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- Venedig
Kristina und Jan Vianello verbringen die Weihnachtsferien bei ihrer Urgroßmutter in Venedig, wo schon bald merkwürdige Dinge geschehen. Ein geisterhafter Junge stiehlt ihnen ihre Besitztümer, ihre Tante Sara fühlt sich immer stärker vom Meer angezogen und eine mysteriöse Gondel weckt zusätzlich ihre Aufmerksamkeit. Zusammen mit Luca und Pippa Pezzi, die eigentlich mit Kristinas und Jans Familie verfeindet sind, erforschen sie die magischen Wege Venedigs und stellen Nachforschungen zu ihrer Vorfahrin Violetta Aquana an, um das Geheimnis ihrer Familie zu lüften …
Dieses Kinderbuch habe ich bereits 2012 bei seinem Erscheinen gelesen, war jedoch sehr erfreut, so viele Jahre später eine Neuauflage davon zu bekommen. Nina Blazon hat hier ein halb gruseliges, halb fantastisches Abenteuer geschrieben, das mir sehr viel Spaß gemacht hat. Die Mysterien sind auf eine Art und Weise aufbereitet, die es leicht macht, mit den Charakteren mitzufiebern, wobei das Foreshadowing positiv hervorsticht. Für ältere Leser könnte es wohl etwas zu deutlich sein, doch ich fand es schön, beim Lesen über die Hinweise auf bestimmte Offenbarungen zu stolpern.
Neben der Handlung fand ich auch die Charaktere großartig, vor allem Luca, Sara und Fedele, die ich allesamt sehr sympathisch fand. Hier muss ich auch unbedingt die langsam eingebaute und süß umgesetzte Romanze zwischen Sara und Fedele erwähnen, die mein persönliches Highlight war. Am Anfang ahnt man noch nichts von einer möglichen Beziehung, aber im Verlauf des Romans wird sie immer deutlicher, bis sie einen zufriedenstellenden Abschluss findet. Diese langsame Herangehensweise hat mir außerordentlich gut gefallen!
Andere Beziehungen kommen ebenfalls nicht zu kurz, wobei speziell Kristinas und Jans Geschwisterbeziehung und ihre Freundschaft mit Luca positiv hervorzuheben ist. Ich fand es sehr schön, dass Nina Blazon jeder wichtigen Beziehung genug Platz einräumte!
Was mögliche Kritik angeht, fand ich, dass sowohl der Anfang als auch das Ende des Romans etwas zu schnell verlief bzw. etwas zu schnell aufgelöst wurde. Speziell die Art und Weise, wie ein gewisses Problem am Ende angegangen wurde, kam mir äußerst unwahrscheinlich und etwas zu deus-ex-machina-mäßig vor.
Doch natürlich hat das meinem Vergnügen letztendlich keinen Abbruch getan, weshalb ich dieses Kinderbuch nicht nur Kindern, sondern auch älteren Leserinnen und Lesern vollauf empfehlen kann!
Die Apokalypse ist hereingebrochen, nachdem die Drachen vor fünf Jahren die Welt der Menschen zerstört haben. Nur während ihres Winterschlafs sind die Menschen vor ihnen sicher. Doch dieser endet in diesem Jahr früher als sonst, sodass Noah sich zusammen mit den anderen Überlebenden eigentlich sofort im Untergrund einschließen müsste. Doch als sein Vater verkündet, dass er plant, Noahs verschwundene Mutter zu finden, beschließt Noah, an der Oberfläche zu bleiben. Dort trifft er auf das Drachenmädchen Asha, das bei ihrer nächsten Begegnung in einer Falle feststeckt, woraus Noah sie befreit. Sein Vater wird Zeuge davon und verlangt wütend, dass Noah Asha bei ihrer nächsten Begegnung töten soll …
Dieses Buch erzählt eine spannende Freundschaftsgeschichte, die zwar ein paar Dinge hatte, die mich ein wenig störten, aber insgesamt trotzdem gut zu lesen war. Sowohl mein größtes Lob als auch meine größte Kritik bezieht sich dabei auf Noahs stärkste Beziehungen: Die zu seinem Vater und die zu Asha. So fand ich die Beziehung zu seinem Vater sehr faszinierend, weil sie komplett unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der Drachen haben, man aber trotzdem ihre Liebe zueinander spürt und sich wie Noah durchaus hin- und hergerissen fühlt (wenn auch bei weitem nicht immer). Doch während Noahs Sichtweise zu den Drachen sich auf natürliche Art und Weise verändert, kommt die Veränderung der Sichtweise seines Vaters sehr, sehr plötzlich, auch wenn betont wird, dass sie sich nicht komplett verändert hat. Hier hätte ich mir während der Geschichte mehr Zweifel auf Seiten des Vaters gewünscht – oder gar keine Veränderung, um die Konsistenz seiner Sichtweise zu betonen.
Was Noahs Beziehung zu Asha angeht, haben sie ein paar sehr herzerwärmende Szenen, doch insgesamt hätte ich mir noch mehr zwischen ihnen gewünscht. Für den Großteil der Handlung sind sie getrennt voneinander und obwohl die Szenen, die sie miteinander haben, wie gesagt sehr schön sind, erscheinen sie nicht genug, um eine enge Verbindung zwischen ihnen aufzubauen. Insgesamt habe ich ihre Freundschaft trotzdem gemocht, war aber faszinierender von Noahs Beziehung zu seinem Vater.
Das Pacing der Geschichte ist manchmal etwas langsam, aber durch die spannende Ausgangssituation, der andere folgen, bleibt man trotzdem dran und ist gespannt darauf, wie es wohl weitergeht. Für Kinder der Altersgruppe und auch leicht ältere ergibt sich so ein spannendes Lesevergnügen, aber Jugendliche und Erwachsene könnten sich an den kindgerechten Teilen der Geschichte (relativ schnell entwickelnde Freundschaft, recht plötzliches Happy End) eventuell stören.
Mir persönlich hat die Geschichte gut gefallen und ich mochte es, dass sie es schaffte, sich trotz oberflächlicher Ähnlichkeiten mit anderen Drachen-Geschichten von ihnen abzuheben. Wie gesagt, ein paar durchaus relevante Dinge haben mich ein wenig gestört, aber die Geschichte war trotzdem spaßig zu lesen – und das hat mir in diesem Fall gereicht :)
- Tintenwelt
- Die Farbe der Rache
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- Bilder
Fünf Jahre sind seit den Ereignissen von „Tintentod“ vergangen und die Protagonisten leben glücklich in der Stadt Ombra. Doch Orpheus, ihr Erzfeind, ist noch am Leben und sinnt auf Rache – speziell an Staubfinger, der einst seine Lieblingsfigur war und jetzt dafür büßen soll, ihn verraten zu haben. Mit der Macht der Bilder sperrt Orpheus alle Menschen, die Staubfinger wichtig sind, in ein Buch, bis nur noch Staubfinger und sein bester Freund Nyame, der Schwarze Prinz, übrig bleiben. Zusammen suchen die beiden nach einem Weg, ihre Freunde zurückzuholen, bevor es für sie alle zu spät ist …
Ich habe die Tintenwelt-Reihe damals mit Begeisterung in meiner Jugend gelesen und war sowohl skeptisch als auch erfreut, dass ein zusätzliches Abenteuer mit Staubfinger im Zentrum erschienen ist. Zu meiner Erleichterung gab es sowohl ein Charakterregister als auch ein „Was bisher geschah“, was es leicht machte, wieder in die Welt hineinzufinden. Und obwohl ich den Roman nicht so gut wie die Tintenwelt-Trilogie finde, hatte er dennoch eine gewisse Magie, die mich verzaubern konnte.
Das liegt zu einem großen Teil sicher daran, dass der nach wie vor schöne Schreibstil Cornelia Funkes die Welt lebendig macht, aber auch daran, dass Staubfinger und Nyame die Protagonisten sind. Natürlich lesen wir auch andere Sichtweisen (speziell Orpheus und seine Handlanger kommen nicht zu kurz), aber im Herzen der Geschichte sind es diese beiden Charaktere, die den Roman so besonders für mich gemacht haben.
Das soll jedoch nicht heißen, dass er ohne Schwächen ist. Speziell das Ende war für mich ein gehöriger Deus ex Machina und auch die Geschichte an sich leidet ein wenig an dem „Bonusstory-Problem“, wodurch sie sich nicht immer relevant im Bezug auf die Gesamthandlung anfühlt. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, ein letztes Mal in die Tintenwelt einzutauchen; es war wie gesagt nicht perfekt, aber trotzdem ein schönes letztes Abenteuer :)
- Morgen morgen
- und wieder morgen
- Gabrielle Zevin
- Eichborn
- Belletristik
- Videospiele
- Kunst
- Freundschaft
- Leben
- Probleme
- Liebe
Re-Read, weil mir die Geschichte so gefallen hat. Ich mag sie immer noch sehr, auch wenn ich nachvollziehen kann, dass sie nicht für jeden etwas ist. Das volle Review findet sich hier: https://lesetagebu.ch/eintrag/57544
- Dear Dolly
- Dolly Alderton
- Atlantik
- Ratgeber
- Kolumne
- Leben
- Liebe
- Freundschaft
- Beziehungen
- Familie
- Allgemeiner Rat
- Sachbuch
Dolly Alderton arbeitet bei der Sunday Times als Kolumnistin, in der sie Menschen Ratschläge erteilt und ihnen bei ihren Problemen hilft. Einige der denkwürdigsten Anfragen sind in diesem Buch zusammengetragen, zusammen natürlich mit Dollys Antworten.
Was mich hierbei positiv überrascht hat, war die Neutralität, die die Autorin hierbei bewahrt hat. Sie hat möglichst alle Sichtweisen bedacht und auch Wahrheiten ausgesprochen, die vielleicht nicht leicht, jedoch notwendig zu hören sind. Trotzdem war klar, dass sie den Personen, die ihr geschrieben haben, wirklich helfen wollte, auch wenn wir als Leser leider nicht erfahren, wie erfolgreich ihre Hilfe letztendlich war.
Dafür können wir uns die Antwort auf diese Frage leicht dadurch herleiten, indem wir Dollys Ratschläge analysieren: Denn obwohl ich mich mitnichten mit allen Anfragen identifizieren konnte, haben mir Dollys Antworten auf ihre eigene Weise geholfen. Eigentlich spricht sie oft nur das Offensichtliche aus (miteinander kommunizieren, sich nicht über die Meinung anderer definieren lassen, usw.), aber diese Worte in Zusammenhang mit der empathischen Sichtweise Dollys zu lesen, war so erfrischend und schön, dass nahezu jedes Kapitel eine Bereicherung war. Natürlich hilft es auch, dass Dollys Stil sehr locker zu lesen ist und sie stets eine Prise Humor hinzugibt.
Es gibt eigentlich nur eine Kritik, die ich für sie habe: Und zwar, dass sie an zwei, drei Stellen Personengruppen (in der Regel Männer) über einen Kamm schert. Zwar betont sie dabei auch, dass man keine allgemeingültigen Aussagen über sie oder andere Gruppen (Frauen, Singles usw.) treffen kann, aber ich habe in zwei, drei ihrer Antworten eben doch das Gefühl bekommen, dass sie genau das tut. Wobei ich jedoch auch betonen möchte, dass ihre verständnisvolle Art, die sie für buchstäblich jedes andere Thema hat, es schwer macht, ihr diese eine Schwäche übel zu nehmen.
Insgesamt also ein kurzweiliges, doch trotzdem bemerkenswertes Buch, weil es eine angenehme Lektüre bietet und gleichzeitig ein paar wichtige Ratschläge beinhaltet!
- Die unerhörte Reise
- der Familie Lawson
- T. J. Klune
- Heyne
- Belletristik
- Science Fiction
- Roboter
- Menschen
- Menschlichkeit
- Reise
- Freundschaft
- Liebe
- Abenteuer
Victor Lawson ist ein Mensch, der zusammen mit seinem Robotervater Giovanni, dem Pflegeroboter Schwester Grob und dem kleinen Staubsauger Rambo mitten im Wald lebt. Regelmäßig besucht er den Schrottplatz, um dort nach interessanten und notwendigen Ersatzteilen zu suchen. Eines Tages entdeckt er dort einen ausrangierten Androiden, den er wieder zum Leben erweckt und Tom tauft. Giovanni ist entsetzt über den Neuzugang, doch bevor er Victor den Grund dafür gestehen kann, wird er in die Stadt der elektrischen Träume entführt. Fest entschlossen, seinen Vater zu befreien, macht sich Victor zusammen mit Tom, Schwester Grob und Rambo auf eine wilde Reise auf …
Der neue Roman aus T. J. Klunes Feder beschäftigt sich, wie zu erwarten, sehr mit dem Thema Menschlichkeit, die durch seine Hauptcharaktere sehr gut gezeigt wird. Was mir hier sehr gefallen hat, war, dass die Roboter sich nicht einfach wie Menschen verhalten (weil das langweilig gewesen wäre), sondern man immer noch merkt, dass es sich um Roboter handelt – nur eben Roboter, die zusätzlich ein Herz haben. Diese schöne Kombination war meiner Meinung nach die perfekte Lösung, weil die Charaktere mir so auf natürliche Weise ans Herz gewachsen sind.
Die Handlung war dafür überraschenderweise nicht allzu besonders. Mitnichten schlecht, aber ich war überrascht, wie kurz die Reise der Lawsons und wie lang der Aufenthalt in den jeweiligen Orten war. Hier hat mich der deutsche Titel in die Irre geführt, sodass ich anderen Leserinnen und Lesern raten würde, sich nicht auf die Reise, sondern auf die Charaktere zu fokussieren.
Trotzdem wünschte ich, die Reise selbst wäre länger gewesen, weil ich das Gefühl hatte, dass die Charaktere im Vergleich zu den letzten beiden Klune-Büchern nicht genug Zeit hatten, ein starkes Band zu bilden. Die Charaktere selbst sind durchaus großartig – aber die langsame Entwicklung der Freundschaften, die ich in den anderen Büchern so genossen habe, hat mir hier ein wenig gefehlt.
Insgesamt ein Roman, der zwar Raum für mehr lässt, aber trotzdem schön zu lesen ist.
- Verlockende Freiheit
- Twisted Tales
- Rapunzel
- Disney
- Liz Braswell
- Carlsen
- Kinderbuch
- Abenteuer
- Geheimnisse
- Liebe
- Freundschaft
- Magie
Statt von der Blume des Sonnentropfens zu trinken, wird die Königin von der Blume des Mondtropfens gerettet. Das sorgt dafür, dass Rapunzel mit silbernen Haaren geboren wird – Haaren, die alles Lebende töten können. Zu ihrem Schutz wird Rapunzel von Mutter Gothel in einen Turm gesperrt, wo sie fast die ersten zwanzig Jahre ihres Lebens verbringt. Doch Rapunzel sehnt sich danach, die schwebenden Lichter zu sehen, und flieht schließlich aus dem Turm – nicht wissend, dass die Wahrheit hinter ihrer tödlichen Magie anders ist, als sie bisher glaubte …
Besonders interessant ist das Framing der Geschichte, weil hier ein Bruder seiner krebskranken Schwester diese Neuerzählung von Rapunzel präsentiert. Das hat mich zunächst ganz schön überrascht, aber letztendlich fand ich diese Rahmenerzählung so interessant, dass ich gerne noch mehr von ihr gelesen hätte als die kleinen Snippets, die wir ab und zu bekommen. Vor allem leider auch deshalb, weil mich die Neuerzählung nicht ganz so begeistern konnte, wie ich hoffte.
Zugegeben hätte ich nicht erwarten sollen, dass der Roman die wichtigsten Momente des Films beibehält, aber dennoch fand ich es schade, dass die Handlung irgendwann so stark vom Film abwich, dass man sie fast nicht mehr wiedererkannt hat. Zwar hatte sie durchaus gute Szenen und Twists, aber letztendlich konnten es die neuen Szenen nicht mit der Qualität des Originals aufnehmen. Die neuen Charaktere haben sich zudem sehr … willkürlich angefühlt. Ich mochte Gina (eine Abenteurerin, die Rapunzel auf ihrer Reise hilft) zum Beispiel sehr, aber ich verstand ihren Zweck in der Geschichte nicht wirklich; vor allem, weil es aus der Sicht des Bruders, der diese Geschichte erzählt, keinen Sinn ergibt, warum er sie einführen sollte.
Insgesamt ist es also wichtig, mit den richtigen Erwartungen an die Geschichte ranzugehen – denn die Tatsache, dass ich damit gerechnet habe, im Grunde eine leicht veränderte Adaption zu lesen, hat mich davon abgehalten, die Geschichte voll und ganz zu genießen. Doch diejenigen, die gleich am Anfang wissen, dass die Geschichte sich ganz anders als der Film entwickeln wird, werden wahrscheinlich mehr Gefallen an ihr finden.
- Und morgen
- ein neuer Tag
- Claire Alexander
- Goldmann
- Belletristik
- Depression
- Hikikomori
- Trauma
- Freundschaft
- Heilung
1.214 Tage - so lange hat Meredith zu Beginn der Handlung das Haus nicht verlassen. Über den Grund spricht sie mit niemandem. Stattdessen arbeitet sie als Texterin von zu Hause aus, puzzlet in ihrer Freizeit und bekommt ab und an Besuch von ihrer besten Freundin. Doch dann treten Tom und Celeste in ihr Leben, die Meredith dazu motivieren, sich anderen zu öffnen. Nur ist der Weg zur Heilung nicht ganz so gerade, wie Meredith es sich erhofft ...
Dieser Roman wird als "warmherzig und hoffnungsvoll" beschrieben, doch um ehrlich zu sein, fand ich ihn hauptsächlich traurig, stellenweise sogar deprimierend. Die kleinen Hoffnungsschimmer, die es gibt, werden sehr schnell vom Verlauf der Handlung und Merediths allgemeiner Situation zerdrückt. Nichts läuft so, wie Meredith es plant, und die Erlebnisse, die sie und andere Charaktere durchmachen mussten, haben mich ganz schön runtergezogen.
Der Roman selbst ist sehr ruhig erzählt, es passiert eigentlich nicht allzu viel, was zur melancholischen Stimmung des Romans beitrug. Es ist natürlich möglich, dass es nur mir so geht, aber als "warmherzig und hoffnungsvoll" habe ich den Roman höchstens an ein paar Stellen empfunden, während ich die Hauptstimmung eher als "schwermütig und tiefsinnig" beschreiben würde. Er war, um klar zu sein, kein schlechter Roman, aber er erfüllte nicht die Erwartungen, die ich an ihn stellte.
Deshalb würde ich den Roman explizit nicht denjenigen empfehlen, die einen Feel-Good-Roman suchen, sondern eher denjenigen, die bereit sind, zusammen mit Meredith den komplizierten, teils frustrierenden Weg der Heilung zu gehen, der im Grunde nie ganz abgeschlossen ist.
- Kinder v. Beauvallon
- Bettina Storks
- Diana
- Belletristik
- Historie
- Nazizeit
- Judenverfolgung
- Kinder
- Freundschaft
Agnes und Lily sind Kinderfreundinnen, werden jedoch getrennt, als Lily und ihre Eltern als Juden in ein Internierungslager gebracht werden. Kurz vor ihrer Trennung reißen sie ein Foto, auf dem sie beide drauf sind, in zwei Hälften, mit dem Versprechen, es wieder zusammenzufügen, sobald sie sich wiedersehen. Fünfundzwanzig Jahre später ist Agnes Radiomoderatorin und überzeugt davon, dass Lily damals getötet wurde. Doch als sie bei Untersuchungen auf die französische Gemeinde Dieulefit und das Internat von Beauvallon stößt, das damals 1500 Flüchtlinge beherbergte, brennt in ihr die Hoffnung auf, ihre Freundin könne überlebt haben … doch warum hat sie sich dann nie bei ihr gemeldet?
Eigentlich ist dieser Roman überhaupt nicht mein Genre – obwohl ich Geschichte mag, lese ich nur wenige historische Romane –, aber der flüssige Schreibstil hat mich sofort gefangen genommen und die Art und Weise, wie diese auf wahren Ereignisse basierte Geschichte erzählt ist, war so fesselnd und emotional, dass ich gar nicht anders konnte, als mich von ihr einfangen zu lassen.
Hauptcharaktere sind natürlich Agnes, die ihre Untersuchungen führt, Lily, deren Zeit im Lager und im Internat beschrieben wird, und Jolie, die sich für die Rettung der Kinder einsetzt. Die Zusammenhänge zwischen den drei Charakteren und den zwei Zeitlinien waren sehr gelungen; sie haben sich gut ergänzt und sowohl die vergangenen als auch die gegenwärtigen Ereignisse verständlich gemacht.
Schön ist auch, dass die Geschichte sich zwar mit schweren Themen beschäftigt, aber auf eine Art und Weise, die sowohl gut zu lesen als auch respektvoll ist. Das liegt zum Teil sicher daran, dass der Roman auf wahren Ereignissen basiert; die Autorin hat hier einen guten Weg gefunden, ihre fiktiven Charakteren in die reale Geschichte zu packen.
Wer ein Fan historischer und/oder auf Frauen konzentrierter Geschichten ist, wird diese hier sicher sehr mögen!
- Morgen morgen
- und wieder morgen
- Gabrielle Zevin
- Eichborn
- Belletristik
- Roman
- Videospiele
- Design
- Freundschaft
- Leben
- Probleme
- Liebe
- Highlight
Schon als Kinder haben Sam and Sadie Computerspiele miteinander gespielt, bis ihre Freundschaft durch eine harte Wahrheit beendet wurde. Als junge Erwachsene begegnen sie sich Ende der 90er Jahre erneut und beschließen, ihre Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Zusammen entwickeln sie ein Videospiel, das ein voller Erfolg wird und zur Gründung eines Videospielunternehmens führt. Doch mit jedem neuen Spiel wird ihre Freundschaft mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen, bis sie fast vergessen haben, was sie ursprünglich miteinander verband ...
Diese emotionale Geschichte ist natürlich ein Roman über Videospiele – aber auch über Freundschaft, Liebe, Neid und letztendlich auch über die unerwarteten Überraschungen des Lebens. Sam und Sadie müssen sich nicht nur überlegen, wie sie ihre Spiele gestalten, sondern haben jeweils auch mit persönlichen Problemen zu kämpfen, für die es nicht immer eine einfache Lösung gibt. Ich fand es wirklich schön, dass wir sehr viel über ihr Leben erfuhren, aber auch über die Welten, die sie sich ausgedacht haben.
Sowohl Sam und Sadie als auch die Nebencharaktere fühlen sich sehr menschlich an, mit Fehlern und Macken und Insiderwitzen, sodass man sich leicht in sie hineinversetzen konnte. Mein Liebling war Sams bester Freund Marx, der ihn sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich unterstützt. Selbst Charaktere, die nur für wenige Szenen auftauchen (z.B. Sams Mutter oder Sadies Schwester), haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen, was eine beeindruckende Schreibleistung ist!
Da der Roman viele Themen behandelt, würde ich ihn nicht nur der Schnittmenge aus Gamer- und Leser*innen empfehlen, sondern allen, die eine emotionale Geschichte lesen wollen, weil sie einfach phänomenal erzählt ist!
- Spring Storm
- Blühender Verrat
- Marie Graßhoff
- Fantasy
- Jugendbuch
- Superkräfte
- Schule
- Freundschaft
- Spannung
- Highlight
Cora hat in (lebens-)gefährlichen Situationen immer erstaunlich viel Glück. Sie kann durch ganze Krisengebiete laufen, ohne, dass ihr etwas passiert. Offiziell hat man bei ihr allerdings nie eine Cosmic Power feststellen können - bis sie an der Schule für Cosmics aufgenommen wird und sich einem ganz neuen Alltag stellen muss. Vor allem ihre Mentorin King ist ihr ein Rätsel. Sie scheint Cora zu verachten, beschützt sie jedoch gleichzeitig vor Gefahren. Und bald muss Cora die Grenzen ihres Glücks auf ganz neue Weise austesten ...
Bei der Kurzbeschreibung kamen mir zugegeben zunächst Zweifel, weil sie sich so nichtssagend anhörte, doch das eigentliche Buch konnte meine Erwartungen zum Glück haushoch übertreffen. Tolle Charaktere, eine spannende Handlung, kreative Superkräfte - es war einfach eine wunderbare Mischung aus allem, was ich an einem guten (Fantasy-)Buch zu schätzen weiß. Vor allem die Protagonistin Cora hat mein Herz im Sturm erobert, weil sie einfach ein fantastischer, dreidimensionaler Charakter war, in den man sich sehr gut hineinversetzen konnte. Aber auch die Nebencharaktere (speziell King, Fedir und Himari) konnten ihre Qualitäten zeigen und ich hoffe, im zweiten und letzten Band, der im Frühjahr 2023 erscheint, noch mehr von ihnen zu lesen.
Der Umgang mit Superkräften war sehr erfrischend, sodass sogar bekannte Superkräfte unter Marie Graßhoffs Feder in einem neuen Licht schimmerten. Auch hier muss ich die Glücks-Fähigkeit der Protagonistin positiv hervorheben, weil mir ihre Umsetzung so gut gefallen hat.
Das einzige, was man eventuell kritisieren könnte, ist, dass die in der Kurzbeschreibung angedeutete Romanze eine starke Nebenrolle hat; diejenigen, die das Buch allein deswegen lesen, werden deshalb eher enttäuscht werden, doch diejenigen, die allgemein eine hervorragende Geschichte lesen möchten, werden umso begeisterter sein!
Auf der Suche nach seinem Vater landet Bo im Land der Ferne, wo er nicht nur erfährt, dass sein Vater der amtierende König ist, sondern auch, dass sein eigener Name Mio lautet. Zudem wird das Land der Ferne von Ritter Kato bedroht, der im Land Außerhalb lebt und nur von Mio und seinem besten Freund Jum-Jum aufgehalten werden kann. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise …
„Mio, mein Mio“ ist ein schöner Abenteuerroman für Kinder, der zwar sehr kurzweilig, dafür aber auch sehr schön zu lesen ist. Es passiert hierbei noch nicht einmal so viel, aber die Atmosphäre, die Freundschaft zwischen Mio und Jum-Jum und Mios Bindung zu seinem Vater haben mir sehr gefallen. (Wobei ich es lediglich ein wenig irritierend fand, dass immer, wenn vom Vater gesprochen wurde, der Zusatz „der König“ hinzugefügt würde.)
Auf jeden Fall bin ich froh, einen weiteren Kinderklassiker abgeschlossen zu haben!
Maja, Fini und Konrad haben im ersten Band einen passenden Baum für Tomti gefunden, doch ein neues Abenteuer wartet auf sie: Sie finden einen kleinen Fuchs, der von seiner Mutter getrennt wurde und von einem Mädchen namens Liska betreut wird. Die Freunde beschließen, die Mutter des Fuchses zu finden, und lernen dabei noch einige andere Tiere kennen ...
Während der erste Band sich mit unterschiedlichen Bäumen beschäftigte, thematisiert der zweite Band unterschiedliche Tiere. So lernen Maja und Fini so einiges über die Tiere, die in ihrer Stadt leben, was auch für mich sehr lehrreich war. Allerdings ist eine Fehlinformation vorhanden: Der Mythos, dass man Baby-Tiere nicht berühren darf, weil sie Menschengeruch annehmen und von ihren Eltern verlassen werden könnten. Zwar ist es durchaus richtig, dass man gefundene Tiere lieber in Ruhe lassen sollte, aber es erstaunte mich dennoch, dass als Erklärung dieser Mythos angegeben wurde.
Das ändert zum Glück nichts daran, dass die Geschichte gut erzählt und die Tierinformationen gut eingebaut wurden; es ist kein Kinderbuch, das bewusst belehren will, sondern lieber subtil an die Sache herangeht, was ich sehr lobenswert fand.
Die Zeichnungen von Karin Lindermann sind ebenfalls positiv zu erwähnen, weil sie die Charaktere gut darstellt. Ihr Zeichenstil ist recht schlicht, aber charmant, wobei mir vor allem ihre gezeichneten Tiere und Pflanzen gut gefielen.
Insgesamt ein kurzweiliges, schönes Leseerlebnis für Kinder ab acht Jahren.
- Mistle End
- Der Untergang droht
- Benedict Mirow
- Thienemann
- Kinderbuch
- Fantasy
- Abenteuer
- Magie
- Hexen
- Druiden
- Freundschaft
- Chroniken
Im dritten und bisher letzten Band der Mistle-End-Chroniken sieht es nicht gut für Cedrik, Emily und Elliot aus: Sie müssen Mistle Ends Untergang unbedingt abwenden, doch brauchen sie dafür sowohl die Hilfe der Nymphen als auch der anderen Druiden, wobei immer die Gefahr herrscht, dass Crutch vor ihnen ankommt. Zudem müssen alle drei ordentlich an ihren Kräften arbeiten, weil Crutch und seine Armee um einiges mächtiger ist als sie ...
Der dritte Band gab uns einige tolle neue Charaktere und einen leicht zu lesenden Plot, sowie ein wenig Tiefe bei bekannten Charakteren, weil diese nicht ganz so vollkommen gut sind, wie Cedrik es erwartet hatte. Dafür gab es ab und an einige Längen, die mich zwar nicht allzu sehr störten, weil ich es mochte, Zeit mit den Charakteren zu verbringen, die mir jedoch auffielen.
Der einzige Charakter, den ich nicht mehr lieb gewinnen konnte, war mein ursprünglicher Lieblingscharakter Crutch, den ich in den ersten beiden Bänden vor allem deshalb mochte, weil er nicht einfach böse, sondern ein vielschichtiger Charakter war, dessen Motivation ich durchaus nachvollziehen konnte. Hier im dritten Band war er mir allerdings zu einseitig böse, was ich persönlich sehr schade fand.
Auch gibt es noch einige offene Fragen, weil Cedrik im letzten Band einen Pakt eingegangen ist, dessen Preis er bisher noch nicht bezahlen musste. Ich hoffe deshalb, in einem eventuellen vierten Band sowohl mehr vom ursprünglich vielschichtigen Crutch als auch die Auflösung einiger Plotelemente zu sehen.
Insgesamt fand ich den dritten Band ein wenig schwächer als seine Vorgänger, doch immer noch lesenswert, weil sowohl alte als auch neue Charaktere auf verschiedene Weise glänzen durften. Einen vierten Band würde ich mir definitiv holen!
Nach der Offenbarung im letzten Band hat sich für Joy alles geändert. Plötzlich muss sie ihre Gefühle für Rhyme geheim halten und ihr Training bei den Montagues – und mit Cut – fortsetzen. Während sie über Rhyme hinwegzukommen versucht, verbringt sie immer mehr Zeit mit Cut, bald hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen. Mehr denn je möchte Joy herausfinden, ob es einen Weg gibt, den Fluch zu brechen – und was die beiden Grafen vor ihr und dem Rest der Schülerschaft geheim halten …
Während im ersten Band Rhyme besonders viel Fokus bekam, ist es hier im zweiten Band Cut, dessen Persönlichkeit wir näher kennenlernen. Da ich Cut bereits im ersten Band sehr mochte, hat es mich sehr gefreut, hier mehr von ihm zu sehen, auch wenn es natürlich schade war, dass dafür die Szenen zwischen Joy und Rhyme kürzer getreten sind. Zum Glück waren die Szenen zwischen ihnen immer noch süß und herzerwärmend!
In diesem Zusammenhang muss ich zugeben, dass mir die Romanze zwischen Joy und Cut sehr unnötig vorkam. Sie kam mir teils sogar grausam vor, weil sie sehr bald nach Joys Häuserwechsel stattfand und keiner von beiden an Rhymes Gefühle zu denken schien. Da beide, was Beziehungen angeht, recht offen sind, hätte ich es hier begrüßt, tatsächlich eine beidseitige Romanze ohne tiefere Gefühle zu sehen. Oder mehr Szenen zwischen Rhyme und Cut, die im ersten Band ihre ganz eigene Dynamik hatten und die das Liebesdreieck im ersten Band so erfrischend machte. Im zweiten Band haben sie leider kaum Szenen miteinander, was ich sehr schade fand.
Was ich dafür sehr mochte, waren die Nebencharaktere: Speziell Ink, Drapes und Stage waren genial, weil sie entweder sehr unterhaltsam waren (Ink und Stage) oder eine sehr einnehmende Charakterentwicklung hatten (Drapes). Die Aktionen, die die Charaktere zusammen mit Joy unternahmen, führten zwar leider nur zu wenig, aber die Charaktere selbst haben das mehr als wett gemacht.
Zusammen genommen mit dem lockeren, teils humorvollen Schreibstil haben wir hier also einen zweiten Band, den ich zwar nicht ganz so gut wie den ersten fand, der mir aber immer noch eine unterhaltsame Lektüre bescherte!