Lesetagebuch
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In ewiger Freundschaft
 480 Seiten

Ein Mord im Literaturbetrieb. Die Auflösung zieht sich über viele langweilige Seiten; die Charaktere bleiben farblos, die Story unglaubwürdig. Erst ganz ganz zum Schluss wird es ein bisschen spannend. Schade-die ersten Bände dieser Krimireihe habe ich vor Jahre wirklich gerne gelesen (zB „Schneewittchen muss sterben“). Aber jetzt packe ich Frau Neuhaus zu Herrn Fitzek in die „lese-ich-nicht-mehr“-Kategorie.

Tale of Magic: Die Legende der Magie 1 – Eine geheime Akademie
 464 Seiten

Unter den besten HörbuchsprecherInnen ist Rufus Beck für mich der absolut Großartigste. Dies zeigt sich auch hier wieder: wunderbar gelesen mit einer Stimmenvielfalt von Ganzkörpergänsehaut bis zu lautem Lachen. Eine tolle magische Geschichte, die wie ein Märchen gehört werden kann, die aber auch eine feministische und gesellschaftskritische Botschaft hat. Auch psycho(patho)logische Phänomene kommen vor. Hat mir richtig gut gefallen.

Barbara stirbt nicht
 255 Seiten

Nach 52 Ehejahren mit sehr traditioneller Rollenverteilung steht Barbara eines Morgens nicht mehr auf. Und Walter, der weder Kaffee noch sonst irgendetwas kochen kann, ist plötzlich mit für ihn vollkommen neuen Herausforderungen konfrontiert. Hinter seiner schlecht gelaunten, missmutigen Fassade verbirgt sich ein liebenswerter Kern, der mehr und mehr zeigt, als er zum Beispiel die Verkäuferin mit den blauen Haaren aus der Bäckerei als Haushaltshilfe einstellt, nachdem sie ihren Job verloren hat ( und: er -natürlich!- in dieser Bäckerei keine Brötchen mehr kauft!). Komik und Tragik sind in dieser Geschichte auf gekonnte warmherzige Art verbunden.

Shelter
 432 Seiten

Ein wirklich gut durchdachter, rundum schlüssiger und sehr spannender Roman. Es geht um eine auf einer Geburtstagsparty ausgedachte „Verschwörungstheorie“, die -einmal in die Welt (=das Internet) gesetzt- zunehmend bedrohlichere Kreise zieht. Aktuell, glaubhaft und spannend; typisch Poznanski.

↑ 2022
2021 ↓
Shuggie Bain/deutsche Ausgabe
 490 Seiten

Eine Kindheit in Glasgow in den 1980ger Jahren. Die Zechen werden geschlossen, Arbeitslosigkeit, Armut, Gewalt und Alkoholismus nehmen zu. Das Leben der Kinder und Jugendlichen ist trist und trostlos. Besonders für Shuggie, der anders ist, zart und feminin. Sein Herz gehört seiner Mutter, die sich mit glitzerndem Schmuck, weißen künstlichen Zähnen und auffälliger Kleidung der Tristesse widersetzt und doch zunehmend Trost im Alkohol sucht. Seine Mutter zu retten macht Shuggie zu seiner Lebensaufgabe, an der er -das wird nach einer Zwischenphase mit viel Hoffnung erschreckend klar - scheitern muss. Dieser autofiktionale Roman ist erschütternd. Manchmal bleibt einem die Luft weg beim Lesen ob der Gewalt und Mitleidslosigkeit. Und ich glaube, man kann gar nicht anders, als Shuggie ins Herz zu schließen.

Sturmvögel
 336 Seiten

Erzählt wird die Lebensgeschichte von Emmy, 1907 in ärmlichen Verhältnissen auf einer Nordseeinsel geboren und 1995 in Berlin verstorben - und zwar wirklich großartig erzählt von Elisabeth Günther als Hörbuch. Von Kapitel zu Kapitel wird aus den unterschiedlichen Lebensphasen berichtet, von Krieg und Verlusten, von tiefer Freundschaft, Liebe und den ganz unterschiedlichen Beziehungen zu den Kindern. Eine Art personifiziertes Geschichtsbuch, wie wir alles es wohl über die Lebensgeschichten unserer (Ur-)Großmütter schreiben könnten. Wenn wir denn so herzerwärmend, humorvoll und spannend erzählen könnten wie Manuela Golz.

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
 478 Seiten

Eine locker-leichte Geschichte mit sympathischen Protagonisten und mit viel Magie. Ich habe mehrmals laut gelacht beim Lesen und hätte mir an manchen spannenden Stellen auch die Fingernägel abgekaut, wenn ich Nägel kauen würde. Richtig gut geschrieben, wunderbar zum Eintauchen an einem verregneten Tag…., wenn man Fantasy und Liebesgeschichten mag. Ich freue mich jedenfalls auf Teil 2.

Über Menschen
 416 Seiten

Eine Frau zieht während der Corona-Pandemie aus Berlin aufs Dorf. Ihr Nachbar stellt sich ihr als der „Dorf-Nazi“ vor. Es entwickelt sich über alle Vorurteile und jedes Schubladendenken hinweg eine tiefe Freundschaft. Julie Zeh schreibt mit einer Klugheit und Differenziertheit und mit Herzenswärme über die Menschen. Hat mir sehr gut gefallen.

Vincent und das Großartigste Hotel der Welt
 240 Seiten

„Vincent und das großartigste Hotel der Welt“habe ich dieses Jahr als Adventsgeschichte in 24 Abschnitten vorgelesen. Und es eignet sich wirklich gut für diese Zeit. Die Geschichte ist voller sprühender Fantasie; das Hotel wie eine Wundertüte: es gibt tolle Zimmer und jeder Gast bekommt genau das Zimmer, das er/sie gerade braucht, vom Achterbahnzimmer über das Glitzerzimmer zum essbaren Zimmer oder weisstDunoch?Zimmer. Es gibt türkisfarbene Stiefel, die beim Gehen Musik machen, Giraffen, die beim Frühstück die Köpfe ins Zimmer strecken, kleine Hunde, die in jede Tasche passen usw. manchmal geht der rote Faden in all den phantastischen Ideen ein bisschen verloren; aber das macht nichts. Es ist eine ungewöhnliche, lustige und spannende Geschichte mit Tiefe.

Sörensen fängt Feuer
 442 Seiten

Da liest man im Anschluss an Band 1 noch rasch die hinten angehängte Leseprobe für Band 2 und ist dann schon so in der Geschichte drin, dass es gar nicht anders geht, als gleich weiterzulesen. Die Morde in Katenbüll nehmen auch in der Vorweihnachtszeit kein Ende, es geht um eine Art Sekte und verwickelte Beziehungen und um ein blindes Mädchen im Keller. Wieder friesisch herb und gut. Und…. natürlich…. ist gleich die Leseprobe für Band 3 hinten angehängt…..; was will man machen??

Sörensen hat Angst
 432 Seiten

Genau der richtige Krimi für eine Zugfahrt durch Nordfriesland- mit viel Lokalkolorit und norddeutschen Humor. Sörensen, ein Kriminalhauptkommissar, der unter einer Angststörung leidet, verlässt der erhofften Ruhe wegen Hamburg und lässt sich aufs platte Land versetzen. Aber nichts ist’s mit Ruhe…. eine schreckliche Geschichte, mit viel Herz erzählt.

Der Trafikant
 256 Seiten

Jetzt habe ich endlich diese ( gefühlte) Bildungslücke geschlossen. Seethaler beschreibt mit seiner besonderen, klaren Sprache die Jahre 1937/38 in Wien aus der Sicht des jungen Franz Huchel vom Land, der Sigmund Freud begegnet und seiner ersten Liebe und den Nazis. Eine berührende und besondere Geschichte.

Ansuz – Das Flüstern der Raben (1)
 800 Seiten

Ein toller, dicker, spannender Fantasy-Krimi-Schmöcker aus Dänemark!! Genau das Richtige für lange Zugfahrten oder gemütliche Lesetage auf dem Sofa, wenn es draußen stürmt und regnet. Die 17jährige Anne weiß schon lange, dass sie eine besondere Fähigkeit hat: sie kann die Vergangenheit anderer Menschen sehen oder spüren. Nachts hat sie Visionen von einem grausamen Mord an einem rothaarigen Mädchen. Kurz darauf werden in der Gegend mehrere rothaarige Mädchen ermordet, denen die alte Rune Ansuz in die Haut geritzt worden ist. Es tauchen immer mehr Gestalten mit besonderen Fähigkeiten auf, nach und nach wird eine Parallelwelt aus der nordischen Mythologie in die Geschichte eingewoben, Götter, Hexen, Geister, Wölfe und Riesen kommen vor. Es ist unglaublich spannend. Ich kann es kaum erwarten, dass der 2. Band erscheint.

Der Sinn des Ganzen : Roman
 220 Seiten

Micah ist ein Sonderling; er spricht mit sich selbst, manchmal mit französischem Akzent, hat es gern ordentlich und strukturiert, sowohl in seiner Wohnung (mit fixem Staubsauger - und Küchentag) als auch in seinem Leben (mit festen Gewohnheiten). Dann macht plötzlich seine Freundin Schluss, ein Junge steht vor seiner Türe, der seinen biologischen Vater sucht und die ganze schöne Struktur geht flöten. Eine wunderbar unaufgeregt erzählte Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Und wieder ein schön gestaltetes Buch aus dem Hause Kein&Aber mit sehr passender Covergestaltung.

Eine ganz dumme Idee
 464 Seiten

Auf dieses Buch hatte mich mich sehr gefreut…. dann bin ich aber nicht so gut und leicht in die Geschichte gekommen, wie ich es sonst von Fredrik Backman kenne. Diese Geschichte über die dumme Idee eines Bankraubs bei einer bargeldlosen Bank und einer Geiselnahme, die keine ist, ist so unübersichtlich erzählt, dass ich zwischendurch etwas genervt war. Ständig werden Rätsel gestellt, verwirrende Hinweise gegeben, die sich erst im überübernächsten Kapitel auflösen - so als würde man auf der Suche nach einem Ort immer wieder in die falsche Richtung geschickt. Da sich aber am Ende doch alles irgendwie zusammenfügt, haben die Herzenswärme und die Liebe des Autors zu den Menschen samt ihrer Macken mich letztlich doch wieder sehr berührt.

An das Wilde glauben
 144 Seiten

Eine Anthropologin begegnet auf einer Forschungsreise einem Bären, es kommt zu einem Kampf, sie wird von dem Bären ins Gesicht gebissen und schwer verletzt. In diesem Buch verarbeitet sie dieses Erlebnis. Je länger ich gelesen habe, desto weniger habe ich verstanden. Aus dem Angriff des Bären wird eine Art Kuss; irgendwie scheint sie sich seelisch mit dem Bären verbunden zu fühlen. War nichts für mich, bis auf einzelne schöne Sätze.

Der Liebhaber meines Mannes : Roman
 363 Seiten

Dieses Buch erzählt leise und doch packend die Geschichte dreier Menschen: Zwei Liebende, die denselben Mann lieben. Und beide, eine Frau und ein Mann, bekommen mit dem Glück, das sie suchen, auch großes Leid. Der von beiden geliebte Tom bleibt blass - erzählt wird aus der Perspektive der beiden anderen und aus verschiedenen Zeiten. Zunächst aus den 1950er Jahren, dann vierzig Jahre später. Es geht um Homosexualität, um tragische Liebe, um Verfehlungen und Schuld. Und um rigide Moralvorstellungen, die noch gar nicht lange her sind. Ganz klare Empfehlung!!