Die Suche eines jungen, türkischen Mannes nach Halt und Orientierung in der LGBTQA+ Szene. Offen, frech und feinfühlig.
Da führt Menasse den Leser an der Nase rum. Etwas melancholisch, fast konstruiert mutet die „Fortsetzung“ des Lebens der Hauptfigur aus den letzten beiden Romanen Hauptstadt und Erweiterung an. Es geht in die dritte Lebensetappe und dem Autor gelingt es, unterschiedlich Perspektiven auf Begriffe wie Abschied, Krankheit, Restzeit oder auch Liebe zu geben. Doch die Überraschung folgt zum Schluss.
Wunderbar komponiert, schonungslos klar geschrieben, herzlich und herzerreissend, das war eine schöne Lesestunde.
Ein Flirren, zwischen Wahnsinn und abgestumpftem Alltag. Sinnlich und etwas entrückt. Teils beklemmend und doch eine wundersame Lektüre.
Eine beeindruckende Rundschau, was der Ukrainekrieg mit Menschen geschehen lässt. Ob ausgewandert oder geflüchtet nach Europa, ob Rückkehrer oder Besucherin in der Ukraine, Fingerova beschreibt Gefühle, Wahrheiten und Situation mit wenigen Worten. Ebensoviel von dem, was allgemein angenommen wird, widerlegt und zerlegt sie aber auch. Ein wichtiges Buch, zuversichtlich und tröstend zugleich.
Ohne Orientierung und ohne Halt streift ein junger und vermögender Mann durch das Deutschland ein paar Jahre nach der Wende. Rauchend, sich betrinkend und nirgendwo seine Mitte findend, streicht er scheinbar ziellos umher, läst sich treiben und hinterlässt eine Spur angeblicher Freunde, die alle ihren eigenen Tiefpunkt und quasi engültige Schicksale erreicht haben. Eine Erzählung voller Gleichgültigkeit, über eine „verlorene?“ Generation, die in den scheinbar unendlichen Möglichkeiten zu ertrinken droht. Traurig, ernüchternd, bedrückend.
Die Geschichte einer Freundschaft im Nachkriegs-Italien, im Umfeld der Automobilindustrie, und im Brennpunkt die soziale Ungleichheit im Arbeitsleben, zwischen Mann und Frau und zwischen Norditalien und den zugewanderten Siciliani. Kurz vor den grossen Umwälzungen Ende der 60er findet die Geschichte ihren Höhepunkt und ihr Ende.