So eine wunderschön traurige und zugleich hoffnungspendende Geschichte. Die Mitternachtsbibliothek trifft genau diesen feinen Punkt zwischen Melancholie und Zuversicht. Nora erlebt all die Leben, die sie hätte führen können – und entdeckt dabei vor allem eines: den Wert ihres eigenen.
Ich mochte den Modus der Erzählweise sehr. Still, klar, nie kitschig. Nichts ist zu lang, nichts zu kurz. Es fühlt sich an wie ein Gespräch, das man nachts mit sich selbst führt, wenn alles still ist und man plötzlich Dinge versteht.
Für mich ein absolutes Wohlfühllieblingsbuch – trotz aller Schwere. Oder vielleicht gerade deswegen. Ein Roman, der zeigt, dass es immer noch eine Möglichkeit gibt. Und dass man manchmal einfach nur innehalten muss, um sie zu sehen.
Zwei befreundete, wohlhabende Familien fahren in die Sommerferien in die Toskana. Die 14jährige Tochter Sophie-Luise der einen Familie (deren Mutter, Elisa Strobl-Marinek, als linke Politikerin bekannt ist), darf Aayana, eine Schulfreundin von ihr, mitnehmen. Aayana hat mit ihrem Bruder und ihren Eltern nach ihrer Flucht aus Somalia vor 2 Jahren in Wien den Asylstatus erhalten. Schon am ersten Tag in der Toskana kommt es zu einer Tragödie. Aayana ertrinkt im Pool, alle Hilfe kommt zu spät. Als wäre dies für alle Betroffenen nicht schlimm genug, gelangt der Unfall in die Öffentlichkeit und wird in den Berichterstattungen und sozialen Medien ausgeschlachtet. Elisa Strobl-Marinek gerät unter Druck, ihr Amt in der Politik ist gefährdet.
Ein gesellschaftskritischer Roman, bei dem vor allem folgende Frage aufgeworfen wird: Was ist ein Menschenleben wert? Und gibt es Menschenleben, die weniger wert sind? Er zeigt die verschiedenen Welten von hochgradig privilegierten sowie geflüchteten Menschen auf - und wie letztere kaum eine Stimme erhalten. Die Geschichte wird immer wieder mit Berichterstattungen über diesen Fall unterbrochen. Mit dabei jeweils Auszüge von Kommentaren, die gespickt sind von Alltagsrassismus, Ignoranz und Empathielosigkeit.
Es ist ein gewollt unangenehmes Buch, es hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Mir hat es sehr gut gefallen und mich zum Nachdenken angeregt. Die Geschichte mit der Tochter Sophie-Luise und Pierre empfand ich jedoch als bisschen zu konstruiert.
Noch besser als ich gedacht hatte. Hat mich sehr zum nachdenken gebracht über die Geschichte der DDR, die Wende und Politik im Großen und Konkreten. Einfach ein sehr beeindruckender Lebenslauf.
Ida ist erwachsen, die Mutter tot. Ida verschließt sich ihrer Schwester Tilda, die mit Viktor und den Kindern in Hamburg lebt. Sie weiß nicht wohin, also fällt ihr ein: Rügen. Erstmal beim Sturm im Meer schwimmen, solange, bis der Wutklumpen im Bauch kleiner wird. Sie heuert in der "Robbe" bei Knut an und irgendwie passiert es, dass sie bei Knut und Marianne einzieht. Und dann steht plötzlich Leif mit seinem schiefen Grinsen in der Tür... Genauso stark wie "22 Bahnen". Ich konnte das Buch nicht weglegen.
Jeder Schnipsel ein Gedicht mit Wörtern, die man nicht kennt, die einem durch das Hirn sprudeln, strudeln, sich auflösen. Jeder Abschnitt macht etwas mit mir, ein abtauchen, auftauchen, trinken und ertrinken in Wörtern. Keine Ahnung was das sein soll, aber es ist gut und reinigt meine vom Alltag zerkratze Seele.
- Die unendliche
- Geschichte
- Michael Ende
- Thienemann
- Kinderbuch
- Abenteuer
- Quest
- Magie
- Fantasy
- Freundschaft
- Suche
- Charakterentwicklung
- Highlight
- Herzensbuch
Als Bastian in einer Buchhandlung ein Buch mit dem Titel „Die unendliche Geschichte“ entdeckt, ist es um ihn geschehen: So ein Buch wollte er schon immer lesen. Kurzerhand stiehlt er es und versteckt sich im Speicher der Schule, um dort Atréjus Abenteuer zu verfolgen – wobei er selbst immer tiefer in die Geschichte hineingezogen wird. Jetzt muss er den Weg der Wünsche gehen, um seinen Wahren Willen zu finden und damit sowohl Phantásien als auch die Menschenwelt zu retten. Doch der Weg ist schwer und steinig und Bastian muss aufpassen, dass er sich dabei nicht verliert …
Es ist schwer, in Worten auszudrücken, wie wichtig mir „Die unendliche Geschichte“ ist, denn obwohl ich einige Lieblings- und Herzensbücher habe, wird „Die unendliche Geschichte“ immer das Buch aller Bücher für mich bleiben. Ich hatte tatsächlich vergessen, wie wunderschön und inspirierend die Geschichte ist, sodass es umso schöner war, sich wieder daran zu erinnern. Es ist eine Geschichte, die ich hoffentlich noch einige Male lesen werde und die mich sicher jedes Mal wieder verzaubern wird.
In dieser Neuauflage der ersten Auflage gibt es zusätzlich eine kleine Entstehungsgeschichte, die mich sehr überraschte, weil ich gar nicht auf den Gedanken gekommen bin, dass dabei natürlich nicht alles komplett glatt ging. „Die unendliche Geschichte“ fühlt sich so vollkommen an – trotz oder gerade wegen der vielen Geschichten, die sie enthält –, dass es mir schwer fiel, mir eine Zeit vorzustellen, in der dies nicht der Fall war.
Natürlich darf nicht unerwähnt werden, dass diese Neuauflage wieder die großen, schönen Anfangsbuchstaben enthält, die einen kleinen Einblick in das Kapitel geben und tatsächlich ein Hauptgrund waren, mir diese Neuauflage zu kaufen. Diese Version der Geschichte ist, zumindest für mich, definitiv die beste Art, „Die unendliche Geschichte“ zu erleben!
Sehr schön. Jetzt bitte das dritte Kingkiller Buch. Danke!
- Sie wird dich finden
- Freida McFadden
- Heyne
- Thriller
- Spannung
- Familie
- Falsche Fährten
- Twists
- Mystery
- Highlight
Millie ist inzwischen glücklich verheiratet und hat zwei Kinder. Zusammen mit ihrer Familie zieht sie in ihr absolutes Traumhaus, froh, ein neues Leben anfangen zu können. Doch so friedlich, wie es den Anschein hatte, ist die Gegend nicht. Ihre Nachbarin macht sich an Millies Ehemann Enzo ran, ihr Sohn Nico zieht sich von ihr zurück und ihre Tochter Ada scheint ebenfalls nicht glücklich zu sein. Was haben die Nachbarn zu verbergen? Warum gibt es in ihrem Haus ein geheimes Zimmer? Was will die Haushaltshilfe, die bei Millie aufräumt? Diese und viel mehr Fragen muss Millie beantworten – vor allem, als dann noch eine Leiche gefunden wird …
Mit „Sie wird dich finden“ findet die Geschichte um Millie einen zufriedenstellenden und sehr spannenden Abschluss. Und obwohl es kleine Referenzen an die vorigen Bücher gibt, lässt sich auch dieser Band unabhängig von den anderen lesen (wobei es aber natürlich nicht schadet, sie chronologisch anzugehen).
Was Freida McFadden einfach großartig hinbekommt, ist es, uns Leser:innen in die Irre zu führen. Die falschen Fährten, die sie einbaut, sind gerade subtil genug, um auf sie hereinzufallen, was mir hier mehr als einmal passierte. Ich war absolut überzeugt von einer bestimmten Theorie, die ich mir im Lauf des Thrillers bildete, weil sie auf genau die richtige Art und Weise angedeutet wurde – nur, um komplett überrascht zu werden, als die Wahrheit herauskam. Ich liebe es einfach, wie es der Autorin immer wieder gelingt, einen Plot zu schmieden, der zunächst offensichtlich scheint, aber dann mit einer großen Überraschung das, was davor kam, in einem anderen Licht darstellt.
Der Schreibstil liest sich flott und flüssig, die Hauptcharaktere sind sehr sympathisch. Tatsächlich gehörten die persönlichen Probleme, mit denen Millie und ihre Familie sich konfrontiert sahen, zu meinen persönlichen Highlights, weil ich mich so aufrichtig um alle Familienmitglieder sorgte. Dadurch, dass auch die Spannung stets erhalten blieb, brauchte ich nur etwas mehr als einen Tag, um die Geschichte in mich aufzusaugen.
Wer die anderen Millie-Thriller gelesen hat und/oder allgemein einen spannenden Thriller mit vielen falschen Fährten lesen möchte, darf hier beherzt zugreifen!
Im Zentrum des Buches steht Jannes, ein 19-jähriger junger Mann, der zusammen mit seinen Eltern und dem Grossvater in der Lüneburger Heide lebt.
Jannes ist wie sein Vater und Grossvater Schäfer; jeden Tag, bei jedem Wetter, geht er mit den Schafen nach draussen. Touristen kommen zu Besuch und schwärmen von der Umgebung. Auch das Fernsehen taucht auf und macht Aufnahmen von der idyllischen Winterlandschaft.
Aber was sich vordergründig als heile Welt zeigt, ist in Wirklichkeit von vielem bedroht. Die Arbeit lohnt sich finanziell nicht mehr, der Vater ist krank und geistig verwirrt, weshalb Jannes noch häufiger nach draussen muss.
Dann wird in der Nähe ein Wolf gesichtet, und es beginnen Diskussionen darüber, was zu tun ist. Der Grossvater sagt, man solle ihn abknallen. Vorläufig aber schaffen sie sich einen Herdenschutzhund an.
Jannes zieht sich immer mehr zurück, und auch die Abende mit seinen Freunden machen ihm keine Freude mehr, denn es geht eigentlich nur noch darum, sich zu betrinken. Und dann hat er auch noch Erscheinungen von einer Frau – eine Hexe? Jannes beginnt, an seiner eigenen geistigen Gesundheit zu zweifeln.
Doch dann kommt Jannes auf die Spur eines Familiengeheimnisses, das im Zusammenhang mit einem Arbeitslager steht, das während der NS-Zeit ganz in der Nähe war.
Und es zeigt sich immer mehr: Nicht der Wolf ist die eigentliche Bedrohung, sondern der Mensch …
Das Buch ist sehr spannend zu lesen und wurde völlig zurecht für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Mit ein paar Jahren Abstand lese ich den Bericht vom Wahlkampf des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Markus Feldenkirchen hat den Wahlkamp 2017 hinter den Kulissen verfolgt und berichtet sehr intim davon, wie das Auf und Ab von Schulz vor sich ging.
Das Buch macht mir Hoffnung und ist gleichzeitig tragisch.
Hoffnung, weil ich erkenne, dass es sie gibt: Die Menschen wie Martin Schulz, die authentisch in der Politik sind, sich nicht hinter Politiker-Sprech verstecken wollen und zumindest versuchen, aus Prinzip zu sprechen und nicht aus taktischer Überlegung.
Tragisch, weil das System der Politik für diese Art von Kandidat nicht zu funktionieren scheint. In der SPD wurde Schulz kaputtberaten, den Medien ist die heiße Headline wichtiger als die echte Auseinandersetzung mit Inhalten. Daneben die Fragmentierung der Aufmerksamkeit durch die neuen und sozialen Medien.
Auch oder gerade mit ein paar Jahren Abstand liest sich die Geschichte sehr packend, denn die angesprochenen Themen sind größer als das Einzelschicksal von Martin Schulz: Die SPD ringt weiter um ihre Bedeutung (jetzt bei 16% statt wie damals bei 20%). Die CDU versucht sich heute, sich von der Merkel-Politik loszulösen und alte Klientel wieder zu erreichen. 20% und mehr der Wählerschaft sind zur AfD gewandert und die Altparteien scheinen keine Chance zu haben, diese Teile der Bevölkerung zu erreichen oder zurückzugewinnen.
Und auch der Umgang mit Politikern in Öffentlichkeit und Medien ist nicht weniger ruppig geworden. In Zügen hat mich das Ringen von Martin Schulz, offen und ehrlich kommunizieren zu wollen an Robert Habeck erinnert. Auch Habeck hat in meinen Augen eine mutige und ehrlichere Art der Kommunikation gelebt, die ihm von großen Teilen der Medien und den Kommentarspalten auf den gängigen Plattformen mit Hass und Häme gedankt wurden.
Und so bleibt bei mir ein eher düsterer Eindruck zurück: Wirkliche Ehrlichkeit, Transparenz und klare Aussagen haben es schwer in der Politik. Und so bleiben diejenigen Charaktere in der Spitzenpolitik übrig, die am ehesten dem Klischee des elitären Machtpolitikers entsprechen. Darüber regt sich Otto-Normalwähler liebend gerne auf, vielleicht sogar zurecht. Eine neue Art der Politik scheint kaum möglich, stattdessen geht die Radikalisierung schrittweise weiter. Wir scheinen genau die Politiker zu bekommen, die wir uns als wütende Bevölkerung herbeireden.