Lesetagebuch
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Die Anomalie
 352 Seiten

Ein Flugzeug gerät auf dem Weg von Paris nach New York in ein Unwetter. Nach heftigen Turbulenzen glückt die Landung wie geplant im März 2021. Soweit, so gut, könnte man denken. Allerdings landet 3 Monate später dieselbe Maschine mit denselben Menschen an Bord noch einmal……was macht es mit den Menschen, wenn sie sich selbst begegnen? Erzählt wird aus der Sicht verschiedener Protagonisten, die es ja dann auch noch doppelt gibt. Das macht die Lektüre recht anspruchsvoll. Auch die intellektuellen Spielereien sind nicht immer einfach zu verstehen. Man muss schon recht aufmerksam lesen. Sehr gut geschrieben, hat mir gefallen.

Der Buchspazierer
 224 Seiten

Nachdem ich in meinem Lieblings-Literatur-Podcast „eat-read-sleep“ einen ziemlichen Verriss gehört hatte, wollte ich dieses Buch gar nicht mehr lesen. Dann habe ich es aber geschenkt bekommen….. und was soll ich sagen?! Soo schlimm wie befürchtet fand ich es gar nicht. Es ist sogar ganz nett, liest sich leicht, eine märchenhafte Geschichte über die Liebe zu Büchern.

Ein Wochenende : Roman
 283 Seiten

Es geht um eine jahrzehntelange Freundschaft zwischen 4 Frauen um die 70. Nachdem eine von ihnen gestorben ist, treffen sich die anderen 3 an einem Weihnachtswochenende im australischen Hochsommer, um ihr Strandhaus auszuräumen. Man bekommt Einblick in die sehr unterschiedlichen (Innen)Leben, in Geheimnisse; atmosphärisch dicht wird ein Bild der einzelnen Charaktere und der Umgebung vermittelt. Ein Buch wie ein Bild von Edward Hopper.

Inspektor Takeda und die stille Schuld
 366 Seiten

Der 5. Krimi mit dem japanischen Kommissar in Hamburg. Es geht um Brandstiftung in Altersheimen und um Pflegeroboter als mögliche Mörder. Und auch die Liebesgeschichte mit Claudia Harms geht weiter bzw. zu Ende. Sehr spannend; auch das Nachwort ist lesenswert. Insgesamt ein richtig guter Krimi mit interessanter Story, den man auch gut lesen kann, wenn man die ersten 4 Bände noch nicht kennt.

Das Gedächtnis des Herzens
 335 Seiten

Das ist nach „Herzenhören“ und „Herzenstimmen“ der dritte Band der großen berührenden Liebesgeschichte aus Burma, kann aber auch gut für sich alleine gelesen werden. Es ist nicht so intensiv wie die ersten beiden Bände, vor allem das Ende hat mich enttäuscht - so ein unerwartetes, unglaubwürdiges Friede-Freude-Eierkuchen-Ende. Schön aber die vielen wunderbaren Sätze voller Lebensweisheit aus einer fremden Kultur.

Der letzte Satz
 128 Seiten

Als Leserin begleitet man Mahler auf seiner letzten Schiffsreise von Amerika nach Europa als todkranken Mann und reist mit ihm in seinen Gedanken durch seine Erinnerungen. Es geht hin und her, vom kalten Metall der Schiffsreeling zum Tod der Tochter zu wichtigen Konzerten zu ausgehusteten Bluttropfen auf dem Notenblatt. Ich mag, wie Seethaler schreibt, einfühlsam und gleichzeitig beobachtend-distanziert.

Der große Sommer
 316 Seiten

So ein tolles tolles Buch. Ich habe es in einem Rutsch an einem regnerischen Herbsttag durchgelesen und mich im Sommer gefühlt. Es ist berührend und melancholisch und witzig und beschreibt einen besonderen Sommer so wunderschön. Jede und jeder wird ein Stück von sich, einen Teil eigener Erinnerungen an andere Sommer darin finden. Schade, dass es schon zu Ende ist.

Der Donnerstagsmordclub
 460 Seiten

Nach den beiden packenden Büchern, die ich davor gelesen hatte, wollte ich etwas Leichteres lesen. Das ist mir mit diesem Buch gelungen, was allerdings kein wirkliches Kompliment ist. Ich hatte mehr erwartet. Gut situierte Seniorinnen in einem Altersheim lösen in Kooperation mit einem sympathischen Polizei-Duo alte und neue Mordfälle. Viel Lokalkolorit, ab und zu witzig. Insgesamt so naja….

Die Leuchtturmwärter
 432 Seiten

Toll, toll, toll!! Ein Buch über das Verschwinden dreier Leuchtturmwärter bei geschlossenen Fenstern und Türen, das auf einer wahren Geschichte beruht. Erzählt wird in 2 Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven und in einer Sprache, die packt und berührt. Ich habe es atemlos zu Ende gelesen. Es ist spannend wie ein guter Krimi, gleichzeitig werden verschiedene Leben erzählt, voller Tragik und Melancholie. Ein ganz besonderes Buch.

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
 590 Seiten

In einem Podcast habe ich gehört, dass eine Buchhändlerin dieses Buch empfohlen hat. Als ich es dann ein paar Tage später in der Bücherei gesehen habe, habe ich es ohne große Erwartungen ausgeliehen. Und es hat mich total überrascht: tolle Sprache ( hat mich an Cornelia Funke erinnert), eine Fantasy-Liebes- aber auch Kampf-Geschichte, die bis zum Ende überzeugend durchdacht ist. Es geht um einen Pakt mit dem Bösen ( dem Teufel?), um Wünsche und den Preis dafür („Du kannst meine Seele haben, wenn ich sie nicht mehr will“), eine Frau, an die sich niemand erinnert, und um ein Leben über Jahrhunderte.

Abgrund
 400 Seiten

Ein Mann baumelt an einem Lavafelsen über einem Abgrund; sieht aus wie Selbstmord, aber natürlich ist es keiner. Polizist Huldar und Kinderpsychologin Freyja ermitteln wieder in einer brutalen und abstrusen Mordgeschichte. Diesen 4. Band der isländischen Krimiserie habe ich geschenkt bekommen und der Vollständigkeit halber noch gelesen. Aber jetzt habe ich genug von verwickelten whodunnit-Geschichten!

R.I.P.
 369 Seiten

Der 3. Band um die Kinderpsychologin Freyja, die diesmal die isländische Polizei bei Mordermittlungen im Zusammenhang mit Mobbingfällen an Schulen unterstützt. Die Auflösung hat mich an den uralten Krimi von Patricia Highsmith „2Fremde im Zug“ erinnert.

SOG : Thriller
 443 Seiten

Zweiter Band der isländischen Thriller-Reihe um die Kinderpsychologin Freya. Hat mich nicht so gepackt wie Band1, was aber auch daran liegen könnte, dass ich nicht dranbleiben konnte. Es geht um sexualisierte Gewalt und um Selbstjustiz. Und wieder ein Ende, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

Wo der Wolf lauert
 347 Seiten

Das neue Buch der Autorin von „Löwen wecken“… es geht um jüdisches Leben in Amerika, um Anschläge, Gewalt, einen toten Jugendlichen, um die bange Frage: ist mein Sohn ein Mörder? Und erst ganz zum Schluss ein für mich völlig unerwarteter Twist, der fast alles in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. Sehr spannende, psychologisch raffinierte Geschichte. Einfühlsam wird auch die Mutter-Sohn-Beziehung beschrieben. Aber so eine Wucht wie „Löwen wecken“ hat dieses Buch nicht.

Die Verlorenen
 410 Seiten

Eine neue Reihe, auf die ich mich sehr gefreut hatte. Wie bei David Hunter steht auch hier ein Mann im Vordergrund, der einen schweren Verlust erlitten hat. Diesmal ein Polizist, Jonah, dessen 4jähriger Sohn verschwunden ist, als Jonah auf dem Spielplatz eingeschlafen ist. Allerdings bleibt der Protagonist seltsam blass; es entsteht kaum Wärme und Anteilnahme - die Story ist spannend, aber unglaubwürdig. Und richtig geärgert habe ich mich über die völlig überzogene Beschreibung von Jonah als „hartem Mann“, der mit zertrümmertem Knie, auf Krücken und schwer verletzt trotzdem heldenhaften Einsatz zeigt. Na ja. Ich habe ein Interview mit Simon Beckett gehört, in dem er bestätigt hat, dass es weitere Bücher mit David Hunter geben wird, die dann hoffentlich wieder emotional berührender sein werden.

Die verschwundene Schwester : Roman
 828 Seiten

Der letzte Band der „Schwestern-Saga“; jeder Band behandelt die Geschichte einer als Kind vom geheimnisvollen „Pa Salt“ adoptierten Frau. Die Suche nach der 7. Schwester führt nach Irland; es wird aus der Sicht einer Frau sehr berührend vom Kampf der Iren gegen die Unterdrückung durch die Briten erzählt. Ich hab es gern gelesen, bis auf ein Aber: Was mich wirklich enttäuscht hat (Achtung: Spoiler!): die „eigentliche“ Auflösung der Geschichte wird auf einen zukünftigen Band 8 über Pa Salt verschoben, die Autorin erklärt die Gründe dafür im Nachwort nachvollziehbar. Trotzdem enttäuschend. Zumal die Autorin kürzlich leider verstorben ist.

Die Wälder
 432 Seiten

Ninas bester Freund Tim stirbt - und all die Schatten der Vergangenheit werden wieder lebendig. Es geht um ein in der Tiefe der Wälder verschwundenes Mädchen und um Verbrechen, die in der Kindheit von Nina und ihren Freunden geschehen sind. Tim hinterlässt einen letzten Brief mit dem Auftrag, einen Mörder zu finden. Und die Geschehnisse nehmen ihren Lauf, ganz wesentlich geprägt von den Bedeutungen und Ängsten aus der Kindheit. Sehr düster und spannend….wäre dieses Buch ein Film hätte ich mir oft die Augen zugehalten und den Ton ausgeschaltet. Zeigt sehr glaubhaft die Macht kindlicher Traumatisierung auf das ganze Leben. Gleichzeitig ist es eine konstruierte Geschichte, die nicht so ganz glaubwürdig ist.

Bären füttern verboten
 327 Seiten

Das ist ein wunderbares Buch über mehrere Menschen, die alle einen Knacks vom Leben abbekommen haben. Die Geschichte hüpft von Mensch zu Mensch, klug und witzig und melancholisch, alles gleichzeitig. Wenn ich es nicht aus der Bücherei ausgeliehen hätte, würde ich auf jeder Seite Sätze unterstreichen. Kurz: ich bin begeistert!