Bücherregal lädt …
– Rootbound: A Tangled Novel
 321 Seiten

Seit einem Monat ist Rapunzel offiziell wieder mit ihren Eltern vereint, fühlt sich allerdings, als würde sie dem Titel als Prinzessin nicht gerecht werden. Deshalb bietet sie sich freiwillig an, einer Einladung nach Astera zu folgen, einem Land, von dem es so gut wie keine Informationen gibt. Eugene begleitet sie natürlich, zusammen mit dem strengen Minister Cressien, und schnell vermuten sie, dass irgendetwas nicht stimmt. Während Rapunzel nach dem Geheimnis von Astera sucht, vermutet Eugene, dass seine Eltern ursprünglich ebenfalls aus Astera stammen …

Als großer Fan der Disney-Verfilmung habe ich mich sehr darüber gefreut, einen Roman über Rapunzel und Eugene zu lesen, wobei ich hier zunächst klarstellen möchte, dass die Ereignisse und Enthüllungen des Romans in keiner Weise mit der animierten Serie zusammenhängen, die ebenfalls nach den Ereignissen des Films spielt, jedoch einen eigenen Handlungsstrang hat, der komplett unabhängig zu dieser Geschichte steht.

Das sage ich vor allem deshalb, weil hier eine eigene Antwort für Eugenes Herkunft gefunden wurde – und meiner Meinung nach sogar eine passendere! Natürlich möchte ich hier nicht mehr verraten, aber insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Umsetzung,auch wenn ein Teil von mir sich durchaus gewünscht hätte, die Autorin wäre bei den Enthüllungen noch etwas mutiger gewesen.

Trotzdem waren Rapunzels und Eugenes individuelle Rollen großartig umgesetzt und ich mochte es vor allem, wie ihre Trauma, ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste in der Geschichte umgesetzt wurden – bei Rapunzel bezüglich Gothel und ihrer Furcht, ihrer Rolle nicht gerecht zu werden und bei Eugene bezüglich seiner Eltern und seiner Furcht, niemals gut genug für Rapunzel zu sein. Diese Umsetzung der beiden Charaktere hat mir so gut gefallen, dass ich gerne noch mehr davon gelesen hätte!

Leider verbringen die beiden nicht so viel Zeit miteinander, wie ich es mir gerne gewünscht hätte – beziehungsweise haben sie nicht so viele romantischen Szenen miteinander, wie ich mir erhofft hatte. Gerade, weil ich die beiden zusammen so sehr liebe, hätte ich gerne noch mehr von ihrer Chemie gesehen, aber das war leider nicht der Fall.

Was die anderen wichtigen Charaktere angeht, war König Enver in Ordnung, aber vorhersehbar, Verette und Hughes überraschend sympathische Charaktere und mein persönlicher Liebling ein sehr unerwarteter Charakter: Nämlich Cressien, der Minister, der anfangs nur ein störender Faktor für Rapunzel und Eugene ist, aber eine absolut hervorragende, unerwartete Charakterentwicklung durchmacht, die ihn mühelos zu meinem Lieblingscharakter machte! Ich hätte aufgrund seiner anfänglichen unsympathischen Szenen niemals erwartet, dass er überhaupt eine größere Rolle spielt, weshalb ich sehr glücklich darüber war, seine Entwicklung zu sehen.

Die Geschichte selbst ist in Ordnung und bietet keine großen Überraschungen, war aber immer noch ein gutes Abenteuer für Rapunzel und Eugene. Das Ende deutet zudem stark auf einen zweiten Band hin, über den ich mich sehr freuen würde – in der Hoffnung, dort ein wenig mehr Romantik zu sehen ;)

& – Disney. Twisted Tales: Verlockende Freiheit (Rapunzel)
 496 Seiten

Statt von der Blume des Sonnentropfens zu trinken, wird die Königin von der Blume des Mondtropfens gerettet. Das sorgt dafür, dass Rapunzel mit silbernen Haaren geboren wird – Haaren, die alles Lebende töten können. Zu ihrem Schutz wird Rapunzel von Mutter Gothel in einen Turm gesperrt, wo sie fast die ersten zwanzig Jahre ihres Lebens verbringt. Doch Rapunzel sehnt sich danach, die schwebenden Lichter zu sehen, und flieht schließlich aus dem Turm – nicht wissend, dass die Wahrheit hinter ihrer tödlichen Magie anders ist, als sie bisher glaubte …

Besonders interessant ist das Framing der Geschichte, weil hier ein Bruder seiner krebskranken Schwester diese Neuerzählung von Rapunzel präsentiert. Das hat mich zunächst ganz schön überrascht, aber letztendlich fand ich diese Rahmenerzählung so interessant, dass ich gerne noch mehr von ihr gelesen hätte als die kleinen Snippets, die wir ab und zu bekommen. Vor allem leider auch deshalb, weil mich die Neuerzählung nicht ganz so begeistern konnte, wie ich hoffte.

Zugegeben hätte ich nicht erwarten sollen, dass der Roman die wichtigsten Momente des Films beibehält, aber dennoch fand ich es schade, dass die Handlung irgendwann so stark vom Film abwich, dass man sie fast nicht mehr wiedererkannt hat. Zwar hatte sie durchaus gute Szenen und Twists, aber letztendlich konnten es die neuen Szenen nicht mit der Qualität des Originals aufnehmen. Die neuen Charaktere haben sich zudem sehr … willkürlich angefühlt. Ich mochte Gina (eine Abenteurerin, die Rapunzel auf ihrer Reise hilft) zum Beispiel sehr, aber ich verstand ihren Zweck in der Geschichte nicht wirklich; vor allem, weil es aus der Sicht des Bruders, der diese Geschichte erzählt, keinen Sinn ergibt, warum er sie einführen sollte.

Insgesamt ist es also wichtig, mit den richtigen Erwartungen an die Geschichte ranzugehen – denn die Tatsache, dass ich damit gerechnet habe, im Grunde eine leicht veränderte Adaption zu lesen, hat mich davon abgehalten, die Geschichte voll und ganz zu genießen. Doch diejenigen, die gleich am Anfang wissen, dass die Geschichte sich ganz anders als der Film entwickeln wird, werden wahrscheinlich mehr Gefallen an ihr finden.