- Queergestreift
- Alles über LGBTIQA+
- Kathrin Köller
- Irmela Schautz
- Hanser
- Sachbuch
- LGBTQ+
- Aufklärung
- Verständnis
- Geschichte
- Gesetze
- Deutschland
Sehr empfehlenswerte Lektüre sowohl für queere als auch für cis und hetero Personen; letztere lernen, was sie beachten müssen, wenn sie über und mit queeren Personen reden, während Leser*innen, die selbst queer sind und meinen, schon alles Notwendige zu wissen, trotzdem ein paar neue Informationen bekommen.
Es ist schon erschreckend, wie spät gewisse Gesetze zum Schutz queerer Personen in Deutschland eingeführt bzw. wie spät diskriminierende Gesetze verboten wurden. Wir sind zwar bereits auf dem Weg, haben aber noch eine weite Strecke vor uns; nicht nur im Gesetz, sondern auch in der Gesellschaft, was die beiden Autorinnen sehr deutlich gemacht haben.
Deshalb hoffe ich, dass durch die Lektüre dieses Buches mehr Menschen darauf aufmerksam werden, was sie selbst bewirken können!
- Amelia
- Seiten des Lebens
- Ashley Schumacher
- Arctis
- Jugendbuch
- Fantasie
- Lesen
- Trauer
- Romanze
- Fotografien
- Bücher
- Geschichten
Amelia und Jenna sind beste Freunde und große Fans der Chroniken von Orman, die von dem noch jungen Nolan Endsley geschrieben wurden. Doch nach einem gescheiterten Treffen mit dem Autor wird Amelias Leben auf den Kopf gestellt, als Jenna bei einem Autounfall stirbt und es ihr unmöglich macht, je wieder eine Geschichte zu genießen. Doch als Amelia eine besondere Ausgabe der Chroniken von Orman bekommt, hofft sie auf eine Nachricht von Jenna und beschließt, herauszufinden, wer ihr das Buch geschickt hat. Stattdessen trifft sie auf Nolan Endsley höchstpersönlich und bald schon müssen beide sich mit den Verlusten in ihrem Leben auseinandersetzen …
Diese Geschichte ist insgesamt relativ ruhig und sehr emotional erzählt; an sich bietet sie nicht viel Neues, aber dennoch hat es mir sehr viel Spaß gemacht, sie zu lesen. Das liegt zum Einen am angenehmen Schreibstil, zum Anderen daran, dass die Geschichte so viele schöne Details enthält, dass es eine wahre Freude war, sie zu entdecken. Da wäre zum Beispiel natürlich die Geschichte der Chroniken von Orman, die wir überraschend gut kennenlernen – sogar so gut, dass ich am liebsten wünschte, dass sie real wären, weil ich sie sehr gerne gelesen hätte. Was mir ebenfalls sehr gut gefiel, war, wie die Charaktere sich gegenseitig durch Fotografien beruhigen, indem sie die Geschichte hinter ihnen erzählen. Das hat den Figuren nicht nur viel Tiefe verliehen, sondern war auch eine hervorragende Methode, um zu zeigen, wie wichtig Geschichten für sie sind.
Auch unabhängig von Fotografien bekommen wir die Vergangenheit der Charaktere mit, die, um ehrlich zu sein, recht vorhersehbar war; da hat es mir schon besser gefallen, Amelia und Nolan dabei zu beobachten, wie sie sie gemeinsam überwinden. Obwohl sie im Buch nur wenige Tage miteinander verbringen, spürt man ihre Verbindung deutlich, was ich sehr beeindruckend fand – ich las zwar durchaus schon andere Geschichten, in denen die Chemie zwischen den Charakteren so gut stimmte, dass es glaubwürdig war, wenn sie innerhalb kurzer Zeit zueinander gefunden haben, aber bei Amelia und Nolan gibt es einen zusätzlichen Pluspunkt, weil ihnen selbst bewusst ist, wie unwahrscheinlich es ist, dass sie nach wenigen Tagen damit rechnen können, ein ganzes Leben miteinander zu verbringen, die Geschichte mich aber davon überzeugt hat, dass sie es schaffen werden.
Der Schreibstil war so gut, dass ich die Handlung stets vor meinem inneren Auge sah, als würde sie sich wie in einem Film abspielen, was mir nicht oft passiert. Von daher kann ich die Geschichte trotz der Tatsache, dass sie nichts weltbewegend Neues enthält, sehr empfehlen, weil sie es trotz gewohnter Schemata schafft, etwas Besonderes zu sein!
Rabbits ist ein Spiel, das sich in der Wirklichkeit abspielt. Es geht darum, Diskrepanzen in der Realität zu finden, den dadurch enthüllten Hinweisen zu folgen und das Spiel schließlich zu gewinnen. K war schon immer versiert darin, Zusammenhänge zu erkennen und wird dadurch bald immer mehr in Rabbits hineingezogen. Bald jedoch muss er an seinem Verstand zweifeln, denn die Wirklichkeit scheint immer mehr durcheinander zu geraten ...
Dieser Thriller war sehr spannend, manchmal unglaublich schräg und auf jeden Fall undurchschaubar, aber auf eine Weise, die ich bisher nicht in Thrillern gelesen habe. Er greift nämlich das Konzept alternativer Realitäten auf (siehe Mandela-Effekt) und hat mich ein bisschen an Matrix erinnert, weil die Wirklichkeit, in der K wohnt, durchaus vergleichbar mit Matrix' programmierter Welt ist. Stellenweise war er mir aber dann doch ein wenig zu schräg und undurchschaubar und tatsächlich hätte ich gerne auf eine realistische Erklärung gehofft, auch wenn die übernatürliche Seite sehr gut zu dem Roman gepasst hat.
Das Ende war ein bisschen abrupt, wahrscheinlich auch, weil der Weg so lang und undurchschaubar war. Dafür waren die Mittel, die Terry Miles verwendet hat, so effektiv, dass ich selbst ein wenig paranoid zu werden begann und sogar nach verdächtigen Mustern Ausschau gehalten habe. Das ist mir bei einem Thriller bisher noch nie passiert!
Was mir ebenfalls gefallen hat, waren die Referenzen zu verschiedenen Videospielen, weil ich selbst auch gerne zocke; jedoch muss man mitnichten selbst Fan von Videospielen sein, um Rabbits zu genießen.
Wer nichts dagegen hat, wenn es in seinem Roman auch mal ein bisschen schräg zugeht und gleichzeitig nach spannender Lektüre sucht, wird hier zufrieden sein. In diesem Sinne: Die Tür ist offen!
- Know Our Love
- Ella&Dilan&Simon
- Jette Menger
- Moon Notes
- Liebesroman
- Romanze
- Young Adult
- Polyamorie
- Feel-Good-Buch
- LGBTQ+
Acht Jahre ist es her, dass Simon damals auf dem Abschlussball von seiner großen Liebe verlassen wurde. Doch schon seit einer Weile hat er jemanden gefunden, den er endlich genauso sehr liebt: Ella, seine beste Freundin. Doch als diese ihm ihren neuen Freund Dilan vorstellt, geraten Simons Gefühle gehörig durcheinander - vor allem, als er hinter Dilans Geheimnis kommt ...
"Know Our Love" ist der dritte Band der "Know Us"-Reihe, kann aber auch unabhängig davon gelesen werden. Er erzählt auf sehr schöne Weise die Geschichte einer polyamoren Beziehung, die neben den vielen, vielen monogamen Büchern eine sehr erfrischende Sichtweise geboten hat. Ein wunderbares "Feel Good"-Buch über Akzeptanz, das uns drei wundervolle Hauptcharaktere beschert und dabei ohne unnötige Missverständnisse zurechtkommt.
Das einzige, was ich mir noch gewünscht hätte, wäre, Ellas und Dilans Sichtweisen zu lesen; bis auf den Epilog wird die Geschichte komplett von Simon erzählt, sodass vor allem seine Beziehungen mit Ella und Dilan stark thematisiert werden, während Ellas und Dilans Beziehung zwar auch angesprochen, durch die gewählte Sichtweise aber nur indirekt an uns herangetragen wird.
Wer mal Lust auf eine etwas andere Liebesgeschichte hat, wird sich an "Know Our Love" sehr erfreuen!
- Das Glück auf
- der letzten Seite
- Cathy Bonidan
- Zsolnay
- Belletristik
- Briefroman
- Manuskript
- Lesen
- Schnitzeljagd
In einem Hotel entdeckt Anne-Lise in ihrem Nachttisch ein unveröffentlichtes Manuskript, das sie zutiefst berührt, weshalb sie dem Autor Sylvestre, der seine Adresse hinterlassen hat, schreibt. Dieser enthüllt zum einen, dass er das Manuskript vor über dreißig Jahren schrieb, und zum anderen, dass die zweite Hälfte gar nicht von ihm stammt, sondern die Geschichte von jemand Anderem weitergeschrieben wurde. Gemeinsam mit ihren Freunden entschließen die beiden sich, herauszufinden, welchen Weg das Manuskript in den dreißig Jahren eingeschlagen hat, welche Menschen es beeinflusste und wer die mysteriöse Person ist, die den Roman zu Ende schrieb ...
Diese Geschichte ist in Briefen erzählt, wobei vor allem vier Charaktere den Großteil der Korrespondenz erledigen: Anne-Lise, die Finderin des Manuskripts; Sylvestre, der Autor; Maggy, Anne-Lises beste Freundin; und William, dessen Familiengeschichte mit dem Manuskript zusammenhängt. Natürlich kommen noch ein paar andere Briefschreiber vor, die ihre Sicht der Dinge darlegen und herauszufinden versuchen, wie das Manuskript von Hand zu Hand ging, doch insgesamt bleibt der Cast an Charakteren überschaubar.
Ich lese nicht allzu viele Briefromane, weshalb es schön war, mal wieder in dieses Genre abzutauchen; vor allem natürlich, weil die Liebe zum Lesen ein wichtiges Thema ist, das sich über den ganzen Roman hinweg zieht. Auch die persönlichen Beziehungen zwischen den Charakteren fand ich fesselnd, nur übertroffen von dem Einfluss, den das Manuskript auf sie alle hatte.
Ein klein wenig Kritik habe ich trotzdem, nämlich die vorurteilenden Kommentare über Männer und Belgier/Engländer/Franzosen. Es ist nie ganz klar, ob es sich um neckende, humorvoll gemeinte Sätze handelt oder nicht, aber so oder so fand ich es irritierend, wie manchmal ganze Gruppen über einen Kamm geschoren wurden.
Auch wenn es nicht allzu oft vorkommt und auch neckend interpretiert werden kann, hat es mich ein wenig gestört. Davon abgesehen bietet der Roman eine schöne Liebeserklärung an das Lesen, die sicher jeden glücklich macht, der sich ebenso gerne in den Seiten eines Buches verliert.
Darcy Phillips ist die anonyme Betreiberin von Spind 89: Einem Art Kummerkasten, in den man in einem Brief nach Hilfe bei Liebesproblemen fragen kann und von Darcy eine hilfreiche Antwort erhält. Der Service ist sehr beliebt, doch für Darcy ist es unheimlich wichtig, dass er weiter anonym bleibt, weil sie den Spind dazu benutzte, das Liebesleben ihrer besten Freundin und heimlichen Liebe zu beeinflussen. Doch dann kommt Alexander Brougham hinter ihr Geheimnis - und möchte unbedingt, dass Darcy ihm hilft, wieder mit seiner Exfreundin zusammenzukommen ...
Den Vorroman der Autorin, "Nur fast am Boden zerstört", fand ich gut, doch dieser hier ist sogar noch besser. Ich konnte mich sehr gut mit Darcy identifizieren und ihre wachsende Beziehung zu Brougham war unglaublich gut umgesetzt. Brougham selbst war, genau wie Darcy, ein sympathischer und dreidimensionaler Charakter und ist mir genau wie sie sehr ans Herz gewachsen. In diesem Zusammenhang fand ich es auch sehr gut, dass das Problem der internalisierten Biphobie angesprochen wurde - einem Thema, das meiner Meinung nach ruhig öfter in Romanen erwähnt werden dürfte!
Was die Nebencharaktere angeht, ist mir Darcys Schwester Ainsley besonders positiv aufgefallen, sie war definitiv mein Favorit. Aber auch Darcys beste Freundin Brooke und deren Freundin Ray habe ich sehr gemocht, ihre Reaktionen auf die verschiedenen Offenbarungen im Lauf der Handlung waren sehr realistisch. Nur fand ich, dass von diesen drei abgesehen die Nebencharaktere nicht allzu stark hervorkamen.
Dabei gibt es am Anfang eines Kapitels in der Regel sogar einen der "Spind 89"-Briefe und Darcys Antwort zu lesen, was zwar meisterlich "Show, don't tell" umgesetzt hat, sich aber auch perfekt dafür geeignet hätte, anderen Nebencharakteren mehr Raum zu geben. Nichtsdestotrotz haben mir die Briefe an sich - und die Ratschläge! - sehr gut gefallen.
Insgesamt also ein gelungener Roman mit nur kleinen Mankos, die man verschmerzen kann. Wer eine süße Liebesgeschichte lesen und speziell mehr über Bisexualität erfahren will, wird sicher begeistert sein!
Vhalla arbeitet in einer Bibliothek und ist auch ganz glücklich dort. Doch als ihr eröffnet wird, dass sie eine Magierin sein soll, ändert sich ihr Leben auf einen Schlag - vor allem, als ihre Magie erwacht und sie feststellt, dass sie das Element Luft beherrscht und damit die erste Windläuferin seit 150 Jahren ist. Zusammen mit dem Prinzen Aldrik lernt sie, ihre Magie zu beherrschen, wobei die beiden sich langsam näher kommen ...
Ich habe keine Ahnung, wie genau ich dieses Buch beurteilen soll, weil ich zwar unzählige Kritikpunkte gefunden, aber das Buch trotzdem zu Ende gelesen und auf merkwürdige Weise genossen habe.
Die Protagonistin Vhalla ist hierbei eine halbe Ausnahme; ich fand sie nämlich sehr sympathisch und habe mit ihr mitgefiebert, aber ihr heuchlerisches Verhalten, was Magie betrifft, hat mir dafür nicht gefallen, weil es nicht als solches behandelt wurde. Sie wurde nämlich zusammen mit den anderen Eleven erzogen, Magie zu fürchten, was sie auch am Anfang tut; sie braucht eine ganze Weile, um sich an den Gedanken, eine Magierin zu sein, zu gewöhnen. Doch als sie ihr Geheimnis dann jemand Anderem anvertraut, ist sie sofort verletzt, nicht sofort akzeptiert zu werden, obwohl sie sich selbst zu Beginn auch nicht besser verhielt. Zum Glück ist ihr Charakter davon abgesehen gut ausgearbeitet, sodass es leicht fällt, sich in sie hineinzuversetzen.
Damit kämen wir zu Aldrik, ihrem Love Interest. Er machte am Anfang einen äußerst schlechten Eindruck auf mich, weil er Vhalla bei seinem ersten richtigen Auftritt von einem Dach stößt, um zu beweisen, dass sie eine Windläuferin ist. Sie überlebt schwer verletzt und braucht Wochen, um sich zu erholen, wobei Aldrik sich nur halbherzig entschuldigt. Er hat während des Romans abwechselnd arrogante und mitfühlende Phasen, was ihn letztendlich nicht sympathisch machte.
Die Nebenfiguren blieben recht blass; es gab ein sehr unnötiges Liebesdreieck, davon abgesehen keine Nebencharaktere, die besonders positiv oder besonders negativ aufgefallen wären.
Nach all dieser Kritik stellt sich natürlich die Frage, warum ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen und es teils sogar genossen habe. Das liegt teils an dem flüssigen Schreibstil, teils an der gut strukturierten Handlung; obwohl mich die Charaktere manchmal genervt haben, wollte ich trotzdem wissen, wie es mit ihnen weitergeht und wie sich die Handlung entwickelt. Deshalb fällt es mir so schwer, das Buch zu beurteilen; es hatte eine Menge Dinge, die mir nicht gefielen, aber gleichzeitig hat es trotzdem Spaß gemacht, es zu lesen. Ich muss sagen, dass ich selten so hin- und hergerissen war, was die Bewertung eines Buchs angeht.
Weiterempfehlen würde ich es nur Romantasy-Fans, die nichts dagegen haben, vertraute Klischees zu sehen. Alle anderen werden es vermutlich nicht mögen.
Wallace Price ist Anwalt und nichts ist ihm wichtiger als seine Arbeit. Doch dann bekommt er unerwarteterweise einen Herzinfarkt und stirbt - nur, um als Geist wiederzukehren. Bald landet er in einem Teegeschäft, wo der Fährmann Hugo ihn zusammen mit der Sensenfrau Mei, Hugos totem Großvater Nelson und dem Geisterhund Apollo auf das Jenseits vorbereitet. Und so lernt Wallace nicht nur, ein besserer Mensch zu werden, sondern findet auch die große Liebe ...
Die Prämisse ist durchaus bekannt - tatsächlich war mein erster, nicht unbedingt akkurater Gedanke, dass die Geschichte eine Mischung aus Dickens "Weihnachtsgeschichte" und Pixars "Soul" ist -, aber selten habe ich sie so gut umgesetzt gesehen wie hier.
Erstens sind die Charaktere absolut wunderbar. Dabei hilft sehr, dass die oben genannten Charaktere mit einigem Abstand die wichtigsten sind und man sie durch die verbrachte Zeit am besten kennenlernt. Natürlich gibt es noch einige wichtige Nebenfiguren, aber dadurch, dass der Roman sich auf ein paar wenige beschränkt, konnte T. J. Klune ihnen eine Tiefe verleihen, die mich tief beeindruckt hat.
Besondere Erwähnung verdienen Wallace und Hugo. Nicht nur waren die Charaktere an sich absolut fantastisch, ihre Beziehung war das Highlight des Buches. Sie verlief so natürlich und flüssig, wie ich es selten gelesen habe - ich liebe es, wenn Beziehungen sich langsam entwickeln, aber die zwischen Wallace und Hugo ist etwas Besonderes. Sie haben sehr viele schöne Momente zusammen und die Chemie zwischen ihnen war schlicht perfekt.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Schreibstil, der es leicht machte, sich alles, was passierte, vorzustellen. Zwar habe ich allgemein eine starke Fantasie, aber bei T. J. Klunes Schreibstil war es besonders leicht, sich in die Geschichte fallen zu lassen.
Womit wir bei dem einzigen möglichen Kritikpunkt wären: Das Pacing der Geschichte. Es ist sehr langsam, weil man die Charaktere und ihre Lebenssituation sehr ausführlich kennenlernt und ihre Erlebnisse fast schon wie Episoden einer Serie wirken. Mir persönlich machte es nichts aus, weil es mir sehr viel Spaß machte, Zeit mit den Charakteren zu verbringen, aber ich kann mir vorstellen, dass das Pacing manchen ZU langsam ist, weshalb ich es erwähnt haben wollte.
Doch für mich war diese Geschichte ein prägendes Erlebnis, das ich so bald nicht wieder vergessen werde!
"Im Nachtwald" ist ein ganz besonderes Buch für Charles Hayden, der plant, eine Biographie des Autors zu schreiben. Zu diesem Zweck ist er mit seiner Frau Erin nach Hollow House gezogen, doch ihre Vergangenheit - den Verlust ihrer Tochter Lissa - können sie nicht vergessen. Sie taucht vor ihnen auf wie ein Geist, zusammen mit dem Gehörnten König, der "Im Nachtwald" ein Mädchen in seine Welt entführt ...
Die Lektüre dieses Buches war sehr seltsam. Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was ich von ihm hielt. Es war merkwürdig, märchenhaft, mystisch. Ruhig erzählt, mit traurigen Segmenten, wobei die "düstere Liebesgeschichte", die im Klappentext beworben wird, höchstens zwischen den Zeilen stattfindet. Denn es geht gar nicht so sehr um die Beziehung zwischen Charles und Erin, sondern darum, wie Charles Recherchen über Caedmon Hollow, den Autor von "Im Nachtwald", anstellt, während Erin immer mehr in Depressionen verfällt, weil sie den Tod ihrer Tochter einfach nicht verarbeiten kann.
Insofern war es kein fröhliches Buch. Aber auch kein trauriges. Der leicht märchenhaft-fantastische Aspekt hat mich wohl am meisten irritiert, weil lange nicht klar ist, ob er wirklich existiert oder auf Halluzinationen beruht. Zwar wird diese Frage beantwortet, aber um ehrlich zu sein, verwirrte mich die Antwort eher, als Klarheit in die Geschichte zu bringen.
Zudem fiel es mir schwer, mich in die Charaktere hineinzuversetzen, weil wir zwar einen guten Einblick in ihr Innenleben bekommen, die merkürdigen Erlebnisse mich aber zu oft von ihrem inneren Konflikt ablenkten.
Letztendlich muss ich leider sagen, dass der Roman nichts allzu Besonderes war, auch wenn der Schreibstil und die Idee mir gefiel. Der seltsame Genre-Mix schreckte mich dann doch ab, weil er nichts Halbes und nichts Ganzes war. Vielleicht können andere Leser mehr mit der Geschichte anfangen, aber ich gehöre leider nicht dazu.
Maja, Fini und Konrad haben im ersten Band einen passenden Baum für Tomti gefunden, doch ein neues Abenteuer wartet auf sie: Sie finden einen kleinen Fuchs, der von seiner Mutter getrennt wurde und von einem Mädchen namens Liska betreut wird. Die Freunde beschließen, die Mutter des Fuchses zu finden, und lernen dabei noch einige andere Tiere kennen ...
Während der erste Band sich mit unterschiedlichen Bäumen beschäftigte, thematisiert der zweite Band unterschiedliche Tiere. So lernen Maja und Fini so einiges über die Tiere, die in ihrer Stadt leben, was auch für mich sehr lehrreich war. Allerdings ist eine Fehlinformation vorhanden: Der Mythos, dass man Baby-Tiere nicht berühren darf, weil sie Menschengeruch annehmen und von ihren Eltern verlassen werden könnten. Zwar ist es durchaus richtig, dass man gefundene Tiere lieber in Ruhe lassen sollte, aber es erstaunte mich dennoch, dass als Erklärung dieser Mythos angegeben wurde.
Das ändert zum Glück nichts daran, dass die Geschichte gut erzählt und die Tierinformationen gut eingebaut wurden; es ist kein Kinderbuch, das bewusst belehren will, sondern lieber subtil an die Sache herangeht, was ich sehr lobenswert fand.
Die Zeichnungen von Karin Lindermann sind ebenfalls positiv zu erwähnen, weil sie die Charaktere gut darstellt. Ihr Zeichenstil ist recht schlicht, aber charmant, wobei mir vor allem ihre gezeichneten Tiere und Pflanzen gut gefielen.
Insgesamt ein kurzweiliges, schönes Leseerlebnis für Kinder ab acht Jahren.
- Peter Pan
- Reise ins Ungewisse
- Disney
- Twisted Tales
- Liz Braswell
- Abenteuer
- Fantasie
- Freundschaft
- Erwachsenwerden
Vier Jahre sind vergangen, seit Peter Pans Schatten von Wendy gefunden wurde, aber Peter ist nie aufgetaucht, um ihn zu holen. Schließlich beschließt Wendy, den Schatten Captain Hook zu verkaufen, im Austausch dafür, dass er sie nach Nimmerland bringt. Doch Peters Schatten ist alles, was Hook noch gefehlt hat, um seine Pläne in die Tat umzusetzen, sodass Wendy alles in ihrer Macht Stehende tun muss, um ihn aufzuhalten ...
Zuerst eine Kritik: Weder der Titel noch der Untertitel passt zum Buch. "Peter Pans Reise ins Ungewisse" passt insofern nicht, dass Wendy die Hauptfigur ist und Peter selbst erst ab dem letzten Viertel vorkommt. Und "Was wäre, wenn Wendy zuerst mit Captain Hook nach Nimmerland gesegelt wäre?" erweckt den irrtümlichen Eindruck, es würde hauptsächlich um Wendys und Hooks Beziehung gehen, was ebenfalls nicht der Fall ist. Letzteres hätte ich zugegeben gerne gesehen und war deshalb ein wenig enttäuscht, dass die beiden relativ wenig Screentime zusammen haben, aber dafür glänzte der Roman durch andere Vorzüge.
Wobei wir beim größten Lob wären: Wendys und Tinkerbells Freundschaft, die das Zentrum der Geschichte bildet und hervorragend beschrieben wurde. Tinkerbell wurde sehr gut dargestellt und man merkt richtig, wie sie sich langsam für Wendy erwärmt. Tatsächlich mochte ich ihre Freundschaft sogar lieber als die von Wendy und Peter, weil sie ausführlicher gezeigt wurde.
Captain Hook konnte mich als Charakter auch begeistern, erst recht nach dem Twist, den Liz Braswell einbringt. Er ist ein toller Bösewicht!
Positiv überrascht war ich auch, dass das harte Leben im damaligen England ebenfalls ein Thema ist, mit dem die Autorin sich beschäftigt. Allgemein hat sie die kritischen Aspekte, die Disney's Peter Pan aufweist, angesprochen und betont, welche Werte vielleicht doch nicht so erstrebenswert sind, wie sie im Film dargestellt werden. Das hat mir gut gefallen.
Wer also darüber hinwegsehen kann, dass Titel und Untertitel des Buches nicht zur Handlung passen und sich stattdessen auf ein tolles, tiefgründiges Abenteuer mit Wendy freut, wird hier nicht enttäuscht werden!
Alice ist inzwischen achtzehn Jahre alt und hat ihr Abenteuer im Wunderland nur als fernen Traum in Erinnerung. Doch als sie in der Fotografie ein neues Hobby entdeckt, stellt sie fest, dass auf den Fotos ihre alten Freunde aus dem Wunderland zu sehen sind - Freunde, die dringend ihre Hilfe brauchen ...
"Alice im Bann der Herzkönigin" war insgesamt eine gelungene Fortsetzung von Disney's Alice im Wunderland; die Alice von damals ist zu einer jungen Frau herangewachsen, behält in ihrem Herzen aber immer noch eine Liebe zum Unsinn bei. Sie fühlt sich wie eine realistische, erwachsene Version von Alice an und ich mochte ihren Charakter sehr.
Auch das Wunderland wurde hervorragend dargestellt - alles ergab in etwa so viel Sinn, wie man es erwartet, im positiven Sinne. Das Wunderland ist auch hier weiterhin merkwürdig und schräg, seine Bewohner halb wahnsinnig, halb von Angst geprägt.
Die Handlung hatte allerdings ein paar Längen, und allgemein würde ich dieses Buch nur denen empfehlen, die den Disney-Film sehr gemocht haben; für jemanden wie mich, der kaum eine Erinnerung an den Film hat und von vornherein nicht sonderlich interessiert an ihm war, fiel es logischerweise schwerer, mit allen Charakteren und der Handlung mitzufiebern. Für jemanden, der die Geschichte von Alice mag, wird das sehr viel leichter fallen, zumal wie gesagt sowohl Alice als auch das Wunderland sehr gut dargestellt wurden.
Ein nettes Abenteuer für zwischendurch, das Fans sicherlich begeistert!
Im Jahr 1971 entführte ein Mann unter dem Pseudonym Dan Cooper ein Flugzeug, forderte 200.000 Dollar Lösegeld und sprang anschließend aus dem Flugzeug, ohne dass er oder der Großteil des Geldes je wieder gefunden wurde. In seinem Roman "Cooper" beschreibt Jens Eisel diese Ereignisse und stellt dabei seine eigene Theorie dazu auf, wer Dan Cooper wirklich gewesen ist.
Sehr gefallen hat mir, dass er sich dabei an den Tatsachen orientiert und sich nur dort künstlerische Freiheiten erlaubt hat, wo es passend war. Obwohl ich dank dem bekannten YouTube-Video "The Search For D. B. Cooper" von LEMMiNO sowie eigenen Recherchen die Ereignisse bereits kannte, hat es mir viel Spaß gemacht zu lesen, wie Jens Eisel sie beschreibt, weil er auch auf verschiedene Sichtweisen eingeht und uns so leicht mitfiebern lässt.
Etwas weniger haben mir die Ereignisse gefallen, die nach dem Sprung passierten, weil mich hier nur Coopers Seite der Geschichte interessierte - deren Auflösung übrigens nicht ganz klar war, weil ich mir nicht hundertprozentig sicher bin, was genau der Autor mit dem Ende impliziert. Das ist aber im Anbetracht des Rests der Geschichte, die sehr spannend erzählt ist, ein vergleichsweise kleines Manko.
Wer sich für den Fall interessiert und ihn mal in Romanform lesen möchte, hat hiermit das richtige Buch dafür gefunden!
- Man liebt sich immer
- zweimal im Leben
- Annette Christie
- Ullstein
- Zeitschlaufe
- Hochzeit
- Romanze
- Liebe
- Familie
- Probleme
Am Tag vor ihrer Hochzeit läuft für Megan und Tom nichts so, wie es sein sollte. Ihre Familienmitglieder verhalten sich unmöglich und dann findet Tom auch noch heraus, dass Megan einmal mit seinem besten Freund Leo geschlafen hat. Megan dagegen fühlt sich oft übergangen, weil sie das Gefühl hat, bei Toms Entscheidungen kein Mitspracherecht zu haben - erst recht, als sie erfährt, dass Tom in einen anderen Bundesstaat ziehen will, ohne ihr etwas davon gesagt zu haben. Kurzerhand beschließen sie, die Hochzeit abzublasen - nur um an nächsten Tag festzustellen, dass sie in einer Zeitschleife gefangen sind und sich dieser schreckliche Tag immer und immer wieder wiederholt. Schnell entwickeln sie Theorien, wie sie der Zeitschlaufe entkommen können, doch stellt sich das als nicht ganz so einfach heraus, wie sie gedacht hatten ...
Zeitschlaufen gehören zu meinen persönlichen Lieblingsplots und Annette Christie hat die ihre auf wunderbare Weise umgesetzt. Ungewöhnlich hierbei ist, dass die gesamte Geschichte innerhalb von sieben Zeitschlaufen erzählt wird; ich bin es gewöhnt, dass viele Zeitschlaufen übersprungen werden, bis die Charaktere schon im drei- oder gar vierstelligen Bereich sind, weshalb es erfrischend war, Charaktere zu erleben, die sehr viel schneller durchkommen.
Die beiden Hauptcharaktere Megan und Tom sind beide unglaublich sympathisch und ich konnte mich sehr gut in die beiden hineinversetzen; lobend zu erwähnen ist auch Toms bester Freund Leo, mit dem Megan einmal fremdgegangen ist. Es hat mich sehr gefreut, zu sehen, dass er ein wirklich sympathischer Charakter war, dem ich Megan durchaus gegönnt hätte, wären sie und Tom kein so tolles Paar.
In diesem Zusammenhang will ich auch erwähnen, wie schön und gleichzeitig realistisch Megans und Toms Beziehung beschrieben wurde - sie haben viel miteinander geteilt und zeigen, dass man auch größere Probleme überwinden kann, wenn man offen zueinander und bereit ist, dem jeweils anderen zu vergeben (und seine eigenen Fehler einzusehen).
Die restlichen Nebencharaktere bekommen nicht allzu viel Tiefe, dafür aber einige wichtige Szenen.
Übrigens war auch die Zeitschleife gut umgesetzt - es wird nicht zu viel wiederholt, aber man merkt trotzdem, wie schlimm es für Megan und Tom ist, im immer selben Trott festzustecken.
Meine einzige Kritik sehe ich darin, dass der erste Tag der Zeitschlaufe nahezu ein Viertel des Buches einnimmt und es mir deshalb zuerst schwer fiel, mich in die Geschichte fallen zu lassen, weil die ganzen Details mir logischerweise noch unwichtig erschienen. Doch lohnt es sich eindeutig, durchzuhalten, weil man dann mit einer wunderschönen Geschichte belohnt wird!
Vor drei Jahren hat June sich für das Theater und gegen ihre damalige Liebe Kian entschieden – und auch gegen Ash, Kians besten Freund, der damals ebenfalls eine unerklärliche Faszination auf sie ausübte. Doch dann sehen die drei sich wieder und ihre Gefühle füreinander werden immer stärker, bis sie irgendwann merken: Sie wollen sich nicht für eine Person entscheiden. Doch kann eine Beziehung zu dritt für sie überhaupt funktionieren?
Natürlich lautet die offensichtliche Antwort „Ja“, aber zum Glück schmäht dieses Wissen den Genuss dieses Liebesromans keineswegs. Polyamorie ist immer noch ein äußerst seltenes Thema in Romanen aller Art, weshalb ich umso erfreuter war, hier eine so gute Repräsentation zu sehen. Die Liebe zwischen June, Kian und Ash ist deutlich zu spüren und es war eine wahre Freude, ihre wachsende Beziehung zu verfolgen. Natürlich wird hierbei auch auf die Vorurteile der Gesellschaft eingegangen, denen die drei sich stellen müssen; denn so schön ihre Liebe auch ist, natürlich wird sie nicht von allen akzeptiert. Hier fand ich es schön, wie die drei letztendlich damit umgegangen sind.
Am besten an Junes, Kians und Ash' Beziehung war aber eindeutig die Tatsache, dass die drei individuell ebenfalls großartige Charaktere waren. Natürlich war die Liebe, die sie zueinander empfinden, ein wichtiges Thema, aber auch ihre individuellen Probleme werden behandelt, was hervorgehoben hat, dass sie eben auch nur Menschen sind, die ein glückliches Leben führen wollen.
Beim Schreibstil sind mir zwei Dinge aufgefallen: Einmal die Wiederholung einzelner Wörter dreimal hintereinander und einmal Sätze, die bei einer Sichtweise anfangen und bei einer anderen aufhören. Ersteres kam relativ oft vor, aber zum Glück nicht so oft, als dass es gestört hätte; und letzteres kam immer in genau den richtigen Momenten und hat die enge Verbindung der Charaktere hervorragend gezeigt.
Insgesamt eine wunderschöne Liebesgeschichte für alle, die über die Grenzen einer monogamen Beziehung hinaus sehen und etwas über polyamoröse Beziehungen lernen wollen!