Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Dann Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Herz von Rudi. Die Herzen von Hans und Rosa Hubermann. Das Herz von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz.
Was für ein Buch!
Das Buch hält, was es verspricht: Mit sehr gut aufbereiteten Grafiken und Diagrammen sowie einem vermittelnden Schreibstil werden einige Mythen über den Zustand unserer menschlichen Gesellschaft und des Planeten Erde aufgebrochen und Lösungswege aufgezeigt. Ritchie sagt nicht, dass alles gut ist, sie sagt auch nicht, dass es nicht schlimm ist, aber sie zeigt auf, dass sich vieles schon bessert und dass wir als Gesellschaft alle Mittel in der Hand halten, um das Ruder in den nächsten Jahrzehnten gänzlich herumzureißen. Dabei ist sie nie belehrend, herablassen oder gar dogmatisch, sondern wahnsinnig nahbar und menschlich. Sehr, sehr empfehlenswert!
Habe wahnsinnig viel gelernt! Für ein Sachbuch sehr unterhaltsam und leicht zu lesen. Macht einen an vielen Stellen sauer und frustriert. Das Buch geht zwar auf viele einzelne Schicksale von Frauen, deren Erfolg und Errungenschaft von Männern gestohlen wurden, ein, aber versäumt dabei nicht, dies immer im Hinblick auf den größeren gesellschaftlichen Kontext zu tun. Diese Paradebeispiele stehen stellvertretend für alle Frauen, deren Namen nie in den Geschichtsbüchern stehen werden, weil ihre Spuren verwischt wurden oder die äußeren Gegebenheiten sie immer unterdrückt hielten.
Eine für Haratischwili typische Generationenerzählung, die sich von der Mitte des 19. Jh. bis in die Gegenwart spannt. Die georgische Familie Jaschi im Zentrum zeigt die Autorin das Spannungsfeld Kaukasus, das Aufkommen und der Niedergang der UdSSR sowie die komplexe Situation Georgiens. Einzelnen Familiemitgliedern folgend schildert Haratischwili das Zwischenmenschliche, das Geheimnisvolle und Magische. Eine Geschichte wie ein Bad aus dem man nie mehr auftauchen möchte.
Sehr stark geschrieben und endlich spielt der Täter keine große Rolle, sondern was so ein Femizid mit den Angehörigen und Hinterbliebenen macht. Pageturner. In wenigen Tagen weg gelesen.
Sidney ist Mitte 30 und wünschst sich nichts mehr als einen Freund. Ihre Dating-Erfahrungen sind aber leider alles andere als erfolgreich. Männer, die in ihrem Online-Profil nicht ehrlich sind, Männer, die sie mit der Rechnung im Restaurant stehenlassen, Männer, die ihre Grenzen nicht akzeptieren... Als sie Tom trifft, ist sie hin und weg. Könnte er ihr lang gesuchter Traummann sein? Er ist gutaussehend, hat gute Manieren und ist Arzt. Nur hat er offenbar Mühe, sich zu commiten. Und er verhält sich manchmal sehr verdächtig... könnte er der Mörder und Serienkiller ihrer guten Freundin sein? Von dem es hiess, dass er seine Opfer erst über längere Zeit datet, bevor er sie abschlachtet?...
Auch diese Geschichte trägt die Handschrift der Autorin. Gopf, und auch in dieser Geschichte verhielten sich die Figuren teilweise wieder sooo unnatürlich und unglaubwürdig! Aber, das muss ich McFadden lassen: Auch dieses Mal wurde ich überrascht damit, wie die Geschichte ausging. Ich dachte ja zwar schon früh, dass ich genau weiss, wer der Serienkiller ist (war ja nicht mein erster McFadden-Thriller...), aber nein, ich habe mich getäuscht. :)
Livia leidet von klein auf an einer Augenkrankheit, die sie nach und nach erblinden lässt. Für sie ist diese Diagnose verständlicherweise sehr schwierig, möchte sie doch weiterhin an ihren Sportwettkämpfen teilnehmen (sie ist eine der schnellsten Mädchen in ihrer Region), mit Freund*innen ausgehen, ein normales Leben führen und ja nicht auffallen möchte. Entsprechend handelt sie auch nicht immer vernünftig und nach den Empfehlungen ihrer Ärzten bzw ihrer Eltern.
Ein feinfühliges Buch über das Aufwachsen eines Mädchens mit einer Krankheit und über den Prozess, seine Krankheit anzunehmen und einen guten Umgang damit zu finden. Mich hat die Geschichte berührt und ich konnte Livia mit meiner starken Kurzsichtigkeit ein bisschen nachfühlen. Als Kind plagten mich manchmal auch Ängste, dass ich irgendwann erblinden werde. Bei Livia ist aber bald klar, dass es wirklich so kommen wird. Für mich eine furchtbare Vorstellung. Die Geschichte hat seine Längen und hätte durchaus etwas gestrafft werden können, ohne an Inhalt zu verlieren. Aber grundsätzlich ist die Geschichte schön und für mich authentisch erzählt.
Bohm ist 35 seit Jahren auf der Strasse. Alles, was er besitzt, passt in einen alten Rucksack: ein paar selbst geschnitzte Holzmäuse und ein Brief, den er sich weigert zu öffnen.
Alina arbeitet als Journalistin bei einem Kölner Fernsehsender, der Stellen abbaut. Die Angst, als Nächste gehen zu müssen, treibt sie um. Eine Reportage über Obdachlose scheint ihre letzte Chance auf eine Karriere vor der Kamera zu sein und sie lässt sich auf eine Zusammenarbeit mit einem zwielichtigen Star-Journalisten ein.
Als Alina auf Bohm trifft, stösst sie zunächst auf Widerstand. Er will nicht darüber reden, was ihn aus dem Leben geworfen hat. Erst als ein kleiner Hund auftaucht, ändert sich für Bohm alles.
Mir hat das Buch gut gefallen. Es liest sich einfach und flott, auch wenn die Liebesgeschichte mit ihrer „Liebe überwindet alle Grenzen“-Formel an einen Sonntagabendfilm erinnert. Aber fünf Sterne weil es eine Geschichte ist, die man gut allen zum Lesen geben kann.