Bücherregal lädt …
– This Kingdom Will Not Kill Me (Maggie the Undying 1)
 654 Seiten

Eines Tages wacht Maggie plötzlich in Kair Toren auf, dem Schauplatz ihrer liebsten Fantasyreihe. Früh stellt sie fest, dass sie sich am Anfang der Geschichte befindet – und nicht sterben kann. Entschlossen, ihre liebsten Charaktere zu retten, beginnt sie, ihr Wissen um die Welt für sich zu nutzen und Verbündete um sich zu scharen, um die schrecklichen Ereignisse, die in der Zukunft warten, zu verhindern. Doch das ist leichter gesagt als getan: Maggies Wissen ist zwar groß, aber nicht unendlich, und obwohl sie große Veränderungen bewirkt, scheint die Handlung sich gegen ihr Eingreifen zu wehren …

Was für ein fantastischer Roman! Oder sollte ich eher sagen: Was für eine fantastische Protagonistin, denn die ist dafür definitiv der Hauptgrund. Maggie kennt sich nicht nur fantastisch mit der Welt und ihren Charakteren aus, sondern auch mit dem Genre, in dem sie sich befindet und den Erwartungen, die man als Protagonistin eines solchen Romans haben sollte. Das allein schon hat sie zu einer erfrischenden, grandiosen Protagonistin gemacht – und dann wurde sie nur noch besser!

Nicht nur war sie unglaublich sympathisch, sondern auch unglaublich intelligent: Ich liebte die zahlreichen Szenen, in denen sie das Wissen um die Charaktere einsetzt, um ihnen entweder zu helfen und eine bessere Zukunft für sie einzuleiten oder ihnen zu drohen und ihren Einfluss auf die Handlung einzuschränken. Das war so unglaublich zufriedenstellend zu lesen, weil es zwar auch Handlungsstränge gibt, die sie nicht kommen sieht, es aber insgesamt Maggie selbst ist, die die Handlung vorantreibt. Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine so aktive, intelligente und sympathische Protagonistin erlebt habe, die nicht nur als solche beschrieben wird, sondern zahlreiche Szenen bekommt, in denen sie ihre Stärken zeigen kann. All diese Szenen gehörten deshalb zu meinen liebsten – es war jedes Mal wieder großartig, wenn Maggie mit ihrem Wissen glänzte!

Und das ist immer noch nicht alles: Ich liebte es auch, wie sie ihr Wissen aus unserer Welt zu ihrem Vorteil nutzte und vor allem, dass sie ihre Freiheit einer Romanze vorzog und für sich selbst einstand, anstatt sich dem männlichen Protagonisten zu unterstellen. Ich hoffe stark, dass das so bleibt, denn ihre Eigenständigkeit gehörte definitiv zu ihren besten Qualitäten; gleichzeitig mochte ich es auch, dass sie nicht perfekt war, Fehler machte, Szenen voller Unsicherheit und Angst hatte und unerwartete Entwicklungen sie hart trafen. Ernsthaft: Sie ist eine der besten Protagonistinnen, über die ich je gelesen habe!

Im Vergleich zu ihr sind die anderen Charaktere zwar schwächer, aber immer noch sympathisch genug, dass man sie leicht ins Herz schließt. Während ich die Romanze vor allem deshalb mochte, weil Maggie ihretwegen ihre Selbständigkeit nicht aufgeben wollte, mochte ich ihre Freundschaften zu den anderen Charakteren (vor allem Aster und Kaiden) sehr. Aber tatsächlich war es Galiene, die ich von allen am meisten liebte: Sie ist eigentlich nur ein Nebencharakter, hinterließ aber einen starken Eindruck als die erste Person, deren Schicksal Maggie zum Besseren wandte.

Was die Geschichte in der Geschichte angeht – mit anderen Worten, die Geschichte, in die Maggie eingreift –, fühlten sie die Welt und die Charaktere sehr realistisch an, nur die Handlung dieser fiktiven Romanreihe blieb recht undurchsichtig. Maggie erwähnte Handlungsstränge zwar und griff aktiv in sie ein, aber dadurch, dass sie vor allem mit Nebenhandlungen zu tun hat, bekam ich keinen Eindruck davon, was eigentlich die Haupthandlung der Kair-Toren-Reihe ist. Mir kam sie ein wenig Game-of-Thrones-mäßig vor (verschiedene Handlungsstränge mit moralisch grauen Charakteren und zahlreichen Toten), aber viel mehr könnte ich nicht über sie sagen.

Doch da ohnehin Maggies Einfluss auf die Geschichte eine größere Rolle spielt als die In-Universe-Handlung, machte mir das nichts aus, weil sie wie gesagt ein fantastischer Charakter war, die die gesamte Handlung bereicherte. Insofern ist diese Geschichte vor allem für Fans von Dark Fantasy geeignet, die aktive Protagonisten lieben!

– Rootbound: A Tangled Novel
 321 Seiten

Seit einem Monat ist Rapunzel offiziell wieder mit ihren Eltern vereint, fühlt sich allerdings, als würde sie dem Titel als Prinzessin nicht gerecht werden. Deshalb bietet sie sich freiwillig an, einer Einladung nach Astera zu folgen, einem Land, von dem es so gut wie keine Informationen gibt. Eugene begleitet sie natürlich, zusammen mit dem strengen Minister Cressien, und schnell vermuten sie, dass irgendetwas nicht stimmt. Während Rapunzel nach dem Geheimnis von Astera sucht, vermutet Eugene, dass seine Eltern ursprünglich ebenfalls aus Astera stammen …

Als großer Fan der Disney-Verfilmung habe ich mich sehr darüber gefreut, einen Roman über Rapunzel und Eugene zu lesen, wobei ich hier zunächst klarstellen möchte, dass die Ereignisse und Enthüllungen des Romans in keiner Weise mit der animierten Serie zusammenhängen, die ebenfalls nach den Ereignissen des Films spielt, jedoch einen eigenen Handlungsstrang hat, der komplett unabhängig zu dieser Geschichte steht.

Das sage ich vor allem deshalb, weil hier eine eigene Antwort für Eugenes Herkunft gefunden wurde – und meiner Meinung nach sogar eine passendere! Natürlich möchte ich hier nicht mehr verraten, aber insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Umsetzung,auch wenn ein Teil von mir sich durchaus gewünscht hätte, die Autorin wäre bei den Enthüllungen noch etwas mutiger gewesen.

Trotzdem waren Rapunzels und Eugenes individuelle Rollen großartig umgesetzt und ich mochte es vor allem, wie ihre Trauma, ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste in der Geschichte umgesetzt wurden – bei Rapunzel bezüglich Gothel und ihrer Furcht, ihrer Rolle nicht gerecht zu werden und bei Eugene bezüglich seiner Eltern und seiner Furcht, niemals gut genug für Rapunzel zu sein. Diese Umsetzung der beiden Charaktere hat mir so gut gefallen, dass ich gerne noch mehr davon gelesen hätte!

Leider verbringen die beiden nicht so viel Zeit miteinander, wie ich es mir gerne gewünscht hätte – beziehungsweise haben sie nicht so viele romantischen Szenen miteinander, wie ich mir erhofft hatte. Gerade, weil ich die beiden zusammen so sehr liebe, hätte ich gerne noch mehr von ihrer Chemie gesehen, aber das war leider nicht der Fall.

Was die anderen wichtigen Charaktere angeht, war König Enver in Ordnung, aber vorhersehbar, Verette und Hughes überraschend sympathische Charaktere und mein persönlicher Liebling ein sehr unerwarteter Charakter: Nämlich Cressien, der Minister, der anfangs nur ein störender Faktor für Rapunzel und Eugene ist, aber eine absolut hervorragende, unerwartete Charakterentwicklung durchmacht, die ihn mühelos zu meinem Lieblingscharakter machte! Ich hätte aufgrund seiner anfänglichen unsympathischen Szenen niemals erwartet, dass er überhaupt eine größere Rolle spielt, weshalb ich sehr glücklich darüber war, seine Entwicklung zu sehen.

Die Geschichte selbst ist in Ordnung und bietet keine großen Überraschungen, war aber immer noch ein gutes Abenteuer für Rapunzel und Eugene. Das Ende deutet zudem stark auf einen zweiten Band hin, über den ich mich sehr freuen würde – in der Hoffnung, dort ein wenig mehr Romantik zu sehen ;)

– Revenge – Du sollst flehen
 246 Seiten

Lana wurde vom Boogeyman geschnappt – aber eigentlich ist es andersherum, denn sie kann sich problemlos gegen ihn wehren. Als ihr Geheimnis daraufhin unerwartet herauskommt, noch dazu gegenüber Hadley, die ihr bereits misstraute, fürchtet sie schon, alles zu verlieren – doch stattdessen stellt sich Hadley auf ihre Seite. Doch selbst mit einer Verbündeten wird es nicht leicht, ihre Liste weiter abzuarbeiten, während Logans Schlussfolgerungen immer akkurater werden …

Es bleibt weiterhin spannend für Lana und Logan, wobei mir speziell in diesem Band die Spannungselemente besonders gut gefielen. Das gilt besonders für Lana und den Szenen, in denen sie ihre Fähigkeiten auf hervorragende Weise zeigt. Zu meiner Freude spielt auch Hadley eine größere Rolle, was mir sehr gefiel, nachdem sie mir bereits im letzten Band positiv aufgefallen ist.

Auch Logans Intelligenz strahlt hier um einiges mehr: Seine Schlussfolgerungen werden immer konkreter und kommen immer näher an die Wahrheit. Auch das hat zur Spannung beigetragen, weil ich sowohl beeindruckt als auch besorgt davon war, wie gut er den wahren Täter einschätzen kann, ohne zu wissen, dass es sich bei ihm um seine Freundin handelt. Die Romanze zwischen den beiden ist im Übrigen immer noch gut, aber nicht so einnehmend wie die Handlung selbst.

Meine Lieblingsstellen waren tatsächlich Lanas Morde, aber ich mochte es auch, zum ersten Mal Delaney Grove zu sehen und ein wenig mehr über Lanas Vergangenheit zu erfahren. Es war zwar schon seit dem ersten Band klar, was passiert ist, aber zu sehen, wie die Menschen der Stadt tatsächlich damit umgehen, war noch mal etwas ganz Anderes.

Insgesamt wieder ein lockerer, spannender Roman und eine tolle Fortsetzung!

– Earthbound
 526 Seiten

Die Fae und Elfen bereiten sich auf einen Krieg vor. Yeeran und Furi sehnen sich nach der jeweils anderen, doch die kriegerischen Elfen lassen ihnen keine Zeit, sich ihrer Liebe zu widmen, weil ihre hinterhältigen Pläne Mosima ins Chaos stürzen. Lettle und Alder machen sich derweil auf den Weg nach Caperly, um dort Alders Erinnerungen zu wecken und damit hoffentlich eine Lösung für die Konflikte zwischen den Völkern zu finden, wobei Lettle allerdings nicht die Prophezeiung vergessen hat, laut der sie ihren Geliebten Rayan töten wird …

Mit „Earthbound“ endet die Faebound-Trilogie und zum Glück auf eine zufriedenstellende Weise. Doch nicht nur das Ende war insgesamt gelungen, sondern auch der Band an sich.

Wir folgen zum einen Yeeran und Furi, die versuchen, die Dinge in Mosima wieder in Ordnung zu bringen und zum anderen Lettles und Alders Reise, die das Geheimnis von Alders Vergangenheit lüften soll. Hier war ich zunächst besonders investiert in Lettles und speziell Alders Geschichte; ich fand es so faszinierend, seine Geschichte zu erfahren, denn obwohl ich den Twist dahinter halb ahnte, war die Umsetzung so gut, dass ich jedes Mal darauf hinfieberte, einen ihrer Sichtweisen zu lesen. Sobald dieses Geheimnis aufgelöst wurde, begann ich, mehr mit Yeerans und Furis Geschichte mitzufiebern, denn das Chaos, das in Mosima ausbrach, sorgte für sehr viele spannende und emotionale Momente, die mir sehr gefielen.

Die Romanzen treten eher in den Hintergrund. Am meisten Screentime bekommen hier Yeeran und Furi, die ihre Romanze nach dem Ende des letzten Bandes wieder aufblühen lassen, doch Lettle und Rayan sowie Alder und Golan bekommen dafür kaum Aufmerksamkeit, was ich schade fand, weil ich in beide Romanzen sehr investiert war und deshalb gerne noch mehr von ihnen gesehen hätte.

Am Ende bekommen tatsächlich nicht alle Charaktere das Ende, das ich ihnen gewünscht hätte, aber dafür passten die gewählten Enden so gut, dass ich trotzdem zufriedengestellt war. Zusammen mit dem angenehmen Schreibstil, der spannenden Handlung und den tollen Charakteren bot sich somit eine Leselektüre – und Trilogie –, die mir sehr gefallen hat!

– Secret – Du sollst mich fürchten
 224 Seiten

Lana Myers ist eine Serienkillerin, die sich an den Männern rächt, die ihr damals Leid angetan haben. Doch als sie auf den FBI-Agenten Logan Bennett trifft, trifft sie zum ersten Mal auf einen Mann, der sie auf positive Weise fasziniert – allerdings auch ein Profiler ist, der ihre wahre Identität mühelos durchschauen könnte. Während die beiden sich langsam näherkommen, ist Logan zudem entschlossen, den Mörder der Männer zu finden, die Lana umgebracht hat …

Dieser locker zu lesende Thriller ist aufgrund seines flotten Schreibstils wunderbar zu lesen und bietet eine unterhaltsame, kurzweilige Lektüre, die mir viel Spaß gemacht hat.

Lana ist nicht nur eine fähige, sondern auch eine überraschend sympathische Protagonistin, in die ich mich erstaunlich gut hineinversetzen konnte, auch wenn ihre Aktionen sehr extrem sind. Tatsächlich mochte ich sie sogar mehr als Logan, weil es bei ihr mehr Szenen zum Mitfiebern gab, da sie schließlich ihre wahre Identität vor ihm geheim halten muss. Die Ironie in ihren Begegnungen war herrlich zu lesen, ihre Romanze jedoch noch nicht hundertprozentig überzeugend.

Die beiden haben zwar durchaus Chemie miteinander und ich mochte speziell ihre Textnachrichten sehr gerne, aber die Romanze entwickelt sich recht schnell, nahm viel Raum ein und war dabei eher auf das Körperliche fokussiert, weshalb ich den romantischen Anteil dieser Romanze nicht besonders stark spürte. Hier hoffe ich, dass spätere Bände die emotionalen Aspekte stärker hervorheben werden.

Lanas Mordpläne spielen im Gegensatz zur Romanze eine eher untergeordnete Rolle und sind vor allem am Anfang und am Ende relevant, dazwischen aber eher nicht; was vielleicht auch ganz gut so ist, denn die Brutalität, mit der Lana vorgeht, ist nicht zu unterschätzen. Wir erleben zwar nicht direkt die Momente, in denen sie die Männer foltert, doch die Beschreibungen danach reichen allemal aus, um es sich vorzustellen.

Inwiefern die Art und Weise, wie Lana und Logan in ihren jeweiligen Berufen vorgehen, realistisch ist, kann ich nicht beurteilen, aber sie ist auch nicht der Fokus der Geschichte, weshalb sie mir auch nicht allzu wichtig war. Etwas, von dem ich dagegen gerne noch mehr gesehen hätte, sind andere Charaktere – natürlich kommen welche vor, aber nur Lanas bester Freund Jake hinterlässt einen bleibenden Eindruck, weil der Fokus so stark auf Lana und Logan selbst liegt.

Einen mittelgroßen Twist gibt es am Ende, ansonsten besticht der Roman vor allem dadurch, dass er einen auch eine große Twists gut mitreißt, weil die Ausgangssituation so fesselnd ist. Deshalb würde ich ihn vor allem Freida-McFadden-Fans empfehlen, mit der einzigen Anmerkung, dass dieses Buch gewalttätiger ist – aber dafür genauso locker zu lesen und mit einer spannenden Romanze im Fokus.

– Canvas (Cryptos, Band 2)
 449 Seiten

Ein Jahr nach den Ereignissen des letzten Bandes erhält Jana zu ihrem Schrecken die Nachricht, dass Lauritz, der Hauptakteur hinter den damaligen Ereignissen, aus MinusNull geflohen ist. Der einzige Weg, ihn zu finden, scheint Janas neue Welt zu bieten: Canvas, eine Art Jobbörse, mit dessen Hilfe man sich als Ambient, eine Art Statist, in verschiedene Welten stationieren kann, ohne selbst erkannt zu werden. Doch schon bald merkt Jana, dass sie nicht die einzige ist, die diese praktische Welt für sich nutzt …

Ich bin sehr froh, dass ich direkt vor dem zweiten Teil den ersten noch einmal gelesen habe, denn es handelt sich tatsächlich um eine direkte Fortsetzung, die das Wissen des ersten Bandes voraussetzt und auf jeden Fall leichter zu lesen ist, wenn man noch alle Charaktere und ihre Rollen frisch im Kopf hat.

Dieser Band hat vor allem eine gute Mystery, was so weit ging, dass ich zwar wusste, was genau nicht stimmte, mir aber einfach nicht erklären konnte, wie das möglich sein sollte und ganz schön gestarrt habe, als das Geheimnis dahinter herauskam. Zugegeben gibt es auch sehr leichte Rätsel, die ich in dem Moment löste, in dem alle Puzzleteile mir zur Verfügung standen, doch dafür eben auch welche, bei denen ich wenig bis keine Ahnung hatte und deshalb gespannt war, wohin das Buch mich führen würde. Andere Leserinnen und Leser werden sicher ebenfalls etwas zu leichte und ein paar undurchschaubare Rätsel entdecken, aber die Mischung war zumindest für mich in Ordnung.

Die Ambientes spielen eine große Rolle und werden zu meiner Zufriedenheit sehr gut genutzt: Es machte Spaß, Jana dabei zuzuschauen, wie sie andere Rollen übernimmt und dabei versucht, nicht erwischt zu werden, aber auch, wie sie versucht, die wahren Identitäten hinter anderen Rollen zu durchschauen. Das Weltenhoppen war für mich wieder der beste Teil; wir lernen einige neue Welten kennen und auch ein paar bekannte, aber so oder so war es großartig, die vielen Facetten der virtuellen Realitäten zu sehen.

Zu meiner Überraschung mochte ich die Romanze zwischen Jana und Tivon, die ich im ersten Band nicht besonders realistisch fand, in diesem Band sehr. Die beiden verbringen tatsächlich viel Zeit miteinander, tauschen liebevolle Gesten aus und zeigen allgemein eine Chemie, die mich sehr investiert in ihre Beziehung machte. Leider sind andere Charaktere dafür schwächer vertreten; sie kommen natürlich vor, aber keiner hinterließ einen so starken Eindruck wie Jana und Tivon.

Das Ende geschah ein wenig zu plötzlich und wurde meiner Meinung nach etwas zu schnell und glatt gelöst, sodass ich erst einmal eine Weile brauchte, um überhaupt zu verstehen, warum die Ereignisse sich gerade überschlagen. Zudem sind durchaus noch Fragen offen, z.B., inwiefern die Menschen wieder in der realen Welt leben können werden; es gibt zwar Andeutungen auf eine Verbesserung, aber eine echte Lösung wurde leider noch nicht gefunden. Wer weiß also, ob wir noch einen dritten Teil bekommen.

Letztendlich ein gelungener zweiter Band, bei dem mir vor allem die verschiedenen Welten und Rätsel sehr gefielen!

– Ist doch schön hier
 429 Seiten

Liesel möchte die Geschichte ihrer Großmutter Emmi aufdecken, weshalb sie eine Reise nach Polen plant, um dort die Antworten zu finden, die ihre inzwischen demente Großmutter nicht mehr geben kann. Eigentlich plant sie nicht, jemanden mitzunehmen – doch durch eine Verkettung unglücklicher Entscheidungen begleitet sie nicht nur ihre Großmutter, sondern auch der Altenpfleger Jascha. Auf der Reise hofft Liesel zudem, sich selbst zu finden – und entdeckt letztendlich mehr, als sie jemals erwartet hätte …

Ich hatte die Geschichte auf Empfehlung gelesen (und weil sie interessant klang), doch letztendlich entsprach sie leider nicht meinem Geschmack.

Das fängt bereits mit Liesel an: Sie war eine leider recht unsympathische Protagonistin, die fast alles negativ sah, fast nur das Schlimmste von anderen annahm und mir, um ehrlich zu sein, ganz schön auf die auf die Nerven ging. Und dabei konnte ich ihren Unmut durchaus nachvollziehen, denn wenn ich in ihrer Situation gewesen wäre, wäre es mir wohl auch schwer gefallen, ständig positiv zu denken und immer freundlich zu meinen Mitmenschen zu sein – aber trotzdem sorgte es für ein nicht besonders angenehmes Leseerlebnis. Zwar wird Liesel gegen Ende etwas besser, aber ihre negative Art wird sie nie ganz los.

Jascha gefiel mir dafür schon besser, aber die Romanze zwischen den beiden kam mir nicht besonders realistisch vor; die beiden hatten fast keine Chemie miteinander, weil Liesel sich konstant über Jascha beschwerte und höchstens seine äußerlichen Attribute lobte. Zugegeben glaube ich auch nicht, dass ihre Romanze als eine ewig währende geschrieben wurde, aber trotzdem hätte ich gerne mit den beiden mitgefiebert.

Die eigentliche Reise war wohl das Highlight des Romans. Ich mochte es, wie Emmi hier eingebunden wurde und sogar Liesel etwas positiver eingestellt war; die Reise war überraschend friedlich und tatsächlich schön, auch wenn es bis zu ihrem Anfang eine Weile dauert und sie eher Fragen als Antworten bietet. Tatsächlich hatte ich mich schon halb darauf eingestellt, dass wir gar keine Antworten bekommen werden, weil es z.B. auch gar keine Rückblicke gab, die uns welche hätten geben können; und obwohl ich diese tatsächlich schmerzhaft vermisst habe (es war schwer, sich um Charaktere zu sorgen, die nur erwähnt werden, statt leibhaftig aufzutauchen), war ich froh, dass wir letztendlich die Antworten bekamen.

Davor allerdings gibt es eine überraschend schockierende Handlungsentwicklung, die ich ehrlich gesagt überhaupt nicht mochte, weil sie so viele zufriedenstellende Antworten, Handlungsrichtungen und Charakterentwicklungen unmöglich machte. Gerade, weil ich stark darauf hoffte, dass eine bestimmte Beziehung zwischen zwei Charakteren sich auf positive Weise entwickeln würde, war ich umso deprimierter, dass die Handlung in eine ganz andere Richtung ging. Auch bei den Offenbarungen, die danach kamen, war eine dabei, die mich unter anderen Umständen dazu gebracht hätte, das Buch abzubrechen, weil sie so schrecklich war – aber dafür gab es auch zwei sehr zufriedenstellende Enthüllungen, die bereits vorher angedeutet wurden und die ich sehr mochte, weil sie so viele Fragen beantworteten.

Obwohl das Buch gute Momente hatte, ließ es mich letztendlich mit dem Wunsch zurück, eine andere Geschichte zu lesen – nämlich die von Emmi, die wir zwar erfahren, die aber noch einnehmender gewesen wäre, hätten wir sie wirklich erlebt.

– Die Psychiaterin – Wurde ihr der Job zum Verhängnis?
 380 Seiten

Tricia und ihr Ehemann Ethan scheinen für ihre neue gemeinsame Zeit ihr perfektes Traumhaus gefunden zu haben: Es gehörte der Psychiaterin Dr. Adrienne Hale, die vor wenigen Jahren spurlos verschwunden ist. Tricia hat kein gutes Gefühl, vor allem, als bei der geplanten Hausbesichtigung die Maklerin nicht auftaucht und die beiden eingeschneit werden. Gezwungen, die Nacht im Haus zu verbringen, forscht Tricia nach, in der Hoffnung, herauszufinden, was mit der Psychiaterin passiert ist – und entdeckt dabei einen Geheimraum mit mehreren Kassetten, auf denen Dr. Hale sämtliche Patientengespräche aufgezeichnet hat. Sie beginnt, sie durchzuhören – und entdeckt dabei mehr als nur ein Geheimnis …

Dieser Thriller hält einen wirklich auf Trab! Ich glaube, er könnte sogar mein bisher liebster Thriller aus McFaddens Feder sein, weil er einfach so spannend geschrieben war und ich ihn innerhalb weniger Stunden verschlungen habe. Das Pacing ist einfach großartig: Wir haben zum einen Tricia, die in der Gegenwart der gruseligen Geschichte des Hauses nachgeht, während sie Angst hat, dass außer ihrem Ehemann und ihr noch jemand im Haus sein könnte, und dann Adriennes Psychiatergespräche und ihre Probleme mit einem ganz speziellen Patienten. Die Mischung war wirklich gut gemacht und hat mich stets zum Weiterlesen angetrieben.

Die erste offensichtliche falsche Fährte habe ich sofort als solche erkannt und mich schnell auf die anderen Fährten fokussiert, die zu meiner Erleichterung sehr viel undurchsichtiger waren. So halb hatte ich durchaus die richtige Idee – aber eben nur halb, weil es so viele mögliche Erklärungen für die Geschehnisse gibt, dass ich zwar wusste, wer nicht dahintersteckt, aber nicht sagen konnte, wer stattdessen dafür verantwortlich ist. Das war wirklich großartig: Selbst, wenn man einen oder zwei Twists kommen sieht, hat McFadden immer noch welche auf Lager, mit denen man nicht gerechnet hat.

Wie gesagt hält sie die Handlung auch stets spannend; ich mochte die unheimliche Atmosphäre im Haus und die immer drängendere Situation, in der sich Adrienne wiederfindet. Das klaustrophobische Gefühl, im Haus eingesperrt zu sein, die nahezu süchtig machenden Psychiatergespräche, die immer weiter eskalierende Vergangenheit und die Fragen, die währenddessen aufgeworfen werden – einfach großartig! Zusammen mit dem flotten Schreibstil entstand so wahrlich ein Thriller, der mich von Anfang bis zum Ende packte.

Wenn ich eine Kritik äußern müsste, wäre es wohl die erste falsche Fährte, weil wirklich schmerzhaft offensichtlich war, dass es eine falsche Fährte ist. Natürlich spielt McFadden bewusst mit unseren Erwartungen und auch mit den Dingen, die wir nicht erwarten, aber mir persönlich haben die undurchsichtigeren Fährten um einiges besser gefallen.

Zusammengefasst ein grandioser Thriller, der definitiv zu meinen Lieblingen unter McFaddens Thrillern zählt!

– When Dealing With Dragons. Drachengold
 426 Seiten

Als die Drachenpflegerin Farren dem Jockey James das Leben rettet, hätte sie nicht gedacht, dass er für seine Genesung an den Hort ihrer Eltern kommt. Die Tatsache, dass sie ihn nicht leiden kann, ist dabei eine geringfügige Sorge, denn größere Angst hat sie davor, dass das Geheimnis ihrer Familie ans Licht kommen könnte. James währenddessen ist schon seit Ewigkeiten in Farren verliebt und leidet unter dem strengen Regime seines Vaters, der eine Zukunft für ihn geplant hat, der James nicht folgen will. Als er Farrens Geheimnis herausfindet, ist er entschlossen, ihr zu helfen, doch auf keinen Fall darf seine Familie davon erfahren – oder von seinen Gefühlen für sie …

Dieser Einzelband war eine sehr positive Überraschung, da ich zwar auf ein gutes Buch gehofft, aber kein so unglaublich gutes erwartet hatte! Allein schon das Worldbuilding ist Gold wert: Die Drachen in diesem Universum überziehen bei Angst ihre Schuppen mit einem bestimmten Metall (Eisen, Zinn, Kupfer, Bronze oder Silber), das auf magische Weise geschmiedet werden kann, weswegen die Drachen aber auch auf mehrere Arten ausgenutzt werden: Für die Rennen und wegen ihrer Schuppen. Das war eine sehr coole, kreative Idee, die zudem sehr gut umgesetzt wurde und natürlich auch für so einige emotionale Szenen sorgte. Deswegen ist dieser Fantasyroman eventuell auch nicht für jeden etwas, aber ich mochte die Art und Weise, wie das Worldbuilding mit der Handlung verwoben wurde.

Aber nicht nur das Worldbuilding war genial, auch die beiden Hauptcharaktere und ihre Romanze war großartig umgesetzt. Farrens Kompetenz und James‘ Entschlossenheit gefielen mir sehr, aber auch die Tatsache, dass sie Fehler machten; es war süß, wie sie sich ineinander verliebten und sich stets gegenseitig halfen. Ihre Romanze war wundervoll, Farrens Hass verwandelte sich auf realistische Weise in Liebe und allgemein gehörten so ziemlich alle Szenen mit den beiden zu meinen Lieblingen.

Andere Charaktere kommen nicht ganz so stark hervor, aber ich mochte James‘ Freundschaft zu Farrens Vater gern sowie Farrens Freundschaft zu Jeffrey und Shelly, die meiner Meinung nach ein eigenes Buch verdient hätten. Die besten Freundschaften waren jedoch die zu den Drachen: Ich liebte es, wie Farrens und James‘ Drachen tatsächlich eine wichtige Rolle spielten und sehr viele Szenen bekamen, in denen ihre Bindung zu den beiden gezeigt wurde.

Außerdem war das Buch sehr spannend: Die Angespanntheit, die durch Farrens und James‘ Geheimnisse entstand, sorgte für mehrere fesselnde Szenen, auch wenn ich zugegeben fand, dass das Ende ein wenig zu schnell abgewickelt wurde – es war immer noch ein zufriedenstellendes Ende, aber gerade nach den vielen spannenden Szenen war ich überrascht, wie schnell die Handlungsstränge letztendlich aufgelöst wurden.

Insgesamt also ein großartiger Einzelband mit einem wundervollen Worldbuilding, einer süßen Romanze und ein paar tollen Twists!

– Was sie nicht weiß
 384 Seiten

Sam Frost bekommt einen besorgten Anruf: Seine Frau Bryden hat scheinbar vergessen, ihre dreijährige Tochter vom Kindergarten abzuholen. Kurz darauf wird sie vermisst gemeldet – und nur wenig später entwickelt sich der Fall zu etwas sehr viel Größerem. Detective Jayne Salter verdächtigt Sam, seine Frau umgebracht zu haben, doch gibt es mehrere Hinweise auf verschiedene Täter, unter anderem auch auf Derek Gardner, mit dem Bryden sich nur wenige Wochen zuvor getroffen hat. Jayne ist entschlossen, den Täter zu finden, doch das ist nicht so leicht, weil alle etwas zu verbergen haben …

Ich habe mir von diesem Thriller so einiges versprochen, doch obwohl er Spaß zu lesen machte, zeigte er in verschiedenen anderen Aspekten große Mängel. Zunächst einmal ist er anfangs zwar sehr spannend, als es um die Suche nach Bryden geht, doch die Suche nach Verdächtigen gestaltet sich um einiges ruhiger, trotz einiger Offenbarungen, die in diesem Teil der Handlung gemacht wurden.

Diese empfand ich zunächst als Stärke: Wir Leser:innen erfahren Geheimnisse gewisser Charaktere, von denen sie auf keinen Fall wollen, dass sie herauskommen – dadurch entstand ein Spannungselement, wann immer die Charaktere sich mit dem Risiko konfrontiert sahen, dass es doch herauskommen könnte. Allerdings gab es von diesen „Lesergeheimnissen“ etwas zu viele, sodass ich letztendlich das Gefühl hatte, es würde für uns Leser keine Geheimnisse und Twists mehr geben, sondern nur für die anderen Charaktere. Hier finde ich, dass die Spannung von unbekannten Geheimnissen stärker hätte genutzt werden sollen, um an den richtigen Stellen für überraschende Twists zu sorgen, statt uns Leserinnen offen zu verraten, um welche Geheimnisse es sich handelt.

Dadurch, dass wir Leserinnen so viel wissen, die Polizei jedoch so wenig, kam es mir zudem vor, als wären Jayne und ihre Kollegen recht unfähig, weil es mir so vorkam, als würden sie verzweifelt von Verdächtigem zu Verdächtigem springen und Fortschritte nicht durch eigene Ermittlungen, sondern durch Fehler anderer machen.

Die verschiedenen Fährten, die es gibt, haben mir prinzipiell gut gefallen, die Anzahl der Charaktere jedoch nicht. Es gibt recht viele, die für einen kurzen Moment eine Sichtweise bekommen, bis eine schlichte Leerzeile anzeigt, dass eine andere Sichtweise startet. Und ehe man sich in diese einlesen konnte, startet wieder eine neue, was mich mehrmals verwirrt hat, weil ich immer eine Weile brauchte, um mich in die aktuelle Sichtweise reinzufühlen und nur selten genug Zeit bekam, um das tatsächlich zu tun.

Zuletzt haben wir die Auflösung, die sehr abrupt erfolgte und leider viele Fragen und Charakterschicksale offen ließ. Ich war regelrecht vor den Kopf gestoßen, als die Geschichte so plötzlich aufhörte, ohne uns zu verraten, welche Konsequenzen die Taten gewisser Charaktere haben, weil mich das brennend interessierte und ich deshalb enttäuscht war, diesbezüglich nichts zu erfahren.

Insgesamt also ein Thriller, der sich zwar gut lesen lässt, jedoch einige gravierende Mängel aufweist. Ich hoffe trotzdem, dass andere Leser mit ihm eine Freude haben, doch mein Fall war er leider nicht.

– Die verschwundene Schwester : Roman
 828 Seiten

Die sechs d‘Aplièse-Schwestern haben ihre Herkünfte entdeckt und ein neues Leben gefunden, doch ein letztes Geheimnis haben sie zu lüften: Mary McDougal, ihre verschwundene siebte Schwester, für die es endlich einen Hinweis gibt, nämlich einen sternenförmigen Smaragdring, den sie besitzen soll. Allerdings berichtet Mary, dass ihre Mutter Merry den Ring für eine Weltreise an sich genommen hat und so bald nicht wieder zurückkehren wird. Zum Glück leben die Schwestern in verschiedenen Ländern, sodass sie sie verfolgen können – doch merken sie bald, dass Merry ihnen bewusst aus dem Weg zu gehen scheint …

Dieser siebte Band der Sieben Schwestern hat definitiv eine andere Struktur als die anderen, denn nicht nur kommen hier alle Schwestern zum Einsatz, weil sie alle Kontakt mit Merry und deren Kindern suchen, auch die direkte Vergangenheit der siebten Schwester spielt dieses Mal eine große Rolle. Tatsächlich war es sogar die Vorgeschichte mit Nuala, die mir am meisten Schwierigkeiten bereitete – denn obwohl ich ihre Freundschaft mit Philip sehr schön umgesetzt fand, haben mich die ganzen politischen Zusammenhänge hinter dem irisch-britischen Konflikt nicht interessiert und ich fand es deshalb besonders schwierig, in ihre Sichtweise reinzufinden.

Bei den anderen Schwestern fiel mir das schon leichter und ich mochte es, dass nicht nur alle Sichtweisen bekamen, sondern Maia und Ally zusätzlich eine eigene kleine Nebengeschichte erhielten, die mir sehr gefiel. Aber auch die Sichtweisen von CeCe, Elektra, Star und Tiggy waren so zufriedenstellend zu lesen, weil sie ihr Happy End natürlich schon bekommen haben, es aber gerade deshalb so schön war, zu lesen, wie sie es leben.

Am faszinierendsten fand ich die Rückblicke bezüglich Merrys Kindheit und ihrer Herkunft, weil ich so eingenommen von ihrem Familienleben war, ihren Patenonkel Ambrose und dessen Freund Father O‘Brien so mochte und diese Teile der Geschichte allgemein sehr gut erzählt waren. Tatsächlich hätte ich mir sogar noch mehr Szenen aus ihrem Leben gewünscht, weil ich so interessiert daran war!

Insgesamt fand ich diesen Band zwar nicht ganz so gut wie die vorigen Bände, mochte aber das Konzept und Merrys Geschichte sehr gerne. Ich freue mich schon darauf, bald den achten und letzten Band zu lesen!

– The Enemy's Daughter
 384 Seiten

Als Heilerin der Klans macht sich Isadora im Geheimen auf zur Front, um dort ihrem zukünftigen Verlobten Liam helfen zu können. Auf dem Weg begegnet sie Tristan, der aus Kingsland stammt und damit zu ihren Feinden gehört. Sie nimmt ihn gefangen, ist sich jedoch unsicher, was sie mit ihm tun soll. Bevor sie eine Entscheidung fällen kann, wird Tristan von seinen Leuten befreit – und Isadora mit einem Giftpfeil getroffen. Um sie zu retten, führt Tristan ein Ritual aus, das sie miteinander verheiratet und es erlaubt, ihre Wunden miteinander zu teilen. Isadora wird ins Kingsland gebracht – und lernt dort zum ersten Mal, welche Wahrheiten bislang vor ihr verborgen wurden …

Diese Fantasyromanze basiert natürlich auf „Tristan und Isolde“, das ich zwar nie gelesen habe, weshalb ich auch nicht einschätzen kann, inwiefern dieser Roman eine akkurate Adaption ist, aber gestört hat mich das nicht, zumal ich auch keine akkurate Adaption erwarte. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Erwartungen, was eine Fantasyromanze betrifft, leider auch nicht ganz erfüllt wurden.

So fand ich, dass Isadora und Tristan sich viel zu schnell miteinander verstanden, was ihre Romanze schmälerte, weil sie dadurch schlichtweg nicht realistisch wirkte; zwar fand ich den Einsatz ihrer fast magischen Verbindung, die es ihnen erlaubt, Gefühle, Erinnerungen und Verletzungen miteinander zu teilen, sehr gut umgesetzt, aber zumindest der Anfang der Romanze geschah mir ein wenig zu plötzlich.

Die Tatsache, dass Isadoras Weltbild infrage gestellt wird, fand ich prinzipiell gut, die Umsetzung dafür zu schwarz-weiß. Statt beide Parteien des Krieges fehlerhaft und komplex darzustellen, wurde ihre Sichtweise der „Guten“ und „Bösen“ schlicht umgekehrt, was ich definitiv zu leicht gelöst fand. Zwar gibt es durchaus in beiden Parteien Menschen, die ihr helfen bzw. schaden wollen, doch ein komplexerer Konflikt, bei dem es kein Richtig oder Falsch gibt, hätte mir besser gefallen.

Andere Charaktere waren bis auf wenige Ausnahmen (speziell Liam und Enola) nicht allzu erinnerungswürdig, aber das dystopische Worldbuilding hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es war faszinierend zu sehen, wie nach dem Untergang unserer Welt Menschen einen neuen Weg finden mussten, zurechtzukommen, und dabei eine Mischung aus modernen und althergebrachten Mitteln verwendeten.

Insgesamt eine solide Romantasy, aber leider auch mit einigen Schwächen.

– Missing Page - Tödliche Worte
 464 Seiten

Toni bekommt einen Platz in einem exklusiven Workshop, den der weltberühmte Autor Richard Erwin Giffard leitet. Dort behauptet sie, sich qualifiziertes Feedback zu wünschen, obwohl sie in Wirklichkeit ein Verbrechen plant. Zu aller Überraschung verkündet Giffard allerdings, dass mehr hinter dem Workshop steckt: Er ist ein Wettbewerb, bei dem der Gewinner nicht nur einen Buchvertrag und ein Preisgeld bekommt, sondern in Giffards Testament als alleiniger Erbe eingesetzt wird. Doch bald darauf wird Giffard tot aufgefunden und ein Sturm kapselt Toni, die Teilnehmenden und die Bediensteten von der Außenwelt ab. Toni und die Teilnehmenden nutzen die Gelegenheit, um Giffards Tod näher zu untersuchen – doch mit jedem Indiz verhärtet sich Tonis Angst, dass sie selbst es war, die Giffard während ihres Schlafwandelns umgebracht hat …

„Hotel Ambrosia“ gehörte zu meinen absoluten Lieblingsthrillern im letzten Jahr, weil er so voller überraschender Twists war, und obwohl „Missing Page“ nicht dieselbe Art an Was-zur-Hölle-Twists hatte, hatte es immer noch eine spannende Geschichte, die durch viele, viele Details zusammengefügt wurde.

Und diese Details waren für mich das Beste an der Geschichte. Die vielen Mysteryelemente waren so wundervoll miteinander verwoben, dass ich das Buch am liebsten noch einmal lesen würde, um dieses Mal noch mehr auf die vielen Details zu achten, die ich beim ersten Lesen übersah. Ich bin immer noch ganz begeistert davon, wie viele Dinge miteinander zusammenhingen, die mir nicht auffielen, obwohl sie im Nachhinein ein so passendes Puzzle ergaben. (Spezielle Erwähnung verdient die Art und Weise, wie Toni den Fall auf äußerst ungewöhnliche und sehr zufriedenstellende Weise gelöst hat.)

Die anderen Teilnehmenden – George, Parker, Nessa, Milo und Susmita – sowie die Bediensteten bleiben mehr oder weniger zweidimensional, mit festen Charaktereigenschaften, die es leicht gemacht haben, sich die einzelnen Charaktere zu merken, was sowohl ein Plus- als auch ein Minuspunkt war: Mir gefiel es sehr, wie mühelos ich den Überblick über alle Charaktere behalten konnte, weil mir das oft schwer fällt, aber gleichzeitig hätte ich mir gerne noch mehr Tiefe von allen gewünscht. Beziehungsweise bekommen die Charaktere durchaus Tiefe, aber diese ist größtenteils mit Twists verbunden – und ich hätte mir gerne abgesehen von den Twists noch mehr Tiefe gewünscht. (Davon abgesehen waren die Charaktere allerdings sehr sympathisch.)

Die Entwicklung der Handlung war großartig, zunächst mit einer klassischen Mystery, die dann immer mehr Schichten bekommt, bis sie am Ende äußerst zufriedenstellend aufgelöst wird. Es gibt so einige dramatische Momente und ich liebte es, wie sehr Tonis Bindung zu ihrer Mutter, die Probleme mit ihrer Geschichte, ihr Schlafwandeln, ihre Ermittlungen und ihre süße Romanze mit George gehandhabt wurden. Es war leicht, mit ihr mitzufiebern, weil sie so eine großartige Protagonistin war.

Insgesamt ein sehr guter Thriller, der seine losen Fäden unglaublich gut miteinander verknüpft und mir sehr viel Spaß gemacht hat!

– Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Weiße Nächte
 606 Seiten

Mehrere Selbstmorde wecken Harry Dresdens Aufmerksamkeit, denn so offensichtlich sie zunächst scheinen, verrät ihm eine geheime Nachricht an den Tatorten, dass es sich um Morde handelt: „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.“ Zusammen mit Murphy, die zum Sergeant degradiert wurde, und Molly, seinem sich überall einmischenden Lehrling, ist Harry entschlossen, die Morde aufzulösen, bevor noch mehr begangen werden – doch ausgerechnet Thomas, sein Bruder, wird schnell zum Hauptverdächtigen. Was genau plant er und was genau planen die Vampire? Harry ahnt, dass weitaus mehr dahinter steckt, als es zunächst den Anschein hat …

Die Harry-Dresden-Bände werden mit jedem weiteren Band immer spaßiger zu lesen und das trifft auch auf diesen hier zu. Jim Butchers Humor ist zugegeben nicht für jeden geeignet (mich persönlich störten die drei, vier Szenen, in denen auf Kosten bestimmter Personengruppen ein Witz gemacht wurde), aber ich persönlich mochte ihn insgesamt sehr, weil er Harry zu einem so sympathischen und coolen Charakter machte. Der Spaßfaktor ist schlicht sehr hoch und das macht den Band so gut zu lesen.

Aber es ist nicht nur der Humor, der überzeugt: Ich war besonders investiert in den Fall, weil er sich dramatischer und persönlicher anfühlte als die vorherigen – nicht nur aufgrund der scheinbaren Selbstmorde, die mit dem richtigen Drama erzählt werden, sondern auch aufgrund Harrys persönlichem Bezug zum Fall, bei dem ich gespannt war, inwiefern Thomas involviert ist.

Davon abgesehen bleibt der Roman stets spannend: Harrys Nachforschungen, seine Lehrer/Schüler-Beziehung zu Molly, Elaines Rückkehr, die dämonische Lasciel und die vielen falschen Fährten hielten mich ordentlich auf Trab, zumal es auch oft Action-Szenen gibt, die sehr gut beschrieben wurden. Das Finale muss ich dabei hervorheben, denn dieses war einfach episch gestaltet!

Ein wenig mehr hätte ich mir von Thomas gewünscht, aber ansonsten war ich zufrieden damit, wie die Charaktere in diesem Band balanciert wurden. Ein Charakter, der mich dabei positiv überraschte, war Ramirez, weil er bei mir bisher keinen Eindruck hinterließ, in diesem Band aber ordentlich scheinen konnte.

Was kann ich sagen, wie immer ein sehr spannender Harry-Dresden-Band, der mir sehr gut gefallen hat!

– Murdle Mystery
 240 Seiten

Logico ist erfreut, das Deduction College zu besuchen, doch womit er nicht gerechnet hat, sind die vielen Mysterien, die die Schule betreffen. Wer ist der mysteriöse Boy, der auf dem Campus herumschleicht? Plant Dame Obsidian wieder einen Mord? Wer gewinnt das Schachboxturnier? Inwiefern ist die Intuitive Inquisition Teil des Komplotts? Und wie wurde das Deduction College überhaupt gegründet? Diese und viele weitere Fragen muss Logico beantworten, während er zahlreiche Mörder überführen muss …

Ich habe dieses Rätselbuch bereits auf Englisch gelöst, doch weil mir die Murdle-Reihe im Allgemeinen und dieser Band im Besonderen so viel Spaß machte, freute ich mich, ihn noch mal auf Deutsch zu machen. Vieles hatte ich auch noch in Erinnerung, aber einiges nicht mehr, weshalb es erfrischend war, die Puzzleteile wieder zusammenzufügen.

Die Rätsel selbst sind für mich inzwischen zu einfach, weshalb ich die Extra-Aufgaben wie z.B. die zu lösenden Codes umso mehr mochte. Was mich dafür sehr gut gefallen hat, waren die kleinen Mini-Storylines, in die ich erstaunlich investiert war und bei denen es Spaß machte, in den Kurzbeschreibungen der einzelnen Orte und Gegenstände nach Hinweisen zu suchen. Sie sind immer noch mein liebster Teil der Murdle-Reihe, weil sie nicht nur für großartige „Oha!“-Momente sorgen, sondern die Rätsel zu so viel mehr machen als schlichten Logikpuzzles. Neben dem ersten Band mochte ich diesen hier am meisten, einfach, weil die einzelnen Geschichten so gut waren.

Was ich jedoch erwähnen möchte, ist, dass dieser Band nicht unbedingt für Einsteiger geeignet ist, weil er zeigt, wie viele bekannte Charaktere aus den anderen Teilen sich bis zu dem Punkt entwickelten, an dem wir sie in den originalen Teilen kennenlernen. Dieser Aspekt hat das Buch auf jeden Fall bereichert, sollte deswegen aber auch erst nach mindestens einem Murdle-Teil gelöst werden, damit man die ganzen Referenzen versteht.

Davon abgesehen haben wir aber einen unterhaltsamen Rätselband, der speziell für Murdle-Fans geeignet ist!