Lesetagebuch
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The Mythical Man-Month: Essays on Software Engineering
 322 Seiten
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Irgendwann wurde dieses Buch irgendwo empfohlen. Ich habe es angeschafft und eigentlich ein paar amüsante Essays über Fehleinschätzungen bei Programmierprojekten erwartet. Mir war dabei nicht klar, dass dieses Buch aus dem Jahr 1975 ist.

Ich habe immerhin die erweiterte 20 Jahre Jubiläumsausgabe von 1995, die um ein paar Kapitel erweitert wurde, aber alle alten Kapitel wurden unverändert gedruckt. Die meiste Erfahrung von Brooks geht aus seiner leitenden Rolle bei der Entwicklung des IBM OS/360 (vorgestellt noch früher, nämlich 1964), und darum geht es auch hauptsächlich im Buch.

Und Leute, es war vielleicht noch nicht klar, aber 1975 ist so lange her, wenn es um Computer geht! 1975 gab es quasi keine Personal Computers, keine E-Mails (im Buch wird immer wieder empfohlen, man solle mit seinen Kollegen telefonieren!), keine Webseiten (im Buch gibt es eine Stelle, wo er beschreibt, dass das Handbuch während der Entwicklung des OS/360 mehrere Fuß breit war und sie irgendwann auf Mikrofilm umgestiegen sind, weil sonst jemand jeden Tag 150 neue Seiten Dokumentation einheften musste!), strukturiertes Programmieren mit Loops statt GOTO war noch umstritten, C war gerade brandneu (wurde aber im Buch nicht erwähnt). An einer Stelle erzählt er, wie sie durch schlechte Nutzung von Systemressourcen einen Compiler hatten, der fünf FORTRAN-Statements pro Minute kompiliert hat. ALTER.

Irgendwann habe ich mich damit abgefunden, dass das Buch eher ein historisches Dokument ist als etwas, das ich in meinem täglichen Leben anwenden kann – und von da an ging es eigentlich. Klar, ein paar Sachen kann man bestimmt mitnehmen oder hat man schon irgendwoanders gehört, aber als „modernen“ Überblick über Softwareentwicklung würde ich es nicht empfehlen.

Sidebar: Ja, ich weiß, es handelt sich hier literally um einen alten weißen Mann, aber ich schwöre, in diesem Buch kommt keine einzige Frau vor, außer, in der Widmung, seine Ehefrau Nancy. Alle Teams bestehen aus Männern, alle Chefs sind Männer, die Architekten sind Männer, einfach alle Arbeitskräfte sind Männer, die Mann-Tage und Mann-Monate und Mann-Jahre an Arbeit in etwas reinstecken.

Der Swimmingpool des kleinen Mannes
 256 Seiten
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Auch den zweiten Teil der Heldentage-Saga gibt es nur noch gebraucht (zu akzeptablen Preisen), ist aber trotzdem gut!

Gefühlt war der erste Teil „authenthischer“ (gigantische Anführungszeichen), weil er einfach nur Tagebuch war, aber hier wurden die Comics in eine neue Reihenfolge gebracht und es gab auch ein paar kurze „Geschichten“, die sich über mehrere „Tage“ erstrecken. (Was ist heute nur mit den Anführungszeichen los.)

The Pragmatic Programmer
 352 Seiten
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Es fällt mir ein bisschen schwierig, dieses Buch zu bewerten.

Grundsätzlich handelt es davon, welche Eigenschaften und Gewohnheiten die beiden Autoren in sich selbst und anderen Softwareentwickler/innen sehen, die „Pragmatische Programmierer“ ausmachen. Ich halte mich selbst auch für pragmatisch, darum dachte ich, ich schaue mir dieses Buch mal an!

Mein Problem ist, dass das Buch halt, da kann man nicht drumherum reden, aus dem Jahr 2000 ist. An den Stellen, an denen es um allgemeine, übergreifende oder zwischenmenschliche (will sagen: zeitlose) Themen ging, war es interessant und gut.

Aber an den Stellen, an denen es darum ging, wie man Software, die vor 20 Jahren populär war, dazu benutzt, eine vor 20 Jahren populäre Programmiersprache besser zu benutzen, zog es sich ein bisschen. Wenn plötzlich empfohlen wird, dass man eine Makefile nutzen soll, um ein Perl-Script auszuführen, um damit wiederum eine Java-Klasse zu erstellen, dann muss ich mich doch fragen, ob es sich nicht langsam lohnen würde, eine aktualisierte Version dieses Buchs rauszubringen. (Außerdem haben sich die Best Practices in den letzten 20 Jahren hoffentlich etwas gebessert. (Das sage ich so einfach, aber wie oft arbeite ich auch heute noch in Teams, in denen es kein Testing und/oder keine Dokumentation gibt? Ständig. Also Nevermind.))

Und das ist es, was ich so schade finde: So viele der angesprochenen Themen sind auch heute noch gut und wichtig und Leute sollten von ihnen hören und sie anwenden: Orthoginality, Prototypes, Tracer Bullets, The Power of Plain Text, Refactoring, Testing, Automatisierung. Fuck yes! Aber ich weiß nicht, ob ich dieses Buch heute einfach so, ohne viele Fußnoten, einem Anfänger in die Hand geben würde – Ich müsste immer in Angst leben, morgen eine Makefile in meinem Node-Projekt zu haben oder dass sie plötzlich anfangen, die Programmiersprache Eiffel zu lernen – was im Buch mehrmals empfohlen wird!

Der Ursprung der Liebe
 136 Seiten
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Ich bin nicht sicher, ob dieser Comic mich enttäuscht hat. Er ist gut, schlau, interessant, witzig und ich habe ihn gerne gelesen. Also eigentlich keine Enttäuschung. Aber er ist auch extrem ähnlich zu „Der Ursprung der Welt”: Die Pointen sind ähnlich, das Aufbereiten von Büchern und Studien in Comicform ist ähnlich, die Themen sind … zumindest verwandt? Bisschen enttäuschend, Liv Strömquist, du One Trick Pony!

Ich weiß auch nicht! Es ist sowohl genau das, was ich erhofft und erwartet hatte, auf der anderen Seite hätte ich mir auch irgendeine innovative Kleinigkeit gewünscht? Es ist vertrackt!

Trotzdem empfehle ich, diesen Comic zu lesen. Er ist sehr gut.

Enjoy Sex (How, when and if you want to)
 208 Seiten
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Ich möchte gar nicht zu viel sagen und mich versehentlich in irgendwas verheddern, aber dieses Buch ist ein gutes, wichtiges Buch und ich glaube, ungefähr jeder kann etwas wertvolles daraus lernen.

Das Buch ist sehr kurz, aber spricht viele Themen an und ist dabei, wie auf dem Cover steht, practical and inclusive. Es geht nicht darum, konkrete Tipps zu geben, was man beim Sex machen soll, sondern darum, wie man mit seine/n Partner/n und vor allem sich selbst im Einklang ist. Dazu gibt es praktische Übungen und Denkanstöße, bei denen ich das Buch zwischendurch immer wieder weggelegt habe, um in Ruhe etwas drüber nachdenken zu können.

heldentage
 376 Seiten
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Flix’ Heldentage auf seiner Webseite waren damals eine große Inspiration und haben mich dazu gebracht, selbst Tagebuchcomics zu zeichnen und mich mehr mit Webentwicklung auseinanderzusetzen, was dann schließlich zu meinem Studium und meinem Beruf geführt hat.

Umso besser, dass dieses Buch (das ich auf eBay gekauft habe, weil es nicht mehr so richtig verfügbar ist? Voll schade!) so gut gealtert ist und auch 2019 immer noch sehr viel Freude bereitet.

The Long Drop
 240 Seiten
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Durch einen glücklichen Zufall letzten Mittwoch nachts bei Dussmann gekauft und über die letzten Tage gelesen.

Das Buch ist großartig geschrieben und ich kann es nur empfehlen. Es springt (bis auf wenige Ausnahmen) zwischen zwei Schauplätzen hin und her, offenbart in einer guten, spannenden Reihenfolge immer neue Informationen und auch wenn man irgendwann verstanden hat, worauf es hinauslaufen muss, ist es doch bis zur letzten Seite spannend.