Leere Herzen
352 Seiten

Juli Zeh nimmt uns einige Jahre in die Zukunft mit. Hauptfigur ist Britta, die zusammen mit ihrem Geschäftspartner eine Firma führt, die mit dem Sterben zu tun hat. Bisher konkurrenzlos in diesem Business, taucht ein Mitstreiter in der gleichen Sparte auf. Die Ereignisse überschlagen sich und die Situation beginnt sich zuzuspitzen. Die Erzählung zieht ihre Stärke aus der sich öffnenden Kluft zwischen dem kaltschnäuzigen Schreibstil Zehs, der überaus pragmatischen Britta und dem Thema des Buchs, dem Tod anderer Menschen. Ein Thema, das auch zum Denken anregen kann.

Stella
214 Seiten

Ein schaudrige Geschichte von einem Schweizer, der während dem 2. Weltkrieg nach Berlin geht und sich in eine Jüdin verliebt. Er ist naiv und sie begleitet ein dunkles Geheimnis. Eine Erzählung, die (leider) auf wahren Begebenheiten beruht.

Das Lied des Propheten
320 Seiten

Paul Lynch legt ein düsteres und sehr beklemmendes Buch vor. Er erzählt von einem autokratisch regierten Irland der nahen Zukunft. Die Familie im Zentrum der Geschichte erliegt Schritt für Schritt dem steigenden Druck des Regimes. Die Geschichte zeigt uns hautnah und unbeschönigt das Grauen, die Hilflosigkeit und das ausgeliefert Sein in einer Willkürsherrschaft, im Krieg und auf der Flucht. Leider Themen, die alle sehr aktuell sind und von denen täglich Tausende Menschen betroffen sind.

Tabak und Schokolade
208 Seiten

Autobigrafisches Buch von Martin R. Dean. Eine sehr interessante Geschichte, die viel von den grausamen Erfahrungen der indischen Kontraktarbeiter, die nach Trinidad verschifft wurden, enthält. Eine Geschichte zwischen Trinidad und der Schweizer Provinz. Für mich persönlich etwas zu dokumentarisch.

Twist
409 Seiten

Ein geheimnisvoller Mann ist dieser Conway, einer mit Brüchen und fehlenden Jahren im Lebenslauf. Der Ich-Erzähler, ein Autor und Journalist, begleitet Conway auf seinem Schiff, das aufs Meer rausgeschickt wird, um Tiefseekabel wieder in Stand zu stellen. Vieles in der Geschichte dreht sich um Datenübertragung und darum, was geschieht, wenn diese Kommunikationskanäle in den Weltmeeren reissen und repariert werden müssen. Ebenso werden aber auch die Kommunikation der Protagonisten, deren Probleme und Reparaturversuche ihrer Beziehungen zum Thema. Eine Erzählung, die bis zum Schluss durch die undurchschaubaren Absichten sowie Taten des Journalisten und des Kabelspezialisten vorangetrieben wird.

Dunkelblum
528 Seiten

Ein österreichisches Grenzdorf mit ungarischer Vergangenheit. Die Geschichte spielt 1989, lebt aber vor allem von Rückblenden, die meist mit dem 2.Weltkrieg in Verbindung stehen. Das Dorf blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück und jeder einzelne Bewohner, tot, lebendig oder im Ausland lebend, bewahrt seine ganz eigenen Geheimnisse. Der Mikrokosmos des Dorfes Dunkelblum wird zum Muster, wie das Grauen des Krieges vergessen werden will und wie die Wahrheit halt trotzdem irgendwann ans Licht kommen will.

Im Meer waren wir nie
213 Seiten

So schön in Klang und Rhythmus schreibt in der Schweiz nur Kureyshi. Die Autorin benutzt die Ich-Erzählerin als eine Art Kamera, die sie ausrichten, scharfstellen und auch abwenden kann. Daraus entstehen Beobachtungen von Beziehungsdreiecken mit oder in der Nähe der Hauptfigur. Eine junge Frau, die ihr Leben bestreitet, aber nie ganz für sich, sondern scheinbar immer für andere. Gelingt es ihr ihren eigenen Weg zu finden? Nur schon für Kureyshis Sprachbilder lohnt sich die Lektüre.