Nachdem ihr Freund Max sie sitzen gelassen hat, braucht Aurora erst mal eine Auszeit in El Caracol, in dem sie früher regelmäßig mit ihren Eltern Urlaub gemacht hat. Bei einem Spaziergang zur Wetterstation begegnet sie Rafael, der zunächst einen unsympathischen Eindruck auf sie macht, bis sie erfährt, dass vor einem Jahr seine Freundin Valentina spurlos verschwunden ist. Aurora, die als Journalistin arbeitet, ist entschlossen, eigene Recherchen anzustellen – und kommt dabei Rafael immer näher ...
Diese kurzweilige Romanze war locker-flockig und gut für Zwischendurch geeignet, aber für mich tatsächlich nicht der am besten umgesetzte Teil dieses Rätselbuches. Denn mir kam sie trotz meiner Erwartung, dass sie vermutlich nicht allzu sehr ausgebaut sein würde, dann doch etwas zu schnell vor – vor allem, weil Aurora und Rafael nicht so viel Zeit und Momente miteinander verbringen, wie ich es mir gewünscht hätte. Außerdem nimmt ihr Exfreund Max meiner Meinung nach etwas zu viel Raum ein, was ebenfalls den Realismus der Romanze schwächte.
Doch das Geheimnis um Valentinas Verschwinden und Auroras Nachforschungen haben mich dafür sehr gepackt, auch, wenn ich mir wünschte, Aurora und Rafael hätten einen aktiveren Part in der Untersuchung eingenommen. Ihr Handlungsspielraum war leider recht klein, aber trotzdem war ich am investiersten, wann immer es um den Fall ging.
Dann gibt es da noch die Rätsel. Ich fand es sehr süß, wie sie sogar in die Handlung eingebaut wurden und mochte auch die Rätsel selbst. Am Anfang waren sie mir definitiv zu einfach und gegen Mitte/Ende gab es eines, das ich zu verwirrend fand, aber der gesamte Rest hatte eine sehr angenehme Schwierigkeitsstufe, die das Rätseln sehr spaßig gemacht hat. Außerdem gab es auch eine gewisse Variation, die dafür sorgte, dass mir nicht langweilig wurde.
Wer ein gutes Rätselbuch mit einer interessanten Mystery lesen will, ist hier gut bedient, nur die Romanzen-Fans werden sich vermutlich mehr wünschen.
- Kein Sommer
- ohne August
- Lucy Astner
- Bastei Lübbe
- Belletristik
- Liebesgeschichte
- Romanze
- Freundschaft
- Liebe
- Slow Burn
- Familie
- Sommer
- Missverständnisse
- Highlight
Zwölf Sommer haben Charlie und August miteinander verbracht, doch seitdem haben sie sich zehn Jahre nicht gesehen. Doch nun ist Augusts Großmutter Molly gestorben, in deren Buchhandlung sich Charlie immer zuhause fühlte – und ausgerechnet ihr hat sie die Buchhandlung vererbt. Jetzt ist Charlie gezwungen, August wiederzusehen, was in ihr einen Wirbelsturm der Gefühle auslöst – denn die Gefühle von damals sind noch da, doch sie sind nicht im Guten auseinander gegangen …
Dieser wunderschöne Liebesroman ist wirklich zum Dahinschmelzen und mir ist beim Lesen regelrecht das Herz aufgegangen, weil er so wohlgetan hat.
Zunächst einmal ist er sehr angenehm geschrieben und so bildlich, dass die Handlung wie ein Film vor meinem inneren Auge ablief. Lucy Astner versteht es, die Momente zwischen Charlie und August so zu beschreiben, dass man sie sich mühelos vorstellen kann, was es noch einfacher machte, mit ihrer Romanze mitzufiebern.
Diese war die große Stärke des Romans: Die Romanze der beiden ist so gut umgesetzt, dass ich den Roman als Paradebeispiel für eine tatsächlich romantische Lektüre nennen würde. Die beiden hatten eine fantastische Chemie miteinander, ihre Freundschaft entwickelte sich auf realistische Weise zu einer Romanze und sie selbst waren großartige Charaktere. Ich war investiert in Charlies schwierige Familiensituation und der Beziehung zu ihrer depressiven Mutter, die sich zufriedenstellend entwickelte; aber ich liebte auch August (der sehr starke Golden-Retriever-Boyfriend-Qualitäten hatte) und seine wachsenden Probleme mit seinen scheinbar unerwiderten Gefühlen und den Geschichten, die er schreibt. Das war übrigens ebenfalls süß: Dass die beiden zusammen Geschichten schrieben, wobei August die Geschichten anfing und Charlie sie beendete. Das war nur einer von vielen Aspekten, der ihre Beziehung so stark machte.
Natürlich gibt es so einige „Will they, won‘t they“-Situationen, wo im scheinbar richtigen Moment etwas passiert, das die beiden davon abhält, zusammenzukommen, aber zu meiner Überraschung hat es mir tatsächlich gefallen, dass ihre Romanze auf diese Weise ein wenig länger brauchte. Nur mehr Kommunikation hätte ich mir gewünscht, gerade bezüglich ihrer jeweiligen Geheimnisse; zwar bin ich froh, dass August Charlie (zurecht!) darauf aufmerksam machte, wie wenig ihm ihr Umgang mit einem gewissen Geheimnis half, aber dass ihre Geheimnisse sie so lange voneinander trennen, kam mir nicht ganz realistisch vor. Ich hatte das Gefühl, dass es nur ein wenig mehr Kommunikation gebraucht hätte, um ihre lange Trennung zu verhindern oder zumindest abzukürzen.
Gleichzeitig kann ich meine sonst so ungewollte Miskommunikation nicht als harschen Kritikpunkt sehen, weil die Romanze dafür schlicht zu gut war. Ich konnte die Beweggründe der Charaktere sehr gut verstehen und habe nicht trotz, sondern durchaus auch wegen ihren ungesagten Worten mit den beiden mitgefiebert. Insofern ist das ein Kritikpunkt, über den ich in diesem Fall gerne hinwegsehe, weil er sonst wohl nicht für eine so unglaublich gute Romanze gesorgt hätte.
Was die anderen Charaktere betrifft, war ich gesagt sehr zufrieden damit, wie der Handlungsstrang um Charlies Mutter sich entwickelte, mochte am allermeisten jedoch die stetige Präsenz von Molly, Augusts Großmutter: Obwohl sie physisch gar nicht mal so oft auftaucht, spürt man sie über den ganzen Roman hinweg, weil sie einen so großen Einfluss auf Charlie und August hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Charakter, der fast nur passiv auftaucht, so liebgewinnen könnte, aber Molly ist zu einem geworden.
Dieser Roman ist definitiv zu meinem Sommer-Highlight geworden und ich empfehle ihn allen, die etwas Wohltuendes, Romantisches und/oder Wunderschönes lesen möchten!
- Agnes Auberts
- Katzenzuflucht
- Heather Fawcett
- Fischer
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Katzen
- Magie
- Alltag
- Freundschaft
- Humor
- Liebe
- Gemütlichkeit
- Chaos
Agnes hat Probleme, für ihre Katzenzuflucht ein neues Gebäude zu finden, nachdem das alte zerstört wurde. Als sie von einem verdächtig günstigen Haus hört, dessen vorige Bewohner bereits nach kurzer Zeit ausgezogen sind, würde sie am liebsten ablehnen, ist jedoch zu verzweifelt und zieht zusammen mit ihren aufgesammelten Katzen ein. Wie zu erwarten, lebt im Keller des Hauses der Hexenkönig Havelock Renard, der vor wenigen Jahren beinahe die Welt untergehen ließ. Als jedoch Havelocks Schwester Valérie auftaucht, ahnt Agnes, dass die Sache um einiges komplizierter ist, als es den Anschein hat …
Diese gemütliche Katzen-Fantasy ist genauso herrlich zu lesen, wie ich es mir erhofft hatte und weckt in mir das Verlangen, auch Heather Fawcetts andere Fantasyromane zu lesen, weil mir dieser hier so gut gefallen hat.
Obwohl an sich gar nicht so viel passiert, hat es einfach Spaß gemacht, Agnes bei ihrem Alltag mit den Katzen zuzuschauen, wobei es mir speziell gefiel, wie viele alltägliche Katzen-Begebenheiten beschrieben wurden und wie ihre Vermittlung an andere Familien ablief. Ein paar Katzen (wie Seine Majestät, Banshee und Ambulance) bekommen gute Screentime, aber die allermeisten sind eher dazu da, den chaotischen Alltag in der Katzenzuflucht darzustellen. Das hat mich jedoch nicht gestört, weil der Alltag selbst so spaßig geschrieben war.
Aber nicht nur Katzen spielen eine Rolle: Auch die Beziehung zwischen Agnes und Havelock nimmt viel Raum ein und war hervorragend umgesetzt, weil sie genau die richtige Prise Humor und Chemie hatte. Die Romanze zwischen ihnen ist zwar eher zweitrangig (wenn nicht sogar drittrangig), aber die Charaktere selbst waren wundervoll. Speziell bei Havelock gefiel es mir sehr, dass er ein wenig komplexer war, als ich es erwartete – als grauen Charakter würde ich ihn zwar nicht beschrieben, weil er dafür dann doch zu sympathisch ist, aber die Gerüchte über ihn sind definitiv nicht alle übertrieben.
Mit seiner Hilfe will Agnes die Katzenzuflucht beliebter machen, muss jedoch gleichzeitig aufpassen, dass die Polizei nicht auf die Magie aufmerksam wird. Gleichzeitig sucht sie nach einem magischen Buch, auf das es Havelocks Schwester Valérie abgesehen hat. Dieser ganze Handlungsstrang hat mir sehr gut gefallen, weil er der Geschichte die richtige Prise Spannung gab, während gleichzeitig der Cozy-Anteil der Cozy Fantasy ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde. Die Geschichte findet hier eine sehr gute Balance!
Gegen Ende gab es dann noch eine kleine Überraschung, die sich perfekt in die Geschichte einfügte, wobei ich mir vom eigentlichen Ende allerdings mehr von der Romanze erhofft hätte – ich fand es gut, dass sie nicht überbordend vorkam, aber gerade am Ende hätte ich mir dann doch etwas mehr gewünscht.
Insgesamt perfekt geeignet für Cozy-Fantasy-Leser:innen und Katzenfans!
- The Enemy's Daughter
- Melissa Poett
- dragonfly
- Dystopie
- Romanze
- Liebe
- Verbotene Liebe
- Verbindungen
- Krieg
- Lügen
- Geheimnisse
Als Heilerin der Klans macht sich Isadora im Geheimen auf zur Front, um dort ihrem zukünftigen Verlobten Liam helfen zu können. Auf dem Weg begegnet sie Tristan, der aus Kingsland stammt und damit zu ihren Feinden gehört. Sie nimmt ihn gefangen, ist sich jedoch unsicher, was sie mit ihm tun soll. Bevor sie eine Entscheidung fällen kann, wird Tristan von seinen Leuten befreit – und Isadora mit einem Giftpfeil getroffen. Um sie zu retten, führt Tristan ein Ritual aus, das sie miteinander verheiratet und es erlaubt, ihre Wunden miteinander zu teilen. Isadora wird ins Kingsland gebracht – und lernt dort zum ersten Mal, welche Wahrheiten bislang vor ihr verborgen wurden …
Diese Fantasyromanze basiert natürlich auf „Tristan und Isolde“, das ich zwar nie gelesen habe, weshalb ich auch nicht einschätzen kann, inwiefern dieser Roman eine akkurate Adaption ist, aber gestört hat mich das nicht, zumal ich auch keine akkurate Adaption erwarte. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Erwartungen, was eine Fantasyromanze betrifft, leider auch nicht ganz erfüllt wurden.
So fand ich, dass Isadora und Tristan sich viel zu schnell miteinander verstanden, was ihre Romanze schmälerte, weil sie dadurch schlichtweg nicht realistisch wirkte; zwar fand ich den Einsatz ihrer fast magischen Verbindung, die es ihnen erlaubt, Gefühle, Erinnerungen und Verletzungen miteinander zu teilen, sehr gut umgesetzt, aber zumindest der Anfang der Romanze geschah mir ein wenig zu plötzlich.
Die Tatsache, dass Isadoras Weltbild infrage gestellt wird, fand ich prinzipiell gut, die Umsetzung dafür zu schwarz-weiß. Statt beide Parteien des Krieges fehlerhaft und komplex darzustellen, wurde ihre Sichtweise der „Guten“ und „Bösen“ schlicht umgekehrt, was ich definitiv zu leicht gelöst fand. Zwar gibt es durchaus in beiden Parteien Menschen, die ihr helfen bzw. schaden wollen, doch ein komplexerer Konflikt, bei dem es kein Richtig oder Falsch gibt, hätte mir besser gefallen.
Andere Charaktere waren bis auf wenige Ausnahmen (speziell Liam und Enola) nicht allzu erinnerungswürdig, aber das dystopische Worldbuilding hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es war faszinierend zu sehen, wie nach dem Untergang unserer Welt Menschen einen neuen Weg finden mussten, zurechtzukommen, und dabei eine Mischung aus modernen und althergebrachten Mitteln verwendeten.
Insgesamt eine solide Romantasy, aber leider auch mit einigen Schwächen.
- Mein Gehirn
- das Denken & Ich
- Jens Foell
- Droemer Knaur
- Sachbuch
- Gehirn
- Denken
- Handeln
- Wissen
- Intelligenz
- Denkfehler
- Optimierung
- Humor
Wie funktioniert eigentlich unser Gehirn und wie können wir es am besten nutzen, um Entscheidungen zu treffen, Fehler zu vermeiden und uns allgemein besser zu verstehen? Diese Fragen beantwortet Dr. Jens Foell in seinem neuesten Sachbuch, das nicht nur wissenswert zu lesen ist, sondern auch humorvoll geschrieben.
Foell redet dabei über so ziemlich alles: Den Aufbau des Gehirns (ich bin übrigens definitiv für die Bezeichnung „Foell-Region“), wie es sich schützt und warum es das manchmal nicht tut (Stichwort Alkohol), inwiefern es sich von Künstlicher Intelligenz unterscheidet, und noch viel, viel mehr.
Dabei geht er auch auf Dinge ein, die mir bereits bekannt waren (z.B. die fehlerhafte Darstellung des Kitty-Genovese-Falls), Dinge, bei denen ich etwas Neues dazulernte (wie der Phineas-Gage-Fall, bei dem ich nicht wusste, wie sein Charakter sich im Lauf der Zeit entwickelte) und Dinge, die mir komplett neu waren (z.B. das Experiment über Hoffnungslosigkeit). Das war eine gute Mischung, die der Autor natürlich nicht vorhersehen konnte, die aber gut aufgezeigt hat, dass es selbst, wenn man bereits einige Bücher dieser Art gelesen hat, hier auch neue Informationen auf einen warten.
Nach Möglichkeit habe ich stichprobenartig recherchiert, ob gewisse Fakten stimmen, weil ich bei einigen sehr überrascht war, zuvor noch nichts von ihnen gehört zu haben (Stichwort halbes Hirn). Noch wertvoller fand ich aber die Tipps, die Jens Foell bezüglich Schlaf, Alkohol und Eingreifen mit uns teilte – obwohl die ersten beiden Themen nicht für mich relevant waren, war es trotzdem so hilfreich, tatsächliche Ratschläge zu lesen, die die Gehirn- und Handlungsleistung verbessern können.
Insgesamt also ein informatives Sachbuch mit wertvollem Wissen und genau der richtigen Prise Humor!
- Wenn die
- Bienen schweigen
- Caryl Lewis
- dtv
- Jugendbuch
- Dystopie
- Arbeitscamp
- Zukunft
- Welt ohne Bienen
- Rebellion
- Hoffnung
Seit vor Jahrzehnten die Bienen ausgestorben sind, müssen Jess und andere Mädchen ihres Alters die Bäume von Hand bestäuben, bis sie schließlich alt genug sind, um verheiratet zu werden. Jess hasst dieses Leben, in dem sie nichts selbst bestimmen kann, aber erst, als ein freundlicher Wärter ihr Farben schenkt, weckt er in ihr damit den Funken der Rebellion. Sie malt mit den Pinseln aus Mädchenhaar, die eigentlich zum Bestäuben da sind, eine Tür, die den anderen Mädchen die Freiheit zeigt, die sie stattdessen haben könnten. Doch es ist nicht leicht, diesen Funken weiter anzufachen, denn das Camp hat so seine eigenen Methoden, um die Treue der Mädchen zu sichern …
Diese Dystopie zeigt eine erschreckende Zukunftsvision, die gar nicht mal so unrealistisch ist, obwohl ich mir gerne wünschen würde, dass sie es wäre. Man folgt Jess und den anderen Mädchen dabei, wie sie ihre Arbeit, Freund- und Feindschaften sowie die Versuche eine Rebellion bewältigen, wobei für sehr lange Zeit nur wenig Hoffnung herrscht. Falls doch welche aufkommt, wird sie recht schnell zerstört, was zwar betont, wie schwer es die Mädchen haben, aber auch für ein sehr hoffnungsloses Leseerlebnis sorgt. Zugegeben denke ich, dass das durchaus beabsichtigt ist, zumal am Ende dann doch noch ein Versprechen auf Hoffnung besteht, aber letztendlich hat es mich ganz schon runtergezogen, das Buch zu lesen.
Dabei ist es eigentlich recht nüchtern erzählt, die Spannung bleibt eher niedrig, während das Leben im Camp beschrieben wird; die meisten Charaktere bleiben ebenfalls blass, wobei ich jedoch Cass, Jess‘ beste Freundin, sowie Eliot, den hilfsbereiten Wärter, sehr mochte. In Cass‘ Handlungsstrang war ich zudem recht investiert.
Komplizierter sieht es bei Charmian aus, deren Handlungsstrang ebenfalls faszinierend ist, weil sie als treue Camp-Arbeiterin startet, aber nicht so bleibt. Diese Entwicklung hat mir überraschend gut gefallen, zumal mir Charmian für lange Zeit sehr unsympathisch war, doch war ich nicht zufrieden damit, wie ihre Geschichte abgeschlossen wurde. Hier hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht, weil die Implikationen dann doch unglücklich sind.
Was ich dafür wieder gut fand, war das Worldbuilding und der Rückblick auf unsere Welt. Es war unglaublich faszinierend, Jess‘ Gedanken zu unserer aktuellen Gegenwart zu lesen, nicht nur, weil sie selbst ganz anders lebt, sondern auch, weil ihre Gedanken auch mich zum Nachdenken gebracht haben.
Insgesamt würde ich das Buch immer noch empfehlen, aber nur an diejenigen, die düstere Dystopien mögen.
- Annie Knows
- Everything
- Rachel Wood
- Lübbe
- Belletristik
- Romanze
- Humor
- Komödie
- RomCom
- Missverständnisse
- Schlagabtäusche
- Familie
- Lockere Lektüre
Nachdem Annie ihren eigentlichen Job beim Tech-Unternehmen Taskio verliert, lässt sie sich in die Data Strategy versetzen, obwohl sie sich damit gar nicht auskennt. Ihr neuer Boss Connor, der das merkt, gibt ihr die Aufgabe, sich um ein Dashboard zu kümmern, das niemand in der Firma benutzt, ohne, dass sein Team es sich erklären könnte. Annie und Connor arbeiten zusammen – und genießen dabei einen stetigen Schlagabtausch. Allerdings verstößt es gegen die Firmenpolitik, eine Beziehung unter Kollegen anzufangen …
Diese romantische Komödie ist einfach herrlich zu lesen, locker und lustig geschrieben und die perfekte Lektüre für Zwischendurch. Sie ist natürlich sehr vorhersehbar, selbst die Überraschungen sind leicht zu erraten – man bekommt eben genau das, was man erwartet. Aber es war so spaßig und so unterhaltsam, dass mir das letztendlich nichts ausmachte.
Ein großer Grund dafür ist Annies und Connors großartige Chemie. Sie haben viele humorvolle Schlagabtäusche, die ihre Chemie wunderbar zeigen und sich absolut amüsant lesen. Immer, wenn die beiden miteinander sprachen oder schrieben, kam es mir wie ein Ping-Pong-Duell vor, weil die beiden sehr gut damit waren, sich die metaphorischen Bälle hin- und herzuwerfen. Zwar kommen auch so einige Missverständnisse zwischen ihnen vor, aber sie wurden glücklicherweise schnell geklärt, sodass ich im Gegensatz zu vielen anderen romantischen Komödien nicht die Augen verdrehen musste, sondern mich über die verständnisvollen Gespräche freuen durfte.
Der eigentliche Job spielt letztendlich keine große Rolle (speziell das Dashboard, für das Annie zuständig ist, gerät gegen Ende in Vergessenheit, wenn auch aus gutem Grund), aber dafür umso mehr die Schwesternbeziehung zwischen Annie und Shannon. Die war wirklich gut umgesetzt, auch wenn ich hin- und hergerissen bin, was die Auflösung von Shannons romantischen Problemen angeht.
Andere Charaktere kommen in genau der richtigen Dosierung vor; sie blieben zwar letztendlich recht zweidimensional, hoben sich aber sehr gut voneinander ab und hinterließen bei mir einen bleibenden Eindruck.
Insgesamt also eine amüsante RomCom, die einfach Spaß macht!
- Zerstöre den Tag
- Brigid Kemmerer
- Mondflor-Saga
- Heyne
- Fantasy
- Freundschaft
- Romanze
- Spannung
- Verfolgung
- Lebensfindung
- Reise
- Verrat
- Highlight
Nach Corricks scheinbarem Tod trauert Tessa schwer um ihn und möchte unbedingt nach Hause zurückkehren, was sich allerdings als nicht so einfach herausstellt. Zusammen mit Erik, dem Leibwächter, ist sie zunächst gezwungen, auf einer Insel in Ostria zu bleiben. Corrick wurde ausgerechnet zusammen mit seinem Erzfeind Lochlan gefangen genommen, und noch dazu von Oren Krane. Nur, wenn sie zusammenarbeiten und so tun, als würden sie Oren helfen, bleibt ihnen eine Chance, mit ihren Liebsten wiedervereint zu werden. Und dann ist da noch Harristan, der zusammen mit dem Palastmeister Quint und einigen Wächtern wegen Verrat gesucht wird, weil Konsuln scheinbar Beweise dafür haben, dass Harristan sein Volk vergiftet hätte. Nun muss Harristan das Vertrauen seines Volkes wiedergewinnen, während er nicht weiß, wem er vertrauen soll …
Ich habe das Buch bereits auf Englisch gelesen, weil die deutsche Übersetzung leider ein wenig auf sich warten ließ, doch jetzt, wo sie endlich erschien, war ich unglaublich froh, dieses phänomenale Finale der Mondflor-Trilogie auch auf Deutsch zu lesen!
Tessas, Corricks und Harristans Handlungsstränge und persönliche Beziehungen sind in diesem Band besonders einnehmend beschrieben und es fiel mir so leicht, mich in alle drei Charaktere hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufiebern. Die Struktur des Romans ist zugegeben immer noch gewöhnungsbedürftig: Nachdem alle drei Charaktere ein Einstiegskapitel bekommen, folgen wir mehreren Kapiteln zunächst Corrick, dann Tessa, und dann Harristan, bis die Sichtweisen danach wieder durchgemischt werden. Ein Beispiel: Zwischen der ersten und der langen, zweiten Corrick-Sichtweise vergehen nur etwa vierzig Seiten, doch zwischen der zweiten und dritten vergehen über zweihundert, weil die zweiten Sichtweisen der drei Charaktere ordentlich Raum einnehmen. So konnte ich den Handlungssträngen der einzelnen Charaktere zwar besonders gut folgen, wünschte aber zugleich, die Sichtweisen wären schon von Anfang an gut durchgemischt gewesen.
Glücklicherweise sind die Handlungsstränge dafür alle drei hervorragend, sodass mir diese ungewöhnliche Struktur letztendlich nicht SO viel ausmachte. Ich war unglaublich investiert in Corricks und Lochlans schwierige Beziehung, die sich nach und nach in Freundschaft verwandelte, und liebte Corricks zufriedenstellende Charakterentwicklung; ich fand es großartig, wie auch zwischen Tessa und dem Leibwächter Erik eine Freundschaft entstand und wie sie sich entschloss, den Bewohnern der Insel zu helfen, während sie gleichzeitig darum kämpfte, eine Passage nach Hause zu bekommen; und zuletzt habe ich auch mit Harristan mitgefiebert, der an jeder Ecke Verrat fürchten muss, sich aber für sein Volk einsetzt und zudem eine süße Liebesgeschichte mit Quint erlebt. All diese Handlungsstränge waren so emotional und gipfelten in einem großartigen Ende, das mich selbst beim zweiten Lesen zu Tränen rührte, weil es einfach so wunderschön war.
Interessanterweise vergeht gehörige Zeit, bis Corrick und Tessa wieder zueinander finden. In meiner Erinnerung trafen sie sich nach zwei Dritteln der Handlung, aber tatsächlich vergehen ganze fünfhundert Seiten, ehe das geschieht. Etwas, das in anderen Romanen definitiv ein großer Kritikpunkt wäre, sind sie schließlich das Hauptpaar der Reihe; doch obwohl ich mir durchaus gewünscht hätte, sie wären früher wiedervereint worden, kann ich es einfach nicht als Kritik wahrnehmen, weil ihre einzelnen Handlungsstränge mich umso mehr fesselten. Es war so erfrischend, in diesem Band keinen Fokus auf Romanzen, sondern auf Freundschaften zu haben, zumal sie alle wunderbar umgesetzt waren. Erwähnen wollte ich es trotzdem für diejenigen, die lieber den Romanzen-Aspekt bevorzugen, aber mich selbst störte die lange Trennung nicht.
Insgesamt ein großartiger Abschluss der Trilogie, der vor allem durch seine Charakterbeziehungen brilliert!
Der Wettbewerb der Musen geht für Liv und Flame weiter, die noch mehr als sonst darauf achten müssen, dass niemand ihre Gefühle füreinander entdeckt. Die letzten Prüfungen werden ihnen alles abverlangen, was sie haben, und noch viel mehr – denn die Vorhersage ihrer Zukunft hängt über ihnen wie ein Damoklesschwert. Und dann ist da noch Erato, der seine eigenen Pläne zu haben scheint …
Der zweite Teil der Dilogie war leider ein hervorragendes Beispiel dafür, dass eine Geschichte noch so spannend und einnehmend sein kann, wenn das Ende (speziell: das Finale) mich enttäuscht. Denn bis dahin war ich ausgesprochen begeistert vom Buch – ich mochte die Chemie zwischen Liv und Flame, war SEHR investiert in Shellys und Sawyers dramatische Storyline und habe wegen ihnen sogar mehrere Tränen vergossen und mochte die letzten Prüfungen der Musen ebenfalls ausgesprochen gern. Ein paar kleinere Kritikpunkte hatte ich bis dahin zwar auch (so war ich zwar dankbar für Eratos begrenzte Screentime, fand aber, dass seine Prüfung etwas zu lange ging und hätte mir gewünscht, Vics und Violets Erlebnisse währenddessen zu erfahren), aber es waren verzeihliche Kritikpunkte, weil sowohl die Haupthandlung mit Liv und Flame als auch die Nebenhandlung mit Shelly und Sawyer so unglaublich gut umgesetzt war.
Aber dann kam das Finale, das mich leider sehr enttäuschte. Flame begeht hier einen absolut unverzeihlichen Vertrauensbruch, in dem er Liv dazu manipuliert, etwas absolut Abscheuliches zu tun (natürlich nur, um sie zu beschützen), ohne ihre eigene Meinung zu respektieren oder das Trauma, das er damit auslöst. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass mich kein Ende zufriedenstellen wird, denn diesen Vertrauensbruch konnte ich ihm nicht verzeihen und hätte an Livs Stelle vermutlich bewusst dafür gesorgt, dass er umsonst ist.
Flames Verhalten ist auch deshalb so enttäuschend, weil die Geschichte ihre feministischen Aspekte ansonsten sehr gut einbaut, bis Liv dann doch jegliches Recht, selbst zu entscheiden, entzogen wird, um sie stattdessen zu einer Aktion zu zwingen, die sie nicht begehen wollte. Dabei hätte es eine so viel bessere Lösung gegeben, in denen beide den Schlupfwinkel in den Regeln nicht erst im Epilog, sondern schon vorher realisiert hätten, um daraufhin gemeinsam zu entscheiden, ihn zu nutzen, statt zufällig festzustellen, dass er existiert. Dadurch wären beide aktiv ein Teil des Plans gewesen, was ich eindeutig bevorzugt hätte.
Die Twists im Allgemeinen, auch die gegen Ende, sind um Übrigen echt gut und es gab mehrere Stellen, bei denen ich ungläubig auf die Seiten gestarrt habe. Ich wünschte nur, ich hätte es nicht auf eine Weise tun müssen, die mir letztendlich einen beträchtlichen Teil des Lesevergnügens nahm.
Eine gute Reise, sogar eine, bei der ich Tränen vergoss, aber das Ziel hätte man meiner Meinung nach anders umsetzen müssen!
Jasna wird von ihrem Vater an den reichen Gutsherrn Jovan Vuković verkauft, um dessen Sohn Danilo zu heiraten. Voller Angst betritt sie ihr neues Heim – und merkt bald, dass die Vukovićs ein Geheimnis haben. Die Dorfbewohner verachten sie, und die gespenstischen Geschichten über einen Vampir, der im Dorf umgehen soll, schüren ihre Ängste. Jasna ist entschlossen, das Geheimnis der Familie herauszufinden – ohne zu ahnen, wie groß es tatsächlich ist ...
Ich hatte dieses Buch bereits vor gut fünfzehn Jahren gelesen und damals sehr genossen, weshalb ich mich sehr über die Neuauflage gefreut habe. Viele wichtige Handlungsaspekte hatte ich noch gut in Erinnerung, aber es gibt mindestens genauso viel, das ich bereits wieder vergessen hatte, weshalb es erfrischend war, nach so vielen Jahren wieder in die Geschichte einzutauchen.
Neben dem wunderschönen Schreibstil ist gerade der Mystery-Aspekt hervorragend gelungen: Die Frage, was genau auf dem Hof der Vukovićs vor sich geht und ob die Geschichte sich eher in eine realistische oder in eine fantastische Richtung entwickeln wird, war sehr spannend umgesetzt und hat mich auch bei diesem Lesedurchgang ordentlich auf Trab gehalten. Die vielen Überraschungen sorgten für eine gute Spannung!
Jasna, Danilo und Dušan waren mühelos die stärksten Charaktere – sowohl die vorsichtige Freundschaft zwischen Jasna und Danilo als auch die langsame Romanze zwischen Jasna und Dušan waren großartig. Die anderen Charaktere (speziell die Dorfbewohner) bleiben dafür sehr blass, weshalb es schwierig war, mit ihrer Angst vor einer Bestie mitzufiebern. Allgemein waren die Szenen, die sich mit Jasnas Eingliederung in das Dorf beschäftigen, langsamer erzählt und ich fieberte viel mehr mit den Ereignissen auf dem Gut mit.
Davon abgesehen haben wir hier aber einen wunderschön geschriebenen, spannenden Roman, der mir auch nach all den Jahren immer noch wunderbar gefällt!
- Mehl Magie und
- Machenschaften
- T. Kingfisher
- Second Chances
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Backen
- Magie
- Abenteuer
- Verfolgung
- Krieg
- Kreativität
- Humor
- Kleines Highlight
Mona ist vierzehn Jahre alt und hilft bei der Bäckerei ihrer Tante aus. Mit ihrer Magie kann sie Brot verzaubern, allerdings nicht viel mehr, weshalb sie sich auch nicht für eine besonders starke oder wichtige Magikerin hält. Doch dann findet sie in der Bäckerei die Leiche eines Mädchens und wird vor dem Frühlingsgrünen Mann gewarnt, der es auf die Magiker der Stadt abgesehen hat. Und es liegt an Mona, die bald die einzige übrig gebliebene Magikerin ist, die Herzogin zu warnen und einen Krieg zu verhindern – und zwar nur mit ihrer Backkunst …
Ich habe das Buch letztes Jahr bereits auf Englisch gelesen und fand es gut, doch jetzt auf Deutsch sogar noch besser! Das liegt möglicherweise daran, dass es mir immer noch leichter fällt, auf Deutsch als auf Englisch zu lesen, aber so oder so habe ich das Lesen sehr genossen und es machte mir Spaß, Mona und ihren kreativen Ideen zuzuschauen. Diese Geschichte hatte Szenen und magische Anwendungen, die ich bisher noch nirgendwo gelesen habe und die ich vermutlich auch nie wieder lesen werde; so kreativ, spaßig und dramatisch war die Art und Weise, wie Mona ihre magische Kraft anwandte!
Die eigentliche Handlung ist grob in drei Teile aufgeteilt: Das Finden der Leiche und die Anklage gegenüber Mona, der Frühlingsgrüne Mann und Monas Entschluss, die Herzogin zu warnen sowie der Krieg am Ende, bei dem Mona zeigen muss, was in ihr steckt. Diese Teile gehen fließend ineinander über, kamen mir aber wie separate Handlungsstränge vor – und zum Glück sehr gute! Am liebsten hat mir das spannende Ende gefallen, das Monas Möglichkeiten so gut aufzeigt, wobei mir aber auch sehr gefiel, dass über den ganzen Roman hinweg betont wurde, dass ein vierzehnjähriges Mädchen nicht gezwungen sein sollte, zur Heldin zu werden. Das mangelnde Handeln der Erwachsenen wird tatsächlich infrage gestellt, was ich wunderbar fand.
Von den Charakteren mochte ich die Herzogin, Spindle und den Lebkuchenmann am liebsten – die Herzogin, weil ich ihre vernünftige Art mochte, Spindle, weil er allgemein ein großartiger Freund war und der Lebkuchenmann, weil er von allen Kreationen Monas schlicht die beste ist. Alle drei spielen zudem eine wichtige Rolle in der Handlung, auch wenn ihre Charaktere an sich zugegeben nicht allzu komplex sind.
Insgesamt ist das eine wunderbare Cozy Fantasy, die vor allem durch ihre Kreativität besticht und ein wunderbares Abenteuer bietet!
- Die gestohlene Zeit
- Sam Sedgman
- Midas
- Kinderbuch
- Krimi
- Zeit
- Ermittlungen
- Hinweise
- Wissen
- Big Ben
- London
- Spannung
Isaac hilft seinem Vater, dem Uhrmacher, der für den Big Ben zuständig ist, gerade dabei, die Uhr umzustellen, als sein Vater kurz eine der kleineren Glocken kontrollieren will. Doch er kommt nicht zurück und Isaac befürchtet, er könnte entführt worden sein. Hattie, die gerne auf die Dächer der Stadt klettert, bestätigt seine Vermutung, denn zur selben Zeit hat sie einen verdächtigen Mann beim Big Ben gesehen. Hängt die Entführung vielleicht mit der Dezimalzeit zusammen, die bald in Großbritannien eingeführt werden soll? Zusammen machen die beiden sich daran, die Hinweise zu entschlüsseln, die Isaacs Vater ihm hinterlassen hat …
Dieser Krimi hat mich mit der Fülle an interessantem Wissen, das er zu bieten hat, positiv überrascht! Denn eigentlich hatte ich „nur“ ein paar spannende Ermittlungen erwartet (die wir auch bekommen), aber nicht die vielen interessanten Fakten rund um das Thema Zeit, den Big Ben im Speziellen, aber auch darüber, wie in London ein Gesetz verabschiedet wird. Natürlich hat der Autor sich bei einigen Bereichen ein paar Freiheiten genommen, die er in den Anmerkungen am Ende auch ausführt, aber größtenteils entsprechen diese Fakten tatsächlich der Wahrheit, was sie umso faszinierender machte.
Neben dem Krimi, bei dem Isaac und Hattie verschiedenen Hinweisen nachgehen, war ich zum Beispiel sehr fasziniert von der im Buch diskutierten Idee, einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag stattdessen in zehn Stunden aufzuteilen, mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. So gab es tatsächlich Länder wie Frankreich und China, die für eine gewisse Zeitspanne die Dezimalzeit benutzten, was mir neu war und was ich deshalb besonders interessant fand. Zwar stehe ich wie Isaac und sein Vater ganz hinter der bewährten Zeit, doch allein die Idee, sie anders zu messen, fand ich faszinierend.
All diese Informationsschnipsel fand ich sogar ein wenig interessanter als den Krimiaspekt, weil ich bei dem leider nicht so gut mitraten konnte. Das spannende Ende hat mir dafür sehr gefallen, nur der Weg dahin war für mich recht undurchsichtig.
Was die Charaktere angeht, bleiben die meisten recht eindimensional; nur die Hauptcharaktere und der Antagonist haben sich mir richtig eingebrannt, aber der Rest konnte bei mir keinen starken Eindruck hinterlassen. Insofern sind sie wohl eine Schwäche des Romans, aber zumindest eine, die mir zwar auffiel, mir aber nicht so viel ausmachte, weil die Handlung dafür gut umgesetzt war.
Was die äußerlichen Aspekte angeht, mochte ich lobend die Uhr erwähnen, die über jedem Kapitel eingezeichnet ist und mit jedem Kapitel von 11:01 bis 12:00 eine Minute vorrückt – ein cooles Konzept, das ich am liebsten in noch mehr Büchern lesen würde! Kritisch fand ich dafür die Diskrepanz zwischen dem Cover und den Illustrationen im Inneren; speziell Isaac sieht auf dem Cover überhaupt nicht so aus, wie er beschrieben und in den Illustrationen dargestellt wurde, was ich ein wenig irritierend fand.
Doch sind diese äußerlichen Aspekte letztendlich kein eigentlicher Teil der Geschichte – und diese ist speziell für wissbegierige Krimileser perfekt geeignet!
- 3 Shattered Souls
- Mai Corland
- Fischer
- Fantasy
- Charaktere
- Romanze
- Freundschaft
- Intrigen
- Abenteuer
- Verluste
- Trauer
Nach dem Ende des letzten Bandes fällt es den anderen schwer, ihren ursprünglichen Plan, Yusans Herrscher zu stürzen, in die Tat umzusetzen. Mikail muss sich damit auseinandersetzen, der wahre Herrscher Gayas zu sein. Aeri, die schon mit zwei Artefakten verschmolzen ist, muss sich langsam mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Royo hat Angst um sie, weil er fürchtet, dass Aeris neue Magie sie umbringen wird. Sora trauert um ihre Schwester und hat Angst, dass auch Tiyung in Gefangenschaft gestorben ist. Tiyung währenddessen hat sich mit Hana verbündet, um Sora wiederzufinden. Und alle bereiten sich darauf vor, die Könige Yusans zu stürzen …
Mit diesem Band kommt die „Five Broken Blades“-Trilogie zu einem insgesamt zufriedenstellenden Abschluss, auch wenn ich zugegeben muss, dass mir die Trilogie insgesamt „nur“ gut gefallen hat. Denn meiner Meinung hat sie sowohl eine große Stärke als auch eine große Schwäche: Die große Stärke sind meiner Meinung nach die Charakterbeziehungen. Auch in diesem Band haben mir sowohl die Romanzen als auch die Freundschaften sehr gefallen. Royo und Aeri sind in diesem Band die Hauptromanze und ihre Chemie ist wirklich großartig, während zwischen Sora und Mikael eine überraschende Freundschaft beginnt, die ich nicht kommen gesehen habe und die sich wunderbar entwickelte. Nur zwischen Tiyung und Sora hätte ich gerne mehr gesehen, weil sie für eine lange Zeit voneinander getrennt sind, aber auch nach ihrem Zusammentreffen erstaunlich wenig Zeit miteinander verbringen; so gut ich dafür Tiyungs beginnende Freundschaft zu Hana, einem anderen Giftmädchen, fand, habe ich mehr Szenen zwischen Sora und Tiyung vermisst. Davon abgesehen haben mir die Charakterbeziehungen allerdings sehr gut gefallen und sie sind meiner Meinung nach wie gesagt eine große Stärke des Romans.
Die große Schwäche währenddessen ist für mich der Schreibstil, der sehr schlicht ist und es sehr schwer macht, die Gefühle der Charaktere zu spüren. Allgemein hat der Schreibstil sie nicht klar voneinander abgegrenzt, sodass ich des Öfteren kurz zurückblättern musste, um mich daran zu erinnern, wer gerade erzählt. Aber selbst, wenn ich es wusste, schien es immer eine gewisse Distanz zwischen mir und den Charakteren zu geben; ich fieberte sehr mit den einzelnen Beziehungen mit, aber die Charaktere selbst blieben mir erstaunlich fern. Ein größerer Fokus auf ihr Innenleben wäre mir hier sehr willkommen gewesen.
Obwohl die Handlung manchmal vor sich hinplätscherte, machte mir das nichts aus, weil die Charaktere die Handlung auch so gut trugen; und dann haben wir natürlich das Ende, das leider nicht für alle gut endet, aber für mich trotzdem ein guter Abschluss war. Tatsächlich fand ich es gerade deshalb gut, weil es kein glückliches Ende für alle Charaktere und Paare gibt, sondern ein realistisches, das gut zu den Charakteren und den Entwicklungen der Handlung passt.
Insgesamt also eine Reihe, bei der mir vor allem die Charakterbeziehungen sehr gefallen haben, die aufgrund ihres schlichten Schreibstils aber vermutlich nicht für alle Leser:innen ansprechend sein wird.
Im Zug von Cork nach Dublin landet Margo auf unerklärliche Weise in einem anderen Zug, in einer anderen Welt: Einer Welt, in der es Zeitzonen gibt, die die Länge der Tage und damit die Länge des Lebens bestimmen. Moon, ein Handlungsreisender, hilft ihr und bringt sie nach New Davia, einer Sechs-Stunden-Stadt, um herauszufinden, was er mit ihr tun soll. Margo möchte unbedingt wieder nach Hause, doch je länger sie in dieser Welt verbringt, desto mehr wünscht sie sich, den Bewohnern zu helfen. Doch die Garde hat es auf sie abgesehen und bald schon muss Margo zusammen mit Moon flüchten – und versuchen, eine Revolution in Gang zu setzen …
Das Prinzip der Geschichte ist wirklich großartig umgesetzt: Caroline O‘Donoghue ist es wirklich fantastisch gelungen, die Atmosphäre einer Stadt mit kurzen Tagen einzufangen. Denn das Faszinierende dabei ist, dass die Regel „ein Tag ist ein Tag“ gilt: Egal, wie viele Stunden ein Tag an einem bestimmten Ort hat, der Körper empfindet es als einen vollen Tag, während dem man je nach Zeitzone schneller oder langsamer altert. Gerade, weil Margo selbst natürlich an einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag gewöhnt ist, war es leicht, sich in ihr Entsetzen und ihre Bestürzung, aber auch in ihre Freude hineinzuversetzen, als sie mit den verschiedenen Tageslängen und ihren Vor- und Nachteilen konfrontiert wird. Wir erleben im Buch drei Städte mit drei verschiedenen Tageslängen, wobei mir vor allem die beiden kürzesten gefielen, weil deren Umsetzung so gut war.
Wichtig ist es, dass es wegen der Verfolgungsjagd zwar einige spannende Momente gibt, die Geschichte aber vor allem von ihrer melancholischen Atmosphäre lebt, den verschiedenen Leben der Menschen in den schnelllebigen Städten. Ich wünschte, wir hätten speziell die Menschen, die ab der Mitte der Handlung eingeführt wurden, näher kennengelernt, weil ich eine starke Bindung zu den Charakteren in New Davia hatte und traurig war, dass die allermeisten keine längerfristige Relevanz hatten.
Margo und Moon sind dafür beide sehr sympathische Protagonisten. Ihre Romanze fand ich „nur“ gut (sie war nicht schlecht, aber auch nicht phänomenal), aber die Charaktere selbst haben mir sehr gefallen und gerade Moons Leben hat mich sehr interessiert. Als Lunati, der fast sein gesamtes Volk verloren hat und an starkem Skipshock leidet (im Grunde die extreme Version einen Jetlags), war ich sehr investiert daran, wie er sein Leben in den Griff bekommen würde. Aber auch Margo und ihre langsame Entschlossenheit, den Menschen in den verschiedenen Städten zu helfen, gefiel mir sehr und machte sie zu einer guten Protagonistin.
Insgesamt eine atmosphärische Geschichte, die den Wert der Zeit hervorragend aufzeigt!
Viri ist eine Jägerin, die sogenannte Reaper jagt – Menschen, die Kinder töten, um an deren mächtige Magie zu kommen. Als sie auf Dutzende vermisste Kinder aufmerksam wird, fürchtet sie, dass der Reaper-Priester etwas Großes plant, das über deren Tötung hinausgeht – und nur Reeve, ihr ehemaliger Kindheitsfreund, kann ihr Antworten darauf geben. Damals verließ er sie, um die rechte Hand des Reaper-Priesters zu werden, was Viri ihm nie verziehen hat – doch nun braucht sie seine Hilfe, um den Reaper-Priester endlich zu finden und seine Pläne zu stoppen. Und schon bald stellt sich heraus, das vieles, was Viri für selbstverständlich hielt, ganz anders ist, als sie ursprünglich annahm …
Als großer Fan der „Prison Healer“-Trilogie habe ich mich schon sehr auf Lynette Nonis neue Dilogie gefreut und bin froh, dass die Lektüre tatsächlich sehr spaßig und sehr spannend war!
Zunächst einmal ist die Welt, in der die Geschichte spielt, absolut faszinierend. Nonis Worldbuilding um die Obelisken, denen Magie gegeben wird, die Berge, in denen die Menschen leben und den Schwarznebel, der die gesamte Insel einhüllt, war großartig und ich war froh, dass all diese Aspekte tatsächlich eine wichtige Rolle spielten. Zusätzlich gibt es zwischen der Hauptgeschichte Tagebucheinträge des Magiers Kadmus Castro, der damals auf die Insel kam, was das Worldbuilding zusätzlich bereichert hat, vor allem, sobald klar wurde, wie die Tagebucheinträge mit der Hauptgeschichte zusammenhängen.
Dann haben wir natürlich noch die Romanze, die sehr einnehmend und einfach herrlich geschrieben war – Viris und Reeves Schlagabtäusche, aber auch ihre tiefen Gefühle füreinander machten sie zu einem sowohl unterhaltsamen als auch sehr süßen Paar. Ich war positiv überrascht davon, wie sich ihre Romanze entwickelte, denn gerade, weil Viri Reeve für einen kaltblütigen Mörder hält (wobei uns Leser:innen natürlich schnell klar ist, dass das unmöglich so einfach sein kann), war ich nicht sicher, wie realistisch ihre Romanze letztendlich sein würde – aber glücklicherweise ist das Lynette Noni ganz fantastisch gelungen!
Andere Charaktere gefielen mir ebenfalls sehr, vor allem Viris beste Freundin Wynter (die mein Lieblingscharakter war) und Jonas, einer aus Reeves Freundesgruppe. Allerdings muss ich zugeben, dass mir von anderen Charakteren etwas mehr Screentime gefehlt hat – speziell von Soren (Viris bestem Freund) und von Reeves anderen Freunden Sage und Ardin. Sie kamen zwar oft genug vor, um einen Eindruck zu hinterlassen, aber nicht oft genug, um sie tatsächlich lieb zu gewinnen. Hier finde ich, dass sie Viri und Reeve länger hätten begleiten sollen, um genau wie Wynter und Jonas genug Zeit zu bekommen, unser Herz zu gewinnen.
In diesem Roman gibt es auch sehr viele Twists, wobei speziell der erste und der letzte (bzw. die letzten zwei) mich sehr schockierten, weil ich sie überhaupt nicht kommen sah – aber die mittleren fand ich um einiges offensichtlicher, sodass die größte Spannung eher dadurch entstand, wie Viri auf die Twists reagieren würde und nicht, wie überraschend sie für uns sein würden. Zugegeben habe ich manche auch erst relativ kurz vor ihrer Offenbarung kommen sehen, aber dennoch fiel es mir insgesamt leichter, gewisse Handlungsentwicklungen korrekt vorherzusehen.
Allerdings hat das meiner Lesefreude keinen Abbruch getan, weil die Geschichte stets spannend blieb und es großen Spaß machte, speziell mit Viris und Reeves Romanze mitzufiebern. Von daher würde ich den Roman allen empfehlen, die im Allgemeinen gerne Fantasyromanzen lesen!