- When Shadows
- Darken The Sun
- Nina Schilling
- LYX
- Fantasy
- Fantasyromanze
- Quest
- Suche
- Spiele
- Abenteuer
- Romanze
- Freundschaft
In wenigen Monaten beginnen die Tag-und-Nacht-Spiele, in der die Prima des Taghofs, Di, und der Primus des Nachthofs, Nox, gegeneinander antreten müssen, um zu bestimmen, wer von beiden die nächsten dreißig Jahre über den Dritten Hof herrschen wird. Begleitet wird Di von ihrer Zofe Cass, die die unsichere Herrscherin unterstützt und Nox in seine Schranken weisen will. Gleichzeitig sind die beiden fasziniert voneinander, sich wohl bewusst, dass sie Feinde sind. Um Cass‘ besten Freund von einem Fluch zu retten, machen die beiden sich auf eine Reise auf, in der sie sich näher kennenlernen, während das Datum der Spiele immer näher rückt …
Dieser Fantasyroman hat einfach Spaß gemacht – vor allem wegen seinem cineastischen Schreibstil und der gut umgesetzten Romanze. Denn eigentlich sticht er davon abgesehen nicht zu stark hervor, er ist einfach eine klassische Fantasyromanze – und trotzdem ein sehr guter Genuss.
Mit „cineastisch“ meine ich hierbei einen Schreibstil, der er leicht macht, sich alle Szenen tatsächlich gut vorzustellen. Ich war positiv überrascht davon, wie viele denkwürdige Szenen es gab, die sich in mein Gedächtnis einbrannten, wobei mein liebster Teil der Handlung Cass‘ und Nox‘ Rettungsreise war. Hier gab es ein paar meiner absolut liebsten Szenen, weshalb mir dieser Handlungsabschnitt besonders positiv in Erinnerung geblieben ist.
Das liegt auch an den Protagonisten: Cass und Nox sind nicht nur sympathische Hauptcharaktere, sondern haben auch eine hervorragende Chemie miteinander. Zwar finde ich, dass ihre anfängliche Faszination etwas ZU schnell entstand und ich mir hier eine langsamere Entwicklung gewünscht hätte, aber ihre Chemie im Allgemeinen war immer noch großartig. Die Mischung aus schalkhaften Dialogen und genuinen Momenten war schlicht sehr gut dosiert und machte es leicht, mit den beiden mitzufiebern. Insgesamt eine sehr süße Romanze!
Von den anderen Charakteren mochte ich Cass‘ besten Freund Soley und ihre beste Freundin Di am meisten. Charaktere, die wie Soley die Handlung in Bewegung setzen, sind oft erstaunlich unwichtig für die Handlung selbst, aber obwohl ich mir durchaus mehr Screentime für Soley gewünscht hätte, hat er immer noch mehr Relevanz als viele andere vergleichbare Charaktere. Di währenddessen ist eine wunderbar unterstützende Freundin, obwohl sie und die anderen Charaktere zugegeben von mehr Screentime und Entwicklung profitiert hätten; sie haben genug, um mich an sie zu erinnern, aber nicht genug, um sie ins Herz zu schließen.
Die Spiele gehen erst nach dreihundert Seiten los, was mich zwar nicht störte, anderen Leser:innen aber bewusst sein sollte, falls diese sich vor allem auf die Spiele freuen.
Eine große Kritik habe ich allerdings: Die sehr vorhersehbaren Twists. Sogar schon vor dem Lesen ist es sehr leicht, sie zu erraten, sodass ich mir gewünscht hätte, sie wären sehr viel früher offenbart worden, als es der Fall ist. Tatsächlich war es ein wenig erschreckend, WIE vorhersehbar wichtige Handlungsaspekte waren!
Aber hat das meiner Lesefreude geschadet? Nein, nicht besonders. Ja, ich hätte mir eine frühere Offenbarung für die Dinge gewünscht, die mir sehr schnell klar waren, aber die Handlung war immer noch so spaßig geschrieben, dass mich das nicht störte. Wer eine Fantasyromanze lesen will, die sich leicht visualisieren lässt und es leicht macht, mit den beiden Hauptcharakteren mitzufiebern, findet hier eine, die mich sehr gut unterhalten hat!
- Die magische Villa
- Nina Blazon
- Penguin Junior
- Kinderbuch
- Fantasy
- Freundschaft
- Magie
- Magische Wesen
- Rettung
- Abenteuer
Als kleine Kinder haben Lucy und Maya viel Zeit in einer alten Villa verbracht, die inzwischen einer Dame namens Frau Schmitt gehört. Eines Nachts sieht Lucy, wie ebenjene Frau Schmitt inmitten von Nebel auf dem Gelände steht und wie ein unheimliches Wesen aus der Straße ausbricht und entkommt. Zusammen wollen die beiden herausfinden, was es damit auf sich hat. Hilfe bekommen sie von Tim, der ein paar seltsame Aufnahmen gemacht hat, die er untersuchen will. Schließlich finden die drei heraus, dass die Villa in Wirklichkeit ein Refugium für magische Wesen ist – und Frau Schmitt, die eigentlich Sue Rubyred heißt, braucht ihre Unterstützung, um den Wesen zu helfen …
Dieses schöne Kinderabenteuer war angenehm zu lesen, hatte eine tolle Atmosphäre und vor allem einen sehr guten Fokus auf die Freundschaft zwischen den drei Hauptcharakteren. Gerade Lucy und Maya waren großartig, weil sie sich stets unterstützen und ihre wunderbare Freundschaft dadurch hervorragend zeigen, aber auch als Charaktere allgemein mochte ich sie sehr.
Mein Lieblingscharakter war dabei Maya, die mir unglaublich sympathisch war. Sie nimmt einen sehr aktiven Teil in der Handlung ein, ist sehr hilfsbereit und mutig, und mir kam sie stellenweise sogar mehr wie ein Hauptcharakter vor als Lucy. Natürlich bekommt auch Lucy einiges zu tun, aber ich möchte positiv erwähnen, dass ihre beste Freundin nicht einfach nur ein Extra ist, sondern tatsächlich ein gleichwertiger Hauptcharakter mit sehr viel Eigeninitiative.
Die magischen Wesen gefielen mir ebenfalls, wobei ich speziell das Nixenabenteuer mochte. Leider dauert es eine Weile, bis die Charaktere offiziell in die Welt der magischen Wesen eingeführt werden, aber ihre Integrierung in unserer Welt war dafür sehr gelungen.
Insgesamt also ein schönes Kinderabenteuer für Fans von Freundschafts- und Fantasygeschichten!
- The House Witch
- Delemhach
- Emilie Nikota
- Klett-Cotta
- Hobbit Presse
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Episodenhaft
- Kochen
- Freundschaft
- Romanze
- Herzerwärmend
Finlay Ashowan ist der neue Koch des Königs – und zudem eine Hexe, was aber niemand wissen darf. Mit seiner eigensinnigen Art macht er es sich bei der Dienerschaft nicht einfach, doch seine hervorragenden Kochkünste und seine Art und Weise, die Menschen um sich herum auf subtile Art zu beschützen, bringen ihm bald das Vertrauen der Adligen und der Dienerschaft ein. Doch die vielen Herausforderungen des Alltags machen es Fin nicht einfach, sein Geheimnis zu bewahren, das Chaos im Schloss zu bewältigen, Freundschaften zu schließen und seine wachsenden Gefühle zur Adligen Annika Jenoure zu realisieren …
Dieser Fantasyroman hat mich sehr an eine gemütliche Serie erinnert, weil er genau so aufgebaut ist: Als wäre die Handlung in mehrere Episoden unterteilt, in denen Fin und die anderen sich mit verschiedenen Vorfällen befassen. Und das war sowohl ein positiver als auch ein negativer Punkt: Die einzelnen Ereignisse mochte ich nämlich sehr und sie haben mich oft zum Schmunzeln, Lächeln und Lachen gebracht. Es gab so viele Szenen, die mich begeisterten, weil sie die gemütliche Atmosphäre des Romans so wunderbar einfingen.
Allerdings hat die episodenhafte Erzählweise auch einen großen Nachteil: Durch sie fühlte sich die Geschichte an, als würde es keine übergreifende Handlung geben (obwohl sie durchaus existiert) und nur sehr wenig Spannung. Natürlich erwarte ich bei einer Cozy Fantasy nicht, dass sie mich ständig zum Weiterlesen antreibt, aber hier fiel es mir wirklich schwer, mitzufiebern, weil die Handlung sich trotz der stets wiederkehrenden Charaktere und zufriedenstellender Charakterentwicklung so abgeschnitten voneinander anfühlte.
Die einzelnen Freundschaften (vor allem die zu Fin und den Rittern, die sich zunächst nicht ausstehen können, bis sie sich langsam füreinander erwärmen) sowie die Romanze zwischen Fin und Annika waren sehr gut umgesetzt. Hier fiel es mir leicht, mit den Charakteren und den einzelnen Beziehungen mitzufiebern, weil sie sehr realistisch geschrieben waren und sich beständig weiterentwickelten.
Der Schreibstil war mir manchmal ein wenig zu nüchtern und es verwirrte mich oft, wann immer sich die Sichtweise abrupt änderte, aber trotzdem gelang es ihm, mir die schönen Szenen nahezubringen.
Insgesamt also kein absolutes Highlight, aber immer noch eine wunderbare Cozy Fantasy, die gerade für diejenigen perfekt geeignet ist, die eine episodenhafte Erzählweise mögen!
- Alexander
- von Schirach
- Penguin
- Kinderbuch
- Demokratie
- Philosophie
- Abenteuer
- Suche
- Gesetze
- Regeln
- Gerechtigkeit
- Würde
- Reise
- Geschenkbuch
Nachdem Kalistes tyrannischer König gestürzt wurde, sucht die Bevölkerung nach einem Weg, gerechte Gesetze zu etablieren. Die Bewohner kommen zu dem Schluss, dass nur ein Kind eine Lösung finden kann und wählen Alexander aus, nachdem dieser das Sphinx-Rätsel gelöst hat. Er macht sich auf eine Reise auf und begegnet dabei vielen verschiedenen Gestalten. Ob nun ein Modeschöpfer, ein Philosoph, ein Orakel oder eine Leserin: Sie alle haben ihre eigene Sichtweise, die Alexander zeigt, was wirklich wichtig ist …
Dieses schöne Kinderbuch erzählt ganz wunderbar davon, welche Werte in einer Demokratie vonnöten sind, um diese zu erhalten und das auf eine Art und Weise, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gut zu lesen ist. Für Erwachsene sind die Gesetze, die Alexander vorgeschlagen werden, natürlich offensichtlich, aber trotzdem wertvoll und für Kinder ohnehin wichtig. Zudem war es so oder so schön, sich selbst daran zu erinnern, welche Gesetze in einer Demokratie gelten sollten. Aber das, was mir wirklich gefiel, waren die viele subtilen Momente und Anmerkungen, die nur Erwachsene in ihrer Vollständigkeit verstehen (z.B. als Alexander auf den Philosophen Diogenes trifft).
Jeder Charakter hinterlässt hierbei einen starken Eindruck, was vor allem wegen ihrer begrenzten Screentime sehr beeindruckend ist. Mein persönlicher Liebling war das Orakel, aber sicher wird jeder seinen eigenen Lieblingscharakter finden können, weil sie alle nicht nur wichtige Lektionen mitgeben, sondern allgemein erinnerungswürdig geschrieben sind.
Den besten Vergleich, den ich bringen kann, ist „Der kleine Prinz“, weil speziell Alexanders Reise und sein Treffen auf verschiedene Charaktere mich ein wenig an die Reise des kleinen Prinzen erinnerte – mit dem Unterschied, dass Alexander tatsächlich wichtige Informationen erhält. Meine einzige Kritik besteht daraus, dass ich mir gerne noch mehr Diversität von den Charakteren gewünscht hätte, weil gerade Randgruppen die Vorzüge der Demokratie nicht so sehr genießen, wie sie es verdienen; hier finde ich, dass es noch effektiver gewesen wäre, ebenjene Randgruppen zu Alexander sprechen zu lassen (obwohl die Lektionen natürlich unabhängig von der Person, die sie vorträgt, wichtig sind).
Insgesamt eine schöne, kurzweilige Geschichte über Demokratie, die nicht nur für Kinder geeignet ist!
Als Meryns Schwester Saela vom Feindesland entführt wird, steht ihr Entschluss fest: Sie will an die Grenze, um ihre Schwester suchen und retten zu können. Doch wie alle neuen Rekruten muss sie die Bindungsprüfungen hinter sich bringen, die überprüfen sollen, ob sie eine Verbindung zu einem Wolf hat – und zu Meryns Entsetzen wird sie tatsächlich von einer Wölfin ausgewählt. Jetzt steckt sie nicht nur im Bezirk der Gebundenen fest, sondern muss auch mit der drohenden Gefahr leben, jederzeit ausgesiebt zu werden – eine Gefahr, die umso größer ist, da ihre Schattenwölfin Anassa sich weigert, mit ihr zu sprechen …
Dieser Roman hat mir leider gezeigt, dass ich selbst bei der besten Geschichte ein Liebesdreieck nicht ertragen kann. Zugegeben: Für etwa zwei Drittel der Handlung war es überraschend erträglich. Ich mochte es, wie es durch einen Twist eingeführt wurde, und dass es nicht ZU viel Zeit einnahm, weil der Fokus immer noch auf Meryns Ausbildung liegt, deren Umsetzung klasse war.
Aber irgendwann wurde es dann doch nervig, weil das Liebesdreieck wirklich schmerzhaft vorhersehbar war: Wir haben den einen Love Interest, der Meryn von Anfang an liebevoll behandelt, glücklich macht, alle Spice-Szenen bekommt und insgesamt sympathisch war – und den anderen Love Interest, der für lange Zeit sehr unsympathisch ist und erst gegen Ende ein wenig Wärme zeigt. Es war von Anfang an klar, dass der liebevolle Love Interest auf keinen Fall derjenige sein kann, mit dem sie zusammenkommt und dass ein Twist sein Verhalten in ein anderes Licht rücken wird. Tatsächlich wäre es für mich ein größerer Twist gewesen, hätte er sich tatsächlich als der liebevolle Love Interest dargestellt, als der er dargestellt wurde, aber leider konnte ich am Ende wirklich jeden Twist vorhersehen, weil der Aufbau des Liebesdreiecks so offensichtlich darauf hinauslief.
Auch den klassischen Anfang habe ich als Kritikpunkt wahrgenommen, wenn auch als recht kleinen, weil er von so vielen anderen Fantasyromanen geteilt wird: Eine Protagonistin, die die Handlung wegen einem Charakter in Bewegung setzt, den wir als Leser:innen kaum kennenlernen und in deren Rettung wir deshalb nicht investiert sind. Ich finde, die Handlung wäre um einiges stärker gewesen, hätte Meryn aus eigenem Wunsch an den Bindungsprüfungen teilgenommen, weil es leichter war, mit ihrer Ausbildung mitzufiebern als mit der Suche nach Saela.
Und hier kommen wir zu den positiven Punkten: Die Haupthandlung war absolut fantastisch. Ich liebte es, Meryns Entwicklung zu verfolgen, die gefährlichen Prüfungen, ihre Freundschaften mit den anderen Auszubildenden (vor allem Izabel) und vor allem ihre Bindung zu Anassa. Sie war sehr langsam und sehr realistisch aufgebaut, die beiden brauchen lange Zeit, um miteinander zurechtzukommen und es war so spannend und zufriedenstellend, den beiden dabei zuzusehen, wie sie ihre schwierige Beziehung nach und nach kitten. Von allen Beziehungen war diese mit Abstand die stärkste, weil sie glücklicherweise viel Screentime bekam und sich so realistisch entwickelt hat.
Ich mochte auch Meryn selbst und wie sie alles in Frage stellte, anstatt es einfach zu akzeptieren. Es war leicht, mich in sie hineinzuversetzen, weil ich genau dieselben Punkte in Gedanken ansprach wie sie. Sogar die grausamen Szenen, die ihre Veränderung einleiten, waren nachvollziehbar und ein wichtiger Teil ihrer Charakterentwicklung.
Insgesamt ist dieser Fantasyroman gut für Fourth-Wing-Fans geeignet, allerdings nur für diejenigen, die Liebesdreiecke mögen!
Seit Amanda ihre kleine Tochter und ihren Ehemann verloren hat, denkt sie nur daran, wie sie deren Mörder möglichst unauffällig umbringen kann. Nach einem gescheiterten Versuch wird sie in eine Gruppentherapie gesteckt, wo sie Wendy kennenlernt, die ebenfalls einen schweren Verlust erlitten hat und den Wunsch nach Rache verspürt. Wendy schlägt ihr gemäß "Zwei Fremde im Zug" vor, ihre Mörder zu tauschen. Doch der Plan geht schief und Wendy verschwindet spurlos, woraufhin Amanda alles in ihrer Macht Stehende tun muss, um sie wiederzufinden und gleichzeitig der Polizei zu entkommen ...
Steve Cavanagh gehört fraglos zu meinen Lieblingsautoren und in diesem Thriller hat er wieder einmal gezeigt, warum: Er schreibt so unglaublich spannend, dass es fast unmöglich ist, sich seinem Sog zu entziehen. Ich war am Anfang erst mal emotional an Amanda gebunden, weil ihr Verlust auf sehr gefühlvolle Weise beschrieben wird, bevor die eigentliche Handlung Überhand nimmt und für ein rasantes Leseerlebnis sorgt. Es war so leicht, mit ihr mitzufiebern, weil sie eine sympathische Heldin in einer sehr schwierigen Situation ist.
Das gleiche gilt auch für die zweite Protagonistin Ruth, die am Anfang eine Messerattacke überlebt und seitdem panische Angst hat, dass der Mörder zurückkommen könnte, um ihr den Rest zu geben. Auch ihre Geschichte fängt emotional an, bevor sie, ähnlich wie Amanda, in Situationen gezwungen wird, die sie heillos überfordern.
Twists gibt es natürlich so einige und sie waren ausgesprochen zufriedenstellend, weil sie die perfekte Mischung aus überraschend und logisch waren. Manche sah ich vage kommen, aber andere haben mich ganz schön unerwartet getroffen, obwohl sie im Nachhinein perfekt ins Puzzle passten. Ein besonders großen Lob für das Ende, das alle Handlungsstränge zufriedenstellend abschließt und mich regelrecht atemlos an den Seiten hielt.
Wer Steve Cavanagh, aber auch allgemein packende Thriller mag, die ihre Spannung tatsächlich über das ganze Buch hinweg halten, wird hier einen besonders großartigen finden!
(Tatsächlich habe ich mir nun "Zwei Fremde im Zug" gekauft, weil ich so gespannt bin, wie die Originalidee wohl umgesetzt wurde!)
- Firewatch
- Colin Hadler
- dtv
- Thriller
- Romanze
- Spannung
- LGBTQ+
- Hinterlist
- Geheimnisse
- Twists
- Süchtigmachend
- Highlight
Vor einem Jahr ist Robins bester Freund Aaron spurlos verschwunden. Der einzige Verdächtige: Kian, der damals zusammen mit ihm im Nationalpark gearbeitet hat. Als die Polizei die Suche nach Aaron einstellt, fasst Robin einen Plan: Er will sich an Kian ranmachen, um ihn so in Sicherheit zu wiegen und herauszufinden, was mit Aaron passiert ist …
Ich liebe ja „Become the Mask“-Geschichten, bei denen der Hauptcharakter zunächst etwas vorspielt, ehe es Wirklichkeit wird – und diese hier gehört definitiv zu den spannendsten! Nicht nur durch eine allgemein spannende Handlung, die mich stets antrieb, sondern vor allem durch die zwei Hauptcharaktere selbst: Robin und Kian. Die unterschwellige Spannung, die durch jede ihrer Interaktionen entstand, war übermächtig, ich fieberte bei ihren Szenen so mit und hatte gleichzeitig Angst, was wohl als nächstes passieren würde. Es war unglaublich einfach, die ganze Handlung wie einen Film vor mir zu sehen, während Robins Lügen und Kians verdächtiges Verhalten, gepaart mit der Chemie, die die beiden miteinander teilen, für ein packendes Leseerlebnis sorgte.
Natürlich ist es für uns Leser:innen von Anfang an klar, dass Kian niemals der Verantwortliche sein kann, denn auch, wenn er sich durchaus suspekt verhält, wäre das eine gleichzeitig zu einfache und zu schwere Lösung gewesen; aber nichtsdestotrotz fieberte ich mit, weil ich wissen wollte, was genau er geheim hält und warum. Im ersten Teil der Handlung erleben wir zudem Aarons Zeit im Nationalpark, die die gegenwärtigen Ereignisse in einen anderen Fokus rückt und die mich durchaus an Kian zweifeln ließ. Das Endergebnis war für mich überraschend, im Nachhinein jedoch logisch, und es brachte noch ein, zwei andere Twists mit sich, die ich nicht kommen gesehen habe.
Zwei Kritikpunkte habe ich allerdings: Zum einen finde ich, dass Robins wachsende Gefühle für Kian früher hätten hervortreten müssen, als es der Fall ist. Es schien für mich fast so, als würde er seine Meinung über Kian während einer einzigen Szene ändern statt während des ganzen Romans, obwohl es auch davor ein paar Szenen gab, in denen man ihm anmerkte, dass Kian ihm langsam sympathisch wird. Allerdings waren diese Szenen recht selten und wurden fast von denen, in denen er schlecht über ihn dachte, überschattet; hier hätte ich seine Meinungsveränderung nicht ganz so subtil gemacht, wie sie es ist, sondern hätte ihn schon um einiges früher an sich selbst und seinem Verdacht zweifeln lassen.
Zum anderen ist mir ein Mangel an sympathischen, weiblichen Figuren aufgefallen. Es gibt zwar durchaus welche (und dazu männliche Figuren, die unsympathisch sind), aber insgesamt schien mir die Waage stark in Richtung der männlichen Charaktere zu gehen. Was wohl Sinn ergibt, wenn man die Handlung allgemein bedenkt, aber erwähnt haben wollte ich es trotzdem.
Allerdings ist die Handlung trotz dieser beiden Kritikpunkte einfach phänomenal gewesen und die Romanze sehr fesselnd. Ich liebe es einfach, wie Colin Hadler es geschafft hat, die Spannung über den ganzen Roman hinweg zu halten, indem er die Charaktere selbst zum spannendsten Teil gemacht hat!
- Pina fällt aus
- Vera Zischke
- Ullstein
- Belletristik
- Familie
- Freundschaft
- Autismus
- Empathie
- Leben
- Probleme
- Kleines Highlight
Pina kümmert sich hingebungsvoll um ihren zwanzigjährigen Sohn Leo, der in seiner eigenen Welt lebt und nur sie als Stütze hat. Doch als sie beim Einkaufen zusammenbricht und in die Intensivstation eingeliefert wird, bleibt Leo ohne sie zurück und es liegt an den Nachbarn, ihn zu unterstützen: Inge, die Seniorin, die seit anderthalb Jahren ihre Wohnung nicht verlassen hat und immer noch um ihren verstorbenen Ehemann trauert; Zola, die Zockerin, die von ihrer Familie rausgeworfen wurde und einen Hang zum Stehlen hat; und Wojtek, der Einsiedler, der Kristallfiguren sammelt, weil er in die Verkäuferin verliebt ist. Sie schließen sich zusammen, um Leo zu helfen und schließen ihn schon bald ins Herz …
Dieser schöne Roman hat einen autistischen Charakter im Fokus, der mit viel Empathie erzählt wird, obwohl er selbst keine Sichtweise bekommt: Leo, den ich am Anfang als sehr schwierig empfand, der mir aber im Lauf der Handlung immer sympathischer wurde, sodass ich die Sichtweise der anderen Charaktere umso besser nachvollziehen konnte. Denn am Anfang fühlen sich alle verständlicherweise überfordert von ihm, doch je mehr Zeit sie mit ihm verbringen, desto mehr beginnen sie, ihn lieb zu gewinnen, sich wohl bewusst, dass sie ihn nie ganz verstehen werden.
Zudem haben alle drei Charaktere – Inge, Zola und Wojtek – ihren eigenen Handlungsstrang, denn alle haben Probleme, denen sie sich zwar bewusst sind, gegen die sie aber nichts tun. Ich war überraschend investiert in alle Handlungsstränge und wollte wissen, in welche Richtung sie sich entwickeln würden; zwar finden nicht alle Charaktere ein geschlossenes Ende, aber trotzdem eines, das mir gefiel.
Leo hat mir sehr leidgetan, weshalb es sehr schön war, den Charakteren dabei zuzusehen, wie sie sich für ihn erwärmten und ihn in ihren Alltag integrierten. Es war einfach so zufriedenstellend, die Entwicklung von allen Charakteren mitzuverfolgen!
Auch Pinas Sichtweise im Krankenhaus fand ich interessant zu lesen und ich konnte ihren Drang, nach Hause zurückzukehren, sehr gut nachvollziehen. Allgemein gab es so viele wunderbare Momente, die mich berührten und für ein großes Lesevergnügen sorgen.
Insgesamt ein sehr schöner Roman, der mit viel Liebe geschrieben ist!
- Die Riesinnen
- Hannah Häffner
- Penguin
- Belletristik
- Familiengeschichte
- Frauen
- Schwarzwald
- 20. Jahrhundert
- Nostalgie
- Schreibstil
- Leben
- Heimat
Nach der Geburt ihrer Tochter Cora und dem unerwartet frühen Tod ihres Ehemanns übernimmt Liese dessen Metzgerei, auch wenn sie selbst nicht ganz sicher ist, worauf sie sich einlässt. In ihrem kleinen Dorf im Schwarzwald schlägt sie Wurzeln, findet eine Heimat. Ihre Tochter Cora ist da schon stürmischer, sehnt sich nach Freiheit, nach Reisen, nach Genuss. Erst, als sie selbst schwanger wird, kehrt sie zu ihrer Mutter zurück, nicht sicher, wie sie mit ihrer Tochter Eva umgehen soll. Liese unterstützt sie, hilft Cora, auch ihre Wurzeln zu finden. Und Eva, das Waldkind, weiß insgeheim schon die ganze Zeit, dass auch sie hierher gehört, auch wenn sie eine Weile braucht, um es wirklich zu begreifen. Drei Frauen, drei Generationen – doch alle mit derselben Heimat: dem Schwarzwald.
Mit einem schlichten und wunderschönen Schreibstil erzählt Hannah Häffner die Geschichte von Liese, Cora und Eva, deren Leben und deren Beziehung zueinander. Was mich dabei besonders beeindruckt hat, war die Kreativität ihrer Stilmittel verbunden mit der Schlichtheit des eigentlichen Schreibstils; das sorgte für ein sehr angenehmes Leseerlebnis, weil ich mich richtig in der Nostalgie früherer Zeiten verlieren konnte und gleichzeitig beeindruckt davon war, wie poetisch Hannah Häffner davon erzählte.
Von den drei Frauen war mir Liese am sympathischsten, weil sie sich so entschlossen für ihre Ziele einsetzte, aber das Leben aller drei Frauen war ausführlich genug erzählt, dass ich mich in sie hineinfühlen konnte. Neben Liese mochte ich auch Eva besonders gerne, nur in Cora konnte ich mich nicht ganz so gut hineinversetzen, auch wenn ich immer noch interessiert war, von ihr zu lesen.
Von den Nebengeschichten hätte ich gerne noch mehr gehabt, denn sie waren so interessant, dass ich es schade fand, wie wenig Screentime die entsprechenden Charaktere bekamen: Das Babettchen, der einsame Franz, der Koch Fischel und sogar jemand wie der Träumer David, der besonders wenige Szenen hat. Natürlich liegt der Fokus logischerweise auf Liese, Cora und Eva, aber ich hätte gerne noch mehr Charaktere gehabt, die mir ans Herz gewachsen wären.
An sich passiert nicht viel, man folgt den drei Frauen und ihrem Versuch, ihren Platz zu finden, aber der Schreibstil hat die Geschichte so besonders gemacht, dass ich trotzdem die ganze Zeit gefesselt von ihr war. Interessanterweise spielen der Schwarzwald selbst und der Fakt, dass die drei Frauen als Riesinnen bekannt sind, so gut wie keine Rolle; der Wald wird zwar regelmäßig erwähnt und trägt zur schönen Atmosphäre bei, aber dass es ausgerechnet der Schwarzwald ist, ist letztendlich nicht so wichtig. Auch die Größe der Frauen wird nur am Anfang erwähnt, weil ihre Persönlichkeit (glücklicherweise) im Zentrum steht.
Insgesamt eine ruhige, absolut wunderschöne Geschichte, die vor allem durch ihren Schreibstil überzeugt!
- Blood over
- bright haven
- M. L. Wang
- Adrian Verlag
- Fantasy
- Magie
- Worldbuilding
- Spannung
- Twist
- Misogynie
- Rassismus
- Ignoranz
- Drama
- Tragödie
- Hoffnung
- Highlight
Sciona ist fest entschlossen, als erste Frau die Magierprüfung zu bestehen, ein Ziel, auf das sie ihr ganzes bisheriges Leben hingearbeitet hat. Doch nie hätte sie geahnt, dass mit dem Status der Hochmagierin die Probleme nur größer werden: Nicht nur wird sie immer noch nicht ernst genommen, sondern bekommt für die Aufgabe, den Schutzschild um die Stadt zu erweitern, den Hausmeister Thomil als Assistenten. Sciona, die gegenüber ihm und seinem Volk Vorurteile hat, stellt bald fest, dass mehr hinter Thomil steckt, als es zunächst den Anschein hatte. Und dann macht Sciona eine furchtbare Entdeckung, die ihr ganzes Weltbild auf den Kopf stellt und sie dazu zwingt, ihrer eigenen Ignoranz ins Gesicht zu sehen …
Dieser Fantasy-Einzelband ist eine so großartige Empfehlung, dass ich es mit jedem Kapitel mehr bereut habe, ihn nicht schon vorher gelesen zu haben. Zugegeben hatte ich bei der Kurzbeschreibung die Befürchtung, dass er wie so viele andere Fantasyromane mit Misogynie als Thema in klischeehafte Bahnen abrutschen wird, aber zu meiner Freude war Sciona tatsächlich die geniale Magierin, als die sie dargestellt wird, ohne beim Anblick des ersten gutaussehenden Mannes ihre Prinzipien zu verraten. Gleichzeitig ist sie vorurteilsbehaftet und ignorant in ihrem Optimismus, lernt aber auch aus ihren Fehlern und büßt nie die Kompetenz ein, die ihr ihre Stellung einbrachte. Ihre Stärken und Schwächen haben sie zu einem einnehmenden Charakter gemacht, mit dem ich sehr mitgefiebert habe.
Auch Thomil war wunderbar und stellte Scionas Weltbild mit seinen scharfen Argumenten infrage. Ihre Dynamik hat mir sehr gefallen, weil sie nicht nur allgemein eine gute Chemie miteinander haben, sondern so erfolgreich zeigten, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der einen herausfordert, statt in allem zuzustimmen. Wichtig ist es für Leser:innen nur zu wissen, dass die beiden zwar Anflüge einer Romanze haben, es im Roman aber um so viel mehr geht. Ihre Szenen waren stets wunderbar zu lesen, aber erfrischenderweise nicht das Zentrum des Romans.
Andere Charaktere kommen nicht ganz so stark hervor, ihre Ansichten dafür umso stärker. Nicht nur, was die Misogynie betrifft, sondern allgemein die Art und Weise, wie man sich so sehr an ein Weltbild klammern kann, dass man für logische Argumente nicht mehr offen ist – etwas, an dem wir vermutlich alle mitschuldig sind. Tatsächlich hat der Roman in einem bestimmten Aspekt mein eigenes Weltbild verändert, so erfolgreich zeigte M. L. Wang diejenigen in ihrem Roman. Besonders gut fand ich auch, dass für uns Leser:innen die Ungerechtigkeit und fehlende Logik gewisser Sichtweisen offensichtlich ist, ohne dass das extra angesprochen werden musste.
Die Welt, die Magie, die Handlung und die Charaktere haben wunderbar miteinander harmoniert. Gerade das Worldbuilding hat mir sehr gefallen, weil die Welt sich so real anfühlt, die Handlung sich realistisch entwickelt und die Magie so ausgearbeitet ist, und das alles in einem einzigen Band! Der Twist, der alles noch einmal in eine andere Perspektive rückt, war schockierend und gleichzeitig logisch, das Ende sowohl tragisch als auch hoffnungsfroh und gerade deshalb perfekt. Rundherum ein Roman, der mich mit jedem Kapitel mehr beeindruckt hat!
Meine einzige kleine Kritik betrifft die deutsche Übersetzung, denn ich fand ungewöhnliche viele kleine Rechtschreibfehler. Kleine Tippfehler an sich sind durchaus verständlich, aber die Anzahl hier war dann doch hoch genug, dass ich sie hier ansprechen wollte. Meiner Freude an der Handlung hat das glücklicherweise keinen Abbruch getan, aber bei einer Wiederauflage hoffe ich, dass diese vielen kleinen Fehler verbessert werden.
Ein eindeutiges Highlight, von dem ich wirklich wünschte, ich hätte es schon früher entdeckt!
- Twice
- Mitch Albom
- Little Brown
- Belletristik
- Magischer Realismus
- Leben
- Fehler
- Zurückspulen
- Liebe
- Romanze
- Drama
- Kleines Highlight
Mit acht Jahren entdeckt Alfie seine besondere Fähigkeit: Er kann jeden Moment seines Lebens wiederholen – allerdings nur einmal, und er ist gezwungen, mit den Konsequenzen seines zweiten Versuchs zu leben. Zwar hat seine Fähigkeit durchaus Grenzen, doch schafft Alfie es insgesamt hervorragend, sich durch sein Leben zu schleichen. Bis er sich in Gianna verliebt. Denn was er bereits feststellen konnte: Sollte er es vermasseln, wird Gianna sich kein weiteres Mal in ihn verlieben …
Das Konzept der Handlung faszinierte mich sofort und es war glücklicherweise auch sehr gut umgesetzt. Alfie benutzt seine Fähigkeiten oft und in der Regel während Szenen, die ich ebenfalls rückgängig gemacht hätte, was es leicht gemacht hat, sich in ihn zu hineinzuversetzen. Es gibt auch ein paar kreative Nutzungen, gerade bei denen, die längere Zeitspannen erfordern, weil Alfie zwar zu jedem Moment zurück kann, die Zeit bis zur Gegenwart aber tatsächlich leben muss.
Allerdings hätte ich mir gerne noch mehr negative Konsequenzen bei seinen Wiederholungen gewünscht. Am Anfang wird betont, dass das zweite Mal nicht immer besser als das erste Mal ist, aber es gibt erstaunlich wenige Momente, bei dem das tatsächlich umgesetzt wurde. In der Regel gelingt es Alfie problemlos, seinen zweiten Versuch perfekt hinzukriegen, weshalb ich mir gerne noch mehr Szenen gewünscht hätte, in denen gezeigt worden wäre, wie Alfie scheitert.
Das Framing der Geschichte ist großartig: Alfie, der in der Gegenwart wegen einem Casino-Betrug festgenommen wird und daraufhin seine Geschichte erzählt bzw. aus seinem Buch vorliest. Die Art und Weise, wie die Handlungsstränge zueinander finden, war wirklich sehr zufriedenstellend!
Interessanterweise kamen mir Alfie und Gianna nicht wie ein Traumpaar vor, sondern wie eines, dem es bestimmt war, einander zu verlieren. Die zweite Hälfte der Handlung, die sich mehr auf ihre Romanze und die Dramen in ihrer Beziehung fokussiert, war mir etwas zu klischeehaft, aber gleichzeitig war es faszinierend zu sehen, wie Alfie trotz seiner zweiten Chancen Schwierigkeiten hatte, sie gut zu nutzen.
Einen Charakter, den ich unbedingt erwähnen muss, ist Wesley. Er ist Alfies bester Freund aus der Schule und hat nur wenig Screentime, war aber ein so großartiger Charakter, dass er sich mir nichtsdestotrotz eingebrannt hat. Gerne hätte ich noch mehr von anderen Charakteren gesehen, aber es hat mir gefallen, was für einen starken Eindruck Wesley hinterließ!
Insgesamt ein schönes Buch, das zum Nachdenken anregt, seine Idee gut umgesetzt und nur bei der Liebesgeschichte ein wenig schwächelt. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich möchte nun unbedingt frühere Bücher von Mitch Albom lesen!
- This Story Might
- Save Your Life
- Tiffany Crum
- Rowohlt
- Belletristik
- Thriller
- Freundschaft
- Liebe
- Romanze
- Humor
- Spannung
- Mystery
- Drama
- Missbrauch
- Genremix
Joy und Benny haben einen Podcast, in dem sie auf humorvolle Weise Überlebensstrategien für verschiedene Situationen diskutieren. Als Joy und ihr Ehemann Xander spurlos verschwinden, ist Benny fest entschlossen, herauszufinden, was mit ihr geschehen ist – und stellt fest, dass Joy so einige Geheimnisse vor ihm hatte, die sie nur in ihrem Buch verschriftlichte. Benny findet heraus, dass sie sich von Xander scheiden lassen wollte – was ihr Verschwinden in ein ganz anderes Licht rückt …
Zunächst einmal: Die Tagline dieses Romans ist vollkommen falsch. So falsch sogar, dass es so wirkt, als hätte irgendjemand aus Versehen die Tagline eines anderen Romans benutzt, denn die Geschichte, die sie suggeriert, wird man hier nicht finden. Tatsächlich fühlt sich selbst die Genrebezeichnung „Thriller“ für mich nicht ganz richtig an, weil das Buch für mich eher wie ein spannender Roman mit Thrillerelementen wirkte, der auf noch viel mehr Themen eingeht.
Gerade Joys Lebensweg, den sie in ihrem Buch beschreibt, spielt eine wichtige Rolle und ist der Teil der Handlung, der sich am ehesten wie ein dramatischer Roman und nicht wie ein Thriller liest. Bennys Story hat da schon mehr Thrillerelemente, aber trotzdem würde ich behaupten, dass das Hauptthema des Romans letztendlich die Beziehung der beiden ist. Die beiden haben wirklich eine hervorragende Chemie miteinander, ich liebte ihre Dynamik sehr und es war leicht, mit ihnen mitzufiebern. Hier war gerade die erste Hälfte der Handlung packend, weil so viele vergangene Szenen die beiden in den Fokus stellen.
Auch Xander, Joys Ehemann, spielt eine wichtige Rolle, war im Gegensatz zu Benny allerdings furchtbar und wurde im Lauf der Handlung nur unausstehlicher. Ernsthaft: Immer, wenn ich glaubte, dass er nicht mehr schlimmer werden könnte, bewies er ein weiteres Mal, dass er eine wirklich scheußliche Person ist. Aber gerade deshalb war es natürlich zufriedenstellend, zu sehen, wie all seine Lügen nach und nach ans Licht kamen.
Insgesamt würde ich diesen Roman nicht unbedingt Thrillerfans empfehlen, sondern auch Fans von Freundschaften, Romanzen, Drama, Humor, Mystery … also so ziemlich allen Genres. Mit anderen Worten: Wenn man einen großartigen Genremix lesen will, ist dieses Buch hervorragend dafür geeignet!
- Miss Moons höchst
- geheimer CLub für
- ungewöhnliche Hexen
- Sangu Mandanna
- penhaligon
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Magie
- Hexen
- Kinder
- Found Family
- Romanze
- Liebe
- Twists
Mika ist eine Hexe, die ihre wahre Identität nur in Social Media lebt, wo sie keine Angst haben muss, dass ihr irgendjemand auf die Schliche kommt. Bis es dann doch jemand tut und ihr ein Angebot unterbreitet: Sie soll drei jungen Hexen beibringen, ihre Magie zu kontrollieren, bevor sie entdeckt und auseinandergebracht werden. Sie ist zunächst zögerlich, lässt sich dann aber überreden. Und findet dort eine Familie, wo sie sie nie erwartet hätte …
Nachdem mir „Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste“ sehr gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt auch „Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen“ lesen – und auch dieser Fantasyroman war wunderbar gemütlich und einfach wunderschön!
Teilweise fand ich es zwar ein wenig ZU ruhig, aber insgesamt gelingt es der Autorin gut, die Handlung interessant zu gestalten. Und das liegt vor allem an den Charakteren: Mika und ihr Love Interest Jamie, die Mädchen Rosetta, Terracotta und Altamira, die Großväter Ian und Ken sowie Lucie, die eine tantenähnliche Rolle einnimmt, waren mir alle sehr sympathisch und es machte Spaß, ihnen bei ihren Abenteuern zuzuschauen. Speziell die Romanze zwischen Mika und Jamie nimmt viel Platz ein, was mir einerseits gefiel, weil sie so realistischer wirkt, was ich aber andererseits schade fand, weil ich gerne noch mehr von den Kindern gesehen hätte. Gerade die erste Hälfte gibt den dreien viel Screentime; ich mochte vor allem Terracotta gern und die Art und Weise, wie ihre zunächst frostige Beziehung zu Mika sich erwärmt. Aber danach wird die Romanze immer wichtiger und die Kinder geraten ein wenig in den Hintergrund, auch wenn sie natürlich immer noch eine wichtige Rolle in der Handlung spielen.
Apropos Handlung: Die Twists gegen Ende waren wirklich hervorragend und haben so einige Zusammenhänge enthüllt, die ich nicht kommen gesehen habe. Die Vergangenheit vieler Charaktere spielt für die Haupthandlung keine Rolle (was ich nur bei Jamies Vergangenheit schade fand, weil sie ein wenig zu schnell abgearbeitet wurde), aber am Ende kommen so einige Punkte zusammen, die eine schöne Zukunft garantieren. Das war insofern erfrischend, dass wir dieses Mal Charaktere bekamen, die auf erwachsene Weise mit ihrer Vergangenheit umgehen und entschlossen sind, ihre Zukunft besser zu gestalten.
Insgesamt also ein gemütlicher Fantasyroman für Zwischendurch!
- Am Ende will doch
- einer sterben
- Adam Silvera
- Arctis
- Jugendbuch
- Tod
- Todesbote
- Depression
- Selbstverletzung
- Borderline
- Suizidgedanken
- Heilung
- Romanze
- LGBTQ+
Nachdem er als Kind seinen Vater tötete, um seine Mutter zu retten, lebt Paz ein depressives Leben – so depressiv, dass er sich nach einem besonders schrecklichen Tag entschließt, es sich zu nehmen. Aufgehalten wird er von Alano Rosa, dem Erben des Todesboten-Imperiums, der ihm helfen will, das Leben wieder wertschätzen zu können. Schnell spüren die beiden eine Bindung zueinander, doch es ist nicht leicht, ihre Traumata zu überwinden, vor allem, wenn die Tiefen so viel stärker sind als die Höhen …
Ich habe das Buch bereits Mitte letzten Jahres auf Englisch gelesen, schob es jedoch vor mir her, es nochmal auf Deutsch zu tun, weil es mich zwar interessierte, wie die deutsche Übersetzung ist, viele Szenen des Romans aber zu deprimierend sind, um ihn einfach so zu lesen. Selbst jetzt, wo ich das nachgeholt habe, tat ich es mit einer Pause dazwischen – wobei das allerdings nicht nur an den schweren Themen lag, sondern auch daran, dass der Roman stellenweise sehr langgezogen ist.
Speziell die ersten zweihundert Seiten fühlten sich sehr, sehr lang an, weil in ihnen zwar durchaus wichtige Dinge passieren, ich aber das Gefühl hatte, dass sie um einiges hätten gekürzt werden können. Das trifft auch auf spätere Szenen zu, aber gerade am Anfang war es wirklich schwer, in den Roman zu finden, weil die Handlung so lange brauchte, um in die Gänge zu kommen.
Danach wurde es leichter, wenn ich auch immer noch eine Präferenz für Alanos Kapitel hatte, weil Paz‘ Sichtweise einen ganz schön runterzieht, während Alano mehr Varietät in die Handlung bringt. Die Bindung der beiden fand ich gut umgesetzt, aber wann immer sie allein oder mit jemand Anderem zusammen waren, bevorzugte ich Alanos Sichtweise.
Das Ende ist etwas überdramatisch und hatte meiner Meinung nach nicht genug Foreshadowing, was besonders seltsam ist, wenn man bedenkt, wie gut das Foreshadowing bezüglich gewisser Charaktertwists war. Und wie gesagt dauert es einfach zu lange, um zu diesem Ende zu kommen; Adam Silvera illustrierte hervorragend, dass Heilung keine gerade Straße, sondern eine verwinkelte Straßenkreuzung ist, aber das schadete auch dem Pacing der Geschichte.
Insgesamt habe ich diesen Band des Todesboten als den schwächsten empfunden: Immer noch ein Roman, die viele gute und bewegende Szenen hat, aber ein wenig zu lang und zu deprimierend für mich war.
Im Zug von Cork nach Dublin landet Margo auf unerklärliche Weise in einem anderen Zug, in einer anderen Welt: Einer Welt, in der es Zeitzonen gibt, die die Länge der Tage und damit die Länge des Lebens bestimmen. Moon, ein Handlungsreisender, hilft ihr und bringt sie nach New Davia, einer Sechs-Stunden-Stadt, um herauszufinden, was er mit ihr tun soll. Margo möchte unbedingt wieder nach Hause, doch je länger sie in dieser Welt verbringt, desto mehr wünscht sie sich, den Bewohnern zu helfen. Doch die Garde hat es auf sie abgesehen und bald schon muss Margo zusammen mit Moon flüchten – und versuchen, eine Revolution in Gang zu setzen …
Das Prinzip der Geschichte ist wirklich großartig umgesetzt: Caroline O‘Donoghue ist es wirklich fantastisch gelungen, die Atmosphäre einer Stadt mit kurzen Tagen einzufangen. Denn das Faszinierende dabei ist, dass die Regel „ein Tag ist ein Tag“ gilt: Egal, wie viele Stunden ein Tag an einem bestimmten Ort hat, der Körper empfindet es als einen vollen Tag, während dem man je nach Zeitzone schneller oder langsamer altert. Gerade, weil Margo selbst natürlich an einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag gewöhnt ist, war es leicht, sich in ihr Entsetzen und ihre Bestürzung, aber auch in ihre Freude hineinzuversetzen, als sie mit den verschiedenen Tageslängen und ihren Vor- und Nachteilen konfrontiert wird. Wir erleben im Buch drei Städte mit drei verschiedenen Tageslängen, wobei mir vor allem die beiden kürzesten gefielen, weil deren Umsetzung so gut war.
Wichtig ist es, dass es wegen der Verfolgungsjagd zwar einige spannende Momente gibt, die Geschichte aber vor allem von ihrer melancholischen Atmosphäre lebt, den verschiedenen Leben der Menschen in den schnelllebigen Städten. Ich wünschte, wir hätten speziell die Menschen, die ab der Mitte der Handlung eingeführt wurden, näher kennengelernt, weil ich eine starke Bindung zu den Charakteren in New Davia hatte und traurig war, dass die allermeisten keine längerfristige Relevanz hatten.
Margo und Moon sind dafür beide sehr sympathische Protagonisten. Ihre Romanze fand ich „nur“ gut (sie war nicht schlecht, aber auch nicht phänomenal), aber die Charaktere selbst haben mir sehr gefallen und gerade Moons Leben hat mich sehr interessiert. Als Lunati, der fast sein gesamtes Volk verloren hat und an starkem Skipshock leidet (im Grunde die extreme Version einen Jetlags), war ich sehr investiert daran, wie er sein Leben in den Griff bekommen würde. Aber auch Margo und ihre langsame Entschlossenheit, den Menschen in den verschiedenen Städten zu helfen, gefiel mir sehr und machte sie zu einer guten Protagonistin.
Insgesamt eine atmosphärische Geschichte, die den Wert der Zeit hervorragend aufzeigt!