22 Bahnen
208 Seiten

Caroline Wahl nimmt uns mit ins Leben zweier Schwestern mit relativ grossem Altersabstand, die bei ihrer alkoholkranken Mutter leben. Beeindruckend ist einerseits, wie die zwei ihren Alltag meistern und wie kurze Lichtblicke und Menschen von aussen immer wieder Hoffnung und Glück in ihre Leben bringen. Andererseits zeigt Wahl mit feiner Sprache und Witz das „Erwachsenwerden“ oder den Reifeprozess der beiden Schwestern. Ein Buch voller Zuversicht und über die kleinen Dinge und Freuden des Alltags.

Life Rebel
208 Seiten

"Die Ideologie meiner Eltern beruht auf der Antwort meines Vaters: Zeit ist das höchste Gut. Nichts ist so kostbar, wie Zeit zu haben. Nichts so wertvoll, wie Zeit zu schenken." (S.33)

Yvonne Eisenring lebt ein Leben abseits der gesellschaftlichen Normen. Sie beginnt beispielsweise nicht vor 12 Uhr mit ihrer Arbeit. Sie wählt sich ihre Arbeit bewusst aus und lehnt Aufträge auch mal ab - auch wenn sie finanziell gesehen sehr lukrativ wären. Sie priorisiert ihre Familie und Freund:innen, nimmt sich Zeit für das, was ihr wichtig ist: Ihre Freundschaften, ihre Familie und das Erleben neuer Orte. Sie lebte ein paar Monate in Paris, dann in Berlin, in Mexico City, in Buenos Aires, in New York. Mittlerweile bewegt sie sich alternierend zwischen Zürich, Paris und New York. Sie lebt ein nicht der Norm entsprechendes Lebensmodell. Im Buch schreibt sie über die Hürden und Herausforderungen, aber auch über all ihre Erkenntnisse, die sie in den letzten Jahren gesammelt hat. Sie nimmt die Leser:innen an jeden ihrer besuchten Orte mit, teilt ihre Beweggründe und Erlebnisse.

Ich mochte das Buch, es nahm mich mit auf eine kleine Weltreise und liess mein Fernweh neu erwachen. Ich finde es toll, wie sie ihr Leben lebt, auch wenn - oder gerade weil - es nicht meinem Lebensmodell entspricht.

Kleine Probleme
208 Seiten

"Also fängt man beim Wetter an, auch wenn man ans Wetter im Grunde gar nicht glaubt. Also an Klima natürlich. An die Klimakrise sowieso, wegen der Kinder. An Meteorologie vielleicht auch. Aber nicht ans Wetter. Zumindest nicht an das Wetter in der Erinnerung. Das Wetter in der Erinnerung ist wie die Musik beim Film, wird alles im Schnitt druntergelegt. wenn man glücklich war, dann schien die Sonne, und wenn Herzen brachen, dann peitschte der Regen, dann Blitze und Donnerkrachen, und wenn man, naja, dann nieselte es eben. Was Niesel bedeutet, ist im Grunde auch jedem klar." (S.11)

"Das ist doch kein Leben, wenn man am Ende sterben muss." (S.143)

Lars, Ende vierzig und angehender Schriftsteller, möchte die Tage zwischen den Jahren dafür nutzen, um Liegengebliebenes der letzten Zeit zu erledigen. Er erstellt sich eine To-do-Liste mit den wichtigsten Punkten. Die Beziehung zu seiner Freundin hängt vom Erfolg seiner abgearbeiteten Liste ab. Doch die Tage verstreichen und plötzlich ist der 31. Dezember. Das Chaos ist vorprogrammiert. :)

Prokrastination vom Feinsten! Die Geschichte hat grossen Unterhaltungswert, ich habe das Buch mit andauerndem Grinsen schnell weggelesen. Auch wenn es gegen Ende etwas an Grossartigkeit verliert (seine Gedanken driften irgendwann zu arg ab): Sehr zu empfehlen!

Medea. Stimmen
224 Seiten

Je mehr ich darüber nachdenke, desto besser wird es. Es geht unter anderem um patriarchale Strukturen, Machterhalt um jeden Preis und um die Angst vor dem Fremden, das als Sündenbock für gesellschaftliche Missstände hinhalten muss. Diese hochaktuelle Gesellschaftskritik erzählt Wolf anhand der mythologischen Figur der Medea. Die Lektüre hat mich im Nachgang noch sehr beschäftigt, was auch am guten Kommentarteil lag, der einige Hintergründe erklärt und den Text in einen größeren Zusammenhang eingeordnet hat.

22 Bahnen
208 Seiten

Tolles Buch, das ich geschenkt bekommen habe und in Norwegen mit Blick auf die Berge fast in einem Rutsch durch gelesen hat. Das hat grossen Spaß gemacht und nicht nur wegen der Aussicht aussenrum. Das Buch hat Ewald Arenz vibes und ist leicht aber trotzdem nicht zu wenig tiefgreifend geschrieben. Außerdem macht es Lust auf schwimmen. :)

180 GRAD
208 Seiten

Geschichten gegen den Hass. Ein motivierendes Buch darüber was man gegen die Polarisierung der Gesellschaft tun kann. Im Kurzen: Mehr Kontakt und Verbindung zu verschiedenen Menschen. Aus der Bubble gehen. Im Langen: Geschichten von Menschen, Projekten, Institutionen, Nationen die dies auf verschiedene Art und Weise herbeiführen. Gut und klar zu lesen und bringt mich zum Nachdenken, wo man auf andere trifft. Zum Beispiel in der Klinik.