Lesetagebuch
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Influence - Fehler im System
 304 Seiten

Amir, idealistischer Student gerät aufgrund seiner Verbindung zum Blogger Habakuk in eine Verschwörung. Die Cyberkalypse bricht aus, das Internet ist tot, nichts geht mehr. Nur er hat einen Chip, den er zu Habakuk bringen muss. Doch kann er Habakuk vertrauen? Das Buch wird angepriesen als Near-Future-Thriller, ist aber eher ein spannendes Gedankenexperiment-Roadmovie zwischen zwei Millenial-Gen Z Charakteren und haufenweise Social-Media Anglizismen und Slang mit dem Leser über 40 wohl eher weniger anfangen könnnen. Ich mochte es, bin mir aber unsicher, ob ich es empfehlen würde. Wen die Thematik interessiert und sich eine Jetzt-Gesellschaft ohne Internet vorstellen möchte, ist damit aber bestens unterhalten.

"Alexa, ich mach Schluss mit dir"
 96 Seiten

Diese launigen 96 Seiten sind ein kurzer, guter Rundumschlag gegen Amazon, Google & Co. Wem Zouboffs "Überwachungskapitalismus" mit 900 Seiten zu viel ist, kriegt hier einen kurze Einführung mit ner netten Quellenbeigabe zum Weiterlesen und kann gleich loslegen, Antworten zu finden, auf die Frage: Welche Digitalisierung wollen wir eigentlich?

Die Welt des Xi Jinping
 160 Seiten

Kurze und gute Einführung zur Person Xi Jinping. Wo kommt er her und was will? All diese Fragen werden in kurzen Kapiteln erläutert. Leider ist das Buch von 2018 und hat sich schon überholt, weil China einfach Gas gibt. Selbst das Nachwort hat sich schon überholt. Daher muss man das Buch auch vor diesem Hintergrund lesen, wenn man denn will.

Der Buchspazierer
 224 Seiten

Der "Buchspazierer" Carl trägt die bestellten Bücher zu seinen Kundinnen und Kunden. Denen gibt er Namen von Romanfiguren und macht sich so seine Gedanken. Eines Tages drängt sich ihm ein kleines Mädchen auf, das er nicht mehr loswird. Sie begleitet ihn auf seinen Auslieferungstouren und macht ihn nervös. Sein ganzer geregelter Alltag gerät aus den Fugen...und das bleibt weder für ihn noch für seine "Romanfiguren" ohne Folgen. Ein wirklich netter Roman für zwischendurch für alle Menschen, die Bücher und Lesen lieben. Kann man auch gut verschenken. Für Fans von "Die fabelhafte Welt der Amelie"

Die Neuerfindung der Diktatur
 288 Seiten

Auch wenn das Buch erst von 2018 ist, ist es schon ein bisschen in die Jahre gekommen. China hat das Socialcreditsystem implementiert und ist dabei, die Welt zu formen. In kurzen Kapiteln erläutert Autor Kai Strittmatter wie China den digitalen Überwachungsstaat aufgebaut hat, ihn systematisch ausweitet und was das für uns bedeutet bzw. bedeuten kann. Sehr lesenswert und gut für den Einstieg, wenn man sich mal über die geopoltische Strategie unter Xi Jinping Regierung informieren will.

Die Mitternachtsbibliothek
 320 Seiten

Nora Seed verliert ihren Job, ihre Katze stirbt und irgendwie passt ihr das Leben nicht, also beschließt sie zu sterben. Nach einer Überdosis Medikamente wacht sie in der Mitternachtsbibliothek auf und liest im Buch des Bereuens über ihre Lebensentscheidungen nach. Sie erhält von der Bibliothekarin Mrs Elm die Möglichkeit, diverse Leben anzuprobieren...

Vorhersehbar und voll mit platten Lebensweisheiten wie in den Büchern a la "Café am Rande der Welt". Nett und leicht zu lesen, aber auch nichts Weltbewegendes. Hat mich jetzt nicht so vom Hocker gerissen.

Wem kannst du trauen?
 400 Seiten

Vertrauensforscherin Rachel Botsman analysiert in dem Buch den Trust Shift weg von den etabilierten Institutionen zu Einzelpersonen und erklärt, wie Gig-Plattformarbeit, Influcening Blockchain, Social Scores und Bots das Vertrauen verändern. Die Analysen spannen zwar einen weiten Bogen, der einem einen guten Überblick gibt, aber nicht tief genug geht. Außerdem ließ sie für mich wichtige Fragen unbeantwortet und hat mir trotzdem nicht genügend Denkfutter mitgegeben. Im Grunde reichts, wenn man den TED Talk von ihr guckt oder aber mit anderen Leuten über das Buch redet, weil es ein gutes Thema zum Drüber reden ist. [Das Buch wurde als Sachbuch für meinen Leseclub ausgewählt]

Wie man einen Toaster überlistet
 176 Seiten

Eine supergut komponierte Geschichte über Software-Copyright, Politik von Arm und Reich und tollen Frauenfreundschaften. Diese Novelle befasst sich nicht nur mit dem aktuellen Thema Technologie und Freiheit sondern ist auch schnell zu lesen. Nebenbei lernt man auch was virtuelle Maschinen sind und warum man über Technologie-Folgen nachdenken muss.

Der große Ausverkauf
 247 Seiten

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist das große new Yorker Warenhaus "Zentral". Nina, frischverheiratet mit Erik, lebt ihr Leben zwischen schnippischer Kundschaft und Ehe-Glück. Wäre da nicht die neidische Kollegin Lillian, die einer reichen Kundin während einer Anprobe den Smaragdring klaut und alle mit ins Unglück zieht... Ich fand die Geschichte gut zu lesen und die 30er Jahre Redewendungen ("starr sein", "in die Bude gehen") haben mich begeistert. Aber Achtung! Das N-Wort kommt auch vor, daher steht in der Neuausgabe vom Verlag netterweise eine Warnung im Vorsatzblatt.

Taste
 304 Seiten

Ich habe das Buch eigentlich nur als "Beilage" zu seiner sehenswerten Serie "Searching for Italy" gelesen und es war schön! :D Diese Biografie ist super für einen regnerischen Schmökernachmittag auf dem Sofa. Bei seinen Geschichten über Appetit, Familie und Pasta läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Tucci beweist Geschmack und er schreibt augenzwinkernd über italienisches Essen, sein Leben als Schauspieler und lädt mit seinen Rezepten ein über uns und unser Essen nachzudenken. Kurz: Er füttert uns mit all dem guten Zeug.

The Block (The Loop 2)
 400 Seiten

Nachdem Luka mit seinen Freunden aus dem Loop entkommen konnte und die Schlacht am Midway Park alles veränderte, findet er sich im nächsten High-Tec-Knast wieder: Dem Block. Auch dort gelingt ihm die Flucht und es beginnt eine Hetzjagd zwischen ihm und der Künstlichen Intelligenz "Happy", die ihn für Phase 3 ihres Plans benötigt... Liest sich spannend wie ein Film. Für Fans von Maze Runner und Tribute von Panem.

Drinnen - Wie uns Räume verändern
 320 Seiten

Eigentlich habe ich erwartet, dass es mehr Richtung Wohnräume und deren psychologischen Auswirkungen auf uns hat, aber es gibt im Buch einen gesamtgesellschaftlichen Rundumschlag: Krankenhäuser, die zur Gesundung beitragen, Schulen, die das Lernen fördern, Gefängnisse, die zur Rehabilitation beitragen. Dazu Überlegungen über anpassungsfähige Architektur und Lebensräume im Weltall. Das 1. Kapitel zum Thema Mikroben in der Wohnung wirkt ein bisschen fehl am Platz. Mir hat ein bisschen der weltumspannende Blick gefehlt, es ist schon alles sehr amerikanisch. Aber insgesamt ein toll zu lesendes Sachbuch mit vielen interessanten Ideen und Lösungsansätzen zu evidenzbasiertem Design.

Joyful
 368 Seiten

Über Freude wird viel zu wenig nachgedacht, dabei ist das ein einfach herzuzstellendes Gefühl. Man muss nur die Augen aufhalten und seine Umgebung ein bisschen weniger grau und beige gestalten. Fetell Lee hat sich als Designerin auf die Suche nach Freude gemacht und 10 Ästhetik-Prinzipien entdeckt, die uns helfen, unsere Umgebung bewusst freudvoller zu gestalten. Sehr lesenswert. Ich seh die Welt nun mit anderen Augen!

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
 368 Seiten

Markus Kern wartet abends auf seine Frau. Sie wollte mit einer Freundin was trinken und dann nach Hause kommen. Aber sie kommt nicht. Am nächsten Tag erhält Markus einen Link zu einer Darknetseite. Eine Live-Webcamshow, die seine Frau zeigt, wie sie von maskierten Fremden misshandelt wird. Die Indizien sprechen gegen Markus und während er versucht, Beweise für seine Unschuld zu finden, wird seine Tochter entführt. Wenn Markus seine Tochter lebend wiedersehen will, muss er sich auf das perverse Spiel der Peiniger einlassen. Spannend bis zum Schluss, kanns daher empfehlen.

Totalbeton
 144 Seiten

Im Hochhaus 840 lebt ein Kind mit seinen Eltern – in einer winzigen, grauen Betonwohnung in der 5969. Etage. Das Kind hat keinen Namen, weil die Eltern beschlossen haben, dass es keinen braucht. Das Leben ist eintönig und jeden Tag gleich: Mutter schluckt die Traurigkeit herunter, der Vater ist wütend und schlägt das Kind. Das Kind stellt sich schlafend und schaut sich den Beton an. Die Eintönigkeit wird durchbrochen von Mahlzeiten mit Nährmittel und einem gemeinsamen Starren auf einen Bildschirm, der die Gräue zeigt, wo die Ausgestoßenen "leben" und sich gegenseitig zerfleischen. Das Kind aber hat einen Fehler: Es wird neugierig und will den Totalbeton, aus dem das GEBÄUDE besteht, genauer verstehen...

Es war seltsam, aber schön. Für Fans von Ballard und Bradbury.

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