Octopus Pie war immer schon einer meiner liebsten Webcomics. Der Stil hat mir super gefallen (vermutlich auch wegen gewisser Scott Pilgrim-Überschneidungen), und es wirkte wie ein cooler Underground Hit, von dem nicht so viele Leute wissen – wobei man das vermutlich ohnehin über alle Webcomics sagen kann.
2023 kam dann die Gesamtausgabe als Boxset, das ich dann über irgendwelche Umwege in den Niederlanden bestellen musste. Ich würde sagen, die allerersten paar Stories hier im ersten Buch waren noch etwas holperig, aber Meredith Gran findet schnell einen guten Rhythmus.
(Den ganzen Comic kann man auch nach wie vor auf octopuspie.com nachlesen.)
Auf meinem Lesestapel liegen noch viele Comics und Graphic Novels, durch die ich mich dieses Jahr endlich mal durcharbeiten will. Hier also, zuerst: Bad Dreams in the Night, das mir vor ein paar Monaten mal ausgeliehen wurde. War mir leider bei weitem nicht gruselig genug. Ich bin auch kein großer Adam Ellis-Fan, irgendwie gefällt mir sein Stil nicht und alle seine Figuren sehen genau gleich aus.
“Roddy'd shit himself if the Mad Monk pulled that knife trick on him.”
“Yeah, well, it wasn't so much a knife trick”, Marcus pointed out, “as just a knife.”
Voll spannend und informativ!
Ein gutes, kurzes Buch über kleine Refactorings und die Abwägungen außenrum. Ich mag, dass Kent Beck mit einem groben „Leute, wir sind alle erwachsen“ an die Sache rangeht. Warum genau er seine Leser aber die ganze Zeit als „Geeks“ bezeichnen muss, verstehe ich immer noch nicht.
Ich will ja nicht an Perfektion rütteln, aber ich glaube, das Buch wäre etwas angenehmer, wenn es zwischen den verschiedenen Perspektiven wechseln würde (wie ein modernes Buch), damit man nicht stundenlang ohne Atempause mit den Hobbits durch die Einöde klettern muss. Für mich noch schlimmer gemacht davon, dass ich Andy Serkis’ Gollum-Stimme so furchtbar finde. Trotzdem (obviously) gut!
Ich muss zugeben, dass ich trotz Claras Empfehlung lange nicht richtig in das Buch reingekommen bin und ein paar Monate festhing. Jetzt, wo sich das Jahr zu Ende neigt, aber mein Leseziel noch nicht, habe ich es wieder in die Hand genommen und gemerkt, dass es offenbar doch so gut ist, dass man die letzten 200 Seiten am Stück lesen kann. Es war nicht komplett mein Buch, aber das Ende ist perfekt.
Eigentlich wollte ich nur ein anderes Buch aus dem Buchladen abholen, aber mir fiel dieses hier Dank des roten Umschlags und guten Klappentexts ins Auge. An der Kasse sagt mir die Buchhändlerin, dass sie die Theaterfassung im Berliner Ensemble gesehen hätte. Eigentlich wäre sie misstrauisch gewesen, weil es von einer jungen Frau aus dem Westen geschrieben wurde. Im Theater hätte sie es dann aber realistisch und bedrückend gefunden. „Ja, so hat sich das damals angefühlt.“
Wenn ich ein Deutschlehrer wäre, würde es sich vermutlich wie ein Sechser im Lotto anfühlen, dieses Buch in die Finger zu bekommen. Es ist so gut geschrieben, manchmal konnte ich es gar nicht glauben oder weglegen. Es gibt so viele Absätze, mit denen sich problemlos eine Doppelstunde füllen ließe.
Rita wollte als Sekretärin arbeiten. Mit eigenem Tisch und eigenen Stempeln. Bestimmt, weil man mit Stempeln alles verbieten kann.
Oder:
Mutters Brief lag auf dem Kopfkissen. Daneben eine rote Rose, sicher einfach von der Hecke geknipst. Beim Berühren fiel gleich ein Blatt aus der Blüte, rutschte zur Seite und landete auf dem Laken. Überhaupt sehr still im Zimmer.
Aber irgendwie auch okay, kein Deutschlehrer zu sein, denn so habe ich den großartigen Text ganz für mich alleine. Wie wichtig hier alles war, was nicht gesagt wurde, und wie respektvoll es sich für mich als Leser anfühlte, dass mir diese ganzen Auslassungen zugetraut wurden, war so wunderbar.
Vielleicht muss ich jetzt auch ins Berliner Ensemble.
„Knots and Crosses“ ist das erste Buch mit Inspector John Rebus und spielt die ganze Zeit relativ offensichtlich mit einer „Jekyll und Hyde“-Situation. Die war zum Erscheinungstermin wahrscheinlich noch spannender, denn inzwischen sind schon 24 weitere Rebus-Bücher erschienen und darum kam in mir nie ganz das Gefühl auf, dass er im ersten Buch ein Serienmörder ist. (Aber was für ein Plot Twist das gewesen wäre, wenn doch!)
An sich fand ich es ganz gut, auch wenn man manchmal merkt, dass es von einem jungen Mann geschrieben wurde, der vielleicht etwas zu stark beweisen wollte, wie schlau er ist. (Das sagt Ian Rankin aber auch in seinem viele Jahre später geschriebenen Vorwort.)
Der Anfang dieses Buchs ist so lustig. Die Erklärung, wie er dazu kam, die gekürzte Ausgabe von diesem Buch zusammenzustellen, hat mich mehrmals laut lachen lassen. Der Rest des Buchs und die eigentliche Geschichte selbst sind auch gut, aber irgendwie passiert – dafür, dass so viel passiert – auch irgendwie erstaunlich wenig. Aber die Art, wie das echte Geschehen und die Meta-Handlung verwoben sind, ist beeindruckend und tröstet über alles hinweg.
Die Figur von Buttercup tat mir diesmal auch etwas leid, weil sie unter all den eindimensionalen Figuren die ganze Zeit die eindimensionalste blieb. (Das kommt davon, wenn die ganzen 18 Monate Prinzessinnenausbildung einfach weggeschnitten werden!) Noch schlimmer und unnötiger fand ich nur das meiste, was Goldman über seinen (fiktionalen) dicken Sohn sagt – aber das musste man in den 70ern vermutlich so machen.
Dieser Comic ist so gut.