3 Erzählstränge über das Leben von George (Imker), William (will nach depressiver Phase Bienenstock weiterentwickeln) und Tao (Handbestäuberin in China) sind anfänglich interessant. Die Figur des George macht am meisten Spaß. Es geht um das Verschwinden der Bienen und dessen Folgen, den Untergang von einer Stadt wie Peking, dem Unterordnen und Dienen des Großen Ganzen... schlussendlich kehren die Bienen zurück und man verspricht, sie nicht mehr zu bewirtschaften, sondern ihnen den Honig zu lassen. Am Ende bissl langatmig..
"Es war nicht still darunter [Gehörschutz], es war nie still, wenn man alles andere aussperrte."
Drei Geschichten über Bienen erzählen von Verlust und Hoffnung und lassen einen über unsere Zukunft nachdenken. Was haben wir alles angerichtet, welche Konsequenzen tragen wir davon? Die Geschichten stehen in Verbindung zueiander, das Buch ist schlau konstruiert und auch packend geschrieben. Die Sprache war mir zu holprig, oft zu "ungelenk" und ich störte mich an komischen, realitätsfremden Dialogen.
Letztens guckte ich mal bei Audible und merkte, dass ich acht oder neun Credits angehäuft hatte und kaufte mir ein paar Dinge, die spannend klanegn. “Die Geschichte der Bienen” von Maja Lunde hatte ich schon öfters im Buchladen gesehen und es passierte thematisch auch gut zu den anderen Klima-Büchern, die ich dieses Jahr schon hörte.
Spoilers ahead:
Insgesamt gefiel mir das Buch ganz gut! Am Anfang war ich sehr überrascht von der Aufteilung in die drei Erzählstränge, das gefiel mir sehr gut. Der Eine Spiel so um 1850, der andere um 2007 und der Dritte später im einundzwanzigsten Jahrhundert und schnell wird klar, dass alle Geschichten vom Grundthema der Bienen verbunden sind.
Ich hörte und hörte und so zwei Stunden vor dem Ende war ich etwas genervt. Die beiden Vergangenheits-Geschichten enthielten nur absolut deprimierende Vollhorste als Hauptprotagonisten und so richtig spannend fand ich nur die Geschichte die im Zukunfts-China spielte, aber zu dem Zeitpunkt war auch irgendwie gerade klar geworden, woran der kleine Sohn der Hauptcharakterin gestorben ist. Wäre es ein Buch zum Lesen gewesen, weiß ich nicht, ob ich da mit viel Motivation weiter gelesen hätte. Da hören aber einfacher ist, machte ich damit weiter und hoffte, dass am Ende nochmal alles ganz lohnenswert miteinander verwoben wird.
In den letzten zwanzig Minuten passiert das auch – nochmal die Spoilerwarnung – die in China wieder aufgetauchten Wildbienen werden in die Bienenstöcke, die von dem Dödel aus den 1850er Jahren entworfen wurden, und über die der Typ aus 2007, der wiederum ein entfernter Nachfahre war, ein Buch schrieb, verfrachtet und damit wieder gezüchtet. Gut, dass die Hauptcharakterin der Zukunftsgeschichte das Buch in der verlassenen Bibliothek fand!
Also, keine Ahnung. Ich hatte 10 Stunden schon Spaß und am Ende musste ich mir die letzten 30 Minuten auch noch schnell anhören und wollte nicht bis zur nächsten geplanten Hörbuch-Session warten, weil ich unbedingt wissen wollte wie es ausgeht. Das Ende verbindet auch alles miteinander, aber trotzdem bleiben mir die zwei nervigen Storylines als kleine Downer im Gedächtnis.
Maja Lunde erzählt die Geschichte der Bienen anhand von drei Familien, die zu verschiedenen Epochen leben. Das Buch beschreibt, welch enorme Auswirkungen das Insektensterben auf die Natur und somit die Gesellschaft hat. Es weist die Menschheit, welche sich als Herrscher der Erde betrachten wieder in ihre Schranken.
Der schreibstil ist leicht zu verstehen und angenehm zu lesen. Die Charaktere scheinen jedoch auf der Stelle zu stehen und entwickeln sich in ihrem Verhalten kaum weiter. Da diese in ihrem Verhalten und den Denkvorgängen sehr langsam reagieren,ist man teilweise genervt und möchte möglichst schnell vorankommen.
Die einzelnen Erzählstränge wirken zunächst voneinander losgelöst. Nach und nach werden die Zusammenhänge jedoch deutlich, was den Roman clever und durchdacht wirken lässt.
Insgesamt hat Maja Lunde einen schönen Roman verfasst, welcher sich mit aktuellen Themen beschäftigt, ohne dabei wie ein Sachbuch zu wirken. Er lässt sich an warmen Frühlingstagen, nahe der summenden Bienen locker lesen, stößt dabei aber auch zum Nachdenken an.
Spannend und lehrreich und schön und unbequem
Ein Buch, das drei in unterschiedlichen Epochen situierte Erzählungen enthält, die sehr entfernt, aber stets über das Thema Bienen miteinander verknüpft sind. Die drei Erzählstränge (ca. 1850, 2010 und 2070) wechseln sich nach jedem Kapitel ab und laufen alle auf ihr manchmal unausweichliches, glückliches oder alles verändernde Schicksal zu. Die drei Geschichten für sich bieten wenig Überraschendes. Die Stärken des Buchs als Ganzes finden sich in der Liebe, dem ausgeliefert Sein und der Abhängigkeit zwischen Bienen und Menschen.