Tom Hazard wurde am 03. März 1581 geboren und ist in der Gegenwart des Romans, der im Jahr 2020 spielt, bereits 439 Jahre alt. Viele Leben hat er bis dahin gelebt, alle acht Jahre fängt er ein neues an. In diesem Fall als Geschichtslehrer in London. Als er auf die Französischlehrerin Camille trifft, spürt Tom zum ersten Mal nach einem schrecklichen Verlust ein Gefühl, das er bisher vergessen glaubte: Liebe.
Die Beziehung zwischen Tom und Camille selbst ist dabei interessanterweise nur eine Nebenhandlung. Größerer Wert wird auf sein Leben selbst gelegt, die Jahre, die ihn prägten und ihre Verbindung zur Gegenwart. Besonderen Fokus bekommen hierbei die Jahre vor und nach dem Wechsel vom 16. ins 17. Jahrhundert (wo er seine erste und für lange Zeit einzige Liebe kennenlernte), aber auch andere Zeiten der späteren Jahrhunderte, in denen er auf andere Leute traf, die genau wie er sind.
Dieser stetige Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hat mir sehr gefallen. Zeitweise rückt die Gegenwart zwar so in den Hintergrund, gibt dafür aber einen hervorragenden Eindruck davon, wie es ist, über 400 Jahre am Leben zu sein und dabei nur sehr langsam zu altern.
Wichtig ist auch die sogenannte Albatros-Gesellschaft, die aus diesen langlebigen Menschen besteht. Ihr Ziel ist es, mehr Leute zu finden und ihnen ein sicheres Leben zu ermöglichen. Für Tom selbst ist die Gesellschaft vor allem deshalb von Bedeutung, weil er hofft, mit ihrer Hilfe seine Tochter zu finden, die seine Kondition geerbt hat.
Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Roman, der wichtige Fragen zum Thema Leben stellt, es aber letztendlich dem Leser überlässt, sie zu beantworten. Matt Haigs Erwachsenenromane sind damit ein Leseerlebnis, das ich jedem wünsche, der sich mit den tieferen Fragen unseres Seins beschäftigen und gleichzeitig eine gute Geschichte lesen will. Vielen Dank an Matt Haig für seine wundervollen Romane!
Im Jahr 2115 sind Echos (Elektronische Computerisierte Humanoide Organismen) ein gewöhnlicher Anblick. Selbst Audreys Eltern, die sich gegen Echos aussprechen, weil sie sich vor der Macht der Maschinen fürchten, haben eine Echo namens Alissa gekauft. Sie soll eine gehorsame Dienerin sein und Audrey unterrichten. Doch dann passiert das Unglaubliche: Alissa tötet Audreys Eltern und Audrey findet bei ihrem Onkel Alex, dem CEO des größten Echo-Produzenten Europas, Zuflucht. Unter den Echos, die dort wohnen, ist auch Daniel, der sich anders verhält als andere Echos: Menschlicher. Und er warnt Audrey vor ihrem Onkel ...
"Echo Boy" ist der erste Jugendroman, den Matt Haig geschrieben hat - und leider muss ich sagen, dass er meiner Meinung nach nicht allzu erfolgreich darin war. Während die Geschichte an sich mir durchaus gefiel und ich es liebte, wie detailreich die Welt beschrieben wurde, braucht sie eine ganze Weile, um voran zu kommen und die Beziehung zwischen Audrey und Daniel konnte mich leider auch nicht begeistern.
Das liegt daran, dass sie erstaunlich wenig Zeit miteinander verbringen, sodass ihre Romanze sehr plötzlich kommt und sich nicht natürlich anfühlt. Das war vor allem deshalb traurig, weil Audrey und Daniel selbst sehr gute Charaktere sind und mehr Zeit miteinander es leicht gemacht hätte, sie als Paar zu sehen.
Der Schreibstil besteht aus vielen kurzen Sätzen, mit nur wenigen längeren Sätzen dazwischen. Audreys Sicht machte es ein wenig langweilig, aber dafür passten sie hervorragend zu Daniel, dessen Sicht ich besonders mochte.
Positiv hervorheben möchte ich die Botschaften des Romans (Selbstmord löst deine Probleme nicht; manchmal musst du etwas aufgeben, um es zu bekommen; es ist besser, Gefühle zuzulassen, als sie zu betäuben), aber sie haben leider nicht gereicht, um die Schwächen der Geschichte auszugleichen. Trotzdem freue ich mich schon darauf, als nächstes "Wie man die Zeit anhält" zu lesen.
Ein Wesen von einem fernen Stern bekommt die Aufgabe, sich für Andrew Martin, einen Mathematik-Professor, auszugeben, nachdem dieser die Riemannsche Vermutung (eines der bedeutendsten ungelösten Probleme der Mathematik) bewiesen hat. Seine Aufgabe ist es, sämtliche Beweise für diesen Durchbruch zu zerstören - einschließlich der Menschen, die mit Andrew Martin zu tun haben. Doch dann entwickelt Andrew Martins Ersatz Gefühle für seine neue Familie - und für das Leben selbst.
Matt Haig besitzt die beneidenswerte Eigenschaft, Geschichten mit einem vorhersehbaren Ende so zu schreiben, dass man sie trotzdem - oder deswegen? - mit Freuden liest. Schon beim Lesen der Kurzbeschreibung war mir klar, worauf das Ganze hinauslaufen würde, aber in diesem Roman geht es gar nicht so sehr um das Ziel, sondern den Weg.
Und diesen Weg hat Matt Haig fantastisch umgesetzt. Mit Humor beschreibt er die ersten Tage des Aliens, das aufgrund seines Unwissens für viele witzige Situationen sorgt. Später kommen dann die Emotionen dazu, als die Probleme von Andrew Martins Frau Isobel und ihrem Sohn Gulliver offensichtlich werden. Es war eine wahre Freude, diese angenehme Mischung zwischen Freude und Trauer zu durchleben, zwischen Logik und Gefühlen, zwischen Leben und Tod.
Vor allem ist die ganze Geschichte trotz des Alien-Aspekts erstaunlich realistisch - nicht nur das Kennenlernen der menschlichen Spezies, sondern auch die Menschen in der Geschichte selbst, die sehr realistisch beschrieben sind.
Die kurzen Kapitel waren das Sahnehäubchen auf der ohnehin schon leckeren Torte, denn durch sie las sich das Buch wunderbar flüssig. So eignet sich die Geschichte auch für diejenigen, die nicht so gerne lesen, weil die Etappen auf dem Weg eine angenehme Länge haben.
Bereits jetzt ist Matt Haig zu einem neuen Lieblingsautoren für mich geworden. Ich danke ihm hiermit vielmals für diese wundervolle Geschichte!
Mit nur 13 Jahren sollen Mia und Brynn ihre beste Freundin Summer ermordet haben. In einer Fanfiktion haben sie die Details zum Mord niedergeschrieben. Während Brynn sich hat einweisen lassen, um dem öffentlichen Hass zu entkommen, versucht Mia, so normal wie möglich weiterzuleben. Beide sind jedoch unschuldig - und als Mia auf einen neuen Hinweis stößt, nimmt sie wieder Kontakt zu Brynn auf, um herauszufinden, wer Summer damals wirklich umgebracht hat ...
"Broken Things - Alles nur (k)ein Spiel" ist ein Jugendthriller, bei dem mir vor allem der Schreibstil, die Details und die Rätselkomponente gefallen haben. Die Charaktere selbst sind einerseits recht blass, andererseits aber gefüllt mit Details ihres Lebens. Es war ein merkwürdiger Kontrast; ich kann mich, um ehrlich zu sein, immer noch nicht entscheiden, ob ich die Charaktere nun dreidimensional fand oder nicht. Sie waren zumindest sympathisch genug, um ihre Geschichte weiterlesen zu wollen ;)
Die fiktive Welt Lovelorn, in die Summer, Brynn und Mia als junge Jugendliche eingetaucht sind, ist ein zentrales Thema des Romans und sehr gut umgesetzt. Eine Verbindung zur Realität ist hierbei natürlich vorhanden, hätte meiner Meinung nach aber noch stärker ausgebaut sein können.
Die Nebencharaktere schwächeln ein wenig, wie ich zugeben muss. Mir sind nur sehr wenige im Gedächtnis geblieben, weil sie alle eine verhältnismäßig kleine Rolle spielen.
Am schönsten fand ich letztendlich den Schreibstil; mir sind während des Lesens so viele schöne und allgemein herausragende Sätze aufgefallen, dass ich sie am liebsten alle schnell niedergeschrieben hätte.
Insgesamt also ein Jugendbuch mit Stärken und Schwächen, bei denen jeder selbst entscheiden sollte, wie stark er sie gewichtet. Letztendlich hat mir persönlich der Roman gut gefallen, war aber nichts Herausragendes - was er aber natürlich auch nicht sein muss. Wer gerne Jugendthriller liest, darf hier aber gerne zugreifen!
In der tiefsten Provinz verschwinden zwei Mädchen und Peter Grant bekommt die Aufgabe, bei ihrer Suchaktion mitzuhelfen, weil die Vermutung nahe liegt, dass Magie mit im Spiel war. Unterstützung bekommt er dabei von Beverley Brook, mit der er das letzte Mal im ersten Band längeren Kontakt hatte. Verzwickter wird die Situation, als Lesley sich unerwartet bei Peter meldet ...
Insgesamt ein netter Fantasykrimi, bei dem es mir Spaß gemacht hat, Peters Suche mitzuverfolgen. Die Aufteilung des Buches in zwei Teile hat mir ebenfalls gefallen - normalerweise wäre das Ende des ersten Teils das Ende eines Buches, aber hier dient es dazu, die Handlung weiter auszubauen, was ich toll fand.
Was den Humor angeht, fiel mir diesmal nicht so viel auf, was ich aber nicht zwingend als Minuspunkt sehe. Insgesamt also ein netter Band und imho auf jeden Fall besser als der letzte ;)
Das Finale des Buches war fantastisch - alles davor eher nicht. Ich muss sagen, dass ich die Handlung nicht besonders ansprechend fand und ich den Humor dieses Mal entweder nicht verstanden habe oder er nicht so witzig war wie in den vorherigen Teilen. Ich hatte zudem auch Schwierigkeiten, die verschiedenen Handlungsstränge und Kriminalfälle miteinander zu verbinden, wobei das aber auch an mir liegen könnte.
Insgesamt ein schwächerer Band, dafür aber mit einem lesenswerten Ende.
Es ist zu schön, um wahr zu sein: Rowan Caine stolpert über die Stellenausschreibung einer Familie mit vier Töchtern, die dringend ein Kindermädchen brauchen und dafür eine stattliche Summe plus einige Extras anbieten. Sofort bewirbt sie sich und bekommt die Stelle auch - nur, um bald darauf festzustellen, dass sie womöglich einen Fehler gemacht hat.
Das ganze Haus ist zu einem Smart Home umfunktioniert worden, in dem alles durch eine App und Sprache gesteuert wird. Es dauert nicht lange, ehe sich seltsame Vorkommnisse ereignen: Rowan hört Schritte auf dem Dach, fühlt sich allgemein beobachtet und muss sich zusätzlich mit den Kindern herumschlagen, die ihr gegenüber feindselig eingestellt sind. Als eines der Kinder zu Tode kommt und sie unter Mordverdacht gerät, schreibt sie einen Brief an einen Anwalt, um ihre Situation zu schildern - und diesen Brief, indem sie alles von Anfang bis Ende erzählt, lesen wir.
Ich muss zugeben, dass meine willentliche Aufhebung des Unglaubens wegen dem Format der Geschichte arg überstrapaziert wurde - obwohl es durchaus Menschen gibt, die 350-Seiten-Briefe schreiben, kam es mir äußerst unrealistisch vor, so einen Brief einem Anwalt zuzumuten, den all die Millionen Details, die für uns äußerst interessant sind, nicht kümmern werden. Deshalb empfehle ich, das Buch als Roman und nicht als Brief zu behandeln; als Brief verliert die Geschichte schnell an Glaubwürdigkeit, aber als Roman ist sie hervorragend.
Hier muss ich auch ein großes Lob an den letzten Brief aussprechen, dem es gelungen ist, innerhalb von zwei Seiten alle Fragen zu lüften, die bis dahin unbeantwortet blieben. Bis dahin habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wer denn nun hinter allem steckt - ich hatte einen starken Verdacht, aber immer noch viele Fragen - und war positiv überrascht, als der letzte Brief alles erklärte.
Insgesamt handelt es sich um einen weiteren spannenden Thriller von Ruth Ware, dessen einzige Schwäche in seinem Format besteht, das ich unrealistisch fand. Davon abgesehen kommt man in den Genuss einer tollen Geschichte mit tollen Twists und einer absolut atemberaubenden Auflösung!
Charlottes Vater wird nach einem Herzinfarkt in ein Krankenhaus eingeliefert. Bens Eltern wollen sich scheiden lassen. Eine Freundin Charlottes entfernt sich langsam von ihr. Ben möchte seinen Mitschülern beweisen, dass er etwas bewirken kann.
Charlotte und Ben lernen sich durchs Online-Scrabbeln kennen und haben auch SMS- und telefonischen Kontakt, sagen dem jeweils anderen jedoch nicht, was sie wirklich plagt. Lieber tun sie so, als wäre alles in Ordnung, weshalb sie selbst einen Weg finden müssen, mit ihren individuellen Schwierigkeiten umzugehen.
Sowohl Charlotte als auch Ben waren sympathische Charaktere, mit denen ich gerne mitfieberte, aber der Untertitel des Buches - "Ein Freund kann alles verändern" - verleitete mich irrtümlicherweise dazu, zu glauben, dass ihre Fern-Freundschaft einen wichtigen Teil des Buches ausmachen würde. Das ist jedoch nicht der Fall.
Den persönlichen Problemen der beiden wird viel Aufmerksamkeit gewidmet, doch der Kontakt, den sie miteinander pflegen, bleibt leider stets auf Oberflächenniveau. Stattdessen haben andere Personen einen wichtigen Einfluss auf sie. Zudem gestehen die beiden sich letztendlich nie, wie es ihnen wirklich zu Hause bzw. in der Schule geht - was mich persönlich sehr enttäuscht hat. Ich erwartete hauptsächlich dank des Untertitels, zu sehen, wie die beiden sich gegenseitig mit ihren Problemen helfen, aber das ist leider nie passiert. Wer also erwartet, eine Geschichte über eine Freundschaft zu lesen, die trotz zweitausend Kilometer Entfernung besteht, wird enttäuscht werden. Charlotte und Ben teilen eher eine Bekanntschaft.
Nichtsdestotrotz sind ihre invidivuellen Geschichten sehr gut aufgebaut. Ich habe Charlotte und Ben sehr gemocht und gerne verfolgt, wie sie mit ihren Problemen umgegangen sind. Die ganze Geschichte spielt sich innerhalb einer Woche ab, aber es war dennoch schön zu lesen, wie die beiden ihre eigenen Strategien entwickelt haben, um sich den Schwierigkeiten in ihren Leben zu stellen. Wer so etwas gerne liest, ist mit "Charlotte & Ben" gut bedient!
Sehr humorvoller dritter Band der "Flüsse von London"-Reihe! Dieses Mal muss Peter Grant sich mit einem Toten in einem U-Bahn-Tunnel, einer magischen Tonscherbe und einer herumschnüffelnden FBI-Agentin herumschlagen, was Ben Aaronovitch mit noch mehr Witz erzählt als bisher. Ich musste beim Lesen mehrmals grinsen und habe den britischen Humor dieses Mal noch mehr genossen als in den ersten beiden Bänden. Die Handlung selbst fand ich dabei noch nicht einmal sooo interessant, wie ich zugeben muss, aber die Art und Weise, wie sie erzählt war, war einfach herrlich. Von daher würde ich auch diesen Band sehr empfehlen!
Eine schöne Fortsetzung des ersten Bandes - Peter Grant untersucht den mysteriösen Tod von Jazzmusikern, kümmert sich gleichzeitig um weitere grausige Morde an Männern und genießt dabei auch eine neue Liebesbeziehung. Viel zu sagen habe ich dieses Mal nicht - ich mochte es, mit Peter Grant den Ursachen für die Morde auf den Grund zu gehen und gleichzeitig ein wenig britischen Humor zu genießen. Für alle Fans des ersten Bandes, zum Großteil aber auch separat lesbar. Ich freue mich schon auf die Lektüre des dritten Bandes!
Die Begegnung mit einem Geist stellt das Leben von Peter Grant, Police Constable in London, auf den Kopf. Sein Polizeiinspektor Thomas Nightingale bestätigt das Unglaubliche: Magie existiert und der Mordfall, an dem er gerade arbeitet, wurde mit ihr verübt. Jetzt soll Peter Grant Zauberlehrling werden, um ihn zu lösen und nebenbei die Probleme der personifizierten Flüsse von London zu lösen ...
Auf einzigartige Weise verbindet Ben Aaronovitch einen Krimi mit einem Fantasyroman, lässt dabei den britischen Humor nicht zu kurz kommen und beeindruckte mich persönlich vor allem durch sein Worldbuilding. Der Roman spielt in unserem 21. Jahrhundert und stellt es auf sehr realistische Weise dar - die Fantasy-Elemente fügen sich nahtlos in die Handlung ein, sodass man fast glauben könnte, sie wären real.
Neben dem obigen Mordfall finden zahlreiche andere Verbrechen statt, die mehr oder minder mit ihm zu tun haben, jedoch muss ich zugeben, dass mir ihre pure Anzahl irgendwann dann doch zu viel wurde. Ich verlor bald den Überblick und wünschte mir an diesen Stellen, es hätte weniger Fälle gegeben, auf die man sich konzentrieren muss.
Die Charaktere waren in Ordnung, tragen aber noch viel Potential für Entwicklung in sich. Hier freue ich mich schon darauf, sie in den späteren Bänden zu erleben.
Insgesamt begeisterte mich vor allem die Mischung aus Fantasy und Krimi, die in dieser Form einzigartig ist und sicher jeden begeistern wird, der wie ich Fans beider Genres ist. Aber auch diejenigen, die nur Krimis oder nur Fantasy lesen, werden hier genug zufriedenstellenden Lesestoff erhalten - Ben Aaronovitch ist es wirklich hervorragend gelungen, sie zu gleichen Teilen in seinem Roman einzubauen. Wer also mal einen etwas anderen Krimi bzw. einen etwas anderen Fantasy-Roman lesen möchte, ist hier genau richtig!
Um seiner Familie finanziell zu helfen, hat sich Emilio einen Chip implantieren lassen, mit dem alles, was er mit seinen Augen sieht, auf eine Videoplattform übertragen wird. Mit riskanten Stunts sorgt Emilio für Zuschauer - und für Geld. Als er dann allerdings in Notwehr ein Gangmitglied vor laufender Kamera umbringt, geht alles drunter und drüber: Das Video sorgt dafür, dass Emilio zwar mehr als genug Geld für seine Familie verdient - aber auch, dass er überall in der Stadt von den anderen Mitgliedern der Gang gejagt wird ...
Sehr positiv hervorzuheben ist die Spannung des Romans, die durch die wilden Verfolgungsjagden entsteht. Sehr schnell gerät Emilio in immer größere Gefahr und das war so gut umgesetzt, dass ich in Windeseile weiterlas, um herauszufinden, wie es weitergeht - beinahe kam ich mir wie einer seiner Zuschauer vor!
Apropos: Auch die subtile Kritik bezüglich Videoplattformen und wie weit Unternehmen gehen würden, um Views/Geld zu bekommen, war imho gut eingebaut. Sie ist mitnichten der Hauptfokus des Buches, aber zwischen den Zeilen deutlich genug zu erkennen.
Die Charaktere bleiben relativ blass, sind aber sympathisch genug, dass man sich ein zufriedenstellendes Ende für sie wünscht. Nur die Romanze zwischen Emilio und Lyssa fand ich relativ unnötig, aber glücklicherweise ist sie ohnehin nur eine Nebenhandlung.
Insgesamt ein toller Jugendroman!