– Wir sehen uns gestern
 368 Seiten

Alice feiert ihren vierzigsten Geburtstag, doch richtig freuen tut sie sich nicht. Ihr Vater Leonard ist todkrank und sie macht sich Sorgen, dass jeder Tag der letzte sein könnte. Ihren Geburtstag verbringt sie relativ unspektakulär und schläft im Wachhäuschen ihres Vaters ein. Und wacht im Körper ihres sechzehnjährigen Ichs wieder auf. Sie kann es sich nicht erklären, doch schnell begreift sie, was das bedeuten könnte: Dass sie das Schicksal ihres Vaters in der Zukunft möglicherweise verändern kann …

Dieser Roman hat mich vor allem aufgrund seines Zeitreise-Aspekts interessiert, der auch sehr gut und kreativ umgesetzt ist. Auch, wie die Vater-Tochter-Beziehung beschrieben worden ist, hat mir sehr gefallen, vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass nur wenige der Romane, die ich gelesen habe, sich stärker auf familiäre als auf romantische Beziehungen konzentrieren. Trotzdem würde ich den Roman insgesamt 'nur' als „ganz gut“ beschreiben.

Das liegt zum einen daran, dass der Beginn ein wenig langgezogen ist. Zwar ist einiges, was am Anfang beschrieben hat, durchaus notwendig für den Rest der Handlung, aber für mich, die eher auf die Zeitreise gewartet hat, ein wenig zu lang. Ironischerweise fand ich dafür die „Experimente“, die Alice im späteren Verlauf der Handlung durchführt, zu kurz, und hätte gerne noch viel mehr von ihnen gelesen.

Die Charaktere und die Handlung selbst (ab der Zeitreise) waren recht gut; an sich eigentlich nichts Besonderes, aber mir haben sie gefallen. Vor allem natürlich Alices und Leonards Interaktionen; die anderen Charaktere waren zwar auch okay, aber es ist wohl nur natürlich, dass in einem Roman, der sich auf eine Vater-Tochter-Beziehung konzentriert, ebendiese am besten beschreibt. Tatsächlich wünschte ich, die Interaktionen mit anderen Charakteren wären ein wenig weiter heruntergeschraubt worden, um Alice und Leonard noch mehr in den Fokus zu stellen!

Insgesamt handelt es sich also um einen ganz guten Roman, der sich zugegeben nicht stark von anderen abhebt, aber trotzdem gut zu lesen ist.

– Ist es Liebe? Nein – es ist ... Unmöglich
 512 Seiten

Eine falsch adressierte E-Mail führt Bee und Nick zusammen. Schnell spüren sie durch ihre E-Mails eine besondere Verbindung zueinander, die sich sehr bald vertieft. Schließlich beschließen sie, sich zu treffen – und stellen auf diese Weise fest, dass sie gar nicht in derselben Realität existieren. Eine Erkenntnis, die sie beide schockiert, aber vor allem enttäuscht, weil das bedeutet, dass sie niemals zusammen sein können. Bis ihnen eine Idee kommt: Vielleicht können sie einfach die Version der jeweils anderen Person, die in ihrer Welt existiert, finden und daten? Doch bald stellt sich heraus, dass das nicht so einfach ist …

Diese Liebesgeschichte ist eine, die natürlich durch ihr Setting hervorsticht: Eine Liebe zwischen zwei verschiedenen Realitäten, die ausschließlich durch E-Mails entsteht. Zwar wünschte ich mir, wir hätten noch ein bisschen mehr von Nicks Realität erfahren, aber das hielt mich nicht davon ab, die Liebesgeschichte der beiden gespannt zu verfolgen. Besonders interessant fand ich die alternativen Versionen der Charaktere und Ereignisse, die in beiden Welten auf unterschiedliche Weise existieren; es war so faszinierend zu sehen, wie ähnlich und wie unterschiedlich speziell Bee, Nick und ihre Gegenparts sind. Das Beste daran war, dass die Erklärungen dafür logisch waren; die Ähnlichkeiten und Unterschiede waren nicht einfach so da, sondern hatten alle einen Grund, was mir sehr gefallen hat.

Schön war auch, dass es neben der Liebesgeschichte noch einige andere Themen gab, die besprochen wurden. Diese spielen zwar nicht immer eine wichtige Rolle, haben aber sehr zum Nachdenken angeregt und zumindest bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ansonsten war es schlicht der Schreibstil und das Pacing der Handlung, die mich begeisterten. Es gab regelmäßig neue Entwicklungen, die mich neugierig darauf machten, wie es wohl weitergeht, sodass ich das Buch nicht nur schnell, sondern auch mit Herzklopfen las. Es gab so einige Stellen, bei denen ich so mit den Charakteren mitgefühlt habe, dass ich richtige, physische Angst um sie bekam!

Die einzige Kritik ist, wie gesagt, dass Nicks alternative Realität nicht allzu sehr ausgebaut ist. Sie scheint insgesamt schlicht „besser“ als Bees bzw. unsere Welt zu sein, aber davon abgesehen nicht viel mehr. Doch da der Rest so gut umgesetzt worden ist, kann ich das persönlich verschmerzen ;)

– Immer am Meer entlang
 416 Seiten

Josi wollte schon seit ihrer Kindheit durch Europa reisen, immer am Meer entlang. Zu ihrem dreißigsten Geburtstag bekommt sie endlich die Gelegenheit und beginnt mit ihrer Reise. Zur gleichen Zeit beginnt auch Paul spontan seine Reise. Die beiden treffen sich zum ersten Mal im Frankreich, wo Josi ihm ihre Meer-Route anvertraut, die Paul kurzerhand auch ausprobieren will. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich während ihrer Reise mehrmals begegnen – und sich sehr bald näher kommen. Doch kann aus ihrer Freundschaft vielleicht noch mehr werden?

Dieser Roman ist ein locker zu lesender „Feel Good“-Roman, der genau als solcher behandelt werden sollte – denn viel mehr, als dass er bei den Leser/innen ein gutes Gefühl auslöst, tut er leider nicht. Ich mochte es sehr, wie die Autorin die Reise und speziell das Meer beschrieben hat, denn beides war einfach wunderschön und hat die Stimmung in jedem Land unglaublich gut eingefangen. Der lockere Schreibstil, der oft auch englische Begriffe benutzt, ließ sich ebenfalls recht angenehm lesen, wobei das Denglisch aber natürlich nicht allen Leser/innen gefallen wird.

Womit wir bei den Kritikpunkten wären. So fand ich die Romanze zwischen Josi und Paul nicht allzu besonders; als Freunde hätten sie mir fast besser gefallen und ich habe am Ende nicht das Gefühl gehabt, dass ihre Beziehung allzu lange halten wird. Überhaupt, dass sie sich wieder begegnet sind, lag im Grunde nur an einer Tarotlesung, die Josis beste Freundin ihr machte, was nicht gerade die realistischste Methode ist, um zwei Reisende wieder zusammenzubringen. Das hat mich persönlich gestört, weil es mir schlicht zu esoterisch war.

Ein wenig schade fand ich auch, dass dieser Roman sich zu denen einreiht, die eine organisierte (Josi) und eine spontane Person (Paul) aneinander gegenüberstellt und damit endet, dass die spontane Lebensweise als die bessere angesehen wird. Ich persönlich verstehe einfach nicht, was so schlecht daran sein soll, sein Leben zu planen bzw. zu wissen, was genau man damit anfangen will. Warum ist es stets die organisierte Person, die im Lauf eines Romans spontaner wird und nie die spontane Person, die die Vorzüge der Planung kennenlernt?

Deshalb fand ich den Roman zwar letztendlich gut zu lesen … aber eben nicht viel mehr. Doch glaube ich, dass seine Themen sicher andere Menschen mehr ansprechen als mich; er war mitnichten schlecht, sondern entsprach einfach nicht meinem Geschmack. Umso mehr hoffe ich, dass er andere Menschen erfreut!

– Der Salzpfad
 412 Seiten

Raynor und Moth Winn haben ihr Haus verloren und wissen nicht mehr, wie sie weitermachen sollen. Inspiriert von einem Buch, das sie vor langem gelesen haben, beschließen sie, den South West Coast Path, einen über tausend Kilometer langen Wanderweg in Großbritannien, in Angriff zu nehmen. Und so entfaltet sich vor ihnen eine lange, strapazierende Reise, nach dessen Ende sie in eine neue Zukunft schauen wollen …

Ich lese nicht allzu oft Erfahrungsberichte, aber nachdem ich schon so viel Gutes über „Der Salzpfad“ gehört hatte, beschloss ich, ihm eine Chance zu geben. Eine Chance, die mir gezeigt hat, warum das Buch so beliebt ist! Denn trotz der vielen Schwierigkeiten, denen Raynor und Moth sich stellen, geben sie nicht auf, machen weiter, wandern weiter, leben weiter. Es war tatsächlich sehr inspirierend, ihrer Reise zu folgen, auch wenn die Beschreibungen mir gut verdeutlicht haben, warum ich mich selbst ganz sicher niemals auf so einen langen Wanderweg einlassen werde.

Doch gerade die harten Zeiten haben natürlich umso mehr gezeigt, warum man die schönen Momente der Reise umso mehr wertschätzen sollte. Auf eine Weise ist es im Grunde die Reise unseres Lebens: Voller Hindernisse, doch auch voller glücklicher Augenblicke. Unabhängig davon, wie akkurat Raynor Winns Beschreibungen der Reise sind, hat mir ihr Buch gezeigt, was für positive Veränderungen sie bei einem bewirken kann.

Ab und zu gab es spirituelle Momente, die bei mir persönlich eher für Augenrollen gesorgt haben, aber zum Glück waren es so wenige, dass ich mich ganz gut auf die anderen Momente konzentrieren konnte. Trotzdem war ich ein wenig überrascht, dass die Autorin ihren Erfolg nicht ihren eigenen Bemühungen, sondern manchmal zufälligen Erlebnissen zugeschrieben hat.

Insgesamt jedoch handelte es sich um eine angenehme Lektüre, die mich mein Leben noch mehr hat wertschätzen lassen. Jeder, der gerne Reise- oder allgemein Erfahrungsberichte liest, wird mit „Der Salzpfad“ einen schönen finden!

& – Disney. Twisted Tales: Verlockende Freiheit (Rapunzel)
 496 Seiten

Statt von der Blume des Sonnentropfens zu trinken, wird die Königin von der Blume des Mondtropfens gerettet. Das sorgt dafür, dass Rapunzel mit silbernen Haaren geboren wird – Haaren, die alles Lebende töten können. Zu ihrem Schutz wird Rapunzel von Mutter Gothel in einen Turm gesperrt, wo sie fast die ersten zwanzig Jahre ihres Lebens verbringt. Doch Rapunzel sehnt sich danach, die schwebenden Lichter zu sehen, und flieht schließlich aus dem Turm – nicht wissend, dass die Wahrheit hinter ihrer tödlichen Magie anders ist, als sie bisher glaubte …

Besonders interessant ist das Framing der Geschichte, weil hier ein Bruder seiner krebskranken Schwester diese Neuerzählung von Rapunzel präsentiert. Das hat mich zunächst ganz schön überrascht, aber letztendlich fand ich diese Rahmenerzählung so interessant, dass ich gerne noch mehr von ihr gelesen hätte als die kleinen Snippets, die wir ab und zu bekommen. Vor allem leider auch deshalb, weil mich die Neuerzählung nicht ganz so begeistern konnte, wie ich hoffte.

Zugegeben hätte ich nicht erwarten sollen, dass der Roman die wichtigsten Momente des Films beibehält, aber dennoch fand ich es schade, dass die Handlung irgendwann so stark vom Film abwich, dass man sie fast nicht mehr wiedererkannt hat. Zwar hatte sie durchaus gute Szenen und Twists, aber letztendlich konnten es die neuen Szenen nicht mit der Qualität des Originals aufnehmen. Die neuen Charaktere haben sich zudem sehr … willkürlich angefühlt. Ich mochte Gina (eine Abenteurerin, die Rapunzel auf ihrer Reise hilft) zum Beispiel sehr, aber ich verstand ihren Zweck in der Geschichte nicht wirklich; vor allem, weil es aus der Sicht des Bruders, der diese Geschichte erzählt, keinen Sinn ergibt, warum er sie einführen sollte.

Insgesamt ist es also wichtig, mit den richtigen Erwartungen an die Geschichte ranzugehen – denn die Tatsache, dass ich damit gerechnet habe, im Grunde eine leicht veränderte Adaption zu lesen, hat mich davon abgehalten, die Geschichte voll und ganz zu genießen. Doch diejenigen, die gleich am Anfang wissen, dass die Geschichte sich ganz anders als der Film entwickeln wird, werden wahrscheinlich mehr Gefallen an ihr finden.

– Dead Romantics
 400 Seiten

Florence ist die Ghostwriterin der berühmten Autorin Ann Nichols. Doch sie hat Probleme damit, ihr derzeitiges Buch zu Ende zu bringen, weil eine kürzliche Trennung jeden Glauben an die Liebe zerstört hat. Zudem hat sie ein Geheimnis, von dem nur ihre Familie weiß: Sie kann die Geister der Verstorbenen sehen. Als ihr Vater stirbt, hofft sie schon fast, dass sie die Gelegenheit bekommt, sich richtig von ihm zu verabschieden, doch stattdessen steht Ben Andor vor ihr: Ihr Lektor, der ihr eine Verlängerung verweigert hat. Den sie in einem spontanen Moment küsste. Und der in einen Autounfall geraten ist, wodurch sein Geist bei Florence landete. Denn er glaubt, dass er nur dann ins Jenseits übergehen kann, wenn er ihr bewiesen hat, dass die wahre Liebe existiert …

Dieser Roman bietet nicht nur eine süße Liebesgeschichte, sondern auch einen übernatürlichen Twist, der es erlaubt, Themen wie Tod und Abschied auf natürliche Weise zu besprechen. Ich war sehr fasziniert davon, mehr über Florences Vergangenheit und ihre Familie herauszufinden, weil die Tatsache, dass diese ein Bestattungsunternehmen führt, für einige interessante Szenen sorgt. Florences Beziehung zu ihrer Familie war ebenfalls realistisch beschrieben; die vielen Anekdoten, die sie und ihre Geschwister miteinander geteilt haben, waren amüsant und haben dazu beigetragen, dass die Familie sich tatsächlich wie eine anfühlt.

Die Geschichte selbst fand ich persönlich ein wenig ZU vorhersehbar – und damit meine ich nicht nur die Liebesgeschichte, bei der ich durchaus erwarte, ein gutes, vorhersehbares Ende zu haben, sondern vor allem die Entdeckungen, die Florence währenddessen gemacht hat. Es gab nur eine einzige Überraschung, die ich nicht vorhergesehen habe, aber alles andere war fast schon peinlich offensichtlich. Zugegeben ist das nicht zwingend etwas Schlechtes (vor allem, weil ich die Geschichte selbst durchaus genossen habe), aber ein wenig schade fand ich es schon, weil ich mir gerne gewünscht hätte, dass dieser Roman sich (neben der Geistergeschichte) noch zusätzlich von anderen Liebesromanen hervorhebt.

Die Themen des Romans waren dafür sehr gut umgesetzt; Trennungsschmerz in all seinen Facetten spielt eine große Rolle und wird von der Autorin realistisch gehandhabt. Zudem wird der Roman trotz seiner Themen nie trübsinnig, sondern wahrt seinen herzerwärmenden Kern.

Wer mal wieder eine schöne Liebesgeschichte braucht, ist hier an der richtigen Adresse; man sollte nur bedenken, dass man genau das bekommt, was man erwartet, sodass diejenigen, die gerne Liebesgeschichten mit interessanten Twists lesen, hier eher keine finden werden. Dafür hat man eine lockere Lektüre!

– Prison Healer (Band 3) - Die Schattenerbin
 528 Seiten

Nach den Ereignissen des letzten Bandes ist Kiva zurück in Zalindov und an ihrem tiefsten Punkt angelangt. Kurz davor, aufzugeben, schafft sie es nur mithilfe ihrer Mitgefangenen Cresta, der ursprünglichen Anführerin der Rebellen, weiterzumachen. Entschlossen, ihre Fehler wiedergutzumachen, will sie unbedingt zu ihren Freunden zurückkehren. Dabei ist ihr vollkommen bewusst, dass sie ihr vermutlich nie verzeihen werden – vor allem Jaren nicht. Erst, als sie erfährt, dass die Möglichkeit besteht, ihm seine verlorene Magie zurückzugeben, indem sie und die anderen vier magische Ringe finden, schöpft Kiva wieder Hoffnung. Doch weiß sie nicht, dass sie sich dafür ihren größten Ängsten stellen muss …

Der letzte Band der „Prison Healer“-Trilogie stellt Kiva vor neue Herausforderungen, die sie an die Grenze ihrer Fähigkeiten bringen – vor allem während der Aufgaben, die sie bewältigen muss, um an die vier Elementarringe zu kommen, doch auch am Anfang während ihrer Zeit in Zalindov. Ich habe sehr mit ihr mitgefiebert, weil Lynette Noni es leicht macht, sich in sie hineinzuversetzen. Ihre Charakterentwicklung hat mir sehr gefallen, weil Kiva endlich über sich hinauswächst, was sehr schön zu lesen war!

Die Handlung selbst war eine emotionale Achterbahnfahrt – ich habe geweint, gelacht, gezittert und geschrien. (Wortwörtlich.) Das lag teilweise daran, dass ich aufgrund des bildhaften Schreibstils die Handlung stets so deutlich vor sich sah, als würde sie wie ein Film vor mir ablaufen, aber vor allem auch an den Charakteren selbst. Ich habe alle so unglaublich lieb gewonnen, dass ich gerade beim Finale richtig Herzrasen bekommen habe, weil ich so um ihr Leben fürchtete!

Was die Romanze angeht, kommt diese hier aufgrund der Ereignisse des vorigen Bandes relativ kurz, doch die Momente, die es gibt, sind dafür umso wertvoller. Außerdem haben dafür die anderen Beziehungen zwischen den verschiedenen Charakteren umso mehr Zeit, zu scheinen: Ob Geschwister, Freunde oder die allgemeinen familiären Bindungen zwischen der Gruppe – es war einfach schön, diese Charaktere miteinander agieren zu sehen :) (Besondere Erwähnung gebührt übrigens Cresta und Caldon – die beiden waren einfach episch!)

Insgesamt also ein würdevoller Abschluss der Trilogie, von der ich nun mit Gewissheit sagen kann, dass sie zu meinen Lieblingsfantasyreihen gehört!

– Die Sekunde zwischen dir und mir
 400 Seiten

Nach acht Monaten der Trennung ist Robbie überglücklich, seine große Liebe Jenn wieder zurück zu haben. Sie fahren zusammen im Auto, bereit, noch mal neu anzufangen. Doch dann dreht Jenn sich zu ihm um und sagt: „Ich muss dir etwas sagen.“ Doch bevor sie sich erklären kann, kollidiert ein Lkw mit ihrem Auto – und Robbie wird unerwarteterweise in Jenns Erinnerungen geworfen. Hier hat er die Möglichkeit, herauszufinden, was Jenn ihm sagen wollte – und wie er sie retten kann. Doch zum ersten Mal kann er auch ihre Beziehung mit ihren Augen sehen, was ihm umso deutlicher macht, dass er sich ändern muss, wenn sie erhalten bleiben soll …

Dieser Roman war eine positive Überraschung für mich, weil die Handlung mich zwar sehr angesprochen hat, ich aber unsicher war, wie wohl die Umsetzung sein würde. Tatsächlich musste ich mich in die ersten fünfzig, sechzig Seiten erst einmal einlesen, weil das Springen zwischen den Erinnerungen zunächst ein wenig verwirrend war. Doch zum Glück gewöhnte ich mich schnell daran, sodass es mir danach umso leichter fiel, mich in Robbies und Jenns Geschichte fallen zu lassen. Besonders faszinierend fand ich, wie Robbie dabei stets versucht, Jenns Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, in der Hoffnung, sie so zum Aufwachen zu animieren; diese Schwebe zwischen Wirklichkeit und Fiktion hat mir sehr gefallen!

Die verschiedenen Erinnerungen waren allesamt interessant zu lesen, weil sie einen hervorragenden Überblick über die beiden Hauptcharaktere und deren Beziehung geben. Am interessantesten ist es natürlich, bezüglich Jenns Geheimnisses mitzufiebern, wobei ich hier sehr froh war, dass es tatsächlich ein überraschendes Geheimnis war, mit dem ich nicht gerechnet habe – und ich habe mit so einigem gerechnet!

Das Ende war dafür umso leichter zu erraten, aber mein persönliches Lesevergnügen wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Ich liebe solche Geschichten einfach, in dem Erinnerungen im Zentrum stehen, weil sie zeigen, dass der Weg genauso wichtig ist wie das Ziel. In diesem Fall hat mir auf jeden Fall beides gefallen!

Ich glaube, die einzige Kritik, die ich habe, ist, dass die Nebencharaktere zwar wichtig genug sind, um in Erinnerung zu bleiben, ich aber gerne noch mehr von ihnen gelesen hätte; es ist schwer zu beschreiben, weil sie wie gesagt oft und regelmäßig genug auftauchen, ich aber trotzdem das Gefühl hatte, sie nicht so ausführlich kennengelernt zu haben, wie es möglich gewesen wäre. Allerdings ist das im Anbetracht all dessen, was mir sehr gut gefallen hat, wirklich eine kleinliche Kritik ;)

Sehr empfehlenswert für alle, die solche Geschichten genauso sehr lieben wie ich!

– Stay away from Gretchen
 528 Seiten

Tom Monderath ist erfolgreicher Fernsehmoderator, doch sein privates Leben wird auf den Kopf gestellt, als bei seiner Mutter Greta Demenz diagnostiziert wird. Die erschreckende Diagnose führt allerdings auch zu etwas Positivem: Zum ersten Mal erzählt Greta von ihrer Kindheit und Jugend, die sie bisher unter Verschluss gehalten hat. Doch was Tom selbst herausfinden muss, ist die Geschichte ihrer unmöglichen Liebe – und die Geschichte eines kleinen, dunkelhäutigen Mädchens …

Dieser Roman gehört zu denen, die eigentlich nicht zu meinen Interessengebieten gehören, aufgrund ihrer Beliebtheit jedoch meine Neugier so sehr entfachten, dass ich sie trotzdem lesen wollte. Und im Fall von „Stay away from Gretchen“ bin ich sehr froh, diese Entscheidung getroffen zu haben!

Diese Geschichte ist unglaublich emotional, weil sie das Leben Gretas so realistisch erzählt. Von ihrer Überzeugung als Kind, dass Hitler eine bewundernswerte Person ist, zu ihrem harten Leben in der Nachkriegszeit bis zu ihrer Demenz im Alter erleben wir sie in allen Lebenslagen, was es leicht gemacht hat, mit ihr mitzufühlen und mitzufiebern. Toms Mühen, die Vergangenheit seiner Mutter zu recherchieren, fand ich zwar auch spannend, aber es waren stets die Kapitel, die wir aus Sicht der jungen Greta lasen, die mich wirklich gepackt haben.

Neben der fantastischen Geschichte ist es auch der Schreibstil, der es unglaublich leicht macht, sich in den Roman fallen zu lassen. Er ist unglaublich flüssig zu lesen, sodass die vergleichsweise langen Kapitel wie im Flug vorbeiziehen. Das ist bei über fünfhundert Seiten wahrhaft eine Meisterleistung!

Bonuspunkte gibt es auch dafür, dass die Geschichte auf realen Ereignissen basiert. Ich liebe es, wenn Ereignisse, die nicht allgemein bekannt sind, in Büchern thematisiert werden; so traurig die Vergangenheit auch ist, es ist wichtig, dass man sie nicht vergisst.

Insgesamt ein rundum empfehlenswerter Roman!

– Manhattan Love Story
 352 Seiten

Gracie Cooper wollte eigentlich Malerin werden, hat dann aber den Champagner-Laden ihres Vaters übernommen. Allerdings sieht es um seine Zukunft nicht gut aus, und ein großer Konzern bietet an, den Laden aufzukaufen. Gracie lehnt das Angebot des CEO Sebastian Andrews entschieden ab, weil sie das Erbe ihres Vaters auf keinen Fall verlieren will. Schade dabei ist nur, dass sie Sebastian bei ihrer ersten Begegnung ursprünglich für ihren Traumprinzen gehalten hat. Aber immerhin gibt es da noch Sir, den sie über eine Dating-App kennengelernt hat und zu dem sie sich hingezogen fühlt. Natürlich ahnt sie nicht, dass es sich dabei um ihren selbsternannten Erzfeind handelt ...

Dieser Liebesroman erzählt die klassische "E-Mail für dich"-Geschichte, in der sich zwei Personen gleich doppelt ineinander verlieben, doch trotz seiner Vorhersehbarkeit hat mir das Lesen außerordentlich Spaß gemacht! Gracie und Sebastian waren beide unglaublich sympathische Protagonisten, denen man gerne dabei zugesehen hat, wie sie ihre anfängliche Abneigung überwinden und sich ineinander verlieben. Auch die Nebencharaktere gefielen mir überraschend gut, weil sie trotz ihrer zugeschnittenen Rolle immer noch wie Menschen mit ihrer eigenen Geschichte herüberkamen.

Kritisieren kann man definitiv, wie lange Gracie braucht, um zu begreifen, wer Sir wirklich ist, und durchaus auch, dass die Dialoge mit ihm in der Regel nur eine Seite am Anfang eines Kapitels einnehmen. Gracies Beziehung zu Sebastian ist deutlich stärker hervorgehoben, was zwar durchaus verständlich ist, es aber auch ein wenig schwierig machte, nachzuvollziehen, warum Gracies Liebe für Sir so groß ist.

Aber um ehrlich zu sein, sind das im Vergleich zu der Freude, die mir die Geschichte bereitet hat, nur kleine Mankos. Klar, eigentlich bietet sie nichts, was man nicht schon mal gesehen hat. Aber da mir die Umsetzung so unglaublich gut gefiel, kann ich diesen Roman jedem empfehlen, der mal wieder eine süße Romanze lesen möchte!

– Der Schwur des Drachen (Die sechs Kraniche 2)
 496 Seiten

Shiori ist in Ai'long, dem Reich der Drachen, angekommen. Dort soll sie ihre Drachenperle ihrem rechtmäßigen Besitzer übergeben. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn nicht nur erhebt der Drachenkönig Anspruch auf die Perle – Shiori selbst möchte sie am liebsten behalten. Doch als der Drachenkönig ihr verbietet, sein Königreich jemals wieder zu verlassen, muss sie mithilfe ihres Freundes Seryu selbst einen Weg zurück nach Kiata finden – und zurück zu Takkan.

In „Der Schwur des Drachen“ schließt Shiori ihre Reise ab, wobei ich interessanterweise vor allem am Anfang mitgefiebert habe, als sie in Ai'long feststeckte. Danach fand ich es zwar auch interessant, ihre Abenteuer zu verfolgen, aber dadurch, dass die meisten Charaktere eher blass bleiben, fiel es mir manchmal schwer, mich richtig in die Geschichte fallen zu lassen. Nur Kiki, Shioris Papiervogel, und Takkan, ihr Liebster, stachen zwischen den Charakteren heraus und spornten mich dazu an, weiterzulesen.

Dabei gefiel mir die Handlung eigentlich ganz gut und auch das Ende, das Elizabeth Lim für ihre Charaktere findet, fand ich passend. Aber letztendlich habe ich den zweiten Teil trotzdem als schwächer als den ersten Teil empfunden, weil hier die Charakterinteraktionen imho nicht ganz so stark hervorkamen wie im Vorgänger.

Insofern würde ich diesen Abschluss der Duologie wirklich nur denjenigen empfehlen, die den ersten Teil nicht nur gelesen, sondern auch genug gemocht haben, um herausfinden zu wollen, wie die Geschichte endet.

– Die Unannehmlichkeiten von Liebe – Die deutsche Ausgabe von „Loathe to Love You“
 496 Seiten

Mara, Sadie und Hannah sind Wissenschaftlerinnen und beste Freundinnen. Und sie alle haben es in der Liebe schwer. Umweltwissenschaftlerin Mara erbt ein Haus, das zum Teil leider auch Liam gehört, dessen Firma sich im Grunde für die Zerstörung der Umwelt einsetzt. Ingenieurin Sadie bleibt mit Erik in einem Aufzug stecken, den sie nach einer überwältigenden Nacht und einer gewaltigen Lüge nie wieder sehen wollte. Und NASA-Wissenschaftlerin Hannah gerät während ihres Projekts, gegen das Ian Veto eingelegt hatte, in einer Gletscherspalte verloren. Sehr bald merken alle drei, dass sie doch mehr mit ihren jeweiligen „Erzfeinden“ verbindet, als sie ursprünglich dachten …

Dieser Roman besteht aus drei Kurzgeschichten, wobei diese jedoch nicht nur aufgrund ihrer Länge (ca. 160 Seiten), sondern auch aufgrund ihrer Erzählweise und Detailliebe wie vollständige Geschichten wirken. Das hat mich positiv überrascht, weil viele Kurzgeschichten im Allgemeinen zu abrupt auf mich wirken, ich dieses Gefühl hier aber nicht hatte.

Locker zu lesen sind sie alle drei allemal, wenn auch definitiv nicht perfekt. Das, was mich am meisten gestört hat, war zum Einen, wie oft das Wort „ficken“ verwendet wurde, weil es eine ausschließlich körperliche Anziehungskraft implizierte; und zum Anderen, dass alle drei Männer zugeben, im Grunde seit der ersten Begegnung davon fantasiert zu haben, mit der jeweiligen Protagonistin zu schlafen, was für mich creepy rüber kam und den Eindruck verstärkte, dass die Beziehungen eher sexueller als romantischer Natur sind. (Was natürlich in Ordnung ist, aber bei einem Liebesroman erwarte ich eine stärkere Ausprägung in Richtung Romanze.)

Die Handlungen außerhalb der Sexszenen waren nämlich richtig gut, sodass ich ein wenig enttäuscht war, wie durch ein paar vulgäre Worte der Eindruck einer süßen Liebesgeschichte schnell geschmälert wurde. Jetzt noch ein paar Worte zu den jeweiligen Geschichten:

Mara: Ich fand es überraschend natürlich beschrieben, wie ihr Hass auf Liam sich eventuell in Liebe verwandelte. Die beiden verbringen eine Menge Zeit miteinander und man kauft ihnen ihre Anziehung problemlos ab.

Sadie: Ich fand es cool, wie mit ihrem Aberglauben umgegangen wurde, aber davon abgesehen war ich kein allzu großer Fan ihrer Geschichte; sie hatte imho einen zu großen Fokus auf Sex und einen zu kleinen auf Liebe.

Hannah: Ich fand Hannah als Protagonistin sehr cool, vor allem, weil bei ihr gleich klargestellt wird, dass sie gerne Sex und es nicht so mit Dating hat. Außerdem war ihre Geschichte die wohl spannendste, auch wenn das Ende natürlich offensichtlich ist.

Insgesamt sind die Geschichten eine super lockere, leicht zu lesende Lektüre, die ich zwar nicht schlecht, aber aufgrund der erwähnten Kritikpunkte auch nicht großartig fand; wer gerne spicy Geschichten mit dem Enemies-to-Lovers-Trope liest, wird hier wohl mehr Freude finden.

– A Night of Promises and Blood
 368 Seiten

Die Schwestern Winnie und Sasha sind eigentlich ganz zufrieden mit ihren Leben. Winnie arbeitet in einem Café und in ihrer Freizeit an einer Kunst-App, während Sasha Kunstgeschichte studiert. Bis eine neue Nachbarin ihr Leben ganz schön durcheinander bringt: Jo, die eine mysteriöse Aura ausstrahlt und sofort ein unangenehmes Gefühl in Winnie auslöst, obwohl Sasha selbst sich schnell mit ihr anfreundet. Erst, als Winnie Jo besser kennenlernt, beginnt, ihre Beziehung aufzublühen. Bis Winnie herausfindet, dass Jo eine Vampirin ist …

Diese Vampirromanze ist genau das, was ich von ihr erwartet habe: Eine süße, flüssig zu lesende Liebesgeschichte, die an sich nichts Besonderes ist, mir aber sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat. Es war sehr leicht, mit Winnie und Jo mitzufiebern, weil man sich problemlos in beide hineinversetzen konnte. Lustigerweise ist mein Lieblingscharakter letztendlich Sasha geworden – sie war schlicht ein großartiger Charakter und ich hoffe, im zweiten Teil noch mehr von ihr zu lesen!

Die restlichen Charaktere waren, um ehrlich zu sein, nicht besonders erinnerungswürdig, aber dafür hatte die Handlung am Ende einen coolen Twist, der mich erst recht gespannt auf den zweiten Teil macht. Wobei die Handlung auch eine Schwäche hatte: Unnötige Geheimnisse! Es gibt durchaus Situationen, in denen ich Missverständnisse und Geheimnisse in Geschichten toleriere, aber hier fand ich sowohl das Geheimnis, dass Winnie vor Sasha hatte, als auch das Geheimnis, das Jo vor Winnie hatte, nicht nachvollziehbar. Im Sinne von: Ich habe nicht verstanden, warum sie es bis zum ungünstigsten Moment geheim gehalten haben. Hier hätte ich mir eine bessere Erklärung für Winnies und Jos Handlungen gewünscht.

Trotzdem erfüllte der Roman letztendlich sein Versprechen, indem er mir ein paar schöne Lesestunden bereitete. Wer einfach mal wieder eine schöne, süße Vampirromanze lesen will, wird sie hier finden!

& – Zwischen Welten
 448 Seiten

Stefan und Theresa sind zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Er ein Journalist, der fürs Klima und für Gleichberechtigung kämpft, sie eine Landwirtin, die sich abrackert, um ihr Land – und damit ihre Lebensgrundlage – behalten zu dürfen. Beide haben Schwierigkeiten, die Position des/der jeweils Anderen zu verstehen und schon bald drohen ihre unterschiedlichen Sichtweisen, ihre Freundschaft für immer zu zerstören. Dazu kommt, das Leben nun mal unvorhersehbar ist …

Dieser Roman besteht aus den E-Mails und Textnachrichten, die Stefan und Theresa sich während dem Jahr 2022 schreiben, wodurch auch viele aktuelle Themen (wie Russlands Invasion der Ukraine und die drohende Klimakatastrophe) angesprochen werden. Auch allgemeine Themen wie Rassismus und Gender spielen eine wichtige Rolle. Was ich dabei am faszinierendsten fand, war, wie gleichwertig Stefans und Theresas Sichtweisen behandelt wurden und wie schwierig es mir zuweilen fiel, selbst einen Standpunkt anzunehmen. Als Stefans Vorgesetzter zum Beispiel einen rassistischen Witz macht, der viral geht, stellt Stefan sich auf seine Seite, weil die Online-Reaktionen überproportionale Ausmaße annehmen (von anfänglicher Empörung zu Petitionen für eine Kündigung bis zu Todesdrohungen und einer symbolischer Ermordung). Wie weit soll – und darf – eine gerechtfertigte Kritik gehen? Denn selbst mir erschien die Reaktion auf diesen unangemessenen Witz viel zu übertrieben, aber wann sollte man eine Grenze setzen?

Und auch Theresa, die sich verzweifelt darum bemüht, die vielen unvorhergesehenen Schwierigkeiten, die ihren Hof bedrohen, zu meistern, hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich habe, um ehrlich zu sein, nie so richtig darüber nachgedacht, was Landwirt*innen eigentlich so alles durchmachen müssen und wie unfair sie vom Staat behandelt werden, aber Theresas Schicksal macht deutlich, dass diese Berufsgruppe nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient hätte.

Was die Konversation zwischen Stefan und Theresa anbelangt, fliegen zuweilen die Fetzen, weil sie sich selten einig sind, sich aber trotzdem mögen. Ihre Freundschaft war auf jeden Fall ungewöhnlich, weil es so mehrere Stellen gab, bei denen man sich nicht sicher ist, ob sie nun befreundet oder verfeindet sind; aber genau das macht ihren Reiz aus: Sie sind irgendwie beides.

Insgesamt also ein Roman, der sehr zum Nachdenken anregt, aber auch die Geschichte einer Freundschaft erzählt, die mich letztendlich sehr bewegt hat!

– Die Kinder von Beauvallon
 464 Seiten

Agnes und Lily sind Kinderfreundinnen, werden jedoch getrennt, als Lily und ihre Eltern als Juden in ein Internierungslager gebracht werden. Kurz vor ihrer Trennung reißen sie ein Foto, auf dem sie beide drauf sind, in zwei Hälften, mit dem Versprechen, es wieder zusammenzufügen, sobald sie sich wiedersehen. Fünfundzwanzig Jahre später ist Agnes Radiomoderatorin und überzeugt davon, dass Lily damals getötet wurde. Doch als sie bei Untersuchungen auf die französische Gemeinde Dieulefit und das Internat von Beauvallon stößt, das damals 1500 Flüchtlinge beherbergte, brennt in ihr die Hoffnung auf, ihre Freundin könne überlebt haben … doch warum hat sie sich dann nie bei ihr gemeldet?

Eigentlich ist dieser Roman überhaupt nicht mein Genre – obwohl ich Geschichte mag, lese ich nur wenige historische Romane –, aber der flüssige Schreibstil hat mich sofort gefangen genommen und die Art und Weise, wie diese auf wahren Ereignisse basierte Geschichte erzählt ist, war so fesselnd und emotional, dass ich gar nicht anders konnte, als mich von ihr einfangen zu lassen.

Hauptcharaktere sind natürlich Agnes, die ihre Untersuchungen führt, Lily, deren Zeit im Lager und im Internat beschrieben wird, und Jolie, die sich für die Rettung der Kinder einsetzt. Die Zusammenhänge zwischen den drei Charakteren und den zwei Zeitlinien waren sehr gelungen; sie haben sich gut ergänzt und sowohl die vergangenen als auch die gegenwärtigen Ereignisse verständlich gemacht.

Schön ist auch, dass die Geschichte sich zwar mit schweren Themen beschäftigt, aber auf eine Art und Weise, die sowohl gut zu lesen als auch respektvoll ist. Das liegt zum Teil sicher daran, dass der Roman auf wahren Ereignissen basiert; die Autorin hat hier einen guten Weg gefunden, ihre fiktiven Charakteren in die reale Geschichte zu packen.

Wer ein Fan historischer und/oder auf Frauen konzentrierter Geschichten ist, wird diese hier sicher sehr mögen!