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& – Meowdle – 75 ungeklärte Katzen-Kriminalfälle
 248 Seiten

Katzen: Man liebt sie trotz – oder gerade wegen? – ihrer eigensinnigen Art und genau diese Art wird in diesen 75 Logicals wunderbar gezeigt. Obwohl sie zugegeben immer auf etwas Ähnliches hinauslaufen (die Katzen benehmen sich daneben und das mit Freude), war es trotzdem spaßig, die kleinen Mini-Geschichten der Logicals zu verfolgen und vor allem die liebevoll-neckischen Kommentare bezüglich des Katzenverhaltens („Finde heraus, welche Katze welches Futter verlangt hat, obwohl sie satt war und erst vor zehn Minuten gefüttert wurde“), die mir sehr gefallen haben.

Auch die Katzennamen waren herrlich zu lesen, denn sie alle waren entweder allgemein gut passend, bekannte Namen von Katzenfiguren und/oder wundervolle Wortspiele (so heißen in einem Fall die Katzen z.B. Paula, Leonardo DiCatrio und Minerva, in einem anderen Dave, Mufasa und The Great Catsby usw. – ich habe mich über die Katzennamen und speziell über die Wortspielkatzen köstlich amüsiert!)

Die Rätsel an sich waren ebenfalls gut, wenn auch viele Ausgangslagen relativ ähnlich waren; andererseits gibt es natürlich auch nur so viele Situationen, in denen Katzen sich wiederfinden können. Insofern fand ich die kleinen Mini-Geschichten immer noch herrlich zu lesen und sie bildeten ein kleines Highlight für mich.

Leider kann ich nicht dasselbe zur deutschen Übersetzung sagen. Es scheint Schicksal zu sein, dass jede erste Auflage jedes übersetzten Rätselbuchs über mindestens einen Fehler verfügt, der ein Rätsel komplett unlösbar macht – in diesem Fall Rätsel 62, bei dem behauptet wird, dass die Katze Duchesse aus Neugierde handelte, obwohl es laut der Lösung Dave war, der dieses Gefühl empfand. Leider ließ sich das Rätsel trotz dieser Anpassung immer noch nicht lösen, scheint also mehr als einen Fehler zu haben. Auch bei zwei anderen Rätseln (bei denen Entweder-Oder-Hinweise vorkommen, deren Logik manchmal schwer zu verstehen war) fiel mir auf, dass ein zusätzlicher Hinweis zu fehlen schien, weil man sie nur durch Ausprobieren der beiden Entweder-Oder-Möglichkeiten lösen konnte.

Und das ist noch nicht einmal alles: Ich bin mir nicht sicher, ob der Text schlicht durch einen schlechten Online-Übersetzer gejagt wurde oder gar KI zum Einsatz kam (zumindest gibt es keine offiziellen Übersetzer:innen, die genannt werden), aber es gab auch andere Rätsel, bei denen die Übersetzung es schwer machte, sie zu verstehen. So wird z.B. im unlösbaren Rätsel 62 für das gleiche Motiv im Grid sowohl „Forscherdrang“ als auch „Wissbegierde“ verwendet (Synonyme gibt es zwar regulär bei den Hinweisen, aber sonst nie im Grid), bei Rätsel 65 „Bosheit“ als Synonym für „Trotz“ verwendet (obwohl beide Begriffe getrennt voneinander in anderen Rätseln vorkommen) und in Rätsel 70 als Objekt eine Handtasche erwähnt, obwohl eigentlich eine Geldbörse gemeint ist (noch verwirrender dadurch, dass im selben Rätsel ein Handschuh vorkommt und ich nicht wusste, um welche Art Fehler es sich handelt).

Mit anderen Worten: Lauter störende Kleinigkeiten in der deutschen Version, die zwar fast ausschließlich auf den Schwierigkeitsgrad der „Komplexen Katzen“ beschränkt sind, aber gerade deshalb umso frustrierender. Eigentlich hatte ich vor, noch mehr Rätselbücher des Verlags zu lösen, doch nun, da ich fürchten muss, dass auch sie so viele Fehler haben (und es noch nicht mal klar ist, ob es überhaupt Übersetzer:innen gab), zögere ich, weitere Bücher des Verlags auszuprobieren. Vielleicht gönne ich mir in diesem Fall lieber die englische Originalversion.

– Sämtliche Gedichte
 1403 Seiten

Während ihres Lebens hat Emily Dickinson fast 1.800 Gedichte geschrieben, die erst nach ihrem Tod vollständig an die Öffentlichkeit gelangten. In dieser ersten deutschen Gesamtausgabe werden nicht nur die Originale, sondern auch eine deutsche Übersetzung vorgelegt - die Gunhild Kübler glücklicherweise sehr gut gelungen ist.

Nicht nur findet sie die passenden Wörter und Reime, sondern macht den englischen Text durch ihre Formulierungen verständlicher - was insofern interessant ist, dass die Übersetzung selbst wie gesagt sehr akkurat ist, die Bedeutung aber trotzdem besser im Deutschen herüberkommt.

Die Satzmelodie kommt dafür im Englischen besser zur Geltung, was wohl keine Überraschung ist.

Sehr interessant fand ich auch die Informationen zu Emily Dickinson im Anhang, und regelrecht notwendig die Anmerkungen zu ihren Gedichten, wo nicht nur auf unübersetzbare Passagen, sondern auch auf die Bedeutung der Gedichte eingegangen wird. Ich hatte es nämlich trotz der deutschen Übersetzung, die die Bedeutung klarer machte, schwierig, viele Gedichte zu verstehen, weshalb hier die Anmerkungen sehr geholfen haben.

Insgesamt habe ich einen Monat gebraucht, um alle Gedichte zu lesen, doch rate ich, sich bei eigener Lektüre sogar noch mehr Zeit zu nehmen, damit man sich noch mehr von Emily Dickinsons Lyrik gefangen nehmen lassen kann.

– The Age of Darkness – Das Ende der Welt
 560 Seiten

"The Age of Darkness - Das Ende der Welt" ist der dritte und letzte Band der Age-of-Darkness-Trilogie, den ich bereits auf Englisch las, aber natürlich wissen wollte, wie gut er übersetzt worden ist.

Was die Handlung und die Charaktere angeht, war beides sogar noch besser, als ich es in Erinnerung hatte! Die Tatsache, dass ich bereits wusste, was passieren und wie es enden würde, hat meine Freude am Lesen keinesfalls geschmälert, weil es einfach Spaß machte, die Charaktere ein weiteres Mal auf ihrer Mission, die Welt zu retten, zu verfolgen. Die Charakter-Interaktionen, die uns in den vorigen zwei Bänden größtenteils verwehrt blieben, bilden zusammen mit Antons und Judes Beziehung das Highlight.

Was die Übersetzung angeht, bestand schnell ein Anlass zur Sorge: Im Gegenteil zu Band 1 und 2 wurde der dritte Band nicht von Anja Galić übersetzt, sondern von Heide Horn und Christa Prummer-Lehmair. Diesen Wechsel hat man ziemlich deutlich gemerkt, weil vor allem in Dialogen, aber auch im Text plötzlich umgangssprachliche Formulierungen verwendet wurden, die Anja Galić bewusst mied und durch archaischere Ausdrücke ersetzte. Deshalb mochte ich ihre Übersetzung der ersten zwei Bände auch so sehr - die Charaktere drückten sich nie modern aus, sondern für ihre Zeitperiode angemessen.

Im dritten Band ist dem nicht mehr der Fall. Das war vor allem am Anfang recht abschreckend und ich stolperte immer wieder über Sätze, die sich nicht richtig anhörten. Im Lauf des Buches wurde das zum Glück besser, aber ein paar besonders grenzwertige Ausdrücke sind mir dennoch negativ aufgefallen: "Peanuts", "Inselhopping", "Torschlusspanik", "Insider-Informationen" oder auch Sätze wie "allmählich machte es Klick bei ihr", die meinen Lesefluss sehr störten, weil es solche modernen Wörter in den ersten zwei Bänden schlichtweg nicht gab und die Übersetzung selbst davon abgesehen mir stellenweise zu umgangssprachlich war.

Letzten Endes handelt es sich um verhältnismäßig wenige Stellen, aber gerade deshalb fielen sie mir umso mehr auf. Tatsächlich würde ich mir am liebsten eine zweite Übersetzung von Anja Galić wünschen, obwohl ein Großteil des Buches immer noch neutral übersetzt worden ist. Wem es missfällt, in seinen Fantasybüchern moderne Ausdrücke zu lesen, sei hier gewarnt, da diese das eigentlich wunderbare Finale der Trilogie ein wenig schmälern.

– Anne auf Green Gables (Neuübersetzung)
 384 Seiten

Schöner Klassiker, in dem mir vor allem Annes und Gilberts Beziehung und Annes Erzieherin Marilla gefallen hat. Anne selbst ist ein wahrlich fantasievolles Kind. Sie hat die Schwäche, sich in ihren Fantasien zu verlieren und oft und lange über sie zu reden, aber gleichzeitig lernt sie aus ihren Fehlern und ist ein fleißiges Kind.

Insgesamt ein angenehmer Roman, der in manchen Aspekten zwar schon veraltet ist, aber hoffentlich noch lange in den Herzen seiner Leser fortleben wird.