Winnies Schwester Sasha ist entführt worden und sie hat keine Ahnung, wie sie sie finden soll. Jo will sie nicht fragen, weil sie sie für Sashas Verschwinden verantwortlich macht, doch als diese einen möglichen Hinweis entdeckt, der sie auf indirektem Wege zu Sasha führen könnte, zögert Winnie nicht, ihm nachzugehen. Doch die Suche nach ihrer Schwester stellt sich als komplizierter heraus, als sie dachte – und auch Jo ist besorgt, weil sie weiß, dass es in der Organisation einen Maulwurf geben muss …
Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich den ersten Band gelesen habe, weshalb ich zunächst ein wenig gebraucht habe, um mich in den zweiten Band einzulesen. Sehr bald schon kam meine Erinnerung jedoch zurück und ich verfolgte neugierig, wo genau Winnies Suche sie bringen würde. Hier war es gut gemacht, dass wir die Geschichte aus Winnies, Jos und Sashas Perspektive erleben, sodass wir selbst Puzzleteile zusammenfügen können, die den Charaktere noch gar nicht bekannt sind. Das hat das Leseerlebnis durchaus interessant gestaltet.
Doch muss ich zugeben, dass es davon abgesehen leider nicht allzu viel gab, was mich aufrichtig packte – zum Beispiel mochte ich die Szenen zwischen Winnie und Jo sehr, die allesamt sehr gelungen waren, und schloss Charaktere wie Ellis, Dylan und Blair ins Herz, doch sowohl von den Szenen als auch von den Charakteren gab es leider nicht so viel, wie ich gerne gehabt hätte. Die Handlung lebt nicht zwingend von der Spannung, sondern davon, dass man mehr Informationen bekommen möchte. So habe ich nach der Lektüre noch so einige Fragen, die wohl erst im dritten Band beantwortet werden, was ich insofern schade fand, weil ich gehofft hatte, einige von ihnen würden schon hier geklärt werden.
Auch, was die Charaktere im Allgemeinen betrifft, ist noch Luft nach oben. Mit Ausnahme der erwähnten Charaktere wirkten die allermeisten recht blass und eindimensional; und auch, was das Pacing betrifft, hätte ich mir gewünscht, dass es an manchen Stellen ein wenig zügiger vorangekommen wäre, auch wenn dafür die spannenden Stellen an sich gut geschrieben waren.
Insgesamt also ein ganz passabler Roman, den ich trotz seiner Schwächen immer noch gern gelesen habe. Ich hoffe, dass der dritte Band uns einen zufriedenstellenden Abschluss geben wird!
Xingyin ist die Tochter der Mondgöttin und lebt zusammen mit ihrer Mutter und einer Dienerin ein beschauliches Leben auf dem Mond. Doch als sie erfährt, dass ihre Mutter in Wirklichkeit eine Gefangene ist, die den Mond niemals verlassen kann, beschließt sie, nach unten ins Himmlische Königreich zu gehen und dort nach einem Weg zu suchen, sie zu befreien. Sehr bald schon trifft sie auf den Kronprinzen Liwei, mit dem sie sich besonders verbunden fühlt. Doch um das sogenannte Karmesinrote Löwenamulett und dadurch einen Wunsch beim Kaiser frei zu bekommen, schließt sie sich der Armee an, wo sie auch eine Verbindung zu ihrem Hauptmann Wenzhi spürt ...
Das Grundgerüst dieser Geschichte finde ich echt gut – eine Protagonistin, die sich die Freiheit ihrer Mutter damit erkämpfen will, in der Armee desjenigen zu dienen, der sie überhaupt auf den Mond verbannte. Die verschiedenen Missionen, die Xingyin bewältigt, waren allesamt großartig beschrieben. Auch die Beziehung zu Liwei war sehr passend, weil sie für zusätzlichen Konflikt sorgt.
Doch durch das Liebesdreieck, das dann zusätzlich entsteht, wird die Geschichte meiner Meinung nach ganz schön heruntergezogen. Es ist einfach so ... unnötig. Liwei und Wenzhi selbst waren großartige Charaktere, aber die Tatsache, dass Xingyin sich so hin und her gerissen fühlt, obwohl im Grunde von Anfang an klar ist, wen sie wählen wird, ist mir ehrlich gesagt ganz schön auf die Nerven gegangen.
Zugegeben bin ich allgemein kein Fan von Liebesdreiecken, was ein Grund dafür sein könnte, dass es für mich so frustrierend zu lesen war. Das ewige Hin und Her hat mir keinen Spaß gemacht und wurde noch dadurch verschlimmert, dass ihre beiden Love Interests nicht gleichwertig behandelt werden – wie gesagt ist es schon recht früh klar, wer der Richtige für sie sein wird, was durch einen Twist gegen Ende noch zusätzlich zementiert wird. Wenn es schon ein Liebesdreieck geben muss, hätte ich gerne eins gehabt, bei dem beide Auserwählten auch tatsächlich gleiche Chancen gehabt hätten.
Und deshalb fällt es mir schwer, dieses Buch zu empfehlen – weil ich von der Geschichte selbst (speziell Xingyins Missionen) sehr begeistert war, sie aber sehr viel besser gefunden hätte, hätte die Autorin auf das Liebesdreieck verzichtet (oder wenigstens auf andere Weise gelöst). Wer sich selbst nicht daran stört und Fantasy und Mythen mag, wird hier etwas Schönes finden, aber für mich war das Buch leider nicht das richtige.
„Die Erste Tochter gehört dem Thron. Die Zweite Tochter gehört dem Wolf.“ Dieses Gesetz aus Valleyda hat bereits drei Generationen an Zweiten Töchtern getötet, um dafür die Sicherheit des Landes vor den Monstern zu gewährleisten. Neve und Red sind das nächste Schwesternpaar, das ihr jeweiliges Schicksal nur mit schwerem Herzen annimmt. Als Red den Wilden Wald betritt, tut sie dies in der Annahme, dass sie hier den Tod finden wird – doch sie entkommt und findet sich im Schloss des Wolfs wider. Eammon, als Wolf bekannt, hält den Wald mit seinem Blut am Leben, doch spürt er, dass er nicht ewig so weitermachen kann. Red dagegen fürchtet, ihm zu helfen, weil sie dadurch gezwungen wäre, die Magie einzusetzen, mit der sie fast ihre Schwester getötet hätte …
Das Buch hat einen wirklich starken Start, der in eine recht solide Mitte übergeht und auch in der zweiten Hälfte Szenen enthält, die mir sehr gefallen haben. Red und Eammons Beziehung ist sehr süß beschrieben und es war interessant, ab und an zu erfahren, was genau bei Neve vorgeht, die ihre Schwester aus dem Wilden Wald befreien will. Ich mochte es auch, dass der allgemeine Cast an Charakteren recht klein war, sodass man genug Zeit hatte, alle kennenzulernen.
Doch leider reichen diese positiven Aspekte nicht, um von den Pacing-Problemen abzulenken, die das Buch vor allem ab der zweiten Hälfte plagen. Es gab eine Phase, durch die ich mich ganz schön quälen musste, weil ich das Gefühl hatte, sie würde nur aus „Eammon rettet Bäume, die daraufhin wieder verfaulen“-Szenen bestehen. Selbst die Beziehung von Red und Eammon legte hier eine Pause ein, die für mich definitiv zu lange dauerte. Im Nachhinein war diese Pause wahrscheinlich noch nicht einmal SO lang, aber sie hat sich auf jeden Fall lang angefühlt.
Ein bisschen schade fand ich es auch, dass die Charaktere mir letztendlich nicht so ans Herz wachsen konnten, wie ich es gerne gewollt hätte, weil man sie nie richtig kennengelernt hat. Eammon war als aufopfernder Mensch zwar sehr sympathisch, aber ich habe nicht das Gefühl, ihn als Person mit Vorlieben und Abneigungen richtig kennengelernt zu haben (oder überhaupt einen der anderen Charaktere).
Aus diesem Grund tue ich mich trotz der Tatsache, dass mir ein paar wichtige Dinge gefielen, schwer, eine Empfehlung auszusprechen, weil vor allem das Pacing zu langsam für meinen Geschmack war und die guten Aspekte der Geschichte leider ganz schön gedimmt hat.
- Darf man eigentlich
- Zombies töten?
- Thorsten Schleif
- Heyne
- Sachbuch
- Recht
- Humor
- Filme
- Serien
- Herr der Ringe
- Game of Thrones
- Harry Potter
- Star Wars
- Marvel
- DC
- Zombies
- Vampire
- Werwölfe
Wenn es um berühmte Franchises geht, gibt es so einige rechtliche Fragen, die aufkommen können. Ist es gesetzlich überhaupt erlaubt, Zombies zu töten? Darf man einen Todesstern bauen? Und müsste das Batmobil eigentlich zum TÜV?
Diese und viele weitere Fragen zu populären Filmen und Serien beantwortet Richter Thorsten Schleif in diesem humorvollen Sachbuch. Es ist eine kurze Lektüre für zwischendurch, die sowohl relativ offensichtliche als auch nicht ganz so offensichtliche Fragen beantwortet. Womit wir gleichzeitig bei der Stärke und Schwäche des Sachbuchs wären.
Denn viele der Fragen, die ca. in der ersten Hälfte gestellt wurden, konnte man in der Regel so gut intuitiv beantworten, dass mir manche Fragen ("Durften Jamie and Cersei eigentlich?") viel zu offensichtlich oder uninteressant vorkamen, während die Fragen der zweiten Hälfte oft interessanterer waren ("Ist Captain Kirk ein Betrüger?").
Deshalb finde ich dieses Sachbuch als die Zwischenlektüre, die es sein soll, sehr empfehlenswert, doch sollte man sich bewusst machen, dass auch Fragen beantwortet werden, für deren Antwort man nicht unbedingt einen Richter braucht ;)
- Ich träumte von
- einer Bestie
- Nina Blazon
- HarperCollins
- Belletristik
- Geschichte
- Frankreich
- Familie
- Geheimnisse
- Bestie des Gévaudan
Fleur Martin ist Datenforensikerin und als solche Expertin darin, Dinge herauszufinden - oder zu löschen -, die geheim bleiben sollen. Als ihr biologischer Vater stirbt, muss sie diese Fertigkeiten einsetzen, um ihrer Familiengeschichte auf die Spur zu kommen - denn sie ahnt, dass diese mit der Bestie des Gévaudan zusammenhängt ...
Schon einmal hat sich Nina Blazon in ihrem Jugendroman "Wolfszeit" mit der französischen Bestie beschäftigt, doch hier in ihrem Belletristik-Roman "Ich träumte von einer Bestie" tut sie es aus dem Blickwinkel der Gegenwart - und verbindet sie zusätzlich mit einer Familiengeschichte. Ich fand es sehr faszinierend, die damaligen Ereignisse aus dieser Perspektive zu betrachten und zusammen mit Fleur nach Antworten zu suchen.
Das Pacing dieses Romans ist dabei recht ruhig; erst nach einem Drittel der Geschichte kommt Fleur überhaupt in der Auvergne an, was für mich durchaus ein Kritikpunkt ist - vor allem, weil die Dinge, mit denen sie sich im ersten Drittel beschäftigt (speziell die Trennung vom Freund und Beratung für eine Schülerin), danach keine weitere Rolle mehr spielen, sodass dieser Teil der Handlung seltsam abgeschnitten vom Rest wirkt.
Damit zusammenhängend gibt es auch kein (allzu) großes Finale, weil es ausschließlich um das Lüften des Familiengeheimnisses und Fleurs Freundschaften und Beziehungen geht. Das kann von manchen sicher auch als Kritik wahrgenommen werden, aber ich fand es tatsächlich sehr schön, wie Nina Blazon es geschafft hat, die Geheimnisse der Familie so zu gestalten, dass sie einen trotzdem packen. Und natürlich gefielen mir auch die Menschen, auf die Fleur trifft, sehr, weil sie ihr sowohl im persönlichen als auch im professionellen Sinne weiterhelfen.
Damit haben wir einen schönen, angenehmen Roman für alle, die gerne über Familiengeheimnisse lesen!
Seit Joannas Vater durch ein magischen Blutbuch umgekommen ist, hütet sie allein die Familiensammlung weiterer Bücher dieser Art, in der Hoffnung, mit ihrer Hilfe irgendwie herauszufinden, wie genau ihr Vater ums Leben kam. Währenddessen geht ihre Halbschwester Esther am Südpol ihrer Arbeit nach, muss jedoch bald feststellen, dass es jemand auf sie abgesehen hat. Und Nicholas, der diese Blutbücher für seinen Onkel herstellt und nicht ahnt, welche Geheimnisse ihm vorenthalten werden, flieht zusammen mit seinem Leibwächter, um die Wahrheit hinter den Büchern und ihren Schreibern herauszufinden …
Dieser Roman erzählt ultimativ von der Liebe zu Büchern – und von den Qualen, die auf sich genommen werden, um sie zu beschützen. Die drei Hauptcharaktere haben alle eine ganz bestimmte Beziehung zu Büchern im Allgemeinen und Blutbüchern im Speziellen, wodurch wir unterschiedliche Sichtweisen erleben, in die man sich alle gut hineinversetzen kann. Wobei das Beste an diesen Sichtweisen nicht einmal die verschiedenen Meinungen der Charaktere waren, sondern vielmehr die Informationen, über die jeder von ihnen verfügt – und auf welche Weise diese zusammenspielen. Hier zeigt sich die große Stärke des Romans: Dadurch, dass jeder Charakter nur über limitiertes Wissen verfügt, wir aber die Sichtweise von allen drei Charakteren lesen, können wir als Leserinnen und Leser die Puzzlestücke selbst zusammenfügen und so das große Ganze verstehen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Verbindungen zwischen den Sichtweisen zu untersuchen, weil die drei Leben auf faszinierende Weise miteinander zusammenhängen.
Doch perfekt ist der Roman natürlich nicht: So braucht er zum Beispiel einige Zeit, um in Fahrt zu kommen, wobei die drei Charaktere sich erst spät in der Handlung treffen. Zudem sind die einzelnen Beziehungen zwischen verschiedenen Charakterpaaren nicht unbedingt ausgebaut – ich mochte zum Beispiel die Freundschaft zwischen Nicholas und seinem Leibwächter Collins sehr, sowie die Romanze zwischen Esther und Pearl, aber da alle Beziehungen relativ oberflächlich bleiben, fieberte ich nicht so stark mit den Charakteren mit, wie ich es mir gerne gewünscht hätte. Das ist für mich definitiv eine Kritik, die sicher nicht nur mir als solche auffällt, sondern auch andere stören könnte.
Dabei sind die Charaktere an sich sehr gut umgesetzt, sodass jeder für sich ein sympathischer Sichtcharakter ist, den man sehr gerne kennenlernt. Auch das Worldbuilding (speziell die Art und Weise, wie das Schreiben der Bücher mit Blut umgesetzt wurde) war großartig und ich saugte jede Information über die einzelnen Charaktere und die Magie gierig in mich auf. Aber sobald es um tiefergreifende Interaktionen ging, merkte ich, dass diese mir schlicht fehlten; darunter leiden teils auch die Twists, weil man sich z.B. bei dem Verrat eines Charakters gar nicht richtig betrogen fühlt (schließlich hat man nicht das Gefühl, die Hauptcharaktere hätten eine besonders starke Verbindung zu diesem oder jenem Charakter gehabt).
Insofern gefiel mir dieses Buch durchaus, weil sowohl der Fantasy-Aspekt als auch das Zusammenspiel der drei Sichtweisen großartig umgesetzt wurde; doch als sehr gut würde ich es nicht bezeichnen, weil ihm dafür die Beziehungen fehlen, in die ich gerne mehr investiert gewesen wäre. Ein guter Lesestoff für alle, die Bücher, Geheimnisse und Magie lieben, aber nicht unbedingt etwas für diejenigen, die hauptsächlich mit den Charakteren mitfiebern.
- Wie Melodien im Wind
- Alicia Zett
- one
- Jugendbuch
- Liebe
- Psychische Probleme
- Familie
- Romanze
- Freundschaft
- Musik
- Hilfe suchen
- Highlight
Am letzten Ferientag wird Tonis Bruder Aaron festgenommen, woraufhin sie plötzlich alleine mit ihren Problemen dasteht. Ihren Freundinnen und Freunden gegenüber verheimlicht sie ihre Situation, doch es quält sie, sie die ganze Zeit anzulügen. Und dann ist da noch Lukas – das halbe Internat weiß, dass sie ineinander verliebt sind, doch nur wenige wissen, warum sie nicht zusammen sind: Lukas ist ein Prinz des Dänischen Königshauses, was ihre Liebe scheinbar unmöglich macht. Doch als der Schlagzeuger seiner Internatsband ausfällt und Toni seinen Posten übernimmt, wird es immer schwieriger, ihre Gefühle füreinander zu ignorieren …
In diesem emotionalen Roman erzählt Alicia Zett eine wundervolle Liebesgeschichte, spricht aber auch über viele wichtige Themen – allen voran, dass es keine Schwäche ist, sich Hilfe zu holen. Toni fühlt sich mit ihrer familiären Situation und auch mit ihrer Beziehung zu Lukas heillos überfordert, will aber mit niemandem darüber reden, weil sie niemanden mit ihren Problemen belasten will. Doch ihre Freundinnen und Freunde zeigen ihr, dass es okay ist, über das, was sie quält, zu reden, wobei erfreulicherweise die Romanze mit Lukas unabhängig davon betrachtet wird. Das ist keine „Liebe heilt alle psychischen Probleme“-Geschichte, sondern eine, die zeigt, dass es sowohl in der Liebe als auch in der Freundschaft wichtig ist, ehrlich zueinander zu sein und sich professionelle Hilfe zu holen, wenn man sie braucht.
Es gab in diesem Roman mehrere Szenen, die mich zu Tränen gerührt haben, so eindringlich beschreibt Alicia Zett Tonis Gefühle und die Schwierigkeiten, unter denen sie zu ersticken droht. Die glücklichen Momente, die sie verspürt, werden dadurch umso wertvoller, während man die traurigen unglaublich gut nachempfinden kann. Das erwähne ich deshalb, weil es bei Tonis Geschichte tatsächlich viele Dinge gab, zu denen ich keinen direkten Bezug hatte, die mich aber trotzdem so mitrissen, als wäre ich selbst involviert. Ein sehr großes Lob an die Autorin hierfür!
Letztendlich fällt es mir schwer, Kritik zu finden, weil mich die Geschichte auf allen Ebenen so begeistert hat, dass mir spontan nur die Screentime von Aaron, Tonis Bruder einfällt. Er gehörte zu meinen absoluten Lieblingscharakteren und man erfährt auch außerhalb seiner Screentime viel über ihn, aber gerade deshalb hätte ich gerne noch mehr von ihm gesehen! Aber wie gesagt, diese „Kritik“ ist im Vergleich zur Gesamtgeschichte so auffallend wie ein einziger Rechtschreibfehler in einem Roman. Ja, ich hätte gerne noch mehr von Aaron gehabt, aber es minderte die Qualität der Geschichte mitnichten, dass der Fokus auf Toni und Lukas lag :)
Insofern freue ich mich schon sehr, im dritten Teil mehr von Caro und Samuel zu lesen!
Eigentlich sollte Violet im Schreiberquadranten ihre Ausbildung zur Schriftgelehrten anfangen. Doch ihre Mutter schickt sie stattdessen in den Reiterquadranten, in dem die Sterberate nicht nur außergewöhnlich hoch ist, sondern der für Violet zusätzliche Herausforderungen bietet, von denen sie nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Und dann ist da noch Xaden, dessen Vater der Große Verräter war und vor dem Violet sich eigentlich fernhalten sollte, dem sie allerdings nach und nach verfällt. Wie soll sie ihre Ausbildung zur Drachenreiterin bestehen, wenn fast alle an der Schule sie tot sehen wollen und ihre eigenen Gefühle ihr im Weg stehen? Es scheint ein unmögliches Unterfangen zu sein ...
Ich war mal wieder interessiert daran, was es mit einem gewissen Hype auf sich hat und habe deshalb "Fourth Wing" gelesen. Und ich muss sagen, ich war positiv überrascht! Sowohl Violets Ausbildung zur Drachenreiterin als auch ihre Beziehung zu Xaden wurden fantastisch umgesetzt, sodass es leicht war, in beiden Bereichen mit ihr mitzufiebern. Dazu kommt, dass die Autorin gut mit unseren Erwartungen spielt, sodass einige Dinge zwar durchaus laufen, wie man sie sich vorstellt, andere dafür aber wiederum nicht. Dieser Mix aus Altem und Neuem hat mir gut gefallen!
Schön ist es auch, dass andere Nebencharaktere nicht ignoriert wurden und ebenfalls eine wichtige Rolle in der Handlung einnehmen. Mir persönlich haben vor allem Xadens bester Freund Liam und Violets beste Freundin Rhiannon sehr gefallen, aber auch andere Charaktere schaffen es trotz der Tatsache, dass regelmäßig welche sterben, einen starken Eindruck zu hinterlassen.
Eine ernsthafte Kritik, die ich habe, ist aufgrund der Länge des Buches vermutlich vorhersehbar: Es hatte ein paar Längen, bei denen die Handlung eher schleppend vorankam, bis es schließlich wieder spannender wurde. Zwar würde ich ingesamt sagen, dass es sich lohnt, diese Längen zu überstehen, aber existieren tun sie trotzdem.
Zuletzt muss ich sagen, dass mein Gesamteindruck vom Buch "gut" war. Aufgrund des Cliffhangers bin ich durchaus gewillt, den zweiten Teil zu lesen, aber es war nicht unbedingt ein Buch, bei dem ich spannend Seite für Seite weitergeblättert habe, sondern eher eines, das durch seine Umsetzung der Drachenreiterausbildung glänzt. Zumindest hat mir diese beim Lesen am meisten gefallen!
Von daher: Ja, ich kann verstehen, woher der Hype herkommt. Für mich ist es zwar kein Highlight-Roman geworden, war aber eine interessante Lektüre, die mich durchaus gespannt auf den zweiten Teil macht!
Ich habe das Buch bereits gelesen (eine ausführliche Rezension findet man hier), aber weil es mir so gefallen hat, konnte ich nicht widerstehen, es noch ein zweites Mal zu lesen. Ich bin immer noch begeistert von der Spannung und den Dilemmas, die Ursula Poznanski in "Oracle" beschreibt!
Barrett Bloom hat einen furchtbaren ersten Collegetag: Ihre Erzfeindin wird in dasselbe Zimmer wie sie eingeteilt, ein unhöflicher Student namens Miles blamiert sie in der Physikvorlesung, sie vermasselt ein Vorstellungsgespräch bei ihrer gewünschten Studentenzeitung und setzt auch noch versehentlich das Verbindungshaus in Brand. Komplett erschöpft schläft sie im Gemeinschaftsraum ein … und wacht am selben Tag wieder auf. Es ist Mittwoch, der 21. September, zum zweiten Mal. Was Barrett zunächst für eine sehr lebendige Halluzination hält, entpuppt sich bald als die unmögliche Wirklichkeit: Sie steckt in einer Zeitschleife fest. Und sie ist nicht die einzige – auch Miles, der Physikstudent, ist darin gefangen, und das sogar schon zwei Monate länger als sie. Zusammen versuchen sie alles Mögliche, um der Zeitschleife zu entfliehen – und kommen sich dabei langsam näher …
Ich liebe sowohl Zeitschleifen als auch Slow-Burn-Romanzen, weshalb ich besonders erfreut war, hier eine fantastische Umsetzung von beidem zu sehen! So schafft es die Zeitschleife, sowohl Neues als auch Altes hervorragend miteinander zu verbinden, sodass man einerseits ein Gefühl dafür bekommt, welche Konstanten es in ihr gibt und sich andererseits über die Entwicklungen der einzelnen Zeitschleifen freut. Rachel Lynn Solomon hat das Gleichgewicht zwischen beidem wirklich wunderbar hinbekommen!
Und dann gibt es da natürlich noch die Romanze zwischen Barrett und Miles, die sich im Verlauf des Romans entwickelt. Das geschieht auf so natürliche und schöne Weise, dass es mir sehr leicht gefallen ist, mit den beiden und ihrer wachsenden Beziehung mitzufiebern; hier hat es natürlich auch geholfen, dass sowohl Barrett als auch Miles sympathische, dreidimensionale Charaktere sind, bei denen die Chemie trotz Anfangsschwierigkeiten einfach stimmt. :)
Andere Charaktere (wie Barretts neue Mitbewohnerin Lucie oder ihre Mutter Mollie) kommen ebenfalls zum Zug, auch wenn der Fokus definitiv auf den beiden Hauptcharakteren liegt. Insofern hätten ein paar der Nebencharaktere eventuell noch mehr Relevanz bekommen können, aber insgesamt hat es mich nicht gestört, dass sie eine eher unwichtigere Rolle in der Handlung hatten.
Von daher ist dieser Roman eine gelungene Zeitschleifen-Romanze, die ich problemlos allen Zeitschleifen-Fans ans Herz legen kann!
- Herzklangstille
- Julia Dessalles
- Arctis
- Jugendbuch
- Romanze
- Trauer
- Abschied
- Freundschaft
- Geschwister
- Gedichte
- Eifersucht
Als June als kleines Kind ihre Mutter verloren hat, hat ihr Vater ihr im Garten eine Telefonzelle gebaut, in der sie sich mit ihr unterhalten kann. Bei einem ihrer „Anrufe“ bekommt June jedoch plötzlich eine Antwort von einem gewissen Lucas, mit dem sie bald täglich telefoniert. Er ermuntert sie, über sich hinauszuwachsen und einen geheimnisvollen Kapuzentypen, der June stets finster anstarrt, nach seinem Problem mit ihr zu fragen. Dadurch findet June heraus, dass der Kapuzentyp Lucas’ Bruder Cole ist – und das Lucas selbst vor Monaten bei einem Autounfall ums Leben kam, als er June rettete …
Diese Liebesgeschichte geht sehr gut mit dem Thema Abschied um und hatte drei hervorragende Hauptcharaktere, ist davon abgesehen aber leider nicht allzu Besonderes. Ich fand sie sehr vorhersehbar (nach dem ersten Kapitel wusste ich im Grunde, wie sie verlaufen wird), sodass es mir schwer fiel, mich völlig in die Handlung fallen zu lassen. Auch der moderne Schreibstil trug dazu bei, dass ich manche Szenen nicht so ernst nehmen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte, weil die Ausdrücke der Charaktere mich leicht aus der Geschichte gerissen haben.
Deshalb gefiel mir Junes und Lucas’ Freundschaft wohl am besten; ihre Dialoge lasen sich sehr natürlich, ihre Freundschaft entwickelte sich auf realistische Weise und die Gedichte und Truth-or-Dares, die die beiden ausgetauscht haben, waren ebenfalls ein kleines Highlight. Ähnlich positiv finde ich die Umsetzung von Coles und Lucas’ Geschwisterbeziehung; sie war überraschend komplex gestaltet und zeigte beide Brüder als fehlerbehaftete Menschen, die sich dennoch lieben.
Anders war das bei der Romanze, die im Gegensatz zu den anderen Beziehungen sehr schnell verläuft, auch wenn es natürlich von Anfang an klar ist, dass June und Cole sich ineinander verlieben werden. Die Entwicklung ihrer Beziehung im Allgemeinen fand ich dabei durchaus gut (speziell, wie Coles Hass sich langsam in Sympathie verwandelte), aber die Romanze an sich konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen.
Das fand ich auch deshalb schade, weil der andere Hauptaspekt des Buches – Trauer und wie man mit ihr umgeht – wunderbar umgesetzt war, ich aufgrund der Schwächen des Romans aber eher zwiegespalten gegenüber dem Buch bin. Es ist mitnichten schlecht, aber aufgrund der starken Vorhersehbarkeit und der schnellen Romanze konnte ich die positiven Aspekte leider nicht so sehr genießen, wie ich es gerne getan hätte. Ein solides Buch mit Stärken und Schwächen, aber leider keines, das mich vollauf begeistern konnte.
- Morgen morgen
- und wieder morgen
- Gabrielle Zevin
- Eichborn
- Belletristik
- Videospiele
- Kunst
- Freundschaft
- Leben
- Probleme
- Liebe
Re-Read, weil mir die Geschichte so gefallen hat. Ich mag sie immer noch sehr, auch wenn ich nachvollziehen kann, dass sie nicht für jeden etwas ist. Das volle Review findet sich hier: https://lesetagebu.ch/eintrag/57544
Malu ist froh, nach einem schweren Verlust an einem Schüleraustausch teilzunehmen, der sie nach Japan bringt. Dort hofft sie, noch mal neu anfangen zu können, weit entfernt von allem, was sie in Deutschland zurückgelassen hat. Ihre Gastschwester Aya ist hier eine große Unterstützung, doch auch ihr Mitschüler Kentaro entpuppt sich als besonderer Mensch, der Malu Orte in Tokio zeigt, von denen sie bisher nicht einmal ahnte, dass sie existieren. Die beiden verlieben sich ineinander, doch droht eine hereinbrechende Katastrophe, sie für immer voneinander zu trennen …
Dieser Jugendroman erzählt eine wunderschöne Liebesgeschichte, beinhaltet zudem auch Themen wie Familie und Trauerbewältigung und ist sehr angenehm geschrieben – also die perfekte Mischung für ein angenehmes Lesevergnügen. Die Chemie zwischen Malu und Kentaro war großartig, weil sie sowohl lustige als auch romantische Interaktionen miteinander hatten. Nur die Tatsache, dass Aya ebenfalls in Kentaro verliebt ist, fand ich ein wenig klischeehaft und unnötig, weil die Geschichte wirklich gut ohne sie zurechtgekommen wäre.
Was die Liebesgeschichte besonders macht, ist natürlich die Katastrophe, die ganz Tokio ab dem letzten Drittel der Geschichte in Angst versetzt. Das ganze Chaos wurde hervorragend beschrieben und die Suche nach Kentaro hat die Handlung noch spannender gemacht, weil auch wir Leser*innen nicht wissen, was mit ihm passiert ist.
Obwohl somit die eigentliche Spannung erst relativ spät aufkommt, fand ich die ersten zwei Drittel trotzdem sehr gut, weil sie die Stadt Tokio zauberhaft eingefangen haben. Insofern ist mein einziger anderer Kritikpunkt, dass es während der Geschichte keine richtigen Überraschungen gibt. Der Großteil der Handlung ist relativ vorhersehbar, was sie in diesem Fall zwar nicht weniger schön macht, aber dafür nicht unbedingt geeignet für diejenigen, die eine Liebesgeschichte mit guten Twists erwarten.
Mir hat diese Geschichte auf jeden Fall gefallen und ich kann sie jedem empfehlen, der eine süße Liebesgeschichte mit Spannung sucht!
- One Last Stop
- Casey McQuiston
- Droemer Knaur
- Belletristik
- Liebe
- Freundschaft
- Romanze
- Zeitsprung
- Untersuchungen
- Geheimnisse
- Beziehungen
- Charaktere
- LGBTQ+
August zieht zu ihrem Studium nach New York und ist deshalb froh, dass sie eine recht günstige Mietwohnung findet, mit deren Wohnenden sie sich schnell gut versteht. In der Subway fährt sie täglich mit der Linie Q, um zur Uni zu kommen – und begegnet dort zum ersten Mal der charmanten Jane. In Zukunft fährt August immer mit derselben Linie zur selben Zeit, um Jane zu begegnen. Doch nach einigen Tagen beginnt sie sich zu wundern: Jane trägt täglich die gleichen Klamotten, steigt nie aus der Subway aus und scheint sich mit modernen Dingen nicht auszukennen. Um herauszufinden, was es mit Jane auf sich hat, wird August ihre Ermittlungsfähigkeiten bis zur Grenze ausschöpfen müssen …
Dieser Roman ist humorvoll, romantisch, dramatisch und so ziemlich alles dazwischen. Die Beziehung zwischen August und Jane hat mir mindestens so gut gefallen wie die Beziehung der beiden mit den vielen sympathischen Nebencharakteren: Niko, Myla, Wes, Isaiah … sie alle sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich sehr dankbar dafür war, dass sie alle gleichwertig von der Handlung behandelt wurden.
Was für mich besonders interessant war, waren die Untersuchungen, die August bezüglich Jane angestellt hat. Am Anfang fast jeden Kapitels gibt es einen Bericht oder eine Internetanfrage, die sich um Jane dreht, während August gleichzeitig daran arbeitet, Janes verlorene Erinnerung zurückzuholen. Dieser Teil der Handlung hat mir besonders gut gefallen! Aber ich mochte auch die ganzen Szenen, in denen das Band zwischen den Charakteren gefestigt wurde, ohne dass sie dadurch etwas Neues über Janes Situation erfuhren.
Ich glaube, die einzige Kritik, die ich habe, ist, dass die Handlung manchmal etwas langsam vorangekommen ist. Obwohl mir das Lesen durchaus Spaß gemacht hat, gab es ab und an ein paar Stellen, bei denen es mir schwerer als sonst fiel, weiterzumachen, weil dort nicht allzu viel passiert ist. Für mich eine durchaus ernsthafte Kritik, trotz der positiven Dinge; es ist leicht, das Buch wegzulegen, ohne den Drang zu verspüren, es sofort wieder in die Hand zu nehmen. Nichtsdestotrotz finde ich es sehr empfehlenswert, weil die Charaktere unabhängig von der Handlung stets großartig waren.
Insgesamt also nicht mein Lieblingsroman von Casey McQuiston, aber dennoch ein sehr guter!
Klytämnestra wächst als spartanische Prinzessin frei und ungebunden auf, bis sie gezwungen wird, König Agamemnon von Mykene zu heiraten. Entschlossen, sich nicht von ihm unterwerfen zu lassen, beginnt ein Spiel um Macht – und um die vielen Opfer, die sie bringen muss …
Ich habe schon zwei oder drei Romane gelesen, in denen die griechische Sagengestalt Klytämnestra eine tragende Rolle spielte, doch das hier ist der erste Roman, der sich ausschließlich ihr widmet. Zu meiner Freude ist Costanza Casati eine großartige Darstellung Klytämnestras gelungen: Man spürt während des Lesens regelrecht, wie ihre Verluste ihre Seele erhärten und sie Entscheidungen trifft, die man mitnichten bewilligt, aber dennoch versteht. Sie kann eine kaltherzige, grausame Königin sein – und noch so viel mehr.
Mir war Klytämnestra trotz mancher kontroverser Taten sehr sympathisch, weil die Autorin es leicht machte, sich in sie hineinzuversetzen. Hier hilft es auch, dass über zwei Drittel der Handlung vor der Opferung ihrer Tochter spielten, sodass man Klytämnestra als Charakter sehr gut kennenlernt und mit ihr mitfiebert. Für die einen oder anderen Leserinnen und Leser könnte das zwar ein zu langsames Tempo sein, doch aufgrund des angenehmen Schreibstils habe ich mich nie daran gestört.
Ironischerweise habe ich mir dafür gewünscht, noch ein bisschen mehr über Klytämnestras Geschwister zu erfahren, zu denen unter anderem die schöne Helena gehört. Zunächst bekommt man durchaus genug von ihnen mit, aber ab Iphigenies Opferung geraten sie in den Hintergrund, was ich ein wenig schade fand. Für mich ist das deshalb ironisch, weil ich mir bei anderen Romanen gerne wünschte, sie hätten nur von Klytämnestra gehandelt, jetzt aber bei einem Roman, der sich bis auf wenige Szenen ausschließlich auf ihre Sichtweise konzentriert, gerne noch mehr von anderen Charakteren mitbekommen hätte. Aber um ehrlich zu sein, ist das keine starke Kritik – ich mochte es viel zu sehr, an Klytämnestras Seite ihr Leiden und ihre Rache zu verfolgen, sodass ich die mangelnde Relevanz anderer Charaktere durchaus verschmerzen kann.
Insgesamt handelt es sich bei diesem Roman fraglos um die beste Darstellung von Klytämnestra und ist deshalb zu einem meiner liebsten auf griechischen Mythen basierte Romane überhaupt geworden!