Lesetagebuch
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Jeder Mensch
 32 Seiten

Kurze, konstruktive, engagierte Auseinandersetzung mit den europäischen Grundrechten, geschichtlich eingebunden und von Optimismus geprägt. Es werden 6 zusätzliche Artikel vorgeschlagen, die unsere Gesellschaft verbessern helfen sollen. Kurz und knackig und lesenswert - für mich hätte es gerne etwas ausführlicher sein dürfen.

Wildtriebe
 282 Seiten

Auf dieses Buch bin ich durch eine Leseprobe aufmerksam geworden. Drei Generationen Frauenleben auf einem Hof werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Es geht um die Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Lebensmodellen, verschiedenen Vorstellungen von Frausein, um Pflichterfüllung und Autonomie. Und um das Zusammenleben und die Nähe trotz dieser Unterschiede. Auch um die Unmöglichkeit von Nähe. Melancholisch und berührend. Sprachlich wunderbar erzählt mit Sympathie für jede einzelne Frau und ihre Sichtweise.

Der Wal und das Ende der Welt
 476 Seiten

Dieses Buch ist 2015 erschienen - aus heutiger Sicht wirkt es erschreckend aktuell, sowohl was pandemische als auch was gesellschaftlich-ökonomische Themen angeht. Auch Rutger Bregmans Fragen, ob der Mensch im Grunde nicht doch „gut“ ist, wird beantwortet. Vielleicht etwas kitschig und vorhersehbar, aber mir hat es gefallen.

Wir alle für immer zusammen
 89 Seiten

Eigentlich lese ich gerade „A little Life“ und „Der Wal und das Ende der Welt“; aber dann ist mir heute in meinem neu ungeordneten Bücherregal dieses Bändchen ins Auge gefallen. Und es ist so toll! Berührend und lustig. Patchworkfamilienleben aus der Sicht der 11jährigen Polleke: „wir alle für immer zusammen. Amen.“

Leichenblume
 400 Seiten

Heloise Kaldan ist Journalistin in Kopenhagen. Sie erhält Briefe einer überführten Mörderin, die auf eine Verbindung zwischen ihnen hindeuten. Die Auflösung ist spannend und schlüssig und berührt Fragen von Gerechtigkeit und Selbstjustiz bei sexualisierter Gewalt. Ich mag es ja, wenn man auch über das Privatleben der ErmittlerInnen etwas erfährt; deshalb möchte ich gerne den 2. Band auch lesen.

Der japanische Liebhaber
 340 Seiten

Manchmal ist es gut, wenn man umzieht, und dabei die Ordnung der Bücher völlig durcheinander gerät. So ist mir dieses Buch in die Hände gefallen, das ich einmal zum Geburtstag geschenkt bekommen und dann ganz vergessen hatte. Die Geschichte einer großen Liebe, melancholisch und fesselnd erzählt. Schwelgerisch und abschweifend, mit vielen Nebenerzählungen (die nicht alle überzeugen, wie zB Irinas ‚Wunderheilung‘ nach jahrelanger sexualisierter Gewalt), dabei klug und voller Wärme für die Menschen, auch und gerade für die alten Menschen. Ich habe auch Neues gelernt über den Umgang der Amerikaner mit der japanisch stämmigen Minderheit nach dem 2. Weltkrieg; davon hatte ich vorher noch nichts gehört. Insgesamt eine wunderbare Familien- und Freundschaftsgeschichte.

Abels Tochter
 588 Seiten

Die Lebensgeschichte einer Einwanderin aus Polen, die die erste Präsidentin der USA werden möchte. Wieder ein typischer Jeffrey Archer-Schmöker. Diesmal jedoch vor allem gegen Ende viele Längen - und der Schluss selbst ist für meinen Geschmack zu kitschig.

Klara und die Sonne
 352 Seiten

Klara, eine künstliche Intelligenz, erzählt aus ihrer Sicht die Geschichte ihrer menschlichen Freundin. Hat mich an den Film „Ich bin Dein Mensch“ erinnert, geht in der Konsequenz aber noch einen Schritt weiter. Aufgrund der ungewöhnlichen Erzählperspektive erschließen sich manche Aspekte erst im Verlauf der Geschichte. Eine ruhige, dystopische Geschichte, die nachdenklich macht.

Das mangelnde Licht
 830 Seiten

Eine Geschichte, die einen unglaublichen Sog entwickelt. Wie ist es nur möglich, so erzählen zu können? Dieses Buch feiert das Leben und die Freundschaft, ist dabei so berührend und so sehr traurig. Erzählt wird nur ein Tag, eine Fotoausstellung in Brüssel. Von Foto zu Foto wird in Rückblenden und Erinnerungen von der Freundschaft zwischen 4 Frauen erzählt; eine davon die Fotografin. Das Buch fordert uns LeserInnen etwas ab, keine Grausamkeit wird ausgelassen, manchmal tut das Lesen richtig weh. Und gleichzeitig ist es so voller Liebe und Mitgefühl und Leben. Großartig!!

Hard Land
 352 Seiten

„In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb.“ Das ist der erste Satz dieses Romans und er beinhaltet alles. Benedict Wells erzählt einfühlsam von den Gefühlen beim Erwachsenwerden, der Bedeutung der Musik, vom Wegwollen aus dem Ort der Kindheit, von intensiver Freundschaft. Mich hat es an „Der große Sommer“ von Ewald Arenz erinnert, aber bei weitem nicht so stark emotional berührt.

Die Überlebenden
 302 Seiten

Dieses Buch erzählt die Geschichte einer bedrückenden Kindheit aus der Perspektive des mittleren von drei Brüdern. Die Brüder treffen sich nach dem Tod der Mutter, um ihr den Wunsch zu erfüllen, ihre Asche im See des Sommerhauses ihrer Kindheit zu verstreuen. Dieser Tag wird nicht chronologisch erzählt; dazwischen Rückblenden und Erinnerungen an eine von Alkohol und emotionaler Vernachlässigung geprägte Kindheit . Dadurch entwickelt sich eine einzigartige Spannung und ein Sog beim Lesen - und alles endet mit einem unvorhersehbaren Knall am Ende, der ein völlig anderes Licht auf das Erzählte wirft. Durchkonstruierte Erzählkunst!

Achtsam morden am Rande der Welt
 384 Seiten

Der 3. Band um den Anwalt Björn Diemel. Diesmal wird auf Anraten seines Achtsamkeitstherapeuten der Jakobsweg unter die Füsse und der Trend des Pilgerns auf die Schippe genommen. Nachdem ich vom 1. Band dieser Reihe wirklich angetan war, ist es im dritten einfach nur mehr desselben; ganz nett und locker zu lesen.

Crossroads
 825 Seiten

Es geht um eine 6köpfige Familie Anfang der 1970er Jahre; der Vater ist Pfarrer, crossroads heißt die Jugendgruppe seiner Gemeinde. Erzählt wird aus den unterschiedlichen Perspektiven der Familienmitglieder, die alle mit Problemen zu kämpfen haben, von psychischer Labilität über Glaubensthemen bis hin zu Loyalitäts- und Zugehörigkeitsfragen. Ich hatte eher Mühe mit dem Buch…., zwischendurch gab es interessante Kapitel, aber für mich war viel Uninteressantes, Langatmiges drin (wobei ich die schriftstellerischen Qualitäten durchaus sehe). Also……: meins war es nicht; ich werde die nächsten beiden Bände dieser als Trilogie geplanten Reihe nicht lesen.

Allein
 160 Seiten

Daniel Schreiber hat in Pandemiezeiten dieses schmale, kluge, sehr persönliche Buch über das Alleinesein und Alleine-Leben geschrieben. Von der Philosophie über psychologische Theorien wie die der „uneindeutigen Verluste“ bis hin zur Serie „Friends“ und zu seinen ganz persönlichen Erfahrungen setzt er sich in wunderbarer, präziser Sprache mit den Implikationen des Alleine-Lebens auseinander.

Dachs und Stinktier
 144 Seiten

Dachs wohnt allein und beschäftigt sich mit seiner wichtigen Steinforschung. Dann zieht Stinktier ein und plötzlich gibt es wunderbares Frühstück (mit Erdbeer-Zimt-Muffins) und Chaos und Hühner. Ein witziges Buch über Macken und Freundschaft und die Fähigkeit, sich zu entschuldigen.

Die letzte Bibliothek der Welt
 368 Seiten

Die Bibliothek in einem kleinen englischen Dorf soll geschlossen werden. Und alle, die sich verbunden fühlen mit Büchern und mit der Bücherei und mit den Menschen dort schließen sich zusammen, um das zu verhindern. Ein rundum nettes Buch mit rundum-Happy-End (das ist kein Spoiler, das weiß man schon, wenn man das Buch nur anschaut); richtig schöne Wohlfühllektüre.