Der ägyptische Heinrich
224 Seiten

"Das privatrechtliche Gesetzbuch für den Kanton Zürich, das zu jener Zeit, als Heinrich mehrmals amtliche Post aus der Heimat bekam, in Kraft und massgebend war, nennt neben Ehebruch, unnatürlicher Wollust, Unfähigkeit zum Beischlaf, ausschweifender oder verschwenderischer Lebensart, unheilbarer und ekelhafter Krankheit inkl. Wahnsinn oder Blödsinn im $187 noch einen weiteren zur Scheidungs-Klage berechtigten Grund [...]"

Schöne Sprache (halt Markus Werner), aber auch sehr wirr, ich habe den Faden mehrfach verloren und irgendwann nicht mehr zurückgefunden.

Löwen wecken
432 Seiten

"Zwei Menschen begegnen sich wieder und sind eigentlich zu viert. Jeder trägt ein bestimmtes Bild des anderen in sich. Ein Moment der Enttäuschung, wenn der in unserem Gedächtnis schöner ist als der, den wir wiedertreffen. Ein Moment des Staunens, wenn der, dem wir begegnen, unvergleichlich imponierender ist als der in unserer Erinnerung. Der Bruchteil einer Sekunde, in dem wir, sei es freudig, sei es traurig, Abschied nehmen von der Person, die wir im Kopf hatten."

Die Hauptstadt
459 Seiten

"Ich habe nie über den Tod nachgedacht. Nicht einmal am offenen Grab vom Vater. Eine Schaufel Erde hinuntergeworfen und - ja, ich war unter Schock. Aber ich dachte nicht über den Tod nach, sondern über mich. Der Tod ist für einen Lebenden immer der Tod von anderen."

"Letztlich ist der Tod auch nur der Beginn von Folgeerscheinungen."

Lempi, das heißt Liebe
224 Seiten

"Ich promovierte sogar, und mein Mann sagte immer, er sei stolz auf mich. Das ist gar nicht wenig. Liebe kann man auf viele Arten in Worte kleiden, und Stolz auf den anderen auszudrücken ist vielleicht eine von ihnen."

Ein sehr schönes, auch trauriges und bedrückendes Buch, das mit den verschiedenen Perspektivenwechseln zur Hauptprotagonistin richtig an Tiefe gewinnt. Unbedingt empfehlenswert!