Ria und Selena leben in unserer modernen Welt, allerdings mit einem Twist: Es gibt Traumgänger, die selbst nicht träumen, aber dafür in die Träume anderer Menschen tauchen können. Die Traumunion sorgt dafür, dass in den Träumen alles unter Kontrolle bleibt. Bisher waren alle Traumgänger ausnahmslos Männer, so dass es allgemein anerkannt ist, dass Frauen keine Traumgänger werden können. Doch Ria und Selena sind anders. Während Ria von einem Mitglied der Traumunion gefunden und als erste weibliche Traumgängerin bekannt wird, kommt Selena durch eine andere Traumgängerin in Kontakt mit einem Freund ihres Vaters, der gegen die Traumunion kämpft …
Was diesem Roman wirklich wunderbar gelingt, ist, beide Seiten des Konflikts gleichberechtigt darzustellen. Den ganzen Roman über war ich hin und her gerissen zwischen der Traumunion und ihren Gegnern, weil beide Fraktionen großes Misstrauen in mir weckten, aber auch Menschen zu ihren Reihen zählten, die mir sympathisch waren. Dazu gehören natürlich vor allem die beiden Protagonistinnen, Ria und Selena. Es war einer der wenigen Fälle, wo ich mich am Ende letztendlich nicht entscheiden konnte, wen ich mehr mag, weil beide so großartig charakterisiert waren.
Bei den Nebencharakteren fällt mir das schon einfacher: Yunus Dede (derjenige, der zuerst auf Ria aufmerksam wird) war mit Abstand mein Lieblingscharakter unter den Nebencharakteren, wobei ich Mo (die Traumgängerin, die Selena mit dem Freund ihres Vaters bekannt macht) auch echt großartig fand. Davon abgesehen gibt es leider keine nennenswerten Nebencharaktere, die mir besonders sympathisch gewesen wären, aber diese vier haben das mehr als wett gemacht.
Faszinierend ist auch die Handlung, weil sowohl Ria als auch Selena ihren eigenen Handlungsstrang erleben, der nur grob mit dem Handlungsstrang der anderen Protagonistin zusammenhängt. So bekommt man als Leser/in einen guten Überblick über alle relevanten Geschehnisse und ihre Zusammenhänge. Sowohl Rias als auch Selenas „Ausbildung“ war interessant zu lesen, weil das Wissen, das sie sammeln, sich sehr gut ergänzt.
Vom Schreibstil her war die Geschichte ebenfalls angenehm, sodass die einzige ernste Kritik, die ich habe, das „Warum?“ bezüglich der fehlenden Traumgängerinnen betrifft. Mir wurde einfach nicht klar, warum genau von der Traumunion geheim gehalten wurde, dass auch Frauen Traumgänger sein können. Mal davon abgesehen, dass das „Wie?“ sich diesbezüglich ebenfalls als schwierig erweisen sollte, gab es einfach keinen nachvollziehbaren Grund, das zu tun. Vor allem im einundzwanzigsten Jahrhundert, wo zwar nicht gerade vollkommene Gleichberechtigung herrscht, aber mehr als genug Möglichkeiten, die Existenz weiblicher Traumgänger bekannt zu machen. Das war meiner Meinung nach die einzige Logiklücke in der Handlung, weil die Geschichte auch ohne diese künstliche Einschränkung problemlos funktioniert hätte.
Trotzdem handelt es sich um einen angenehmen Fantasyroman, den ich persönlich sehr gemocht habe!
Als Huxley aufwacht, hat er keinerlei Erinnerungen daran, wer er ist. Huxley nennt er sich nur, weil der Name auf seinem rechten Arm tätowiert ist. Er befindet sich auf einem Schiff mit sechs anderen Personen - außer, dass einer von ihnen bereits tot ist. Zusammen mit den anderen - Rhys, Pynchon, Plath, Dickinson und Golding - versucht er, herauszufinden, warum sie hier sind und warum sie sich an nichts erinnern können. Eine Stimme am Telefon warnt sie allerdings davor, jede Person zu töten, die sich erinnert - und im Anbetracht der Tatsache, dass sie sich in einem postapokalyptischen London befinden, sind Erinnerungen längst nicht ihre einzige Gefahr ...
Dieser Roman ist wohl einer der kreativsten Dystopien, die ich bisher gelesen habe. Ohne zu viel verraten zu wollen, ist die Art und Weise, wie sie die Menschen beeinflusst hat, absolut furchterregend - auf gute Weise. Es gab mehrere Szenen und Beschreibungen, die sich in mein Gehirn gebrannt haben, weil ich so etwas davor noch nie gelesen hatte. Insofern werden gerade Leser*innen von Weltuntergangsszenarios hier voll auf ihre Kosten kommen.
Den Rest fand ich dafür "nur" ganz gut. Die wenigen Hauptcharaktere tragen dazu bei, dass alle die Gelegenheit bekommen, einen Teil ihres Charakters zu zeigen, doch als Hauptcharaktere selbst fand ich sie, um ehrlich zu sein, nicht allzu fesselnd. Die Handlung hat, wie oben erwähnt, ein paar Szenen, die sehr erinnerungswürdig waren, doch mit Ausnahme dieser Szenen fühlte ich mich selten von ihr mitgerissen.
Dabei würde ich nicht sagen, dass das an der Kürze des Romans liegt, sondern eher daran, dass ich mich nicht allzu gut in die Charaktere hineinversetzen konnte und eher darauf gewartet habe, bis der nächste dystopische Moment kommt. Die waren einfach so gut, dass sie den Rest in den Schatten gestellt haben.
Wie gesagt: Für Dystopie-Fans eine hervorragende Lektüre, doch für alle anderen eher nicht so gut geeignet.
- Imogen Obviously
- Becky Albertalli
- HarperCollins
- Jugendbuch
- Liebe
- Romanze
- Freundschaft
- Selbstfindung
- Bisexualität
- LGBTQ+
Imogen Scott sieht sich selbst als Straight Ally, die sich stark für die LGBTQ+-Community einsetzt. Doch als sie ihre Freundin Lili für ein paar Tage auf dem College besucht, gesteht diese ihr, dass sie in einem Moment der Panik ihren Freund*innen erzählt hätte, sie wären mal ein Paar gewesen, sodass diese Imogen für bi halten. Imogen hat kein Problem, mitzuspielen, um ihrer Freundin die Scham der Lüge zu ersparen. Doch dann trifft sie auf Tessa, eine von Lilis Freundinnen. Und fragt sich zum ersten Mal, ob sie wirklich so hetero ist, wie sie immer annahm ...
Dieses schöne Jugendbuch zeigt auf wundervolle Weise, wie vielfältig der Weg der Selbstfindung sein kann. Ich konnte mich sehr leicht in Imogen und ihre Zweifel und Fragen hineinversetzen - insbesondere, was ihre Unsicherheiten angeht. Becky Albertalli räumt hier mit den Vorurteilen und Klischees gegenüber Bisexuellen auf und stellt klar, wie groß das Spektrum und wie unterschiedlich die persönlichen Wege sein können. Das war einfach wundervoll zu lesen, weil es selbst unter der queeren Community Menschen gibt, die unbewusst oder absichtlich inkorrekte Annahmen über Bisexuelle machen. Insofern in absolutes Muss für alle, die nicht wollen, dass ihnen dasselbe passiert!
Die Geschichte selbst (speziell natürlich die aufblühende Romanze zwischen Imogen und Tessa) war sehr süß erzählt, wobei es mir positiv aufgefallen ist, dass nicht nur diese beiden, sondern auch der Rest des Casts einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben; alle Charaktere waren so unverwechselbar, dass man aus fast jedem eine eigene Hauptfigur hätte machen können!
Insgesamt also ein wundervoller Roman, der viele wichtige Themen anspricht und dabei eine Geschichte erzählt, bei der einem das Herz aufgeht!
Es ist die Nacht des 29. Oktober 2022, als Jen und Kelly sehen, wie ihr achtzehnjähriger Sohn Todd einen Fremden ermordet, sich bereitwillig festnehmen lässt und sagt, er hätte keine andere Wahl gehabt. Jen versteht nicht, ist entsetzt, geht schließlich unruhig ins Bett. Als sie aufwacht, ist es der 28. Oktober 2022 – ein Tag vor dem Mord. Und so geht sie immer weiter zurück in der Zeit – Tage, Wochen, Monate, Jahre. Mit jedem vergangenen Tag, den sie erlebt, sammelt sie einen weiteren Hinweis, der ihr helfen könnte, den Mord in der Zukunft zu verhindern. Und erfährt dabei Geheimnisse, die nicht nur ihren Sohn Todd betreffen, sondern auch ihren Ehemann Kelly …
Dieser Thriller hat eine sehr ungewöhnliche Erzählweise, die ihn von anderen Thrillern abhebt. Relativ zu Beginn ist klar, dass nichts, was Jen in den vergangenen Tagen tut, Bestand haben wird, sondern, dass es darum geht, Stück für Stück das Geheimnis hinter dem Mord aufzudecken und seinen Ursprung zu verhindern. Deshalb ist dieser Thriller nichts für diejenigen, die Konsequenzen von Handlungen gerne lesen, sondern eher für diejenigen, die gerne das Puzzle einer Handlung zusammenfügen.
Zu meiner Überraschung ging es nicht nur um Jens Beziehung zu ihrem Sohn Todd, wie in der Kurzbeschreibung beschrieben wird, sondern auch um ihre Beziehung zu ihrem Ehemann Kelly, der seine ganz eigenen Geheimnisse mit sich herumträgt. Aus diesem Grund geht das rückwärts gelebte Leben auch sehr viel weiter zurück, als ich ursprünglich annahm – ich dachte, wir würden vielleicht ein Jahr oder so zurückgehen, doch wie oben angedeutet, springt Jen noch viel weiter in die Vergangenheit.
Insgesamt finde ich den Thriller speziell für die Menschen interessant, die gerne experimentelle Erzählungen und neben dem Spannungs-/Ermittlungsaspekt auch die Entwicklung persönlicher Beziehungen gerne lesen. Es handelt sich definitiv um keinen „klassischen“ Thriller, aber genau das hat ihn so interessant für mich gemacht; sicherlich nicht für jeden Geschmack, aber auf jeden Fall etwas, das man so noch nicht gelesen hat!
Alice feiert ihren vierzigsten Geburtstag, doch richtig freuen tut sie sich nicht. Ihr Vater Leonard ist todkrank und sie macht sich Sorgen, dass jeder Tag der letzte sein könnte. Ihren Geburtstag verbringt sie relativ unspektakulär und schläft im Wachhäuschen ihres Vaters ein. Und wacht im Körper ihres sechzehnjährigen Ichs wieder auf. Sie kann es sich nicht erklären, doch schnell begreift sie, was das bedeuten könnte: Dass sie das Schicksal ihres Vaters in der Zukunft möglicherweise verändern kann …
Dieser Roman hat mich vor allem aufgrund seines Zeitreise-Aspekts interessiert, der auch sehr gut und kreativ umgesetzt ist. Auch, wie die Vater-Tochter-Beziehung beschrieben worden ist, hat mir sehr gefallen, vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass nur wenige der Romane, die ich gelesen habe, sich stärker auf familiäre als auf romantische Beziehungen konzentrieren. Trotzdem würde ich den Roman insgesamt 'nur' als „ganz gut“ beschreiben.
Das liegt zum einen daran, dass der Beginn ein wenig langgezogen ist. Zwar ist einiges, was am Anfang beschrieben hat, durchaus notwendig für den Rest der Handlung, aber für mich, die eher auf die Zeitreise gewartet hat, ein wenig zu lang. Ironischerweise fand ich dafür die „Experimente“, die Alice im späteren Verlauf der Handlung durchführt, zu kurz, und hätte gerne noch viel mehr von ihnen gelesen.
Die Charaktere und die Handlung selbst (ab der Zeitreise) waren recht gut; an sich eigentlich nichts Besonderes, aber mir haben sie gefallen. Vor allem natürlich Alices und Leonards Interaktionen; die anderen Charaktere waren zwar auch okay, aber es ist wohl nur natürlich, dass in einem Roman, der sich auf eine Vater-Tochter-Beziehung konzentriert, ebendiese am besten beschreibt. Tatsächlich wünschte ich, die Interaktionen mit anderen Charakteren wären ein wenig weiter heruntergeschraubt worden, um Alice und Leonard noch mehr in den Fokus zu stellen!
Insgesamt handelt es sich also um einen ganz guten Roman, der sich zugegeben nicht stark von anderen abhebt, aber trotzdem gut zu lesen ist.
Eine falsch adressierte E-Mail führt Bee und Nick zusammen. Schnell spüren sie durch ihre E-Mails eine besondere Verbindung zueinander, die sich sehr bald vertieft. Schließlich beschließen sie, sich zu treffen – und stellen auf diese Weise fest, dass sie gar nicht in derselben Realität existieren. Eine Erkenntnis, die sie beide schockiert, aber vor allem enttäuscht, weil das bedeutet, dass sie niemals zusammen sein können. Bis ihnen eine Idee kommt: Vielleicht können sie einfach die Version der jeweils anderen Person, die in ihrer Welt existiert, finden und daten? Doch bald stellt sich heraus, dass das nicht so einfach ist …
Diese Liebesgeschichte ist eine, die natürlich durch ihr Setting hervorsticht: Eine Liebe zwischen zwei verschiedenen Realitäten, die ausschließlich durch E-Mails entsteht. Zwar wünschte ich mir, wir hätten noch ein bisschen mehr von Nicks Realität erfahren, aber das hielt mich nicht davon ab, die Liebesgeschichte der beiden gespannt zu verfolgen. Besonders interessant fand ich die alternativen Versionen der Charaktere und Ereignisse, die in beiden Welten auf unterschiedliche Weise existieren; es war so faszinierend zu sehen, wie ähnlich und wie unterschiedlich speziell Bee, Nick und ihre Gegenparts sind. Das Beste daran war, dass die Erklärungen dafür logisch waren; die Ähnlichkeiten und Unterschiede waren nicht einfach so da, sondern hatten alle einen Grund, was mir sehr gefallen hat.
Schön war auch, dass es neben der Liebesgeschichte noch einige andere Themen gab, die besprochen wurden. Diese spielen zwar nicht immer eine wichtige Rolle, haben aber sehr zum Nachdenken angeregt und zumindest bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Ansonsten war es schlicht der Schreibstil und das Pacing der Handlung, die mich begeisterten. Es gab regelmäßig neue Entwicklungen, die mich neugierig darauf machten, wie es wohl weitergeht, sodass ich das Buch nicht nur schnell, sondern auch mit Herzklopfen las. Es gab so einige Stellen, bei denen ich so mit den Charakteren mitgefühlt habe, dass ich richtige, physische Angst um sie bekam!
Die einzige Kritik ist, wie gesagt, dass Nicks alternative Realität nicht allzu sehr ausgebaut ist. Sie scheint insgesamt schlicht „besser“ als Bees bzw. unsere Welt zu sein, aber davon abgesehen nicht viel mehr. Doch da der Rest so gut umgesetzt worden ist, kann ich das persönlich verschmerzen ;)
Josi wollte schon seit ihrer Kindheit durch Europa reisen, immer am Meer entlang. Zu ihrem dreißigsten Geburtstag bekommt sie endlich die Gelegenheit und beginnt mit ihrer Reise. Zur gleichen Zeit beginnt auch Paul spontan seine Reise. Die beiden treffen sich zum ersten Mal im Frankreich, wo Josi ihm ihre Meer-Route anvertraut, die Paul kurzerhand auch ausprobieren will. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich während ihrer Reise mehrmals begegnen – und sich sehr bald näher kommen. Doch kann aus ihrer Freundschaft vielleicht noch mehr werden?
Dieser Roman ist ein locker zu lesender „Feel Good“-Roman, der genau als solcher behandelt werden sollte – denn viel mehr, als dass er bei den Leser/innen ein gutes Gefühl auslöst, tut er leider nicht. Ich mochte es sehr, wie die Autorin die Reise und speziell das Meer beschrieben hat, denn beides war einfach wunderschön und hat die Stimmung in jedem Land unglaublich gut eingefangen. Der lockere Schreibstil, der oft auch englische Begriffe benutzt, ließ sich ebenfalls recht angenehm lesen, wobei das Denglisch aber natürlich nicht allen Leser/innen gefallen wird.
Womit wir bei den Kritikpunkten wären. So fand ich die Romanze zwischen Josi und Paul nicht allzu besonders; als Freunde hätten sie mir fast besser gefallen und ich habe am Ende nicht das Gefühl gehabt, dass ihre Beziehung allzu lange halten wird. Überhaupt, dass sie sich wieder begegnet sind, lag im Grunde nur an einer Tarotlesung, die Josis beste Freundin ihr machte, was nicht gerade die realistischste Methode ist, um zwei Reisende wieder zusammenzubringen. Das hat mich persönlich gestört, weil es mir schlicht zu esoterisch war.
Ein wenig schade fand ich auch, dass dieser Roman sich zu denen einreiht, die eine organisierte (Josi) und eine spontane Person (Paul) aneinander gegenüberstellt und damit endet, dass die spontane Lebensweise als die bessere angesehen wird. Ich persönlich verstehe einfach nicht, was so schlecht daran sein soll, sein Leben zu planen bzw. zu wissen, was genau man damit anfangen will. Warum ist es stets die organisierte Person, die im Lauf eines Romans spontaner wird und nie die spontane Person, die die Vorzüge der Planung kennenlernt?
Deshalb fand ich den Roman zwar letztendlich gut zu lesen … aber eben nicht viel mehr. Doch glaube ich, dass seine Themen sicher andere Menschen mehr ansprechen als mich; er war mitnichten schlecht, sondern entsprach einfach nicht meinem Geschmack. Umso mehr hoffe ich, dass er andere Menschen erfreut!
Raynor und Moth Winn haben ihr Haus verloren und wissen nicht mehr, wie sie weitermachen sollen. Inspiriert von einem Buch, das sie vor langem gelesen haben, beschließen sie, den South West Coast Path, einen über tausend Kilometer langen Wanderweg in Großbritannien, in Angriff zu nehmen. Und so entfaltet sich vor ihnen eine lange, strapazierende Reise, nach dessen Ende sie in eine neue Zukunft schauen wollen …
Ich lese nicht allzu oft Erfahrungsberichte, aber nachdem ich schon so viel Gutes über „Der Salzpfad“ gehört hatte, beschloss ich, ihm eine Chance zu geben. Eine Chance, die mir gezeigt hat, warum das Buch so beliebt ist! Denn trotz der vielen Schwierigkeiten, denen Raynor und Moth sich stellen, geben sie nicht auf, machen weiter, wandern weiter, leben weiter. Es war tatsächlich sehr inspirierend, ihrer Reise zu folgen, auch wenn die Beschreibungen mir gut verdeutlicht haben, warum ich mich selbst ganz sicher niemals auf so einen langen Wanderweg einlassen werde.
Doch gerade die harten Zeiten haben natürlich umso mehr gezeigt, warum man die schönen Momente der Reise umso mehr wertschätzen sollte. Auf eine Weise ist es im Grunde die Reise unseres Lebens: Voller Hindernisse, doch auch voller glücklicher Augenblicke. Unabhängig davon, wie akkurat Raynor Winns Beschreibungen der Reise sind, hat mir ihr Buch gezeigt, was für positive Veränderungen sie bei einem bewirken kann.
Ab und zu gab es spirituelle Momente, die bei mir persönlich eher für Augenrollen gesorgt haben, aber zum Glück waren es so wenige, dass ich mich ganz gut auf die anderen Momente konzentrieren konnte. Trotzdem war ich ein wenig überrascht, dass die Autorin ihren Erfolg nicht ihren eigenen Bemühungen, sondern manchmal zufälligen Erlebnissen zugeschrieben hat.
Insgesamt jedoch handelte es sich um eine angenehme Lektüre, die mich mein Leben noch mehr hat wertschätzen lassen. Jeder, der gerne Reise- oder allgemein Erfahrungsberichte liest, wird mit „Der Salzpfad“ einen schönen finden!
- Verlockende Freiheit
- Twisted Tales
- Rapunzel
- Disney
- Liz Braswell
- Carlsen
- Kinderbuch
- Abenteuer
- Geheimnisse
- Liebe
- Freundschaft
- Magie
Statt von der Blume des Sonnentropfens zu trinken, wird die Königin von der Blume des Mondtropfens gerettet. Das sorgt dafür, dass Rapunzel mit silbernen Haaren geboren wird – Haaren, die alles Lebende töten können. Zu ihrem Schutz wird Rapunzel von Mutter Gothel in einen Turm gesperrt, wo sie fast die ersten zwanzig Jahre ihres Lebens verbringt. Doch Rapunzel sehnt sich danach, die schwebenden Lichter zu sehen, und flieht schließlich aus dem Turm – nicht wissend, dass die Wahrheit hinter ihrer tödlichen Magie anders ist, als sie bisher glaubte …
Besonders interessant ist das Framing der Geschichte, weil hier ein Bruder seiner krebskranken Schwester diese Neuerzählung von Rapunzel präsentiert. Das hat mich zunächst ganz schön überrascht, aber letztendlich fand ich diese Rahmenerzählung so interessant, dass ich gerne noch mehr von ihr gelesen hätte als die kleinen Snippets, die wir ab und zu bekommen. Vor allem leider auch deshalb, weil mich die Neuerzählung nicht ganz so begeistern konnte, wie ich hoffte.
Zugegeben hätte ich nicht erwarten sollen, dass der Roman die wichtigsten Momente des Films beibehält, aber dennoch fand ich es schade, dass die Handlung irgendwann so stark vom Film abwich, dass man sie fast nicht mehr wiedererkannt hat. Zwar hatte sie durchaus gute Szenen und Twists, aber letztendlich konnten es die neuen Szenen nicht mit der Qualität des Originals aufnehmen. Die neuen Charaktere haben sich zudem sehr … willkürlich angefühlt. Ich mochte Gina (eine Abenteurerin, die Rapunzel auf ihrer Reise hilft) zum Beispiel sehr, aber ich verstand ihren Zweck in der Geschichte nicht wirklich; vor allem, weil es aus der Sicht des Bruders, der diese Geschichte erzählt, keinen Sinn ergibt, warum er sie einführen sollte.
Insgesamt ist es also wichtig, mit den richtigen Erwartungen an die Geschichte ranzugehen – denn die Tatsache, dass ich damit gerechnet habe, im Grunde eine leicht veränderte Adaption zu lesen, hat mich davon abgehalten, die Geschichte voll und ganz zu genießen. Doch diejenigen, die gleich am Anfang wissen, dass die Geschichte sich ganz anders als der Film entwickeln wird, werden wahrscheinlich mehr Gefallen an ihr finden.
Florence ist die Ghostwriterin der berühmten Autorin Ann Nichols. Doch sie hat Probleme damit, ihr derzeitiges Buch zu Ende zu bringen, weil eine kürzliche Trennung jeden Glauben an die Liebe zerstört hat. Zudem hat sie ein Geheimnis, von dem nur ihre Familie weiß: Sie kann die Geister der Verstorbenen sehen. Als ihr Vater stirbt, hofft sie schon fast, dass sie die Gelegenheit bekommt, sich richtig von ihm zu verabschieden, doch stattdessen steht Ben Andor vor ihr: Ihr Lektor, der ihr eine Verlängerung verweigert hat. Den sie in einem spontanen Moment küsste. Und der in einen Autounfall geraten ist, wodurch sein Geist bei Florence landete. Denn er glaubt, dass er nur dann ins Jenseits übergehen kann, wenn er ihr bewiesen hat, dass die wahre Liebe existiert …
Dieser Roman bietet nicht nur eine süße Liebesgeschichte, sondern auch einen übernatürlichen Twist, der es erlaubt, Themen wie Tod und Abschied auf natürliche Weise zu besprechen. Ich war sehr fasziniert davon, mehr über Florences Vergangenheit und ihre Familie herauszufinden, weil die Tatsache, dass diese ein Bestattungsunternehmen führt, für einige interessante Szenen sorgt. Florences Beziehung zu ihrer Familie war ebenfalls realistisch beschrieben; die vielen Anekdoten, die sie und ihre Geschwister miteinander geteilt haben, waren amüsant und haben dazu beigetragen, dass die Familie sich tatsächlich wie eine anfühlt.
Die Geschichte selbst fand ich persönlich ein wenig ZU vorhersehbar – und damit meine ich nicht nur die Liebesgeschichte, bei der ich durchaus erwarte, ein gutes, vorhersehbares Ende zu haben, sondern vor allem die Entdeckungen, die Florence währenddessen gemacht hat. Es gab nur eine einzige Überraschung, die ich nicht vorhergesehen habe, aber alles andere war fast schon peinlich offensichtlich. Zugegeben ist das nicht zwingend etwas Schlechtes (vor allem, weil ich die Geschichte selbst durchaus genossen habe), aber ein wenig schade fand ich es schon, weil ich mir gerne gewünscht hätte, dass dieser Roman sich (neben der Geistergeschichte) noch zusätzlich von anderen Liebesromanen hervorhebt.
Die Themen des Romans waren dafür sehr gut umgesetzt; Trennungsschmerz in all seinen Facetten spielt eine große Rolle und wird von der Autorin realistisch gehandhabt. Zudem wird der Roman trotz seiner Themen nie trübsinnig, sondern wahrt seinen herzerwärmenden Kern.
Wer mal wieder eine schöne Liebesgeschichte braucht, ist hier an der richtigen Adresse; man sollte nur bedenken, dass man genau das bekommt, was man erwartet, sodass diejenigen, die gerne Liebesgeschichten mit interessanten Twists lesen, hier eher keine finden werden. Dafür hat man eine lockere Lektüre!
- Prison Healer
- Die Schattenerbin
- Lynette Noni
- Loewe
- Fantasy
- Romanze
- Freundschaft
- Liebe
- Familie
- Magie
- Vergebung
- Aufgaben
- Highlight
Nach den Ereignissen des letzten Bandes ist Kiva zurück in Zalindov und an ihrem tiefsten Punkt angelangt. Kurz davor, aufzugeben, schafft sie es nur mithilfe ihrer Mitgefangenen Cresta, der ursprünglichen Anführerin der Rebellen, weiterzumachen. Entschlossen, ihre Fehler wiedergutzumachen, will sie unbedingt zu ihren Freunden zurückkehren. Dabei ist ihr vollkommen bewusst, dass sie ihr vermutlich nie verzeihen werden – vor allem Jaren nicht. Erst, als sie erfährt, dass die Möglichkeit besteht, ihm seine verlorene Magie zurückzugeben, indem sie und die anderen vier magische Ringe finden, schöpft Kiva wieder Hoffnung. Doch weiß sie nicht, dass sie sich dafür ihren größten Ängsten stellen muss …
Der letzte Band der „Prison Healer“-Trilogie stellt Kiva vor neue Herausforderungen, die sie an die Grenze ihrer Fähigkeiten bringen – vor allem während der Aufgaben, die sie bewältigen muss, um an die vier Elementarringe zu kommen, doch auch am Anfang während ihrer Zeit in Zalindov. Ich habe sehr mit ihr mitgefiebert, weil Lynette Noni es leicht macht, sich in sie hineinzuversetzen. Ihre Charakterentwicklung hat mir sehr gefallen, weil Kiva endlich über sich hinauswächst, was sehr schön zu lesen war!
Die Handlung selbst war eine emotionale Achterbahnfahrt – ich habe geweint, gelacht, gezittert und geschrien. (Wortwörtlich.) Das lag teilweise daran, dass ich aufgrund des bildhaften Schreibstils die Handlung stets so deutlich vor sich sah, als würde sie wie ein Film vor mir ablaufen, aber vor allem auch an den Charakteren selbst. Ich habe alle so unglaublich lieb gewonnen, dass ich gerade beim Finale richtig Herzrasen bekommen habe, weil ich so um ihr Leben fürchtete!
Was die Romanze angeht, kommt diese hier aufgrund der Ereignisse des vorigen Bandes relativ kurz, doch die Momente, die es gibt, sind dafür umso wertvoller. Außerdem haben dafür die anderen Beziehungen zwischen den verschiedenen Charakteren umso mehr Zeit, zu scheinen: Ob Geschwister, Freunde oder die allgemeinen familiären Bindungen zwischen der Gruppe – es war einfach schön, diese Charaktere miteinander agieren zu sehen :) (Besondere Erwähnung gebührt übrigens Cresta und Caldon – die beiden waren einfach episch!)
Insgesamt also ein würdevoller Abschluss der Trilogie, von der ich nun mit Gewissheit sagen kann, dass sie zu meinen Lieblingsfantasyreihen gehört!
- Die Sekunde zwischen
- dir und mir
- Emma Steele
- Droemer Knaur
- Belletristik
- Liebe
- Zeitsprünge
- Erinnerungen
- Geheimnisse
- Nahtoderfahrung
Nach acht Monaten der Trennung ist Robbie überglücklich, seine große Liebe Jenn wieder zurück zu haben. Sie fahren zusammen im Auto, bereit, noch mal neu anzufangen. Doch dann dreht Jenn sich zu ihm um und sagt: „Ich muss dir etwas sagen.“ Doch bevor sie sich erklären kann, kollidiert ein Lkw mit ihrem Auto – und Robbie wird unerwarteterweise in Jenns Erinnerungen geworfen. Hier hat er die Möglichkeit, herauszufinden, was Jenn ihm sagen wollte – und wie er sie retten kann. Doch zum ersten Mal kann er auch ihre Beziehung mit ihren Augen sehen, was ihm umso deutlicher macht, dass er sich ändern muss, wenn sie erhalten bleiben soll …
Dieser Roman war eine positive Überraschung für mich, weil die Handlung mich zwar sehr angesprochen hat, ich aber unsicher war, wie wohl die Umsetzung sein würde. Tatsächlich musste ich mich in die ersten fünfzig, sechzig Seiten erst einmal einlesen, weil das Springen zwischen den Erinnerungen zunächst ein wenig verwirrend war. Doch zum Glück gewöhnte ich mich schnell daran, sodass es mir danach umso leichter fiel, mich in Robbies und Jenns Geschichte fallen zu lassen. Besonders faszinierend fand ich, wie Robbie dabei stets versucht, Jenns Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, in der Hoffnung, sie so zum Aufwachen zu animieren; diese Schwebe zwischen Wirklichkeit und Fiktion hat mir sehr gefallen!
Die verschiedenen Erinnerungen waren allesamt interessant zu lesen, weil sie einen hervorragenden Überblick über die beiden Hauptcharaktere und deren Beziehung geben. Am interessantesten ist es natürlich, bezüglich Jenns Geheimnisses mitzufiebern, wobei ich hier sehr froh war, dass es tatsächlich ein überraschendes Geheimnis war, mit dem ich nicht gerechnet habe – und ich habe mit so einigem gerechnet!
Das Ende war dafür umso leichter zu erraten, aber mein persönliches Lesevergnügen wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Ich liebe solche Geschichten einfach, in dem Erinnerungen im Zentrum stehen, weil sie zeigen, dass der Weg genauso wichtig ist wie das Ziel. In diesem Fall hat mir auf jeden Fall beides gefallen!
Ich glaube, die einzige Kritik, die ich habe, ist, dass die Nebencharaktere zwar wichtig genug sind, um in Erinnerung zu bleiben, ich aber gerne noch mehr von ihnen gelesen hätte; es ist schwer zu beschreiben, weil sie wie gesagt oft und regelmäßig genug auftauchen, ich aber trotzdem das Gefühl hatte, sie nicht so ausführlich kennengelernt zu haben, wie es möglich gewesen wäre. Allerdings ist das im Anbetracht all dessen, was mir sehr gut gefallen hat, wirklich eine kleinliche Kritik ;)
Sehr empfehlenswert für alle, die solche Geschichten genauso sehr lieben wie ich!
- Stay away
- from Gretchen
- Unmögliche Liebe
- Susanne Abel
- dtv
- Belletristik
- Nachkriegszeit
- Demenz
- Erinnerungen
- Rassismus
- Verbotene Liebe
- Highlight
Tom Monderath ist erfolgreicher Fernsehmoderator, doch sein privates Leben wird auf den Kopf gestellt, als bei seiner Mutter Greta Demenz diagnostiziert wird. Die erschreckende Diagnose führt allerdings auch zu etwas Positivem: Zum ersten Mal erzählt Greta von ihrer Kindheit und Jugend, die sie bisher unter Verschluss gehalten hat. Doch was Tom selbst herausfinden muss, ist die Geschichte ihrer unmöglichen Liebe – und die Geschichte eines kleinen, dunkelhäutigen Mädchens …
Dieser Roman gehört zu denen, die eigentlich nicht zu meinen Interessengebieten gehören, aufgrund ihrer Beliebtheit jedoch meine Neugier so sehr entfachten, dass ich sie trotzdem lesen wollte. Und im Fall von „Stay away from Gretchen“ bin ich sehr froh, diese Entscheidung getroffen zu haben!
Diese Geschichte ist unglaublich emotional, weil sie das Leben Gretas so realistisch erzählt. Von ihrer Überzeugung als Kind, dass Hitler eine bewundernswerte Person ist, zu ihrem harten Leben in der Nachkriegszeit bis zu ihrer Demenz im Alter erleben wir sie in allen Lebenslagen, was es leicht gemacht hat, mit ihr mitzufühlen und mitzufiebern. Toms Mühen, die Vergangenheit seiner Mutter zu recherchieren, fand ich zwar auch spannend, aber es waren stets die Kapitel, die wir aus Sicht der jungen Greta lasen, die mich wirklich gepackt haben.
Neben der fantastischen Geschichte ist es auch der Schreibstil, der es unglaublich leicht macht, sich in den Roman fallen zu lassen. Er ist unglaublich flüssig zu lesen, sodass die vergleichsweise langen Kapitel wie im Flug vorbeiziehen. Das ist bei über fünfhundert Seiten wahrhaft eine Meisterleistung!
Bonuspunkte gibt es auch dafür, dass die Geschichte auf realen Ereignissen basiert. Ich liebe es, wenn Ereignisse, die nicht allgemein bekannt sind, in Büchern thematisiert werden; so traurig die Vergangenheit auch ist, es ist wichtig, dass man sie nicht vergisst.
Insgesamt ein rundum empfehlenswerter Roman!
- Manhattan Love Story
- Lauren Layne
- Goldmann
- Belletristik
- Liebesroman
- Romanze
- Dating-App
- Champagner
- Malerei
- New York
- E-Mail für dich
Gracie Cooper wollte eigentlich Malerin werden, hat dann aber den Champagner-Laden ihres Vaters übernommen. Allerdings sieht es um seine Zukunft nicht gut aus, und ein großer Konzern bietet an, den Laden aufzukaufen. Gracie lehnt das Angebot des CEO Sebastian Andrews entschieden ab, weil sie das Erbe ihres Vaters auf keinen Fall verlieren will. Schade dabei ist nur, dass sie Sebastian bei ihrer ersten Begegnung ursprünglich für ihren Traumprinzen gehalten hat. Aber immerhin gibt es da noch Sir, den sie über eine Dating-App kennengelernt hat und zu dem sie sich hingezogen fühlt. Natürlich ahnt sie nicht, dass es sich dabei um ihren selbsternannten Erzfeind handelt ...
Dieser Liebesroman erzählt die klassische "E-Mail für dich"-Geschichte, in der sich zwei Personen gleich doppelt ineinander verlieben, doch trotz seiner Vorhersehbarkeit hat mir das Lesen außerordentlich Spaß gemacht! Gracie und Sebastian waren beide unglaublich sympathische Protagonisten, denen man gerne dabei zugesehen hat, wie sie ihre anfängliche Abneigung überwinden und sich ineinander verlieben. Auch die Nebencharaktere gefielen mir überraschend gut, weil sie trotz ihrer zugeschnittenen Rolle immer noch wie Menschen mit ihrer eigenen Geschichte herüberkamen.
Kritisieren kann man definitiv, wie lange Gracie braucht, um zu begreifen, wer Sir wirklich ist, und durchaus auch, dass die Dialoge mit ihm in der Regel nur eine Seite am Anfang eines Kapitels einnehmen. Gracies Beziehung zu Sebastian ist deutlich stärker hervorgehoben, was zwar durchaus verständlich ist, es aber auch ein wenig schwierig machte, nachzuvollziehen, warum Gracies Liebe für Sir so groß ist.
Aber um ehrlich zu sein, sind das im Vergleich zu der Freude, die mir die Geschichte bereitet hat, nur kleine Mankos. Klar, eigentlich bietet sie nichts, was man nicht schon mal gesehen hat. Aber da mir die Umsetzung so unglaublich gut gefiel, kann ich diesen Roman jedem empfehlen, der mal wieder eine süße Romanze lesen möchte!
Ángela Vicario soll mit Bayardo San Román verheiratet werden. Doch der Bräutigam bringt die Braut entsetzt zum Elternhaus zurück; sie sei keine Jungfrau mehr und eine Ehe deshalb nicht möglich. Als ihre Brüder Pablo und Pedro sie fragen, wer dafür verantwortlich ist, nennt sie einen Namen: Santiago Nasar. Woraufhin die Brüder ankündigen, ihn zu töten …
Am faszinierendsten an diesem kurzen Roman war für mich definitiv die Art und Weise, wie es den Brüdern trotz ihrer lauten Ankündigung gelungen ist, Santiago Nasar zu töten. Der Ich-Erzähler befragt verschiedene Personen, die in das Ereignis involviert waren, um nachvollziehen zu können, wie genau der Mord zustande kommen konnte. Und genau das fand ich unglaublich interessant, weil früher oder später alle wissen, was die Brüder vorhaben, doch jeder seinen eigenen Grund hat, sich nicht einzumischen.
Der Schreibstil war leider nicht immer flüssig zu lesen; manchmal war er so anstrengend, dass ich die Sätze zweimal lesen musste, um sie zu verstehen und manchmal war er leicht genug, dass ich die Ereignisse problemlos verfolgen konnte. Insofern brilliert dieser Roman definitiv nicht durch seinen Schreibstil, sondern durch die Art und Weise, in der er seine Geschichte erzählt.
Insgesamt ein intensives Leseerlebnis, das gut aufzeigt, wie leicht es ist, nicht hinschauen zu wollen – vor allem, wenn man es sollte.