Iggy und das T-Shirt des Schreckens
272 Seiten

Iggy möchte einfach nur ein normaler Junge sein, was mit seinem Tic nicht ganz einfach ist. Um möglichst unauffällig zu sein, hat er für die morgige Monatsfeier in seiner Schule bereits sein strahlend weißes T-Shirt vorbereitet. Doch dann taucht Yumiko, ein Katzenmädchen aus Japan, urplötzlich vor ihm auf und bringt alles durcheinander, einschließlich seines T-Shirts. Im Versuch, das T-Shirt zu säubern und Yumiko nach Hause zu helfen, starten die beiden ein Abenteuer, das sie so schnell nicht wieder vergessen werden …

Das charmante Cover und die Zeichnungen im Buch regten mich dazu an, die Geschichte zu lesen, weil sie nach einem spaßigen Abenteuer aussah, das eventuell auch Erwachsenen Freude bereitet. Doch leider muss ich sagen, dass ich es letztendlich nicht genießen konnte, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund: Yumiko.

Für mich war sie leider die große Schwäche des Romans, weil sie mir sehr unsympathisch war und ihre zahlreichen Missgeschicke mir immer mehr auf die Nerven gingen. Was ganz am Anfang noch lustig war, verwandelte sich sehr schnell in ein sehr frustrierendes Leseerlebnis: Etwa 95% der im Roman vorhandenen Probleme werden durch Yumiko ausgelöst, speziell durch ihre Ungeschicklichkeit und Unachtsamkeit. Es waren so viele vermeidbare Szenen, dass ich irgendwann einfach nur mit den Augen rollte, wenn Yumiko schon wieder ein Missgeschick geschah.

Doch das Frustrierende war nicht Yumikos Unvorsichtigkeit an sich, sondern die Tatsache, dass sie nie aus ihr lernte. Statt irgendwann zu realisieren, dass sie achtsamer und behutsamer mit ihren (und anderen) Gegenständen umgehen sollte, macht sie ihr Pech bzw. ihr Schicksal dafür verantwortlich, wenn wieder etwas schief geht. Anstatt zu begreifen, dass sie selbst der Auslöser für die meisten Probleme ist, was ihr erlaubt hätte, eine Charakterentwicklung durchzumachen, bleibt sie die ganze Zeit so ungeschickt, ruft nur „oh Gott, oh Gott, oh Gott“ und lamentiert über ihr Pech, das sie zu verfolgen scheint. Dabei ist es nie Pech, sondern schlicht Yumikos mangelndes Bewusstsein für ihre Umgebung. Ich las das Buch zu Ende in der Hoffnung, dass Yumiko am Ende eine wichtige Lektion für ihr eigenes Leben lernt und war sehr enttäuscht, als dem nicht der Fall war.

Iggy mochte ich dafür sehr gerne, konnte mich gut in ihn hineinversetzen, war investiert in seinen Charakter und die Beziehung zu seinem Vater Andy (von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte) und war äußerst zufrieden mit der Art und Weise, wie die Geschichte mit dem T-Shirt endete. Nach all dem Frust durch Yumikos Verhalten war ich positiv überrascht darüber, wie sehr mir der Abschluss von Iggys Geschichte gefallen hat.

Dadurch, dass Yumiko aus Japan stammt, kommen übrigens so einige japanische Ausdrücke vor, die zwar in der Regel erklärt werden, mich ab und an aber doch verwirrten. Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder der Altersgruppe noch verwirrter als ich sein werden oder im Gegenteil begeistert von der Inkorporation japanischer Begriffe und Denkweisen, aber ich wollte es auf jeden Fall erwähnt haben.

Letztendlich war das Buch leider nichts für mich, weil ich kein Fan der typisch ungeschickten Manga-Heldin bin, doch hoffe ich trotzdem, dass die eigentliche Zielgruppe mehr Freude an der Geschichte haben wird.

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