- Alexander
- von Schirach
- Penguin
- Kinderbuch
- Demokratie
- Philosophie
- Abenteuer
- Suche
- Gesetze
- Regeln
- Gerechtigkeit
- Würde
- Reise
- Geschenkbuch
Nachdem Kalistes tyrannischer König gestürzt wurde, sucht die Bevölkerung nach einem Weg, gerechte Gesetze zu etablieren. Die Bewohner kommen zu dem Schluss, dass nur ein Kind eine Lösung finden kann und wählen Alexander aus, nachdem dieser das Sphinx-Rätsel gelöst hat. Er macht sich auf eine Reise auf und begegnet dabei vielen verschiedenen Gestalten. Ob nun ein Modeschöpfer, ein Philosoph, ein Orakel oder eine Leserin: Sie alle haben ihre eigene Sichtweise, die Alexander zeigt, was wirklich wichtig ist …
Dieses schöne Kinderbuch erzählt ganz wunderbar davon, welche Werte in einer Demokratie vonnöten sind, um diese zu erhalten und das auf eine Art und Weise, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gut zu lesen ist. Für Erwachsene sind die Gesetze, die Alexander vorgeschlagen werden, natürlich offensichtlich, aber trotzdem wertvoll und für Kinder ohnehin wichtig. Zudem war es so oder so schön, sich selbst daran zu erinnern, welche Gesetze in einer Demokratie gelten sollten. Aber das, was mir wirklich gefiel, waren die viele subtilen Momente und Anmerkungen, die nur Erwachsene in ihrer Vollständigkeit verstehen (z.B. als Alexander auf den Philosophen Diogenes trifft).
Jeder Charakter hinterlässt hierbei einen starken Eindruck, was vor allem wegen ihrer begrenzten Screentime sehr beeindruckend ist. Mein persönlicher Liebling war das Orakel, aber sicher wird jeder seinen eigenen Lieblingscharakter finden können, weil sie alle nicht nur wichtige Lektionen mitgeben, sondern allgemein erinnerungswürdig geschrieben sind.
Den besten Vergleich, den ich bringen kann, ist „Der kleine Prinz“, weil speziell Alexanders Reise und sein Treffen auf verschiedene Charaktere mich ein wenig an die Reise des kleinen Prinzen erinnerte – mit dem Unterschied, dass Alexander tatsächlich wichtige Informationen erhält. Meine einzige Kritik besteht daraus, dass ich mir gerne noch mehr Diversität von den Charakteren gewünscht hätte, weil gerade Randgruppen die Vorzüge der Demokratie nicht so sehr genießen, wie sie es verdienen; hier finde ich, dass es noch effektiver gewesen wäre, ebenjene Randgruppen zu Alexander sprechen zu lassen (obwohl die Lektionen natürlich unabhängig von der Person, die sie vorträgt, wichtig sind).
Insgesamt eine schöne, kurzweilige Geschichte über Demokratie, die nicht nur für Kinder geeignet ist!
Auf der Suche nach ihrem Vater gerät Ista auf die Glasinsel, wo auch der Spion Tamlin lebt. Hier findet sie heraus, dass ihr Vater bei den Lustbarkeiten ist – ein endloses Fest, das die neue Königin der Sumpfspinner benutzt, um Menschen zu ködern. Nur, wenn Ista, Nat und Ruby es ebenfalls riskieren, an den Lustbarkeiten teilzunehmen und die Spiele der Königin zu bestehen, können sie Istas Vater befreien – doch Tamlin macht deutlich, dass das nicht einfach sein wird …
Den ersten Teil habe ich damals mit viel Begeisterung gelesen, weil er so viele unerwartete Twists hatte, aber der zweite Teil ist um einiges schlichter aufgebaut. Es gibt immer noch ein, zwei Überraschungen, aber die Handlung insgesamt ist recht geradlinig und braucht zudem eine Weile, um in Gang zu kommen. Ich hatte das Gefühl, dass nicht allzu viel passiert, wobei das teils auch ein positiver Punkt ist: So lernen wir nämlich speziell Tamlin besser kennen und diese Zeit war sehr gut investiert.
Denn obwohl Ista, Nat und Ruby das Haupttrio sind, war Tamlin mit Abstand der faszinierendste Charakter, sehr vielschichtig und undurchschaubar, was seine Ziele betrifft. Denn wir als Leser:innen merken schnell, dass er etwas vor uns verbirgt – aber was es ist und auf welcher Seite er letztendlich steht, bleibt lange ein Geheimnis und das hat mir sehr gefallen. So habe ich selbst dann mit der Handlung mitgefiebert, als sie selbst nicht allzu spannend war: Weil Tamlin und sein undurchsichtiger Charakter sie trotzdem spannend gemacht haben.
Bei dem Rest der Handlung fehlte mir dagegen manchmal die Relevanz zur Hauptstory, speziell am Anfang, als Nat und Ruby erst einmal nach Ista suchten, während Ista andere Bewohner der Glasinsel kennenlernte. Hier finde ich, dass man die Handlung hätte kürzen können, indem Nat und Ruby von Anfang an Teil der Partie gewesen wären, auch wenn es mir gefiel, auf diese Weise mehr von Alexo Rokis zu sehen.
Der beste Teil war definitiv das Ende, als die Charaktere alle bei den Lustbarkeiten sind, wo sie in konstanter Gefahr schweben; hier fieberte ich sehr stark mit, weil ich wissen wollte, wie die Charaktere der Königin ein Schnippchen schlagen wollen. Doch insgesamt empfand ich diesen Teil als schwächer, weil ihm die Komplexität und die vielen Twists des ersten Teils fehlten. Als Geschichte selbst war er allerdings immer noch in Ordnung.
Bitsy ist schockiert, als ihr Vater von einer Frau mit einer seltsamen Kreatur entführt wird. Bei der Kreatur handelt es sich um einen Magicore – ein Wesen, das aus einem bestimmten Gefühl heraus entsteht. Die Entführerin, Melasina Spires, verlangt von Bitsy, ihr Arkwoods Kreiselrad zu besorgen, wenn sie ihren Vater retten will. Dafür müssen Bitsy und ihr bester Freund Kosh nicht nur lernen, wie man Magicores beschwört, sondern auch eine Schnitzeljagd durch verschiedene Städte bewältigen, um Arkwoods Kreiselrad zu finden …
Am Anfang hat mich dieses Kinderbuch erst mal ganz schön überfordert, denn es gibt wirklich sehr viel Infodump bezüglich der Magicores, den ich mir nicht einmal ansatzweise komplett merken konnte. Ich hatte sofort das Gefühl, dass diese Informationen flüssiger hätten eingebaut werden können (ähnlich wie die späteren Wesen, die nach und nach erscheinen), weil die Art und Weise, wie sie präsentiert sind, ein wenig zu viel auf einmal war.
Doch das, was sie beinhalten, war mit Abstand die größte Stärke des Romans: Die verschiedenen Magicores. Sie waren unglaublich kreativ, gut beschrieben, hatten coole Fähigkeiten und deren Bindung zu verschiedenen Emotionen war ebenfalls fantastisch umgesetzt. Am Anfang eines jeden Kapitels gibt es eine kleine Zeichnung von einem bestimmtem Magicore (der in der Regel auf für das Kapitel relevant ist) und es hat mich sehr begeistert, sie in die Handlung eingebaut zu sehen. Das ganze System war um einiges tiefer, als ich es erwartet habe und das hat es so fantastisch gemacht.
Die Schnitzeljagd gefiel mir ebenfalls gut, auch wenn sie durchaus Szenen hatte, die sich ein wenig zogen. Es war einfach spaßig, Bitsy und Kosh dabei zuzusehen, wie sie die verschiedenen Aufgaben zusammen bewältigen – auch, wenn ich zugegeben muss, dass sie als Charaktere nicht besonders hervorstachen. Ja, ich mochte ihre Freundschaft, aber im Vergleich zu den Wesen, die sie heraufbeschwören, blieben sie relativ blass. Das trifft auch auf die anderen Charaktere zu, von denen ich gerne mehr gesehen hätte, weil die Geschichte zu stark von der Handlung lebt.
Apropos: Natürlich gab es auch zwei, drei Twists, wobei ich ironischerweise den Endtwist bereits sehr früh erahnte, den Mitteltwist allerdings nicht kommen sah. Sie waren auf jeden Fall nett und haben die Handlung bereichert.
Insgesamt also ein Buch, das vor allem durch seine Kreativität hervorsticht!
- Die Jagd nach den
- magischen Münzen
- Jessie Burton
- Carlsen
- Kinderbuch
- Fantasy
- Magie
- Geschichte
- Historisch
- London
- Themse
- Suche
- Freundschaft
- Trauer
- Verlust
- Loslassen
- Twists
Bo hört das Flüstern der Themse, bevor sie in deren Schlamm eine silberne Münze findet, die sie an den Mond erinnert. Sie spürt sofort, dass sie etwas Besonderes ist und weigert sich, sie zu verkaufen, als der zwielichtige Muncaster ihr viel Geld dafür anbietet. Zusammen mit Billy, Muncasters Diener, findet sie heraus, dass es auch eine Sonnenmünze gibt, sowie eine Ballade, die verrät, wie man die beiden Münzen zusammenführen muss, um einen geliebten Menschen wiederzubeleben. Billy, der hofft, so seine Mutter zurückzubekommen, möchte Bo helfen, die zweite Münze zu finden, muss sich jedoch auch vor Muncaster in Acht nehmen …
Dieses Kinderbuch war überraschend emotional, auf mehr als eine Weise! Es ist eine teils historische, teils magische Geschichte, die kein klassisches Abenteuer erzählt, sondern eine Geschichte über Freundschaft, Verlust und Loslassen. Aus diesem Grund habe ich die Geschichte teils als langsam empfunden, weil es nicht immer spannend war, sondern der Fokus ganz klar auf den Charakteren und deren Beziehungen lag.
Natürlich stechen vor allem Bo und Billy positiv hervor, aber auch Miss Cressant und Eddie mochte ich ganz gern, obwohl sie teils nicht viel Screentime haben. Man könnte auch sagen, dass nicht zwingend die Charaktere interessant sind, sondern die Bindungen zwischen ihnen und das, was sie voneinander lernen.
Auch der Schreibstil und die Atmosphäre, die sie einfängt, sind sehr schön, wobei ich hier auch lobend das Cover erwähnen möchte, dass das Ambiente des Buches fantastisch einfängt.
Gegen Ende gab es ein paar überraschende Twists, mit denen ich nicht gerechnet habe, obwohl sie im Nachhinein sehr logisch waren. Das emotionale Ende und das Lied der Themse, das uns danach gezeigt wird, haben mir sehr gefallen, doch gleichzeitig bin ich mir sicher, dass gerade die Zielgruppe eventuell nicht zufrieden damit sein wird. Diese Geschichte ist wie gesagt kein klassisches Fantasyabenteuer, sondern vor allem ein gefühlvoller Roman!
- Secrets of
- Black Manor
- Marisa Hart
- Arena
- Kinderbuch
- Fantasy
- Magie
- Träume
- Spannung
- Brüder
- Zwillinge
- Freundschaft
- Liebe
- Twists
- Kleines Highlight
Luca ist erstaunt, als an seinem dreizehnten Geburtstag ein seltsames Zeichen auf seinem Handgelenk und ein noch seltsameres Wesen auf seinem Bett auftaucht. Zunächst hält er es für einen Streich von seinem Zwillingsbruder Jannis, bis der zwielichtige William Gray mit ihm Kontakt aufnimmt und ihn darüber unterrichtet, dass Luca in seinen Träumen magische Wesen erschaffen kann. Doch erst, als Luca tatsächlich eins erschafft, begreift er, dass er Wills Hilfe braucht, wenn er herausfinden will, was mit ihm los ist. Doch kann er Will wirklich vertrauen? Und was ist mit Blake, Wills Zwillingsbruder, der seine eigenen Pläne mit Luca zu haben scheint? Luca ist bereit, es herauszufinden …
Dieses Kinderbuch liefert ein spannendes und kreatives Abenteuer, das mich gleich auf mehrere Weisen positiv überrascht hat! Vor allem, was die Handlung angeht, gab es viele unerwartete und klischeefreie Entwicklungen, die ich nicht kommen gesehen habe. Allein schon beim grundsätzlichen Charakteraufbau (dass sowohl der Protagonist als auch sein Mentor Zwillingsbrüder haben) hatte ich sofort ein paar Vermutungen, was die Handlung betrifft, aber zu meiner Erleichterung vermied Marisa Hart hier sämtliche Klischees. Selbst bei dem offensichtlichen Twist bezüglich eines Nebencharakters (bei dem ich mir durchaus gewünscht hätte, dass er ein wenig früher offenbart worden wäre) fand die Autorin einen Weg, ihn erfrischend zu machen, was ich ebenfalls nicht erwartet habe. Hier ein wirklich großes Lob dafür, dass die Handlung so kreativ war!
Auch die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander überraschten mich positiv, sodass es mir schwer fällt, hier einen Liebling zu wählen. Lucas Beziehung zu Jannis, seinem Zwillingsbruder, Ben, seinem Klassenkameraden und Will, seinem Mentor waren allesamt großartig umgesetzt. Es war so wunderbar, dass Luca und Jannis tatsächlich über ihre Probleme geredet haben, was zu einer unglaublich zufriedenstellenden Entwicklung führte. Auch Lucas und Bens etwas-mehr-als-freundschaftliche Beziehung hat mich gefesselt und ich hoffe sehr, dass der zweite Band sie weiter vertiefen wird. Und zuletzt fand ich auch Luca und Will und die Art und Weise, wie sie beide aus ihren Fehlern lernten, sehr schön. Dadurch, dass Luca Will zunächst nicht vertraut und sich leicht von Blake beeinflussen lässt, macht er leider ein paar vermeidbare Fehler, aber sowohl er als auch Will lernen aus ihrem Verhalten und bessern sich im Lauf der Handlung.
Kritik habe ich höchstens an den Nebencharakteren, die relativ flach bleiben; die Fieslinge aus der Schule bekommen keinerlei Tiefe, sondern sind einfach gemein, und ich hätte mir auch mehr Action von den weiblichen Charakteren gewünscht, die zwar wichtige Momente bekommen, aber insgesamt nicht allzu relevant für die Handlung sind. Allerdings bin ich ziemlich optimistisch, dass Marisa Hart diesen Aspekt im zweiten Band verbessern kann, da ihre Charaktere insgesamt sehr gut gezeichnet sind.
Die verschiedenen Traumwesen haben mich sehr begeistert. Von ihren Welten hätte ich gerne noch mehr gesehen, aber die Traumwesen selbst waren sehr kreativ und wurden vor allem sehr gut in der Handlung eingesetzt. Ein wenig deus-ex-machina-mäßig waren sie teilweise schon, aber immer noch im logischen Rahmen, sodass mir das nichts ausmachte. Und wie gesagt sind die Wesen selbst einfach großartig!
Das Ende lässt einige Handlungsentwicklungen offen, sodass ich mich schon sehr auf den zweiten Band freue! Am Ende habe ich nur noch zu sagen, dass ich die Karte und die anderen Illustrationen im Buch sehr mochte, weil die Karte zu den wenigen gehört, die tatsächlich hilfreich sind und die Illustrationen es vereinfachten, mir speziell die verschiedenen Wesen besser vorzustellen.
Insgesamt also ein wunderbares Fantasyabenteuer, das sicher nicht nur Kindern gefallen wird!
- Mortimers Geheimnis
- Rebecca Stead
- Wendy Mass
- Arena
- Kinderbuch
- Mystery
- Krimi
- Bibliothek
- Geheimnisse
- Kater
- Geister
- Ermittlungen
- Spannung
- Twists
- Wohlfühlbuch
- Kleines Highlight
Mortimer ist ein Kater, der auf einen kleinen Bücherschrank aufpasst. Eines Tages kommt der Schüler Evan vorbei und nimmt sich spontan die beiden schmalsten Bücher. Zu seiner Verwunderung stellt er fest, dass fast alle Bücher des Bücherwagens offizielle Bücher aus der damals niedergebrannten Stadtbibliothek sind, die alle am selben Tag zurückgegeben wurden. Mehrere Bücher wurden damals von Evans Vater ausgeliehen, eines sogar vom berühmten Autor H. G. Higgins, in dem ein mysteriöses Polaroid-Foto steckt. Was hat es damit auf sich? Was geschah damals in der Bibliothek? Und was hat der Kater Mortimer mit all dem zu tun? Zusammen mit seinem besten Freund Rafi macht sich Evan an die Detektivarbeit …
Dieser wunderschöne Kinderroman ist unglaublich angenehm zu lesen und erzählt eine relativ schlichte, aber dafür sehr einnehmende Geschichte. Verschiedene Sichtweisen puzzeln ein Mysterium zusammen, das mir als Erwachsene zwar teilweise klar war, aber definitiv nicht ganz: Es gab ein, zwei Überraschungen, die ich nicht kommen gesehen habe und die mir deshalb umso mehr gefielen. Tatsächlich wünschte ich mir, dass auch der Haupttwist der Handlung – Mortimers Geheimnis – etwas weniger offensichtlich gewesen wäre, denn schließlich haben die beiden Autorinnen bereits hervorragend gezeigt, dass sie gute, unvorhersehbare und gleichzeitig logische Twists schreiben können!
Aber um ehrlich zu sein, ist das letztendlich eine kleine Kritik, denn die eigentliche Handlung hat mir so viel Spaß gemacht, dass mir die teils offensichtlichen Zusammenhänge nichts ausmachten. Gerade der Mystery-Aspekt war unglaublich gut gelungen, denn ich habe mich durchaus gefragt, wie die verschiedenen Handlungselemente miteinander verwoben sind und auf welche Weise sie aufeinandertreffen würden. So gibt es zum Beispiel auch einen wichtigen Handlungsstrang mit tatsächlichen Geistern, der ebenfalls eine Rolle spielt und für mich lange ein Mysterium war. Allgemein gibt es viele Details, die noch für später relevant und nicht immer offensichtlich sind.
Gleichzeitig ist das Buch nicht nur eine Detektivgeschichte, sondern auch eine emotionale, die speziell das Thema der Schuld in den Vordergrund rückt. Zwar habe ich die Mystery-Elemente am meisten genossen, mochte aber auch die Szenen, in denen wir den Charakteren bei alltäglicheren Geschehnissen folgten.
Ich glaube, das einzige, was mich verwunderte, war, dass das Leben von Evans bestem Freund Rafi gar nicht richtig kommentiert wird. Seine Eltern haben unzählige Regeln für ihn, die das, was er tun darf, stark einschränken, ohne, dass die Geschichte das beurteilt (weder positiv noch negativ). Evan und Rafi machen zwar ein paar Kommentare diesbezüglich, aber alle anderen Charaktere scheinen das Verhalten der Eltern komplett normal zu finden, ohne dass ich mir erklären konnte, ob das zum Humor der Geschichte gehört (was wahrscheinlich ist) oder eine Logiklücke ist (was ich nicht für wahrscheinlich halte, mir aber so vorkam). Ist eigentlich ein verhältnismäßig unwichtiger Teil der Handlung, aber einer, der mir aufgefallen ist.
Doch zusammengefasst haben wir trotz der kleinen Kritikpunkte eine absolut wunderbare Geschichte, die sich gerade für Mystery- und Spannungsfans sehr gut eignet – und nicht nur für Kinder ist!
- Weihnachten mit
- Familie Winz
- Nina Blazon
- Laura Bednarski
- Ravensburger
- Kinderbuch
- Vorlesebuch
- Adventskalender
- Familie
- Freundschaft
- Unterschiede
- Gemeinsamkeiten
Merkwürdige Dinge gehen in Maras Wohnung vor. Am ersten Dezember findet sie ihre Socke, die zu einem Ball zusammengeknüllt ist, und ein Kreidekreuz unter ihrem Bett, sowie fehlende Schokolade im Adventskalender. Was geht da nur vor sich? Zusammen mit ihrem Bruder Flo, ihrer Freundin Aylin und dem frisch eingezogenen Helgi versuchen die Kinder, herauszufinden, wer in der Wohnung Chaos veranstaltet. Und stellen bald fest: In ihrer Wohnung wohnt noch eine Familie, die alle so groß sind wie ein Daumen!
„Weihnachten mit Familie Winz“ war die erste Adventskalendergeschichte, die ich tatsächlich entsprechend den einzelnen Tagen gelesen habe, allerdings ist es ziemlich offensichtlich, dass diese Geschichte eindeutig fürs Vorlesen geschrieben worden ist. Und das noch nicht einmal aufgrund der Handlung, die mir sehr gefallen hat, sondern aufgrund der kurzen Kapitel, die fast immer sehr abrupt enden, als wäre mitten im Kapitel ein Cut gemacht worden und nicht an der Stelle, an der er eigentlich geeignet gewesen wäre. Das ist für mich tatsächlich ein wichtiger Kritikpunkt: Obwohl es sich um eine Adventskalendergeschichte handelt, hatte ich das Gefühl, ich hätte mehr Spaß gehabt, wenn es einfach eine normale Vorlesegeschichte gewesen wäre.
Denn wie gesagt ist die eigentliche Handlung mit Mara, die zusammen mit ihren Freunden auf Lina und die anderen Winzens trifft, sehr süß aufgemacht und mir gefiel es vor allem, wie hier sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten auf wunderbare Weise hervorgehoben wurden, während die Kinder gleichzeitig mit Problemen konfrontiert waren, die sich nicht immer leicht lösen ließen. Letztendlich geht die Geschichte natürlich für alle gut aus, aber ich mochte es sehr, dass realistische Hindernisse und einfühlsame Gedankengänge stark hervorgehoben wurden.
Nur das Format wollte nicht so wirklich zu der Geschichte passen. Zugegeben kann ich das nicht vollkommen beurteilen, weil ich die Geschichte für mich selbst gelesen habe, aber es hat mich dennoch verwirrt, wie abrupt fast alle Kapitel endeten. Die Länge selbst war nicht störend, auch wenn sie für leicht ältere Kinder zu schnell vorbei sein könnte, aber die scheinbar willkürlich gesetzten Kapitelenden waren dann doch seltsam. Fast bin ich gewillt, die Geschichte noch mal als Ganzes zu lesen, weil ich das Gefühl habe, dass sie als solche ihre Stärken noch viel besser zeigen könnte!
Insgesamt also eine süße Vorlesegeschichte, die ich persönlich als Ganzes lesen würde :)
- Smeralda Bohm
- Bestiarium
- Anja Fislage
- Helge Vogt
- Coppenrath
- Kinderbuch
- Fabelwesen
- Kryptiden
- Wissenschaft
- Fantasy
- Forschung
- Abenteuer
Smeralda Bohm ist eine zwölfjährige Kryptozoologin, deren größter Traum es ist, ein Bestiarium aller verborgener Wesen zu erstellen. Das ist nicht immer leicht, weil fast keiner sie ernst nimmt und sie natürlich größte Vorsicht walten lassen muss. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein Waldelf taucht in ihrer Schule auf, ein Kommissaranwärter bittet sie um Hilfe wegen eines möglichen Basiliskenfalls, und sie bekommt eine Einladung zu einer Eignungsprüfung der Alten Anatomie, um in großem Format Kryptiden zu untersuchen. Und Smeralda ahnt bald, dass sie trotz ihres beachtlichen Wissens noch so einiges zu lernen hat …
Ich mag die Kombination aus Fantasy und Wissenschaft und dieses Kinderbuch hat sie wirklich gut umgesetzt! Smeralda hat einen sehr nüchternen Schreibstil, der den wissenschaftlichen Teil gut einfängt, aber auch für unfreiwillig witzige Momente sorgt, weil sie sich zwar hervorragend mit Kryptiden auskennt, aber dafür weniger mit Menschen, Gefühlen und allgemeinem Verhalten. Es wird zwar nie ausgesprochen, aber Smeralda gehört recht offensichtlich dem autistischen Spektrum an, was sehr gut zum Roman gepasst hat.
Zugegeben hat es sie dafür auch manchmal unsympathisch gemacht, denn oft behandelt sie ihre Familienmitglieder und Freunde sehr verletzend, ohne es zu merken und ohne andere Lösungen in Betracht zu ziehen. Gegen Ende wurde sie etwas empathischer, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sie ihre Lieben nicht richtig zu schätzen wusste bzw. es nicht richtig ausdrücken konnte. Doch gerade deshalb freue ich mich darauf, ihre Entwicklung in späteren Bänden zu sehen, in der Hoffnung, dass die Nebencharaktere noch wichtigere Rollen einnehmen werden.
Denn obwohl die Nebencharaktere gar nicht so oft auftauchen, wie ich es erwartet habe, haben sie einen starken Eindruck hinterlassen. Speziell Kenji, Smeraldas bester Freund, und Kommissaranwärter Juri Konstantin waren mir sehr sympathisch und ich hätte gerne noch mehr von ihnen und den anderen Charakteren gesehen. Zusammen mit den Kryptiden, natürlich – sie wurden gut dokumentiert und die schönen Illustrationen von Helge Vogt hauchen ihnen erfolgreich Leben ein, aber die allermeisten spielen nur eine kleine Rolle. Hier war mein Liebling der Waldelf Nicholas Lavendel, der zum Glück eine große Rolle spielt.
Smeraldas Intelligenz kommt größtenteils gut hervor, zusammen mit der Naivität, die in manchen Bereichen damit einhergeht, sowie Szenen, in denen sie sie auf erfolgreiche oder witzige Weise zeigen konnte. Allerdings fand ich es zweifelhaft, dass sie die Alte Anatomie lange nie in Frage stellte, denn es war überdeutlich, dass ihr nicht zu trauen ist. Ja, ihre Begeisterung für Kryptiden blendete sie, aber gerade als Wissenschaftlerin hätte sie meiner Meinung nach mehr Fragen stellen sollen.
Was ein wenig unter Smeraldas Schreibstil leidet, sind die emotionalen Szenen. Es gibt zwar welche, die mir sehr gefielen und die mich berührten, aber der Schreibstil machte es nicht immer leicht, sich in sie fallen zu lassen, weil Smeralda selbst so große Probleme damit hat, eigene und andere Gefühle zu verstehen. Aus diesem Grund würde ich das Kinderbuch speziell den Kindern empfehlen, die Monstergeschichten und wissenschaftliche Ansätze lieben, aber dafür weniger denjenigen, die ein „klassisches“ Abenteuer lesen wollen. Mir persönlich hat es gut gefallen, doch könnte ich verstehen, wenn es anderen nicht so geht!
- Magisterium
- Das 5. Jahr
- Holly Black
- Cassandra Clare
- Baumhaus
- Kinderbuch
- Fantasy
- Magie
- Spannung
- Quest
- Gut vs Böse
- Freundschaft
- Romanze
- Twists
Nach den turbulenten Ereignissen des letzten Jahres kehrt Callum endlich wieder ans Magisterium zurück, um dort das letzte Jahr abzuschließen. Er und Aaron müssen sich immer noch an ihre neue Situation gewöhnen, ohne, dass irgendjemand – einschließlich Tamara – davon erfahren darf. Als Alex als Verschlungener aus dem Chaos zurückkehrt, müssen sie zudem überlegen, wie sie ihn besiegen sollen. Aaron schlägt vor, dass Callum auf seine Erinnerungen als Constantine zugreift, doch Callum hat Angst, dass er dadurch sich selbst verliert …
Mit dem fünften Jahr findet die „Magisterium“-Reihe ihren zufriedenstellenden Abschluss, der zudem noch ein paar letzte Überraschungen zu bieten hat. Das Buch selbst ist in zwei Teile geteilt: In der ersten Hälfte müssen Callum und Aaron zunächst mit ihrer neuen Situation zurechtkommen und nach einem Weg suchen, Alex zu besiegen; und in der zweiten Hälfte suchen sie nach vier Verschlungenen der vier Elemente, um ebendies zu tun. Beide Teile haben mir sehr gut gefallen, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen.
Denn die erste Hälfte brilliert vor allem durch ihren Humor, der durch Callums und Aarons prekäre Lage entsteht und mir mehr als einmal ein breites Grinsen entlockt hat. Es war so erfrischend, die beiden wieder miteinander interagieren zu sehen, zumal ihre Chemie miteinander wie immer sehr gut ist. Apropos Chemie: Auch die Romanze zwischen Callum und Tamara, die in diesem Teil der Handlung eine wichtige Rolle spielt, war gut umgesetzt und passte sehr viel besser zur Handlung als noch im letzten Teil.
Der zweite Teil der Geschichte war dramatischer und abenteuerlicher, weil die Charaktere sich auf eine kleine Reise begeben, was dann zu einem Ende führt, das sehr genial umgesetzt worden ist und hervorragend zeigte, wie pfiffig Callum sein kann. Ich war wirklich sehr zufrieden mit seinem geschmiedeten Plan und der Art und Weise, wie er umgesetzt wurde. Ein wirkliches grandioses Finale und Ende!
Insgesamt also eine sehr gute Serie für ältere Kinder und Jugendliche (da sie stellenweise recht grausam sein kann, würde ich sie jüngeren Kindern nicht empfehlen), die es schafft, in vergleichsweise wenige Seiten ein wunderbares Abenteuer zu packen!
- Magisterium
- Das 4. Jahr
- Holly Black
- Cassandra Clare
- Baumhaus
- Kinderbuch
- Fantasy
- Magie
- Antagonisten
- Gut vs Böse
- Spannung
- Twists
- Wiederbelebung
- Freundschaft
Seit sechs Monaten ist Callum bereits im Gefängnis und erwartet sein Schicksal. Von seinen Freunden und seiner Familie hat er nichts mehr gehört und bekommt die fürchterlichen Ereignisse des letzten Bandes nicht mehr aus dem Kopf. Bis er unerwartet von Tamara und Jasper befreit wird, die ihn ausgerechnet bei Anastasia unterbringen – Constantines Mutter. Diese sorgt dafür, dass die beiden zu Master Joseph gelangen, der Callum eine ganz besondere Aufgabe gibt: Er soll versuchen, Aaron wiederzubeleben …
Spannend geht es mit dem vierten Band des Magisteriums weiter, wobei das Magisterium selbst zugegeben keine Rolle mehr spielt. Das ist zugegeben nur ein kleiner Kritikpunkt, aber trotzdem ein wichtiger: Denn während zwar schon die letzten zwei Bände zum Teil viele Szenen außerhalb des Magisteriums hatten, war der Fokus dieses Mal so weit davon entfernt, dass „Das 4. Jahr“ sich als Untertitel schlicht falsch anfühlte. Denn es geht nicht um das vierte Jahr, sondern um Callums Gefangenschaft bei Master Joseph. Ein kleines Detail, aber ein wichtiges, das mich störte.
Gerade die Spannung war diesmal erstklassig, denn die Ereignisse überschlagen sich regelrecht, sodass ich konstant am Ball gehalten wurde. Es gab so viele Momente, die mich schockierten und meine Sorgen befeuerten, dass ich mehrmals einen Ausruf ausstieß, weil ich so mit den Charakteren mitfieberte. Alles scheint immer mehr auszuufern, mit neuen Twists und schweren Entscheidungen, was die Spannung immer mehr erhöhte. Wirklich ein großes Lob an Holly Black und Cassandra Clare dafür, dass sie die Ereignisse genau auf die richtige Weise eskalieren ließen!
Am Anfang hat mir zugegeben ein wenig mehr Reue und Trauer von Callums und Tamaras Seite gefehlt. Gerade, weil es hier noch langsamer vor sich ging, wäre es die perfekte Gelegenheit gewesen, ihre Gefühle und Gedanken zu Aarons Tod auszuführen, sowie ihren Widerwillen, Zeit mit dessen Mörder zu verbringen, aber zu meiner Überraschung geschah das nicht. Stattdessen bekamen wir ein wenig Liebesdrama – und obwohl mir das überraschend gut gefiel, war es letztendlich nicht notwendig und hätte zugunsten tieferer Gefühle bezüglich der vergangenen Ereignisse ausgetauscht werden können.
Die Charaktere an sich waren aber immer noch nachvollziehbar und gerade Callums Zerrissenheit bezüglich seiner Aufgabe und deren Konsequenzen hat mir sehr gut gefallen. Auch Tamaras Sichtweise fand ich verständlich und sie bekommt in diesem Band ein wenig mehr Zeit, ihre Stärken zu demonstrieren, wenn auch vor allem in der ersten Hälfte. Nur die Antagonisten blieben wie immer recht eindimensional, aber das hat mich nicht gestört, weil es gut zur Geschichte passte.
Das Ende bot eine angenehme Überraschung, die mir ausgesprochen gut gefiel – und deren Nachwirkungen ich gleich jetzt im fünften Band weiterlesen werde!
- Dreamslinger
- Graci Kim
- Baumhaus
- Kinderbuch
- Fantasy
- Magie
- Elemente
- Tiere
- Freundschaft
- Schule
- Twists
- Spannung
- Diskriminierung
Aria ist eine Dreamslinger, die jahrelang gelernt hat, ihre gefährlichen Kräfte zu mäßigen, zu zügeln und zu bändigen. Vor zehn Jahren haben die Dreamslinger nämlich eine Masseneruption ihrer Kräfte ausgelöst, die zahlreiche Menschen, inklusive Arias Mutter, das Leben gekostet hat. Ihr Vater möchte dafür sorgen, dass Dreamslinger in der Gesellschaft akzeptiert werden, doch als während einer wichtigen Ansprache der Royale Bund auftaucht, der für die Masseneruption damals verantwortlich war, fürchten alle, dass sie wieder eine Masseneruption planen. Aria bietet an, als Spionin bei den Auswahlprüfungen der Dreamslinger teilzunehmen, um die nötigen Beweise dafür zu finden. Doch niemals hätte sie sich träumen lassen, dass sie sich nach und nach immer mehr mit ihnen identifiziert …
Ich bin ein wenig hin- und hergerissen, was dieses Kinderbuch angeht – und ich denke, das liegt teils daran, dass ich es gerne als Jugendbuch gelesen hätte. Es hat so viele gute Ideen, Szenen und Potential, dass ich mir wünschte, noch mehr Zeit mit den Charaktere verbringen zu können, um die guten Aspekte noch mehr zu genießen und die nicht ganz so guten durch mehr Tiefe auszumerzen.
Denn was die Handlung an sich angeht, hat sie mir recht gut gefallen – obwohl es natürlich von Anfang an offensichtlich ist, dass Aria sich irgendwann auf die Seite des Royalen Bundes stellen wird, war ich sehr investiert darin, ihr bei dieser Reise zuzuschauen: Wie sie zunächst gar keine Verbindungen eingehen wollte, dann aber ihre guten Freunde Tui und Lion fand, schließlich ihre Traumgefährtin Rio und die Erkenntnis, wie das schlichte Informieren über eine andere Gruppe ihre Vorurteile bezüglich dieser Gruppe komplett ausmerzte. Das war eine sehr schöne Botschaft, doch wird sie ein wenig dadurch vermindert, dass der Royale Bund selbst leider nicht so offen wie Aria ist.
Das ist teilweise ein Kritikpunkt von mir und teilweise ein Lob: Denn mir hat es überhaupt nicht gefallen, dass der Royale Bund jedes Kind, das bei einer Prüfung scheiterte – unabhängig von wichtigen Faktoren – sofort zurück in sein Heimatland schickte, selbst, wenn dieses Land Dreamslinger einsperrt und zutiefst verachtet. Für mich hatte das einen sehr unangenehmen Geschmack nach „Ausländer raus“, das zudem für den Großteil der Handlung nicht wirklich infrage gestellt wird – tatsächlich habe ich mich sogar gewundert, warum Aria sich immer mehr mit dem Royalen Bund identifiziert, der so intolerant gegenüber allen ist, die auch nur einen einzigen Fehler im falschen Moment machen. Doch hier kommt auch das Lob: Gegen Ende realisieren Aria und die anderen schließlich, wie unglaublich ungerecht der Royale Bund vorgeht, sehen aber ein, dass sie noch nichts tun können, um etwas daran zu ändern, allerdings für eine bessere Zukunft kämpfen wollen. Für ein Kinderbuch war das eine überraschend realistische Botschaft, die für mich als Erwachsene zwar ein wenig pessimistisch wirkte (denn realistisch gesehen müsste diese Zukunft locker zehn Jahre entfernt liegen, was kein besonders großer Trost für die Ausgestoßenen ist), Kindern aber trotzdem gut beibringt, dass man Ungerechtigkeiten nicht einfach als gegeben hinnehmen sollte, selbst, wenn man noch nichts an ihnen ändern kann.
Die Dreamslinger, deren Fähigkeiten und die Traumgefährten werden nicht allzu sehr vertieft, waren aber interessante Konzepte. Viel mehr als das Worldbuilding hat mich ohnehin die Handlung überzeugt – denn sie hatte viele gute, dramatische, spannende, herzerwärmende, lustige und allgemein großartige Szenen. Ob es nun um die Freundschaft der Charaktere geht oder über die Dinge, die sie herausfinden: Ich fand die Balance zwischen den verschiedenen Handlungselementen (Freundschaften, Ausbildung, Spionage etc.) sehr gelungen, vor allem die Twists, die die Geschichte noch mal ordentlich aufgewertet haben. Ein, zwei kann man gerade als erwachsener Leser vielleicht vorhersehen, aber davon abgesehen gibt es immer noch andere Twists, die mich sehr überraschten und den Kontext früherer Szenen auf grandiose Weise veränderten. Das Ende war unglaublich spannend und ein kleines Highlight für mich.
Was jedoch die Charaktere angeht, gab es meiner Meinung nach leider viel zu viele. Nur das Haupttrio, das aus Aria, Tui und Lion besteht, stach positiv heraus (wobei ich vor allem Lion mochte, weil sein geheimnisvolles Verhalten für großartige Theorien sorgte und zufriedenstellend aufgeklärt wurde), aber so ziemlich der gesamte Rest – mit nur sehr wenigen Ausnahmen – leidet sehr stark darunter, ein Teil einer großen Masse zu sein, deren Individuen man sich nicht notwendigerweise merkt. Ich habe es sehr begrüßt, dass Kinder verschiedener Nationalitäten vorkamen, aber dadurch, dass buchstäblich alle stets namentlich erwähnt werden, fühlte ich mich schnell überfordert und machte mir deshalb nicht die Mühe, mir mehr als zwei, drei zu merken. Hier war die Freundschaft zwischen Aria, Tui und Lion definitiv der stärkste Punkt, und ein weiteres kleines Highlight aufgrund der wunderbaren Umsetzung, während der Rest der Charaktere fast gar keinen Eindruck bei mir hinterließ.
Insgesamt also ein Kinderbuch, das eine spannende Handlung und gute Twists bietet, aber aufgrund seiner Charakteranzahl und möglicher Lesart der Botschaft auch verwirrend anmutet. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den zweiten Teil lesen werde, doch falls ich es tue, hoffe ich, dass speziell der Kampf gegen die kleingeistigen Ansichten des Royalen Bundes eine größere Rolle in der Handlung spielen wird.
- Gwin und das Herz
- des Drachen
- Verena Maier
- Loewe
- Kinderbuch
- Fantasy
- Cozy Fantasy
- Abenteuer
- Drachen
- Feuer
- Magie
- Reise
- Quest
- Atmosphäre
- Zauberladen
- Ghibi
Gwin hat die Nase voll davon, dass jeder sie zu Hause kontrollieren will und sie nichts selbst entscheiden darf. Kurzerhand reißt sie aus und landet dank einer unhöflichen sprechenden Katze in Madame Manous geheimen Zauberladen. Hier bekommt sie eine Anstellung und serviert magischen Wesen ihr Essen. Bis sie im Keller auf eine Bilderrolle mit einem gezeichneten Drachen trifft. Obwohl ihr Flammenfreund Ignatius sie warnt, befreit sie den Drachen, der sich als Jun vorstellt und unbedingt das zurückbekommen möchte, was ihm gestohlen wurde: Sein Herz …
Dieses schöne Kinderbuch hat mich (auf positive Weise) sehr an Ghibli-Filme erinnert, speziell an „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Das Wandelnde Schloss“. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese auch als Inspiration gedient haben, allerdings meine ich das sehr positiv – ich liebte die Atmosphäre, die Welt und die Handlungsstränge, die Verena Maier in ihrem Roman zum Leben erweckt hat! Die Geschichte war die perfekte Mischung aus Cozy Fantasy und Spannung, weil wir gleichzeitig in der Welt versinken und wissen wollen, wohin es die Charaktere als nächstes verschlägt.
Mein Liebling war definitiv Ignatius, der mit seinem Humor die Handlung aufgelockert hat und dessen Gezanke mit Jun außerordentlich amüsant zu lesen war. Für manche Leser:innen lässt sich eventuell schon vorher ahnen, wohin sich die Handlung entwickeln wird, aber tatsächlich machte gerade das Foreshadowing sie umso spannender zu lesen.
Die Art, wie Gwin ihre eigene Welt erschuf und auf verschiedene Wesen traf, hat mir gut gefallen, doch muss ich zugegeben, dass ich den Anfang zu langsam fand – erst nach hundert Seiten fängt die „eigentliche“ Handlung an und davor serviert Gwin im Zauberladen die Gäste. Hier finde ich, dass die Handlung an dieser Stelle hätte gekürzt werden können, um andere Aspekte dafür ausführlicher zu beschreiben.
Das Finale bzw. Ende war dafür umso großartiger – spannend, ungewöhnlich dramatisch, sehr zufriedenstellend und mit der Aussicht auf mehr Abenteuer im Zauberladen. Ich persönlich freue mich sehr darauf und kann dieses Kinderbuch sowohl allen Ghibli-Fans als auch allen Fans von Cozy Fantasy sehr empfehlen!
Die Hackebarts wurden in das Schloss von Graf Sauberbart eingeladen, um dort die berühmte Klobürste von Chlothilde an ihn zu verkaufen. Insgeheim plant Herr Hackebart jedoch, die Bürste versteigern zu lassen und damit den Preis so weit zu erhöhen, damit er genug Geld für seine Familie hat. Doch zunächst einmal müssen die Hackebarts das größte Problem bewältigen: Graf Sauberbart und sein Diener Jean-Claude de la Trine setzen einen hohen Wert auf Benimmregeln, was bei den vier Kindern der Hackebarts nur in Chaos enden kann ...
Witzig geht es bei den Hackebarts weiter: Diesmal geht es um den Sinn von Benimmregeln, der in diesem Band ganz großartig gelöst wurde. Ich war neugierig, wie genau die Moral der Geschichte umgesetzt werden wird und war positiv überrascht von dem Ergebnis.
Dabei hat der Part mit den Regeln mir noch nicht einmal am besten gefallen, sondern die Auktion gegen Ende! Sie war ausgesprochen lustig und ungewöhnlich spannend, während ich den Teil mit den Regeln stellenweise ZU übertrieben fand. (Natürlich ist genau das der Sinn und es gibt ein paar witzige Stellen diesbezüglich, aber mir gefiel die Spannung der Auktion mehr.)
In diesem Band liegt der Fokus vor allem auf Herr und auf Opa Hackebart, während die Kinder und Frau Hackebart kleinere, aber wichtige Rollen einnehmen. Obwohl ich speziell zu den Kindern gerne noch mehr gelesen hätte, hat es mir gefallen, wie Herr Hackebart von einer Bredouille in die andere geriet.
Insgesamt also wieder ein gutes Hackebart-Abenteuer mit einer guten Botschaft!
Als kleine Kinder haben Lucy und Maya viel Zeit in einer alten Villa verbracht, die inzwischen einer Dame namens Frau Schmitt gehört. Eines Nachts sieht Lucy, wie ebenjene Frau Schmitt inmitten von Nebel auf dem Gelände steht und wie ein unheimliches Wesen aus der Straße ausbricht und entkommt. Zusammen wollen die beiden herausfinden, was es damit auf sich hat. Hilfe bekommen sie von Tim, der ein paar seltsame Aufnahmen gemacht hat, die er untersuchen will. Schließlich finden die drei heraus, dass die Villa in Wirklichkeit ein Refugium für magische Wesen ist – und Frau Schmitt, die eigentlich Sue Rubyred heißt, braucht ihre Unterstützung, um den Wesen zu helfen …
Dieses schöne Kinderabenteuer war angenehm zu lesen, hatte eine tolle Atmosphäre und vor allem einen sehr guten Fokus auf die Freundschaft zwischen den drei Hauptcharakteren. Gerade Lucy und Maya waren großartig, weil sie sich stets unterstützen und ihre wunderbare Freundschaft dadurch hervorragend zeigen, aber auch als Charaktere allgemein mochte ich sie sehr.
Mein Lieblingscharakter war dabei Maya, die mir unglaublich sympathisch war. Sie nimmt einen sehr aktiven Teil in der Handlung ein, ist sehr hilfsbereit und mutig, und mir kam sie stellenweise sogar mehr wie ein Hauptcharakter vor als Lucy. Natürlich bekommt auch Lucy einiges zu tun, aber ich möchte positiv erwähnen, dass ihre beste Freundin nicht einfach nur ein Extra ist, sondern tatsächlich ein gleichwertiger Hauptcharakter mit sehr viel Eigeninitiative.
Die magischen Wesen gefielen mir ebenfalls, wobei ich speziell das Nixenabenteuer mochte. Leider dauert es eine Weile, bis die Charaktere offiziell in die Welt der magischen Wesen eingeführt werden, aber ihre Integrierung in unserer Welt war dafür sehr gelungen.
Insgesamt also ein schönes Kinderabenteuer für Fans von Freundschafts- und Fantasygeschichten!