- Die verschwundene
- Schwester
- Lucinda Riley
- Goldmann
- Belletristik
- Schwestern
- Drama
- Familie
- Suche
- Liebe
- Geheimnisse
Die sechs d‘Aplièse-Schwestern haben ihre Herkünfte entdeckt und ein neues Leben gefunden, doch ein letztes Geheimnis haben sie zu lüften: Mary McDougal, ihre verschwundene siebte Schwester, für die es endlich einen Hinweis gibt, nämlich einen sternenförmigen Smaragdring, den sie besitzen soll. Allerdings berichtet Mary, dass ihre Mutter Merry den Ring für eine Weltreise an sich genommen hat und so bald nicht wieder zurückkehren wird. Zum Glück leben die Schwestern in verschiedenen Ländern, sodass sie sie verfolgen können – doch merken sie bald, dass Merry ihnen bewusst aus dem Weg zu gehen scheint …
Dieser siebte Band der Sieben Schwestern hat definitiv eine andere Struktur als die anderen, denn nicht nur kommen hier alle Schwestern zum Einsatz, weil sie alle Kontakt mit Merry und deren Kindern suchen, auch die direkte Vergangenheit der siebten Schwester spielt dieses Mal eine große Rolle. Tatsächlich war es sogar die Vorgeschichte mit Nuala, die mir am meisten Schwierigkeiten bereitete – denn obwohl ich ihre Freundschaft mit Philip sehr schön umgesetzt fand, haben mich die ganzen politischen Zusammenhänge hinter dem irisch-britischen Konflikt nicht interessiert und ich fand es deshalb besonders schwierig, in ihre Sichtweise reinzufinden.
Bei den anderen Schwestern fiel mir das schon leichter und ich mochte es, dass nicht nur alle Sichtweisen bekamen, sondern Maia und Ally zusätzlich eine eigene kleine Nebengeschichte erhielten, die mir sehr gefiel. Aber auch die Sichtweisen von CeCe, Elektra, Star und Tiggy waren so zufriedenstellend zu lesen, weil sie ihr Happy End natürlich schon bekommen haben, es aber gerade deshalb so schön war, zu lesen, wie sie es leben.
Am faszinierendsten fand ich die Rückblicke bezüglich Merrys Kindheit und ihrer Herkunft, weil ich so eingenommen von ihrem Familienleben war, ihren Patenonkel Ambrose und dessen Freund Father O‘Brien so mochte und diese Teile der Geschichte allgemein sehr gut erzählt waren. Tatsächlich hätte ich mir sogar noch mehr Szenen aus ihrem Leben gewünscht, weil ich so interessiert daran war!
Insgesamt fand ich diesen Band zwar nicht ganz so gut wie die vorigen Bände, mochte aber das Konzept und Merrys Geschichte sehr gerne. Ich freue mich schon darauf, bald den achten und letzten Band zu lesen!
- Kein Sommer
- ohne August
- Lucy Astner
- Bastei Lübbe
- Belletristik
- Liebesgeschichte
- Romanze
- Freundschaft
- Liebe
- Slow Burn
- Familie
- Sommer
- Missverständnisse
- Highlight
Zwölf Sommer haben Charlie und August miteinander verbracht, doch seitdem haben sie sich zehn Jahre nicht gesehen. Doch nun ist Augusts Großmutter Molly gestorben, in deren Buchhandlung sich Charlie immer zuhause fühlte – und ausgerechnet ihr hat sie die Buchhandlung vererbt. Jetzt ist Charlie gezwungen, August wiederzusehen, was in ihr einen Wirbelsturm der Gefühle auslöst – denn die Gefühle von damals sind noch da, doch sie sind nicht im Guten auseinander gegangen …
Dieser wunderschöne Liebesroman ist wirklich zum Dahinschmelzen und mir ist beim Lesen regelrecht das Herz aufgegangen, weil er so wohlgetan hat.
Zunächst einmal ist er sehr angenehm geschrieben und so bildlich, dass die Handlung wie ein Film vor meinem inneren Auge ablief. Lucy Astner versteht es, die Momente zwischen Charlie und August so zu beschreiben, dass man sie sich mühelos vorstellen kann, was es noch einfacher machte, mit ihrer Romanze mitzufiebern.
Diese war die große Stärke des Romans: Die Romanze der beiden ist so gut umgesetzt, dass ich den Roman als Paradebeispiel für eine tatsächlich romantische Lektüre nennen würde. Die beiden hatten eine fantastische Chemie miteinander, ihre Freundschaft entwickelte sich auf realistische Weise zu einer Romanze und sie selbst waren großartige Charaktere. Ich war investiert in Charlies schwierige Familiensituation und der Beziehung zu ihrer depressiven Mutter, die sich zufriedenstellend entwickelte; aber ich liebte auch August (der sehr starke Golden-Retriever-Boyfriend-Qualitäten hatte) und seine wachsenden Probleme mit seinen scheinbar unerwiderten Gefühlen und den Geschichten, die er schreibt. Das war übrigens ebenfalls süß: Dass die beiden zusammen Geschichten schrieben, wobei August die Geschichten anfing und Charlie sie beendete. Das war nur einer von vielen Aspekten, der ihre Beziehung so stark machte.
Natürlich gibt es so einige „Will they, won‘t they“-Situationen, wo im scheinbar richtigen Moment etwas passiert, das die beiden davon abhält, zusammenzukommen, aber zu meiner Überraschung hat es mir tatsächlich gefallen, dass ihre Romanze auf diese Weise ein wenig länger brauchte. Nur mehr Kommunikation hätte ich mir gewünscht, gerade bezüglich ihrer jeweiligen Geheimnisse; zwar bin ich froh, dass August Charlie (zurecht!) darauf aufmerksam machte, wie wenig ihm ihr Umgang mit einem gewissen Geheimnis half, aber dass ihre Geheimnisse sie so lange voneinander trennen, kam mir nicht ganz realistisch vor. Ich hatte das Gefühl, dass es nur ein wenig mehr Kommunikation gebraucht hätte, um ihre lange Trennung zu verhindern oder zumindest abzukürzen.
Gleichzeitig kann ich meine sonst so ungewollte Miskommunikation nicht als harschen Kritikpunkt sehen, weil die Romanze dafür schlicht zu gut war. Ich konnte die Beweggründe der Charaktere sehr gut verstehen und habe nicht trotz, sondern durchaus auch wegen ihren ungesagten Worten mit den beiden mitgefiebert. Insofern ist das ein Kritikpunkt, über den ich in diesem Fall gerne hinwegsehe, weil er sonst wohl nicht für eine so unglaublich gute Romanze gesorgt hätte.
Was die anderen Charaktere betrifft, war ich gesagt sehr zufrieden damit, wie der Handlungsstrang um Charlies Mutter sich entwickelte, mochte am allermeisten jedoch die stetige Präsenz von Molly, Augusts Großmutter: Obwohl sie physisch gar nicht mal so oft auftaucht, spürt man sie über den ganzen Roman hinweg, weil sie einen so großen Einfluss auf Charlie und August hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Charakter, der fast nur passiv auftaucht, so liebgewinnen könnte, aber Molly ist zu einem geworden.
Dieser Roman ist definitiv zu meinem Sommer-Highlight geworden und ich empfehle ihn allen, die etwas Wohltuendes, Romantisches und/oder Wunderschönes lesen möchten!
- Feine Risse
- Elisa Hoven
- Fischer
- Belletristik
- Krimi
- Fälle
- Strafverteidigung
- Täter
- Mord
- Entführung
- Lügen
- Untersuchungen
Eine Mutter, die den Mörder ihres Sohnes verteidigt. Eine Box, die Eva Herbergen aufbewahren, aber unter keinen Umständen öffnen soll. Eine Schauspielerin, der am Set eine echte Waffe gegeben wird, mit der sie eine befreundete Schauspielerin erschießt. Mehrere Frauen gleichen Alters und Aussehens, die von einem etwas zu klischeehaften Serienmörder umgebracht werden. Und eine Leiche im Keller, deren Identität Eva Herbergen während des Romans aufdecken will …
„Dunkle Momente“ hatte ein paar interessante Fälle, allerdings viele mit einem sehr ähnlichen Schema; „Feine Risse“ fängt zwar auch mit zwei Fällen an, die etwas zu offensichtlich sind, wird danach aber um einiges undurchschaubarer. Wir folgen auch in diesem Roman Eva Herbergen, die mehrere fiktive Fälle aufklärt.
„Der Unfall“ und „Der Aufstieg“ sind die ersten Fälle, wobei beim ersteren ein Kind zu Tode kommt, deren Mutter danach den Mörder vor Gericht verteidigt, und beim zweiten ein Mann, der beim Bergsteigen abstürzt, obwohl sowohl er als auch sein Bergführer wussten, dass die Strecke für ihn zu anspruchsvoll ist. Hier fand ich die Twists wirklich sehr leicht zu erraten und die Fälle entwickelten sich genau so, wie ich es anfangs vermutete, weshalb ich diese Fälle am schwächsten empfand.
Der dritte Fall, „Die Box“, war da schon interessanter. Hier wird nicht nur die Leiche im Keller eingeführt, die seit mehreren Jahrzehnten im Haus der Eltern von Peter, Evas Mann, eingemauert war, sondern allgemein über eine einnehmende Ausgangssituation erzählt: Ein Klient, der Eva bittet, eine Box für ihn aufzubewahren, allerdings ohne sie zu öffnen. Ich war wirklich neugierig, zu erfahren, was in der Box steckt und war sehr zufrieden damit, wie der Fall aufgelöst wurde.
Auch „Die Reportage“, bei dem der Artikel eines Journalisten für Aufmerksamkeit sorgt, woraufhin Eva mit seinem Mittelsmann reden soll, entwickelte sich auf überraschende Weise. Im Nachhinein hätte ich wohl erraten können, was dahinter steckt, aber beim Lesen selbst wusste ich nicht, in welche Richtung sich der Fall entwickeln würde; aber auch hier war ich zufrieden mit dem Ergebnis.
Mein Lieblingsfall war „Der Film“, bei dem eine Schauspielerin am Set mit einer echten Waffe ihre Kollegin erschießt, weil es so einige mögliche Täter:innen und Motive gab, was diesen Fall zum wohl komplexesten von allen machte. Von allen Fällen fand ich ihn am undurchsichtigsten und gerade deshalb am besten, weil die verschiedenen Fährten die korrekte Auflösung so gut verbargen.
Bei „Die Zufallsopfer“ hatte ich zwar eine sehr starke Idee, was den Täter betrifft, doch die Umsetzung des Falls war so einnehmend, dass mich das nicht störte. Dafür fand ich den Täter in „Die Entführung“ etwas zu offensichtlich, aber ich mochte es, wie dieser Fall eine interessante moralische Frage aufwarf, für die es keine richtige Antwort gibt.
Zuletzt haben wir „Die Wahrheit“, die die Identität der Leiche, die über den ganzen Roman hinweg eine Rolle spielt, auflöst. Die Auflösung selbst fand ich zufriedenstellend, das Kapitel selbst allerdings viel zu kurz und mit zu vielen offenen Fragen. Gerade, weil die anderen Kapitel zwischen dreißig und fünfzig Seiten hatten, waren die drei Seiten, die sich der Auflösung des Hauptmysteriums widmeten, enttäuschend kurz. Hier habe ich mir definitiv noch mehr Informationen erhofft.
Ansonsten haben wir hier aber einen guten Roman, der sich durch die Aufteilung in verschiedene Fälle sehr gut lesen lässt und dabei ein paar gute Überraschungen zu bieten hat!
Wilbur steht am Ende seines Lebens, doch statt nach seinem Tod gleich in die Ewigkeit zu gelangen, muss er davor in den Mitternachtszug steigen, der sein Leben Revue an ihm vorbeiziehen lässt. Erst, wenn er rückblickend den Sinn seines Lebens versteht, kann er mit seinen Liebsten in der Ewigkeit wiedervereint werden. Schnell merkt Wilbur jedoch, dass er sein vergangenes Ich beeinflussen kann – und damit seine Vergangenheit rückblickend ändern. Entschlossen, die vielen Reuen seines Lebens rückgängig zu machen, fängt er an, seinem vergangenen Ich Ratschläge zu geben. Jedoch wird er gewarnt: Sollte er damit fortfahren, wird sich zwar die Vergangenheit seines früheren Ichs ändern, aber dafür bleibt seinem gegenwärtigen Ich die Ewigkeit verwehrt …
Dieser Roman spielt zwar in der Welt der „Mitternachtsbibliothek“, kann aber unabhängig davon gelesen werden, weil es nur eine kleine Referenz gibt, die mich zwar sehr erfreute, für das allgemeine Lesevergnügen jedoch nicht notwendig ist.
Durch die vielen kurzen Kapitel liest sich das Buch flüssig durch, obwohl die Handlung eher ruhig ist und sich eher auf nachdenkliche statt auf spannende Aspekte fokussiert. Wir folgen Wilburs Leben von Anfang bis Ende, was zunächst recht ereignislos abläuft, bis schließlich der Aspekt der Veränderung eingeführt wird – und damit die Reuen in Wilburs Leben. Zwar gab es schon am Anfang ein paar Szenen, die ich interessant fand, aber am meisten hat es mich interessiert, was genau Wilbur falsch gemacht hat und wie es dazu kam.
Was mir ebenfalls sehr gut gefiel, war die Botschaft, die hinter dem Roman steckte. Ich möchte sie natürlich nicht vorwegnehmen, doch sie überraschte mich positiv und ließ mich den Roman am Ende mit einem zufriedenen Lächeln schließen.
Was mir dafür nicht so gut gefiel, war Wilburs Romanze mit Maggie. Ich fand sie leider recht schwach, weil Maggie als Charakter so blass war und erst gegen Ende ein wenig Dreidimensionalität bekam. Allgemein war die Romanze nicht so stark im Fokus, wie ich es erwartet hätte und die schlechten Zeiten wurden mehr hervorgehoben als die guten, was es zusätzlich schwer machte, an eine ewige, alles überwindende Liebe zu glauben.
Wer eine kurzweilige, zum Nachdenken anregende Lektüre lesen möchte, ist hier bestens bedient, nur diejenige, die sich eine schöne Romanze erhofft haben, könnten etwas enttäuscht werden.
- Smash or Pass
- Birdie Schae
- Jugendbuch
- Romanze
- Freundschaft
- Familie
- Geschwister
- Sommercamp
- Volleyball
- Coming Out
- Erste Gefühle
- Missverständnisse
- Charakterentwicklung
- Autismus
- LGBTQ+
Um zu verbergen, dass sie autistisch ist, hat Ellie sieben Regeln aufgestellt, die ihr das Leben mit ihren Mitschülern vereinfachen sollen. Doch dann macht ihr Freund Daniel mit ihr Schluss, mit der Begründung, dass sie nett, aber langweilig wäre. Entschlossen, ihm das Gegenteil zu beweisen, meldet sie sich im Sommer-Volleyball-Camp SMASH! an, um dort endlich zu lernen, wieder sie selbst zu sein. Die Einzelgängerin Sierra wird zu ihrer Volleyball-Partnerin erklärt, was zunächst einmal wie ein Fehler wirkt – bis die beiden sich näher kennenlernen und Ellie Gefühle für sie zu entwickeln beginnt …
Dieses süße Buch war eine wirklich wunderbare Lektüre für Zwischendurch, bei dem mir interessanterweise besonders die Aspekte gefallen haben, die nichts mit der Romanze zu tun hatten.
So mochte ich es sehr, wie Ellies Autismus und ihre Charakterentwicklung dargestellt wurde, denn obschon vorhersehbar, war es so zufriedenstellend zu sehen, wie sie sich selbst mehr lieben lernt. Hilfe dabei bekommt sie einerseits von ihrem Bruder Noah, andererseits von ihren neuen Freunden im Camp. Beide Beziehungen waren einfach großartig: Noah war mein persönlicher Lieblingscharakter und ich war sehr investiert darin, zu erfahren, wie die geschwisterliche Beziehung sich weiterentwickelt, während die Freunde im Camp zwar keinen ganz so starken Eindruck hinterließen, aber Ellie alle gleichermaßen halfen, sich selbst zu akzeptieren.
Im Vergleich dazu war die Romanze mit Sierra zwar in Ordnung, aber kein Highlight; zwar teilen sie durchaus einige süße Szenen miteinander, aber mir fehlte das gewisse Etwas, das die beiden miteinander verbindet. Zudem war ich kein großer Fans der Tropes, die in der Romanze zum Einsatz kamen, wie die Tatsache, dass Ellie ihre Gefühle erst realisiert, als jemand Anderes sie darauf anspricht (ich hätte es stärker gefunden, wenn sie selbst darauf gekommen wäre) sowie das sehr vermeidbare Missverständnis, das die beiden mit ein wenig Kommunikation hätten klären können. Zugegeben sorgte dieses Missverständnis dafür, dass Ellie den Mut fand, eine ungesunde Freundschaft zu beenden, doch gestört hat mich seine Existenz trotzdem.
Insofern würde ich das Buch nicht unbedingt Romanzen-Fans empfehlen, sondern vor allem denjenigen, die eine hervorragende Charakterentwicklung, eine einnehmende Geschwisterbeziehung und gleich mehrere unterstützende Freundschaften lesen möchten – denn all diese Aspekte waren wirklich großartig umgesetzt!
- Statt aus dem
- Fenster zu schauen
- Anna Scheidemantel
- pola
- Belletristik
- Wohlfühlbuch
- Restauration
- Leben
- Lebenswege
- Landleben
Statt aus dem Fenster zu schauen und darüber nachzudenken, wie ihr Leben sein könnte, kauft Sophie spontan ein billiges Haus in Günderode, in der Nähe von Berlin. Sie weiß selbst nicht, was in sie gefahren ist, aber mit ihrem derzeitigen Leben ist sie nicht zufrieden und braucht dringend die Freiheit, die ihr ein Leben auf dem Land gibt. Natürlich stellt sich das Haus als komplette Bruchbude heraus, doch ist Sophie entschlossen, hier neu anzufangen – und dabei herauszufinden, was sie eigentlich vom Leben möchte ...
Dieser Roman hat mich sehr fasziniert, denn obwohl ich so einige Kritikpunkte habe, konnte ich am Ende nicht anders, als ihn zu genießen.
Es ist natürlich von Anfang an klar, dass wir eine Geschichte lesen, die vom Survivorship Bias geprägt ist – schließlich würden wir sie gar nicht erst lesen, wenn Sophie es nicht schaffen würde, ihre Pläne umzusetzen. Hier wünschte ich, es wäre noch stärker hervorgehoben worden, wie sehr Sophies privilegierter Status es ihr erleichtert, ein neues Leben anzufangen, weil schließlich nicht jeder Mensch das Geld und die Möglichkeiten dazu hat – und selbst wenn doch, endet es vermutlich öfter im Scheitern als im Erfolg. Die Geschichte stellt Sophies neue Lebenssituation meiner Meinung nach etwas zu einfach dar, selbst, wenn man die Probleme bedenkt, mit denen sie konfrontiert wird.
Und dennoch fällt es unglaublich leicht, sich in ihr neues Leben fallen zu lassen und dabei zuzusehen, wie sie es metaphorisch und wortwörtlich restauriert. Ich hatte beim Lesen stellenweise das Gefühl, ein ASMR-Video zu schauen, weil der ganze Prozess, den Sophie durchläuft, so wohltuend war. Ein bisschen Drama gibt es schon, aber nicht zu viel und der Fokus liegt stärker auf den zwar teils anstrengenden, aber gerade deshalb erfüllenden Taten.
Wobei ich mir ein bisschen Drama durchaus gewünscht hätte. Einige der dramatischeren Handlungsstränge werden nämlich offen gelassen, was zwar manchmal durchaus willkommend war (bezüglich Heinz, der Sophie das Haus verkauft), bei anderen jedoch unzufriedenstellend.
Ein wichtiger Plot Point ist zum Beispiel Sophies Furcht, ihren Eltern zu gestehen, was sie getan hat, zumal sie in ein paar Monaten auf einen Familiengeburtstag eingeladen ist, der quasi als Deadline fungiert. Aber letztendlich erleben wir nicht, wie sie sich diesem Hindernis stellt, was mich sehr enttäuscht hat. Natürlich ist es an sich in Ordnung, einige Dinge offen zu lassen, aber gerade bei einem so wichtigen Punkt, auf den die ganze Geschichte hinauszulaufen schien, hätte ich mir einen zufriedenstellenden Abschluss gewünscht.
Andere Handlungsstränge wie die Freundschaft zu Pauline und Moritz finden da schon ein besseres Ende und beide Charaktere mochte ich sehr, weil sie sowohl kritisch als auch unterstützend mit Sophies Situation umgegangen sind. Es war einfach eine unglaublich gemütliche Lektüre, die trotz der Kritikpunkte das Herz erwärmt und gut tut.
Einziger Meta-Kritikpunkt: Es gibt keine Kapitel! Die Geschichte ist in vier Teile unterteilt, von denen drei 100-150 Seiten lang sind, doch diese vergleichsweise langen Teile werden nicht zusätzlich in kleinere Häppchen unterteilt, was es ein wenig schwerer machte, das Buch zu lesen. Natürlich hat der Kritikpunkt nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun, aber ich wollte ihn trotzdem erwähnt haben für die, die Bücher mit kurzen bis mittellangen Kapiteln bevorzugen.
Letztendlich hatte ich also ein paar Dinge zu kritisieren, doch trotzdem hat der Genuss letztendlich überwogen. Gerade jetzt, im Nachhinein, bleibt vor allem das Gefühl eines wunderschönen Romans zurück!
Malou Löwenberg bekommt einen neuen Fall, der sich diesmal als ihr schwierigster erweisen könnte: Lana Boban, die im Sterben liegt, möchte vor ihrem Tod unbedingt ihren Bruder Lucas wiedersehen, der vor sechsundzwanzig Jahren verschwunden ist. Das Problem dabei: Damals hat er zwei Mädchen getötet und fingierte danach seinen eigenen Tod. Sollte Malou ihn finden, wird sie sich der Entscheidung stellen müssen, ihn entweder mit seiner Schwester zu vereinen oder ihn festzunehmen – eine Entscheidung, die immer schwerer wird, als sie noch mehr Fälle entdeckt, die Lucas‘ Modus Operandi aufweisen …
Malous dritter Fall hat nicht nur ein faszinierendes Setup, sondern ist im Allgemeinen sehr spannend geschrieben. Mit einem lockeren Schreibstil, konstanten Cliffhangern und stellenweise anderen Sichtweisen gelang es Christine Brand hervorragend, mich am Ball zu halten, und das, obwohl recht klar ist, dass die Ausgangssituation mit Lucas als Mörder nicht so einfach sein kann, wie sie sich darstellt. Aber gerade das war großartig: Obwohl ich ahnte, dass es nicht die ganze Wahrheit sein kann, wusste ich immer noch nicht, wie viel vielleicht doch stimmt, und bin tatsächlich komplett auf die falsche Fährte hereingefallen. Hier war ich sehr dankbar, dass die Auflösung ebenfalls nicht so offensichtlich war, wie sie schien!
Aber auch die Nebenhandlungen mochte ich gern, wie Malous Suche nach ihren leiblichen Eltern und ihre Suche nach einer verschwundenen Urne. Diese Handlungsstränge sind für die Haupthandlung zwar nicht relevant, zeigen aber mehr von Malous Charakter und waren schlicht interessant zu lesen. Übrigens ist es nicht notwendig, die anderen beiden Bände zu kennen; die Referenzen auf sie beschränken sich auf ein Minimum und alles, was man wissen muss, wird anfangs erläutert, ohne die vorherigen Fälle zu spoilern.
Sehr erfrischend fand ich es, dass Malou in diesem Band kompetenter war als in den vorherigen Fällen. In diesen machte sie nämlich ein paar offensichtliche Fehler und traf ein paar zweifelhafte Entscheidungen, aber in diesem Band kam sie professioneller rüber, ihre Fehler schienen verständlicher, ihre Entscheidungen ebenfalls. Ich hoffe, dass diese Entwicklung weiter fortschreitet!
Von den anderen Charakteren fand ich Bernard und Bettina sympathisch, ansonsten gab es bis auf Lucas und Lana (die beide trotz ihrer begrenzten Screentime großartig waren) keine herausstechenden Charaktere. Hier glänzt der Roman vor allem durch seinen Fall, bei dem ich stets darauf brannte, weiterzulesen und der sicher auch für andere ein spannendes Lesevergnügen bieten wird!
- Little Hollywood
- Inga Hanka
- ecco
- Belletristik
- Cp
- Coming of Age
- 90er Jahre
- Nostalgie
- Sommer
- Liebe
- Romanze
- Familie
- Leben
- Lebensfindung
Der letzte Sommer vor der Jahrtausendwende: Leo hat ihre letzte Prüfung geschrieben und freut sich auf ihre Freiheit, doch nichts läuft so, wie es soll. Ihr Crush lässt sie sitzen, sie streitet sich mit ihrer Mutter, ihr gewalttätiger Vater schreibt ihr einen Brief, ihr Bruder möchte nicht allein sein, und Leo will am liebsten ihre ganze Zeit in der Videothek Little Hollywood verbringen. Denn auch wenn Jo, der dort arbeitet, ihr bei jeder Ausleihe eine Wahrheit-oder-Pflicht-Frage stellt, bringen ihr die Filme den Komfort, der ihr im wahren Leben fehlt. Und sobald sie Jo besser kennenlernt, lernt sie auch sich selbst auf neue Weise kennen, und damit hoffentlich auch einen Weg, ihre Zukunft zu gestalten …
Am Anfang habe ich diese Geschichte als etwas zu langsam und ereignislos gefunden, was natürlich daran liegt, dass es tatsächlich eine gemächliche, aber auch wunderschöne Geschichte ist. Ich brauchte wohl nur ein kleines Weilchen, um mich daran zu gewöhnen, aber sobald ich es tat, konnte ich mich richtig in die Geschichte und in Leos letzten Sommer fallen lassen. Die Atmosphäre der 90er ist hervorragend gelungen, und auch der beschriebene Sommer trägt eine Nostalgie und Erwartungshaltung in sich, die zu dem letzten Sommer vor dem Erwachsenwerden passt.
Obwohl ich die 90er nur als Kind erlebt habe und ganz andere Erfahrungen gemacht habe als Leo, konnte ich mich auf gewisse Weise trotzdem in sie hineinversetzen; das hat mich überrascht, weil wir so wenige Gemeinsamkeiten haben, es aber trotzdem leicht war, ihr und ihren Gedanken zu folgen. Zugegeben finde ich, dass Menschen, die tatsächlich ein aktiver Teil der 90er waren, sich noch besser in die Geschichte einfinden können, und erst recht Menschen, die ähnliche Erfahrungen wie Jo machten; doch gerade deshalb wollte ich als jemand, der mit keinem von beiden stark verbunden war, sagen, dass auch ich die Geschichte vollauf genossen habe.
Der Fokus der Geschichte liegt auf Leos süßer Romanze mit Jo, die wirklich sehr gut umgesetzt war; die beiden haben eine wunderbare Chemie miteinander und ihre gemeinsamen Szenen gehörten mühelos zu meinen liebsten. Zwar war auch der Handlungsstrang mit Leos Familie gut geschrieben und speziell Leos komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter mochte ich sehr, aber letztendlich fieberte ich am meisten mit Leos und Jos wachsender Liebe mit.
An sich passiert nicht allzu viel, es geht eben hauptsächlich um die letzten Gedanken, Zweifel und Abenteuer vor dem letzten Sommer, bevor man erwachsen wird; aber durch die wunderbare nostalgische Atmosphäre gefiel mir gerade das besonders gut: Man bekommt eine ruhigere Geschichte, die einen in früheren Zeiten schwelgen lässt, als alles noch einfacher schien, obwohl es das nicht immer war. Wer dieses Gefühl vermisst, wird es in „Little Hollywood“ finden!
- Annie Knows
- Everything
- Rachel Wood
- Lübbe
- Belletristik
- Romanze
- Humor
- Komödie
- RomCom
- Missverständnisse
- Schlagabtäusche
- Familie
- Lockere Lektüre
Nachdem Annie ihren eigentlichen Job beim Tech-Unternehmen Taskio verliert, lässt sie sich in die Data Strategy versetzen, obwohl sie sich damit gar nicht auskennt. Ihr neuer Boss Connor, der das merkt, gibt ihr die Aufgabe, sich um ein Dashboard zu kümmern, das niemand in der Firma benutzt, ohne, dass sein Team es sich erklären könnte. Annie und Connor arbeiten zusammen – und genießen dabei einen stetigen Schlagabtausch. Allerdings verstößt es gegen die Firmenpolitik, eine Beziehung unter Kollegen anzufangen …
Diese romantische Komödie ist einfach herrlich zu lesen, locker und lustig geschrieben und die perfekte Lektüre für Zwischendurch. Sie ist natürlich sehr vorhersehbar, selbst die Überraschungen sind leicht zu erraten – man bekommt eben genau das, was man erwartet. Aber es war so spaßig und so unterhaltsam, dass mir das letztendlich nichts ausmachte.
Ein großer Grund dafür ist Annies und Connors großartige Chemie. Sie haben viele humorvolle Schlagabtäusche, die ihre Chemie wunderbar zeigen und sich absolut amüsant lesen. Immer, wenn die beiden miteinander sprachen oder schrieben, kam es mir wie ein Ping-Pong-Duell vor, weil die beiden sehr gut damit waren, sich die metaphorischen Bälle hin- und herzuwerfen. Zwar kommen auch so einige Missverständnisse zwischen ihnen vor, aber sie wurden glücklicherweise schnell geklärt, sodass ich im Gegensatz zu vielen anderen romantischen Komödien nicht die Augen verdrehen musste, sondern mich über die verständnisvollen Gespräche freuen durfte.
Der eigentliche Job spielt letztendlich keine große Rolle (speziell das Dashboard, für das Annie zuständig ist, gerät gegen Ende in Vergessenheit, wenn auch aus gutem Grund), aber dafür umso mehr die Schwesternbeziehung zwischen Annie und Shannon. Die war wirklich gut umgesetzt, auch wenn ich hin- und hergerissen bin, was die Auflösung von Shannons romantischen Problemen angeht.
Andere Charaktere kommen in genau der richtigen Dosierung vor; sie blieben zwar letztendlich recht zweidimensional, hoben sich aber sehr gut voneinander ab und hinterließen bei mir einen bleibenden Eindruck.
Insgesamt also eine amüsante RomCom, die einfach Spaß macht!
Mab, die Feenkönigin, bittet Harry Dresden um einen Gefallen und er weiß sofort, dass er in Schwierigkeiten ist. Sie möchte, dass er den entführten Mafiaboss Marcone rettet. Zudem haben es auch die Böcke Brausewind auf ihn abgesehen und Harry muss all seine Freunde um sich scharen, wenn er gegen die Vielzahl seiner Feinde eine Chance haben und aufdecken will, was sie eigentlich vorhaben …
In diesem Harry-Dresden-Band geht so einiges vor sich – und meiner Meinung nach etwas zu viel. Die einzelnen Handlungsstränge und Charakter- und Action-Szenen mochte ich sehr, hatte jedoch Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Ich habe immer noch nicht ganz begriffen, wie gewisse Handlungsaspekte ineinander greifen, z.B. die Art und Weise, wie Harrys Quest, Marcone zu retten, zu einer Quest wird, Ivy zu retten, wonach ersteres keine Rolle mehr zu spielen scheint. Die Wandlung an sich war sehr gut, weil ich sehr viel mehr in Ivy investiert war als in Marcone, aber insgesamt betrachtet hatte ich das Gefühl, dass man einen Teil der Handlung hätte kürzen können, ohne etwas Substanzielles dabei zu verlieren.
Das trifft auch auf die Anzahl der Charaktere zu: Wir sind längst bei einem Band gelangt, bei dem ich mir nur die Hauptcharaktere merken kann und Schwierigkeiten habe, mich an alle anderen zu erinnern, was dadurch erschwert wird, dass in diesem Band erstaunlich viele Charaktere auftauchen und es keinen Fokus auf eine bestimmte Beziehung gibt. Auch das hat etwas Gutes, denn so bekommt jeder Charakter Szenen mit Harry, die mir sehr gefielen (hervorzuheben sind Murphys Szenen im Allgemeinen, aber auch die Art und Weise, wie Michaels Freundschaft zu Harry zum ersten Mal getestet wird), aber es war etwas zu viel für mich.
Das Finale und das Ende waren dafür wie immer gut gelungen. Allgemein sind die Action-Szenen sehr gut geschrieben, was doppelt auf das spannende Finale zutrifft, bei dem ich sehr mit den Charakteren mitfieberte und das glücklicherweise ein zufriedenstellendes Ende findet. Zudem macht es mich gespannt, wie es im nächsten Band mit gewissen Charakteren weitergeht, weil das Ende Möglichkeiten für spannende Handlungslinien offen lässt.
Insgesamt ein sehr solider Harry-Dresden-Band, der mir zwar etwas zu überfüllt vorkam, aber ansonsten wie immer ein gutes Abenteuer bietet!
Tasha und ihr Ehemann Aaron hatten seit einer Weile keine Zeit mehr für sich, weshalb Tashas Schwester Alice ihnen anbietet, für ein paar Tage Urlaub in Italien zu machen, während Alice mit ihrem Ehemann Kyle auf die Kinder aufpasst. Doch dann werden Alice und Kyle überfallen, Kyle wird getötet, Alice verletzt. Und Tasha, die sich bewusst ist, wie ähnlich sie und ihre Schwester sich sehen, befürchtet, dass sie das eigentliche Ziel war – eine Furcht, die durch eine anonyme Nachricht bestätigt wird: Das hättest du sein sollen …
Claire Douglas‘ Thriller sind in der Regel ein lockeres Vergnügen, und das trifft auch auf diesen Thriller zu. Die Grundidee faszinierte mich sofort und ich mochte das Mysterium darüber, wer es auf Tasha abgesehen haben könnte und warum. Zunächst einmal waren die Familienbande zwischen den Charakteren sehr gut umgesetzt; ich mochte die schwesterliche Beziehung zwischen Tasha und Alice, Tashas sich entwickelnde Beziehung zu ihrem Ehemann Aaron, sowie Tashas und Alices Bund zu ihrer Mutter. Die Tatsache, dass die beiden noch eine dritte Schwester hatten, die als Baby entführt wurde, faszinierte mich ebenfalls und hier gefiel mir die Umsetzung ausgesprochen gut, weil sie nicht zu vorhersehbar, aber auch nicht zu unerwartet war.
Allerdings fand ich die Überraschungen und Twists allgemein gar nicht so überraschend und schockierend, wie ich es mir erhofft hatte. Viele kann man nämlich kommen sehen und selbst jene, die ich nicht erwartete, waren letztendlich nicht allzu überraschend und auf jeden Fall keine großen, alles verändernden Twists. Das hat mir tatsächlich gefehlt; vielleicht liegt es auch nur an meiner Thriller-Erfahrung, aber ich hatte am Ende das Gefühl, zwar einen sehr soliden, aber keinen sehr guten Thriller gelesen zu haben, da mir dazu noch ein wenig mehr „Oha!“-Momente gefehlt hätten.
Nichtsdestotrotz war der Thriller immer noch ein spaßiges Lesevergnügen, hat mich gut unterhalten und eignet sich hervorragend für Zwischendurch!
- Missing Page
- Katie Kento
- one
- Thriller
- Jugendbuch
- Spannung
- Geheimnisse
- Foreshadowing
- Details
- Ermittlungen
- Charaktere
Toni bekommt einen Platz in einem exklusiven Workshop, den der weltberühmte Autor Richard Erwin Giffard leitet. Dort behauptet sie, sich qualifiziertes Feedback zu wünschen, obwohl sie in Wirklichkeit ein Verbrechen plant. Zu aller Überraschung verkündet Giffard allerdings, dass mehr hinter dem Workshop steckt: Er ist ein Wettbewerb, bei dem der Gewinner nicht nur einen Buchvertrag und ein Preisgeld bekommt, sondern in Giffards Testament als alleiniger Erbe eingesetzt wird. Doch bald darauf wird Giffard tot aufgefunden und ein Sturm kapselt Toni, die Teilnehmenden und die Bediensteten von der Außenwelt ab. Toni und die Teilnehmenden nutzen die Gelegenheit, um Giffards Tod näher zu untersuchen – doch mit jedem Indiz verhärtet sich Tonis Angst, dass sie selbst es war, die Giffard während ihres Schlafwandelns umgebracht hat …
„Hotel Ambrosia“ gehörte zu meinen absoluten Lieblingsthrillern im letzten Jahr, weil er so voller überraschender Twists war, und obwohl „Missing Page“ nicht dieselbe Art an Was-zur-Hölle-Twists hatte, hatte es immer noch eine spannende Geschichte, die durch viele, viele Details zusammengefügt wurde.
Und diese Details waren für mich das Beste an der Geschichte. Die vielen Mysteryelemente waren so wundervoll miteinander verwoben, dass ich das Buch am liebsten noch einmal lesen würde, um dieses Mal noch mehr auf die vielen Details zu achten, die ich beim ersten Lesen übersah. Ich bin immer noch ganz begeistert davon, wie viele Dinge miteinander zusammenhingen, die mir nicht auffielen, obwohl sie im Nachhinein ein so passendes Puzzle ergaben. (Spezielle Erwähnung verdient die Art und Weise, wie Toni den Fall auf äußerst ungewöhnliche und sehr zufriedenstellende Weise gelöst hat.)
Die anderen Teilnehmenden – George, Parker, Nessa, Milo und Susmita – sowie die Bediensteten bleiben mehr oder weniger zweidimensional, mit festen Charaktereigenschaften, die es leicht gemacht haben, sich die einzelnen Charaktere zu merken, was sowohl ein Plus- als auch ein Minuspunkt war: Mir gefiel es sehr, wie mühelos ich den Überblick über alle Charaktere behalten konnte, weil mir das oft schwer fällt, aber gleichzeitig hätte ich mir gerne noch mehr Tiefe von allen gewünscht. Beziehungsweise bekommen die Charaktere durchaus Tiefe, aber diese ist größtenteils mit Twists verbunden – und ich hätte mir gerne abgesehen von den Twists noch mehr Tiefe gewünscht. (Davon abgesehen waren die Charaktere allerdings sehr sympathisch.)
Die Entwicklung der Handlung war großartig, zunächst mit einer klassischen Mystery, die dann immer mehr Schichten bekommt, bis sie am Ende äußerst zufriedenstellend aufgelöst wird. Es gibt so einige dramatische Momente und ich liebte es, wie sehr Tonis Bindung zu ihrer Mutter, die Probleme mit ihrer Geschichte, ihr Schlafwandeln, ihre Ermittlungen und ihre süße Romanze mit George gehandhabt wurden. Es war leicht, mit ihr mitzufiebern, weil sie so eine großartige Protagonistin war.
Insgesamt ein sehr guter Thriller, der seine losen Fäden unglaublich gut miteinander verknüpft und mir sehr viel Spaß gemacht hat!
- Die Ehefrau
- Freida McFadden
- Heyne
- Thriller
- Spannung
- Tagebuch
- Drama
- Ehe
- Lügen
- Geheimnisse
- Falsche Fährten
- Pflegealltag
- Tragödie
Auf Jobsuche trifft Sylvia zufällig auf Adam Barnett, der dringend jemanden braucht, der sich um seine Frau Victoria kümmert. Diese ist nach einem Unfall zu einem Pflegefall geworden, spricht so gut wie nicht und ist auch kaum ansprechbar. Sylvia zögert, doch weil sie die gute Bezahlung dringend braucht und der Job nicht allzu kompliziert scheint, nimmt sie ihn an. Victorias Situation bestürzt Sylvia zutiefst – vor allem, als ihr bewusst wird, dass Victoria nicht ganz so abwesend ist, wie es scheint, denn sie macht Sylvia auf ihr Tagebuch aufmerksam, in dem sie und Adams Geschichte verschriftlicht hat. Und Sylvia ahnt, dass in diesem Tagebuch entweder die Wahrheit über das steht, was Victoria passiert ist – oder eine einzige große Lüge …
Freida McFadden steht für mich für lockere, spannende Thriller mit guten Twists, die zugegeben mal besser und mal schlechter sind, aber zu meiner Freude war „Die Ehefrau“ einer, der mir sehr viel Spaß gemacht hat!
Das Ausgangsszenario ist bereits sehr spannend und hat mich sofort fragen lassen, inwiefern Victorias Tagebuch wohl zu trauen ist – im Grunde, ob die Geschichte in die Gone-Girl-Richtung mit dem falschen Tagebuch gehen würde oder die Länge der Einträge eher dafür spricht, dass sie wahr sind. Hier ist es McFadden wirklich hervorragend gelungen, Hinweise in beide Richtungen zu streuen und die Diskrepanz zwischen der Vergangenheit und Gegenwart so groß zu halten, dass ich bis zum Ende wirklich nicht sicher war, welche Sichtweise am Ende stimmen würde.
Einen kleinen Teil der Handlung konnte ich aufgrund meiner bisherigen Erfahrung mit McFadden-Thrillern sogar vorhersehen, aber wie gesagt betrifft das nur einen kleinen Teil und nicht die Haupthandlung, die wunderbar undurchsichtig war.
Victorias Tagebucheinträge fand ich interessanter als Sylvias Gegenwart, denn obwohl es in beiden Teilen der Handlung spannende Elemente gibt, fand ich, dass Sylvias Alltag ein wenig zu langgezogen wurde. Ich habe zwar immer noch mitgefiebert, weil das Mysterium um Victoria mich so fesselte, aber das lag eher an den Tagebucheinträgen und nicht an Sylvias Erkundungen. Hier finde ich, dass man die Handlung etwas hätte straffen können, um die Spannung noch höher zu machen.
Gut fand ich, dass Sylvia eine eigene Vergangenheit mit ihrem Exfreund Freddy hatte, der sie unbedingt zurückgewinnen will. Ich habe lange überlegt, wie Freddy wohl in die Haupthandlung eingebaut werden würde und war insgesamt zufrieden mit seiner Rolle.
Das Ende ist etwas plötzlich, aber trotzdem spannend und passend für die Geschichte. Für manche Charaktere hätte ich mir gerne ein anderes Ende gewünscht, aber gleichzeitig war es (leider) realistisch, dass nicht jeder ein gutes Ende findet. Insgesamt betrachtet war dieser Thriller auf jeden Fall gut zu lesen, hatte eine gute Mystery und war schlicht ein sehr guter McFadden-Thriller!
Seit Amanda ihre kleine Tochter und ihren Ehemann verloren hat, denkt sie nur daran, wie sie deren Mörder möglichst unauffällig umbringen kann. Nach einem gescheiterten Versuch wird sie in eine Gruppentherapie gesteckt, wo sie Wendy kennenlernt, die ebenfalls einen schweren Verlust erlitten hat und den Wunsch nach Rache verspürt. Wendy schlägt ihr gemäß "Zwei Fremde im Zug" vor, ihre Mörder zu tauschen. Doch der Plan geht schief und Wendy verschwindet spurlos, woraufhin Amanda alles in ihrer Macht Stehende tun muss, um sie wiederzufinden und gleichzeitig der Polizei zu entkommen ...
Steve Cavanagh gehört fraglos zu meinen Lieblingsautoren und in diesem Thriller hat er wieder einmal gezeigt, warum: Er schreibt so unglaublich spannend, dass es fast unmöglich ist, sich seinem Sog zu entziehen. Ich war am Anfang erst mal emotional an Amanda gebunden, weil ihr Verlust auf sehr gefühlvolle Weise beschrieben wird, bevor die eigentliche Handlung Überhand nimmt und für ein rasantes Leseerlebnis sorgt. Es war so leicht, mit ihr mitzufiebern, weil sie eine sympathische Heldin in einer sehr schwierigen Situation ist.
Das gleiche gilt auch für die zweite Protagonistin Ruth, die am Anfang eine Messerattacke überlebt und seitdem panische Angst hat, dass der Mörder zurückkommen könnte, um ihr den Rest zu geben. Auch ihre Geschichte fängt emotional an, bevor sie, ähnlich wie Amanda, in Situationen gezwungen wird, die sie heillos überfordern.
Twists gibt es natürlich so einige und sie waren ausgesprochen zufriedenstellend, weil sie die perfekte Mischung aus überraschend und logisch waren. Manche sah ich vage kommen, aber andere haben mich ganz schön unerwartet getroffen, obwohl sie im Nachhinein perfekt ins Puzzle passten. Ein besonders großen Lob für das Ende, das alle Handlungsstränge zufriedenstellend abschließt und mich regelrecht atemlos an den Seiten hielt.
Wer Steve Cavanagh, aber auch allgemein packende Thriller mag, die ihre Spannung tatsächlich über das ganze Buch hinweg halten, wird hier einen besonders großartigen finden!
(Tatsächlich habe ich mir nun "Zwei Fremde im Zug" gekauft, weil ich so gespannt bin, wie die Originalidee wohl umgesetzt wurde!)
Charlotte ist überrascht, als ihr eine kleine Schachtel überreicht wird, die eigentlich für die adoptierten Töchter des Hope‘s House gedacht ist – in diesem Fall ihre Großmutter, die allerdings definitiv nicht adoptiert wurde, da deren eigene Mutter Amalie noch am Leben ist. Verwirrt versuchen Charlotte und ihre Großmutter, Antworten zu finden und erfahren so von Amalie, wie sie damals ihre große Liebe Oskar kennenlernte. Charlotte ahnt, dass ihre Geschichte kein gutes Ende haben wird, doch während sie noch dabei ist, die damaligen Ereignisse zu rekonstruieren, lernt auch sie jemanden kennen, in den sie sich verliebt: Harrison, der allerdings ein Geheimnis zu haben scheint …
Nach sechs Bänden war ich gespannt, wie Soraya Lane die bereits familiäre Geschichte so gestalten würde, dass sie immer noch erfrischend wirkt – und zu meiner Überraschung ist ihr das mit der Ausgangssituation sehr gut gelungen. Endlich haben wir eine Protagonistin, deren Großmutter – und sogar deren Urgroßmutter! – noch am Leben ist, sodass letztere ihre Geschichte eigenhändig erzählen kann, anstatt dass die Charaktere die Hinweise selbst entschlüsseln müssen, ohne die eigentliche Geschichte je zu erfahren. Das war eine sehr willkommene Abwechslung zu den vorigen Ausgangssituationen, bei denen es keine lebenden Vorfahren mehr gab.
Und nicht nur das: Charlottes schwierige Familienverhältnisse zu ihren Eltern, die sie im Buch tatsächlich aufarbeitet, sowie Harrisons Vergangenheit waren interessante Punkte, von denen ich froh war, dass sie nicht nur nebenbei vorkamen, sondern eine wichtige Rolle spielten. Zudem war es schön, wie Charlotte ihre Profession als Chef de Cuisine erfolgreich ausübt und damit mehrmals bewies, dass sie tatsächlich eine hervorragende Köchin ist.
Eine wichtige Kritik habe ich allerdings: Ich war nicht so investiert in die Romanzen, wie ich es gewollt hätte. Amalies Liebesbeziehung zu Oskar ist durchaus süß und realistisch genug, aber Charlottes Romanze mit Harrison ging mir zu schnell vonstatten, zumal die Charaktere am häufigsten das gute Aussehen ihres Partners hervorheben, was dem Realismus zusätzlich geschadet hat. Gleichzeitig bekamen die beiden Paare ein wenig ZU viel Zeit in der Geschichte. Beide erlebten mehrere gemütliche Momente, allerdings nicht immer welche, in denen sie sich tatsächlich kennenlernten; und selbst, wenn sie es taten, war mir dieser Teil der Handlung schlicht zu lang, was insofern ironisch ist, weil mir ihre Liebesbeziehungen zugleich nicht lang genug vorkamen. Insgesamt war ich eindeutig ein größerer Fan der dramatischeren Aspekte, die wiederum gut umgesetzt waren.
Am meisten mochte ich das Rätsel, das hinter Amalie und der seltsamen Nicht-Adoption steckt. Ich habe wirklich gerätselt, was wohl die Erklärung für die vielen Ungereimtheiten sein würde und war sehr zufrieden mit der Auflösung.
Insgesamt also eine gemütliche Familiengeschichte, die für mich zwar ein wenig ZU gemütlich war, aber immer noch ein kurzweiliges Lesevergnügen bietet!