– Der Duft Von Büchern und Kaffee
 218 Seiten

Amy arbeitet in einem Buchladen und ist auch glücklich dort, doch dann plant ihre Chefin Beatrice, den Buchladen weiterzuvererben - entweder an ihren Enkel Ryan oder an Amy selbst. Wer am besten dafür geeignet ist, soll in einem Wettbewerb entschieden werden: Beide sollen sich eine Vision für den Buchladen ausdenken und den jeweils anderen von seiner Vorstellung überzeugen. Wem es gelingt, übernimmt den Laden. Das Problem: Ryan möchte möchte aus dem Buchladen eine Bar machen - und scheint damit auch noch Erfolg zu haben ...

Der Buchladen-Konflikt gehörte neben dem Zwist zwischen Ryan und Beatrice zu den interessantesten Teilen des Buches; es hat mir Spaß gemacht zu lesen, wie Ryan die Buchhandlung nach und nach verbessert und gerne hätte ich ein ganzes Buch zu seiner Beziehung mit seiner Großmutter Beatrice gelesen.

Dafür gefiel mir die Beziehung zwischen Amy und Ryan nicht besonders; sie schien auf rein körperlicher Anziehungskraft zu basieren, weil Amy und Ryan die meiste Zeit damit verbringen, zu streiten und sich allgemein uneins zu sein. Hier hätte ich eine Freundschaft tatsächlich bevorzugt, weil ich nicht die richtige Chemie zwischen ihnen spürte, obwohl beide an sich sehr gute Charaktere mit Stärken und Schwächen waren.

Insofern hätte ich mir gewünscht, dass die beiden Hauptcharaktere mehr angenehme Zeit miteinander verbracht hätten, bevor eine Liebesbeziehung zwischen ihnen startet, weil das letzten Endes mein einziger großer Kritikpunkt war; den Rest der Geschichte fand ich dafür angenehm zu lesen.

– Die Wahrheit über das Lügen
 256 Seiten

"Die Wahrheit über das Lügen" versammelt zehn Kurzgeschichten, die Benedict Wells im Lauf der Jahre geschrieben hat. Es war ein kurzweiliges Leseerlebnis, das mir dennoch Spaß gemacht hat.

Die Hauptgeschichte "Das Franchise", in der jemand in die Vergangenheit reist und George Lucas die Idee zu "Star Wars" klaut, ist dabei definitiv das Highlight. Sie war sehr gut recherchiert und verstand es, die Konsequenzen für den Eingriff in die Zeitlinie realistisch zu halten, anstatt uns eine übertrieben schlechte oder gute Zukunft zu präsentieren, wie es oft bei Zeitreisegeschichten vorkommt. Dürfte ich nur eine der zehn Kurzgeschichten lesen, würde ich definitiv diese wählen.

Die anderen neun waren im Gegensatz dazu durchwachsen - "Die Wanderung", "Die Muse", "Ping Pong", "Die Fliege" und "Hunderttausend" haben mir gut bis sehr gut gefallen, während ich mit "Das Grundschulheim", "Richard", "Die Nacht der Bücher" und "Die Entstehung der Angst" nicht so viel anfangen konnte. Ein/e andere/r Leser/in mag jedoch eine ganz andere Liste von persönlichen Lieblingen finden.

Allein für die Lektüre der Star-Wars-Geschichte lohnt sich das Lesen jedoch, finde ich. Ich bin noch nicht einmal Star-Wars-Fan und habe nur eine grobe Ahnung, was die Handlung und die Charaktere betrifft, aber Benedict Wells hat "Das Franchise" so gut geschrieben, dass das keinen Unterschied für mich machte. (Obwohl es sicher noch mehr Spaß macht, die Geschichte als eingefleischter Fan zu lesen.)

Eine weitere Kurzgeschichtensammlung würde ich durchaus begrüßen, am besten mit Geschichten, die so gut ausgebaut sind wie "Das Franchise"!

– Fast genial
 336 Seiten

Francis hat mit seiner kranken Mutter viel zu kämpfen, doch von seinem Vater weiß er nichts. Als er jedoch erfährt, dass sein Vater ein Genie sein soll, ist er fest entschlossen, ihn während eines Roadtrips zu finden - und hoffentlich das Leben zu bekommen, dass er sich so lange gewünscht hat.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zugegeben schwer. Das lag hauptsächlich an der Darstellung von Anne-May, einer Krankenhaus-Patientin, in die Francis sich schnell verliebt. Sie behauptet ihm gegenüber, sie wäre von ihrem Vater vergewaltigt worden, was speziell die Sexszenen mit Francis in einem schlechten Licht darstellte, weil es so aussah, als wäre Benedict Wells unsensibel mit dem Thema Vergewaltigung umgegangen. Erst, als herauskommt, dass es sich um eine Lüge handelt, konnte ich mich in die Handlung vertiefen, wünschte allerdings trotzdem, ich hätte nicht so viel Zeit damit verbracht, empört von Wells' Darstellung zu sein.

Der Roadtrip selbst ist nämlich wunderbar beschrieben und die einzelnen Stationen hatten alle einen wichtigen Moment, der der Reise etwas Besonderes gab. Speziell der Halt in Las Vegas gefiel mir, weil es Benedict Wells hervorragend gelang, die aufsteigende Spielsucht und Aufregung zu beschreiben, sodass ich mich sehr gut in Francis' Gedankenwelt hineinversetzen konnte. Dasselbe gilt für das Ende, das imho der beste Teil des Buches ist, aus Gründen, die ich hier nicht spoilern will.

Beeindruckt war ich ebenfalls davon, wie akkurat Wells die Depression von Francis' Mutter beschrieben hat. Sie kommt gar nicht mal so oft vor, aber die Szenen mit ihr haben einen starken Eindruck hinterlassen.

Übrigens habe ich es geliebt, wie Wells meine Erwartungen untergraben hat. Direkt nachdem Francis den Brief über seine wahre Herkunft findet, entwickelte ich eine starke Theorie, was seinen Vater betrifft und war positiv überrascht über die Auflösung!

Letztendlich ist Anne-Mays Lüge der einzige Wermutstropfen der Geschichte, weil meine Annahme, sie sage die Wahrheit, mir fast die Geschichte verdorben hat, so entsetzt war ich von ihrer Darstellung als angeblich Vergewaltigte, die ohne Probleme Sex hat. Auch, wenn sich das letztendlich als unwahr erwies, bleibt ein bitterer Nachgemack in meinem Mund zurück - vermutlich, weil Francis selbst ihr Verhalten nie in Frage stellte.

Zusammengefasst: Ein sehr guter Roman mit einer einzigen Schwäche und einem fabelhaften Schluss, der mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird!

– Becks letzter Sommer
 453 Seiten

Robert Beck ist Lehrer, in seinem Herzen jedoch Musiker. Als er in einer seiner Klassen ein unglaubliches Musiktalent, den Jungen Rauli Kantas, entdeckt, blüht ein neuer Traum auf: Rauli als Manager helfen, ganz oben anzukommen. Während er sich auch um Lara, seine zehn Jahre jüngere Affäre, und Charlie, seinen depressiven besten Freund, kümmert, wird Beck langsam klar, dass er auch sein eigenes Leben in den Griff bekommen muss ...

"Becks letzter Sommer" ist ein wunderbarer Roman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat, was vor allem an den Charakteren (speziell Beck und Rauli) als auch an den verschiedenen Handlungssträngen liegt, die Benedict Wells sehr gut in die Handlung eingebaut hat. Speziell die Geheimnisse der Charaktere laden sehr zum Weiterlesen ein, z.B., was es mit den gelben Zetteln auf sich hat, die Rauli dauernd schreibt und warum Charlie plötzlich seine Mutter in Istanbul besuchen will. Einzig zu Lara hätte ich gerne noch mehr gelesen, aber dafür hat sie immer, wenn sie aufgetreten ist, einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Am Anfang eines Kapitels (die hier "Songs" genannt werden) folgt eine kurze Zusammenfassung der Dinge, die den Leser erwarten, was bereits Vorfreude und Neugier in mir geweckt hat. Sehr gut gefiel mir auch, dass Becks Geschichte eine Erzählung in einer Erzählung war - ab und ab springen wir zum Autor seiner Geschichte über und wie dieser Interviews mit Beck führt, um herauszufinden, wie es nach einem bestimmten Punkt weitergegangen ist.

Das einzige, das mir nicht gefallen hat, kann man letztendlich verschmerzen: Der Hund stirbt. D: Das fand ich ganz schön unnötig, aber davon abgesehen? Ein absolut hervorragender Roman, der einem nicht nur gute Unterhaltung bietet, sondern auch die wichtigen Fragen des Lebens stellt!

– Spinner
 336 Seiten

„Spinner“ ist der erste Roman, den Benedict Wells geschrieben hat – und um ehrlich zu sein, merkt man das auch. Das Buch ist mitnichten schlecht, aber definitiv schräg, was vor allem dadurch zustande kommt, dass der Hauptcharakter Jesper Lier seine eigene Geschichte gerne ausschmückt, teils an Halluzinationen leidet und die Struktur des Romans, die ihn in sieben Wochentage einteilt, es erlaubt, so einige seltsame Dinge geschehen zu lassen.

So geht es nicht nur im Jespers schwieriges Leben, sondern auch um seine Freunde Gustav und Frank, seine Schwärmerei für die Studentin Miriam, seinen Roman „Der Leidensgenosse“ und noch einige Dinge mehr. Was mir hier sehr gefallen hat, ist, dass insgesamt jeder Handlungsstrang ein Ende fand, was für mich nach dem leicht episodenhaften Beginn nicht selbstverständlich war. Auch den Humor, den Benedict Wells einbaut, mochte ich. Trotzdem war der Roman mir stellenweise zu schräg, weil mich die Zufälle, die Jesper passieren, teils aus der Geschichte holten, weil sie nicht wie natürliche Zufälle wirkten, sondern welche, die der Autor eingebaut hat. (Natürlich entscheidet letztendlich alles der Autor, aber normalerweise wird das nicht so deutlich wie hier.)

Gegen Ende lassen diese Zufälle glücklicherweise nach und es wird auf ernstere Themen eingegangen, vor allem im Bezug auf Jespers Zustand, den dieser den gesamten Roman lang ignoriert hat, bis er es nicht mehr konnte. Hier gibt es auch einige notwendige Erklärungen – zum einen Wahrheiten, die Jesper vor sich verbarg bzw. die vor ihm verborgen wurden sowie die Tatsache, dass einige seiner Geschehnisse zumindest teilweise halluziniert waren. Es ist relativ deutlich, um welche Geschehnisse es sich hierbei handelt, aber verwirrend war es trotzdem ein wenig.

Insgesamt ein Erstlingswerk, dem es gut gelingt, seine Handlungen zu Ende zu führen, jedoch nicht ganz so gut, sie wie eine natürliche Konsequenz von Jespers Handlungen darzustellen. Umso mehr freue ich mich schon darauf, zu sehen, wie Benedict Wells sich im Lauf der Zeit verbessert hat!

– Das Leben der Heiligen
 144 Seiten

"Das Leben der Heiligen" ist nach "Die Sprache der Dornen" bereits der zweite Sonderband, der die Welt des Grishaverse expandiert. Das fragliche Buch wurde von Alina Starkov sowohl in ihrer Trilogie als auch in der Netflix-Verfilmung "Shadow and Bone - Legenden der Grisha" gelesen. Nun bekommen auch wir seinen Inhalt zu Gesicht.

Beim Blick auf den Preis musste ich erst mal schlucken - das Buch hat unter 150 Seiten, kostet aber mehr als ein fast 600 Seiten langer Band der Krähen-Duologie. Glücklicherweise erklärt sich diese Diskrepanz schnell, sobald man das Buch aufschlägt, den neben den kurz beschriebenen Leben der Heiligen gibt es jeweils ein wunderschönes, farbiges Bild dazu, das den Heiligen bzw. die Heilige in einem wichtigen Moment seines/ihres Lebens darstellt. Jedes einzelne dieser 28 Illustrationen war ein kleines Kunstwerk für sich und nach dem Lesen habe ich sie mir alle noch mal angeschaut. Sie entschuldigen den teuren Preis vielleicht nicht vollkommen, machen ihn aber verständlicher.

Und dann sind da natürlich die Erzählungen über die Heiligen selbst. In der Regel schildert Leigh Bardugo, wie jemand zu einer Heiligen bzw. einem Heiligen wurde, erzählt aber auch ab und an die Geschichte der Person(en), die sich in ihrer Not an sie oder ihn wandten. Natürlich sind auch bekannte Namen wie Alina oder Yuri dabei, die ihren Auftritt in der "Shadow and Bone"-Trilogie hatten.

Müsste ich meine Lieblingsheiligen auswählen, fiele meine Wahl - nach einigem Überlegen - auf Sankta Anastasia (die ihr Blut zur Heilung spendete), Sankt Nikolai (der einzige Überlebende eines Schiffes), Sankt Emerens (der Ratten vom Getreide fernhielt), Sankt Valentin (der half, den Mord an einer Braut aufzudecken), Sankt Petyr (der sich opferte, um einen Dämon zu besiegen), Sankt Lukin (der selbst nach seinem Tod unermüdlich Ratschläge gab) und Sankt Dimitri (der bis zu seinem Tod treu an die Heiligen betete).

Das soll natürlich nicht heißen, dass die anderen Heiligen schlechter waren, mich haben schlicht die jeweiligen Erzählungen meiner Lieblingsheiligen am meisten beeindruckt. Das Schöne hierbei ist, dass wohl jeder seine eigene Liste von Lieblingsheiligen hat, weil sie alle ein abenteuerliches Leben und vor allem einen abenteuerlichen Tod hatten. Würde man mich nächste Woche fragen, sähe meine Liste vermutlich leicht anders aus, so schwer fiel es mir, mich für nur sieben Heilige zu entscheiden.

Insgesamt würde ich das Buch trotzdem nur Hardcore-Fans des Grishaverse empfehlen, die gerne noch mehr Infos dazu bekommen wollen. Ohne das Wissen, das in den Hauptbüchern gesammelt wurde, stelle ich mir die Lektüre recht schwer vor; ist man aber wie ich ein großer Fan von der Welt, die Leigh Bardugo geschaffen hat, darf man sich auf eine kurzweilige Lektüre freuen, die das Lesen der Hauptbücher sicher bereichern wird!

– Ein Schwur so mutig und schwer
 512 Seiten

Im dritten und finalen Band der Emberfall-Trilogie stehen Rhen, Harper, Grey und Lia Mara vor dem Scheideweg. Rhen hat sechzig Tage, um seine Herrschaft Grey zu übergeben, während er ohne das Wissen der anderen von Lilith gequält wird. Harper zweifelt an ihrem Entschluss, bei ihm zu bleiben, weil sie nicht gegen ihre eigene Familie und Freunde kämpfen möchte. Grey wird aufgrund seiner Magie nicht von der Armee Syhl Shallows akzeptiert, obwohl sie der einzige Weg sein könnte, Emberfall einzunehmen. Und Lia Mara hat Schwierigkeiten, sich bei ihrem Volk durchzusetzen, weil sie als schwach angesehen wird und aus jeder Ecke ein Attentat befürchten muss.

Der dritte Band bestätigt, was ich bereits seit dem ersten gehofft habe: Dass diese Trilogie für mich zu den besten Jugendbüchern gehört, die ich je gelesen habe. Nicht viele Jugendromane haben es geschafft, mich so zu beeindrucken, aber Brigid Kemmerer ist es gelungen, eine Geschichte zu erschaffen, deren Charaktere, Handlung, Schreibstil und Welt mich rundherum gefesselt haben. Ich war sehr zufrieden damit, wie sie die Geschichte um Rhen, Harper, Grey und Lia Mara zu einem gelungenen Ende führt. Ein paar offene Fragen gibt es dabei durchaus, aber von der positiven Sorte - man fragt sich, wie die Charaktere nun, da ihre Haupthandlung um ist, wohl ihr Leben weiterleben werden, während man gleichzeitig froh ist, dass das der eigenen Fantasie überlassen bleibt.

Insgesamt habe ich nur einen Kritikpunkt: Die recht eindimensionale Antagonistin Lilith, die hervorragend darin ist, die Charaktere leiden zu lassen, sonst aber keine Tiefe zeigt. Im Anbetracht der Tatsache, dass Brigid Kemmerer alle anderen Charaktere so menschlich beschrieben hat, überraschte es mich, dass Lilith die einzige war, die keine Grauschattierungen zeigte, sondern einfach böse war. Hier hätte ich es begrüßt, wäre sie dreidimensionaler charakterisiert worden.

Doch sonst? Eine absolut hervorragende Fantasytrilogie mit realistischen Romanzen, liebevollen Charakteren und einer packenden Handlung, die ich jedem ans Herz legen möchte!

– Ashes and Souls (Band 1) - Schwingen aus Rauch und Gold
 384 Seiten

Mila besitzt die Fähigkeit, zu sehen, welche Menschen bald sterben werden. Für sie erscheinen solche Menschen grau, als wären sie einem Schwarzweißfilm entstiegen. Verzweifelt darum bemüht, diesen Fluch loszuwerden, kehrt sie in die Stadt ihrer Kindheit, Prag, zurück - und trifft bald auf Tariel und Asher, zwei verfeindeten Ewigen, die beide so ihre eigenen Gründe haben, in Milas Nähe zu bleiben ...

Der erste Band der Duologie war, um ehrlich zu sein, recht durchschnittlich. Weder Tariel noch Asher vermochten es, mein Herz zu gewinnen, weil ihr Verhalten, wie es für Love Interests im Young-Adult-Genre leider üblich ist, äußerst fragwürdig war. Sowohl Mila als auch die Nebencharaktere (speziell Micael und Reia) waren mir da sympathischer, vor allem Mila, die sich insgesamt gut durchzusetzen weiß. Dafür erregte die Feindschaft zwischen Tariel und Asher durchaus mein Interesse - sehr schade, dass sie zumindest hier im ersten Band nicht allzu vertieft wurde.

Äußerst unglaubwürdig fand ich das Verhalten der Ewigen, zu denen auch Tariel und Asher gehören. Hätte Ava Reed nicht direkt gesagt, dass es sich um unsterbliche Wesenheiten handelt, die seit Urbeginn der Zeit existieren, wäre ich niemals von alleine darauf bekommen, weil sich ausnahmslos alle Ewigen wie Teenager/junge Erwachsene verhalten - sie sind impulsiv, benutzen moderne Ausdrücke und rein gar nichts in ihrem Verhalten weist darauf hin, dass sie älter sind, als sie aussehen. Hier hätte es mir besser gefallen, hätte es den ganzen Ewigen-Aspekt gar nicht erst gegeben, denn er hat der inneren Logik der Geschichte sehr geschadet und mich ob des unreifen Verhaltens der Unsterblichen nur ungläubig den Kopf schütteln lassen.

Die Handlung ist dafür gut aufgebaut und Ava Reed schreckt nicht davor zurück, Konsequenzen für Fehler zu ziehen, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. So sehr es schmerzte, zu realisieren, dass ein nicht wiedergutzumachender Fehler begangen worden ist, so sehr bewunderte ich Ava Reed dafür, dass sie ihn durchzog.

Der erste Band der Duologie ist damit kein schlechter, aber aufgrund der Schwachpunkte auch kein hervorragender Einstieg - dennoch bin ich speziell wegen des Schlusses gespannt, wie es weitergeht und wie viele Fehler die Charaktere wohl noch begehen werden, ehe sie das Ende ihrer Geschichte erreichen.

& – Immer montags beste Freunde
 304 Seiten

Laura und Maurice - die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Laura arbeitet erfolgreich bei der Anzeigenabteilung von USA Today, Maurice ist ein Bettlerjunge, der Tag für Tag um sein Überleben kämpft. Zuerst geht Laura an ihm vorbei, wie es wohl viele tun - aber aus unerfindlichen Gründen kehrt sie um, kommt mit Maurice ins Gespräch und spendiert ihm schließlich ein Essen.

Bald entstehen daraus regelmäßige Montagstreffen, in denen die beiden sich immer näher kennenlernen. Auch wenn Laura und Maurice komplett verschiedene Hintergründe haben, haben sie beide schon sehr viel durchgemacht - Laura wuchs bei einem gewalttätigen Vater auf, Maurice bei einer drogenabhängigen Familie. Beide haben viel durchgemacht - doch durch ihre gemeinsame Freundschaft gelingt es ihnen nach und nach, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich auf die Zukunft zu konzentrieren.

Es war sehr berührend, zu lesen, wie Laura Schroff von ihren eigenen und von Maurice' Lebensumständen erzählt hat. Jedes Mal, wenn die Handlung wieder zur Gegenwart und dem Fortgang ihrer Freundschaft sprang, war es wie ein Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit. Durch ihren Co-Autor Alex Tresniowski gelang ihr ein guter Erzählstrang, der genau wusste, wann er welche Informationen erwähnen sollte. Dadurch gewann Lauras und Maurice' Geschichte zusätzlich an Bedeutung und machte ihre Freundschaft noch wertvoller.

Was das Ganze noch besser macht, ist selbstverständlich die Tatsache, dass es sich um einen Erfahrungsbericht handelt, also um eine wahre Geschichte, die tatsächlich so passiert ist. Schließlich lässt sich eine Freundschaft wie die von Laura und Maurice leicht in der Fiktion finden - aber in der Realität ist sie selten und deshalb umso schöner.

"Immer montags beste Freunde" war der erste Erfahrungsbericht, den ich je gelesen habe - aber es wird sicher nicht der letzte sein!

– Game Changer – Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen.
 416 Seiten

Es passiert bei einem Football-Spiel: Ash wird in eine alternative Dimension befördert. Plötzlich sind alle Stoppschilder blau und Ampeln nicht rot, gelb und grün, sondern blau, gelb und grün. Ash hat keine Ahnung, was geschehen ist, aber beim nächsten Football-Spiel passiert es wieder und dieses Mal ist die Veränderung größer: Seine Familie ist reich und sein neues Ich dealt Drogen. Doch es ist das nächste Football-Spiel, das die Welt vollkommen verändert: Plötzlich gibt es wieder Rassentrennung. Endlich erfährt Ash, was die ganze Zeit los war: Er ist zum sogenannten Subjective Locus geworden, dem Mittelpunkt des Universums, der entscheidet, wie die Welt sich verändert und jetzt lernen muss, diese Fähigkeit zu kontrollieren, um alles wieder rückgängig zu machen. Jedoch hat er nicht mehr viele Versuche übrig – und bekanntlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen …

Neal Shusterman ist zugegeben nicht besonders subtil, wenn es um das Thema der Rassentrennung geht, aber mich persönlich hat das nicht gestört. Wir Menschen verstehen subtile Hinweise leider nicht immer und brauchen einen Holzhammer, um zu realisieren, wie dumm und ungerecht unsere Welt eigentlich ist. Es ist so leicht, in seiner Komfortzone zu bleiben und nichts am Status Quo zu ändern. Deshalb fand ich persönlich es sogar gut, dass Neal Shusterman recht direkt mit seinen Botschaften war, aber andererseits fühle ich mich als weiße, privilegierte Frau nicht unbedingt geeignet, um das beurteilen zu können.

Was ich dagegen beurteilen kann, war die Handlung des Romans, die mir sehr gefallen hat – vor allem, wie Ash gezwungen ist, verschiedene Perspektiven einzunehmen, als nicht nur die Welt, sondern er selbst sich verändert, war eine hervorragende Strategie, um die Botschaften des Romans zu unterstreichen. Noch besser ist, dass die Veränderungen subtil geforeshadowt werden – nicht unbedingt so, dass man sie vorher erraten kann, sondern so, dass sie im Nachhinein einen logischen Sinn ergeben. Nun, vielleicht bis auf die Entstehung der Welt mit Rassentrennung.

Im Buch wird als Erklärung dafür genannt, dass Ash einerseits einen gewissen Neid gegenüber Leo, seinen Schwarzen besten Freund, verspürt, weil dieser ein Stipendium hat, und zum anderen wünscht, sein alternatives Ich hätte nicht mit dessen Schwester geschlafen. Aus diesen Gedanken entstand die Welt mit Rassentrennung, was ich dann doch übertrieben fand. Nicht, dass ich mir wünschte, sie wäre bewusst entstanden, aber eine bessere Erklärung für diesen Konflikt hätte mir trotzdem gefallen – ein paar teils gemeine, teils verständliche Gedanken, wie sie jede*r von uns hat, sollten meiner Meinung nach nicht zu einer solch übertriebenen Konsequenz führen.

Andererseits war diese Veränderung durchaus notwendig für Ash' Charakterentwicklung. Besonders gefiel mir, dass er sich bald hin- und hergerissen fühlte, was die neue Welt betraf – sie war ohne Zweifel schrecklich, hatte aber auch einige gute Seiten, vor allem, was Ash' persönliches Leben betraf. Ich wollte am liebsten, dass sich die positiven Seiten aller Welten vereinen, aber natürlich geschah das nicht. Der Status Quo wurde aber auch nicht wiederhergestellt – mir hat das Ende, das Neal Shusterman wählte, sehr gefallen! Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil ich bald bezweifelte, dass ein zufriedenstellendes Ende möglich wäre, aber es ist Neal Shusterman glücklicherweise gelungen.

Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch!

– Das Reich der Asche - Realm Breaker 1
 608 Seiten

Nachdem Cortael, ein sogenannter Spindelberührter, durch die Hand seines Zwillingsbruders Taristan stirbt, ist die ganze Welt Allwacht in Gefahr, denn Taristan gedenkt, eine "Spindel", ein Portal zu einer anderen Welt, aufzureißen, auf diese Weise Allwacht zu schwächen und seine eigene Macht zu stärken.

Sieben Gefährten obliegt es, einen Weg zu finden, die Spindel wieder zu verschließen: Corayne, Tochter von Cortael, in deren Blut es liegt, genau das zu bewerkstelligen; Andry, ein Knappe, der vor seinem Tod Cortaels Spindelklinge in Sicherheit bringen konnte; Domacridhan, genannt Dom, ein Unsterblicher, der der beste Freund Cortaels war; Sorasa, eine Meuchelmörderin, die ihre eigenen Wege hat, ans Ziel zu gelangen; Valtik, eine Hexe, die in Reimen spricht und die Zukunft vorhersehen kann; Charlon, ein Fälscher mit einer geheimnisvollen Vergangenheit; und Siegel, eine Kopfgeldjägerin, die selbst in ihrem Gefilde gefürchtet ist.

Tatsächlich dauert es den Großteil des Buches, bis alle Protagonisten sich zusammengefunden haben, sodass es auch nicht verwundert, dass aus dieser Gruppe nur Corayne, Andry, Dom und Sorasa Sichtcharaktere sind. Die anderen drei lernt man hier im ersten Band nur grob kennen, weshalb ich mich jetzt schon freue, in Zukunft mehr zu ihnen zu erfahren.

Dafür haben wir zwei andere Sichtcharaktere: Erida, eine Königin, die die notwendige Macht hat, um die Protagonisten bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, sowie Ridha, eine Prinzessin und Cousine Domacridhans, die im Norden weitere Verbündete schaffen will. Was unsere Protagonisten (zuerst) allerdings nicht wissen: Eine*r von ihnen ist mit Taristan verbündet ...

Ich habe es sehr genossen, diese charakterfokussierte Fantasy zu lesen, die sich perfekt für Fans von Leigh Bardugo and Game of Thrones eignet, aber auch für Fans von Fantasy ohne Romanzen - zwar gibt es durchaus Andeutungen, was spezielle Charakterpaare betrifft, aber die meiste Anziehungskraft verspürt man tatsächlich bei den Antagonisten. Es war sehr erfrischend, eine Handlung zu verfolgen, die sich auf Beziehungen im Allgemeinen fokussiert.

Die Handlung selbst war spannend und bot einige Überraschungen, wird größtenteils jedoch nicht zwingend von den Ereignissen getragen, sondern von den gut durchdachten Charakteren. Mein persönlicher Liebling war die Meuchelmörderin Sorasa, doch so gut, wie die Charaktere ausgebaut sind, fällt es leicht, so ziemlich jeden der Sichtcharaktere zu seinem persönlichen Liebling zu erklären.

Ein weiteres Highlight ist der Schreibstil, in dem Victoria Aveyard kreative Vergleiche und Metaphern findet. Auf diese Weise schaffte sie es, dass die Handlung sich nicht nur auf dem Papier, sondern auch in meinem Kopf abspielte - ich war sehr beeindruckt davon, was für einprägsame Bilder sie findet, um ihre Charaktere, Orte und Geschichte im Allgemeinen zu beschreiben.

Insgesamt ein wundervoller Fantasyroman, bei dem ich schon jetzt auf die Fortsetzung brenne!

– Die Stadt ohne Wind – Arkas Reise
 500 Seiten

Arka reist nach Hyperborea, die Stadt ohne Wind, um dort nach ihrem Vater, einem mächtigen Magier, zu suchen. Lastyanax, der in Hyperborea lebt und frisch zum Magier ernannt wurde, sucht dort derweil nach dem Mörder seines Mentoren, der unter verdächtigen Umständen verstarb. Durch eine Verkettung von Ereignissen wird Arka schließlich Lastyanax' Elevin - sodass beide sich nicht nur mit ihren eigenen Problemen, sondern auch mit Arkas Ausbildung beschäftigen müssen ...

Arka und Lastyanax waren beide tolle Charaktere, die durch ihren Realismus positiv hervorgestochen sind. Gerade bei der dreizehnjährigen Arka war das beeindruckend, aber auch der erst neunzehnjährige Lastyanax wurde hervorragend charakterisiert. Ihre Beziehung, die an Geschwister erinnert, ist ebenfalls schön beschrieben.

Was die Nebencharaktere angeht, sind alle bis auf Pyrrha (eine der wenigen Magierinnen) recht eindimensional; sie erfüllen ihren Zweck, aber nicht viel mehr. Tatsächlich hat mich die Existenz mancher Charaktere sehr verwirrt - z.B. Kazik, dem Arka hilft, die Magierprüfung zu bestehen, der dann aber nur ein Klassenkamerad wird, von dem Arka ihre Hausaufgaben abschreibt und für die Handlung ansonsten irrelevant ist. Ich würde ihn nicht mal als ihren Freund bezeichnen, weil sie ausschließlich daran denkt, wie nützlich er für sie ist.

Phreton ist ein weiterer verwirrender Nebencharakter. Für die Handlung ist er wichtiger als Kazik, aber was seine Beziehung zu Arka angeht, hat mich Eléonore Devillepoix leider enttäuscht. Ich verstehe einfach nicht, warum Autor*innen es für eine gute Idee halten, unsympathische Charaktere, die die Protagonistin beleidigen, schikanieren und sogar im wichtigsten Moment im Stich lassen, als potentielle Love Interests einbauen. Zum Glück spielen Romanzen in diesem Buch eine untergeordnete Rolle, sodass Phretons Darstellung die Geschichte ein wenig versalzt, aber glücklicherweise nicht ruiniert.

Ein wenig mehr hat mich gestört, dass Arkas Plan, ihren Vater zu finden, in dem Moment an Relevanz verliert, in dem sie Lastyanax' Elevin wird. Der Mord an Lastyanax' Mentor spielt das ganze Buch über eine wichtige Rolle, aber Arkas Suche nach ihrem Vater wird für den Großteil des Buches vollkommen ignoriert, bis er am Ende schließlich offenbart wird.

Dafür gibt es währenddessen einen anderen positiven Aspekt: Das Magie-System! Ich hätte gerne noch mehr davon gesehen, weil es mich sehr begeistert hat. Es gab klare Regeln, klare Grenzen und logische Erklärungen für magische Ausnahmen. Vor allem, wie die Magie mit dem Fakt, dass Hyperborea die Stadt ohne Wind ist, verbunden ist, war genial; hier hat die Autorin sehr gute Arbeit geleistet!

Insgesamt hat das Buch also viele Stärken und Schwächen, was es schwierig macht, es richtig beurteilen. Hier kommt es wohl darauf an, was einem selbst bei einem Jugendfantasyroman wichtig ist - ich selbst fand ihn ganz gut. :)

– Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
 400 Seiten

Claire ist die Frau eines einflussreichen Unternehmers, doch glücklich ist sie nicht: Ihr Mann ist ihr gegenüber gewalttätig, weshalb sie schon seit einer ganzen Weile plant, ihn zu verlassen. Doch ausgerechnet an dem Tag, an dem sie ihren Plan in die Tat umsetzen will, tauscht ihr Ehemann ihre Termine miteinander, wodurch er herausfindet, was Claire vorhat. In ihrer Not bleibt ihr nur ein Ausweg: Sie tauscht mit einer anderen Frau am Flughafen, Eva, die Flugtickets. Was sie jedoch nicht weiß: Nichts, was Eva ihr über ihr Leben erzählte, ist wahr. Als dann noch das Flugzeug, in dem Claire ursprünglich sitzen sollte, abstürzt, gerät sie erst recht in die Bredouille: Sie muss sich für Eva ausgeben und dafür sorgen, dass ihr Mann nicht erfährt, dass sie nie im Flugzeug gesessen hat ...

Das spannendste in diesem Thriller war überraschenderweise der Anfang, in dem Claire die letzten Schritte unternimmt, um ihr Verschwinden zu vorzutäuschen. Nachdem sie Evas Leben übernimmt, entspannt sich die Handlung. Wir erfahren, wie Evas Leben durcheinander geriet und gleichzeitig, wie sie eine Freundschaft mit ihrer Nachbarin Liz aufbaut. Natürlich erfahren wir auch, wie Claire ihr neues Leben lebt und dabei ständig fürchten muss, entdeckt zu werden.

Aber tatsächlich ist die Geschichte an sich nicht unbedingt ein nervenzerfetzender Thriller, sondern fast schon ein Roman mit Thriller-Elementen (und ein paar Überraschungen). Am besten hat mir neben dem spannenden Anfang die Freundschaft zwischen Eva und ihrer Nachbarin Liz gefallen; sie war einfach wunderbar beschrieben und Liz entwickelte sich schnell zu meinem Lieblingscharakter.

Das Ende war verhältnismäßig ... unspektakulär, um es so zu sagen. Die Botschaft hat mir sehr gefallen, aber insgesamt läuft alles ein bisschen zu glatt. Weder Claires Ehemann noch die Leute, mit denen Eva verkehrt, sind am Ende eine ernsthafte Bedrohung. Mir hat es durchaus gefallen, dass beide Frauen sich gegen die Männer in ihrem Leben verteidigen konnten, aber ein bisschen mehr Schwierigkeiten hätte ich mir schon gewünscht.

Von daher komme ich zu dem Entschluss, dass es sich bei diesem Buch um einen durchaus gelungenen Roman handelt - aber nicht unbedingt um einen gelungenen Thriller.

– Kate in Waiting
 352 Seiten

Kate und Anderson sind beste Freunde und lieben es, alles miteinander zu teilen - einschließlich ihre Schwärmereien. Als dann aber ihre Camp-Bekanntschaft Matt Olsson die Bühne betritt, wird ihre Freundschaft auf eine ernsthafte Probe gestellt - denn beide sind Hals über Kopf in ihn verliebt ...

Die Freundschaft zwischen Kate und Anderson ist definitiv das Highlight des Buches. Sie stehen sich näher als so manch andere Freunde, müssen aber lernen, dass es okay ist, nicht absolut alles miteinander zu teilen. Ihr Schwarm Matt war recht sympathisch, aber mein Herz hat letztendlich Noah erorbert - er gehört zu den "Arschlochtypen", mit denen Kate eigentlich nichts zu tun haben will, den sie aber durch eine Verkettung (un)glücklicher Umstände nach und nach besser kennenlernt.

Wenn das hier jetzt sehr vorhersehbar klingt, ist es das auch - ich wusste schon sehr früh, wie das Buch ausgehen würde und ich behielt recht damit. Aber ich finde, um die Auflösung geht es gar nicht so stark, sondern um die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander, die einfach wunderbar beschrieben waren.

Schön auch, dass es von L bis G bis B bis T viel Repräsentation unter den Nebencharakteren gibt - und noch schöner, dass es eher so nebenbei gehandhabt wird, als kleine Extrainfo, aber nicht mehr. Genauso sollte LGBTQ-Repräsentation meiner Meinung nach nämlich sein: Als normal betrachtet!

Wer sich von offensichtlichen Enden nicht abschrecken lässt und über eine charmante, einzigartige Freundschaft lesen will, ist hier bestens bedient!

– Ein Herz so dunkel und schön
 544 Seiten

Nachdem Grey herausgefunden hat, dass er als Rhens Halbbruder der wahre König von Emberfall ist, befindet er sich auf der Flucht, entschlossen, Rhen die Herrschaft zu überlassen. Nur ist das leichter gesagt als getan, denn der wahre Erbe wird nicht nur von Rhen, sondern auch von der skrupellosen Königin Karis Luran und ihren Töchtern gesucht. Als sowohl Grey als auch Karis Lurans Tochter Lia Mara in Rhens Gefangenschaft geraten, weigert Grey sich, Rhen die Wahrheit zu sagen - während Lia Mara sie herausfindet ...

Bereits der erste Teil der Trilogie, "Ein Fluch so ewig und kalt", gehörte zu den besten Jugendbüchern, die ich im letzten Jahr gelesen habe. Glücklicherweise finde ich auch den zweiten Teil sehr gelungen und habe ihn innerhalb kürzester Zeit gelesen!

Brigid Kemmerers große Stärke ist es, ihre Hauptcharaktere sympathisch und ihre Romanzen realistisch zu beschreiben. Sowohl Grey als auch Lia Mara sind mir unglaublich ans Herz gewachsen und ihre aufblühende Romanze fühlte sich wunderbar real an. Doch auch die Nebencharaktere verdienen eine Erwähnung - ich war positiv überrascht, wie schnell es Brigid Kemmerer gelang, dass mir selbst Charaktere mit wenig Screentime (z.B. Parrish, einer von Lia Maras Wachen) ans Herz wuchsen.

Trotzdem hätte ich mir gerne noch mehr Screentime für bestimmte Charaktere und Beziehungen gewünscht - hervorzuheben ist Lia Maras Schwester Nolla Verin, zu der sie eine komplizierte Beziehung hat, von der ich gerne noch mehr gelesen hätte. Es gibt durchaus ein paar wichtige Momente mit ihnen, aber da mich ihre Beziehung besonders faszinierte, hätte ich nichts gegen noch mehr Szenen gehabt!

Wer noch mehr Szenen tatsächlich gebraucht hätte, ist Rhen. Er war ein unglaublich sympathischer und vielschichtiger Charakter im ersten Teil, aber dadurch, dass man hier seine Sicht der Dinge nicht mehr liest, kam er mir stellenweise äußerst kalt und grausam vor. Deshalb hoffe ich, dass sowohl er als auch Harper im dritten Teil wieder Sichtcharaktere sein werden, damit man seine Beweggründe besser versteht.

Das sind jedoch alles keine Kritikpunkte, sondern einfach Dinge, die ich zusätzlich noch gerne gehabt hätte. Die Charaktere, die Romanze und die eigentliche Handlung haben mich rundherum begeistert und ich freue mich deshalb umso mehr auf den dritten Teil!