- The Enemy's Daughter
- Melissa Poett
- dragonfly
- Dystopie
- Romanze
- Liebe
- Verbotene Liebe
- Verbindungen
- Krieg
- Lügen
- Geheimnisse
Als Heilerin der Klans macht sich Isadora im Geheimen auf zur Front, um dort ihrem zukünftigen Verlobten Liam helfen zu können. Auf dem Weg begegnet sie Tristan, der aus Kingsland stammt und damit zu ihren Feinden gehört. Sie nimmt ihn gefangen, ist sich jedoch unsicher, was sie mit ihm tun soll. Bevor sie eine Entscheidung fällen kann, wird Tristan von seinen Leuten befreit – und Isadora mit einem Giftpfeil getroffen. Um sie zu retten, führt Tristan ein Ritual aus, das sie miteinander verheiratet und es erlaubt, ihre Wunden miteinander zu teilen. Isadora wird ins Kingsland gebracht – und lernt dort zum ersten Mal, welche Wahrheiten bislang vor ihr verborgen wurden …
Diese Fantasyromanze basiert natürlich auf „Tristan und Isolde“, das ich zwar nie gelesen habe, weshalb ich auch nicht einschätzen kann, inwiefern dieser Roman eine akkurate Adaption ist, aber gestört hat mich das nicht, zumal ich auch keine akkurate Adaption erwarte. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Erwartungen, was eine Fantasyromanze betrifft, leider auch nicht ganz erfüllt wurden.
So fand ich, dass Isadora und Tristan sich viel zu schnell miteinander verstanden, was ihre Romanze schmälerte, weil sie dadurch schlichtweg nicht realistisch wirkte; zwar fand ich den Einsatz ihrer fast magischen Verbindung, die es ihnen erlaubt, Gefühle, Erinnerungen und Verletzungen miteinander zu teilen, sehr gut umgesetzt, aber zumindest der Anfang der Romanze geschah mir ein wenig zu plötzlich.
Die Tatsache, dass Isadoras Weltbild infrage gestellt wird, fand ich prinzipiell gut, die Umsetzung dafür zu schwarz-weiß. Statt beide Parteien des Krieges fehlerhaft und komplex darzustellen, wurde ihre Sichtweise der „Guten“ und „Bösen“ schlicht umgekehrt, was ich definitiv zu leicht gelöst fand. Zwar gibt es durchaus in beiden Parteien Menschen, die ihr helfen bzw. schaden wollen, doch ein komplexerer Konflikt, bei dem es kein Richtig oder Falsch gibt, hätte mir besser gefallen.
Andere Charaktere waren bis auf wenige Ausnahmen (speziell Liam und Enola) nicht allzu erinnerungswürdig, aber das dystopische Worldbuilding hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es war faszinierend zu sehen, wie nach dem Untergang unserer Welt Menschen einen neuen Weg finden mussten, zurechtzukommen, und dabei eine Mischung aus modernen und althergebrachten Mitteln verwendeten.
Insgesamt eine solide Romantasy, aber leider auch mit einigen Schwächen.
Tasha und ihr Ehemann Aaron hatten seit einer Weile keine Zeit mehr für sich, weshalb Tashas Schwester Alice ihnen anbietet, für ein paar Tage Urlaub in Italien zu machen, während Alice mit ihrem Ehemann Kyle auf die Kinder aufpasst. Doch dann werden Alice und Kyle überfallen, Kyle wird getötet, Alice verletzt. Und Tasha, die sich bewusst ist, wie ähnlich sie und ihre Schwester sich sehen, befürchtet, dass sie das eigentliche Ziel war – eine Furcht, die durch eine anonyme Nachricht bestätigt wird: Das hättest du sein sollen …
Claire Douglas‘ Thriller sind in der Regel ein lockeres Vergnügen, und das trifft auch auf diesen Thriller zu. Die Grundidee faszinierte mich sofort und ich mochte das Mysterium darüber, wer es auf Tasha abgesehen haben könnte und warum. Zunächst einmal waren die Familienbande zwischen den Charakteren sehr gut umgesetzt; ich mochte die schwesterliche Beziehung zwischen Tasha und Alice, Tashas sich entwickelnde Beziehung zu ihrem Ehemann Aaron, sowie Tashas und Alices Bund zu ihrer Mutter. Die Tatsache, dass die beiden noch eine dritte Schwester hatten, die als Baby entführt wurde, faszinierte mich ebenfalls und hier gefiel mir die Umsetzung ausgesprochen gut, weil sie nicht zu vorhersehbar, aber auch nicht zu unerwartet war.
Allerdings fand ich die Überraschungen und Twists allgemein gar nicht so überraschend und schockierend, wie ich es mir erhofft hatte. Viele kann man nämlich kommen sehen und selbst jene, die ich nicht erwartete, waren letztendlich nicht allzu überraschend und auf jeden Fall keine großen, alles verändernden Twists. Das hat mir tatsächlich gefehlt; vielleicht liegt es auch nur an meiner Thriller-Erfahrung, aber ich hatte am Ende das Gefühl, zwar einen sehr soliden, aber keinen sehr guten Thriller gelesen zu haben, da mir dazu noch ein wenig mehr „Oha!“-Momente gefehlt hätten.
Nichtsdestotrotz war der Thriller immer noch ein spaßiges Lesevergnügen, hat mich gut unterhalten und eignet sich hervorragend für Zwischendurch!
- Die Ehefrau
- Freida McFadden
- Heyne
- Thriller
- Spannung
- Tagebuch
- Drama
- Ehe
- Lügen
- Geheimnisse
- Falsche Fährten
- Pflegealltag
- Tragödie
Auf Jobsuche trifft Sylvia zufällig auf Adam Barnett, der dringend jemanden braucht, der sich um seine Frau Victoria kümmert. Diese ist nach einem Unfall zu einem Pflegefall geworden, spricht so gut wie nicht und ist auch kaum ansprechbar. Sylvia zögert, doch weil sie die gute Bezahlung dringend braucht und der Job nicht allzu kompliziert scheint, nimmt sie ihn an. Victorias Situation bestürzt Sylvia zutiefst – vor allem, als ihr bewusst wird, dass Victoria nicht ganz so abwesend ist, wie es scheint, denn sie macht Sylvia auf ihr Tagebuch aufmerksam, in dem sie und Adams Geschichte verschriftlicht hat. Und Sylvia ahnt, dass in diesem Tagebuch entweder die Wahrheit über das steht, was Victoria passiert ist – oder eine einzige große Lüge …
Freida McFadden steht für mich für lockere, spannende Thriller mit guten Twists, die zugegeben mal besser und mal schlechter sind, aber zu meiner Freude war „Die Ehefrau“ einer, der mir sehr viel Spaß gemacht hat!
Das Ausgangsszenario ist bereits sehr spannend und hat mich sofort fragen lassen, inwiefern Victorias Tagebuch wohl zu trauen ist – im Grunde, ob die Geschichte in die Gone-Girl-Richtung mit dem falschen Tagebuch gehen würde oder die Länge der Einträge eher dafür spricht, dass sie wahr sind. Hier ist es McFadden wirklich hervorragend gelungen, Hinweise in beide Richtungen zu streuen und die Diskrepanz zwischen der Vergangenheit und Gegenwart so groß zu halten, dass ich bis zum Ende wirklich nicht sicher war, welche Sichtweise am Ende stimmen würde.
Einen kleinen Teil der Handlung konnte ich aufgrund meiner bisherigen Erfahrung mit McFadden-Thrillern sogar vorhersehen, aber wie gesagt betrifft das nur einen kleinen Teil und nicht die Haupthandlung, die wunderbar undurchsichtig war.
Victorias Tagebucheinträge fand ich interessanter als Sylvias Gegenwart, denn obwohl es in beiden Teilen der Handlung spannende Elemente gibt, fand ich, dass Sylvias Alltag ein wenig zu langgezogen wurde. Ich habe zwar immer noch mitgefiebert, weil das Mysterium um Victoria mich so fesselte, aber das lag eher an den Tagebucheinträgen und nicht an Sylvias Erkundungen. Hier finde ich, dass man die Handlung etwas hätte straffen können, um die Spannung noch höher zu machen.
Gut fand ich, dass Sylvia eine eigene Vergangenheit mit ihrem Exfreund Freddy hatte, der sie unbedingt zurückgewinnen will. Ich habe lange überlegt, wie Freddy wohl in die Haupthandlung eingebaut werden würde und war insgesamt zufrieden mit seiner Rolle.
Das Ende ist etwas plötzlich, aber trotzdem spannend und passend für die Geschichte. Für manche Charaktere hätte ich mir gerne ein anderes Ende gewünscht, aber gleichzeitig war es (leider) realistisch, dass nicht jeder ein gutes Ende findet. Insgesamt betrachtet war dieser Thriller auf jeden Fall gut zu lesen, hatte eine gute Mystery und war schlicht ein sehr guter McFadden-Thriller!
- Die berühmtesten
- Mythen der
- Wissenschaft
- A. Houlou-Garcia
- Reclam
- Sachbuch
- Mythen
- Tatsachen
- Lügen
- Wahrheit
- Informativ
Ob es nun um den Apfel geht, der Newton auf den Kopf fällt oder um die Erde, die im Mittelalter als flach angesehen worden sein soll: Die Wissenschaft ist voll von Mythen, die immer und immer wieder verbreitet werden, obwohl zumindest teilweise klar ist, dass sie nicht stimmen. Doch woher kommen sie überhaupt? Was ist die Wahrheit und wie wurde sie zu einer Geschichte, die die eigentlichen Ereignisse verfälscht?
Als Fan von Mythen und als Fan von Wissenschaft war ich sofort interessiert an diesem Sachbuch, wobei ich vor allem fasziniert davon war, die Quellen verschiedener Mythen zu erfahren. Einen Teil der Mythen kannte ich bereits als solchen, aber vom anderen hatte ich zuvor noch nicht gehört, was es umso faszinierender machte, zuerst den Mythos zu erfahren und danach, wie er entstand. Das Schöne ist also, dass man nicht nur bekannte Informationen, sondern eben auch neue erhält.
Besonders wusste ich es zu schätzen, dass tatsächlich Recherche hinter den einzelnen Kapiteln steckt, mit einem guten Quellenverzeichnis, dessen Inhalte kurz und knackig zusammengefasst wurden. Das war so erfrischend: Wir hatten informative Kapitel, die uns Wahrheit und Legende präsentierten und gleichzeitig ein Leseerlebnis, das interessant und gut zu lesen war. Eine wunderbare Kombination!
Für alle, die sich ebenfalls für die Mythen der Wissenschaft interessieren, findet sich hier ein großartiges Sachbuch – und vor allem eine wichtige Erinnerung daran, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht zu überhöhen, weil sie auch nur Menschen sind. Etwas, das durch das Wiedererzählen der Mythen leider gern vergessen wird!
- Eine falsche Lüge
- Sophie Stava
- Fischer
- Thriller
- Spannung
- Lügen
- Geheimnisse
- Familie
- Freundschaft
- Identitätsdiebstahl
- Besessenheit
- Twists
- Familie
- Familie
Sloane Caraway ist eine notorische Lügnerin. Sie kann einfach nicht anders, weil sie es liebt, sich selbst interessanter zu gestalten. Als sie im Park den gut aussehenden Jay mit seiner Tochter Harper sieht, die gerade einen Bienenstich bekommen hat, rutscht es ihr deshalb wie von selbst von den Lippen, dass sie Caitlin heißt und Krankenschwester ist. Beim nächsten Mal ist auch Jays Frau Violet dabei, die sich überschwänglich bei Sloane bedankt und sie zum Dinner einlädt. Eins kommt zum anderen und schon bald wird Sloane das Kindermädchen von Harper. Jay sieht sie leider nicht allzu oft, versteht sich aber umso besser mit Violet. Doch ahnt sie nicht, welche Pläne Violet für sie hat …
Dieser Thriller ist perfekt für Freida-McFadden-Fans geeignet, ist locker und spannend geschrieben und enthält Twists, mit denen ich nicht gerechnet habe (speziell, was das Ende angeht). Dadurch, dass die Thematik Lügen sind, war ich natürlich von Anfang an auf alle Aussagen sensibilisiert, was es umso spannender machte, sich zu überlegen, welche von ihnen stimmen und welche nicht.
Zu meiner Überraschung lag der Fokus nicht auf Sloane und Jay, sondern auf der Freundschaft zwischen Sloane und Violet. Diese fand ich überrascht gut umgesetzt, vor allem wenn man bedenkt, dass sie beide natürlich ihre eigenen Gründe haben, sie am Laufen zu halten. Die Art und Weise, wie die Sichtwechsel ihre Handlungen in einem anderen Licht darstellten, war hervorragend und sorgte für ein Ende, das ich nicht kommen sah.
Am meisten trieb mich die Frage nach Violets Plan an, der erst gegen Ende gelüftet wird. Zugegeben ist er meine einzige Kritik, denn das Konstrukt, auf dem er – und damit die ganze Geschichte – steht, war äußerst wackelig. Ich hatte das Gefühl, dass nur ein einziger Fehler und eine etwas genauere Untersuchung genug gewesen wären, um den Plan komplett in sich zusammenstürzen zu lassen. Als jemand, der gut konstruierte Geschichten mag, bei denen alles an seinen Platz fällt, hatte mir Violets Plan zu viele Löcher und Unsicherheiten. Speziell eine gewisse Lüge, um die Violet Sloane später in der Handlung bittet und die zentral für ihren Plan ist, hätte durch eine einfache Ablehnung von Sloanes Seite aus dafür gesorgt, dass ihr gesamter Plan in sich zusammenfällt.
Meiner Lesefreude hat das zum Glück keinen Abbruch getan, weil es sehr viel Spaß machte, die Gedanken der beiden zu verfolgen. Diejenigen, die „Wenn sie wüsste“ mochten und nach etwas Ähnlichem suchen, werden hier einen packenden Thriller finden – der zwar nicht perfekt konstruiert ist, aber dafür umso spaßiger zu lesen!
- Vermisst
- Der Fall Emily
- Christine Brand
- blanvalet
- Krimi
- Spannung
- Twists
- Falsche Fährten
- Familie
- Schweiz
- Frankreich
- Entführung
- Kinderhandel
- Lügen
- Geheimnisse
- Mord
- Ermittlungen
- Highlight
Malou hat inzwischen eine Privatdetektei, wobei ihr erster richtiger Fall leider ein sehr hoffnungsloser ist: Vera König sucht nach ihrer kleinen Tochter Emily, die vor vier Jahren verschwunden ist. Trotzdem nimmt Malou alte Fährten auf, in der Hoffnung, sie zu finden. So trifft sie auf Alex, der in Paris einen Kinderhändlerring untersucht, der Emily aufgenommen haben könnte. Doch jede Fährte scheint ein neues Geheimnis zu enthüllen, was es Malou schwer macht, die Wahrheit zu entschlüsseln – vor allem, weil sie immer noch nach ihrer eigenen Herkunft sucht …
Ich war vom ersten „Vermisst“-Band sehr begeistert, aber ein wenig zögerlich, weil es im zweiten um ein verschwundenes Kind geht und das ein schwieriges Thema ist. Und obwohl ich den Krimi niemandem empfehlen würde, der sensibel auf das Thema reagiert, war ich letztendlich sehr begeistert darüber, wie spannend es umgesetzt wurde!
Es gibt in der Handlung nämlich sehr viele Plot Twists, falsche und richtige Fährten, schockierende Enthüllungen und allgemeine Überraschungen, die mich von Anfang bis Ende angetrieben haben. Ich bin wirklich beeindruckt davon, wie erfolgreich es Christine Brand gelungen ist, den Krimi konstant spannend zu halten und für eine sowohl zufriedenstellende als auch überraschende Auflösung zu sorgen!
Gut ist das Pacing der Geschichte auch deshalb, weil die spannenden Momente sich gut mit Malous privaten Problemen abwechseln, sodass jedem Teil der Handlung genug Aufmerksamkeit geschenkt wird: ihre Suche nach Emily, ihre Beziehung zu ihrem Vater und ihren Freunden, Veras eigene Untersuchungen, ihre zweite Klientin Alissa, Alex’ Einsätze bezüglich des Händlerrings und so weiter. Obwohl es so viele Handlungsstränge gibt, wurden sie insgesamt sehr gut ineinander verflochten und sorgten so für ein packendes Leseerlebnis.
Perfekt ist die Geschichte zugegeben nicht. So fand ich es störend, dass Malou etwas zu viele (Anfänger-)Fehler beging, was zwar gegen Ende besser wurde, aber speziell am Anfang und in der Mitte oft genug vorkam, dass ich an ihrer Kompetenz zweifelte. Am Anfang fand ich viele Fehler sogar verständlich und mochte es, dass Malou nicht alles perfekt hinbekam, aber spätestens in der Mitte hätte ich mir von ihrer Seite aus mehr Vorbereitung gewünscht. Auch ihre Romanze mit Alex kommt nicht ganz natürlich rüber; sie fühlen eine Verbindung zueinander, kaum, dass sie sich das erste Mal begegnen, was ihre Romanze trotz der süßen Szenen zwischen ihnen unrealistisch machte. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn Alex zu einem platonischen Freund geworden wäre.
Zuletzt war der Handlungsstrang um Malous zweite Klientin Alissa, die nach dem Vater ihres ungeborenen Kindes sucht, überraschend unnötig. Ich habe erwartet, dass sich hier eine Verbindung zum Hauptfall ergibt, aber das geschah nie, wodurch ich diese Storyline als Filler wahrnahm. Das ist vor allem deshalb überraschend, weil alle anderen Handlungsstränge sehr schön und elegant miteinander verwoben werden, nur dieser eben nicht.
Doch trotz der Kritikpunkte fand ich die konstante Spannung, die Mystery, die offenen Fragen und die Art und Weise, wie sie am Ende alle zufriedenstellend beantwortet werden, einfach grandios. Es ist unglaublich leicht, beim Lesen dieses Krimis mitzufiebern und konstant überrascht zu werden, weil Christine Brand ihn so hervorragend geplottet hat. Wem es nichts ausmacht, dass es hier um ein verschwundenes Kind geht, bekommt eine besonders fesselnde Leseerfahrung, die seinesgleichen sucht!
- Die Bibliothek
- der Wahren Lügen
- Jesús Cañadas
- Coppenrath
- Kinderbuch
- Fantasy
- Magie
- Geschichten
- Klischees
- Humor
- Schreiben
- Fanfiktion
Oskar kann nicht fassen, als er ein Stipendium für einen Fantasy-Schreibkurs gewinnt, den sein Lieblingsautor Simon Bruma leitet. Doch merkt er schnell, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Schließlich vertraut Simon Bruma sich ihm an: Seine Tochter November ist krank und die einzige Möglichkeit, sie zu heilen, ist es, eine Geschichte zu schreiben, an die Oskar glaubt, damit ihre Magie sie rettet. Das ist allerdings sehr viel schwerer als gedacht, weil Oskar selbst mit Novembers Hilfe nicht so richtig weiß, was er tun soll …
Diese Geschichte hat mich ganz schön überrascht, denn obwohl sie zunächst wie ein klassisches Fantasyabenteuer anmutet, das mit den Klischees des Genres spielt, entwickelt sie sich überraschend dramatisch, bis zu dem Punkt, an dem sie mich sogar zu Tränen rührte. Diese Kombination hat mir sehr gefallen, weil sie sich so gut in die Geschichte einfügte, aber auch, weil sie die Geschichte an sich über viele andere hob.
Am Anfang muss man zugegeben einige Dinge als gegeben hinnehmen, wie die Tatsache, dass Oskars Familie überhaupt nichts dagegen zu haben scheint, dass er zusammen mit Simon Bruma, der ihn besucht, zum Schreibkurs fährt, obwohl er technisch gesehen ein Fremder ist. Erst, als Oskar seine geschriebene Geschichte betritt und November im Speziellen ihre Logik hinterfragt, war es leicht, Szenen dieser Art zu akzeptieren, weil sie mit Humor genommen wurden. Dabei hat mir die Buchwelt, deren Fan Oskar ist und deren eigene Version er erschafft, tatsächlich sehr gut gefallen, weil die vielen Details, die er erwähnt, sie erstaunlich lebendig gemacht haben.
Von den Charakteren sticht vor allem November hervor – am Anfang mochte ich sie nicht besonders, weil sie so eine negative Einstellung zu allem hatte, aber durch ihre witzigen Kommentare wuchs sie schnell zu meinem Lieblingscharakter.
Der Anfang ist zugegeben ein wenig langsam, weil die eigentliche Geschichte erst nach ca. einem Drittel beginnt, aber ich mochte es dafür, wie hier Oskars Familie vorgestellt wurde. Obwohl sie eine vergleichsweise kleine Rolle im Roman spielt, trug sie dazu bei, Oskar zu einem dreidimensionalen Protagonisten zu machen.
Insgesamt eine gute Lektüre für alle, die Geschichten über Geschichten lieben!
- Dunkle Momente
- Elisa Hoven
- Fischer
- Belletristik
- Gericht
- Strafverteidigung
- Mord
- Lügen
- Notwehr
- Kindstod
- Kannibalismus
- Vergewaltigung
- Schwere Themen
- Philosophie
Als Strafverteidigerin weiß Eva Herbergen, dass es im Gericht kein Schwarz und Weiß gibt, sondern dass hinter jeder Tat ein oft verständliches Motiv steckt, das die Grenzen verschwimmen lässt. Nicht immer ist es leicht, zu sagen, wer das Opfer und wer der Täter ist und selbst wenn diese Positionen sich mit Leichtigkeit bestimmen lassen, steckt oft noch mehr hinter den Fällen, als man zunächst vermutet. Während ihrer Karriere hat Eva viele Fälle betreut, von scheinbarer Notwehr über Kindstötung bis zu Vergewaltigung. Doch es gibt einen Fall, dessen Auflösung sie mehr als jeden anderen bereut – und mit jedem Fall, den sie Revue passieren lässt, nähert sie sich dem eigentlichen Grund, der sie so handeln lässt, wie sie es während aller anderen Fälle tut …
Dieser Roman basiert laut der Autorin auf wahren Fällen, was die beschriebenen Ereignisse noch schrecklicher macht, als sie es ohnehin schon sind. Neun Fälle, die größtenteils voneinander unabhängig erzählt sind, fordern uns Leser:innen heraus, unsere eigene Moral in Frage zu stellen. Was ist richtig, was ist falsch? Gibt es das überhaupt? Wann kann man sich unwillkürlich in die Täter hineinversetzen und wann ist das unmöglich? Wie soll man urteilen, wenn der Sachverhalt sich als einiges komplexer herausstellt, als man erwartet hat? Diese und viele andere Fragen kommen bei der Lektüre unwillkürlich auf.
Wie man der Kurzbeschreibung entnehmen kann, behandelt der Roman so einige Themen, die nicht leicht zu verdauen sind. Tatsächlich wage ich zu behaupten, dass fast jede Person mindestens ein Kapitel finden wird, dass schwer zu lesen sein wird, weil das angesprochene Thema einen besonders hart trifft; zumindest bei mir traf das sogar auf so einige Kapitel zu, obwohl die Taten an sich recht nüchtern beschrieben werden. Aus diesem Grund fällt es mir schwer, diesen Roman zu empfehlen, weil ich ihn einerseits sehr beeindruckend fand und andererseits nicht sagen könnte, wem er gefallen könnte.
Dazu kommt auch eine Kritik, nämlich den vorhersehbaren Aufbau vieler Kapitel. Nicht alle sind davon betroffen, aber die meisten stellen einen Sachverhalt dar, offenbaren dann eine Information, die es in einem anderen Licht präsentiert und haben gegen Ende dann noch einen letzten Twist, der die Handlung ein weiteres Mal verdreht. Das wurde mir bereits nach den ersten drei Fällen zu offensichtlich, auch wenn es danach Fälle gab, die sich nicht auf diesen Aufbau stützten. Ich weiß hierbei natürlich nicht, ob das den tatsächlichen Fällen geschuldet ist, die als Inspiration dienten, oder einer Entscheidung der Autorin; Tatsache ist aber, dass viele Fälle so ähnlich aufgebaut sind, dass es mich irgendwann störte.
Die Fälle an sich sind dabei aber nicht störend, im Gegenteil: Ich fand es ungewöhnlich faszinierend, den Charakteren zu folgen, die ins Zentrum eines Mordes gerieten. Scheinbare Notwehr, Kannibalismus, falsche Geständnisse … die Fälle waren einnehmend beschrieben und ich war gespannt darauf, wie sie sich entwickeln würden. Zwar war es überraschend oft tatsächlich möglich für mich, mich für eine Seite zu entscheiden, aber eine klare Trennung in Gut und Böse gibt es trotzdem nicht.
Ich schätze, Fans von Krimis und Gedankenexperimenten könnte die Lektüre deshalb gut gefallen – solange sie bereit sind, ein paar schwerwiegende Themen zu behandeln. Keine Lektüre für jeden, aber definitiv eine, die zum Nachdenken anregt!
- Murdle
- School of Mystery
- G. T. Karber
- Souvenir Press
- Rätselbuch
- Logikrätsel
- Buchstabenrätsel
- Bilderrätsel
- Drama
- Humor
- Deduktion
- Zuordnung
- Hinweise
- Kriminalfälle
- Twists
- Beziehungen
- Lügen
- Geheimnisse
- Prequel
- Highlight
Als Erstsemester fängt Logico frisch am Deduction College an, doch bereits in seinem ersten Jahr ereignen sich mehrere Mordfälle, die es zu lösen gilt. Wer steckt dahinter und warum? Und was hat es mit dem mysteriösen Jungen auf sich, der regelmäßig auftaucht? In jedem Jahr gibt es neue Mysterien zu lösen, die Logico klar machen, dass er niemandem trauen kann – vor allem nicht den Menschen, denen er vertraut …
Ich hatte um ehrlich zu sein nicht erwartet, dass „Murdle – The School of Mystery“ mehr als ein nettes Prequel sein würde, doch zu meiner Überraschung war dieses Rätselbuch nicht nur absolut grandios, sondern wurde sogar zu meinem bisher liebsten Murdle-Teil!
Das liegt hauptsächlich daran, dass sowohl der Rätsel-Faktor als auch die Story wunderbar umgesetzt war. Die Deduktionsgitter ist von der Schwierigkeit diesmal passender gestaltet: Jahr 1 und Jahr 2 haben jeweils drei Verdächtige (mit vier im letzten Fall), Jahr 3 hat vier Verdächtige, Jahr 4 hat drei Verdächtige (mit vier im letzten Fall), unter denen man zusätzlich den Lügner bestimmen muss und in der Zeit nach dem College gibt es vier Verdächtige, von denen einer ein Lügner ist. In vorigen Murdles fiel mir die Suche nach dem Lügner definitiv am schwersten, weshalb ich es passend fand, dass diese Art des Rätsels diesmal ans Ende gesetzt wurde.
Doch das ist noch nicht alles: Zusätzlich gibt es eine Karte des Colleges, eine Karte der Tunnel darunter, Muster in einem Glasfenster, Sternbilder am Himmel, verschiedene Arten, mysteriöse Zeichen zu entschlüsseln und noch einiges mehr. Diese Varietät an Rätseln hat mir sehr viel Spaß gemacht, wobei meine Lieblingsrätsel das Ersetzen von Symbolen durch Buchstaben und das Finden von Bildern im Glasfenster/am Himmel waren. Selbst etwas zu machen, statt z. B. etwas abzulesen, hat hier den Reiz ausgemacht.
Dann ist da noch die packende Handlung, deren einzelne Handlungsstränge mich gleichermaßen fesselten: Die ersten Morde am Deduction College; die Einladung von Dame Obsidian; das Schachbox-Turnier; das Enttarnen der geheimen Gesellschaft; und Logicos persönliches Ansinnen am Ende. Hier hat G. T. Karber mehrere Methoden verwendet, um die Handlung spannend zu gestalten: Die Fälle der einzelnen Handlungsstränge durch Hinweise miteinander verbunden; Fälle eingebaut, die verlangten, zu früheren Fällen zurückzugehen; mehrere Plot-Twists, darunter mindestens einen, der absolut genial war; und, am allerwichtigsten: eine wichtige Charakterentwicklung für Logico und ein stärkerer Fokus auf seine Beziehung zu Irratino. Die letzten beiden Punkte waren es, die den ersten Murdle-Band so besonders gemacht haben und die in den zwei Bänden danach schwächer thematisiert wurden; aus diesem Grund war ich sehr glücklich darüber, hier im Prequel wieder mehr Szenen zwischen den beiden zu lesen.
Aus all diesen Gründen ist dieser Murdle-Band mein liebster geworden und ich kann ihn allen empfehlen, die nicht nur wunderbare Rätsel lösen, sondern gleichzeitig einer spannenden Handlung folgen wollen!
- The Extraordinaries
- Alte Geheimnisse
- T. J. Klune
- Heyne
- Fantasy
- Superhelden
- Humor
- Romanze
- Freundschaft
- Familie
- Lügen
- Spannung
Nick, Seth, Jazz und Gibby steht während der Sommerferien so einiges bevor: Simon Burke plant, Oberbürgermeister zu werden und die Außergewöhnlichen zu kontrollieren; Owen ist aus seinem Gefängnis entkommen und will seinen Vater für das, was er ihm antat, töten; Nicks Mutter benimmt sich merkwürdig, während seiner Beziehung zu Seth kurz vor der nächsten Stufe steht; und dann ist da noch die unausgesprochene Frage, was die vier tun werden, sobald der Schulabschluss sie unweigerlich voneinander trennen wird …
In diesem Abschussband erzählt T. J. Klune genauso unterhaltsam wie in den vorigen zwei Bänden von Nicks Erlebnissen. Ob es nun sein peinlich-liebevoller Vater, Nicks eigene Gedankenstränge oder sympathische Taxifahrer sind: Mit seinem Schreibstil kommen sie alle hervorragend rüber und ich musste mehr als einmal lachen oder grinsen, als ich wieder einmal über eine amüsante Stelle stolperte. Wobei das schöne ist, dass die witzigen und die ernsten Stellen gut ausbalanciert sind, sodass die Geschichte zwar humorvoll zum Lesen bleibt, aber die Probleme der Charaktere ernsthaft behandelt werden. Der Schreibstil war für mich sein eigenes kleines Highlight, weil er mir so gut gefiel!
Natürlich können auch die Charaktere wieder glänzen: Nicks Heldenteam, die Dad-Squad, Burrito Jerry, Owen Burke und sogar Rebecca Firestone. Denn in diesem Band kamen die grauen Stufen einiger Charaktere sehr gut zur Geltung. Es gibt zwar immer noch eine Gut/Böse-Einteilung, wird aber durch die Motive einiger Charaktere aufgefrischt. Speziell in den letzten beiden Bänden hat mir das sehr gefehlt, weshalb ich froh war, hier mehr Tiefe für einige Charaktere zu sehen. Tatsächlich hätte ich gerne sogar noch mehr gesehen, doch das, was wir bekamen, fand ich bereits notwendig genug.
Die Handlung hat ein gutes Pacing, das mich gut durch die Geschichte trug und in einem absolut fantastischen Finale mündete. Jeder der Charaktere spielt dort eine wichtige Rolle, was mir sehr gefallen hat; zudem war es schlicht sehr spannend geschrieben. Natürlich war ich froh, dass die Charaktere am Ende das bekamen, was sie verdienten (sowohl die guten als auch die bösen).
Die Reihe eignet sich für alle, die queere und humorvolle Superheldenromane lesen wollen. Mir hat sie persönlich sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass auch andere sich an ihr erfreuen!
Klippo wird mitten in der Nacht von seinen Eltern geweckt. Sie müssen fliehen, weil Schiefbart, Anführer der Salpeter, sie für den Tod seiner Tochter verantwortlich macht und sich an ihnen rächen will. Nach einer stürmischen Bootsfahrt landen sie auf der Insel Narom Rok, wo sie sich weiter bedeckt halten müssen. Dort trifft Klippo auf Nessi, mit der er sich schnell anfreundet. Doch nicht alles ist so, wie es scheint, und Klippo muss das Geheimnis der Insel und seiner Identität herausfinden, wenn er Schiefbart aufhalten will …
Dieses Kinderbuch hatte ein paar schöne Szenen – und ein paar absolut gigantische Twists. Im ersten Kapitel fiel es mir schwer, reinzukommen, weil so viel auf einmal passiert und ich erst mal nicht wusste, was überhaupt vor sich geht. Sobald sie auf der Insel ankamen, wurde es besser und ich mochte die Szenen zwischen Klippo und Nessi sehr. Sehr bald darauf passiert der erste Twist – und meine Güte, hab ich ungläubig auf die Seiten gestarrt! Speziell in einem Kinderbuch, das als Abenteuergeschichte beworben wird, hätte ich so einen Twist nicht erwartet und mochte ihn deshalb sehr. Danach passiert der zweite Twist, der hat mich mindestens genauso sehr starren ließ, weil ich ihn ebenfalls nicht erwartete. Ich glaube, den ersten Twist mochte ich immer noch mehr, aber beide Twists waren großartig. Definitiv keine, die man in einem Abenteuerkinderbuch erwarten würde, aber genau deshalb umso cooler.
Wobei ich diesbezüglich trotzdem eine Kritik habe: Nämlich, dass das wunderschöne Cover einen falschen Eindruck hinterlässt, was den Inhalt angeht. Die Abenteuergeschichte, die es verspricht, ist zwar durchaus vorhanden, aber auf sehr andere Weise, als man vermutlich erwarten würde. Mir haben die Twists zwar sehr gefallen, weil sie so ungewöhnlich waren, aber sie sind sicher nicht für jeden etwas.
Außerdem fand ich sowohl das Finale als auch das Ende zu abrupt und ich hätte mir gerne gewünscht, noch mehr schöne Szenen zwischen Klippo und Nessi zu sehen. So fand ich die Szene, in der die beiden die Hängebrücke auf dem Cover zu besuchen, die wohl schönste Szene im Buch, aber zu meinem Bedauern gab es nur wenige andere Szenen, die ähnlich schön waren. Hier hätte ich gerne noch mehr Szenen gehabt, in denen sie die Insel erkunden und ihre Freundschaft vertiefen.
Insgesamt also ein ungewöhnliches Kinderbuch mit fantastischen Twists, das zwar nicht die Abenteuergeschichte ist, die ich erwartet habe, aber dafür eine, die mir trotzdem sehr gefiel!
Es ist eine einmalige Chance: Fünf Millionen Euro winken demjenigen, der es schafft, im Battle Royale um Scandor, einem einmaligen Lügendetektor, am längsten die Wahrheit zu sagen. Doch jeder, der verliert, muss einen Einsatz zahlen – etwas tun, was er auf gar keinen Fall tun möchte, damit die zusätzliche Motivation, zu gewinnen, gegeben ist. Insgesamt hundert Kandidaten treten an, darunter Philipp und Tessa, die unter etwas anderen Umständen im Wettbewerb gelandet sind. Sehr bald merken beide, wie schwierig es ist, im Alltag ständig die Wahrheit zu sagen, vor allem während andere Kandidaten ihnen auf der Spur sind und Scandor den Spielern zusätzliche Aufgaben gibt. Zudem finden beide bald heraus, dass noch etwas Anderes hinter dem Wettbewerb steckt als ein simpler Lügendetektortest – nämlich das Aufdecken einer Wahrheit, die niemals ans Licht kommen sollte …
In ihrem neuesten Jugendthriller setzt Ursula Poznanski ein wahrhaft faszinierendes Konzept um: Was wäre, wenn man gezwungen wäre, für mehrere Tage die Wahrheit zu sagen – ohne Ausflüchte, ohne Versehen, ohne Schlupflöcher? Wenn man dabei seinem alltäglichen Leben nachgehen, aber sich auch vor Konkurrenten in acht nehmen muss? Dieses Konzept hat sie wirklich großartig umgesetzt, weil man durch Tessa und Philipp ein hervorragendes Gefühl dafür bekommt, wie schwer ein von Wahrheit bestimmtes Leben wirklich ist. Vor allem bei Tessa war ich sehr investiert, weil sie durch ihre Jobs in einem Lokal und in einem Callcenter in viele brenzlige Situationen gerät und das offensive Verhalten anderer Spieler sie zusätzlich in Bedrängnis bringt. Tatsächlich fieberte ich so sehr mit ihren Szenen mit, dass Philipp manchmal in den Hintergrund geriet, weil seine Szenen in der Regel nicht so spannend wie Tessas waren.
Ab und an bekommen wir einen kleinen Einblick in andere Spielerinnen und Spieler und den Moment, in dem sie die Challenge verlieren. Oft durch eine automatische, unabsichtliche Lüge, die sie in einem Moment der Unachtsamkeit ihren Platz im Wettbewerb kostet. Hier hätte ich gerne einen tieferen Einblick in ihren Einsatz bekommen. Wir bekommen zwar hier und da eine Erwähnung, aber nur selten das Gefühl, wie wichtig ihnen ihr Einsatz wirklich ist. Zwar wird dafür Philipps und Tessas Widerwillen umso mehr betont, aber wie gesagt hätte ich auch gerne mehr zu den anderen Teilnehmern erfahren.
Neben den genialen Szenen, in denen Philipp und speziell Tessa sich gegen ihre Gegenspieler behaupten, gibt es auch einige unerwartete Twists, die mich positiv überrascht haben. Ich hatte nämlich so einige Ideen, was Scandor betrifft, doch zu meiner Freude steckte letztendlich etwas Anderes dahinter. Im Nachhinein zwar nichts, das ZU besonders ist, aber im Kontext der Handlung definitiv etwas, das ich nicht erwartet habe. Großes Lob also an die Autorin, ihre Twists nicht zu offensichtlich gestaltet zu haben!
Dadurch, dass das Spiel aus insgesamt hundert Kandidaten besteht, entstehen notwendigerweise ein paar kleinere Längen. Weil Ursula Poznanski ihre Charaktere regelmäßig in gefährliche Situationen bringt, habe ich mich nie gelangweilt, aber trotzdem gemerkt, dass die Anzahl der Charaktere eher kontinuierlich als rapide abnahm. Hier hätte die Anzahl sicher noch schneller abnehmen können, doch ich persönlich fand die Geschwindigkeit trotzdem angenehm.
Was mir besonders gefallen hat (neben der Offenbarung am Ende), war das Ende selbst. Es war wirklich sehr zufriedenstellend, hat offene Fäden miteinander verbunden und mir ein Lächeln entlockt. Nach all den Strapazen, die die Hauptcharaktere auf sich nehmen mussten, war es genau das Ende, das ich mir gewünscht habe.
Insgesamt also wieder ein spannender Thriller aus Ursula Poznanskis Feder, der es hervorragend schafft, die Wahrheit in all ihrer Schönheit, Grausamkeit und Undurchsichtigkeit darzustellen!
- The Parents
- T. M. Logan
- Piper
- Thriller
- Spannung
- Verschwinden
- Geheimnisse
- Lügen
- Kinder
- Eltern
- Familie
- Ermittlungen
Ein ungutes Gefühl lässt Andy mitten in der Nacht aufwachen. Voller Panik schaut er nach, ob sein Sohn Connor schon heimgekommen ist. Erleichtert legt er sich wieder schlafen, als er ihn in seinem Bett liegen sieht. Doch er irrt sich. In Wirklichkeit hat Connors Cousin Zac dessen Platz eingenommen und als Connor endlich wieder auftaucht, weigern sich die beiden, zu sagen, wo sie gewesen sind. Doch es dauert nicht lange, bis Andy herausfindet, dass Connor zusammen mit vier anderen Schülern für mehrere Stunden im Wald verschwunden ist – und eine Schülerin namens Emily nicht daraus zurückgekehrt ist …
Dieser spannende Thriller ist leicht zu lesen, zieht einen hervorragend mit der Handlung mit und findet zu einem äußerst zufriedenstellenden Ende, das mich positiv überrascht hat. Ich bin mir zwar trotzdem nicht sicher, ob das Buch auch für Eltern geeignet ist, weil die Angst vor dem Verschwinden bzw. Tod der Kinder stark thematisiert wird, aber andererseits schafft T. M. Logan es hervorragend, diese Angst nicht bis ins Extreme zu ziehen.
So hat speziell Andy so einige Paranoia, was Connors Verhalten betrifft, doch ist es für uns Leserinnen und Leser recht schnell klar, dass dahinter kein mörderischer, sondern ein anderer Grund steckt. Dieses Geheimnis aufzuklären hat zusammen mit der verzweifelten Suche nach Emily für einen Thriller gesorgt, den man sehr schnell wegliest.
Von allen Charakteren war mir Andys zwölfjährige Tochter Harriet am sympathischsten, weil sie der ruhige, rationale Kontrast zu den panischen Erwachsenen war und ihre eigenen Ermittlungen angestellt hat, um hinter Connors Geheimnis zu kommen.
Was mögliche Kritik angeht, fand ich es schade, dass es keine überraschenden Twists gab und auch der Antagonist relativ leicht vorherzusehen war. Der Thriller lebt vor allem durch seinen leicht zu lesenden Schreibstil und seine konstante Spannung, und eher weniger von schockierenden Twists.
Zudem fand ich den deutschen Untertitel und die Kurzbeschreibung sehr irreführend, weil beides impliziert, dass Connor das verschwundene Kind sein wird – aber dem ist gar nicht der Fall. Er taucht recht früh wieder auf und die Handlung konzentriert sich ab da auf die verschwundene Emily und seine potenzielle Beteiligung daran.
Letztendlich hat der Thriller mir aber immer noch sehr gut gefallen, weshalb ich ihn allen Leserinnen und Lesern, denen die Thematik nichts ausmacht, empfehlen kann!
- Untergang der Wager
- David Grann
- C. Bertelsmann
- Sachbuch
- Abenteuer
- Reisebericht
- Schiffbruch
- Überleben
- Streitereien
- Mord
- Lügen
- Meuterei
Nachdem die Wager an der Westküste Patagoniens strandet, versuchen die Schiffbrüchigen verzweifelt, auf der Insel zu überleben. Auf der Reise selbst haben sie bereits viele Verluste erlitten und mit jedem einzelnen Tag droht die Gruppe mehr und mehr, auseinanderzufallen. Wir folgen der Geschichte der Überlebenden, darunter David Cheap, der entschlossene Oberleutnant; John Bulkeley, der rebellische Stückmeister; und John Byron, der junge Fähnrich.
Ich brauchte zugegeben ein Weilchen, bis ich mich in das Sachbuch eingelesen hatte, weil der Schreibstil recht detailliert ist und ich mich erst mal bei den Hauptakteuren zurechtfinden musste. Zwar werden die oberen drei Charaktere in den ersten drei Kapitel ausführlich vorgestellt, doch erst im Nachhinein wurde mir das wirklich klar; denn natürlich werden auch andere Charaktere in den jeweiligen Kapiteln erwähnt, sodass ich annahm, dass diese ebenfalls eine Rolle spielen würden (was natürlich nicht immer der Fall war).
Aber spätestens, als die Gruppe Schiffbruch erleidet, hatte ich mich komplett eingelesen und war umso gefesselter von den beschriebenen Erlebnissen. Zu sehen, wie die Menschen nach und nach die Hoffnung verlieren, verzweifelt nach einem Weg zu überleben suchen, sich streiten und auflehnen und ihren eigenen Weg gehen … all das war unglaublich einnehmend und eindringlich beschrieben, fast schon in Roman-Form, und dadurch besonders spannend. Ich habe sehr mit der Gruppe mitgefiebert und war speziell zwischen Cheaps und Bulkeleys Sichtweise sehr hin- und hergerissen. Der Autor hat es hier hervorragend geschafft, alle relevanten Fraktionen gleichwertig zu präsentieren, was ich sehr zu schätzen weiß.
Und auch danach, als die Gruppen sich aufteilen und jeder seinen eigenen Weg in die Freiheit sucht, war ich investiert darin, herauszufinden, wie die Menschen es schaffen werden, trotz der Verbrechen, die sie begingen, zu überleben. Dieses Ereignis zeigt einfach hervorragend, dass das wahre Leben mindestens so interessant sein kann wie die Geschichten, in denen ich mich sonst verliere.
Insofern würde ich allen, die an einem realen Abenteuerroman interessiert sind, empfehlen, dieses Sachbuch in die Hand zu nehmen – denn hier findet sich eine fesselnde Geschichte über echte Menschen, die zeigt, wie ein echtes „Abenteuer“ tatsächlich aussieht!
Eine Mutter, die den Mörder ihres Sohnes verteidigt. Eine Box, die Eva Herbergen aufbewahren, aber unter keinen Umständen öffnen soll. Eine Schauspielerin, der am Set eine echte Waffe gegeben wird, mit der sie eine befreundete Schauspielerin erschießt. Mehrere Frauen gleichen Alters und Aussehens, die von einem etwas zu klischeehaften Serienmörder umgebracht werden. Und eine Leiche im Keller, deren Identität Eva Herbergen während des Romans aufdecken will …
„Dunkle Momente“ hatte ein paar interessante Fälle, allerdings viele mit einem sehr ähnlichen Schema; „Feine Risse“ fängt zwar auch mit zwei Fällen an, die etwas zu offensichtlich sind, wird danach aber um einiges undurchschaubarer. Wir folgen auch in diesem Roman Eva Herbergen, die mehrere fiktive Fälle aufklärt.
„Der Unfall“ und „Der Aufstieg“ sind die ersten Fälle, wobei beim ersteren ein Kind zu Tode kommt, deren Mutter danach den Mörder vor Gericht verteidigt, und beim zweiten ein Mann, der beim Bergsteigen abstürzt, obwohl sowohl er als auch sein Bergführer wussten, dass die Strecke für ihn zu anspruchsvoll ist. Hier fand ich die Twists wirklich sehr leicht zu erraten und die Fälle entwickelten sich genau so, wie ich es anfangs vermutete, weshalb ich diese Fälle am schwächsten empfand.
Der dritte Fall, „Die Box“, war da schon interessanter. Hier wird nicht nur die Leiche im Keller eingeführt, die seit mehreren Jahrzehnten im Haus der Eltern von Peter, Evas Mann, eingemauert war, sondern allgemein über eine einnehmende Ausgangssituation erzählt: Ein Klient, der Eva bittet, eine Box für ihn aufzubewahren, allerdings ohne sie zu öffnen. Ich war wirklich neugierig, zu erfahren, was in der Box steckt und war sehr zufrieden damit, wie der Fall aufgelöst wurde.
Auch „Die Reportage“, bei dem der Artikel eines Journalisten für Aufmerksamkeit sorgt, woraufhin Eva mit seinem Mittelsmann reden soll, entwickelte sich auf überraschende Weise. Im Nachhinein hätte ich wohl erraten können, was dahinter steckt, aber beim Lesen selbst wusste ich nicht, in welche Richtung sich der Fall entwickeln würde; aber auch hier war ich zufrieden mit dem Ergebnis.
Mein Lieblingsfall war „Der Film“, bei dem eine Schauspielerin am Set mit einer echten Waffe ihre Kollegin erschießt, weil es so einige mögliche Täter:innen und Motive gab, was diesen Fall zum wohl komplexesten von allen machte. Von allen Fällen fand ich ihn am undurchsichtigsten und gerade deshalb am besten, weil die verschiedenen Fährten die korrekte Auflösung so gut verbargen.
Bei „Die Zufallsopfer“ hatte ich zwar eine sehr starke Idee, was den Täter betrifft, doch die Umsetzung des Falls war so einnehmend, dass mich das nicht störte. Dafür fand ich den Täter in „Die Entführung“ etwas zu offensichtlich, aber ich mochte es, wie dieser Fall eine interessante moralische Frage aufwarf, für die es keine richtige Antwort gibt.
Zuletzt haben wir „Die Wahrheit“, die die Identität der Leiche, die über den ganzen Roman hinweg eine Rolle spielt, auflöst. Die Auflösung selbst fand ich zufriedenstellend, das Kapitel selbst allerdings viel zu kurz und mit zu vielen offenen Fragen. Gerade, weil die anderen Kapitel zwischen dreißig und fünfzig Seiten hatten, waren die drei Seiten, die sich der Auflösung des Hauptmysteriums widmeten, enttäuschend kurz. Hier habe ich mir definitiv noch mehr Informationen erhofft.
Ansonsten haben wir hier aber einen guten Roman, der sich durch die Aufteilung in verschiedene Fälle sehr gut lesen lässt und dabei ein paar gute Überraschungen zu bieten hat!