Mab, die Feenkönigin, bittet Harry Dresden um einen Gefallen und er weiß sofort, dass er in Schwierigkeiten ist. Sie möchte, dass er den entführten Mafiaboss Marcone rettet. Zudem haben es auch die Böcke Brausewind auf ihn abgesehen und Harry muss all seine Freunde um sich scharen, wenn er gegen die Vielzahl seiner Feinde eine Chance haben und aufdecken will, was sie eigentlich vorhaben …
In diesem Harry-Dresden-Band geht so einiges vor sich – und meiner Meinung nach etwas zu viel. Die einzelnen Handlungsstränge und Charakter- und Action-Szenen mochte ich sehr, hatte jedoch Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Ich habe immer noch nicht ganz begriffen, wie gewisse Handlungsaspekte ineinander greifen, z.B. die Art und Weise, wie Harrys Quest, Marcone zu retten, zu einer Quest wird, Ivy zu retten, wonach ersteres keine Rolle mehr zu spielen scheint. Die Wandlung an sich war sehr gut, weil ich sehr viel mehr in Ivy investiert war als in Marcone, aber insgesamt betrachtet hatte ich das Gefühl, dass man einen Teil der Handlung hätte kürzen können, ohne etwas Substanzielles dabei zu verlieren.
Das trifft auch auf die Anzahl der Charaktere zu: Wir sind längst bei einem Band gelangt, bei dem ich mir nur die Hauptcharaktere merken kann und Schwierigkeiten habe, mich an alle anderen zu erinnern, was dadurch erschwert wird, dass in diesem Band erstaunlich viele Charaktere auftauchen und es keinen Fokus auf eine bestimmte Beziehung gibt. Auch das hat etwas Gutes, denn so bekommt jeder Charakter Szenen mit Harry, die mir sehr gefielen (hervorzuheben sind Murphys Szenen im Allgemeinen, aber auch die Art und Weise, wie Michaels Freundschaft zu Harry zum ersten Mal getestet wird), aber es war etwas zu viel für mich.
Das Finale und das Ende waren dafür wie immer gut gelungen. Allgemein sind die Action-Szenen sehr gut geschrieben, was doppelt auf das spannende Finale zutrifft, bei dem ich sehr mit den Charakteren mitfieberte und das glücklicherweise ein zufriedenstellendes Ende findet. Zudem macht es mich gespannt, wie es im nächsten Band mit gewissen Charakteren weitergeht, weil das Ende Möglichkeiten für spannende Handlungslinien offen lässt.
Insgesamt ein sehr solider Harry-Dresden-Band, der mir zwar etwas zu überfüllt vorkam, aber ansonsten wie immer ein gutes Abenteuer bietet!
- Jim Butcher
- Harry Dresden
- Weiße Nächte
- blanvalet
- Fantasy
- Krimi
- Mystery
- Magie
- Fall
- Familie
- Vampire
- Intrigen
- Geheimnisse
- Twists
Mehrere Selbstmorde wecken Harry Dresdens Aufmerksamkeit, denn so offensichtlich sie zunächst scheinen, verrät ihm eine geheime Nachricht an den Tatorten, dass es sich um Morde handelt: „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.“ Zusammen mit Murphy, die zum Sergeant degradiert wurde, und Molly, seinem sich überall einmischenden Lehrling, ist Harry entschlossen, die Morde aufzulösen, bevor noch mehr begangen werden – doch ausgerechnet Thomas, sein Bruder, wird schnell zum Hauptverdächtigen. Was genau plant er und was genau planen die Vampire? Harry ahnt, dass weitaus mehr dahinter steckt, als es zunächst den Anschein hat …
Die Harry-Dresden-Bände werden mit jedem weiteren Band immer spaßiger zu lesen und das trifft auch auf diesen hier zu. Jim Butchers Humor ist zugegeben nicht für jeden geeignet (mich persönlich störten die drei, vier Szenen, in denen auf Kosten bestimmter Personengruppen ein Witz gemacht wurde), aber ich persönlich mochte ihn insgesamt sehr, weil er Harry zu einem so sympathischen und coolen Charakter machte. Der Spaßfaktor ist schlicht sehr hoch und das macht den Band so gut zu lesen.
Aber es ist nicht nur der Humor, der überzeugt: Ich war besonders investiert in den Fall, weil er sich dramatischer und persönlicher anfühlte als die vorherigen – nicht nur aufgrund der scheinbaren Selbstmorde, die mit dem richtigen Drama erzählt werden, sondern auch aufgrund Harrys persönlichem Bezug zum Fall, bei dem ich gespannt war, inwiefern Thomas involviert ist.
Davon abgesehen bleibt der Roman stets spannend: Harrys Nachforschungen, seine Lehrer/Schüler-Beziehung zu Molly, Elaines Rückkehr, die dämonische Lasciel und die vielen falschen Fährten hielten mich ordentlich auf Trab, zumal es auch oft Action-Szenen gibt, die sehr gut beschrieben wurden. Das Finale muss ich dabei hervorheben, denn dieses war einfach episch gestaltet!
Ein wenig mehr hätte ich mir von Thomas gewünscht, aber ansonsten war ich zufrieden damit, wie die Charaktere in diesem Band balanciert wurden. Ein Charakter, der mich dabei positiv überraschte, war Ramirez, weil er bei mir bisher keinen Eindruck hinterließ, in diesem Band aber ordentlich scheinen konnte.
Was kann ich sagen, wie immer ein sehr spannender Harry-Dresden-Band, der mir sehr gut gefallen hat!
Arlyn ist im Gefängnis und versucht verzweifelt, von dort zu entkommen, doch das ist sehr viel leichter gesagt als getan. Special Agent Marlon möchte ihr nicht glauben, dass sein Boss Moore hinter allem stecken soll, doch nachdem Arlyn von einem scheinbaren Gefängniswärter angegriffen wird, sind die beiden gezwungen, zusammenzuarbeiten, um Moores Plan aufzudecken – doch ihre Gefühle füreinander machen das schwierig …
Der erste Teil „How To Catch A Magical Light“ hat mir sehr gut gefallen, weil er schlicht spaßig zu lesen war, doch der zweite Teil war für mich insgesamt schwächer. Er hatte zwar durchaus Dinge, die mir sehr gut gefallen haben, ließ mich letztendlich aber nicht so zufriedenstellend zurück, wie ich es gerne gehabt hätte.
Aber zunächst einmal die positiven Aspekte: Ich mochte die Charaktere sehr (sowohl Arlyn und Marlon als auch Bo, Rose und die Bibliothek Libby), gerade Arlyn fand ich sehr sympathisch. Das liegt vor allem daran, dass sie tatsächlich Fehler macht, viele ihrer Pläne schief gehen und sie auch erwischt wird. Zugegeben: Teils hat das ihrer Kompetenz geschadet, sie dafür aber sehr liebenswert gemacht. Es war leicht, sich in sie hineinzuversetzen und mit der Handlung mitzufiebern, weil man nie sichergehen konnte, dass sie sich in die Richtung entwickelt, die angedeutet wird. Das hat das Lesen spannend gemacht und ich mochte es, dass die Autorin nicht davor zurückschreckte, ihre Charaktere ab und an scheitern zu lassen.
Doch wie angedeutet, haben die vielen Fehler die Charaktere nicht so kompetent aussehen lassen, wie sie sein sollen, was speziell bei Arlyn dann doch ein Problem wurde. Ja, ich mochte es, dass sie Fehler machte, aber letztendlich erinnere ich mich nur an diese Fehler und nicht an die Dinge, die ihr erfolgreich gelangen. Da sie eine berühmt-berüchtigte Diebin sein soll, hätte ich ihr durchaus mehr Erfolge gewünscht.
Zudem war ihre Liebesgeschichte mit Marlon in diesem Band leider nicht allzu einnehmend. Die beiden haben durchaus eine gewisse Chemie miteinander, aber dafür fehlendes Vertrauen. Das hat es schwer gemacht, investiert in ihre Romanze zu sein, weil ich einfach nicht das Gefühl hatte, dass sie realistisch gesehen zusammenbleiben würden. Hier finde ich, dass die beiden ein stärkeres Vertrauen zueinander hätten aufbauen sollen, um ihre Romanze zu festigen.
Zuletzt war das Ende für mich zu plötzlich und wurde zu schnell abgewickelt. Gerade, weil die Handlung allgemein so spannend war, war es überraschend, wie abrupt das Ende war. Hier hätte ich mir definitiv mehr gewünscht, weil ich dann doch recht enttäuscht vom Finale war.
Insgesamt also eine Fantasyromanze, die durchaus ihre Stärken hatte, aber mich nicht hundertprozentig überzeugen konnte.
Als die Ärztin Farah Rosendahl in ihr Auto steigt, ist sie aufgewühlt, hat ein kleines Glas Alkohol intus und fährt bei schlechtem Wetter – eine Entscheidung, die sie bitter bereuen wird, denn sie fährt einen Mann an, der mitten auf die Straße stürzt und vor jemandem zu flüchten scheint. Der Mann überlebt zwar, muss aber in ein künstliches Koma versetzt werden. Farah fragt sich fieberhaft, was er überhaupt auf der Straße tat und Hauptkommissar Wase Rahimi untersucht den Fall weiter. Schnell müssen sich beide fragen, ob Farah einen renommierten Arzt überfahren hat – oder einen Serienkiller …
Die Kurzbeschreibung dieses Krimis ist ein wenig irreführend, aber die Grundidee trotzdem gut umgesetzt. Denn entgegen dem, was in der Kurzbeschreibung steht, geht es nicht zwingend um eine Entscheidung, die Farah trifft (außer vielleicht derjenigen, überhaupt in ihrem Zustand in ein Auto zu steigen), sondern um den Unfall selbst – und vor allem um die merkwürdigen Umstände, unter denen er geschah. Diese zogen mich auch schnell in die Geschichte, weil die ganzen Mysterien und Puzzlestücke, die Chris Warnat ausstreut, so einnehmend und Neugier erweckend beschrieben waren.
Leider wird ein beträchtlicher Teil dieser Mysterien nicht aufgelöst – was teils Sinn ergibt, weil es sich um eine Reihe handelt, die natürlich nicht alle Hintergründe sofort aufklärt, aber insofern irritierend war, weil auch Dinge, die direkt mit dem Kriminalfall zusammenhängen, offen bleiben. Das fand ich störend, weil mich dadurch gewisse Handlungsaspekte verwirrten, da sie nirgendwohin zu führen schienen.
Doch es gab auch Handlungsstränge, die mir sehr gefielen, darunter Farahs angehende Liebesbeziehung mit ihrem Kollegen Lars und die traurige Hintergrundgeschichte von Wases bestem Freund Bär. Diese gehören auch zu den Dingen, bei denen ich froh bin, dass sie nicht schon in diesem Band abgeschlossen wurden, weil sie viel Potential für weitere Bände liefern.
Die Mitte der Handlung war langsamer und unspektakulärer, vor allem bei Wase, dessen Ermittlungen mich nicht immer interessierten. Tatsächlich war ich sehr viel investierter in die Nebencharaktere, weil ich mir zwar zugegeben nicht alle merken konnte, aber diejenigen, die herausstachen, es besonders gut taten.
Insgesamt also eine gute Mischung aus Krimi und Thriller, bei der ich mir zwar mehr Auflösungen gewünscht hätte, der sich aber trotzdem gut liest!
- Holmes & Moriarty
- Gareth Rubin
- HarperCollins
- Krimi
- Sherlock Holmes
- Fall
- Theater
- Berge
- Schweiz
- Spinnen
- Spannung
George Reynolds hat einen seltsamen Auftrag für Sherlock Holmes: Er ist angehender Schauspieler, der in einem geheimen Theater ein Shakespeare-Stück aufführt. Allerdings scheint er der einzige fähige Schauspieler zu sein, während seine Kolleg:innen bestenfalls beschämend sind. Zudem scheint die kleine Zuschauerschaft immer dieselbe zu sein, die sich regelmäßig abwechselt. Sherlock Holmes wittert einen komplizierten Fall und damit hat er auch recht – denn es ist ein Fall, der ihn zwingen wird, sich mit seinem größten Feind zu verbünden: James Moriarty …
Als Sherlock-Holmes-Fan war ich natürlich sofort interessiert an der Grundidee der Geschichte, fand aber, dass deren Umsetzung nur solide war. Das beste war definitiv der Schreibstil: Er hat mich in den Watson-Kapiteln sehr an Arthur Conan Doyle erinnert und selbst in den Moran-Kapiteln, die einen deutlich anderen Ton haben, war er immer noch gut zu lesen. Wobei mir die Watson-Kapitel trotzdem sehr viel besser gefallen haben als die Moran-Kapitel, weil Moran so ein unsympathischer Zeitgenosse war und es schlicht keinen Spaß machte, ihm zu folgen. Zum Glück hat Watson mehr Fokus, wobei ich es bei seinen Kapiteln zusätzlich mochte, seine Freundschaft mit Holmes und Holmes' Schlussfolgerungen zu sehen.
Der eigentliche Fall war wunderbar mysteriös und ging in eine Richtung, die für die damalige Zeit vielleicht nicht ganz realistisch ist, aber spannend umgesetzt war. Doch zu meiner Überraschung war die Zusammenarbeit zwischen Holmes und Moriarty dabei nicht der Fokus. Natürlich gibt es den Moment, in dem die beiden beschließen, sich zusammenzutun, sowie weitere Szenen, in denen sie sogar Schlussfolgerungen anstellen, aber dadurch, dass die Geschichte aus Watsons und Morans Perspektive geschrieben ist, bekommen wir nur wenig von dem emotionalen Aspekt dieser Zusammenarbeit mit.
Das Ende war sehr spannend, aber ich hätte mir gewünscht, dass wir statt Moran Holmes' Sichtweise bekommen hätten, um uns leichter in ihn hineinversetzen zu können und Moriarty mehr zu einem Mysterium zu machen. Es war trotzdem eine sehr solide Geschichte, mit einem großartigen Fall und einem guten Schreibstil, doch von Holmes' und Moriartys Zusammenarbeit bekommen wir leider nicht so viel mit, wie ich es mir gewünscht hätte.
- Vorsehung
- Liane Moriarty
- Droemer Knaur
- Belletristik
- Tod
- Leben
- Weissagung
- Schicksal
- Wahrscheinlichkeit
- Zufall
- Charaktere
- Probleme
Es scheint ein ganz gewöhnlicher Flug zu sein: Bauingenieur Leo ist in seine Arbeit vertieft, während er mehr Zeit für seine Familie brauchen könnte. Junggeselle Ethan kommt gerade frisch von der Beerdigung eines guten Freundes zurück. Paula sorgt mit ihren zwei kleinen Kindern für gehörigen Aufruhr, der sie selbst stresst. Eve ist frisch verheiratet und glücklich, aber nicht gut vorbereitet auf das Eheleben. Sue ist eine ältere Dame, die sich darauf freut, mit ihrem Mann auf mehr Reisen zu gehen. Und Allegra, die Flugbegleiterin, hat Geburtstag, aber trotzdem Spaß daran, den Flug zu leiten. Bis eine alte Frau aufsteht und anfängt, jedem Passagier seine Todesursache und Lebenserwartung zu nennen. Arbeitsunfall, Krebs, Ertrinken, tätlicher Angriff, Mord, Suizid – obwohl unsere Protagonistinnen und Protagonisten nicht wirklich daran glauben, schockiert es sie doch, zu hören, dass ihnen nur wenig Zeit bleibt. Doch erst, als die erste Person umkommt, muss sich jeder mit der Frage auseinandersetzen, was er oder sie mit seinem Leben anfangen will …
Die Kurzbeschreibung und die Grundidee der Handlung haben mich sofort eingenommen und die Umsetzung hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Besonders die einzelnen Charaktere und die Art und Weise, wie sie mit ihren Weissagungen umgingen, fand ich sehr realistisch und gleichzeitig spannend geschrieben. Ich habe mit allen mitgefiebert und fand, dass die Geschichte es leicht machte, allen Charakteren zu folgen, ohne durcheinanderzukommen.
Nur die Geschichte von Cherry, der Wahrsagerin, hat mich am Anfang überhaupt nicht interessiert – viel investierter war ich in die anderen Charaktere. Erst nach einer ganzen Weile begann ich langsam, auch in ihre Geschichte einzufinden und mochte sie bald so gerne wie die anderen, aber bis zu diesem Zeitpunkt dauerte es auf jeden Fall eine ganze Weile. Glücklicherweise waren die Kapitel recht kurz, sodass mich dieser Aspekt letztendlich nicht SO sehr gestört hat – und außerdem noch einen anderen positiven Punkt hatte, der mich sehr begeisterte: Der Umgang mit der Wahrsagerei.
Ich war nämlich sehr neugierig, wie die Grundidee der Handlung umgesetzt werden würde – ob tatsächlich alles wahr werden würde oder sich am Ende alles als Humbug erweist. Zu meiner Freude hat die Autorin einen sehr zufriedenstellenden Mittelweg gefunden, indem Cherry selbst die wahrscheinliche Verbindung aus Zufall, Erwartungen, Wahrscheinlichkeiten und Voreingenommenheit ansprach, aber auch zeigte, wie ihre Mutter die Wahrsagerei nutzte, um Frauen in toxischen Beziehungen zu helfen und Menschen allgemein den letzten Schubs zu geben, um ihr Leben zu ändern. Das fand ich sehr schön, weil auf diese Weise sowohl die Wichtigkeit der Rationalität betont wird als auch die Bedeutsamkeit fremder Ratschläge, was die Geschichte im Allgemeinen und das Ende im Speziellen sehr zufriedenstellend machte.
Den Schreibstil fand ich zugegeben ein wenig gewöhnungsbedürftig, ohne, dass ich sagen könnte, woran es lag. Er schuf eine gewisse Distanz zu den Charakteren, beschrieb aber gleichzeitig ihre Probleme so gut, dass man sich leicht in alle hineinversetzen konnte. Ich selbst wurde zum Nachdenken angeregt, weil ich mich gefragt habe, wie ich wohl mit den verschiedenen Weissagungen umgegangen wäre. Trotzdem hob der Schreibstil sich nicht allzu hervor, weder im positiven noch im negativen Sinne.
Insgesamt also ein guter Roman für alle, die es mögen, Geschichten über mehrere miteinander verbundene Charaktere zu lesen – und gerne über ihr eigenes Leben nachdenken!
- Vermisst
- Der Fall Emily
- Christine Brand
- blanvalet
- Krimi
- Spannung
- Twists
- Falsche Fährten
- Familie
- Schweiz
- Frankreich
- Entführung
- Kinderhandel
- Lügen
- Geheimnisse
- Mord
- Ermittlungen
- Highlight
Malou hat inzwischen eine Privatdetektei, wobei ihr erster richtiger Fall leider ein sehr hoffnungsloser ist: Vera König sucht nach ihrer kleinen Tochter Emily, die vor vier Jahren verschwunden ist. Trotzdem nimmt Malou alte Fährten auf, in der Hoffnung, sie zu finden. So trifft sie auf Alex, der in Paris einen Kinderhändlerring untersucht, der Emily aufgenommen haben könnte. Doch jede Fährte scheint ein neues Geheimnis zu enthüllen, was es Malou schwer macht, die Wahrheit zu entschlüsseln – vor allem, weil sie immer noch nach ihrer eigenen Herkunft sucht …
Ich war vom ersten „Vermisst“-Band sehr begeistert, aber ein wenig zögerlich, weil es im zweiten um ein verschwundenes Kind geht und das ein schwieriges Thema ist. Und obwohl ich den Krimi niemandem empfehlen würde, der sensibel auf das Thema reagiert, war ich letztendlich sehr begeistert darüber, wie spannend es umgesetzt wurde!
Es gibt in der Handlung nämlich sehr viele Plot Twists, falsche und richtige Fährten, schockierende Enthüllungen und allgemeine Überraschungen, die mich von Anfang bis Ende angetrieben haben. Ich bin wirklich beeindruckt davon, wie erfolgreich es Christine Brand gelungen ist, den Krimi konstant spannend zu halten und für eine sowohl zufriedenstellende als auch überraschende Auflösung zu sorgen!
Gut ist das Pacing der Geschichte auch deshalb, weil die spannenden Momente sich gut mit Malous privaten Problemen abwechseln, sodass jedem Teil der Handlung genug Aufmerksamkeit geschenkt wird: ihre Suche nach Emily, ihre Beziehung zu ihrem Vater und ihren Freunden, Veras eigene Untersuchungen, ihre zweite Klientin Alissa, Alex’ Einsätze bezüglich des Händlerrings und so weiter. Obwohl es so viele Handlungsstränge gibt, wurden sie insgesamt sehr gut ineinander verflochten und sorgten so für ein packendes Leseerlebnis.
Perfekt ist die Geschichte zugegeben nicht. So fand ich es störend, dass Malou etwas zu viele (Anfänger-)Fehler beging, was zwar gegen Ende besser wurde, aber speziell am Anfang und in der Mitte oft genug vorkam, dass ich an ihrer Kompetenz zweifelte. Am Anfang fand ich viele Fehler sogar verständlich und mochte es, dass Malou nicht alles perfekt hinbekam, aber spätestens in der Mitte hätte ich mir von ihrer Seite aus mehr Vorbereitung gewünscht. Auch ihre Romanze mit Alex kommt nicht ganz natürlich rüber; sie fühlen eine Verbindung zueinander, kaum, dass sie sich das erste Mal begegnen, was ihre Romanze trotz der süßen Szenen zwischen ihnen unrealistisch machte. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn Alex zu einem platonischen Freund geworden wäre.
Zuletzt war der Handlungsstrang um Malous zweite Klientin Alissa, die nach dem Vater ihres ungeborenen Kindes sucht, überraschend unnötig. Ich habe erwartet, dass sich hier eine Verbindung zum Hauptfall ergibt, aber das geschah nie, wodurch ich diese Storyline als Filler wahrnahm. Das ist vor allem deshalb überraschend, weil alle anderen Handlungsstränge sehr schön und elegant miteinander verwoben werden, nur dieser eben nicht.
Doch trotz der Kritikpunkte fand ich die konstante Spannung, die Mystery, die offenen Fragen und die Art und Weise, wie sie am Ende alle zufriedenstellend beantwortet werden, einfach grandios. Es ist unglaublich leicht, beim Lesen dieses Krimis mitzufiebern und konstant überrascht zu werden, weil Christine Brand ihn so hervorragend geplottet hat. Wem es nichts ausmacht, dass es hier um ein verschwundenes Kind geht, bekommt eine besonders fesselnde Leseerfahrung, die seinesgleichen sucht!
- Happiness Falls
- Angie Kim
- Hanser
- Belletristik
- Spannung
- Verschwinden
- Mysterien
- Twists
- Vorurteile
- Krimi
- Glück
- Autismus
- Angelman-Syndrom
Als ihr jüngerer Bruder Eugene aufgeregt von einem Besuch im Park zurückkehrt, wundert Mia sich, wo ihr Vater bleibt, weil er Eugene niemals allein lassen würde. Ihr Bruder leidet nämlich an Autimus und dem Angelman-Syndrom, wodurch er nicht sprechen kann und seine Handlungsfähigkeit im Allgemeinen stark eingeschränkt ist. Als ihr Vater nicht zurückkehrt, weiß sie, dass etwas passiert sein muss – etwas, das Eugene beobachtet hat, ohne es seiner Familie sagen zu können. Mia möchte unbedingt herausfinden, was passiert ist und in welche Dinge ihr Vater involviert war, doch je mehr sie nachforscht, desto mehr zweifelt sie an dem, was sie findet …
Vor Jahren habe ich den ersten Roman der Autorin, „Miracle Creek“, gelesen, der mir unglaublich gut gefiel – und auch mit „Happiness Falls“ liefert Angie Kim eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und gleichzeitig spannend zu lesen ist. Das Mysterium um Mias verschwundenen Vater ist hervorragend umgesetzt und die möglichen Erklärungen und Twists sorgen für konstante Spannung. Ich selbst hatte viel Spaß dabei, mir zu überlegen, wie die verschiedenen Fäden wohl zusammenführen, nur, um mehr als einmal überrascht zu werden.
Woran ich mich jedoch gewöhnen musste, war Mias Erzählstimme. Sie hat die Angewohnheit, sehr oft abzuschweifen, in der Regel, um eine Szene der Vergangenheit zu erzählen, die den Kontext für die Gegenwart bildet. Das passiert sehr oft und die Abschweifungen sind zwar relevant, aber auch sehr lang, sodass ich das Gefühl hatte, als würde Mia einfach nicht zum Punkt kommen. Zwar gewöhnte ich mich bald daran und wusste die Abschweifungen sogar zu schätzen, aber ich finde immer noch, dass sie zu oft vorkamen und für andere Leser*innen wie unerwünschte Unterbrechungen der Haupthandlung wirken könnten (obwohl sie, wie gesagt, sehr relevant für die Handlung sind). Sobald man sich jedoch darauf einlässt, erwartet einen eine Geschichte, die einen ordentlich am Ball hält und es wundervoll schafft, den Kontext vieler Szenen komplett zu verändern.
Sehr erleichtert war ich darüber, wie Angie Kim mit Eugene umgegangen ist. Am Anfang habe ich befürchtet, dass Mias eigene negative Einstellung die der Autorin widerspiegeln könnte, doch im Gegenteil muss sie sich schließlich ihren eigenen Vorurteilen und Doppelmoralen stellen, die sie bisher davon abgehalten haben, in Eugene mehr als ihren „behinderten Bruder“ zu sehen. Letztendlich wird Eugene sehr sensibel behandelt, was mir sehr gefallen hat.
Und nicht nur Mia muss sich ihren falschen Sichtweisen stellen, sondern auch wir selbst: Ich selbst habe mein eigenes Benehmen und meine eigenen Vorstellungen hinterfragt, während ich dabei zuschaute, wie auch Mia mit ihren kämpfte. Es ist schwer, zuzugeben, dass man unbewusst dieselben Ansichten in sich getragen hat wie Mia und einige andere Charaktere. Das hat der Handlung eine Tiefe gegeben, die den Roman für mich noch besser gemacht hat.
Allgemein ist die ganze Familiengeschichte, die zu einem Teil auf Angie Kims eigenen Erfahrungen basiert, sehr emotional und einnehmend, man fühlt richtig mit ihr mit und wünscht sich für sie ein gutes Ende. Dieses ist insgesamt zufriedenstellend, auch wenn nicht alle Mysterien, die eingeführt werden, eine Auflösung bekommen. Allerdings können wir uns leicht eigene Antworten zusammenreimen, weshalb mir die halbe Offenheit nichts ausmachte.
Insgesamt also ein Roman, der sehr spannend zu lesen ist und zum Nachdenken anregt, solange man bereit ist, sich auf Mias Erzählstimme einzulassen!
- Maybe In
- Another Life
- Taylor Jenkins Reid
- Ullstein
- Belletristik
- Liebe
- Freundschaft
- Romanze
- Drama
- Schwangerschaft
- Unfall
- Alternatives Leben
Hannah weiß nicht so recht, wohin mit ihrem Leben, als sie in einer Bar ihrer ersten Liebe Ethan wieder begegnet. Als sie sich entscheiden muss, ob sie die Nacht mit ihm verbringen oder lieber mit ihrer besten Freundin Gabby früher nach Hause will, fällt die Entscheidung nicht leicht – ist es besser, ihrer Vergangenheit noch eine Chance zu geben oder lieber in die Zukunft zu blicken? Und so tut sie schlicht ergreifend beides: In einem Universum entscheidet sie sich dafür, Ethan noch eine Chance zu geben, wobei sie sich allerdings Problemen stellen müssen, mit denen sie nicht gerechnet haben und die ihre Liebe ernsthaft auf die Probe stellen; und in einem anderen Universum verbringt sie lieber Zeit mit ihrer besten Freundin, erleidet jedoch einen schlimmen Unfall, der sie für längere Zeit ins Krankenhaus befördert. Dort lernt sie ihren Nachtpfleger Henry näher kennen, doch natürlich darf dieser keine persönliche Beziehung zu ihr haben …
Taylor Jenkins Reid, die einen Roman schreibt, der zwei alternative Lebenslinien auf einmal erzählt? Definitiv ein Roman, der sofort mein Interesse geweckt hat, weil ich beides sehr liebe! Doch muss ich zugeben, dass das Konzept nicht ganz zufriedenstellend umgesetzt wurde. Das liegt vor allem daran, dass eine Zeitlinie mir SEHR viel besser vorkam als die andere, bis zu dem Punkt, an dem sich die andere fast schon falsch angefühlt hat. Es war meiner Meinung nach sehr offensichtlich, mit wem Hannah „eigentlich“ zusammenkommen soll, weil ihre Liebesgeschichte mit Ethan so süß und gleichzeitig so realistisch war, dass ich gar nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufiebern.
Natürlich hat die Zeitlinie mit Henry auch seine Vorteile – so war ich am Anfang besonders investiert in Hannahs Unfall und den Konsequenzen, die sich daraus ergaben, weil ich so mit ihr mitgelitten habe. Henry selbst ist zudem sehr sympathisch, wenn ich auch die Liebesbeziehung zwischen ihm und Hannah nicht so emotional ergreifend fand wie die Beziehung zwischen Hannah und Ethan. Aber die größte Schwäche der Henry-Storyline ist es, dass es sich so anfühlt, als würde für den Großteil der Handlung nichts passieren, während gleichzeitig die Ethan-Story konstant gutes Drama liefert. Das hat die beiden Handlungsstränge disproportional gemacht, weshalb ich wünschte, der Henry-Teil hätte noch mehr geboten, um die beiden Liebesgeschichten äquivalent(er) zu gestalten.
Was dafür in beiden Geschichten fantastisch umgesetzt wurde, war Hannahs Freundschaft mit Gabby. Sie war für mich sogar das Beste am Roman, weil die beiden Freundinnen sich gut genug kennen, um ehrlich zueinander zu sein, sich aber auch zu unterstützen, wenn es der anderen nicht gut geht. Das war so herzerwärmend zu lesen und hat beide Geschichten ordentlich bereichert.
Auch gefällt mir, wie die Nebenplots in beiden Handlungssträngen entwickelt wurden. Gerade, weil man die Geschichten parallel liest, bekommt man ein besonders interessantes Leseerlebnis, wenn man die Entwicklungen beider Geschichten miteinander vergleicht. Besonders das Ende möchte ich positiv hervorheben, weil es trotz der Tatsache, dass es sich um zwei unterschiedliche Geschichten handelt, für alle Charaktere ein zufriedenstellendes Ende gefunden hat.
Insgesamt ist das Buch trotzdem eine Empfehlung wert, wenn man bereit dazu ist, die disproportionale Gewichtung beider Handlungsstränge zu akzeptieren!
Lorelei Kaskel und Sylvia von Wolff arbeiten beide für Professorin Ziegler, die den sogenannten Ursprung – die Quelle aller Magie – finden will. Dazu sollen die beiden zusammen mit ein paar anderen Studierenden zu einer gefährlichen Expedition aufbrechen. Doch dann wird Ziegler ermordet und Lorelei und Sylvia müssen trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenzuarbeiten, um ihren Mörder zu finden. Dabei kommen die beiden sich immer näher, doch Lorelei ist sich vollauf bewusst, dass sie in zu unterschiedlichen Welten leben, um jemals zusammen zu sein …
Dieser Roman hatte zwar ein paar Dinge, die mir gut gefallen haben, aber letztendlich hinterließ er einen eher milden Eindruck. Das liegt vor allem daran, dass es sich fast den ganzen Roman über so anfühlt, als würde rein gar nichts passieren – obwohl es natürlich Ereignisse gibt, die die Handlung vorantreiben. Doch der Schreibstil, der an sich schön ist, machte es mir schwer, tatsächlich mit ihnen mitzufiebern. Sogar Action-Szenen werden recht farblos beschrieben, Spannung kommt eigentlich nie auf.
Der Grund, warum ich trotzdem weiterlas, lässt sich leicht erklären: Ich war absolut fasziniert von Loreleis und Sylvias Chemie, die sehr gut umgesetzt war. Die beiden sind nicht nur fantastische Charaktere, sondern haben ihre ganz eigene Dynamik, die mich schnell einnahm. Sie waren definitiv der Hauptgrund, warum ich das Buch zu Ende las, wenn auch nicht der einzige.
Was mir nämlich auch sehr gut gefiel, waren die verschiedenen Mythen, die in den ersten beiden Teilen der Handlung beschrieben werden. Immer mal wieder erzählt Lorelei ein Folklore-Märchen, das in der Regel auf einem unserer Märchen basiert, aber trotz seiner Kürze so gut erzählt war, dass ich mich immer auf das nächste Märchen freute. Leider kommen im letzten Teil der Handlung keine Märchen mehr vor, was wohl dazu beitrug, dass ich diesen nicht ganz so einnehmend fand wie die davor.
Andere Charaktere bleiben eher flach, was es schwierig machte, mit der ganzen Mordhandlung mitzufiebern. Ich war nicht investiert darin, den Mörder zu finden, weil keiner der Verdächtigten interessant genug war. Auch das machte die Handlung eher eintönig; irgendwann konzentrieren sich Lorelei und Sylvia eher darauf, den Ursprung zu finden, während die Suche nach dem Mörder in den Hintergrund rückt. Hier finde ich, dass man die anderen Charaktere besser hätte ausbauen können, damit der Krimi-Aspekt stärker hervorkommt.
Insgesamt also ein Roman, der zwar eine interessante Dynamik zwischen den beiden Hauptcharakteren hatte, mich davon abgesehen aber nicht überzeugen konnte.
Vor zehn Jahren gehörte Cassidy zu den Überlebenden eines schrecklichen Unfalls. Als im Jahr nach dem Unfall eine Überlebende Selbstmord beging, beschlossen die übrigen, sich von nun an jedes Jahr in einem abgelegenen Strandhaus zu treffen. Doch nun, im zehnten Jahr, ist wieder einer von ihnen gestorben und die anderen vermuten, dass einer aus der Gruppe jemandem verraten hat, was damals wirklich geschah. Während ein Sturm aufzieht und die Spannungen in der Gruppe immer deutlicher werden, müssen die restlichen Überlebenden herausfinden, wer von ihnen der Verräter ist …
Ich finde es überraschend schwierig, diesen Thriller zu bewerten, denn obwohl er sehr vorhersehbar, teils langsam erzählt ist und zu viele Charaktere hat, hat er mir überraschend viel Spaß gemacht.
Die Grundidee fand ich sehr interessant und die Art und Weise, wie wir einerseits die Gegenwart erleben und andererseits die rückwärts erzählte Vergangenheit, bei dem jeder Charakter ein Kapitel bekommt, war gut umgesetzt. Während ich am Anfang sehr große Schwierigkeiten hatte, die verschiedenen Charaktere voneinander zu unterscheiden, wurde das im Lauf der Zeit besser, weil sie schließlich alle ein Kapitel nur für sich bekamen. Trotzdem finde ich, dass man die Anzahl der Überlebenden ein wenig hätte kürzen können, um ihnen dafür mehr Charaktertiefe zu geben.
Diese Tiefe hat auch bei der Handlung gefehlt. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich bereits so viele Thriller gelesen habe, aber ich konnte jeden Twist akkurat vorhersehen, bis zu dem Punkt, an dem es sich anfühlte, als hätte ich den Roman bereits gelesen. Doch seltsamerweise hat das meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, ich fand den Thriller immer noch gut zu lesen und unterhaltsam. Ein wenig erinnerte er mich an das Gefühl, tatsächlich ein bereits bekanntes Buch nochmals zu lesen: Selbst, wenn man weiß, was passiert, fühlt es sich gut an, in familiäre Geschichten einzutauchen.
Das Pacing der Geschichte ist recht langsam und es gibt eine Phase, in der nicht viel passiert. Doch durch die Mysterien, den Aufbau der Atmosphäre und den angenehmen Schreibstil war ich trotzdem investiert in die Handlung. Wie gesagt, der Thriller war unterhaltsam zu lesen, trotz oder vielleicht gerade wegen der bekannten Handlung. Trotzdem würde ich ihn eher denjenigen empfehlen, die noch nicht so viele Thriller gelesen haben, weil alle anderen seine Vorhersehbarkeit als zu störend empfinden könnten.
- Aber meiner Tante
- hat's geholfen
- Maximilian Doeckel
- Jonathan Focke
- Rowohlt
- Quarks Science Cops
- Sachbuch
- Humor
- Denkfallen
- Homöopathie
- Studien
- Wissenschaft
Speziell in der Homöopathie werden gerne Scheinargumente verwendet, um ihre Wirksamkeit zu zeigen und gleichzeitig die Wissenschaft zu diskreditieren. Welche Methoden es gibt, um genau das zu tun, wie man sie erkennt und was man gegen sie tun kann, zeigen Maximilian Doeckel und Jonathan Focke in ihrem Sachbuch.
Als jemand, die bereits so einige Bücher zu Denkfehlern, Voreingenommenheiten und bewusstem In-die-Irre-führen gelesen hat, bot mir dieses Sachbuch zugegeben nicht allzu viele neue Informationen. Ich fand die Kapitel zu Studien und den Tricks, die Pseudoexperten anwenden, ganz interessant, wobei hier vor allem die Zusammenfassung am Ende sehr hilfreich war.
Aber davon abgesehen muss ich zugeben, dass sich die Lektüre hauptsächlich für Neueinsteiger eignet, die gerne mehr zu den Methoden der Heilpraktiker etc. erfahren wollen, weil sie sich noch nicht gut genug informiert fühlen. Dafür spricht auch der lockere, humorvolle Schreibstil der beiden Autoren, der das Buch sehr zugänglich macht.
Sollte man wie ich allerdings andere Bücher zum Thema kennen, ist die Lektüre nicht zwingend notwendig – eignet sich aber gut zur Auffrischung.
- Skyhunter
- A Silent Fall
- Marie Lu
- dtv
- Fantasy
- Jugendbuch
- Freundschaft
- Romanze
- Slow Burn
- Spannung
- Krieg
- Rebellion
- Dystopie
- Highlight
Talin ist eine Strikerin, die Mara, die letzte unabhängige Nation des Landes, gegen Geister und die Karensa-Föderation verteidigt. Als sie ihren besten Freund und Schild Corian verliert, fürchtet sie schon, Mara verlassen zu müssen – bis sie auf den Kriegsgefangenen Red trifft und ihn davon abhält, sich umzubringen. Von nun an soll Red ihr neuer Schild sein, und schon bald merkt Talin, dass er noch weitaus mehr ist: Nämlich die einzige Hoffnung, die Karensa-Föderation zu Fall zu bringen ...
Dieses Fantasybuch überzeugt vor allem durch seine Charaktere und seine durchgehend spannende Handlung. Vor allem die Haupttruppe aus Talin, Red, Adena, Jeran und Aramin hat mich sehr eingenommen und ich war aufrichtig um ihr Wohlergehen besorgt – sogar so sehr, dass ich das Buch langsamer las als sonst, weil ich solche Angst hatte, dass es mit einem Tod enden könnte!
Neben der Freundschaft ist auch die Romanze zwischen zwei Charakterpaaren von Bedeutung. Die zwischen Talin und Red ist eher angedeutet (was durchaus als Kritik angesehen werden kann), aber trotzdem sehr ansprechend geschrieben. Die Romanze zwischen Jeran und Aramin war für mich sogar noch einnehmender und ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man eine Nebenromanze erfolgreich einbaut.
Die eigentliche Handlung überzeugt ebenfalls: Sie ist durchgehend spannend, enthält ein paar nette Twists und viele packende Momente. In so ziemlich jedem Kapitel hatte ich das Gefühl, dass es ordentlich zur Sache geht, sodass mir nie langweilig wurde!
Was Kritik angeht, habe ich nur zwei kleinere: Zum einen habe ich nicht ganz verstanden, warum die zombie-ähnlichen Wesen, gegen die die Charaktere kämpfen, "Geister" genannt werden. Und zum anderen fand ich, dass man Talins Stummheit und die Nutzung von Gebärdensprache besser hätte zeigen können. Dadurch, dass ihre gestikulierten Sätze ganz normal in Anführungszeichen gesetzt werden, vergaß ich zuweilen, dass sie stumm war; andere Satzzeichen oder Auszeichnungsarten wären hier meiner Meinung nach praktischer gewesen.
Verglichen mit dem Lob ist diese Kritik jedoch sehr klein; sowohl die Charaktere als auch die Handlung haben mir so sehr gefallen, dass ich das Buch problemlos weiterempfehlen kann!
- Vermisst
- Der Fall Anna
- Christine Brand
- blanvalet
- Kriminalroman
- Krimi
- Ermittlungen
- Cold Case
- Mütter
- Geburtstagskarten
- Spannung
Darios Mutter ist an seinem fünften Geburtstag spurlos verschwunden. Bisher versuchte er nie, sie zu finden, doch inspiriert von Kommissarin Malou Löwenberg, mit der er eine Nacht verbringt, setzt er einen Post auf Facebook, in der Hoffnung, dass seine Mutter vielleicht noch am Leben ist. Malou, die glaubt, dass seine Mutter ermordet wurde, startet ihre eigenen Ermittlungen und findet bald heraus, dass es noch mehr Menschen gibt, deren Mütter an dem fünften Geburtstag ihres Kindes verschwanden. Zudem erhalten sie alle jährlich eine Geburtstagskarte, auf der nur ein Satz steht: „Mama hat dich lieb“ …
Dieser Krimi hatte zugegeben ein paar Dinge, die mir nicht gefielen, aber insgesamt war er so spaßig zu lesen und hat es so gut geschafft, mich in sein Mysterium einzuhüllen, dass das Positive die wenigen negativen Punkte überwiegt. Es ist leicht, mit Malou und Dario mitzufiebern und ich mochte es sehr, mit ihnen zusammen die Fälle der vermissten Mütter zu untersuchen. Dafür finde ich, dass die Beziehung zwischen ihnen nicht notwendig war – zwar geht sie in eine sehr erfrischende Richtung, doch ich persönlich hätte es noch erfrischender gefunden, wenn es gar keine gegeben hätte.
Andere Charaktere kommen natürlich auch zur Sprache, doch da ihre Screentime oft sehr limitiert ist, habe ich sie nicht unbedingt lieb gewinnen können. Es gab durchaus welche, die ich mochte (speziell Bettina), aber auch welche, bei denen ich mich fragte, warum ihr Auftreten in der Handlung überhaupt relevant war (z.B. bei Bruno Bärtschi). Letztendlich haben die Charaktere allerdings ihren Zweck erfüllt, sodass ich mit ihren Rollen insgesamt zufrieden war.
Eine Kritik habe ich aber durchaus: Ich fand, dass das Finale VIEL zu plötzlich abgewickelt wurde und uns nicht genug Zeit ließ, um Spannung aufzubauen. Es war einfach so schnell vorbei, dass die Anspannung, die ich fühlte, viel zu plötzlich verpuffte. Zudem fand ich es schade, dass wir das Motiv des Täters letztendlich nicht erfuhren und seine Taten auf eine Persönlichkeitsstörung geschoben werden, die er vielleicht hatte und vielleicht auch nicht. Hier hätte ich den klassischen Antagonisten-Monolog bevorzugt, weil ich ohne ihn das Gefühl hatte, nicht alle Puzzleteile am Ende gefunden zu haben.
Letztendlich war der Krimi aber wie gesagt so spannend und einnehmend, dass ich sehr gerne weiterlesen möchte!
Malou Löwenberg bekommt einen neuen Fall, der sich diesmal als ihr schwierigster erweisen könnte: Lana Boban, die im Sterben liegt, möchte vor ihrem Tod unbedingt ihren Bruder Lucas wiedersehen, der vor sechsundzwanzig Jahren verschwunden ist. Das Problem dabei: Damals hat er zwei Mädchen getötet und fingierte danach seinen eigenen Tod. Sollte Malou ihn finden, wird sie sich der Entscheidung stellen müssen, ihn entweder mit seiner Schwester zu vereinen oder ihn festzunehmen – eine Entscheidung, die immer schwerer wird, als sie noch mehr Fälle entdeckt, die Lucas‘ Modus Operandi aufweisen …
Malous dritter Fall hat nicht nur ein faszinierendes Setup, sondern ist im Allgemeinen sehr spannend geschrieben. Mit einem lockeren Schreibstil, konstanten Cliffhangern und stellenweise anderen Sichtweisen gelang es Christine Brand hervorragend, mich am Ball zu halten, und das, obwohl recht klar ist, dass die Ausgangssituation mit Lucas als Mörder nicht so einfach sein kann, wie sie sich darstellt. Aber gerade das war großartig: Obwohl ich ahnte, dass es nicht die ganze Wahrheit sein kann, wusste ich immer noch nicht, wie viel vielleicht doch stimmt, und bin tatsächlich komplett auf die falsche Fährte hereingefallen. Hier war ich sehr dankbar, dass die Auflösung ebenfalls nicht so offensichtlich war, wie sie schien!
Aber auch die Nebenhandlungen mochte ich gern, wie Malous Suche nach ihren leiblichen Eltern und ihre Suche nach einer verschwundenen Urne. Diese Handlungsstränge sind für die Haupthandlung zwar nicht relevant, zeigen aber mehr von Malous Charakter und waren schlicht interessant zu lesen. Übrigens ist es nicht notwendig, die anderen beiden Bände zu kennen; die Referenzen auf sie beschränken sich auf ein Minimum und alles, was man wissen muss, wird anfangs erläutert, ohne die vorherigen Fälle zu spoilern.
Sehr erfrischend fand ich es, dass Malou in diesem Band kompetenter war als in den vorherigen Fällen. In diesen machte sie nämlich ein paar offensichtliche Fehler und traf ein paar zweifelhafte Entscheidungen, aber in diesem Band kam sie professioneller rüber, ihre Fehler schienen verständlicher, ihre Entscheidungen ebenfalls. Ich hoffe, dass diese Entwicklung weiter fortschreitet!
Von den anderen Charakteren fand ich Bernard und Bettina sympathisch, ansonsten gab es bis auf Lucas und Lana (die beide trotz ihrer begrenzten Screentime großartig waren) keine herausstechenden Charaktere. Hier glänzt der Roman vor allem durch seinen Fall, bei dem ich stets darauf brannte, weiterzulesen und der sicher auch für andere ein spannendes Lesevergnügen bieten wird!