Lana und Logan sind glücklich zusammen, auch wenn Logan immer noch damit beschäftigt ist, Serienkiller zu jagen – darunter auch Lana, was er jedoch nicht ahnt. Tatsächlich fürchtet er, sie könne das Ziel eines Serienkillers werden, der es auf seine Liebsten abgesehen hat, weshalb er sie mit Polizeiansatz beschützen möchte. Das passt Lana natürlich gar nicht, weil sie dadurch ihre Kill-Liste pausieren muss, doch als ein anderer Schänder ihre Aufmerksamkeit weckt, ist sie trotz der neuen Sicherheitsmaßnahmen entschlossen, ihm ein Ende zu bereiten …
Spannend geht es mit Lana und Logan weiter, wobei in diesem Band keiner von beiden seiner eigentlichen Hauptstory folgt, sondern sich einerseits um den Boogeyman (Logan) und andererseits einen Kinderschänder kümmert (Lana). Es hat mir jedoch nichts ausgemacht, in diesem Band Nebenhandlungen zu folgen, weil beide immer noch spannend geschrieben waren und Lanas Talente auf gute Weise gezeigt wurden.
Bei Logan war ich mir bezüglich seiner Talente zunächst nicht sicher, denn nachdem er einen ersten Hinweis zum Boogeyman erhält, scheitert er daran, eine unglaublich offensichtliche Schlussfolgerung zu ziehen, die mir als Leserin sofort klar war – noch schlimmer, selbst nach dem zweiten Hinweis fand Logan den offensichtlichen Zusammenhang nicht, was mich ernsthaft an seiner Kompetenz zweifeln ließ. Ich begrüße es zwar, dass die Autorin die Hinweise so gestaltet, dass auch wir Leserinnen mitraten können, aber in diesem Fall waren sie definitiv zu leicht und hätten von einem FBI-Agenten wie Logan definitiv vermutet werden sollen.
Gegen Ende stellte er seine Reputation jedoch wieder her, als es um Lanas Fall ging und kam hier zu einigen beeindruckenden Schlussfolgerungen, die ihn gefährlich nahe an die richtige Fährte bringen – hier bin ich gespannt, wie sich die Handlung wohl weiterentwickelt. Denn zwar fiebere ich nicht hundertprozentig mit der Romanze mit, aber es macht immer noch Spaß, über sie zu lesen.
Ich hoffe, im nächsten Band werden wir speziell von Hadley mehr sehen, die mir erstaunlich gut gefiel, aber so oder so ist die Reihe sehr gut zu lesen und für Romance/Suspense-Fans perfekt geeignet!
Lana Myers ist eine Serienkillerin, die sich an den Männern rächt, die ihr damals Leid angetan haben. Doch als sie auf den FBI-Agenten Logan Bennett trifft, trifft sie zum ersten Mal auf einen Mann, der sie auf positive Weise fasziniert – allerdings auch ein Profiler ist, der ihre wahre Identität mühelos durchschauen könnte. Während die beiden sich langsam näherkommen, ist Logan zudem entschlossen, den Mörder der Männer zu finden, die Lana umgebracht hat …
Dieser locker zu lesende Thriller ist aufgrund seines flotten Schreibstils wunderbar zu lesen und bietet eine unterhaltsame, kurzweilige Lektüre, die mir viel Spaß gemacht hat.
Lana ist nicht nur eine fähige, sondern auch eine überraschend sympathische Protagonistin, in die ich mich erstaunlich gut hineinversetzen konnte, auch wenn ihre Aktionen sehr extrem sind. Tatsächlich mochte ich sie sogar mehr als Logan, weil es bei ihr mehr Szenen zum Mitfiebern gab, da sie schließlich ihre wahre Identität vor ihm geheim halten muss. Die Ironie in ihren Begegnungen war herrlich zu lesen, ihre Romanze jedoch noch nicht hundertprozentig überzeugend.
Die beiden haben zwar durchaus Chemie miteinander und ich mochte speziell ihre Textnachrichten sehr gerne, aber die Romanze entwickelt sich recht schnell, nahm viel Raum ein und war dabei eher auf das Körperliche fokussiert, weshalb ich den romantischen Anteil dieser Romanze nicht besonders stark spürte. Hier hoffe ich, dass spätere Bände die emotionalen Aspekte stärker hervorheben werden.
Lanas Mordpläne spielen im Gegensatz zur Romanze eine eher untergeordnete Rolle und sind vor allem am Anfang und am Ende relevant, dazwischen aber eher nicht; was vielleicht auch ganz gut so ist, denn die Brutalität, mit der Lana vorgeht, ist nicht zu unterschätzen. Wir erleben zwar nicht direkt die Momente, in denen sie die Männer foltert, doch die Beschreibungen danach reichen allemal aus, um es sich vorzustellen.
Inwiefern die Art und Weise, wie Lana und Logan in ihren jeweiligen Berufen vorgehen, realistisch ist, kann ich nicht beurteilen, aber sie ist auch nicht der Fokus der Geschichte, weshalb sie mir auch nicht allzu wichtig war. Etwas, von dem ich dagegen gerne noch mehr gesehen hätte, sind andere Charaktere – natürlich kommen welche vor, aber nur Lanas bester Freund Jake hinterlässt einen bleibenden Eindruck, weil der Fokus so stark auf Lana und Logan selbst liegt.
Einen mittelgroßen Twist gibt es am Ende, ansonsten besticht der Roman vor allem dadurch, dass er einen auch eine große Twists gut mitreißt, weil die Ausgangssituation so fesselnd ist. Deshalb würde ich ihn vor allem Freida-McFadden-Fans empfehlen, mit der einzigen Anmerkung, dass dieses Buch gewalttätiger ist – aber dafür genauso locker zu lesen und mit einer spannenden Romanze im Fokus.
- Die Möglichkeit
- von Liebe
- Louise Pelt
- Lübbe
- Belletristik
- Selbstfindung
- Freundschaft
- Romanze
- Liebe
- Freiheit
- Sommer
Nachdem Lindas baldiger Ex-Mann sie für seine neue Freundin verlassen hat, braucht sie dringend ein wenig Zeit für sich alleine. In einem Sommerhaus, das die beiden vor Jahren gekauft haben und das inzwischen in Vergessenheit geraten ist, hofft sie, sich selbst zu finden – und definitiv nicht, dass ein mysteriöser Teenager mit raspelkurzen Haaren und blauem Pullover sie zu verjagen versucht. Zugleich folgen wir Sam, die auf die distanzierte Martha trifft und sich nach und nach mit ihr anfreundet. Doch wer ist Martha, warum trägt sie stets den gleichen Pullover und hält sich von allen anderen fern? Linda und Sam finden ihre eigenen Antworten darauf …
Die Kurzbeschreibung der Geschichte ist leider sehr irreführend, denn die Handlung, die sie beschreibt, passiert erst nach 180 Seiten und selbst dann gerät sie erst später richtig in den Fokus. Zugegeben: Die Szenen, die Linda und Martha dann miteinander teilen, fand ich tatsächlich großartig, aber bis dahin dauert es eben eine ganze Weile, die nur sehr langsam vergeht. Zudem war ich immer noch investierter in Sams und Marthas Freundschaft, obwohl Sams Kapitel immer um einiges kürzer waren als Lindas.
Außerdem ist Martha nicht mal der wichtigste Charakter in Lindas Geschichte (wenn auch definitiv ein wichtiger), sondern auch der Jurist Frederik, auf den Linda trifft. Ich wusste für eine ganze Weile nicht, was ich von ihm und ihrer wachsenden Beziehung halten sollte, denn ursprünglich machte Linda eine Auszeit, um herauszufinden, wer sie ohne die Beziehung zu einem Mann ist – und sie dann fast schon buchstäblich in den ersten verlieben zu lassen, auf den sie trifft, kam mir da nicht wie die richtige Strategie vor. Allerdings mochte ich letztendlich die Art und Weise, wie sich ihre Beziehung entwickelte, sehr – und außerdem war Frederik schlicht ein sehr sympathischer Charakter.
In Linda dagegen konnte ich mich leider so gut wie nicht hineinversetzen. Das liegt nicht nur an ihrer Ausgangssituation (Mutter von zwei Kindern, die ihre Scheidung plant), sondern vor allem an ihrer Charakterentwicklung, die dem klassischen Format „vernünftiger Charakter lernt, dass es viel besser ist, locker drauf zu sein“ folgt und aus diesem Grund nichts war, mit dem ich mich identifizieren konnte. Allgemein bin ich diese Art von Handlungssträngen langsam leid, selbst, wenn man davon absieht, dass zumindest zwei von Lindas spontanen Entscheidungen sie buchstäblich fast umgebracht hätten. Das ist allerdings keine Kritik am Roman, sondern schlicht die Beobachtung, dass ich mich als jemand, die zwar ab und an unvernünftig ist, ihr Glück aber letztendlich in der Vernunft gefunden hat, nicht viel mit diesen Handlungssträngen anfangen kann.
Sehr gut gefielen mir die Offenbarungen gegen Ende, mit denen ich überhaupt nicht rechnete und die mich ganz schön emotional zurückließen. Ich liebte es, wie die Geschichte endete – auch, wenn der Anfang ganz schön holprig war. Trotzdem ist es letztendlich nicht meine Art von Buch, weshalb ich es nur denjenigen empfehlen würde, die sich besser in Linda hineinversetzen können.
- Canvas
- Ursula Poznanski
- Loewe
- Jugendbuch
- Science Fiction
- Virtuelle Welten
- Rätsel
- Mystery
- Falsche Identitäten
- Geheimnisse
Ein Jahr nach den Ereignissen des letzten Bandes erhält Jana zu ihrem Schrecken die Nachricht, dass Lauritz, der Hauptakteur hinter den damaligen Ereignissen, aus MinusNull geflohen ist. Der einzige Weg, ihn zu finden, scheint Janas neue Welt zu bieten: Canvas, eine Art Jobbörse, mit dessen Hilfe man sich als Ambient, eine Art Statist, in verschiedene Welten stationieren kann, ohne selbst erkannt zu werden. Doch schon bald merkt Jana, dass sie nicht die einzige ist, die diese praktische Welt für sich nutzt …
Ich bin sehr froh, dass ich direkt vor dem zweiten Teil den ersten noch einmal gelesen habe, denn es handelt sich tatsächlich um eine direkte Fortsetzung, die das Wissen des ersten Bandes voraussetzt und auf jeden Fall leichter zu lesen ist, wenn man noch alle Charaktere und ihre Rollen frisch im Kopf hat.
Dieser Band hat vor allem eine gute Mystery, was so weit ging, dass ich zwar wusste, was genau nicht stimmte, mir aber einfach nicht erklären konnte, wie das möglich sein sollte und ganz schön gestarrt habe, als das Geheimnis dahinter herauskam. Zugegeben gibt es auch sehr leichte Rätsel, die ich in dem Moment löste, in dem alle Puzzleteile mir zur Verfügung standen, doch dafür eben auch welche, bei denen ich wenig bis keine Ahnung hatte und deshalb gespannt war, wohin das Buch mich führen würde. Andere Leserinnen und Leser werden sicher ebenfalls etwas zu leichte und ein paar undurchschaubare Rätsel entdecken, aber die Mischung war zumindest für mich in Ordnung.
Die Ambientes spielen eine große Rolle und werden zu meiner Zufriedenheit sehr gut genutzt: Es machte Spaß, Jana dabei zuzuschauen, wie sie andere Rollen übernimmt und dabei versucht, nicht erwischt zu werden, aber auch, wie sie versucht, die wahren Identitäten hinter anderen Rollen zu durchschauen. Das Weltenhoppen war für mich wieder der beste Teil; wir lernen einige neue Welten kennen und auch ein paar bekannte, aber so oder so war es großartig, die vielen Facetten der virtuellen Realitäten zu sehen.
Zu meiner Überraschung mochte ich die Romanze zwischen Jana und Tivon, die ich im ersten Band nicht besonders realistisch fand, in diesem Band sehr. Die beiden verbringen tatsächlich viel Zeit miteinander, tauschen liebevolle Gesten aus und zeigen allgemein eine Chemie, die mich sehr investiert in ihre Beziehung machte. Leider sind andere Charaktere dafür schwächer vertreten; sie kommen natürlich vor, aber keiner hinterließ einen so starken Eindruck wie Jana und Tivon.
Das Ende geschah ein wenig zu plötzlich und wurde meiner Meinung nach etwas zu schnell und glatt gelöst, sodass ich erst einmal eine Weile brauchte, um überhaupt zu verstehen, warum die Ereignisse sich gerade überschlagen. Zudem sind durchaus noch Fragen offen, z.B., inwiefern die Menschen wieder in der realen Welt leben können werden; es gibt zwar Andeutungen auf eine Verbesserung, aber eine echte Lösung wurde leider noch nicht gefunden. Wer weiß also, ob wir noch einen dritten Teil bekommen.
Letztendlich ein gelungener zweiter Band, bei dem mir vor allem die verschiedenen Welten und Rätsel sehr gefielen!
- Cryptos
- Ursula Poznanski
- Loewe
- Jugendbuch
- Science Fiction
- Virtuelle Welten
- Verfolgungsjagd
- Klima
- Verschwörungen
Jana ist eine erfolgreiche Weltendesignerin, doch ausgerechnet in ihrer friedlichsten Welt Kerrybrook geschieht ein mysteriöser Mord – und zwar ein echter, was in den virtuellen Welten gar nicht möglich sein sollte. Um den Mord aufzuklären, sucht Jana in den verschiedenen Welten nach Hinweisen, worauf sie immer wieder auf das Motiv einer aufgespießten Taube stößt. Als sie die Welten verlassen will, stellt sie mit Schrecken fest, dass das nicht möglich ist, und erfährt zudem, dass ein Tod in einer der Welten für sie final wäre …
Ich habe Cryptos bereits vor sechs Jahren gelesen, doch zum Erscheinen des zweiten Bandes wollte ich mein Wissen auffrischen, weil ich zwar noch vieles in Erinnerung hatte, aber einiges nicht mehr und deshalb sicher gehen wollte. (Außerdem hatte ich ohnehin Lust, das Buch wieder zu lesen.) Es war wieder ein spaßiges Lesevergnügen, durchaus mit ein, zwei Kritikpunkten, aber sowohl unterhaltsam als auch zum Nachdenken anregend.
Damals liebte ich vor allem die verschiedenen Welten und tue es immer noch, weshalb mir vor allem die erste Hälfte des Romans sehr gut gefällt, in der Jana durch diese verschiedenen Welten reist. Was mir aber bei diesem Re-Read sehr positiv aufgefallen ist, sind die vielen subtilen Hinweise darauf, wie schlimm es in der realen Welt ist. All diese Hinweise habe ich beim ersten Mal definitiv überlesen, weshalb es umso interessanter war, sie bei diesem Re-Read zu entdecken. Vor allem die Art und Weise, wie sie nebenbei eingebaut wurden und Jana am liebsten auch ihre Zeit nur in virtuellen Welten verbringen würde, fand ich großartig, weil es leicht war, sich in sie hineinzuversetzen und die vielen kleinen Kommentare zur realen Welt zu ignorieren. Das machte die Geschichte auf erschreckende Weise noch realer.
Janas Romanze mit Tivon fand ich leider nicht besonders überzeugend, weil ich nur freundschaftliche Chemie zwischen ihnen spürte, weshalb ich ihren besten Freund Matisse und ihren Bruder Monty lieber mochte, obwohl sie nur wenig Screentime hatten. Tivon als Charakter war immer noch gut, aber die Romanze hätte meiner Meinung nach mehr Szenen gebraucht.
Zu den Dingen, die ich nicht mehr in Erinnerung hatte, gehörte das Ende – und das aus gutem Grund, weil es sehr offen und überhaupt nicht zufriedenstellend war. Umso froher bin ich, dass es eine Fortsetzung gibt, die die offenen Handlungsstränge hoffentlich auf gute Weise abschließen wird!
Liesel möchte die Geschichte ihrer Großmutter Emmi aufdecken, weshalb sie eine Reise nach Polen plant, um dort die Antworten zu finden, die ihre inzwischen demente Großmutter nicht mehr geben kann. Eigentlich plant sie nicht, jemanden mitzunehmen – doch durch eine Verkettung unglücklicher Entscheidungen begleitet sie nicht nur ihre Großmutter, sondern auch der Altenpfleger Jascha. Auf der Reise hofft Liesel zudem, sich selbst zu finden – und entdeckt letztendlich mehr, als sie jemals erwartet hätte …
Ich hatte die Geschichte auf Empfehlung gelesen (und weil sie interessant klang), doch letztendlich entsprach sie leider nicht meinem Geschmack.
Das fängt bereits mit Liesel an: Sie war eine leider recht unsympathische Protagonistin, die fast alles negativ sah, fast nur das Schlimmste von anderen annahm und mir, um ehrlich zu sein, ganz schön auf die auf die Nerven ging. Und dabei konnte ich ihren Unmut durchaus nachvollziehen, denn wenn ich in ihrer Situation gewesen wäre, wäre es mir wohl auch schwer gefallen, ständig positiv zu denken und immer freundlich zu meinen Mitmenschen zu sein – aber trotzdem sorgte es für ein nicht besonders angenehmes Leseerlebnis. Zwar wird Liesel gegen Ende etwas besser, aber ihre negative Art wird sie nie ganz los.
Jascha gefiel mir dafür schon besser, aber die Romanze zwischen den beiden kam mir nicht besonders realistisch vor; die beiden hatten fast keine Chemie miteinander, weil Liesel sich konstant über Jascha beschwerte und höchstens seine äußerlichen Attribute lobte. Zugegeben glaube ich auch nicht, dass ihre Romanze als eine ewig währende geschrieben wurde, aber trotzdem hätte ich gerne mit den beiden mitgefiebert.
Die eigentliche Reise war wohl das Highlight des Romans. Ich mochte es, wie Emmi hier eingebunden wurde und sogar Liesel etwas positiver eingestellt war; die Reise war überraschend friedlich und tatsächlich schön, auch wenn es bis zu ihrem Anfang eine Weile dauert und sie eher Fragen als Antworten bietet. Tatsächlich hatte ich mich schon halb darauf eingestellt, dass wir gar keine Antworten bekommen werden, weil es z.B. auch gar keine Rückblicke gab, die uns welche hätten geben können; und obwohl ich diese tatsächlich schmerzhaft vermisst habe (es war schwer, sich um Charaktere zu sorgen, die nur erwähnt werden, statt leibhaftig aufzutauchen), war ich froh, dass wir letztendlich die Antworten bekamen.
Davor allerdings gibt es eine überraschend schockierende Handlungsentwicklung, die ich ehrlich gesagt überhaupt nicht mochte, weil sie so viele zufriedenstellende Antworten, Handlungsrichtungen und Charakterentwicklungen unmöglich machte. Gerade, weil ich stark darauf hoffte, dass eine bestimmte Beziehung zwischen zwei Charakteren sich auf positive Weise entwickeln würde, war ich umso deprimierter, dass die Handlung in eine ganz andere Richtung ging. Auch bei den Offenbarungen, die danach kamen, war eine dabei, die mich unter anderen Umständen dazu gebracht hätte, das Buch abzubrechen, weil sie so schrecklich war – aber dafür gab es auch zwei sehr zufriedenstellende Enthüllungen, die bereits vorher angedeutet wurden und die ich sehr mochte, weil sie so viele Fragen beantworteten.
Obwohl das Buch gute Momente hatte, ließ es mich letztendlich mit dem Wunsch zurück, eine andere Geschichte zu lesen – nämlich die von Emmi, die wir zwar erfahren, die aber noch einnehmender gewesen wäre, hätten wir sie wirklich erlebt.
- Im Park der
- aufgehenden Sonne
- Michiko Aoyama
- Belletristik
- Rowohlt
- Japan
- Wohlfühlbuch
- Heilung
- Ratschläge
- Begegnungen
In der Nähe der Wäscherei Sunshine Cleaning gibt es einen Spielplatz mit einem Nilpferd, dem nachgesagt wird, das es einen heilt, wenn man ihn dort berührt, wo es einen selbst schmerzt. Einige Menschen finden beim Nilpferd, dem sogenannten Rikabari Kabahiko Unterstützung: Kanato, der nach dem Wechsel in die Highschool plötzlich sehr viel schlechtere Noten als sonst bekommt; Sawa, die sich unter anderen jungen Müttern eines Kindergartens nicht willkommen fühlt; Chiharu, die vom Arbeitsstress und Eifersucht schlimme Ohrenschmerzen bekommt; Yuya, der vor einem Rennen behauptet, sein Bein würde schmerzen, bis es dann wirklich wehzutun beginnt; und Kazuhiko, der im Alter nicht nur unter schlechteren Augen leidet, sondern auch unter der angespannten Beziehung zu seiner Mutter.
Am stärksten ist Michiko Aoyama, wenn sie sich auf wenige Charaktere konzentriert, statt besonders viele auf einmal zu beschreiben, weshalb ich froh war, dass sie in diesem Roman genau das getan hat. So konnten wir alle Charaktere genug kennenlernen, wobei ich die kleinen Verbindungen zwischen ihnen zu schätzen wusste, aber auch die Geschichten an sich.
Der Roman startet mit einer starken Geschichte: Ich war sehr investiert in Kanato, der unter seinen Leistungen leidet und sich aufgrund seiner Noten dumm fühlt; er hatte auch die wohl engste Verbindung zum Nilpferd, dem er sogar hilft. In Sawa konnte ich mich dafür nicht ganz so gut hineinversetzen, weil ihre Probleme so ganz anders als meine waren, aber dafür war sie sehr sympathisch. Chiharu wirkte zunächst unsympathisch, aber ihre Charakterentwicklung war sehr zufriedenstellend. Auch mit Yuya konnte ich zunächst nicht warm werden, aber tatsächlich entwickelte er sich bald zu einem Liebling und ich mochte seine Freundschaft zu Suguru sehr. Zuletzt haben wir Kazuhiko, bei dem mir vor allem die sich entwickelnde Beziehung zu seiner Mutter gefiel. Letztendlich waren aber alle Charaktere auf ihre Weise sympathisch, gerade weil jeder von ihnen etwas für sein eigenes Leben lernte.
Obwohl das Nilpferd natürlich eine wichtige Rolle spielt, war ich sogar noch investierter in die Wäscherei Sunshine Cleaning, die alle Charaktere besuchen und nach der auch das Buch benannt ist. Die Besitzerin ist es, die die Sage über das heilende Nilpferd überhaupt erzählt und die Art und Weise, die die verschiedenen Charaktere mit ihr interagieren, obwohl sie selbst stets ein Nebencharakter bleibt, war äußerst faszinierend. Oft war sie sogar der eigentliche Ratschlag, den die Charaktere brauchten, was ich einfach schön fand.
Insgesamt also ein schöner Roman mit fünf wundervollen Geschichten!
Als ehemaliger Sättigungstaucher bekommt Yorick die Mission, die Naturwissenschaftlerin Kristina Sabo bei einer Arktis-Expedition auf der Suche nach leuchtenden Bakterien zu beschützen, die die Energieversorgung der Welt komplett auf den Kopf stellen könnten. Kurz zuvor hatten sie und ihr Kollege José einen Laborunfall, bei dem sie beide mit den Bakterien kontaminiert wurden – und obwohl ihnen versichert wurde, dass sie korrekt behandelt wurden und keine Gefahr droht, wird bald klar, dass dem nicht so ist …
Ich lese nicht allzu viele Wirtschaftsthriller, weil sie nicht ganz in meinem Interessengebiet sind, aber dieser hier war spaßig zu lesen und eine positive Überraschung. Zwar habe ich auch Kritikpunkte, aber insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten, weshalb es letztendlich trotzdem eine Empfehlung ist.
Wir folgen mehreren Sichtcharakteren, die zunächst voneinander abgeschnitten sind: Yorick auf der Arktis-Expedition, die sich natürlich nicht so entwickelt, wie sie es sollte; José mit den Folgen des Laborunfalls, der nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie in Gefahr bringt; und Skörle, die mit ihrem Ehemann eine private Schiffsart in die Arktis machen will, ohne zu ahnen, dass das Paar, das sie betreut, mehr plant, als sie ahnen. Es war spaßig, zu lesen, wie sich diese drei Geschichten entwickeln und auf welche Weise sie wohl zusammentreffen werden.
Besonders investiert war ich in Josés Geschichte, weil hier besonders viel auf dem Spiel stand; seine Krankheit und die Bedrohung von außen haben mich sehr gepackt, weil ich diese persönlichen Risiken interessanter fand als eine möglicherweise gescheiterte Expedition, bei der zwar technisch gesehen größere Dinge auf dem Spiel stehen, sich aber kleiner anfühlen als ein persönliches Schicksal.
Auch die unbekannten Gefahren, mit denen Skörle und ihr Ehemann Eric sich auseinandersetzen müssen, waren interessant, während ich bei Yoricks Geschichte vor allem Yorick selbst mochte: Er war praktisch veranlagt, äußerst fähig und stellte sein Können auch mehrmals unter Beweis. Es war erfrischend, neben den unsicheren und unvorbereiteten Charakteren auch jemanden zu haben, der weiß, was er tut. Zugleich lernten wir ihn von allen Charakteren am besten kennen und ich mochte zum Beispiel seine Gewohnheit, an Naturgewalten Briefe zu schreiben.
Überraschenderweise war Kristina letztendlich ein Nebencharakter. Nachdem die Kurzbeschreibung andeutete, dass sie zusammen mit Yorick ein Hauptcharakter wird, hätte ich nicht erwartet, dass sie letztendlich nur eine kleine Rolle spielt, aber das ist keine Kritik von meiner Seite aus, sondern nur eine Beobachtung.
Dafür hätte ich mir gerne mehr Gefühle gewünscht. Der Großteil der Handlung fokussiert sich (verständlicherweise) auf die Expedition und die relevanten Informationen, aber die meisten Charaktere blieben mir fern, weil nur José eine Geschichte bot, bei der ich nicht nur handlungstechnisch, sondern auch emotional investiert war.
Auch vom Ende hätte ich mir mehr erhofft, weil die Geschichte überraschend glatt und schnell gelöst wurde und ich ein wenig mehr Action erwartet hatte.
Insgesamt also ein Wirtschaftsthriller, der mich gut unterhalten hat!
- Die Psychiaterin
- Freida McFadden
- Heyne
- Thriller
- Spannung
- Twists
- Falsche Fährten
- Verschlossener Raum
- Eingesperrt
- Grusel
- Verschwinden
- Mord
- Geheimnisse
- Highlight
Tricia und ihr Ehemann Ethan scheinen für ihre neue gemeinsame Zeit ihr perfektes Traumhaus gefunden zu haben: Es gehörte der Psychiaterin Dr. Adrienne Hale, die vor wenigen Jahren spurlos verschwunden ist. Tricia hat kein gutes Gefühl, vor allem, als bei der geplanten Hausbesichtigung die Maklerin nicht auftaucht und die beiden eingeschneit werden. Gezwungen, die Nacht im Haus zu verbringen, forscht Tricia nach, in der Hoffnung, herauszufinden, was mit der Psychiaterin passiert ist – und entdeckt dabei einen Geheimraum mit mehreren Kassetten, auf denen Dr. Hale sämtliche Patientengespräche aufgezeichnet hat. Sie beginnt, sie durchzuhören – und entdeckt dabei mehr als nur ein Geheimnis …
Dieser Thriller hält einen wirklich auf Trab! Ich glaube, er könnte sogar mein bisher liebster Thriller aus McFaddens Feder sein, weil er einfach so spannend geschrieben war und ich ihn innerhalb weniger Stunden verschlungen habe. Das Pacing ist einfach großartig: Wir haben zum einen Tricia, die in der Gegenwart der gruseligen Geschichte des Hauses nachgeht, während sie Angst hat, dass außer ihrem Ehemann und ihr noch jemand im Haus sein könnte, und dann Adriennes Psychiatergespräche und ihre Probleme mit einem ganz speziellen Patienten. Die Mischung war wirklich gut gemacht und hat mich stets zum Weiterlesen angetrieben.
Die erste offensichtliche falsche Fährte habe ich sofort als solche erkannt und mich schnell auf die anderen Fährten fokussiert, die zu meiner Erleichterung sehr viel undurchsichtiger waren. So halb hatte ich durchaus die richtige Idee – aber eben nur halb, weil es so viele mögliche Erklärungen für die Geschehnisse gibt, dass ich zwar wusste, wer nicht dahintersteckt, aber nicht sagen konnte, wer stattdessen dafür verantwortlich ist. Das war wirklich großartig: Selbst, wenn man einen oder zwei Twists kommen sieht, hat McFadden immer noch welche auf Lager, mit denen man nicht gerechnet hat.
Wie gesagt hält sie die Handlung auch stets spannend; ich mochte die unheimliche Atmosphäre im Haus und die immer drängendere Situation, in der sich Adrienne wiederfindet. Das klaustrophobische Gefühl, im Haus eingesperrt zu sein, die nahezu süchtig machenden Psychiatergespräche, die immer weiter eskalierende Vergangenheit und die Fragen, die währenddessen aufgeworfen werden – einfach großartig! Zusammen mit dem flotten Schreibstil entstand so wahrlich ein Thriller, der mich von Anfang bis zum Ende packte.
Wenn ich eine Kritik äußern müsste, wäre es wohl die erste falsche Fährte, weil wirklich schmerzhaft offensichtlich war, dass es eine falsche Fährte ist. Natürlich spielt McFadden bewusst mit unseren Erwartungen und auch mit den Dingen, die wir nicht erwarten, aber mir persönlich haben die undurchsichtigeren Fährten um einiges besser gefallen.
Zusammengefasst ein grandioser Thriller, der definitiv zu meinen Lieblingen unter McFaddens Thrillern zählt!
- All die Farben
- All das Licht
- Cora Wucherer
- Klett-Cotta
- Belletristik
- Schwestern
- Familie
- Kunst
- Blindheit
- Roadtrip
- Sommer
- Erwachsenwerden
- Veränderung
- Kleines Highlight
Juna und Martha sind Schwestern, haben aber kein besonders enges Verhältnis zueinander. Juna, die Künstlerin ist und unter dem Usher-2-Syndrom leidet, muss sich mit der Diagnose, sehr bald vollständig zu erblinden, auseinandersetzen. Unbedingt möchte sie davor ihr Lieblingsbild der Künstlerin Lotte Laserstein sehen, das in Malmö ausgestellt ist. Martha, die Junas Ausweis gestohlen hat, um im Sommer in einem Kino arbeiten zu können, hat sich immer wie die vernachlässigte, schlechtere Schwester gefühlt und sucht ihre Freiheit da, wo Juna nicht ist. Erst eine spontane Reise nach Schweden zeigt den beiden Schwestern, dass sie füreinander da sein müssen …
Dieser wunderschöne Roman erzählt nicht nur die Geschichte von zwei Schwestern, sondern geht auch stark auf die persönlichen Probleme der beiden ein, die sich nicht immer lösen lassen, ihnen aber aufzeigen, welchen Weg sie gehen können.
Vor allem in Junas Sichtweise war ich sehr investiert, da sie als Künstlerin, die bald ihr Augenlicht verliert, bereits eine einnehmende Ausgangssituation hatte, aber auch, weil ich mich sehr gut in ihren Charakter hineinversetzen konnte. Bei Martha fiel es mir schon schwerer, das zu tun, da ich ihre Sichtweise zwar komplett verstehen konnte, wir aber schlicht zu verschiedene Persönlichkeiten haben. Dafür mochte ich die Nebencharaktere in ihrer Geschichte am meisten, speziell ihren besten Freund Alex und ihren Crush Sophie.
Zu meiner Überraschung spielte das Band der Schwestern zwar durchaus eine Rolle, aber keine so große wie ihre persönliche Weiterentwicklung. Tatsächlich hätte ich mir deshalb gerne noch mehr Szenen zwischen Juna und Martha gewünscht, weil ihre wachsende Bindung dadurch noch stärker gewesen wäre, aber ich mochte es zugegeben auch sehr, die beiden an sich selbst wachsen zu sehen.
Einen Charakter, den ich unbedingt noch erwähnen möchte, ist Arvid. Obwohl er nur wenig Screentime hat, hatte er einen bleibenden Effekt auf Juna, die er auf großartige Weise inspirierte. Junas und Marthas Vater bekommt im Lauf der Handlung auch eine immer wichtigere Rolle, doch hier hätte ich mir gewünscht, dass öfter gezeigt worden wäre, wie er aus seinem Verhalten gegenüber Juna und Martha lernt.
Die Einbindung der Künstlerin Lotte Laserstein, die es wirklich gab, gefiel mir außerordentlich gut, sodass ich sogar eigene Recherchen anstellte, um mehr über sie herauszufinden und ihre Bilder zu sehen.
Ich glaube, das einzige, was ich mir sonst gewünscht hätte, wäre, noch mehr von Junas und Marthas späteren Wochen, Monaten und Jahren zu zeigen. Als ich zu Beginn den Abschnitt „Davor“ las, nahm ich an, dass der „Danach“-Abschnitt sich um Junas Blindheit drehen würde, doch das war zu meiner Überraschung nicht der Fall. Was wohl auch auch der Sinn dahinter ist (der Fokus liegt bewusst auf etwas Anderem), aber ich hätte trotzdem gerne erlebt, wie ihr Leben sich daraufhin ändert.
Insgesamt ein sehr schönes Buch, bei dem mir vor allem die Charakterentwicklung der beiden Hauptfiguren besonders gut gefiel!
- When Dealing
- With Dragons
- Dana Swift
- dragonfly
- Fantasy
- Jugendbuch
- Romanze
- Liebe
- Freundschaft
- Drachen
- Metalle
- Spannung
- Geheimnisse
- Worldbuilding
- Twists
- Kleines Highlight
Als die Drachenpflegerin Farren dem Jockey James das Leben rettet, hätte sie nicht gedacht, dass er für seine Genesung an den Hort ihrer Eltern kommt. Die Tatsache, dass sie ihn nicht leiden kann, ist dabei eine geringfügige Sorge, denn größere Angst hat sie davor, dass das Geheimnis ihrer Familie ans Licht kommen könnte. James währenddessen ist schon seit Ewigkeiten in Farren verliebt und leidet unter dem strengen Regime seines Vaters, der eine Zukunft für ihn geplant hat, der James nicht folgen will. Als er Farrens Geheimnis herausfindet, ist er entschlossen, ihr zu helfen, doch auf keinen Fall darf seine Familie davon erfahren – oder von seinen Gefühlen für sie …
Dieser Einzelband war eine sehr positive Überraschung, da ich zwar auf ein gutes Buch gehofft, aber kein so unglaublich gutes erwartet hatte! Allein schon das Worldbuilding ist Gold wert: Die Drachen in diesem Universum überziehen bei Angst ihre Schuppen mit einem bestimmten Metall (Eisen, Zinn, Kupfer, Bronze oder Silber), das auf magische Weise geschmiedet werden kann, weswegen die Drachen aber auch auf mehrere Arten ausgenutzt werden: Für die Rennen und wegen ihrer Schuppen. Das war eine sehr coole, kreative Idee, die zudem sehr gut umgesetzt wurde und natürlich auch für so einige emotionale Szenen sorgte. Deswegen ist dieser Fantasyroman eventuell auch nicht für jeden etwas, aber ich mochte die Art und Weise, wie das Worldbuilding mit der Handlung verwoben wurde.
Aber nicht nur das Worldbuilding war genial, auch die beiden Hauptcharaktere und ihre Romanze war großartig umgesetzt. Farrens Kompetenz und James‘ Entschlossenheit gefielen mir sehr, aber auch die Tatsache, dass sie Fehler machten; es war süß, wie sie sich ineinander verliebten und sich stets gegenseitig halfen. Ihre Romanze war wundervoll, Farrens Hass verwandelte sich auf realistische Weise in Liebe und allgemein gehörten so ziemlich alle Szenen mit den beiden zu meinen Lieblingen.
Andere Charaktere kommen nicht ganz so stark hervor, aber ich mochte James‘ Freundschaft zu Farrens Vater gern sowie Farrens Freundschaft zu Jeffrey und Shelly, die meiner Meinung nach ein eigenes Buch verdient hätten. Die besten Freundschaften waren jedoch die zu den Drachen: Ich liebte es, wie Farrens und James‘ Drachen tatsächlich eine wichtige Rolle spielten und sehr viele Szenen bekamen, in denen ihre Bindung zu den beiden gezeigt wurde.
Außerdem war das Buch sehr spannend: Die Angespanntheit, die durch Farrens und James‘ Geheimnisse entstand, sorgte für mehrere fesselnde Szenen, auch wenn ich zugegeben fand, dass das Ende ein wenig zu schnell abgewickelt wurde – es war immer noch ein zufriedenstellendes Ende, aber gerade nach den vielen spannenden Szenen war ich überrascht, wie schnell die Handlungsstränge letztendlich aufgelöst wurden.
Insgesamt also ein großartiger Einzelband mit einem wundervollen Worldbuilding, einer süßen Romanze und ein paar tollen Twists!
Sam Frost bekommt einen besorgten Anruf: Seine Frau Bryden hat scheinbar vergessen, ihre dreijährige Tochter vom Kindergarten abzuholen. Kurz darauf wird sie vermisst gemeldet – und nur wenig später entwickelt sich der Fall zu etwas sehr viel Größerem. Detective Jayne Salter verdächtigt Sam, seine Frau umgebracht zu haben, doch gibt es mehrere Hinweise auf verschiedene Täter, unter anderem auch auf Derek Gardner, mit dem Bryden sich nur wenige Wochen zuvor getroffen hat. Jayne ist entschlossen, den Täter zu finden, doch das ist nicht so leicht, weil alle etwas zu verbergen haben …
Ich habe mir von diesem Thriller so einiges versprochen, doch obwohl er Spaß zu lesen machte, zeigte er in verschiedenen anderen Aspekten große Mängel. Zunächst einmal ist er anfangs zwar sehr spannend, als es um die Suche nach Bryden geht, doch die Suche nach Verdächtigen gestaltet sich um einiges ruhiger, trotz einiger Offenbarungen, die in diesem Teil der Handlung gemacht wurden.
Diese empfand ich zunächst als Stärke: Wir Leser:innen erfahren Geheimnisse gewisser Charaktere, von denen sie auf keinen Fall wollen, dass sie herauskommen – dadurch entstand ein Spannungselement, wann immer die Charaktere sich mit dem Risiko konfrontiert sahen, dass es doch herauskommen könnte. Allerdings gab es von diesen „Lesergeheimnissen“ etwas zu viele, sodass ich letztendlich das Gefühl hatte, es würde für uns Leser keine Geheimnisse und Twists mehr geben, sondern nur für die anderen Charaktere. Hier finde ich, dass die Spannung von unbekannten Geheimnissen stärker hätte genutzt werden sollen, um an den richtigen Stellen für überraschende Twists zu sorgen, statt uns Leserinnen offen zu verraten, um welche Geheimnisse es sich handelt.
Dadurch, dass wir Leserinnen so viel wissen, die Polizei jedoch so wenig, kam es mir zudem vor, als wären Jayne und ihre Kollegen recht unfähig, weil es mir so vorkam, als würden sie verzweifelt von Verdächtigem zu Verdächtigem springen und Fortschritte nicht durch eigene Ermittlungen, sondern durch Fehler anderer machen.
Die verschiedenen Fährten, die es gibt, haben mir prinzipiell gut gefallen, die Anzahl der Charaktere jedoch nicht. Es gibt recht viele, die für einen kurzen Moment eine Sichtweise bekommen, bis eine schlichte Leerzeile anzeigt, dass eine andere Sichtweise startet. Und ehe man sich in diese einlesen konnte, startet wieder eine neue, was mich mehrmals verwirrt hat, weil ich immer eine Weile brauchte, um mich in die aktuelle Sichtweise reinzufühlen und nur selten genug Zeit bekam, um das tatsächlich zu tun.
Zuletzt haben wir die Auflösung, die sehr abrupt erfolgte und leider viele Fragen und Charakterschicksale offen ließ. Ich war regelrecht vor den Kopf gestoßen, als die Geschichte so plötzlich aufhörte, ohne uns zu verraten, welche Konsequenzen die Taten gewisser Charaktere haben, weil mich das brennend interessierte und ich deshalb enttäuscht war, diesbezüglich nichts zu erfahren.
Insgesamt also ein Thriller, der sich zwar gut lesen lässt, jedoch einige gravierende Mängel aufweist. Ich hoffe trotzdem, dass andere Leser mit ihm eine Freude haben, doch mein Fall war er leider nicht.
Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit einem Schüler wird Vidar, ein Lehrer in seinen Vierzigern, von der Schule suspendiert. Als er kurz darauf im Keller seines Hauses aufräumt, findet er ein altes Telefonbuch, in dem er die Nummer des Sommerhauses findet, in dem er als Kind seine Ferien verbrachte. Aus Spaß wählt er die Nummer – und sein verstorbener Vater hebt ab. Schockiert legt Vidar auf, doch nach ein paar Experimenten stellt er das Unglaubliche fest: Jedes Mal, wenn er seine alte Nummer wählt, nimmt er Kontakt zum 17. Juni 1986 auf. Brennend darauf, zu erfahren, was an diesem Tag geschah, spricht er mit seinem achtjährigen Ich und notiert sämtliche Geschehnisse des Tages. Doch eine große Lücke am Abend bleibt, in der etwas Schreckliches geschehen sein muss – etwas, woran Vidar sich nicht mehr erinnert und worüber sein früheres Ich nicht reden will …
Das Prinzip der Handlung fand ich unglaublich interessant und zum Glück auch sehr gut umgesetzt. Allein die Idee, durch ein Telefon Kontakt mit einem speziellen Tag aus der Vergangenheit aufnehmen zu können, der sich murmeltiermäßig wiederholt, war einzigartig und die Art und Weise, wie Vidar Wissen sammelte und nutzte, einfach wunderbar. In der Regel redet er mit seinem früheren Ich und schafft es auf schlaue Weise, die richtigen Fragen zu stellen und den Tag Minute für Minute zu rekonstruieren. Und nicht nur das: Er nutzt sein Wissen um die Geschehnisse auf geniale Weise, um die Charaktere zu beeinflussen.
Eine Kritik gibt es diesbezüglich allerdings: Dadurch, dass Vidar nur einen Anruf pro Tag machen kann und der sich stets wiederholende 17. Juni beweist, dass er langfristig nichts verändern kann, sahen wir leider nicht die Konsequenzen seiner Anrufe für die vergangenen Charaktere, sodass ich das Gefühl hatte, dass seine Taten letztendlich nichts bewirkten. Hier finde ich, dass mehrere Anrufe pro Tag sehr geholfen hätten, um zu zeigen, wie sein Eingreifen die vergangenen Ereignisse verändert, selbst, wenn der Tag selbst sich wiederholt.
Die Frage dahinter, was genau am Abend des Tages passiert ist, war allerdings eine sehr gute Art und Weise, meine Neugier anzufachen, denn genau wie Vidar wollte ich unbedingt wissen, welches Ereignis er damals vergessen hat. Ähnlich geht es mir mit der gegenwärtigen Handlung: Die gewalttätige Auseinandersetzung mit dem Schüler entstand nämlich, nachdem dieser Vidar etwas zugeflüstert hatte, woraufhin Vidar einen Blackout bekam – und was genau diese Worte waren, war ebenfalls ein starker Punkt, der mich neugierig machte.
Allerdings mochte ich die Anrufe mit der Vergangenheit immer noch lieber als Vidars Probleme in der Gegenwart, denn bei denen störte es mich extrem, dass sie aus Eigenverschulden entstanden. Vidar trifft bewusst so viele unkluge Entscheidungen, dass es frustrierend mitanzusehen war. Zumal wird dieser Handlungsstrang nicht komplett aufgelöst, was ich schade fand – zwar erfahren wir die Worte des Schülers und noch etwas mehr, aber welche Konsequenzen Vidars Handlungen haben, bleibt leider offen.
Das letzte Kapitel, das die Geschehnisse des 17. Juni 1986 von Anfang bis Ende erzählt, war dafür ausgesprochen zufriedenstellend. Ich wusste nicht genau, was ich als Erklärung für Vidars Trauma erwartete, aber die, die wir bekamen, fand ich sehr gut und verständlich.
Insgesamt also ein gutes Buch mit einer genialen Idee und einer tollen Umsetzung!
Eines Tages taucht er einfach in Golden auf: Theo, ein 86-jähriger Mann, von dem niemand weiß, wer er eigentlich ist und was er hier tut. Auch er scheint zunächst keine spezifische Idee zu haben – bis er im Café Chalice zahlreiche Porträts an den Wänden sieht, die der residente Künstler Asher von Freunden, Fremden und Besuchern gezeichnet hat. Theo entschließt sich, die Porträts zu kaufen und den Abgebildeten zu schenken, um ihnen eine kleine Freude zu bereiten und dabei ihre Geschichte zu erfahren. Nur seine eigene hält er stets unter Verschluss …
Diese Geschichte ist durchaus ein gutes Wohlfühlbuch – für mich aber tatsächlich etwas ZU cozy. Ich mochte das Prinzip sehr (Theo, der durch das Verschenken der Porträts die Geschichte der Menschen auf ihnen erfährt) und war immer dann besonders investiert, wenn ich auf diese Weise mehr zu den Charakteren erfuhr. Das machte sie zu dreidimensionalen Figuren und verband sie zudem großartig miteinander.
Doch nach den anfänglichen Austäuschen verlangsamt sich die Geschichte ganz schön und obwohl es durchaus erinnerungswürdige Szenen gibt, fühlt es sich insgesamt so an, als würde nicht viel passieren. Das einzige Highlight in der Mitte des Romans waren meine Lieblingscharaktere: Ellen und Tony. Vor allem Ellen war eine erfrischende Persönlichkeit und ihre Freundschaft mit Theo mochte ich unglaublich gern. Aber auch Tony, den ich zunächst unsympathisch fand, wuchs mir ans Herz, sobald ich seine Geschichte erfahren hatte. Ansonsten geht die Handlung aber sehr, sehr schleppend voran und selbst die Szenen, die sich positiv hervorhoben, reichten nicht aus, um mich interessiert zu halten.
Nach dem sehr langsamen und sehr langen Mittelteil folgt ein erstaunlich brutales Finale, aber dafür auch ein überraschend zufriedenstellendes Ende, das sogar noch ein paar letzte Überraschungen bietet. Diese Twists waren echt gut, weil sie die bisherige Handlung in einem anderen Licht erscheinen ließen, vollkommen logisch und doch überraschend waren. Sie machen leider nicht den sehr langsamen Mittelteil wett, ließen mich die Geschichte dafür aber mit einem positiven Gefühl beenden.
Die einzige Kritik, die ich abgesehen vom Mittelteil habe, ist, dass die Botschaft des Romans, anderen zu helfen und sie zu unterstützen, zwar richtig und wichtig ist, aber dadurch dezimiert wird, dass Theo so reich war. Hätte er nicht das Geld gehabt, um die vielen Porträts zu kaufen, wäre die gesamte Handlung nicht passiert – einschließlich der Hilfe, die er anderen bot. Der Roman ermuntert einen, so wie Theo zu werden, erwähnt aber nie, dass sein Reichtum, den viele andere schließlich nicht haben, dabei eine wesentliche Rolle spielte. Es ist allerdings immer noch eine gute Botschaft, zumal Theo den Menschen auch durch sein Zuhören hilft, weshalb es keine allzu große Kritik ist, sondern nur eine, die ich erwähnen wollte.
Insgesamt also ein guter Wohlfühlroman, der mir persönlich zwar zu entspannt war, der für andere aber gerade deshalb perfekt sein könnte.
Lana wurde vom Boogeyman geschnappt – aber eigentlich ist es andersherum, denn sie kann sich problemlos gegen ihn wehren. Als ihr Geheimnis daraufhin unerwartet herauskommt, noch dazu gegenüber Hadley, die ihr bereits misstraute, fürchtet sie schon, alles zu verlieren – doch stattdessen stellt sich Hadley auf ihre Seite. Doch selbst mit einer Verbündeten wird es nicht leicht, ihre Liste weiter abzuarbeiten, während Logans Schlussfolgerungen immer akkurater werden …
Es bleibt weiterhin spannend für Lana und Logan, wobei mir speziell in diesem Band die Spannungselemente besonders gut gefielen. Das gilt besonders für Lana und den Szenen, in denen sie ihre Fähigkeiten auf hervorragende Weise zeigt. Zu meiner Freude spielt auch Hadley eine größere Rolle, was mir sehr gefiel, nachdem sie mir bereits im letzten Band positiv aufgefallen ist.
Auch Logans Intelligenz strahlt hier um einiges mehr: Seine Schlussfolgerungen werden immer konkreter und kommen immer näher an die Wahrheit. Auch das hat zur Spannung beigetragen, weil ich sowohl beeindruckt als auch besorgt davon war, wie gut er den wahren Täter einschätzen kann, ohne zu wissen, dass es sich bei ihm um seine Freundin handelt. Die Romanze zwischen den beiden ist im Übrigen immer noch gut, aber nicht so einnehmend wie die Handlung selbst.
Meine Lieblingsstellen waren tatsächlich Lanas Morde, aber ich mochte es auch, zum ersten Mal Delaney Grove zu sehen und ein wenig mehr über Lanas Vergangenheit zu erfahren. Es war zwar schon seit dem ersten Band klar, was passiert ist, aber zu sehen, wie die Menschen der Stadt tatsächlich damit umgehen, war noch mal etwas ganz Anderes.
Insgesamt wieder ein lockerer, spannender Roman und eine tolle Fortsetzung!