidimensional, hoben sich aber sehr gut voneinander ab und hinterließen bei mir einen bleibenden Eindruck.

Insgesamt also eine amüsante RomCom, die einfach Spaß macht!

– Zerstöre den Tag
 640 Seiten

Nach Corricks scheinbarem Tod trauert Tessa schwer um ihn und möchte unbedingt nach Hause zurückkehren, was sich allerdings als nicht so einfach herausstellt. Zusammen mit Erik, dem Leibwächter, ist sie zunächst gezwungen, auf einer Insel in Ostria zu bleiben. Corrick wurde ausgerechnet zusammen mit seinem Erzfeind Lochlan gefangen genommen, und noch dazu von Oren Krane. Nur, wenn sie zusammenarbeiten und so tun, als würden sie Oren helfen, bleibt ihnen eine Chance, mit ihren Liebsten wiedervereint zu werden. Und dann ist da noch Harristan, der zusammen mit dem Palastmeister Quint und einigen Wächtern wegen Verrat gesucht wird, weil Konsuln scheinbar Beweise dafür haben, dass Harristan sein Volk vergiftet hätte. Nun muss Harristan das Vertrauen seines Volkes wiedergewinnen, während er nicht weiß, wem er vertrauen soll …

Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, weil die deutsche Übersetzung leider ein wenig auf sich warten ließ, doch jetzt, wo sie endlich erschien, war ich unglaublich froh, dieses phänomenale Finale der Mondflor-Trilogie auch auf Deutsch zu lesen!

Tessas, Corricks und Harristans Handlungsstränge und persönliche Beziehungen sind in diesem Band besonders einnehmend beschrieben und es fiel mir so leicht, mich in alle drei Charaktere hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufiebern. Die Struktur des Romans ist zugegeben immer noch gewöhnungsbedürftig: Nachdem alle drei Charaktere ein Einstiegskapitel bekommen, folgen wir mehreren Kapiteln zunächst Corrick, dann Tessa, und dann Harristan, bis die Sichtweisen danach wieder durchgemischt werden. Ein Beispiel: Zwischen der ersten und der langen, zweiten Corrick-Sichtweise vergehen nur etwa vierzig Seiten, doch zwischen der zweiten und dritten vergehen über zweihundert, weil die zweiten Sichtweisen der drei Charaktere ordentlich Raum einnehmen. So konnte ich den Handlungssträngen der einzelnen Charaktere zwar besonders gut folgen, wünschte aber zugleich, die Sichtweisen wären schon von Anfang an gut durchgemischt gewesen.

Glücklicherweise sind die Handlungsstränge dafür alle drei hervorragend, sodass mir diese ungewöhnliche Struktur letztendlich nicht SO viel ausmachte. Ich war unglaublich investiert in Corricks und Lochlans schwierige Beziehung, die sich nach und nach in Freundschaft verwandelte, und liebte Corricks zufriedenstellende Charakterentwicklung; ich fand es großartig, wie auch zwischen Tessa und dem Leibwächter Erik eine Freundschaft entstand und wie sie sich entschloss, den Bewohnern der Insel zu helfen, während sie gleichzeitig darum kämpfte, eine Passage nach Hause zu bekommen; und zuletzt habe ich auch mit Harristan mitgefiebert, der an jeder Ecke Verrat fürchten muss, sich aber für sein Volk einsetzt und zudem eine süße Liebesgeschichte mit Quint erlebt. All diese Handlungsstränge waren so emotional und gipfelten in einem großartigen Ende, das mich selbst beim zweiten Lesen zu Tränen rührte, weil es einfach so wunderschön war.

Interessanterweise vergeht gehörige Zeit, bis Corrick und Tessa wieder zueinander finden. In meiner Erinnerung trafen sie sich nach zwei Dritteln der Handlung, aber tatsächlich vergehen ganze fünfhundert Seiten, ehe das geschieht. Etwas, das in anderen Romanen definitiv ein großer Kritikpunkt wäre, sind sie schließlich das Hauptpaar der Reihe; doch obwohl ich mir durchaus gewünscht hätte, sie wären früher wiedervereint worden, kann ich es einfach nicht als Kritik wahrnehmen, weil ihre einzelnen Handlungsstränge mich umso mehr fesselten. Es war so erfrischend, in diesem Band keinen Fokus auf Romanzen, sondern auf Freundschaften zu haben, zumal sie alle wunderbar umgesetzt waren. Erwähnen wollte ich es trotzdem für diejenigen, die lieber den Romanzen-Aspekt bevorzugen, aber mich selbst störte die lange Trennung nicht.

Insgesamt ein großartiger Abschluss der Trilogie, der vor allem durch seine Charakterbeziehungen brilliert!

– Palace of Ink & Illusions, Band 2: Die Nacht des Verrats (Knisternde Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Sabine Schoder)
 437 Seiten

Der Wettbewerb der Musen geht für Liv und Flame weiter, die noch mehr als sonst darauf achten müssen, dass niemand ihre Gefühle füreinander entdeckt. Die letzten Prüfungen werden ihnen alles abverlangen, was sie haben, und noch viel mehr – denn die Vorhersage ihrer Zukunft hängt über ihnen wie ein Damoklesschwert. Und dann ist da noch Erato, der seine eigenen Pläne zu haben scheint …

Der zweite Teil der Dilogie war leider ein hervorragendes Beispiel dafür, dass eine Geschichte noch so spannend und einnehmend sein kann, wenn das Ende (speziell: das Finale) mich enttäuscht. Denn bis dahin war ich ausgesprochen begeistert vom Buch – ich mochte die Chemie zwischen Liv und Flame, war SEHR investiert in Shellys und Sawyers dramatische Storyline und habe wegen ihnen sogar mehrere Tränen vergossen und mochte die letzten Prüfungen der Musen ebenfalls ausgesprochen gern. Ein paar kleinere Kritikpunkte hatte ich bis dahin zwar auch (so war ich zwar dankbar für Eratos begrenzte Screentime, fand aber, dass seine Prüfung etwas zu lange ging und hätte mir gewünscht, Vics und Violets Erlebnisse währenddessen zu erfahren), aber es waren verzeihliche Kritikpunkte, weil sowohl die Haupthandlung mit Liv und Flame als auch die Nebenhandlung mit Shelly und Sawyer so unglaublich gut umgesetzt war.

Aber dann kam das Finale, das mich leider sehr enttäuschte. Flame begeht hier einen absolut unverzeihlichen Vertrauensbruch, in dem er Liv dazu manipuliert, etwas absolut Abscheuliches zu tun (natürlich nur, um sie zu beschützen), ohne ihre eigene Meinung zu respektieren oder das Trauma, das er damit auslöst. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass mich kein Ende zufriedenstellen wird, denn diesen Vertrauensbruch konnte ich ihm nicht verzeihen und hätte an Livs Stelle vermutlich bewusst dafür gesorgt, dass er umsonst ist.

Flames Verhalten ist auch deshalb so enttäuschend, weil die Geschichte ihre feministischen Aspekte ansonsten sehr gut einbaut, bis Liv dann doch jegliches Recht, selbst zu entscheiden, entzogen wird, um sie stattdessen zu einer Aktion zu zwingen, die sie nicht begehen wollte. Dabei hätte es eine so viel bessere Lösung gegeben, in denen beide den Schlupfwinkel in den Regeln nicht erst im Epilog, sondern schon vorher realisiert hätten, um daraufhin gemeinsam zu entscheiden, ihn zu nutzen, statt zufällig festzustellen, dass er existiert. Dadurch wären beide aktiv ein Teil des Plans gewesen, was ich eindeutig bevorzugt hätte.

Die Twists im Allgemeinen, auch die gegen Ende, sind um Übrigen echt gut und es gab mehrere Stellen, bei denen ich ungläubig auf die Seiten gestarrt habe. Ich wünschte nur, ich hätte es nicht auf eine Weise tun müssen, die mir letztendlich einen beträchtlichen Teil des Lesevergnügens nahm.

Eine gute Reise, sogar eine, bei der ich Tränen vergoss, aber das Ziel hätte man meiner Meinung nach anders umsetzen müssen!

– Totenbraut
 348 Seiten

Jasna wird von ihrem Vater an den reichen Gutsherrn Jovan Vuković verkauft, um dessen Sohn Danilo zu heiraten. Voller Angst betritt sie ihr neues Heim – und merkt bald, dass die Vukovićs ein Geheimnis haben. Die Dorfbewohner verachten sie, und die gespenstischen Geschichten über einen Vampir, der im Dorf umgehen soll, schüren ihre Ängste. Jasna ist entschlossen, das Geheimnis der Familie herauszufinden – ohne zu ahnen, wie groß es tatsächlich ist ...

Ich hatte dieses Buch bereits vor gut fünfzehn Jahren gelesen und damals sehr genossen, weshalb ich mich sehr über die Neuauflage gefreut habe. Viele wichtige Handlungsaspekte hatte ich noch gut in Erinnerung, aber es gibt mindestens genauso viel, das ich bereits wieder vergessen hatte, weshalb es erfrischend war, nach so vielen Jahren wieder in die Geschichte einzutauchen.

Neben dem wunderschönen Schreibstil ist gerade der Mystery-Aspekt hervorragend gelungen: Die Frage, was genau auf dem Hof der Vukovićs vor sich geht und ob die Geschichte sich eher in eine realistische oder in eine fantastische Richtung entwickeln wird, war sehr spannend umgesetzt und hat mich auch bei diesem Lesedurchgang ordentlich auf Trab gehalten. Die vielen Überraschungen sorgten für eine gute Spannung!

Jasna, Danilo und Dušan waren mühelos die stärksten Charaktere – sowohl die vorsichtige Freundschaft zwischen Jasna und Danilo als auch die langsame Romanze zwischen Jasna und Dušan waren großartig. Die anderen Charaktere (speziell die Dorfbewohner) bleiben dafür sehr blass, weshalb es schwierig war, mit ihrer Angst vor einer Bestie mitzufiebern. Allgemein waren die Szenen, die sich mit Jasnas Eingliederung in das Dorf beschäftigen, langsamer erzählt und ich fieberte viel mehr mit den Ereignissen auf dem Gut mit.

Davon abgesehen haben wir hier aber einen wunderschön geschriebenen, spannenden Roman, der mir auch nach all den Jahren immer noch wunderbar gefällt!

– Mehl, Magie und Machenschaften
 332 Seiten

Mona ist vierzehn Jahre alt und hilft bei der Bäckerei ihrer Tante aus. Mit ihrer Magie kann sie Brot verzaubern, allerdings nicht viel mehr, weshalb sie sich auch nicht für eine besonders starke oder wichtige Magikerin hält. Doch dann findet sie in der Bäckerei die Leiche eines Mädchens und wird vor dem Frühlingsgrünen Mann gewarnt, der es auf die Magiker der Stadt abgesehen hat. Und es liegt an Mona, die bald die einzige übrig gebliebene Magikerin ist, die Herzogin zu warnen und einen Krieg zu verhindern – und zwar nur mit ihrer Backkunst …

Ich habe das Buch letztes Jahr bereits auf Englisch gelesen und fand es gut, doch jetzt auf Deutsch sogar noch besser! Das liegt möglicherweise daran, dass es mir immer noch leichter fällt, auf Deutsch als auf Englisch zu lesen, aber so oder so habe ich das Lesen sehr genossen und es machte mir Spaß, Mona und ihren kreativen Ideen zuzuschauen. Diese Geschichte hatte Szenen und magische Anwendungen, die ich bisher noch nirgendwo gelesen habe und die ich vermutlich auch nie wieder lesen werde; so kreativ, spaßig und dramatisch war die Art und Weise, wie Mona ihre magische Kraft anwandte!

Die eigentliche Handlung ist grob in drei Teile aufgeteilt: Das Finden der Leiche und die Anklage gegenüber Mona, der Frühlingsgrüne Mann und Monas Entschluss, die Herzogin zu warnen sowie der Krieg am Ende, bei dem Mona zeigen muss, was in ihr steckt. Diese Teile gehen fließend ineinander über, kamen mir aber wie separate Handlungsstränge vor – und zum Glück sehr gute! Am liebsten hat mir das spannende Ende gefallen, das Monas Möglichkeiten so gut aufzeigt, wobei mir aber auch sehr gefiel, dass über den ganzen Roman hinweg betont wurde, dass ein vierzehnjähriges Mädchen nicht gezwungen sein sollte, zur Heldin zu werden. Das mangelnde Handeln der Erwachsenen wird tatsächlich infrage gestellt, was ich wunderbar fand.

Von den Charakteren mochte ich die Herzogin, Spindle und den Lebkuchenmann am liebsten – die Herzogin, weil ich ihre vernünftige Art mochte, Spindle, weil er allgemein ein großartiger Freund war und der Lebkuchenmann, weil er von allen Kreationen Monas schlicht die beste ist. Alle drei spielen zudem eine wichtige Rolle in der Handlung, auch wenn ihre Charaktere an sich zugegeben nicht allzu komplex sind.

Insgesamt ist das eine wunderbare Cozy Fantasy, die vor allem durch ihre Kreativität besticht und ein wunderbares Abenteuer bietet!

– Die gestohlene Zeit
 320 Seiten

Isaac hilft seinem Vater, dem Uhrmacher, der für den Big Ben zuständig ist, gerade dabei, die Uhr umzustellen, als sein Vater kurz eine der kleineren Glocken kontrollieren will. Doch er kommt nicht zurück und Isaac befürchtet, er könnte entführt worden sein. Hattie, die gerne auf die Dächer der Stadt klettert, bestätigt seine Vermutung, denn zur selben Zeit hat sie einen verdächtigen Mann beim Big Ben gesehen. Hängt die Entführung vielleicht mit der Dezimalzeit zusammen, die bald in Großbritannien eingeführt werden soll? Zusammen machen die beiden sich daran, die Hinweise zu entschlüsseln, die Isaacs Vater ihm hinterlassen hat …

Dieser Krimi hat mich mit der Fülle an interessantem Wissen, das er zu bieten hat, positiv überrascht! Denn eigentlich hatte ich „nur“ ein paar spannende Ermittlungen erwartet (die wir auch bekommen), aber nicht die vielen interessanten Fakten rund um das Thema Zeit, den Big Ben im Speziellen, aber auch darüber, wie in London ein Gesetz verabschiedet wird. Natürlich hat der Autor sich bei einigen Bereichen ein paar Freiheiten genommen, die er in den Anmerkungen am Ende auch ausführt, aber größtenteils entsprechen diese Fakten tatsächlich der Wahrheit, was sie umso faszinierender machte.

Neben dem Krimi, bei dem Isaac und Hattie verschiedenen Hinweisen nachgehen, war ich zum Beispiel sehr fasziniert von der im Buch diskutierten Idee, einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag stattdessen in zehn Stunden aufzuteilen, mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. So gab es tatsächlich Länder wie Frankreich und China, die für eine gewisse Zeitspanne die Dezimalzeit benutzten, was mir neu war und was ich deshalb besonders interessant fand. Zwar stehe ich wie Isaac und sein Vater ganz hinter der bewährten Zeit, doch allein die Idee, sie anders zu messen, fand ich faszinierend.

All diese Informationsschnipsel fand ich sogar ein wenig interessanter als den Krimiaspekt, weil ich bei dem leider nicht so gut mitraten konnte. Das spannende Ende hat mir dafür sehr gefallen, nur der Weg dahin war für mich recht undurchsichtig.

Was die Charaktere angeht, bleiben die meisten recht eindimensional; nur die Hauptcharaktere und der Antagonist haben sich mir richtig eingebrannt, aber der Rest konnte bei mir keinen starken Eindruck hinterlassen. Insofern sind sie wohl eine Schwäche des Romans, aber zumindest eine, die mir zwar auffiel, mir aber nicht so viel ausmachte, weil die Handlung dafür gut umgesetzt war.

Was die äußerlichen Aspekte angeht, mochte ich lobend die Uhr erwähnen, die über jedem Kapitel eingezeichnet ist und mit jedem Kapitel von 11:01 bis 12:00 eine Minute vorrückt – ein cooles Konzept, das ich am liebsten in noch mehr Büchern lesen würde! Kritisch fand ich dafür die Diskrepanz zwischen dem Cover und den Illustrationen im Inneren; speziell Isaac sieht auf dem Cover überhaupt nicht so aus, wie er beschrieben und in den Illustrationen dargestellt wurde, was ich ein wenig irritierend fand.

Doch sind diese äußerlichen Aspekte letztendlich kein eigentlicher Teil der Geschichte – und diese ist speziell für wissbegierige Krimileser perfekt geeignet!

– Three Shattered Souls
 416 Seiten

Nach dem Ende des letzten Bandes fällt es den anderen schwer, ihren ursprünglichen Plan, Yusans Herrscher zu stürzen, in die Tat umzusetzen. Mikail muss sich damit auseinandersetzen, der wahre Herrscher Gayas zu sein. Aeri, die schon mit zwei Artefakten verschmolzen ist, muss sich langsam mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Royo hat Angst um sie, weil er fürchtet, dass Aeris neue Magie sie umbringen wird. Sora trauert um ihre Schwester und hat Angst, dass auch Tiyung in Gefangenschaft gestorben ist. Tiyung währenddessen hat sich mit Hana verbündet, um Sora wiederzufinden. Und alle bereiten sich darauf vor, die Könige Yusans zu stürzen …

Mit diesem Band kommt die „Five Broken Blades“-Trilogie zu einem insgesamt zufriedenstellenden Abschluss, auch wenn ich zugegeben muss, dass mir die Trilogie insgesamt „nur“ gut gefallen hat. Denn meiner Meinung hat sie sowohl eine große Stärke als auch eine große Schwäche: Die große Stärke sind meiner Meinung nach die Charakterbeziehungen. Auch in diesem Band haben mir sowohl die Romanzen als auch die Freundschaften sehr gefallen. Royo und Aeri sind in diesem Band die Hauptromanze und ihre Chemie ist wirklich großartig, während zwischen Sora und Mikael eine überraschende Freundschaft beginnt, die ich nicht kommen gesehen habe und die sich wunderbar entwickelte. Nur zwischen Tiyung und Sora hätte ich gerne mehr gesehen, weil sie für eine lange Zeit voneinander getrennt sind, aber auch nach ihrem Zusammentreffen erstaunlich wenig Zeit miteinander verbringen; so gut ich dafür Tiyungs beginnende Freundschaft zu Hana, einem anderen Giftmädchen, fand, habe ich mehr Szenen zwischen Sora und Tiyung vermisst. Davon abgesehen haben mir die Charakterbeziehungen allerdings sehr gut gefallen und sie sind meiner Meinung nach wie gesagt eine große Stärke des Romans.

Die große Schwäche währenddessen ist für mich der Schreibstil, der sehr schlicht ist und es sehr schwer macht, die Gefühle der Charaktere zu spüren. Allgemein hat der Schreibstil sie nicht klar voneinander abgegrenzt, sodass ich des Öfteren kurz zurückblättern musste, um mich daran zu erinnern, wer gerade erzählt. Aber selbst, wenn ich es wusste, schien es immer eine gewisse Distanz zwischen mir und den Charakteren zu geben; ich fieberte sehr mit den einzelnen Beziehungen mit, aber die Charaktere selbst blieben mir erstaunlich fern. Ein größerer Fokus auf ihr Innenleben wäre mir hier sehr willkommen gewesen.

Obwohl die Handlung manchmal vor sich hinplätscherte, machte mir das nichts aus, weil die Charaktere die Handlung auch so gut trugen; und dann haben wir natürlich das Ende, das leider nicht für alle gut endet, aber für mich trotzdem ein guter Abschluss war. Tatsächlich fand ich es gerade deshalb gut, weil es kein glückliches Ende für alle Charaktere und Paare gibt, sondern ein realistisches, das gut zu den Charakteren und den Entwicklungen der Handlung passt.

Insgesamt also eine Reihe, bei der mir vor allem die Charakterbeziehungen sehr gefallen haben, die aufgrund ihres schlichten Schreibstils aber vermutlich nicht für alle Leser:innen ansprechend sein wird.

– Skipshock
 559 Seiten

Im Zug von Cork nach Dublin landet Margo auf unerklärliche Weise in einem anderen Zug, in einer anderen Welt: Einer Welt, in der es Zeitzonen gibt, die die Länge der Tage und damit die Länge des Lebens bestimmen. Moon, ein Handlungsreisender, hilft ihr und bringt sie nach New Davia, einer Sechs-Stunden-Stadt, um herauszufinden, was er mit ihr tun soll. Margo möchte unbedingt wieder nach Hause, doch je länger sie in dieser Welt verbringt, desto mehr wünscht sie sich, den Bewohnern zu helfen. Doch die Garde hat es auf sie abgesehen und bald schon muss Margo zusammen mit Moon flüchten – und versuchen, eine Revolution in Gang zu setzen …

Das Prinzip der Geschichte ist wirklich großartig umgesetzt: Caroline O‘Donoghue ist es wirklich fantastisch gelungen, die Atmosphäre einer Stadt mit kurzen Tagen einzufangen. Denn das Faszinierende dabei ist, dass die Regel „ein Tag ist ein Tag“ gilt: Egal, wie viele Stunden ein Tag an einem bestimmten Ort hat, der Körper empfindet es als einen vollen Tag, während dem man je nach Zeitzone schneller oder langsamer altert. Gerade, weil Margo selbst natürlich an einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag gewöhnt ist, war es leicht, sich in ihr Entsetzen und ihre Bestürzung, aber auch in ihre Freude hineinzuversetzen, als sie mit den verschiedenen Tageslängen und ihren Vor- und Nachteilen konfrontiert wird. Wir erleben im Buch drei Städte mit drei verschiedenen Tageslängen, wobei mir vor allem die beiden kürzesten gefielen, weil deren Umsetzung so gut war.

Wichtig ist es, dass es wegen der Verfolgungsjagd zwar einige spannende Momente gibt, die Geschichte aber vor allem von ihrer melancholischen Atmosphäre lebt, den verschiedenen Leben der Menschen in den schnelllebigen Städten. Ich wünschte, wir hätten speziell die Menschen, die ab der Mitte der Handlung eingeführt wurden, näher kennengelernt, weil ich eine starke Bindung zu den Charakteren in New Davia hatte und traurig war, dass die allermeisten keine längerfristige Relevanz hatten.

Margo und Moon sind dafür beide sehr sympathische Protagonisten. Ihre Romanze fand ich „nur“ gut (sie war nicht schlecht, aber auch nicht phänomenal), aber die Charaktere selbst haben mir sehr gefallen und gerade Moons Leben hat mich sehr interessiert. Als Lunati, der fast sein gesamtes Volk verloren hat und an starkem Skipshock leidet (im Grunde die extreme Version einen Jetlags), war ich sehr investiert daran, wie er sein Leben in den Griff bekommen würde. Aber auch Margo und ihre langsame Entschlossenheit, den Menschen in den verschiedenen Städten zu helfen, gefiel mir sehr und machte sie zu einer guten Protagonistin.

Insgesamt eine atmosphärische Geschichte, die den Wert der Zeit hervorragend aufzeigt!

– When Shadows Darken the Sun
 465 Seiten

In wenigen Monaten beginnen die Tag-und-Nacht-Spiele, in der die Prima des Taghofs, Di, und der Primus des Nachthofs, Nox, gegeneinander antreten müssen, um zu bestimmen, wer von beiden die nächsten dreißig Jahre über den Dritten Hof herrschen wird. Begleitet wird Di von ihrer Zofe Cass, die die unsichere Herrscherin unterstützt und Nox in seine Schranken weisen will. Gleichzeitig sind die beiden fasziniert voneinander, sich wohl bewusst, dass sie Feinde sind. Um Cass‘ besten Freund von einem Fluch zu retten, machen die beiden sich auf eine Reise auf, in der sie sich näher kennenlernen, während das Datum der Spiele immer näher rückt …

Dieser Fantasyroman hat einfach Spaß gemacht – vor allem wegen seinem cineastischen Schreibstil und der gut umgesetzten Romanze. Denn eigentlich sticht er davon abgesehen nicht zu stark hervor, er ist einfach eine klassische Fantasyromanze – und trotzdem ein sehr guter Genuss.

Mit „cineastisch“ meine ich hierbei einen Schreibstil, der er leicht macht, sich alle Szenen tatsächlich gut vorzustellen. Ich war positiv überrascht davon, wie viele denkwürdige Szenen es gab, die sich in mein Gedächtnis einbrannten, wobei mein liebster Teil der Handlung Cass‘ und Nox‘ Rettungsreise war. Hier gab es ein paar meiner absolut liebsten Szenen, weshalb mir dieser Handlungsabschnitt besonders positiv in Erinnerung geblieben ist.

Das liegt auch an den Protagonisten: Cass und Nox sind nicht nur sympathische Hauptcharaktere, sondern haben auch eine hervorragende Chemie miteinander. Zwar finde ich, dass ihre anfängliche Faszination etwas ZU schnell entstand und ich mir hier eine langsamere Entwicklung gewünscht hätte, aber ihre Chemie im Allgemeinen war immer noch großartig. Die Mischung aus schalkhaften Dialogen und genuinen Momenten war schlicht sehr gut dosiert und machte es leicht, mit den beiden mitzufiebern. Insgesamt eine sehr süße Romanze!

Von den anderen Charakteren mochte ich Cass‘ besten Freund Soley und ihre beste Freundin Di am meisten. Charaktere, die wie Soley die Handlung in Bewegung setzen, sind oft erstaunlich unwichtig für die Handlung selbst, aber obwohl ich mir durchaus mehr Screentime für Soley gewünscht hätte, hat er immer noch mehr Relevanz als viele andere vergleichbare Charaktere. Di währenddessen ist eine wunderbar unterstützende Freundin, obwohl sie und die anderen Charaktere zugegeben von mehr Screentime und Entwicklung profitiert hätten; sie haben genug, um mich an sie zu erinnern, aber nicht genug, um sie ins Herz zu schließen.

Die Spiele gehen erst nach dreihundert Seiten los, was mich zwar nicht störte, anderen Leser:innen aber bewusst sein sollte, falls diese sich vor allem auf die Spiele freuen.

Eine große Kritik habe ich allerdings: Die sehr vorhersehbaren Twists. Sogar schon vor dem Lesen ist es sehr leicht, sie zu erraten, sodass ich mir gewünscht hätte, sie wären sehr viel früher offenbart worden, als es der Fall ist. Tatsächlich war es ein wenig erschreckend, WIE vorhersehbar wichtige Handlungsaspekte waren!

Aber hat das meiner Lesefreude geschadet? Nein, nicht besonders. Ja, ich hätte mir eine frühere Offenbarung für die Dinge gewünscht, die mir sehr schnell klar waren, aber die Handlung war immer noch so spaßig geschrieben, dass mich das nicht störte. Wer eine Fantasyromanze lesen will, die sich leicht visualisieren lässt und es leicht macht, mit den beiden Hauptcharakteren mitzufiebern, findet hier eine, die mich sehr gut unterhalten hat!

– Die magische Villa – Eine Freundschaft voller Zauber
 268 Seiten

Als kleine Kinder haben Lucy und Maya viel Zeit in einer alten Villa verbracht, die inzwischen einer Dame namens Frau Schmitt gehört. Eines Nachts sieht Lucy, wie ebenjene Frau Schmitt inmitten von Nebel auf dem Gelände steht und wie ein unheimliches Wesen aus der Straße ausbricht und entkommt. Zusammen wollen die beiden herausfinden, was es damit auf sich hat. Hilfe bekommen sie von Tim, der ein paar seltsame Aufnahmen gemacht hat, die er untersuchen will. Schließlich finden die drei heraus, dass die Villa in Wirklichkeit ein Refugium für magische Wesen ist – und Frau Schmitt, die eigentlich Sue Rubyred heißt, braucht ihre Unterstützung, um den Wesen zu helfen …

Dieses schöne Kinderabenteuer war angenehm zu lesen, hatte eine tolle Atmosphäre und vor allem einen sehr guten Fokus auf die Freundschaft zwischen den drei Hauptcharakteren. Gerade Lucy und Maya waren großartig, weil sie sich stets unterstützen und ihre wunderbare Freundschaft dadurch hervorragend zeigen, aber auch als Charaktere allgemein mochte ich sie sehr.

Mein Lieblingscharakter war dabei Maya, die mir unglaublich sympathisch war. Sie nimmt einen sehr aktiven Teil in der Handlung ein, ist sehr hilfsbereit und mutig, und mir kam sie stellenweise sogar mehr wie ein Hauptcharakter vor als Lucy. Natürlich bekommt auch Lucy einiges zu tun, aber ich möchte positiv erwähnen, dass ihre beste Freundin nicht einfach nur ein Extra ist, sondern tatsächlich ein gleichwertiger Hauptcharakter mit sehr viel Eigeninitiative.

Die magischen Wesen gefielen mir ebenfalls, wobei ich speziell das Nixenabenteuer mochte. Leider dauert es eine Weile, bis die Charaktere offiziell in die Welt der magischen Wesen eingeführt werden, aber ihre Integrierung in unserer Welt war dafür sehr gelungen.

Insgesamt also ein schönes Kinderabenteuer für Fans von Freundschafts- und Fantasygeschichten!

– The House Witch 1
 559 Seiten

Finlay Ashowan ist der neue Koch des Königs – und zudem eine Hexe, was aber niemand wissen darf. Mit seiner eigensinnigen Art macht er es sich bei der Dienerschaft nicht einfach, doch seine hervorragenden Kochkünste und seine Art und Weise, die Menschen um sich herum auf subtile Art zu beschützen, bringen ihm bald das Vertrauen der Adligen und der Dienerschaft ein. Doch die vielen Herausforderungen des Alltags machen es Fin nicht einfach, sein Geheimnis zu bewahren, das Chaos im Schloss zu bewältigen, Freundschaften zu schließen und seine wachsenden Gefühle zur Adligen Annika Jenoure zu realisieren …

Dieser Fantasyroman hat mich sehr an eine gemütliche Serie erinnert, weil er genau so aufgebaut ist: Als wäre die Handlung in mehrere Episoden unterteilt, in denen Fin und die anderen sich mit verschiedenen Vorfällen befassen. Und das war sowohl ein positiver als auch ein negativer Punkt: Die einzelnen Ereignisse mochte ich nämlich sehr und sie haben mich oft zum Schmunzeln, Lächeln und Lachen gebracht. Es gab so viele Szenen, die mich begeisterten, weil sie die gemütliche Atmosphäre des Romans so wunderbar einfingen.

Allerdings hat die episodenhafte Erzählweise auch einen großen Nachteil: Durch sie fühlte sich die Geschichte an, als würde es keine übergreifende Handlung geben (obwohl sie durchaus existiert) und nur sehr wenig Spannung. Natürlich erwarte ich bei einer Cozy Fantasy nicht, dass sie mich ständig zum Weiterlesen antreibt, aber hier fiel es mir wirklich schwer, mitzufiebern, weil die Handlung sich trotz der stets wiederkehrenden Charaktere und zufriedenstellender Charakterentwicklung so abgeschnitten voneinander anfühlte.

Die einzelnen Freundschaften (vor allem die zu Fin und den Rittern, die sich zunächst nicht ausstehen können, bis sie sich langsam füreinander erwärmen) sowie die Romanze zwischen Fin und Annika waren sehr gut umgesetzt. Hier fiel es mir leicht, mit den Charakteren und den einzelnen Beziehungen mitzufiebern, weil sie sehr realistisch geschrieben waren und sich beständig weiterentwickelten.

Der Schreibstil war mir manchmal ein wenig zu nüchtern und es verwirrte mich oft, wann immer sich die Sichtweise abrupt änderte, aber trotzdem gelang es ihm, mir die schönen Szenen nahezubringen.

Insgesamt also kein absolutes Highlight, aber immer noch eine wunderbare Cozy Fantasy, die gerade für diejenigen perfekt geeignet ist, die eine episodenhafte Erzählweise mögen!