Das Buch erzählt von einem Mädchen, Ela, und ihrem Aufwachsen in den 1980er Jahren. In der Familie herrscht ein Thema über allem: Das Körpergewicht der Mutter. Ihr Vater findet, sie ist zu dick. Und er sagt ihr das täglich. Es geht so weit, dass ihr Vater das Übergewicht der Mutter für alles verantwortlich macht, was er nicht erreicht: eine Beförderung, genügend Anerkennung im Dorf. Als erwachsene Frau blickt Ela zurück und fragt sich, was damals wirklich passiert ist, was verheimlicht wurde, worüber gelogen wurde.
Das Buch hat mich so wütend gemacht, was für ein Ar*** dieser Vater doch ist. Seine Art, wie er mit seiner Frau umgeht, ist unter aller Sau. Er macht sie klein, Tag für Tag, beschimpft sie, lässt sie alle Arbeiten machen. Er macht sie krank und gibt ihr zuletzt auch dafür die Schuld - wie für alles andere, was nicht läuft. Zeitweise konnte ich kaum mehr hinhören, sein Verhalten machte mich richtiggehend agressiv, die Familiensituation zu oft nur schwer erträglich. Die Mutter, die in aller Selbstverständlichkeit ihre kranke Mutter pflegt, Elas Freundin bei sich aufnimmt und für die gesamte Familie sorgt. Ich wünschte ihr, sie hätte sich früher von ihrem Mann emanzipieren können. Das Buch zeichnet ein Bild davon, wie das Patriarchat in den 1980er noch so selbstverständlich gelebt und, so scheint es, gar nicht hinterfragt wurde.
Wenn er für den Rest seines Lebens nur noch eine Übung machen dürfte, hatte Ferhat gesagt, dann würde er sich für den Plan entscheiden. Wenn man den Plank richtig ausführte, wenn man wirklich alles anspannte und hart machte, wenn man zum Brett wurde und das Ganze lang genug hielt, trainierte man damit die wichtigsten Muskeln in Armen, Beinen, Po, Rücken und Rumpf, alle auf einmal. Minimaler Aufwand, maximaler Effekt. (S.49-50)
Ich mochte die Schweissflecken an den Rändern ihres Tops, dachte, dass sie das Ehrlichste waren, was ein Körper von sich preisgeben konnte, und dass man diese Ehrlichkeit wahrscheinlich würde riechen können, wenn sie den Arm um einen legte. (S.89)
Die Ich-Erzählerin bewirbt sich in einem Fitnessstudio als Tresenkraft. Der Geschäftsführer spricht sie beim Bewerbungsgespräch auf ihre offensichtliche Unsportlichkeit an. Sie greift zu einer Notlüge, erzählt, dass sie vor drei Monaten ein Kind bekommen hat. Und sie kriegt die Stelle. Ihre Notlüge hält sie ordentlich auf Trab. Aber sie entdeckt auch die Faszination des Muskelaufbaus. Ihr Training wird härter und länger, bis sie gar nicht mehr zu bremsen ist und zu weiteren Mitteln greift. Ihr neues Leben ist in Gefahr, aus der Bahn zu geraten...
Ein temporeiches, witziges, zeitweise sehr verstörendes und absurdes Buch über eine Frau mittleren Alters, die von einer Couch Potato zu einer verbissenen Fitnessfrau wird. Mit viel Situationskomik schreibt die Autorin über (einen ungesunden) Körperkult, über eine Leistungsgesellschaft, die nicht nur die Arbeitswelt sondern auch Freizeit zunehmend beeinflusst. Auch wenn mir die Hauptfigur gar nicht sympathisch war, schaffte es die Autor trotzdem, dass ich dennoch etwas mit ihr mitfühlte. Grosse Unterhaltung, nicht ohne Kritik an unsere Gesellschaft! :)
I think I'm too tired to fuck tonight, schrieb Matteo. But we can do other stuff. Eine halbe Stunde später klingelte ich an seiner Tür, viertes Obergeschoss, Tür links. Eine WG, aber ausser Matteo war niemand da. Wir haben other stuff gemacht. Filzläuse kriegt man auch durch other stuff. (S.12)
Baba sagt immer, bir lisan, bir insan. Iki lisan, iki insan. Eine Sprache, ein Mensch. Zwei Sprachen, zwei Menschen. Das bedeutet, je mehr Sprachen du sprichst, desto grösser ist deine Welt, desto mehr bist du. Aber nicht alle Menschen sind gleich, auch wenn sie es immer behaupten. Und nicht jeder altert mit der Sprache auf dieselbe Weise. (S.24)
Ich hatte Pari versprochen, nicht auf Social Media herumzuscrollen. Ich hatte versprochen, wirklich weg zu sein. Aber überall lauert die Welt mir auf. (S.195)
Wenn ich deinen Namen auf das Meer schreiben würde, Hassan, würde er bleiben? Und die Tränen, Hassan, würde sich das Salz vermischen mit dem Salz des Wassers? Und würdest du es schmecken, ob es meine Tränen sind auf deiner Zunge oder das Meer, in das wir uns werfen? (S.213)
Zeko wohnt in Berlin und ist fleissig auf Grindr unterwegs. Er trifft sich mit vielen Männern. Aber er denkt immer nur an Hassan, wenn er andere Männer küsst oder mit ihnen schläft. Hassan ist der Nachbarsjunge in Adana, wo sein Grossvater wohnt. Dieser nannte Hassan immer nur den "Hundesohn". Zu Beginn des Buches geht es neun Tagen, bis Zeko Hassan endlich wiedersehen wird. Im Laufe des Romans werden die Tage langsam heruntergezählt. Während dieser Countdown läuft, geht es viel um schwulen Sex, um Sprache (sowohl der deutschen als auch der türkischen, arabischen, französischen), um den Islam (Zeko ist praktizierender Muslim), um Freundschaft, um Rassismus.
Ozan Zakariya Keskinkılıç schreibt wunderschön poetisch und stellt die Sprache auch immer wieder in den Vordergrund, was mir sehr gefiel. Mir fehlte letzten Endes aber doch ein wenig eine fassbarere Handlung.
The second book in the Mistborn series. I liked it more than the first one, I think. I now know the characters. The stakes are higher, even though one big thing already happened in book 1 (no spoilers) that could make you think that book 2 would be easy-going. But that's not the case and I was even more invested in the plot now. Looking forward to part three.
Sidenote: Brandon Sanderson is a master of magic systems. The 'allomancy' that he has created (and that keeps getting revealed throughout the books) is very cool.
Sidenote 2: Again, I could very much visualize in my head many scenes from the book. I hope they turn this into a good TV show or movie some day (but don't overdo it with the magic CGI please; don't repeat what Amazon did to the Wheel of Time material).
Durchaus interessant, wenn auch stellenweise etwas oberflächlich. Ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht, v.a. was ETFs und die Wahl des richtigen Brokers angeht. Hier kann man - wenn es nach Rezensionen geht, die im Netz so kursieren - durchaus auf die Nase fallen.
Der Inhalt der Texte ist natürlich gut. Aber das Format und die Idee dieses Buches, hm. Fragwürdig. Das Buch besteht aus 7-8 knappen Reden, die Greta gehalten hat. In der Natur der Sachen liegt es, dass sich 50% der Inhalte immer wiederholen und eine Rede nie ins Detail geht. Da kann man auch ihren TedX Talk sehen und sich dieses Buch sparen.
Ein richtig süsser Adventskalender. Für alle, die Snoopy und The Peanuts mögen. :) Alle Stories sind winterlich/weihnächtlich.