- Wenn die
- Bienen schweigen
- Caryl Lewis
- dtv
- Jugendbuch
- Dystopie
- Arbeitscamp
- Zukunft
- Welt ohne Bienen
- Rebellion
- Hoffnung
Seit vor Jahrzehnten die Bienen ausgestorben sind, müssen Jess und andere Mädchen ihres Alters die Bäume von Hand bestäuben, bis sie schließlich alt genug sind, um verheiratet zu werden. Jess hasst dieses Leben, in dem sie nichts selbst bestimmen kann, aber erst, als ein freundlicher Wärter ihr Farben schenkt, weckt er in ihr damit den Funken der Rebellion. Sie malt mit den Pinseln aus Mädchenhaar, die eigentlich zum Bestäuben da sind, eine Tür, die den anderen Mädchen die Freiheit zeigt, die sie stattdessen haben könnten. Doch es ist nicht leicht, diesen Funken weiter anzufachen, denn das Camp hat so seine eigenen Methoden, um die Treue der Mädchen zu sichern …
Diese Dystopie zeigt eine erschreckende Zukunftsvision, die gar nicht mal so unrealistisch ist, obwohl ich mir gerne wünschen würde, dass sie es wäre. Man folgt Jess und den anderen Mädchen dabei, wie sie ihre Arbeit, Freund- und Feindschaften sowie die Versuche eine Rebellion bewältigen, wobei für sehr lange Zeit nur wenig Hoffnung herrscht. Falls doch welche aufkommt, wird sie recht schnell zerstört, was zwar betont, wie schwer es die Mädchen haben, aber auch für ein sehr hoffnungsloses Leseerlebnis sorgt. Zugegeben denke ich, dass das durchaus beabsichtigt ist, zumal am Ende dann doch noch ein Versprechen auf Hoffnung besteht, aber letztendlich hat es mich ganz schon runtergezogen, das Buch zu lesen.
Dabei ist es eigentlich recht nüchtern erzählt, die Spannung bleibt eher niedrig, während das Leben im Camp beschrieben wird; die meisten Charaktere bleiben ebenfalls blass, wobei ich jedoch Cass, Jess‘ beste Freundin, sowie Eliot, den hilfsbereiten Wärter, sehr mochte. In Cass‘ Handlungsstrang war ich zudem recht investiert.
Komplizierter sieht es bei Charmian aus, deren Handlungsstrang ebenfalls faszinierend ist, weil sie als treue Camp-Arbeiterin startet, aber nicht so bleibt. Diese Entwicklung hat mir überraschend gut gefallen, zumal mir Charmian für lange Zeit sehr unsympathisch war, doch war ich nicht zufrieden damit, wie ihre Geschichte abgeschlossen wurde. Hier hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht, weil die Implikationen dann doch unglücklich sind.
Was ich dafür wieder gut fand, war das Worldbuilding und der Rückblick auf unsere Welt. Es war unglaublich faszinierend, Jess‘ Gedanken zu unserer aktuellen Gegenwart zu lesen, nicht nur, weil sie selbst ganz anders lebt, sondern auch, weil ihre Gedanken auch mich zum Nachdenken gebracht haben.
Insgesamt würde ich das Buch immer noch empfehlen, aber nur an diejenigen, die düstere Dystopien mögen.
- Freunde fürs Leben
- Fredrik Backman
- Goldmann
- Belletristik
- Freundschaft
- Sommer
- Kunst
- Roadtrip
- Drama
- Vergangenheit
- Humor
- Highlight
- Herzensbuch
Schon immer hatte Louisa den Traum, das Gemälde „Das vom Meer“ mit eigenen Augen zu sehen – und nicht nur gelingt ihr das auch, sie begegnet sogar dem Maler und die beiden teilen einen besonderen Moment. In derselben Nacht verstirbt er – und vermacht ausgerechnet Louisa sein wertvollstes Gemälde. Komplett überfordert, bittet sie den besten Freund des Malers, Ted, ihr dabei zu helfen, das Bild weiterzuverkaufen, woraufhin die beiden sich auf eine Reise aufmachen, in der Ted Louisa die Geschichte des Gemäldes erzählt, und wie damals vier Freunde einen unvergesslichen Sommer erlebten …
Ich glaube, dieser Roman könnte mein Jahreshighlight werden, denn obwohl bis dahin noch so einige Monate und Bücher ausstehen, dürfte es schwer für einen anderen Roman sein, mich so viele Dinge auf einmal fühlen zu lassen. Ich habe gelacht, geweint, mitgefiebert und mitgefühlt – und dachte am Ende einfach nur: „Wow.“
Dabei könnte ich es eigentlich belassen, doch möchte ich dann doch versuchen, meine Gefühle für diesen Roman ausführlicher zu beschreiben. Sein Fokus liegt auf der Freundschaft zwischen dem Maler, Ted, Joar und Ali, die im Sommer, in dem sie fünfzehn werden, dem Maler dabei helfen wollen, für einen Wettbewerb ein Gemälde zu malen. Gleichzeitig hat jeder von ihnen sein eigenes Päckchen zu tragen, und die Vergangenheit von allen Charakteren spielt dabei eine genauso große Rolle wie der Sommer, den sie erleben. Jeder hat tragische Erlebnisse hinter sich, die ausführlich und emotional erzählt werden, sodass es leicht war, alle Charaktere ins Herz zu schließen und mit ihrer damaligen Gegenwart mitzufiebern. Die Freundschaft zwischen ihnen war großartig umgesetzt, sehr realistisch und gleichzeitig sehr herzerwärmend.
Aber auch Louisa und Teds Erlebnisse nach dem Sommer werden nicht ignoriert; sowohl Louisas Freundschaft mit ihrer verstorbenen Freundin Fish als auch ihre beginnende Freundschaft mit Ted spielt eine große Rolle und sorgte für viele dramatische, aber, im letzteren Fall, auch für viele witzige Szenen. Louisa hat nämlich einen sehr speziellen Charakter, mit dem sie Ted gehörig auf die Nerven geht und die Leserherzen erfreut. Ich musste bei den witzigen Dialogen zwischen den beiden und Louisas Mangel an einem Gesprächsfilter mehr als einmal herzhaft lachen, was für einen angenehmen Kontrast zu den sonst dramatischen Ereignissen sorgte. Die Balance zwischen den beiden ist hervorragend gelungen und machte den Roman nicht nur unterhaltsam, sondern auch tiefgründig. Es gab viele Sätze, die ich mir am liebsten angestrichen hätte, weil sie eine so wichtige Botschaft enthielten, aber auch viele Sätze, die allein wegen ihrem Humor positiv hervorstachen. Wie gesagt: Ich musste mehrmals weinen, aber auch mehrmals lachen.
Sehr gut war das Foreshadowing umgesetzt. Es bereitet uns Leser:innen im genau richtigen Maße Sorgen, aber gleichzeitig entwickeln sich viele Handlungsstränge anders, als ich zunächst erwartet hatte. Das hat mir sehr gefallen, weil es das Leseerlebnis frisch hielt und meine Erwartungen untergrub. Das beste Beispiel dafür ist definitiv das Ende, das ich natürlich nicht vorwegnehmen will, das mich aber sehr positiv überraschte, weil es einen so zufriedenstellenden Abschluss für die Charaktere bot.
Insgesamt also ein fantastischer Roman, der mich zu Tränen rührte und alle Emotionen von Trauer bis zu Hoffnung fühlen ließ!
- Statt aus dem
- Fenster zu schauen
- Anna Scheidemantel
- pola
- Belletristik
- Wohlfühlbuch
- Restauration
- Leben
- Lebenswege
- Landleben
Statt aus dem Fenster zu schauen und darüber nachzudenken, wie ihr Leben sein könnte, kauft Sophie spontan ein billiges Haus in Günderode, in der Nähe von Berlin. Sie weiß selbst nicht, was in sie gefahren ist, aber mit ihrem derzeitigen Leben ist sie nicht zufrieden und braucht dringend die Freiheit, die ihr ein Leben auf dem Land gibt. Natürlich stellt sich das Haus als komplette Bruchbude heraus, doch ist Sophie entschlossen, hier neu anzufangen – und dabei herauszufinden, was sie eigentlich vom Leben möchte ...
Dieser Roman hat mich sehr fasziniert, denn obwohl ich so einige Kritikpunkte habe, konnte ich am Ende nicht anders, als ihn zu genießen.
Es ist natürlich von Anfang an klar, dass wir eine Geschichte lesen, die vom Survivorship Bias geprägt ist – schließlich würden wir sie gar nicht erst lesen, wenn Sophie es nicht schaffen würde, ihre Pläne umzusetzen. Hier wünschte ich, es wäre noch stärker hervorgehoben worden, wie sehr Sophies privilegierter Status es ihr erleichtert, ein neues Leben anzufangen, weil schließlich nicht jeder Mensch das Geld und die Möglichkeiten dazu hat – und selbst wenn doch, endet es vermutlich öfter im Scheitern als im Erfolg. Die Geschichte stellt Sophies neue Lebenssituation meiner Meinung nach etwas zu einfach dar, selbst, wenn man die Probleme bedenkt, mit denen sie konfrontiert wird.
Und dennoch fällt es unglaublich leicht, sich in ihr neues Leben fallen zu lassen und dabei zuzusehen, wie sie es metaphorisch und wortwörtlich restauriert. Ich hatte beim Lesen stellenweise das Gefühl, ein ASMR-Video zu schauen, weil der ganze Prozess, den Sophie durchläuft, so wohltuend war. Ein bisschen Drama gibt es schon, aber nicht zu viel und der Fokus liegt stärker auf den zwar teils anstrengenden, aber gerade deshalb erfüllenden Taten.
Wobei ich mir ein bisschen Drama durchaus gewünscht hätte. Einige der dramatischeren Handlungsstränge werden nämlich offen gelassen, was zwar manchmal durchaus willkommend war (bezüglich Heinz, der Sophie das Haus verkauft), bei anderen jedoch unzufriedenstellend.
Ein wichtiger Plot Point ist zum Beispiel Sophies Furcht, ihren Eltern zu gestehen, was sie getan hat, zumal sie in ein paar Monaten auf einen Familiengeburtstag eingeladen ist, der quasi als Deadline fungiert. Aber letztendlich erleben wir nicht, wie sie sich diesem Hindernis stellt, was mich sehr enttäuscht hat. Natürlich ist es an sich in Ordnung, einige Dinge offen zu lassen, aber gerade bei einem so wichtigen Punkt, auf den die ganze Geschichte hinauszulaufen schien, hätte ich mir einen zufriedenstellenden Abschluss gewünscht.
Andere Handlungsstränge wie die Freundschaft zu Pauline und Moritz finden da schon ein besseres Ende und beide Charaktere mochte ich sehr, weil sie sowohl kritisch als auch unterstützend mit Sophies Situation umgegangen sind. Es war einfach eine unglaublich gemütliche Lektüre, die trotz der Kritikpunkte das Herz erwärmt und gut tut.
Einziger Meta-Kritikpunkt: Es gibt keine Kapitel! Die Geschichte ist in vier Teile unterteilt, von denen drei 100-150 Seiten lang sind, doch diese vergleichsweise langen Teile werden nicht zusätzlich in kleinere Häppchen unterteilt, was es ein wenig schwerer machte, das Buch zu lesen. Natürlich hat der Kritikpunkt nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun, aber ich wollte ihn trotzdem erwähnt haben für die, die Bücher mit kurzen bis mittellangen Kapiteln bevorzugen.
Letztendlich hatte ich also ein paar Dinge zu kritisieren, doch trotzdem hat der Genuss letztendlich überwogen. Gerade jetzt, im Nachhinein, bleibt vor allem das Gefühl eines wunderschönen Romans zurück!
Malou Löwenberg bekommt einen neuen Fall, der sich diesmal als ihr schwierigster erweisen könnte: Lana Boban, die im Sterben liegt, möchte vor ihrem Tod unbedingt ihren Bruder Lucas wiedersehen, der vor sechsundzwanzig Jahren verschwunden ist. Das Problem dabei: Damals hat er zwei Mädchen getötet und fingierte danach seinen eigenen Tod. Sollte Malou ihn finden, wird sie sich der Entscheidung stellen müssen, ihn entweder mit seiner Schwester zu vereinen oder ihn festzunehmen – eine Entscheidung, die immer schwerer wird, als sie noch mehr Fälle entdeckt, die Lucas‘ Modus Operandi aufweisen …
Malous dritter Fall hat nicht nur ein faszinierendes Setup, sondern ist im Allgemeinen sehr spannend geschrieben. Mit einem lockeren Schreibstil, konstanten Cliffhangern und stellenweise anderen Sichtweisen gelang es Christine Brand hervorragend, mich am Ball zu halten, und das, obwohl recht klar ist, dass die Ausgangssituation mit Lucas als Mörder nicht so einfach sein kann, wie sie sich darstellt. Aber gerade das war großartig: Obwohl ich ahnte, dass es nicht die ganze Wahrheit sein kann, wusste ich immer noch nicht, wie viel vielleicht doch stimmt, und bin tatsächlich komplett auf die falsche Fährte hereingefallen. Hier war ich sehr dankbar, dass die Auflösung ebenfalls nicht so offensichtlich war, wie sie schien!
Aber auch die Nebenhandlungen mochte ich gern, wie Malous Suche nach ihren leiblichen Eltern und ihre Suche nach einer verschwundenen Urne. Diese Handlungsstränge sind für die Haupthandlung zwar nicht relevant, zeigen aber mehr von Malous Charakter und waren schlicht interessant zu lesen. Übrigens ist es nicht notwendig, die anderen beiden Bände zu kennen; die Referenzen auf sie beschränken sich auf ein Minimum und alles, was man wissen muss, wird anfangs erläutert, ohne die vorherigen Fälle zu spoilern.
Sehr erfrischend fand ich es, dass Malou in diesem Band kompetenter war als in den vorherigen Fällen. In diesen machte sie nämlich ein paar offensichtliche Fehler und traf ein paar zweifelhafte Entscheidungen, aber in diesem Band kam sie professioneller rüber, ihre Fehler schienen verständlicher, ihre Entscheidungen ebenfalls. Ich hoffe, dass diese Entwicklung weiter fortschreitet!
Von den anderen Charakteren fand ich Bernard und Bettina sympathisch, ansonsten gab es bis auf Lucas und Lana (die beide trotz ihrer begrenzten Screentime großartig waren) keine herausstechenden Charaktere. Hier glänzt der Roman vor allem durch seinen Fall, bei dem ich stets darauf brannte, weiterzulesen und der sicher auch für andere ein spannendes Lesevergnügen bieten wird!
- Little Hollywood
- Inga Hanka
- ecco
- Belletristik
- Cp
- Coming of Age
- 90er Jahre
- Nostalgie
- Sommer
- Liebe
- Romanze
- Familie
- Leben
- Lebensfindung
Der letzte Sommer vor der Jahrtausendwende: Leo hat ihre letzte Prüfung geschrieben und freut sich auf ihre Freiheit, doch nichts läuft so, wie es soll. Ihr Crush lässt sie sitzen, sie streitet sich mit ihrer Mutter, ihr gewalttätiger Vater schreibt ihr einen Brief, ihr Bruder möchte nicht allein sein, und Leo will am liebsten ihre ganze Zeit in der Videothek Little Hollywood verbringen. Denn auch wenn Jo, der dort arbeitet, ihr bei jeder Ausleihe eine Wahrheit-oder-Pflicht-Frage stellt, bringen ihr die Filme den Komfort, der ihr im wahren Leben fehlt. Und sobald sie Jo besser kennenlernt, lernt sie auch sich selbst auf neue Weise kennen, und damit hoffentlich auch einen Weg, ihre Zukunft zu gestalten …
Am Anfang habe ich diese Geschichte als etwas zu langsam und ereignislos gefunden, was natürlich daran liegt, dass es tatsächlich eine gemächliche, aber auch wunderschöne Geschichte ist. Ich brauchte wohl nur ein kleines Weilchen, um mich daran zu gewöhnen, aber sobald ich es tat, konnte ich mich richtig in die Geschichte und in Leos letzten Sommer fallen lassen. Die Atmosphäre der 90er ist hervorragend gelungen, und auch der beschriebene Sommer trägt eine Nostalgie und Erwartungshaltung in sich, die zu dem letzten Sommer vor dem Erwachsenwerden passt.
Obwohl ich die 90er nur als Kind erlebt habe und ganz andere Erfahrungen gemacht habe als Leo, konnte ich mich auf gewisse Weise trotzdem in sie hineinversetzen; das hat mich überrascht, weil wir so wenige Gemeinsamkeiten haben, es aber trotzdem leicht war, ihr und ihren Gedanken zu folgen. Zugegeben finde ich, dass Menschen, die tatsächlich ein aktiver Teil der 90er waren, sich noch besser in die Geschichte einfinden können, und erst recht Menschen, die ähnliche Erfahrungen wie Jo machten; doch gerade deshalb wollte ich als jemand, der mit keinem von beiden stark verbunden war, sagen, dass auch ich die Geschichte vollauf genossen habe.
Der Fokus der Geschichte liegt auf Leos süßer Romanze mit Jo, die wirklich sehr gut umgesetzt war; die beiden haben eine wunderbare Chemie miteinander und ihre gemeinsamen Szenen gehörten mühelos zu meinen liebsten. Zwar war auch der Handlungsstrang mit Leos Familie gut geschrieben und speziell Leos komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter mochte ich sehr, aber letztendlich fieberte ich am meisten mit Leos und Jos wachsender Liebe mit.
An sich passiert nicht allzu viel, es geht eben hauptsächlich um die letzten Gedanken, Zweifel und Abenteuer vor dem letzten Sommer, bevor man erwachsen wird; aber durch die wunderbare nostalgische Atmosphäre gefiel mir gerade das besonders gut: Man bekommt eine ruhigere Geschichte, die einen in früheren Zeiten schwelgen lässt, als alles noch einfacher schien, obwohl es das nicht immer war. Wer dieses Gefühl vermisst, wird es in „Little Hollywood“ finden!
Mab, die Feenkönigin, bittet Harry Dresden um einen Gefallen und er weiß sofort, dass er in Schwierigkeiten ist. Sie möchte, dass er den entführten Mafiaboss Marcone rettet. Zudem haben es auch die Böcke Brausewind auf ihn abgesehen und Harry muss all seine Freunde um sich scharen, wenn er gegen die Vielzahl seiner Feinde eine Chance haben und aufdecken will, was sie eigentlich vorhaben …
In diesem Harry-Dresden-Band geht so einiges vor sich – und meiner Meinung nach etwas zu viel. Die einzelnen Handlungsstränge und Charakter- und Action-Szenen mochte ich sehr, hatte jedoch Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Ich habe immer noch nicht ganz begriffen, wie gewisse Handlungsaspekte ineinander greifen, z.B. die Art und Weise, wie Harrys Quest, Marcone zu retten, zu einer Quest wird, Ivy zu retten, wonach ersteres keine Rolle mehr zu spielen scheint. Die Wandlung an sich war sehr gut, weil ich sehr viel mehr in Ivy investiert war als in Marcone, aber insgesamt betrachtet hatte ich das Gefühl, dass man einen Teil der Handlung hätte kürzen können, ohne etwas Substanzielles dabei zu verlieren.
Das trifft auch auf die Anzahl der Charaktere zu: Wir sind längst bei einem Band gelangt, bei dem ich mir nur die Hauptcharaktere merken kann und Schwierigkeiten habe, mich an alle anderen zu erinnern, was dadurch erschwert wird, dass in diesem Band erstaunlich viele Charaktere auftauchen und es keinen Fokus auf eine bestimmte Beziehung gibt. Auch das hat etwas Gutes, denn so bekommt jeder Charakter Szenen mit Harry, die mir sehr gefielen (hervorzuheben sind Murphys Szenen im Allgemeinen, aber auch die Art und Weise, wie Michaels Freundschaft zu Harry zum ersten Mal getestet wird), aber es war etwas zu viel für mich.
Das Finale und das Ende waren dafür wie immer gut gelungen. Allgemein sind die Action-Szenen sehr gut geschrieben, was doppelt auf das spannende Finale zutrifft, bei dem ich sehr mit den Charakteren mitfieberte und das glücklicherweise ein zufriedenstellendes Ende findet. Zudem macht es mich gespannt, wie es im nächsten Band mit gewissen Charakteren weitergeht, weil das Ende Möglichkeiten für spannende Handlungslinien offen lässt.
Insgesamt ein sehr solider Harry-Dresden-Band, der mir zwar etwas zu überfüllt vorkam, aber ansonsten wie immer ein gutes Abenteuer bietet!
Tasha und ihr Ehemann Aaron hatten seit einer Weile keine Zeit mehr für sich, weshalb Tashas Schwester Alice ihnen anbietet, für ein paar Tage Urlaub in Italien zu machen, während Alice mit ihrem Ehemann Kyle auf die Kinder aufpasst. Doch dann werden Alice und Kyle überfallen, Kyle wird getötet, Alice verletzt. Und Tasha, die sich bewusst ist, wie ähnlich sie und ihre Schwester sich sehen, befürchtet, dass sie das eigentliche Ziel war – eine Furcht, die durch eine anonyme Nachricht bestätigt wird: Das hättest du sein sollen …
Claire Douglas‘ Thriller sind in der Regel ein lockeres Vergnügen, und das trifft auch auf diesen Thriller zu. Die Grundidee faszinierte mich sofort und ich mochte das Mysterium darüber, wer es auf Tasha abgesehen haben könnte und warum. Zunächst einmal waren die Familienbande zwischen den Charakteren sehr gut umgesetzt; ich mochte die schwesterliche Beziehung zwischen Tasha und Alice, Tashas sich entwickelnde Beziehung zu ihrem Ehemann Aaron, sowie Tashas und Alices Bund zu ihrer Mutter. Die Tatsache, dass die beiden noch eine dritte Schwester hatten, die als Baby entführt wurde, faszinierte mich ebenfalls und hier gefiel mir die Umsetzung ausgesprochen gut, weil sie nicht zu vorhersehbar, aber auch nicht zu unerwartet war.
Allerdings fand ich die Überraschungen und Twists allgemein gar nicht so überraschend und schockierend, wie ich es mir erhofft hatte. Viele kann man nämlich kommen sehen und selbst jene, die ich nicht erwartete, waren letztendlich nicht allzu überraschend und auf jeden Fall keine großen, alles verändernden Twists. Das hat mir tatsächlich gefehlt; vielleicht liegt es auch nur an meiner Thriller-Erfahrung, aber ich hatte am Ende das Gefühl, zwar einen sehr soliden, aber keinen sehr guten Thriller gelesen zu haben, da mir dazu noch ein wenig mehr „Oha!“-Momente gefehlt hätten.
Nichtsdestotrotz war der Thriller immer noch ein spaßiges Lesevergnügen, hat mich gut unterhalten und eignet sich hervorragend für Zwischendurch!
- Fräulein Renée
- Kaja Grimme
- Südpol
- Krimi
- Jugendbuch
- Geschichte
- Spannung
- Stuttgart
- Abenteuer
- Untersuchungen
- Gesellschaft
- Erdkunde
- Einbrüche
- Synästhesie
- LGBTQ+
- Highlight
Der junge Caspar Schütze bewirbt sich als Chronist bei der Alleinerbin Renée Graf, hauptsächlich, weil sie keine Referenzen verlangt. Bei einem Spaziergang im Wald, bei dem Renée ihre Pläne, ein Abenteuer zu erleben, ausführt, finden die beiden im Forsthaus eine Leiche: Eine Frau, mit einer Pistole erschossen und mit zweihundert Mark in der Geldbörse, aber ohne eine Tatwaffe in der Nähe. Als die beiden kurz darauf in die Hütte zurückkehren, ist die Leiche verschwunden und damit Renées Verdacht, dass es sich um Mord handelt, bestätigt. Entschlossen, ihr geplantes Abenteuer zu erleben, macht sie sich auf, den Fall zu lösen – während Caspar ihre Erlebnisse treu aufschreibt, dabei aber auch verheimlicht, was ihn überhaupt zu Renée führte …
Dieser historische Jugendkrimi klang für mich sofort interessant, weshalb ich froh war, dass er es tatsächlich war! Wobei mich nicht der historische oder der kriminalistische Teil am meisten begeisterten, sondern die beiden Hauptcharaktere: Renée und Caspar waren beide großartige Protagonisten, die nicht nur ein wunderbares Beispiel für Repräsentation waren, sondern auch die Vielschichtigkeit ihrer Persönlichkeit gut zeigten: Ich mochte es, wie abenteuerlustig und leidenschaftlich Renée war, aber auch ihre verletzliche und herzliche Seite zeigen konnte, wann immer es um ihre große Liebe Lisbeth ging; und mir gefiel Caspars erfrischende Sicht auf die Welt, seine anfängliche Vorsicht und seine spätere Entschlossenheit, sowie die Art und Weise, wie seine Vergangenheit in die Geschichte eingebaut wurde. Ich hoffe, bei einem zweiten Teil wird das auch mit Renée geschehen, weil es in ihrer Vergangenheit so einige Geheimnisse gibt, die mich interessieren!
Die beiden waren also definitiv ein Highlight, denn andere Charaktere stachen leider nicht allzu stark hervor; ich mochte Miriam, Hector und Klara sehr gerne, fand aber, dass es insgesamt zu viele Nebencharaktere gab. Es gibt zwar ein Personenverzeichnis, aber dadurch, dass ohnehin nur wenige Charaktere tatsächlich relevant sind, hätte ich lieber die Anzahl an Charakteren gekürzt und diesen dafür mehr Screentime gegeben.
Die eigentliche Handlung ist sehr spannend: Um den Fall aufzuklären, müssen Renée und Caspar so einige Male selbst am Gesetz kratzen, in verschiedene Gebäude einbrechen und Informationen sammeln. Hier war der historische Aspekt übrigens sehr gut umgesetzt; Stuttgart spielt in dem Roman eine wichtige Rolle und es war schön, die Beschreibungen der historischen Gebäude zu erleben. Die Geographische Gesellschaft existiert zwar nicht wirklich, aber die Ortschaften, die Renée und Caspar besuchen, dafür schon.
Apropos Geographische Gesellschaft: Hier ging die Geschichte in eine andere Richtung, als ich es erwartete, weil ich aus irgendeinem Grund überzeugt davon war, es würde neben dem historischen und kriminalistischen Aspekt noch einen fantastischen geben; das ist allerdings nicht der Fall und im Nachhinein frage ich mich, warum ich so fest damit rechnete. Übrigens überwiegt der kriminalistische Aspekt meiner Meinung nach; die vielen Mysterien um die Leiche und die Geographische Gesellschaft sorgen für einen Krimi, der einem vermutlich auch dann gefallen wird, wenn man mit historischer Literatur nicht viel anfangen kann.
Insgesamt also ein spannender Krimi, der nicht nur für Jugendliche geeignet ist!
Der Wettbewerb der Musen geht für Liv und Flame weiter, die noch mehr als sonst darauf achten müssen, dass niemand ihre Gefühle füreinander entdeckt. Die letzten Prüfungen werden ihnen alles abverlangen, was sie haben, und noch viel mehr – denn die Vorhersage ihrer Zukunft hängt über ihnen wie ein Damoklesschwert. Und dann ist da noch Erato, der seine eigenen Pläne zu haben scheint …
Der zweite Teil der Dilogie war leider ein hervorragendes Beispiel dafür, dass eine Geschichte noch so spannend und einnehmend sein kann, wenn das Ende (speziell: das Finale) mich enttäuscht. Denn bis dahin war ich ausgesprochen begeistert vom Buch – ich mochte die Chemie zwischen Liv und Flame, war SEHR investiert in Shellys und Sawyers dramatische Storyline und habe wegen ihnen sogar mehrere Tränen vergossen und mochte die letzten Prüfungen der Musen ebenfalls ausgesprochen gern. Ein paar kleinere Kritikpunkte hatte ich bis dahin zwar auch (so war ich zwar dankbar für Eratos begrenzte Screentime, fand aber, dass seine Prüfung etwas zu lange ging und hätte mir gewünscht, Vics und Violets Erlebnisse währenddessen zu erfahren), aber es waren verzeihliche Kritikpunkte, weil sowohl die Haupthandlung mit Liv und Flame als auch die Nebenhandlung mit Shelly und Sawyer so unglaublich gut umgesetzt war.
Aber dann kam das Finale, das mich leider sehr enttäuschte. Flame begeht hier einen absolut unverzeihlichen Vertrauensbruch, in dem er Liv dazu manipuliert, etwas absolut Abscheuliches zu tun (natürlich nur, um sie zu beschützen), ohne ihre eigene Meinung zu respektieren oder das Trauma, das er damit auslöst. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass mich kein Ende zufriedenstellen wird, denn diesen Vertrauensbruch konnte ich ihm nicht verzeihen und hätte an Livs Stelle vermutlich bewusst dafür gesorgt, dass er umsonst ist.
Flames Verhalten ist auch deshalb so enttäuschend, weil die Geschichte ihre feministischen Aspekte ansonsten sehr gut einbaut, bis Liv dann doch jegliches Recht, selbst zu entscheiden, entzogen wird, um sie stattdessen zu einer Aktion zu zwingen, die sie nicht begehen wollte. Dabei hätte es eine so viel bessere Lösung gegeben, in denen beide den Schlupfwinkel in den Regeln nicht erst im Epilog, sondern schon vorher realisiert hätten, um daraufhin gemeinsam zu entscheiden, ihn zu nutzen, statt zufällig festzustellen, dass er existiert. Dadurch wären beide aktiv ein Teil des Plans gewesen, was ich eindeutig bevorzugt hätte.
Die Twists im Allgemeinen, auch die gegen Ende, sind um Übrigen echt gut und es gab mehrere Stellen, bei denen ich ungläubig auf die Seiten gestarrt habe. Ich wünschte nur, ich hätte es nicht auf eine Weise tun müssen, die mir letztendlich einen beträchtlichen Teil des Lesevergnügens nahm.
Eine gute Reise, sogar eine, bei der ich Tränen vergoss, aber das Ziel hätte man meiner Meinung nach anders umsetzen müssen!
- Die gestohlene Zeit
- Sam Sedgman
- Midas
- Kinderbuch
- Krimi
- Zeit
- Ermittlungen
- Hinweise
- Wissen
- Big Ben
- London
- Spannung
Isaac hilft seinem Vater, dem Uhrmacher, der für den Big Ben zuständig ist, gerade dabei, die Uhr umzustellen, als sein Vater kurz eine der kleineren Glocken kontrollieren will. Doch er kommt nicht zurück und Isaac befürchtet, er könnte entführt worden sein. Hattie, die gerne auf die Dächer der Stadt klettert, bestätigt seine Vermutung, denn zur selben Zeit hat sie einen verdächtigen Mann beim Big Ben gesehen. Hängt die Entführung vielleicht mit der Dezimalzeit zusammen, die bald in Großbritannien eingeführt werden soll? Zusammen machen die beiden sich daran, die Hinweise zu entschlüsseln, die Isaacs Vater ihm hinterlassen hat …
Dieser Krimi hat mich mit der Fülle an interessantem Wissen, das er zu bieten hat, positiv überrascht! Denn eigentlich hatte ich „nur“ ein paar spannende Ermittlungen erwartet (die wir auch bekommen), aber nicht die vielen interessanten Fakten rund um das Thema Zeit, den Big Ben im Speziellen, aber auch darüber, wie in London ein Gesetz verabschiedet wird. Natürlich hat der Autor sich bei einigen Bereichen ein paar Freiheiten genommen, die er in den Anmerkungen am Ende auch ausführt, aber größtenteils entsprechen diese Fakten tatsächlich der Wahrheit, was sie umso faszinierender machte.
Neben dem Krimi, bei dem Isaac und Hattie verschiedenen Hinweisen nachgehen, war ich zum Beispiel sehr fasziniert von der im Buch diskutierten Idee, einen Vierundzwanzig-Stunden-Tag stattdessen in zehn Stunden aufzuteilen, mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. So gab es tatsächlich Länder wie Frankreich und China, die für eine gewisse Zeitspanne die Dezimalzeit benutzten, was mir neu war und was ich deshalb besonders interessant fand. Zwar stehe ich wie Isaac und sein Vater ganz hinter der bewährten Zeit, doch allein die Idee, sie anders zu messen, fand ich faszinierend.
All diese Informationsschnipsel fand ich sogar ein wenig interessanter als den Krimiaspekt, weil ich bei dem leider nicht so gut mitraten konnte. Das spannende Ende hat mir dafür sehr gefallen, nur der Weg dahin war für mich recht undurchsichtig.
Was die Charaktere angeht, bleiben die meisten recht eindimensional; nur die Hauptcharaktere und der Antagonist haben sich mir richtig eingebrannt, aber der Rest konnte bei mir keinen starken Eindruck hinterlassen. Insofern sind sie wohl eine Schwäche des Romans, aber zumindest eine, die mir zwar auffiel, mir aber nicht so viel ausmachte, weil die Handlung dafür gut umgesetzt war.
Was die äußerlichen Aspekte angeht, mochte ich lobend die Uhr erwähnen, die über jedem Kapitel eingezeichnet ist und mit jedem Kapitel von 11:01 bis 12:00 eine Minute vorrückt – ein cooles Konzept, das ich am liebsten in noch mehr Büchern lesen würde! Kritisch fand ich dafür die Diskrepanz zwischen dem Cover und den Illustrationen im Inneren; speziell Isaac sieht auf dem Cover überhaupt nicht so aus, wie er beschrieben und in den Illustrationen dargestellt wurde, was ich ein wenig irritierend fand.
Doch sind diese äußerlichen Aspekte letztendlich kein eigentlicher Teil der Geschichte – und diese ist speziell für wissbegierige Krimileser perfekt geeignet!
- 3 Shattered Souls
- Mai Corland
- Fischer
- Fantasy
- Charaktere
- Romanze
- Freundschaft
- Intrigen
- Abenteuer
- Verluste
- Trauer
Nach dem Ende des letzten Bandes fällt es den anderen schwer, ihren ursprünglichen Plan, Yusans Herrscher zu stürzen, in die Tat umzusetzen. Mikail muss sich damit auseinandersetzen, der wahre Herrscher Gayas zu sein. Aeri, die schon mit zwei Artefakten verschmolzen ist, muss sich langsam mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Royo hat Angst um sie, weil er fürchtet, dass Aeris neue Magie sie umbringen wird. Sora trauert um ihre Schwester und hat Angst, dass auch Tiyung in Gefangenschaft gestorben ist. Tiyung währenddessen hat sich mit Hana verbündet, um Sora wiederzufinden. Und alle bereiten sich darauf vor, die Könige Yusans zu stürzen …
Mit diesem Band kommt die „Five Broken Blades“-Trilogie zu einem insgesamt zufriedenstellenden Abschluss, auch wenn ich zugegeben muss, dass mir die Trilogie insgesamt „nur“ gut gefallen hat. Denn meiner Meinung hat sie sowohl eine große Stärke als auch eine große Schwäche: Die große Stärke sind meiner Meinung nach die Charakterbeziehungen. Auch in diesem Band haben mir sowohl die Romanzen als auch die Freundschaften sehr gefallen. Royo und Aeri sind in diesem Band die Hauptromanze und ihre Chemie ist wirklich großartig, während zwischen Sora und Mikael eine überraschende Freundschaft beginnt, die ich nicht kommen gesehen habe und die sich wunderbar entwickelte. Nur zwischen Tiyung und Sora hätte ich gerne mehr gesehen, weil sie für eine lange Zeit voneinander getrennt sind, aber auch nach ihrem Zusammentreffen erstaunlich wenig Zeit miteinander verbringen; so gut ich dafür Tiyungs beginnende Freundschaft zu Hana, einem anderen Giftmädchen, fand, habe ich mehr Szenen zwischen Sora und Tiyung vermisst. Davon abgesehen haben mir die Charakterbeziehungen allerdings sehr gut gefallen und sie sind meiner Meinung nach wie gesagt eine große Stärke des Romans.
Die große Schwäche währenddessen ist für mich der Schreibstil, der sehr schlicht ist und es sehr schwer macht, die Gefühle der Charaktere zu spüren. Allgemein hat der Schreibstil sie nicht klar voneinander abgegrenzt, sodass ich des Öfteren kurz zurückblättern musste, um mich daran zu erinnern, wer gerade erzählt. Aber selbst, wenn ich es wusste, schien es immer eine gewisse Distanz zwischen mir und den Charakteren zu geben; ich fieberte sehr mit den einzelnen Beziehungen mit, aber die Charaktere selbst blieben mir erstaunlich fern. Ein größerer Fokus auf ihr Innenleben wäre mir hier sehr willkommen gewesen.
Obwohl die Handlung manchmal vor sich hinplätscherte, machte mir das nichts aus, weil die Charaktere die Handlung auch so gut trugen; und dann haben wir natürlich das Ende, das leider nicht für alle gut endet, aber für mich trotzdem ein guter Abschluss war. Tatsächlich fand ich es gerade deshalb gut, weil es kein glückliches Ende für alle Charaktere und Paare gibt, sondern ein realistisches, das gut zu den Charakteren und den Entwicklungen der Handlung passt.
Insgesamt also eine Reihe, bei der mir vor allem die Charakterbeziehungen sehr gefallen haben, die aufgrund ihres schlichten Schreibstils aber vermutlich nicht für alle Leser:innen ansprechend sein wird.
- Missing Page
- Katie Kento
- one
- Thriller
- Jugendbuch
- Spannung
- Geheimnisse
- Foreshadowing
- Details
- Ermittlungen
- Charaktere
Toni bekommt einen Platz in einem exklusiven Workshop, den der weltberühmte Autor Richard Erwin Giffard leitet. Dort behauptet sie, sich qualifiziertes Feedback zu wünschen, obwohl sie in Wirklichkeit ein Verbrechen plant. Zu aller Überraschung verkündet Giffard allerdings, dass mehr hinter dem Workshop steckt: Er ist ein Wettbewerb, bei dem der Gewinner nicht nur einen Buchvertrag und ein Preisgeld bekommt, sondern in Giffards Testament als alleiniger Erbe eingesetzt wird. Doch bald darauf wird Giffard tot aufgefunden und ein Sturm kapselt Toni, die Teilnehmenden und die Bediensteten von der Außenwelt ab. Toni und die Teilnehmenden nutzen die Gelegenheit, um Giffards Tod näher zu untersuchen – doch mit jedem Indiz verhärtet sich Tonis Angst, dass sie selbst es war, die Giffard während ihres Schlafwandelns umgebracht hat …
„Hotel Ambrosia“ gehörte zu meinen absoluten Lieblingsthrillern im letzten Jahr, weil er so voller überraschender Twists war, und obwohl „Missing Page“ nicht dieselbe Art an Was-zur-Hölle-Twists hatte, hatte es immer noch eine spannende Geschichte, die durch viele, viele Details zusammengefügt wurde.
Und diese Details waren für mich das Beste an der Geschichte. Die vielen Mysteryelemente waren so wundervoll miteinander verwoben, dass ich das Buch am liebsten noch einmal lesen würde, um dieses Mal noch mehr auf die vielen Details zu achten, die ich beim ersten Lesen übersah. Ich bin immer noch ganz begeistert davon, wie viele Dinge miteinander zusammenhingen, die mir nicht auffielen, obwohl sie im Nachhinein ein so passendes Puzzle ergaben. (Spezielle Erwähnung verdient die Art und Weise, wie Toni den Fall auf äußerst ungewöhnliche und sehr zufriedenstellende Weise gelöst hat.)
Die anderen Teilnehmenden – George, Parker, Nessa, Milo und Susmita – sowie die Bediensteten bleiben mehr oder weniger zweidimensional, mit festen Charaktereigenschaften, die es leicht gemacht haben, sich die einzelnen Charaktere zu merken, was sowohl ein Plus- als auch ein Minuspunkt war: Mir gefiel es sehr, wie mühelos ich den Überblick über alle Charaktere behalten konnte, weil mir das oft schwer fällt, aber gleichzeitig hätte ich mir gerne noch mehr Tiefe von allen gewünscht. Beziehungsweise bekommen die Charaktere durchaus Tiefe, aber diese ist größtenteils mit Twists verbunden – und ich hätte mir gerne abgesehen von den Twists noch mehr Tiefe gewünscht. (Davon abgesehen waren die Charaktere allerdings sehr sympathisch.)
Die Entwicklung der Handlung war großartig, zunächst mit einer klassischen Mystery, die dann immer mehr Schichten bekommt, bis sie am Ende äußerst zufriedenstellend aufgelöst wird. Es gibt so einige dramatische Momente und ich liebte es, wie sehr Tonis Bindung zu ihrer Mutter, die Probleme mit ihrer Geschichte, ihr Schlafwandeln, ihre Ermittlungen und ihre süße Romanze mit George gehandhabt wurden. Es war leicht, mit ihr mitzufiebern, weil sie so eine großartige Protagonistin war.
Insgesamt ein sehr guter Thriller, der seine losen Fäden unglaublich gut miteinander verknüpft und mir sehr viel Spaß gemacht hat!
- Jim Butcher
- Harry Dresden
- Weiße Nächte
- blanvalet
- Fantasy
- Krimi
- Mystery
- Magie
- Fall
- Familie
- Vampire
- Intrigen
- Geheimnisse
- Twists
Mehrere Selbstmorde wecken Harry Dresdens Aufmerksamkeit, denn so offensichtlich sie zunächst scheinen, verrät ihm eine geheime Nachricht an den Tatorten, dass es sich um Morde handelt: „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.“ Zusammen mit Murphy, die zum Sergeant degradiert wurde, und Molly, seinem sich überall einmischenden Lehrling, ist Harry entschlossen, die Morde aufzulösen, bevor noch mehr begangen werden – doch ausgerechnet Thomas, sein Bruder, wird schnell zum Hauptverdächtigen. Was genau plant er und was genau planen die Vampire? Harry ahnt, dass weitaus mehr dahinter steckt, als es zunächst den Anschein hat …
Die Harry-Dresden-Bände werden mit jedem weiteren Band immer spaßiger zu lesen und das trifft auch auf diesen hier zu. Jim Butchers Humor ist zugegeben nicht für jeden geeignet (mich persönlich störten die drei, vier Szenen, in denen auf Kosten bestimmter Personengruppen ein Witz gemacht wurde), aber ich persönlich mochte ihn insgesamt sehr, weil er Harry zu einem so sympathischen und coolen Charakter machte. Der Spaßfaktor ist schlicht sehr hoch und das macht den Band so gut zu lesen.
Aber es ist nicht nur der Humor, der überzeugt: Ich war besonders investiert in den Fall, weil er sich dramatischer und persönlicher anfühlte als die vorherigen – nicht nur aufgrund der scheinbaren Selbstmorde, die mit dem richtigen Drama erzählt werden, sondern auch aufgrund Harrys persönlichem Bezug zum Fall, bei dem ich gespannt war, inwiefern Thomas involviert ist.
Davon abgesehen bleibt der Roman stets spannend: Harrys Nachforschungen, seine Lehrer/Schüler-Beziehung zu Molly, Elaines Rückkehr, die dämonische Lasciel und die vielen falschen Fährten hielten mich ordentlich auf Trab, zumal es auch oft Action-Szenen gibt, die sehr gut beschrieben wurden. Das Finale muss ich dabei hervorheben, denn dieses war einfach episch gestaltet!
Ein wenig mehr hätte ich mir von Thomas gewünscht, aber ansonsten war ich zufrieden damit, wie die Charaktere in diesem Band balanciert wurden. Ein Charakter, der mich dabei positiv überraschte, war Ramirez, weil er bei mir bisher keinen Eindruck hinterließ, in diesem Band aber ordentlich scheinen konnte.
Was kann ich sagen, wie immer ein sehr spannender Harry-Dresden-Band, der mir sehr gut gefallen hat!
Logico ist erfreut, das Deduction College zu besuchen, doch womit er nicht gerechnet hat, sind die vielen Mysterien, die die Schule betreffen. Wer ist der mysteriöse Boy, der auf dem Campus herumschleicht? Plant Dame Obsidian wieder einen Mord? Wer gewinnt das Schachboxturnier? Inwiefern ist die Intuitive Inquisition Teil des Komplotts? Und wie wurde das Deduction College überhaupt gegründet? Diese und viele weitere Fragen muss Logico beantworten, während er zahlreiche Mörder überführen muss …
Ich habe dieses Rätselbuch bereits auf Englisch gelöst, doch weil mir die Murdle-Reihe im Allgemeinen und dieser Band im Besonderen so viel Spaß machte, freute ich mich, ihn noch mal auf Deutsch zu machen. Vieles hatte ich auch noch in Erinnerung, aber einiges nicht mehr, weshalb es erfrischend war, die Puzzleteile wieder zusammenzufügen.
Die Rätsel selbst sind für mich inzwischen zu einfach, weshalb ich die Extra-Aufgaben wie z.B. die zu lösenden Codes umso mehr mochte. Was mich dafür sehr gut gefallen hat, waren die kleinen Mini-Storylines, in die ich erstaunlich investiert war und bei denen es Spaß machte, in den Kurzbeschreibungen der einzelnen Orte und Gegenstände nach Hinweisen zu suchen. Sie sind immer noch mein liebster Teil der Murdle-Reihe, weil sie nicht nur für großartige „Oha!“-Momente sorgen, sondern die Rätsel zu so viel mehr machen als schlichten Logikpuzzles. Neben dem ersten Band mochte ich diesen hier am meisten, einfach, weil die einzelnen Geschichten so gut waren.
Was ich jedoch erwähnen möchte, ist, dass dieser Band nicht unbedingt für Einsteiger geeignet ist, weil er zeigt, wie viele bekannte Charaktere aus den anderen Teilen sich bis zu dem Punkt entwickelten, an dem wir sie in den originalen Teilen kennenlernen. Dieser Aspekt hat das Buch auf jeden Fall bereichert, sollte deswegen aber auch erst nach mindestens einem Murdle-Teil gelöst werden, damit man die ganzen Referenzen versteht.
Davon abgesehen haben wir aber einen unterhaltsamen Rätselband, der speziell für Murdle-Fans geeignet ist!
Wie funktioniert eigentlich unser Gehirn und wie können wir es am besten nutzen, um Entscheidungen zu treffen, Fehler zu vermeiden und uns allgemein besser zu verstehen? Diese Fragen beantwortet Dr. Jens Foell in seinem neuesten Sachbuch, das nicht nur wissenswert zu lesen ist, sondern auch humorvoll geschrieben.
Foell redet dabei über so ziemlich alles: Den Aufbau des Gehirns (ich bin übrigens definitiv für die Bezeichnung „Foell-Region“), wie es sich schützt und warum es das manchmal nicht tut (Stichwort Alkohol), inwiefern es sich von Künstlicher Intelligenz unterscheidet, und noch viel, viel mehr.
Dabei geht er auch auf Dinge ein, die mir bereits bekannt waren (z.B. die fehlerhafte Darstellung des Kitty-Genovese-Falls), Dinge, bei denen ich etwas Neues dazulernte (wie der Phineas-Gage-Fall, bei dem ich nicht wusste, wie sein Charakter sich im Lauf der Zeit entwickelte) und Dinge, die mir komplett neu waren (z.B. das Experiment über Hoffnungslosigkeit). Das war eine gute Mischung, die der Autor natürlich nicht vorhersehen konnte, die aber gut aufgezeigt hat, dass es selbst, wenn man bereits einige Bücher dieser Art gelesen hat, hier auch neue Informationen auf einen warten.
Nach Möglichkeit habe ich stichprobenartig recherchiert, ob gewisse Fakten stimmen, weil ich bei einigen sehr überrascht war, zuvor noch nichts von ihnen gehört zu haben (Stichwort halbes Hirn). Noch wertvoller fand ich aber die Tipps, die Jens Foell bezüglich Schlaf, Alkohol und Eingreifen mit uns teilte – obwohl die ersten beiden Themen nicht für mich relevant waren, war es trotzdem so hilfreich, tatsächliche Ratschläge zu lesen, die die Gehirn- und Handlungsleistung verbessern können.
Insgesamt also ein informatives Sachbuch mit wertvollem Wissen und genau der richtigen Prise Humor!