Lesetagebuch
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Bücherregal lädt …
Every Tool's a Hammer
 320 Seiten

Wenn ich morgens alleine zuhause bin und etwas Entspannendes anschauen möchte, habe ich schon einige Male zu Adam Savages „One Day Builds“ auf seinem YouTube-Kanal gegriffen. Ich bin absolut fasziniert von der Art und Weise, wie er arbeitet, wie viel er weiß und wie viel davon er versucht, den Zuschauenden weiterzugeben.

Als ich gesehen habe, dass es ihn auch als Hörbuch gibt, habe ich darum sofort zugegriffen. Hinsichtlich einer Bewertung bin ich zwiegespalten: Das, was da war, fand ich gut und interessant. Insbesondere die Teile, bei denen ich Parallelen zu meiner eigenen Arbeit ziehen konnte, waren sehr spannend. Adam Savages Optimismus und Positivität ziehen sich durch das gesamte Buch, und die Anekdoten aus seinem Werdegang sind lustig und wirken authentisch. Meine größte Kritik an dem Buch ist, dass es erst immer detaillierter wird (es gibt ein Kapitel über Kleber), und dann ganz plötzlich endet (was ist mit Schrauben?) Die Detailliertheit wirkt dadurch ganz verschwendet – dadurch, dass es so kurz (und dadurch zweifellos auch unvollständig) ist, hätte es ohnehin keinen Nutzen als Nachschlagewerk – warum dann alle Arten von Kleber auflisten und bewerten? Ich hätte es vermutlich noch mehr genossen, wenn es länger und etwas allgemeiner gewesen wäre. Aber dennoch habe ich meine (kurze) Zeit mit diesem Hörbuch genossen, und wenn irgendwann ein zweiter Teil rauskommen sollte, würde ich ihn mir bestimmt auch kaufen. Bis dahin binge ich einfach noch ein paar One Day Builds.

Selling Hitler
 400 Seiten

Dieses Buch habe ich direkt auf meine Wunschliste gepackt, als Florian seine Rezension veröffentlichte. Durch eine glückliche Wendung des Schicksals habe ich es dann tatsächlich zu Weihnachten bekommen, und es ist so gut.

Dass es mal gefälschte Hitler-Tagebücher im Stern gab, hatte ich natürlich durch kulturelle Osmose aufgenommen. Aber der volle Umfang, so detailliert und interessant aufbereitet wie hier, war mir bei weitem nicht klar. Die Geschichte ist spannend, haarsträubend, lustig und schockierend. Das Buch ist allerdings von 1986, darum bin ich sehr gespannt, demnächst auch noch den (deutlich aktuelleren) Podcast dazu zu hören – der mir auch bereits von Florian als „sekundäre Quelle“ empfohlen wurde.

Ghosts
 320 Seiten

Diesen Roman wollte ich schon seit einer Weile lesen, weil mir Dolly Aldertons Autobiographie so gut gefallen hatte.

Die perfekte Gelegenheit bot sich, als ich ein Buch brauchte, um mich direkt vor dem Einschlafen noch mal von „Pet Sematary“ abzulenken, damit ich weniger an gruselige Katzen und mehr an verlorene Mittdreißiger denken konnte.

So richtig umgehauen hat mich das Buch leider nicht, aber ich habe gerade die letzten 250 Seiten am Stück gelesen, also kann es auch nicht ganz furchtbar gewesen sein.

Pet Sematary
 465 Seiten

Ich kann mich nicht erinnern, wann mich ein Buch zuletzt so sehr gefesselt hat wie dieses. Immer, wenn ich darin las, wollte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen, aber ich musste, um noch schlafen zu können. So gruselig, so beunruhigend, so gut geschrieben. Was für ein Buch!

Design for the Real World
 394 Seiten

Das Buch wurde von Mike Monteiro in Ruined by Design empfohlen, deswegen habe ich es mir direkt im Sommer 2019 gekauft, und jetzt auch endlich gelesen.

Was für ein faszinierendes Buch! Man muss es auf jeden Fall im Kontext des Erscheinungsjahres 1984 sehen, aber gerade dann kann man richtig mitgenommen werden von den Themen, die schon vor fast 40 Jahren wichtig waren, und die uns heute fast unverändert weiter beschäftigen.

With students worrying more and more about jobs and job security, specialization has increased even more during the early eighties. But, whereas students increasingly feel that greater specialization will help to get that job, they are wrong in the long run.

Wow, das könnte auch von heute sein!

Auf der anderen Seite gibt es auch einige Stellen, die vor 40 Jahren offenbar noch deutlich greifbarer wirkten als heute:

And certainly soon mankind will look to the stars while living in semipermanent, domed settlements on the moon.

Certainly, Viktor!

Das Buch erschien ursprünglich 1971, und die erweiterte Ausgabe 1984, aber mittlerweile ist fast dreimal so viel Zeit vergangen wie zwischen diesen beiden Ausgaben (!), und ich muss sagen: Vielleicht wäre es nicht schlecht, dem Buch noch mal ein kleines Update zu verpassen. Denn die Intention des Buches ist sehr gut und hat auch heute noch bestand, aber da Worte verwendet werden, die heutzutage Slurs sind, oder wenn sie die ganze Behandlung von der sogenannten „Dritten Welt“ veraltet anfühlt, oder wenn Klimawandel nur als theoretische Möglichkeit in einem Absatz abgehandelt wird, oder wenn Science Fiction Szenarien wie Siedlungen auf Mond und Mars als unmittelbar bevorstehende Ereignisse aufgelistet werden, dann lenkt das doch sehr von der eigentlichen Message des Buches werden: Design muss dringend besser werden, und zwar heute genauso dringend wie vor vierzig Jahren.

Nicht inhaltlich relevant, aber zu meiner Ausgabe wollte ich noch sagen: Ich habe die brandneue dritte Ausgabe von 2019. (Soweit ich weiß, unterscheidet sich der Text aber nicht von der zweiten Ausgabe von 1984.) Ich verstehe nicht, warum, aber dieses Buch über Design ist in winzigem linksbündigem Helvetica-Flattersatz gesetzt, und das Lesen hat dadurch deutlich weniger Spaß gemacht, als es hätte sein müssen. Die Anzahl der Schreibfehler war außerdem absolut erschreckend. Einmal war sogar der Name des Autors falsch geschrieben! Das muss ja nun nicht sein.

The Thursday Murder Club
 336 Seiten

Ein sehr schöner Krimi, mit gut ineinander verwobenen Strängen und vielen eleganten (und ein paar weniger eleganten) Plot Twists. Dass die meisten Figuren schon im hohen Rentenalter sind, kam mir manchmal eher wie ein Gimmick vor als wie ein wichtiger Teil der Geschichte, aber das war nicht schlimm. Ansonsten: Sehr schlau, sehr britisch, sehr lustig.

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