Was man von hier aus sehen kann
320 Seiten

Ich beschloss, Martin später zu heiraten, weil ich fand, der Richtige sei der, der einem das Hinsehen erspart wenn die Welt ihren Lauf nimmt.

Man kann sich die Abenteuer, für die man gemacht ist, nicht immer aussuchen.

Die wunderbar erzählte, oft lustige und manchmal traurige Geschichte handelt von inneren Stimmen, die einem anrempeln, vom mehr Welt hereinlassen, von Liebe und Abschied, von unangenehmen Aufhockern und einem Hund, welcher den Schmerz repräsentiert. Ein modernes Märchen, welches verzückt, verzaubert und traurig stimmt, welches tief berührt und immer mal wieder an die fabelhafte Amélie erinnert. Die Autorin hat eine wunderbare Sprache, die direkt ins Herz zielt. Kaum fertig gelesen, würde ich es am liebsten nochmals von vorne beginnen.

Tyll
480 Seiten

"Es ist ganz simpel: Nie wird ein Konhaufen alleine dadurch, dass man ein einziges Korn wegnimmt, zu etwas, das kein Kornhaufen ist. Niemals auch wird etwas, das kein Kornhaufen ist, dadurch, dass man ein Korn dazulegt, zu einem Haufen. Und doch: Nimmt man Korn um Korn fort, ist der Haufen irgendwann kein Haufen mehr."

Ein Buch über den 30jährigen Krieg, über all das Leid und all die Fürchterlichkeiten, die in Europa passierten. Jedes Kapitel ist einer eigenen Geschichte gewidmet, alle hängen irgendwie zusammen. Gewisse Kapitel packten mich sehr, bei anderen fand ich kaum den Zugang.

Widerstand zwecklos
192 Seiten

"Der erste wichtige Schritt besteht darin, uns nicht zu verurteilen, wenn uns Akzeptanz misslingt. Denn was könnte absurder sein, als um mehr Akzeptanz zu ringen und sich zu verurteilen, wenn man dabei scheitert?" (S. 174)

Verständliche, flüssige und einfache Sprache, sehr praxisbezogen mit vielen Beispielen und Übungen. Mich überforderten die Übungen aber oft, was mich zunehmend unter Druck setzte und frustrierte.

Jürgen
250 Seiten

"Falls man beabsichtigt, die Frau später noch zu einer 'Tasse Kaffee' zu sich nach Hause einzuladen, gilt es, gewisse Vorkehrungen zu treffen, z.B. die Heizung bis zum Anschlag aufdrehen, damit man nicht fröstelt, wenn man nackt ist (Frauen frieren sehr leicht). Auch sollte man sämtliche Uhren verdecken und erotische Kalender und Ähnliches von den Wänden abnehmen. Aber darüber brauche ich mir nun wirklich keine Gedanken zu machen, denn bei mir ginge das alleine schon wegen Mutter nicht."

Sehr unterhaltsames Buch.

Sei nicht so hart zu dir selbst
219 Seiten

"Weder müssen wir die zu lange Nase lieben, noch brauchen wir uns mit ihr zu identifizieren. Wir müssen nicht alle Eigenschaften von uns toll finden, es reicht vollkommen aus, wenn wir uns wegen der unliebsamen nicht verurteilen, anklagen und beschuldigen. Scham und Minderwertigkeit kommen dann gar nicht erst auf. Die inneren Stimmen, die uns ständig sagen, wie wir eigentlich sein sollten, werden leiser."

Schlüssige Worte mit hilfreichen Übungen. Einfach verständliche Sprache.

Der Sprung
336 Seiten

"Leben heisst bleiben und ertragen, dass alles irgendwann verschwindet. Lass dir das gesagt sein. Du kommst auf die Welt und verlierst von Anfang an: deine Zähne, deinen Speck, dein Herz, deine Haare, deine Zeit, deine Jobs, deine Lieben und irgendwann vielleicht sogar den Verstand. Leben heisst zurückbleiben hinter den Dingen, den Erwartungen, den Menschen. Besser du fängst früh genug damit an, gut darin zu werden. Wenn du gut leben willst, musst du ein verdammt guter Verlierer sein."

Ein wunderbar erzähltes Buch, packend ab der ersten Seite, mit viel Empathie gezeichnete Figuren und eine clever gestaltete Geschichte. Ein Buch zum Wiederlesen.