Lesetagebuch
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Bücherregal lädt …
Der Sinn des Ganzen : Roman
 220 Seiten

Micah ist ein Sonderling; er spricht mit sich selbst, manchmal mit französischem Akzent, hat es gern ordentlich und strukturiert, sowohl in seiner Wohnung (mit fixem Staubsauger - und Küchentag) als auch in seinem Leben (mit festen Gewohnheiten). Dann macht plötzlich seine Freundin Schluss, ein Junge steht vor seiner Türe, der seinen biologischen Vater sucht und die ganze schöne Struktur geht flöten. Eine wunderbar unaufgeregt erzählte Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Und wieder ein schön gestaltetes Buch aus dem Hause Kein&Aber mit sehr passender Covergestaltung.

Eine ganz dumme Idee
 464 Seiten

Auf dieses Buch hatte mich mich sehr gefreut…. dann bin ich aber nicht so gut und leicht in die Geschichte gekommen, wie ich es sonst von Fredrik Backman kenne. Diese Geschichte über die dumme Idee eines Bankraubs bei einer bargeldlosen Bank und einer Geiselnahme, die keine ist, ist so unübersichtlich erzählt, dass ich zwischendurch etwas genervt war. Ständig werden Rätsel gestellt, verwirrende Hinweise gegeben, die sich erst im überübernächsten Kapitel auflösen - so als würde man auf der Suche nach einem Ort immer wieder in die falsche Richtung geschickt. Da sich aber am Ende doch alles irgendwie zusammenfügt, haben die Herzenswärme und die Liebe des Autors zu den Menschen samt ihrer Macken mich letztlich doch wieder sehr berührt.

An das Wilde glauben
 144 Seiten

Eine Anthropologin begegnet auf einer Forschungsreise einem Bären, es kommt zu einem Kampf, sie wird von dem Bären ins Gesicht gebissen und schwer verletzt. In diesem Buch verarbeitet sie dieses Erlebnis. Je länger ich gelesen habe, desto weniger habe ich verstanden. Aus dem Angriff des Bären wird eine Art Kuss; irgendwie scheint sie sich seelisch mit dem Bären verbunden zu fühlen. War nichts für mich, bis auf einzelne schöne Sätze.

Der Liebhaber meines Mannes : Roman
 363 Seiten

Dieses Buch erzählt leise und doch packend die Geschichte dreier Menschen: Zwei Liebende, die denselben Mann lieben. Und beide, eine Frau und ein Mann, bekommen mit dem Glück, das sie suchen, auch großes Leid. Der von beiden geliebte Tom bleibt blass - erzählt wird aus der Perspektive der beiden anderen und aus verschiedenen Zeiten. Zunächst aus den 1950er Jahren, dann vierzig Jahre später. Es geht um Homosexualität, um tragische Liebe, um Verfehlungen und Schuld. Und um rigide Moralvorstellungen, die noch gar nicht lange her sind. Ganz klare Empfehlung!!

Die Anomalie
 352 Seiten

Ein Flugzeug gerät auf dem Weg von Paris nach New York in ein Unwetter. Nach heftigen Turbulenzen glückt die Landung wie geplant im März 2021. Soweit, so gut, könnte man denken. Allerdings landet 3 Monate später dieselbe Maschine mit denselben Menschen an Bord noch einmal……was macht es mit den Menschen, wenn sie sich selbst begegnen? Erzählt wird aus der Sicht verschiedener Protagonisten, die es ja dann auch noch doppelt gibt. Das macht die Lektüre recht anspruchsvoll. Auch die intellektuellen Spielereien sind nicht immer einfach zu verstehen. Man muss schon recht aufmerksam lesen. Sehr gut geschrieben, hat mir gefallen.

Der Buchspazierer
 224 Seiten

Nachdem ich in meinem Lieblings-Literatur-Podcast „eat-read-sleep“ einen ziemlichen Verriss gehört hatte, wollte ich dieses Buch gar nicht mehr lesen. Dann habe ich es aber geschenkt bekommen….. und was soll ich sagen?! Soo schlimm wie befürchtet fand ich es gar nicht. Es ist sogar ganz nett, liest sich leicht, eine märchenhafte Geschichte über die Liebe zu Büchern.

Ein Wochenende : Roman
 283 Seiten

Es geht um eine jahrzehntelange Freundschaft zwischen 4 Frauen um die 70. Nachdem eine von ihnen gestorben ist, treffen sich die anderen 3 an einem Weihnachtswochenende im australischen Hochsommer, um ihr Strandhaus auszuräumen. Man bekommt Einblick in die sehr unterschiedlichen (Innen)Leben, in Geheimnisse; atmosphärisch dicht wird ein Bild der einzelnen Charaktere und der Umgebung vermittelt. Ein Buch wie ein Bild von Edward Hopper.

Inspektor Takeda und die stille Schuld
 366 Seiten

Der 5. Krimi mit dem japanischen Kommissar in Hamburg. Es geht um Brandstiftung in Altersheimen und um Pflegeroboter als mögliche Mörder. Und auch die Liebesgeschichte mit Claudia Harms geht weiter bzw. zu Ende. Sehr spannend; auch das Nachwort ist lesenswert. Insgesamt ein richtig guter Krimi mit interessanter Story, den man auch gut lesen kann, wenn man die ersten 4 Bände noch nicht kennt.

Das Gedächtnis des Herzens
 335 Seiten

Das ist nach „Herzenhören“ und „Herzenstimmen“ der dritte Band der großen berührenden Liebesgeschichte aus Burma, kann aber auch gut für sich alleine gelesen werden. Es ist nicht so intensiv wie die ersten beiden Bände, vor allem das Ende hat mich enttäuscht - so ein unerwartetes, unglaubwürdiges Friede-Freude-Eierkuchen-Ende. Schön aber die vielen wunderbaren Sätze voller Lebensweisheit aus einer fremden Kultur.

Der letzte Satz
 128 Seiten

Als Leserin begleitet man Mahler auf seiner letzten Schiffsreise von Amerika nach Europa als todkranken Mann und reist mit ihm in seinen Gedanken durch seine Erinnerungen. Es geht hin und her, vom kalten Metall der Schiffsreeling zum Tod der Tochter zu wichtigen Konzerten zu ausgehusteten Bluttropfen auf dem Notenblatt. Ich mag, wie Seethaler schreibt, einfühlsam und gleichzeitig beobachtend-distanziert.

Der große Sommer
 316 Seiten

So ein tolles tolles Buch. Ich habe es in einem Rutsch an einem regnerischen Herbsttag durchgelesen und mich im Sommer gefühlt. Es ist berührend und melancholisch und witzig und beschreibt einen besonderen Sommer so wunderschön. Jede und jeder wird ein Stück von sich, einen Teil eigener Erinnerungen an andere Sommer darin finden. Schade, dass es schon zu Ende ist.

Der Donnerstagsmordclub
 460 Seiten

Nach den beiden packenden Büchern, die ich davor gelesen hatte, wollte ich etwas Leichteres lesen. Das ist mir mit diesem Buch gelungen, was allerdings kein wirkliches Kompliment ist. Ich hatte mehr erwartet. Gut situierte Seniorinnen in einem Altersheim lösen in Kooperation mit einem sympathischen Polizei-Duo alte und neue Mordfälle. Viel Lokalkolorit, ab und zu witzig. Insgesamt so naja….

Die Leuchtturmwärter
 432 Seiten

Toll, toll, toll!! Ein Buch über das Verschwinden dreier Leuchtturmwärter bei geschlossenen Fenstern und Türen, das auf einer wahren Geschichte beruht. Erzählt wird in 2 Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven und in einer Sprache, die packt und berührt. Ich habe es atemlos zu Ende gelesen. Es ist spannend wie ein guter Krimi, gleichzeitig werden verschiedene Leben erzählt, voller Tragik und Melancholie. Ein ganz besonderes Buch.

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
 590 Seiten

In einem Podcast habe ich gehört, dass eine Buchhändlerin dieses Buch empfohlen hat. Als ich es dann ein paar Tage später in der Bücherei gesehen habe, habe ich es ohne große Erwartungen ausgeliehen. Und es hat mich total überrascht: tolle Sprache ( hat mich an Cornelia Funke erinnert), eine Fantasy-Liebes- aber auch Kampf-Geschichte, die bis zum Ende überzeugend durchdacht ist. Es geht um einen Pakt mit dem Bösen ( dem Teufel?), um Wünsche und den Preis dafür („Du kannst meine Seele haben, wenn ich sie nicht mehr will“), eine Frau, an die sich niemand erinnert, und um ein Leben über Jahrhunderte.

Abgrund
 400 Seiten

Ein Mann baumelt an einem Lavafelsen über einem Abgrund; sieht aus wie Selbstmord, aber natürlich ist es keiner. Polizist Huldar und Kinderpsychologin Freyja ermitteln wieder in einer brutalen und abstrusen Mordgeschichte. Diesen 4. Band der isländischen Krimiserie habe ich geschenkt bekommen und der Vollständigkeit halber noch gelesen. Aber jetzt habe ich genug von verwickelten whodunnit-Geschichten!

R.I.P.
 369 Seiten

Der 3. Band um die Kinderpsychologin Freyja, die diesmal die isländische Polizei bei Mordermittlungen im Zusammenhang mit Mobbingfällen an Schulen unterstützt. Die Auflösung hat mich an den uralten Krimi von Patricia Highsmith „2Fremde im Zug“ erinnert.

SOG : Thriller
 443 Seiten

Zweiter Band der isländischen Thriller-Reihe um die Kinderpsychologin Freya. Hat mich nicht so gepackt wie Band1, was aber auch daran liegen könnte, dass ich nicht dranbleiben konnte. Es geht um sexualisierte Gewalt und um Selbstjustiz. Und wieder ein Ende, mit dem ich nicht gerechnet hatte.