Hat mir gut gefallen! Es war ganz anders, als ich erwartet hatte. Sehr schön, auch wenn ich immer noch nicht glauben kann, dass [Sorry, das Lesetagebuch hat keine Spoiler Tags, lest das Buch und findet die Stelle, die unglaublich ist.]
Vielleicht passt der Schreibstil nicht sooo gut zu einem Hörbuch. Er besteht aus vielen Auflistungen („Phoebe wants A. Phoebe wants B. Phoebe doesn’t want C. Phoebe feels like D.“), und aus viel direkter Rede, die bestimmt snappy sein soll, aber von viel „Phoebe said“, „Gary said“, „Phoebe said“, „Gary said“ ausgebremst wird. Beim Selberlesen könnte man das entsprechend überfliegen und die Snappyness besser bewahren.
Neulich war ich in einem Comicladen und sah die riesige Auswahl an Spirou und Fantasio-Bänden im Regal. Als Kind und Teenager mochte ich diese Reihe richtig gerne, und ich dachte, ich könnte eigentlich mal wieder ein paar Bände lesen. Früher habe ich mir immer viele davon aus der Tuttlinger Stadtbibliothek ausgeliehen (das Comicregal war direkt neben dem berühmten Regal mit den Drei ???), und Clara schlug vor, dass ich doch jetzt auch wieder die VÖBB bemühen konnte. Gesagt, getan, fernbestellte ich mir die ersten drei Bände der neuen Gesamtausgabe von Spirou ab Franquin.
Ehrlich gesagt waren mir diese Comics, die zwischen 1946 und 1950 erschienen sind, etwas zu holprig – aber offenbar sind sich auch die Redakteure der Gesamtausgabe und Franquin selbst einig, dass es sich hier bei weitem nicht um seine beste Arbeit handelt. Diese Geschichten hatten noch nicht den zeitlosen Charme, der später erreicht wird. Gerade bei der unglaublich rassistischen Darstellung der afrikanischen Völker in mehreren Comics war ich doch froh, die 1940er Jahre jetzt hinter mir zu lassen.
Fast schon schmerzlich gut eingefangen, wie man mit 21 so ist (unter anderem cringe):
I like houses more than fields. They feel more poetic somehow, because they are filled with people.
Ich fand es wirklich gut, und auch sehr schön gelesen. Frances ist eine spannende Hauptfigur in ihrer Nichtnachvollziehbarkeit, aber mit dem letzten Absatz bin ich nicht einverstanden!
Ich habe die ersten paar Kapitel gehört, aber dann abgebrochen. Die Kolumnen waren mir zu gewollt lustig und zu vorhersehbar. Der Trick, sich immer über das lustig zu machen, was normale Leute machen und niemandem schadet, hätte mir als Teenager bestimmt besser gefallen (Wanderstöcke, was für ein amüsantes Thema!), aber jetzt fand ich es zu unmotiviert.
Giulia finde ich trotzdem gut und ihren Podcast Drinnies höre ich sehr gerne, aber dieses Buch schafft es nicht auf das gleiche Level.
Außerdem hatte ich bereits die Folgen Drinnies gehört, in denen Giulia erklärt hatte, wie sie unbedingt noch das Buch vollkriegen musste. Vielleicht bekam ich dadurch das Gefühl, genau das aus dem Schreibstil herauslesen zu können, mehrere ähnliche Sätze das gleiche erklären oder es von Auflistungen nur so wimmelt.
Ach, ich weiß auch nicht. Da waren ein paar gute Stellen dabei, aber für so einen relativ langen Horrorroman war es mir nicht gruselig oder auch nur spannend genug. Gefühlt wurde immer, wenn sich die Situation gerade zuzuspitzen drohte, wieder abgebremst. Figuren haben sich ständig entschieden, doch lieber abzuwarten statt eine aufregende Sache zu machen. Das ist vielleicht plausibel, aber nicht unbedingt die spannendste Herangehensweise für eine Gruselgeschichte.
Außerdem kam bei mir nie das Gefühl auf, dass die Mädchen im Buch wirklich in Gefahr sind. Irgendwie gibt es keine guten Gegner. Die ganzen schlechten Leute im Buch werden immer dargestellt (und teilweise wird es explizit gesagt), als ob sie selbst nicht so richtig wissen, was sie machen sollen, und darum ihrer Pflicht nachgehen und dabei halt extrem scheiße gegenüber ein paar Teenagerinnen sind. Auch das ist plausibel, und diese Zeit war historisch gesehen bestimmt absolut furchtbar, aber … Grady, du schreibst eine Gruselgeschichte! Warum sind deine Figuren nicht RICHTIG böse? Warum sind es nur so rückgratlose Manager*innen die sich in nichts einzumischen wollen? Und die eine Figur, die wirklich mächtig und potentiell gefährlich sein könnte, stellt ihnen (Spoiler) nur wochenlang nach und stellt sich dumm an? Warum?!
Der zweite Teil hat mir leider nicht so gut gefallen wie der Erste. Im ersten Teil passiert ja schon wenig, aber da hat mir die gemütliche Atmosphäre ausgereicht und ich konnte mich besser darauf einlassen, dass es mehr um die Stimmung als nur um die Geschichte geht. Im zweiten Teil passiert aber noch weniger, und die Stimmung war nicht so greifbar und schön. Teilweise war es schon fast banal, und teilweise wurde zu explizit auf alles gezeigt. Bisschen schade.
Fünf Figuren landen in fünf Geschichten mehr oder weniger zufällig in der gleichen Bibliothek. Dort bekommen sie von der Bibliothekarin, Frau Komachi – neben den Büchern, nach denen sie explizit fragen – noch ein weiteres Buch empfohlen, sowie ein kleines gefilztes Objekt als Bonusgeschenk. Diese beiden Sachen helfen ihnen dabei, aus ihrer alltäglichen Unzufriedenheit auszubrechen und einen neuen Weg einzuschlagen. Die Geschichten sind sehr schön beschrieben und gehen auch emotional nahe.
Am meisten hat mir aber die Figur von Frau Komachi selbst gefallen. Sie hat mich an die Hexen aus Terry Pratchetts Scheibenwelt erinnert, die auch mit 99 % Weisheit und nur 1 % Magie ihr Werk verrichten.
Ich hab das Hörbuch auf Englisch gehört, weil es gerade bei Libby/dem VÖBB verfügbar war, aber mir hat die Übersetzung dann auch wirklich gut gefallen.
Das Ende hat mich ein bisschen überrumpelt (ich glaube, es hat mir nicht so gut gefallen), aber fast alles andere fand ich ziemlich gut! Ich mochte, dass alle Figuren so seltsam waren, und dass zwar das meiste sehr unrealistisch war, aber doch auch berührend.
Erinnerte mich irgendwie an Animal Crossing und Kikis kleinen Lieferservice, sehr schön entspannend. Einfach mal ein halbes Jahr in einer Buchhandlung wohnen und von allen gemocht werden, was für ein Glück!
Wow! Ich frage mich manchmal, wofür man einen umfassenden Algorithmus für Buchempfehlungen braucht, weil mir gefühlt am laufenden Band spannende Bücher in die Wiege geschleudert werden. Damals, als Twitter kaputtging und ich final zu Mastodon wechselte, folgte ich unter anderem – und eher komplett zufällig – Geraldine DeRuiter, die irgendwann danach dieses Buch hier rausbrachte!
Ich hatte es darum schon länger auf meiner Wunschliste, und als ich neulich mal in Libby stöberte, habe ich gesehen, dass die VÖBB das Buch sogar hat … und dann ist es auch noch mega gut?!
Es ist schlau, gut geschrieben, und richtig, richtig lustig. Also: Schmeißt euren Algorithmus auf den Müll und lest genau dieses Buch.
It's a bittersweet thing, to look back at your childhood dreams and know that you've exceeded them, that you were desperately longing for not that much.
So binge-worthy, wie Clara gesagt hat. Fand ich richtig gut!