Das Leben ist zu kurz für irgendwann
384 Seiten

Terrys Freundin Iris leidet an Multipler Sklerose. Aus diesem Grund entschließt sie sich, von Irland nach Zürich zu reisen, um sich dort in einer Klinik das Leben zu nehmen. Als Terry früher als beabsichtigt davon erfährt, zögert sie keine Sekunde damit, zusammen mit ihrem dementen Vater ihre Freundin zu begleiten und sie umzustimmen. So machen sich die drei auf die Reise - eine Reise, die Terry von Grund auf verändern wird.

Auch wenn das Buch spannende Elemente enthält, lebt es vor allem durch seine realistischen Charaktere, mit denen ich mich gut identifizieren konnte. Terry, Iris und Eugene, Terrys Vater, fühlten sich so real an, wie ich es selten erlebt habe. Zwar treffen sie manchmal Entscheidungen, mit denen ich nicht übereinstimmte, aber gerade das machte sie umso realistischer.

Auch der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen beendete. Die Themen Sterbehilfe und Demenz sind nicht für jedermann, aber Ciara Geraghty geht respektvoll mit ihnen um und man merkt, dass sie sich ausführlich mit diesen Themen beschäftigt hat.

Insgesamt kann ich den Roman aus vollstem Herzen empfehlen!

Das Geheimnis der Spinnenhexe
366 Seiten

Es gibt Bücher, die einen ein Leben lang begleiten, die man für immer in seinem Herzen behält und nie vergisst.

"Das Geheimnis der Spinnenhexe" ist für mich eines dieser Bücher. Inzwischen ist es für mich eine Tradition geworden, es jedes Jahr kurz nach meinem Geburtstag zu lesen. Und jedes Jahr beeindruckt es mich aufs Neue.

Dabei ist die Handlung recht klassisch: Eine Prophezeiung sagt einen Königssohn voraus, der nach zwei Töchtern geboren werden und das ganze Land beherrschen soll. Die Mutter, die fürchtet, ihr Kind könne in Gefahr geraten, geht einen Handel mit einer Nebelhexe ein: Das Kind kommt als Mädchen ohne Stimme zur Welt und seine ganze Zukunft, die bisher festgeschrieben zu sein schien, wird über den Haufen geworfen. Nun muss das Mädchen, Mirda, gegen den bösen Zauberer Croch vorgehen, der die Königswürde für sich beanspruchen will.

Am schönsten ist definitiv der Schreibstil des Buches; es hat eine ganz eigene Satzmelodie, die sich flüssig liest und dem Buch seinen besonderen Charme gibt. Die Charaktere sind nicht allzu tiefgründig, aber sympathisch und man wünscht sich, dass sie ihr Ziel erreichen. Und zuletzt ist die Handlung trotz der klischeehaft klingenden Prämisse sehr einnehmend und fügt die Charaktere perfekt ineinander. Keiner ist entbehrlich, sie alle erfüllen ihre Rolle in der Geschichte.

Leider ist das Buch schon lange vergriffen, sodass es nur noch antiquarisch zu bekommen ist. Meines Erachtens lohnt sich der Kauf natürlich. Das Buch hat mich auf eine Weise geprägt, wie es nicht vielen Büchern gelungen ist. Ich hoffe, meine Tradition, es einmal jährlich zu lesen, noch lange aufrecht erhalten zu können!

The Age of Darkness - Feuer über Nasira
576 Seiten

Die Grundlage dieses Romans ist etwas, das ich eigentlich nicht leiden kann: Prophezeiungen. Meiner Meinung nach sollten Autoren endlich aufhören, sich ihrer zu bedienen, weil sie eine Geschichte fast schon automatisch schlechter machen. Trotzdem beschloss ich, dem Buch eine Chance zu geben, weil ich las, dass es an Leigh Bardugos Krähen-Duologie erinnern soll. Was soll ich sagen? Ich bin absolut begeistert!

Obwohl mir der Prophezeiungs-Aspekt trotz guter Umsetzung nicht zusagen will, bietet dieser Roman so viel mehr an, was einen begeistert: Die Charaktere, die Story, die Twists. Unsere fünf Sichtcharaktere sind der Prinz Hassan, die Mörderin Ephyra, der Paladin Jude, der Spieler Anton und die Todgeweihte Beru. Und Katy Rose Pool gelingt es hervorragend, uns alle sympathisch zu machen und ihre guten und schlechten Seiten zu zeigen. Ich habe mit jedem Charakter mitgefiebert, mitgefühlt und mitgehofft. Gehofft, dass jeder sein Ziel erreicht, was gerade bei gegensätzlichen Zielen sehr spannend war. Vor allem, weil die Charaktere mindestens genauso oft scheitern, wie sie gewinnen - in diesem Roman kann man sich nie sicher sein, dass alles gut werden wird, weil die Charaktere hier tatsächlich versagen können und den Preis für falsche Entscheidungen zahlen müssen.

Zusätzlich fanden sich die Figuren in einem erstaunlich dichten Plot wieder - von Anfang bis Ende hing ich an den Buchseiten und habe mich nie gelangweilt, was bei ca. 570 Seiten eine Meisterleistung ist. Die Twists haben mir hierbei wohl am besten gefallen, weil sie überraschend waren, im Rückblick aber allesamt Sinn ergaben. Also genauso, wie Twists meiner Meinung nach sein sollten.

Dementsprechend freue ich mich sehr auf den zweiten und dritten Band, die im Verlauf des nächsten Jahres erscheinen werden. Katy Rose Pool ist hier ein wahrhaft fantastisches Debüt gelungen!