"Ich: Ist das ein Abschied? Viktor schüttelt den Kopf. Viktor: Nein, das Gegenteil. Ich: Was ist denn das Gegenteil von Abschied? Er überlegt. Viktor: Ankunft?" (S.194)
Eine tiefberührende, herzergreifende Geschichte. So traurig und doch voller Hoffnung, in einer wunderschönen, zarten Sprache. Die Seiten lasen sich wie von selbst. Und viel zu schnell war sie zu Ende.
Das Buch gibt spannende Einblicke in das (Mode-)Leben sieben feministischer Frauen, die ihren eigenen Stil entwickelten und sich nicht einer vorgesetzten Mode unterwarfen. Jeder Künstlerin (Josephine Baker, Helen Hessel, Frida Kahlo, Tamara de Lempicka, Louise Nevelson, Georgia O’Keeffe, Sophie Taeuber-Arp) wird ein Kapitel gewidmet, die Kurzbiografien werden ergänzt mit Fotos.
Ich habe alle Kapitel sehr gerne gelesen, auch wenn ich persönlich wenig an Mode interessiert bin. Im Buch geht es aber um weit mehr.
"Der Kapitalismus war ein Fortschritt, hat aber leider eine fundamentale Schwäche: Er erzeugt nicht nur Wachstum, sondern muss auch wachsen, um stabil zu sein. Ohne ständige Expansion bricht der Kapitalismus zusammen. In einer endlichen Welt kann man aber nicht unendlich wachsen." (S.11)
"Eine Kreislaufwirtschaft könnte schön sein. Die 'Share Economy' hat betörende Visionen entwickelt, wie ein angenehmes Leben aussehen könnte, das nur so viel verbraucht, wie sich recyceln lässt. Das Ziel ist klar, nur der Weg fehlt. Bisher gibt es keinen Plan, wie sich der dynamisch wachsende Kapitalismus beenden liesse, ohne dass eine schwere Wirtschaftskrise droht. Die britische Kriegswirtschaft könnte ein solches Modell liefern: Sie zeigt, wie eine private Planwirtschaft die zivile Produktion geordnet schrumpfen kann - und wie sich dann knappe Güter rationieren lassen, damit der soziale Frieden erhalten bleibt." (S. 241-242)
"Rationierung klingt unschön. Aber vielleicht wäre das Leben sogar angenehmer als heute, denn Gerechtigkeit macht glücklich. Gesellschaften sind entspannter, gesünder und toleranter, wenn der Abstand zwischen Arm und Reich gering ist. Von dieser guten Stimmung profitieren nicht nur die unteren Schichten, wie globale Erhebungen zeigen: Auch die Elliten leben länger, wenn sie einer fairen Gesellschaft angehören." (S.253)
Aufrüttelnd, lehrreich, radikal. Jede*r sollte dieses Buch lesen. Die nach Ansicht von Hermann nötigen Massnahmen zur Eindämmung der Klimakrise scheinen der letzte Ausweg zu sein.
Super recherchiert, faktenreich und leicht verständlich. Manchmal etwas redundant.
"Früher hat er gedacht, dass es viel mehr braucht, um sich einer Gesellschaft verbunden zu fühlen. Wie die meisten anderen ging er davon aus, dass er als Aussenstehender miteinbezogen werden möchte. Jetzt merkt er, was das für ein Unsinn ist. Manchmal reicht es, wenn die Gesellschaft sich von den Aussenstehenden nicht sichtlich die Laune verderben lässt. Es muss kein Miteinander geben, wenn das Nebeneinander friedlich ist." (S. 238)
Ein Buch über drei Teenager, die irgendwie nicht dazugehören, jede*r auf eine andere Weise. Ein Buch über Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Entfremdung von Jugendlichen. Die Geschichte spielt mit aussergewöhnlich gezeichneten Figuren, was mir sehr gefiel. Nicht zu jeder (Neben-)Charaktere fand ich jedoch Zugang. Schöne, bildhafte Sprache. Das Ende habe ich irgendwie nicht begriffen.
"Solidarisch und für andere da sein kannst du auf die nachhaltigste und beste Art und Weise, wenn du nicht selbst schon am Ende deiner Kräfte angekommen bist. Wenn du zwischendurch innehältst und dir selbst genau diese Fragen stellst: 'Was brauche ICH? Was kann ich tun, um MICH zu unterstützen?' Und dich hin und wieder daran erinnerst, dass du nicht und niemals ALLEIN dafür verantwortlich bist, die Welt zu retten." (S.25)
Gräfen schreibt über ihre Erfahrung und Strategien, die sie mit Selbstfürsorge gemacht hat. Sie erklärt die Wichtigkeit der Selbstfürsorge und erklärt, inwiefern sie mit Feminismus zusammenhängt. Sie gibt Denkanstösse, aber keine Anleitungen, was wie gemacht werden muss - und dies stets auf Augenhöhe mit der lesenden Person. Die Illustrationen sind sehr erheiternd. Mir hat das Buch gut getan.
"Geschlechtlichkeit ist biologisch nicht zu erklären, sondern kulturell seit Jahrtausenden gewebt, eine symbolisch bewegte und bewegende Kraft." (S. 17)
Barbara Vinken analysiert Mode als das Spiel zwischen den Geschlechtern und Identitäten und ermöglicht immer wieder einen spannenden Einblick in die historische Modegeschichte. Leider oft viel zu kompliziert geschrieben, ich konnte der Autorin nicht wirklich folgen und bin mir auch nach Ende des Buches noch immer nicht über ihren Standpunkt sicher.
"Aber Bastian wollte ein einzelner sein, ein Jemand, nicht bloss einer wie alle anderen. Er wollte gerade dafür geliebt werden, dass er so war, wie er war. [...] Er wollte nicht mehr der Grösste, der Stärkste oder der Klügste sein. Das alles hatte er hinter sich. Er sehnte sich danach, so geliebt zu werden, wie er war, gut ode schlecht, schön oder hässlich, klug oder dumm, mit all seinen Fehlern - oder sogar gerade wegen ihnen."
Ein phantastisches Buch! Bereits als Kind geliebt, aber auch jetzt als Erwachsene hat es mich verzaubert.
"Von wie vielen Menschen müssen wir geliebt werden, um glücklich zu sein? Zwei? Fünf? Zehn? Oder nur von einem? Diesem einen, der uns zum Sehenden macht. Der uns die Angst nimmt. Der unserem Sein einen Sinn einhaucht."
"Die Neugier ist die mächtigste Antriebskraft im Universum, weil sie die beiden grössten Bremskräfte im Universum überwinden kann: die Vernunft und die Angst."
"Lesen ist eine intelligente Methode, sich selber das Denken zu ersparen."
Eine fesselnde Geschichte über den Dichter Hildegunst von Mythenmetz, der ein Geheimnis über ein makelloses Manuskript lüften will und dabei lebensgefährliche Abenteuer erlebt.
Manchmal zwar etwas langatmig, schnell aber jeweils wieder voller Spannung. Ein herziges Buch!
"Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz."
Eine herzige Geschichte :)
"Weisst du, ich mochte dich mal. Früher warst du anders und schlechter gelaunt als die anderen. Heute bist du einfach nur noch [...] wie eine hässliche Zeichnung, für die das Kind aber doch gelobt wird."
"Das ist sonderbar, - krank und dumm -, ich weiss nicht, ob ich mich richtig ausdrücke, aber mich mutet es ganz eigentümlich an, wenn einer dumm ist und dann auch noch krank, wenn das so zusammenkommt, das ist wohl das Trübseligste auf der Welt."
Ich fand das Buch teilweise sehr zäh, die angeregten Diskussionen mit Settembrini und Naphta waren mir zudem oft zu hochstehend. Oft empfand ich es auch langatmig und mir fehlte die Spannung, ich wurde gelegentlich richtiggehend gelangweilt beim Lesen.
War eine okaye Unterhaltung, der rote Faden mit den Achtsamkeitsübungen/-methoden, der sich durch das ganze Buch zieht, hat mir gefallen und fand ich originell. Der Schreibstil war hingegen gar nicht meins, teilweise sehr billige Komik.