- Der Plot
- Jean Hanff Korelitz
- Heyne
- Belletristik
- Roman
- Thriller
- Spannung
- Geschichte
- Plagiat
- Ideendiebstahl
- Erpressung
- Twists
Jake Finch Bonner hat zwar bereits einmal einen halbwegs erfolgreichen Roman geschrieben, doch seitdem hält sich seine Inspiration in Grenzen, weshalb er stattdessen Kreatives Schreiben in einem kleinen College unterrichtet. Als einer seiner Schüler ihm von seinem unglaublichen Plot erzählt, weiß Jake sofort, dass diese Geschichte unglaubliche Kreise ziehen wird, doch merkwürdigerweise veröffentlicht der Schüler sie nie. Bald schon erfährt Jake, dass er gestorben ist und seine Geschichte nie zu Ende geschrieben hat. Kurzerhand schreibt Jake sie stattdessen und wird tatsächlich ein Bestseller-Autor. Doch als ein mysteriöser User namens Talented Tom ihn des Plagiats bezichtigt, muss Jake sich bald damit auseinandersetzen, was wirklich hinter der Geschichte steckt, die er gestohlen hat …
Dieses Buch ist kein Thriller, aber auch kein gewöhnlicher belletristischer Roman. Es fällt mir tatsächlich schwer, ihn zu beschreiben, weil sowohl der Plot des Romans als auch der Plot des in ihm enthaltenden fiktiven Romans eigentlich nichts allzu Neues sind, sich in der Kombination aber trotzdem neu anfühlen. Das hat mich positiv überrascht; zwar bezweifle ich, dass die fiktive Geschichte, die Jake zu so großem Ruhm verhalf, in Wirklichkeit ebenfalls so erfolgreich wäre, aber trotzdem war sie ungewöhnlicher als die meisten Geschichten, die ich gelesen habe. Die Ausschnitte, die wir zu lesen bekommen, haben mir sehr gefallen und ich hätte mitnichten etwas dagegen gehabt, die vollständige Geschichte zu lesen.
Was die „eigentliche“ Geschichte betrifft, sah ich den großen Twist leider meilenweit kommen, auch wenn das Finale trotzdem episch war und es mir gefiel, Jakes Nachforschungen und wachsende Sorgen zu verfolgen. Ebenfalls gefiel es mir, dass die Frage, ab wann etwas als Plagiat zählt, aufgeworfen wurde. Jake hat die Geschichte mit seinen eigenen Worten geschrieben, aber die Handlung einfach von seinem Schüler übernommen. Ist er ein Dieb? Ein Plagiator? Auf jeden Fall hat seine spezielle Situation eine Menge interessanter Fragen aufgeworfen.
Insgesamt ein außergewöhnlicher Roman, der es schafft, altbekannte Plots neu zu verweben, auch wenn er letzten Endes keine weltbewegenden Überraschungen bietet. Dafür ein schönes Lesevergnügen für alle, die alte Geschichten neu entdecken wollen!
- Queergestreift
- Alles über LGBTIQA+
- Kathrin Köller
- Irmela Schautz
- Hanser
- Sachbuch
- LGBTQ+
- Aufklärung
- Verständnis
- Geschichte
- Gesetze
- Deutschland
Sehr empfehlenswerte Lektüre sowohl für queere als auch für cis und hetero Personen; letztere lernen, was sie beachten müssen, wenn sie über und mit queeren Personen reden, während Leser*innen, die selbst queer sind und meinen, schon alles Notwendige zu wissen, trotzdem ein paar neue Informationen bekommen.
Es ist schon erschreckend, wie spät gewisse Gesetze zum Schutz queerer Personen in Deutschland eingeführt bzw. wie spät diskriminierende Gesetze verboten wurden. Wir sind zwar bereits auf dem Weg, haben aber noch eine weite Strecke vor uns; nicht nur im Gesetz, sondern auch in der Gesellschaft, was die beiden Autorinnen sehr deutlich gemacht haben.
Deshalb hoffe ich, dass durch die Lektüre dieses Buches mehr Menschen darauf aufmerksam werden, was sie selbst bewirken können!
Rabbits ist ein Spiel, das sich in der Wirklichkeit abspielt. Es geht darum, Diskrepanzen in der Realität zu finden, den dadurch enthüllten Hinweisen zu folgen und das Spiel schließlich zu gewinnen. K war schon immer versiert darin, Zusammenhänge zu erkennen und wird dadurch bald immer mehr in Rabbits hineingezogen. Bald jedoch muss er an seinem Verstand zweifeln, denn die Wirklichkeit scheint immer mehr durcheinander zu geraten ...
Dieser Thriller war sehr spannend, manchmal unglaublich schräg und auf jeden Fall undurchschaubar, aber auf eine Weise, die ich bisher nicht in Thrillern gelesen habe. Er greift nämlich das Konzept alternativer Realitäten auf (siehe Mandela-Effekt) und hat mich ein bisschen an Matrix erinnert, weil die Wirklichkeit, in der K wohnt, durchaus vergleichbar mit Matrix' programmierter Welt ist. Stellenweise war er mir aber dann doch ein wenig zu schräg und undurchschaubar und tatsächlich hätte ich gerne auf eine realistische Erklärung gehofft, auch wenn die übernatürliche Seite sehr gut zu dem Roman gepasst hat.
Das Ende war ein bisschen abrupt, wahrscheinlich auch, weil der Weg so lang und undurchschaubar war. Dafür waren die Mittel, die Terry Miles verwendet hat, so effektiv, dass ich selbst ein wenig paranoid zu werden begann und sogar nach verdächtigen Mustern Ausschau gehalten habe. Das ist mir bei einem Thriller bisher noch nie passiert!
Was mir ebenfalls gefallen hat, waren die Referenzen zu verschiedenen Videospielen, weil ich selbst auch gerne zocke; jedoch muss man mitnichten selbst Fan von Videospielen sein, um Rabbits zu genießen.
Wer nichts dagegen hat, wenn es in seinem Roman auch mal ein bisschen schräg zugeht und gleichzeitig nach spannender Lektüre sucht, wird hier zufrieden sein. In diesem Sinne: Die Tür ist offen!
- Versteckte Apotheke
- Sarah Penner
- HarperCollins
- Belletristik
- Historienroman
- Frauen
- 18. Jahrhundert
- Gift
- Recherchen
Ende des achtzehnten Jahrhunderts: Nella ist eine Apothekerin, die ihre Kundinnen sowohl mit heilenden als auch mit tödlichen Substanzen versorgt, falls es in ihrem Leben Männer gibt, die sie grausam behandeln. Doch als die zwölfjährige Eliza in ihren Laden kommt, gerät ihr Leben gehörig durcheinander und bald schon muss sie fürchten, dass ihr Geheimnis ans Licht kommt … ein Geheimnis, dass zweihundert Jahre später Caroline untersucht, als sie beim mudlarking auf ein Glasfläschen stößt, das sie auf die Spur der Apothekerin führt. Wer ist sie gewesen? Und was ist mit ihr passiert?
„Die versteckte Apotheke“ ist Sarah Penners Debütroman und erzählt eine Geschichte von drei Frauen, die alle auf der Suche nach sich selbst sind und dem Leben, das sie führen möchten. Die Geschichte selbst ist recht simpel; sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit spielt sich innerhalb weniger Tage ab und die Geheimnisse, die es für die Charaktere zu lüften gibt, sind uns Lesern in der Regel schon bekannt. (Natürlich mit ein paar wichtigen Ausnahmen.) Aber gerade deshalb war es faszinierend, zu untersuchen, wie Caroline in der Vergangenheit, deren Ereignisse wir direkt mitbekommen, gräbt, und versucht herauszufinden, was genau damals passiert ist. Schön ist auch, dass ich beide Zeitachsen gleich interessiert fand; oft genug kam es vor, dass mir eine spezielle Sichtweise in einem Buch mehr gefiel als die anderen, aber hier fand ich alle drei Perspektiven gleichermaßen fesselnd.
Auch der Schreibstil ließ sich angenehm lesen, sodass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durch hatte. Die dramatischen Ereignisse, die sich vor allem in der Vergangenheit, aber auch in der Gegenwart abspielten, sorgten für zusätzliche Spannung, die es noch leichter machte, das Buch geradezu zu verschlingen. Die einzige Kritik, die ich hier sehe, ist, dass ein Teil der dramatischen Ereignisse durch Missverständnisse bzw. ungenügende Kommunikation ausgelöst wurde, was mir in diesem Fall zwar nichts ausmachte, weil es für mich noch in einem angemessenen Rahmen war, aber andere Leser eventuell stören könnte.
Insgesamt hat mir das Buch jedoch sehr gefallen und ich hoffe, bald noch mehr von der Autorin zu lesen!
- Das Glück auf
- der letzten Seite
- Cathy Bonidan
- Zsolnay
- Belletristik
- Briefroman
- Manuskript
- Lesen
- Schnitzeljagd
In einem Hotel entdeckt Anne-Lise in ihrem Nachttisch ein unveröffentlichtes Manuskript, das sie zutiefst berührt, weshalb sie dem Autor Sylvestre, der seine Adresse hinterlassen hat, schreibt. Dieser enthüllt zum einen, dass er das Manuskript vor über dreißig Jahren schrieb, und zum anderen, dass die zweite Hälfte gar nicht von ihm stammt, sondern die Geschichte von jemand Anderem weitergeschrieben wurde. Gemeinsam mit ihren Freunden entschließen die beiden sich, herauszufinden, welchen Weg das Manuskript in den dreißig Jahren eingeschlagen hat, welche Menschen es beeinflusste und wer die mysteriöse Person ist, die den Roman zu Ende schrieb ...
Diese Geschichte ist in Briefen erzählt, wobei vor allem vier Charaktere den Großteil der Korrespondenz erledigen: Anne-Lise, die Finderin des Manuskripts; Sylvestre, der Autor; Maggy, Anne-Lises beste Freundin; und William, dessen Familiengeschichte mit dem Manuskript zusammenhängt. Natürlich kommen noch ein paar andere Briefschreiber vor, die ihre Sicht der Dinge darlegen und herauszufinden versuchen, wie das Manuskript von Hand zu Hand ging, doch insgesamt bleibt der Cast an Charakteren überschaubar.
Ich lese nicht allzu viele Briefromane, weshalb es schön war, mal wieder in dieses Genre abzutauchen; vor allem natürlich, weil die Liebe zum Lesen ein wichtiges Thema ist, das sich über den ganzen Roman hinweg zieht. Auch die persönlichen Beziehungen zwischen den Charakteren fand ich fesselnd, nur übertroffen von dem Einfluss, den das Manuskript auf sie alle hatte.
Ein klein wenig Kritik habe ich trotzdem, nämlich die vorurteilenden Kommentare über Männer und Belgier/Engländer/Franzosen. Es ist nie ganz klar, ob es sich um neckende, humorvoll gemeinte Sätze handelt oder nicht, aber so oder so fand ich es irritierend, wie manchmal ganze Gruppen über einen Kamm geschoren wurden.
Auch wenn es nicht allzu oft vorkommt und auch neckend interpretiert werden kann, hat es mich ein wenig gestört. Davon abgesehen bietet der Roman eine schöne Liebeserklärung an das Lesen, die sicher jeden glücklich macht, der sich ebenso gerne in den Seiten eines Buches verliert.
Nile sieht einer rosigen Zukunft mit Ben, ihrem zukünftigen Ehemann, entgegen, der sich endlich von seiner Frau scheiden lässt, um Nile heiraten zu können. Doch beim Einkaufen verschwindet Ben plötzlich spurlos und niemand scheint zu wissen, was mit ihm geschehen ist. Nile ist fest entschlossen, ihn zu finden und wendet sich schließlich sogar an Bens zukünftige Exfrau Flo - ihre ärgste Feindin ...
"Atme!" war eine interessante Leseerfahrung, die gut gezeigt hat, wie sehr die Autorin sich bis zu "Schweig!" weiterentwickelt hat. Denn obwohl ich den Thriller durchaus solide fand, hat man gemerkt, dass Judith Merchant noch dabei war, ihren Stil und ihren Charakteraufbau zu vervollkommnen.
So ist bei Nile sehr schnell klar, dass sie eine unzuverlässige Erzählerin ist, die sehr schnell und ohne Beweise die Schlüsse zieht, die ihr am besten gefallen, so unwahrscheinlich sie auch sein mögen; andere Charaktere stechen nicht besonders hervor.
Die Handlung war dafür gut strukturiert und die Twists zwar teils vorhersehbar, aber trotzdem gut eingebaut.
Allerdings hat mich der Schreibstil ein wenig gestört. Er besteht in der Regel aus sehr kurzen oder sehr langen Sätzen, die zwar Niles wirre Gedanken gut wiedergeben, aber nicht immer schön zu lesen waren.
Trotz meiner Kritik bin ich froh, dass ich den Thriller gelesen habe, weil er sehr gut aufzeigt, dass Judith Merchant später in "Schweig!" aus ihren Fehlern gelernt und dadurch einen hervorragenden Thriller geschrieben hat; hätte sie mit "Atme!" nicht erst mal ihre Fähigkeiten üben können, hätten wir niemals "Schweig!" bekommen. Als Thriller an sich ist "Atme!" ganz okay, doch als Meilenstein auf dem Weg der Autorin, sich zu bessern, absolut unverzichtbar!
"Im Nachtwald" ist ein ganz besonderes Buch für Charles Hayden, der plant, eine Biographie des Autors zu schreiben. Zu diesem Zweck ist er mit seiner Frau Erin nach Hollow House gezogen, doch ihre Vergangenheit - den Verlust ihrer Tochter Lissa - können sie nicht vergessen. Sie taucht vor ihnen auf wie ein Geist, zusammen mit dem Gehörnten König, der "Im Nachtwald" ein Mädchen in seine Welt entführt ...
Die Lektüre dieses Buches war sehr seltsam. Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was ich von ihm hielt. Es war merkwürdig, märchenhaft, mystisch. Ruhig erzählt, mit traurigen Segmenten, wobei die "düstere Liebesgeschichte", die im Klappentext beworben wird, höchstens zwischen den Zeilen stattfindet. Denn es geht gar nicht so sehr um die Beziehung zwischen Charles und Erin, sondern darum, wie Charles Recherchen über Caedmon Hollow, den Autor von "Im Nachtwald", anstellt, während Erin immer mehr in Depressionen verfällt, weil sie den Tod ihrer Tochter einfach nicht verarbeiten kann.
Insofern war es kein fröhliches Buch. Aber auch kein trauriges. Der leicht märchenhaft-fantastische Aspekt hat mich wohl am meisten irritiert, weil lange nicht klar ist, ob er wirklich existiert oder auf Halluzinationen beruht. Zwar wird diese Frage beantwortet, aber um ehrlich zu sein, verwirrte mich die Antwort eher, als Klarheit in die Geschichte zu bringen.
Zudem fiel es mir schwer, mich in die Charaktere hineinzuversetzen, weil wir zwar einen guten Einblick in ihr Innenleben bekommen, die merkürdigen Erlebnisse mich aber zu oft von ihrem inneren Konflikt ablenkten.
Letztendlich muss ich leider sagen, dass der Roman nichts allzu Besonderes war, auch wenn der Schreibstil und die Idee mir gefiel. Der seltsame Genre-Mix schreckte mich dann doch ab, weil er nichts Halbes und nichts Ganzes war. Vielleicht können andere Leser mehr mit der Geschichte anfangen, aber ich gehöre leider nicht dazu.
Eigentlich wollte Tom Sullivan mit seiner Frau Rachel, seiner Tochter Holly und seinem Hund Buster eine schöne Zeit in einem Ferienhaus verbringen. Doch als er nachts hört, wie eingebrochen wird, wird sein schlimmster Albtraum war: Jemand trachtet seiner Familie nach dem Leben und es gibt in dem abgesperrten Gelände keinen Weg, ihnen zu entkommen. Eine atemlose Verfolgungsjagd beginnt, während der Tom sich fragen muss, ob seine eigene Ehefrau etwas damit zu tun hat ...
Von vielen Thrillern wird behauptet, sie wären so spannend gewesen, dass man sie nicht aus der Hand legen konnte, was mir persönlich recht selten passiert ist. In den ersten hundert Seiten, in denen Foreshadowing betrieben und das Grundgerüst der Geschichte aufgebaut wird, fiel es mir tatsächlich noch leicht, das Buch zur Seite zu legen, unwissend, wie viele wichtigen Informationen ich währenddessen bekam.
Doch dann begann der Einbruch. Das Versteckspiel. Die Verfolgungsjagd. Ab diesem Zeitpunkt war der Thriller tatsächlich so spannend, wie er versprach, weil die Gefahr konstant präsent und man ständig auf Trab war. Mir gefiel vor allem, dass die Charaktere tatsächlich nie sicher waren, sondern man stets fürchten musste, dass ihre Situation schlimmer wird. Das machte den Thriller erst recht spannend, mein Blick hing förmlich an den Zeilen!
Die Offenbarungen gegen Ende machten auch die ersten hundert Seiten, die sich etwas ruhiger lasen, relevant, sodass ich jedem empfehle, ein klein wenig durchzuhalten, weil sich die Ausbeute mehr als lohnt!
Übrigens eine gute Nachricht: Der Hund überlebt! Definitiv ein Bonus, weil ich das gesamte Buch besorgt um ihn war und an mehr als einer Stelle fürchtete, er wäre tot. Umso erleichterter war ich, dass C. M. Ewan ihn hat überleben lassen! Aber natürlich wird an dieser Stelle nicht verraten, wie es den menschlichen Protagonisten erging ;)
Elizabeth Zott ist Wissenschaftlerin - was als Frau im Jahr 1961 nicht unbedingt einfach ist. Für ihre Zeit sehr fortgeschritten, stößt sie auf zahlreiche Menschen und Probleme - bis sie Moderatorin der Serie "Essen um sechs" wird, wo sie entschlossen ist, nicht nur zu kochen, sondern ihren Zuschauerinnen auch Chemie beizubringen - und ein selbstbestimmtes Leben ...
Ich muss zugeben, dass mich die Kurzbeschreibung erst mal abgeschreckt hat. Viel zu oft lese ich von "progressiven Frauen", die einfach wie Frauen des 21. Jahrhunderts wirken, die mit unserem heutigen Wissen in die Vergangenheit versetzt wurden. Sie wirken künstlich, nicht wie Teil der Jahrzehnte, in denen sie aufwuchsen. Zu meiner Freude traf das nicht auf Elizabeth Zott zu.
Natürlich ist auch sie im Gegensatz zu vielen anderen Frauen ihrer Zeit sehr viel fortschrittlicher, aber erstens ist es realistisch beschrieben und zweitens kommen auch die anderen Frauen zu Wort, statt nur unwichtige Nebenfiguren in Elizabeths Zott Geschichte zu sein. Also, Nebenfiguren sind sie schon - aber gute, weil auch sie dazulernen wollen und Elizabeth Zott ihnen bloß zeigt, wie.
Die Handlung hatte dabei einige dramatische Überraschungen, die ich so, wenn überhaupt, nur sehr selten gelesen habe. Dazu gehört auch das eigentliche Hauptthema, Chemie. Ich muss zugeben, dass es Bonnie Garmus nicht gelungen ist, es mir nahe zu bringen, weil viele Stellen bewusst nicht erklärt wurden und wohl nur für Kenner überhaupt verständlich sind. Deshalb war es gut, dass diese Stellen für die Handlung unerheblich waren und größtenteils dazu da sind, Elizabeth Zotts Wissen zu untermauern.
Der Schreibstil war trotz der eingeworfenen Fremdwörter äußerst angenehm zu lesen, sodass es Spaß machte, in die Geschichte einzutauchen und Elizabeth Zotts nächsten Schritt zu verfolgen. Mit ihr hat Bonnie Garmus einen Charakter erschaffen, der einem im Gedächtnis bleibt und mit dem man von Anfang bis Ende mitfiebert.
Dieses Buch zeigt hervorragend, warum es manchmal gut ist, aus seinen bekannten Genres herauszubrechen und mal etwas Neues auszuprobieren - denn unter Umständen gehört dazu ein wunderbarer Roman!
Esther und Sue: Zwei Schwestern, die sich hassen. Zwei Schwestern, die sich lieben. Zwei Schwestern, deren Geheimnisse während eines Besuchs im Wald endlich ans Licht kommen. Es ist der Tag vor Heiligabend und Esther möchte ihre Schwester Sue auf keinen Fall allein lassen, weshalb sie sie in ihrer abgelegenen Hütte besucht. Bald jedoch eskaliert die Situation und unangenehme Wahrheiten werden endlich ausgesprochen ...
Sehr spannend erzählt uns Judith Merchant die Geschichte der beiden Schwestern, wobei gerade die Tatsache, dass beide unzuverlässige Erzählerinnen sind, sehr zum Spannungsfaktor beigetragen hat. Zu lesen, wie die Taten der einen Schwester bei der anderen ankommen und wie ihre Erinnerungen an dasselbe Ereignis miteinander kontrastieren, war sehr ergreifend; obwohl recht bald klar wird, welche Schwester "im Recht" ist, war es immer noch faszinierend, die Sichtweise der anderen Schwester zu lesen, weil man sie trotz allem nachvollziehen kann.
Ich hätte nie gedacht, dass ein Roman sein, der sich größtenteils damit beschäftigt, dass zwei Schwestern sich miteinander unterhalten, so packend sein kann, aber dieser Roman hat mich eines Besseren belehrt!
In der gemeinsamen Loft von Marc, Sarah und Henning wird überall Hennings Blut gefunden, so viel, dass er unmöglich am Leben sein kann. Von seiner Leiche allerdings keine Spur. Schnell geraten Hennings Freunde Marc und Sarah unter Mordverdacht, doch beide weigern sich trotz ihrer Unschuldsbekennungen, mit der Polizei zu kooperieren - denn beide haben etwas zu verbergen ...
Dieser Thriller konzentriert sich vor allem auf Marcs und Sarahs Innenleben, auf ihre Vergangenheit und Beziehung. Gerade darin war er auf jeden Fall erfolgreich, weil es spannend war, herauszufinden, wie sie ihre Entscheidungen stets im Bezug auf den anderen trafen, während sie gleichzeitig eine komplizierte Beziehung zueinander haben.
Die Handlung selbst hatte dafür einige Längen, weil speziell die Kapitel mit der Kommissarin Bianca und einige der Flashbacks nicht unbedingt mein Interesse weckten. Hier habe ich hauptsächlich nur wegen Marc und Sarah weitergelesen, weil die Handlung ohne sie imho nicht allzu prickelnd war.
Großes Lob muss ich dafür dem Finale und dem Twist aussprechen, die mich auf kaltem Fuß erwischt und mich begeistert zurückgelassen haben, weil Linus Geschke mich hier erfolgreich hinters Licht geführt hat. Wer also wie ich während des Lesens findet, dass einige Stellen ein wenig langatmig sind, sollte auf jeden Fall durchhalten - am Ende lohnt es sich!
In der "Detektiv Conan Fan Edition" hat der Egmont-Manga-Verlag die fünf beliebtesten Fälle der deutschen Detektiv-Conan-Fans zusammengetragen, die durch eine Umfrage bestimmt wurden. Wenig überraschend wurde dieser Sonderband dadurch zu einem der besten!
Angefangen wird dabei interessanterweise mit dem beliebtesten Fall: "Die Mumie im Wald", der vor allem durch seine Grausamkeit hervorsticht und jedem Detektiv-Conan-Fan in guter Erinnerung bleibt. Ich war nicht allzu überrascht, den Fall hier angedruckt zu sehen, aber doch verwundert, dass er sich sogar den ersten Platz verdient hat!
Meine persönliche Wahl fiel auf den zweitbeliebesten Fall: "Mord bei Mondschein". Vor allem wegen dem Ende wurde dieser Fall zu einem der wichtigsten in Detektiv Conan; in Japan wurde er im Anime als Special ausgestrahlt und bekam sogar eine Neuauflage, was gut zeigt, wie zentral der Fall tatsächlich ist.
Mit "Eine Stadt auf Geisel" auf dem dritten Platz hat es ein absoluter Klassiker in den Sonderband geschafft, der vor allem dramatisch gesehen ein Highlight darstellt und auch zu meinen persönlichen Lieblingen gehört; tatsächlich wäre ich regelrecht beleidigt gewesen, hätte es dieser Fall nicht rein geschafft!
Eim weiterer Klassiker hausiert auf dem vierten Platz, nämlich "Der Holmes der Neuzeit", das allererste Kapitel dieser langen Mangaserie. Auch, wenn es danach noch viele andere coole Fälle gab, bleibt der erste Fall immer noch etwas Besonderes und hat sich seinen Platz hier imho verdient.
Zuletzt beglückt uns Egmont mit dem längsten Fall in der Geschichte von Detektiv Conan, bei dem sogar Rans und Shinichis Beziehung eine neue Stufe erreicht. Aber selbst davon abgesehen war es spaßig, Conan dabei zuzuschauen, wie er Rätsel in London löst und die bewussten Fehlschläge einer Tennisspielerin interpretiert.
Nach diesem tollem Band speziell für Fans hoffe ich tatsächlich, noch mindestens einen weiteren zu sehen - gerne auch wieder mit einem redaktionellen Beitrag :)
- Fürsorgliche Mr Cave
- Matt Haig
- Droemer Knaur
- Belletristik
- Tod
- Kontrolle
- Vater
- Tochter
- Halluzinationen
- Stalking
Nachdem Antiquitätenhändler Terence Cave bereits seine Mutter und seine Ehefrau verloren hat, stirbt sein Sohn Reuben bei einem Unfall, woraufhin er fürchtet, auch noch seine Tochter Bryony zu verlieren. Entschlossen, das nicht geschehen zu lassen, stellt er immer mehr und mehr Regeln auf, um sie vor der Welt zu beschützen. Was er nicht begreift: Mit seinem Verhalten macht er alles nur noch schlimmer …
Das Buch ist geschrieben wie ein Brief, den Terence an seine Tochter Bryony schreibt, um ihr nicht nur zu gestehen, was er alles getan hat, sondern auch, um zu erklären, warum er es für notwendig hielt. Dadurch, dass er selbst Schwierigkeiten damit hat, einzusehen, dass er zu weit geht, war das sehr faszinierend, weil Matt Haig einen dadurch ermuntert, selbst über Terences Verhalten zu entscheiden.
Zumindest am Anfang habe ich versucht, ihn zu verstehen – der Verlust eines Kindes ist schließlich alles andere als leicht zu verarbeiten –, aber sehr schnell war klar, dass Reubens Tod keine Entschuldigung für all das ist, was er im Lauf des Romans tut. Was hier besonders verstörend – und herzzerbrechend – war, waren die Halluzinationen von Reuben, die Terence regelmäßig bekommt und in denen er sich einbildet, Reubens Geist würde in ihn fahren und ihn zu seinen Taten zwingen.
Tatsächlich habe ich mir gerade deshalb ein Ende für ihn gewünscht, in dem ihm geholfen wird, seine Probleme zu überwinden, während ich gleichzeitig längst wusste, dass sie viel zu groß und extrem waren, um überwunden zu werden. Während des Lesens erlebte ich mehrere Schockmomente, entsetzt davon, wie weit Terence zu gehen bereit war, um Bryony zu „beschützen“. Es war, als würde man einer Zündschnur beim Abbrennen zusehen, bis die Bombe schließlich explodiert.
Insgesamt handelte es sich um ein sehr intensives Leseerlebnis, das mich zum Nachdenken angeregt hat – auch wenn die Thematik definitiv nicht für jeden geeignet ist.
Nora ist während ihres Lebens schon viele Mädchen gewesen: Rebecca. Samantha. Haley. Katie. Ashley. Ihre Mutter, eine Trickbetrügerin, hat ihr vor jedem Betrug eine neue Identität gegeben, bis Nora schließlich von ihrer Schwester Lee gerettet wurde. Lange glaubte sie, sie könne ein normales Leben führen. Aber dann wird sie mit ihrem Exfreund Wes und ihrer neuen Freundin Iris in einen Banküberfall verwickelt, und ihre Wahrheiten und Lügen drohen ein für alle Mal herauszubrechen ...
Sehr spannend beschreibt Tess Sharpe sowohl die Ereignisse des Bankraubs als auch Noras Vergangenheit, sodass es ein leichtes war, das Buch in Windeseile zu lesen - auch dank der kurzen Kapitel, die zum schnellen Weiterlesen einladen. Nora selbst ist eine hervorragende Protagonistin, deren Geschichte mich bis zum Ende bannen konnte.
Auch ihr Exfreund Wes und ihre neue Liebe Iris waren wunderbare Charaktere; Noras Beziehung zu den beiden war genauso gut ausgebaut wie die Beschreibung ihrer früheren Identitäten, weil all dies sie zu der Person gemacht hat, die sie ist.
Mein einziger Kritikpunkt liegt bei dem Mangel an sympathischen männlichen Charakteren. Was die weiblichen angeht, gibt es eine ganze Menge: Nora natürlich, ihre Freundin Iris, ihre Schwester Lee, ihre Therapeutin Margaret, die kleine Casey und ein paar andere weibliche Nebenfiguren. Doch was die männlichen angeht, ist Wes der einzige, der mir ans Herz gewachsen ist, weil alle anderen Männer in dem Buch missbräuchlich, gewalttätig und/oder unsympathisch sind. Das fand ich sehr schade, weil das Buch so den Eindruck erweckt, als wären so ziemlich alle Männer Monster, was nun mal nicht der Wahrheit entspricht. Ich lobe es sehr für seine starken Frauenfiguren, doch an den männlichen muss Tess Sharpe leider noch arbeiten.
Insgesamt also ein spannendes Jugendbuch mit tollen Hauptcharakteren, das meiner Meinung nach auch für Erwachsene gut lesbar ist, sofern diese sich nicht an der jugendlichen Protagonistin stören.
Als die Pfarrerin Jack Brooks zusammen mit ihrer Tochter Flo nach Chapel Croft zieht, tut sie das eher unfreiwillig, wird jedoch schon bald in die Geheimnisse des Dorfes hineingezogen. Denn der letzte Pfarrer hat sich aus unerklärlichen Gründen erhängt und Jack ahnt, dass da mehr dahinter steckt. Zudem sieht Flo auch noch die Geister von brennenden Mädchen, die vor fünfhundert Jahren hingerichtet wurden. Nicht zu vergessen die Geschichte von zwei Mädchen, die vor dreißig Jahren spurlos verschwanden ...
Der Thriller lässt sich sehr flüssig lesen und hat mit Jack und Flo zwei sympathische und gleichzeitig tiefgründige Hauptfiguren, doch leider muss ich sagen, dass er an allen anderen Fronten nicht ganz so erfolgreich ist. So waren die Twists zum Beispiel sehr offensichtlich für mich, sodass ich zwar die Zufriedenheit verspürte, sie korrekt vorausgesagt zu haben, aber nicht die Überraschung, die ich gerne stattdessen gefühlt hätte.
Die Nebenfiguren bleiben sehr blass, wobei es hier den unangenehmen Trend gibt, dass alle, die nicht "der Norm" entsprechen, in der Regel entweder zu den Opfern oder zu den Verbrechern zählen, was für einen bitteren Geschmack im Mund sorgte. Tatsächlich fällt mir kein Charakter ein, der sowohl positiv dargestellt als auch nicht cis, hetero und weiß war. Zwar gibt es unter denen auch Verbrecher und Opfer, aber es fiel mir doch auf, dass diese Rollen eher an die Figuren abgegeben wurden, die außerhalb des Rasters fielen.
Dafür fiel der Umgang mit Gott überraschend gut aus; natürlich hat auch die Protagonistin Leichen im Keller, aber der Glaube an Gott an sich ist hier weder zu positiv noch zu negativ dargestellt, was bei einem Thriller, der übersetzt "Das Gotteshaus" heißt, keine Selbstverständlichkeit ist.
Noch kurz zum Schreibstil: Der lässt sich wie gesagt unglaublich flüssig lesen, aber einen störenden Aspekt hatte er dennoch, nämlich die vielen Dialoge, die es oft unklar machten, wer eigentlich gerade spricht, weil in Gesprächen so viele aufeinander folgten, dass man sehr leicht durcheinanderkam.
Für zwischendurch ist der Thriller immer noch gut als Lektüre geeignet, aber besonders herausragend fand ich ihn leider nicht.