Lesetagebuch
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Leere Herzen
 352 Seiten

Für die nächste Zeit hab ich mir vorgenommen, nur Bücher zu lesen, die mir wirklich Spass machen. Und wenn es nicht passt, aufhören.

Diese Woche habe ich schon erfolgreich “Leere Herzen” von Juli Zeh abgebrochen, weil mich das was da beschrieben wird so abgestossen hat. Spoiler: die Protagonistin und ihr Kollege haben einen Algorithmus entwickelt, der Personen identifiziert, die zum Suizid neigen. Sie rekrutieren diese dann und vermitteln sie an Terrororganisationen als Selbstmordattentäter. Uff!

Kann sein, dass es noch eine total tolle Wendung nimmt, aber ich kann da grad einfach nicht weiter lesen.

Und somit dachte ich mir: mehr Mut zum Bücher abbrechen!

Leere Herzen
 352 Seiten

Die Bewertung dieses Buchs fällt mir nicht leicht. Ich habe es auf Empfehlung einer Freundin als mein erstes Buch von Juli Zeh gelesen. Die Geschichte ist eher verstörend; eine fiktive Weiterführung der derzeitigen gesellschaftspolitischen Entwicklungen in der „Post-Merkel-Ära“. Die Protagonistin arbeitet hinter der Fassade einer psychotherapeutischen Praxis an der Auswahl von suizidwilligen potentiellen Attentätern, die nach bestandenem Auswahlverfahren weitervermittelt werden. Insgesamt lässt es mich am Ende eher ratlos zurück.

Leere Herzen
 352 Seiten

Ich hatte große Freude an der Idee des Buchs. Ein spannendes, fiktives, nichtsofiktives Szenario. Die Sprache war manchmal lieblos... oder jedenfalls so, dass ich dachte, dass dieses Buch vielleicht schnell fertig werden musste.

Leere Herzen
 352 Seiten

2025, Deutschland lebt in Sicherheit und Wohlstand, es gibt das bedingungslose Grundeinkommen. Dass die regierende BBB (BesorgteBürgerBewegung)-Partei währenddessen den demokratischen Staat sukzessive zurückfährt, immer mehr Freiheitsrechte beschneidet und die Überwachung auch im Privaten praktisch lückenlos ist, scheint nur wenige zu stören. "Die Leute wurden gefragt, was sie tun würden, wenn sie sich zwischen dem Wahlrecht und ihrer Waschmaschine entscheiden müssten. ... 67% wählten die Waschmaschine. 15% waren unentschieden."
Britta Söldner (!) hat sich in dieser Welt eingerichtet und mit einem Freund und Partner ein perfides Geschäft aufgebaut, mit dem sich gutes Geld verdienen lässt. Doch sie bekommen Konkurrenz und bald schon scheinen sie verfolgt zu werden.
Es ist ein düsteres Bild, was Juli Zeh in diesem Buch entwirft. Und erschreckenderweise nicht sooo weit entfernt von unserer Welt. 'Wehret den Anfängen' soll uns wohl deutlich gemacht werden - doch das leider in einer Intensität, dass es anfing mir auf die Nerven zu gehen. Ja, mir ist bewusst, dass das Wahlrecht ein wichtiges ist; dass Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte auf allen Ebenen relevant sind für unser Zusammenleben, auch wenn sie umständlich und zeitraubend wirken und manchmal vielleicht sogar sind; dass es etwas geben muss FÜR das man lebt - und dass das nächste Shoppingerlebnis bestimmt nicht dafür ausreicht; dass Überzeugungen, Prinzipien, Standpunkte überholt klingen mögen (kann man sich doch nix für kaufen) - aber ob 1.587 Likes ausreichen, um dem Leben einen Sinn zu geben? Auch wenn Frau Zehs Anliegen mehr als gerechtfertigt ist, hat mich 'Leere Herzen' nicht überzeugt. Den erinnernden Zeigefinger sah ich ständig im Hintergrund und die Figuren waren (was sie wohl auch sein sollten) weitestgehend gleichgültig - was sich dann aber bedauerlicherweise auch auf die Geschichte auswirkte (hach, wenn ich da an 'Unterleuten' zurückdenke; was für ein Buch!). Zudem blieben diverse Fragen offen: Was machte beispielsweise Hatz anschließend? Und die Beteiligung? Wo kam die eigentlich her?
So bleibt es trotz der eigentlich guten Idee bei einem durchschnittlichen Krimi in einer nahen Zukunft, wie sie uns hoffentlich erspart bleiben wird. Ob dieses Buch dann mit dazubeigetragen haben wird, wage ich allerdings zu bezweifeln ;-)