Twice
320 Seiten

Mit acht Jahren entdeckt Alfie seine besondere Fähigkeit: Er kann jeden Moment seines Lebens wiederholen – allerdings nur einmal, und er ist gezwungen, mit den Konsequenzen seines zweiten Versuchs zu leben. Zwar hat seine Fähigkeit durchaus Grenzen, doch schafft Alfie es insgesamt hervorragend, sich durch sein Leben zu schleichen. Bis er sich in Gianna verliebt. Denn was er bereits feststellen konnte: Sollte er es vermasseln, wird Gianna sich kein weiteres Mal in ihn verlieben …

Das Konzept der Handlung faszinierte mich sofort und es war glücklicherweise auch sehr gut umgesetzt. Alfie benutzt seine Fähigkeiten oft und in der Regel während Szenen, die ich ebenfalls rückgängig gemacht hätte, was es leicht gemacht hat, sich in ihn zu hineinzuversetzen. Es gibt auch ein paar kreative Nutzungen, gerade bei denen, die längere Zeitspannen erfordern, weil Alfie zwar zu jedem Moment zurück kann, die Zeit bis zur Gegenwart aber tatsächlich leben muss.

Allerdings hätte ich mir gerne noch mehr negative Konsequenzen bei seinen Wiederholungen gewünscht. Am Anfang wird betont, dass das zweite Mal nicht immer besser als das erste Mal ist, aber es gibt erstaunlich wenige Momente, bei dem das tatsächlich umgesetzt wurde. In der Regel gelingt es Alfie problemlos, seinen zweiten Versuch perfekt hinzukriegen, weshalb ich mir gerne noch mehr Szenen gewünscht hätte, in denen gezeigt worden wäre, wie Alfie scheitert.

Das Framing der Geschichte ist großartig: Alfie, der in der Gegenwart wegen einem Casino-Betrug festgenommen wird und daraufhin seine Geschichte erzählt bzw. aus seinem Buch vorliest. Die Art und Weise, wie die Handlungsstränge zueinander finden, war wirklich sehr zufriedenstellend!

Interessanterweise kamen mir Alfie und Gianna nicht wie ein Traumpaar vor, sondern wie eines, dem es bestimmt war, einander zu verlieren. Die zweite Hälfte der Handlung, die sich mehr auf ihre Romanze und die Dramen in ihrer Beziehung fokussiert, war mir etwas zu klischeehaft, aber gleichzeitig war es faszinierend zu sehen, wie Alfie trotz seiner zweiten Chancen Schwierigkeiten hatte, sie gut zu nutzen.

Einen Charakter, den ich unbedingt erwähnen muss, ist Wesley. Er ist Alfies bester Freund aus der Schule und hat nur wenig Screentime, war aber ein so großartiger Charakter, dass er sich mir nichtsdestotrotz eingebrannt hat. Gerne hätte ich noch mehr von anderen Charakteren gesehen, aber es hat mir gefallen, was für einen starken Eindruck Wesley hinterließ!

Insgesamt ein schönes Buch, das zum Nachdenken anregt, seine Idee gut umgesetzt und nur bei der Liebesgeschichte ein wenig schwächelt. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich möchte nun unbedingt frühere Bücher von Mitch Albom lesen!